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Inhaltsverzeichnis

Warum die Fed nicht reagiert

Verehrte Leserinnen und Leser,

am vergangenen Donnerstag kam es an den Renten- und Devisenmärkten zu einem Paukenschlag. Der Grund: EZB-Chef Trichet sprach in seiner Erklärung nach der turnusmäßigen EZB-Tagung von hoher Aufmerksamkeit, die er der Inflationsentwicklung schenkt. Der dabei verwendete Terminus „strong vigilance is warranted“ gilt unter Beobachtern als nahezu sicheres Zeichen dafür, dass die EZB auf ihrer nächsten Sitzung im April die erste Zinserhöhung beschließen wird.

Alle Inflationsindikatoren fliegen – hoch!

Damit wagt sich die erste der großen Notenbanken aus der Deckung und gesteht ein, dass die Preise inzwischen merklich aus dem Ruder laufen. Das spürte zwar bereits jeder von uns empfindlich am eigenen Geldbeutel (und das nicht nur an der Tankstelle!), aber die Geldpolitiker ignorierten dieses Phänomen bisher geflissentlich.

In den USA ist dies weiterhin der Fall. Es gab bisher nicht die leiseste Andeutung der Fed, dass sie sich um die Preisentwicklung sorgt. Nicht einmal der aufgrund der Unruhen in Nordafrika stark steigende Ölpreis wurde als Anlass genommen, ein erstes Problembewusstsein in dieser Frage zu zeigen.

Das ist insofern erstaunlich, als wichtige Indikatoren ganz klar auf diese Tatsache hinweisen (siehe Grafik):

Fast alle entscheidenden Preisindizes liegen über oder wenigstens auf ihrem Hoch von 2008! Sie erinnern sich? Damals stand der Ölpreis bei fast 150 Dollar. Bis dahin fehlen uns aktuell noch fast 50 %. Nur die (sehr volatile) Preiskomponente des wichtigen ISM-Index liegt noch unterhalb ihres 2008er Vergleichswertes – scheint aber auf dem besten Weg dahin zu sein.

Ben Bernanke steckt in der Bredouille...

Für beides gibt es einen einfachen Grund. Die US-Notenbank hat sich mit ihrem QE2-Programm sehr weit aus dem Fenster gelehnt. Erst im Dezember beschloss sie, die Maßnahme bis Juni dieses Jahres laufen zu lassen.

Ohne gravierenden äußeren Anlass kann sie dieses Programm nicht nach zwei, drei Monaten wieder stoppen, zumal sie bis zuletzt betonte, die Maßnahmen planmäßig weiterführen zu wollen. Ein Abweichen von dieser Linie sähe stark nach Aktionismus und Inkompetenz aus. Die Glaubwürdigkeit der Fed wäre dann schwer beschädigt.

Damit steht Ben Bernanke aber mit dem Rücken zur Wand. Jede Äußerung von ihm, die auch nur die leiseste Andeutung einer Besorgnis über die gegenwärtige Preisentwicklung enthielte, käme de facto einer verbalen Zinserhöhung gleich. Zumindest würden die Märkte das so interpretieren.

...und daher macht die Fed den Affen

Nun kann er allerdings den Kampf gegen die Inflation nicht mit dem vergleichsweise eleganten Degen der Zinserhöhung führen, wenn er gleichzeitig mit einem groben Vorschlaghammer massiv Geld in die Wirtschaft prügelt. Die Angemessenheit der Mittel verlangt, erst das Gelddrucken zu beenden und dann Zinserhöhungen anzukündigen und zu beschließen. Und das alles muss auch noch ohne Hektik und mit wohlbemessenem zeitlichem Abstand geschehen...

Da aufgrund des von der Fed selbst gesetzten Zeitfensters die Geldpressen noch bis Juni laufen, sind wirkliche Zinsschritte kaum vor Jahresende und diesbezügliche Äußerungen der Fed nicht vor Herbst opportun. Bis dahin bleibt der Fed nichts weiter übrig, als den Affen zu machen: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.

Das ist der Grund, warum die Märkte bisher die Inflationsdaten so völlig links liegen ließen. Mit der jüngsten Äußerung der EZB und erst recht mit einem wirklichen Zinsschritt im April wird diese Taktik der Fed fragwürdig. Schließlich wäre kaum zu vermitteln, dass es in den USA kein Inflationsproblem geben soll, wenn andere Industrieregionen bereits die Zinsen erhöhen.

Erziehung zu niedrigen Zinsen rächt sich

Die Aktienmärkte reagierten vergleichsweise gelassen auf die Trichet-Äußerung vom vergangenen Donnerstag. Das aktuelle Leitzinsniveau von 1 % ist noch keine echte Bedrohung für den laufenden Boom, zumal die Marktzinsen ohnehin höher notieren.

Allerdings ist speziell die Zinsfrage hochgradig emotional aufgeladen: Eine ganze Generation von Bankern, Managern und Ökonomen ist mit niedrigen Zinsen und ohne Inflationsgefahr aufgewachsen. Die jüngste Krise, so scheint es, ist auch aufgrund der massiven Zinsschritte und anderer geldpolitischer Maßnahmen unerwartet schnell vorübergegangen.

Sollten nun Inflation und Zinserhöhungen ebenfalls schneller zurückkehren, als noch unlängst offiziell „versprochen“, könnte das den momentan ohnehin verunsicherten Märkten den entscheidenden Knacks geben. Da auch die großen Schwellenländer (z.B. China) inzwischen erklärtermaßen ihr Wachstum (und damit auch die Inflation) drosseln wollen, würde auch gutwilligen Investoren die Fantasie fehlen, warum die Kurse nun noch weiter steigen sollen. Und wenn die Kurse nicht mehr weiter steigen, müssen sie fallen (wusste schon André Kostolany).

Ändert sich das Szenario für 2011?

Damit geriete nicht nur die aktuelle Rally in Gefahr, sondern auch viele überaus optimistische Kursprognosen der Banken vom Jahresanfang. Sprich, eine anhaltende Korrektur hätte das Potenzial, die Anleger negativ zu überraschen.

Noch ist das nicht unser bevorzugtes Szenario. Aber es war bereits in unserem Jahresausblick 2011 eine mögliche Option. Sie sollten daher spätestens jetzt die Konsequenzen daraus für Ihr Depot durchspielen und sich auf die erforderlichen Maßnahmen vorbereiten. Sie wissen ja: An der Börse muss man mit allem rechnen, sogar mit dem Gegenteil...

Mit besten Grüßen

Torsten Ewert


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