In dieser Ausgabe von Börse - Intern lesen Sie: Die Märkte hoffen auf die Fed. Sie setzen darauf, dass QE3 kommt, deswegen der heutige Anstieg. Doch die Zinssitzung endet erst morgen, und so wird ...
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Die Märkte hoffen auf die Fed. Sie setzen darauf, dass QE3 kommt, deswegen der heutige Anstieg. Doch die Zinssitzung endet erst morgen, und so wird auch das dazugehörige Statement erst am Mittwoch um 20.15 Uhr veröffentlicht. Es bleibt also ein wenig Zeit, um über das große Bild zu philosophieren.

Bei einem Blick zurück auf die vergangenen zehn bis zwölf Jahre kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass wir eine lang anhaltende Zeit der Krisen hinter uns haben. Diese nahmen in ihrer Stärke und Systemrelevanz immer weiter zu. Aber diese Häufung von Krisen und der Anstieg des Gefahrenpotenzials sind typisch für große Seitwärtsbewegungen. Und genau in einer solche befinden wir uns seit 15 Jahren, zumindest wenn man den Dow Jones, den S&P500 und den DAX betrachtet.

Die Probleme in einer solchen krisenbehafteten Seitwärtsbewegung müssen einfach jedes Mal „existenzieller“ und komplexer werden, da sich die Anleger sonst aufgrund der Häufung der Krisen daran gewöhnt hätten und entsprechend besonnen reagieren würden. Da die Börse aber die Masse der Anleger an der langen Nase herumführt darf dieser Gewöhnungseffekt  nicht eintreten. Also werden die Krisen immer komplexer und unüberschaubarer, und so reicht die Gewöhnung an die vorherige Krise nicht mehr aus, um auch die nächste zu meistern. Was sich hier nun fast mystisch oder sogar geplant anhört, hat ganz klar erkennbare und logische Hintergründe.

Die Spätfolgen des Aktienbooms

Tatsächlich ist die aktuelle Krise immer noch eine Folge des unglaublichen Aktienbooms, der von 1985 bis zum Jahr 2000 andauerte. Das klingt für einige, die den Steffens Daily noch nicht so lange lesen, vielleicht seltsam, deswegen hier der Zusammenhang:

Ein langanhaltender Aktienboom führt dazu, dass immer mehr Menschen sich für Aktien interessieren. Es fließt also immer neues Geld an die Börsen, das die Kurse treibt. Kurz: die Nachfrage steigt. Zum Schluss eines Booms gehen aber auch immer mehr Unternehmen an die Börse. Es kommt somit zu einem Angebotsschub. Irgendwann haben viele Anleger ihr Geld bereits investiert, so dass die Nachfrage schwächer wird. Gleichzeitig drängen aber immer mehr Unternehmen an die Börsen. Irgendwann übersteigt das Angebot die Nachfrage, und die Kurse brechen ein. Gleichzeitig sind die Zinsen in diesen Situationen oft vergleichsweise hoch (um die heiß gelaufene Wirtschaft / Börse abzukühlen), so dass das Geld nun aus den Aktien- in die Anleihenmärkte fließt.  Das umso mehr, je höher und irrationaler die Aktienbewertung ist.

Es gibt schlussendlich einen Punkt ohne Wiederkehr, an dem die Märkte in Folge dieser Punkte crashen. Die erste große Krise entsteht.

Der Immobilienboom

Der Crash führt dazu, dass immer mehr Menschen ihre Aktien verkaufen. Dieses Geld, das aus den Aktienmärkten abgezogen wird, fließt in sichere Häfen, die bis dato noch günstig erscheinen. Häufig ist das – wie auch in diesem Fall – der Immobilienmarkt. Da die Notenbanken die Zinsen in Krisenzeiten senken, werden Immobilien als Alternative interessanter. In Ländern, in denen Immobilienspekulationen einfach sind (also nicht in Deutschland), kommt es zum ungezügelten Boom des Häusermarktes (siehe USA, Spanien aber auch Japan 1990 ff.).

Der Bankencrash

Doch auch diese Blase platzt, und plötzlich sind die spekulativen Immobilienkredite, die in der Boomphase exponentiell anstiegen und in keinem Verhältnis mehr zu den normalen Werten stehen, nicht mehr durch reale Werte gedeckt, da die Immobilienpreise weggebrochen sind. Die logische Folge: Die Kreditgeber, also die Banken kriegen massive Probleme. Es kommt, wie es kommen muss: Der Bankencrash folgt. Und der Bankencrash ist schon deutlich systemrelevanter als der vorherige Aktiencrash – und ohne Frage auch komplexer und undurchschaubarer.

Der Staatsbankrott

Wenn die Bankenkrise sich ausweitet, versucht einerseits der Staat unter Umständen alles, um einen systemrelevanten Bankencrash zu verhindern. Das heißt, er pumpt nun Geld in das Bankensystem und verschuldet sich dadurch massiv. Andererseits führen die Probleme der Banken zu einer Kreditmarkklemme, da die Banken keine weiteren Kredite mehr vergeben. So gerät auch die Industrie in eine Rezession.

 Das trifft die Staaten doppelt, denn ihre (Steuer-)Einnahmen sinken dadurch. Gleichzeitig werden die Staatshaushalte durch Konjunkturprogramme belastet, mit denen man seit den Tagen des Aktiencrashs versucht, die rezessive Wirtschaft zu unterstützen. Nun müssen die Staaten auf der einen Seite den Banken und auf der anderen Seite wiederum der Wirtschaft helfen, die extrem unter der Kreditmarktkrise leidet. Mit einer anspringenden Arbeitslosigkeit werden aber auch die sozialen Ausgaben massiv ansteigen. Kurz, der Staat verschuldet sich immer und immer mehr und die Gefahr einer massiven Überschuldung entsteht.

Sobald aber die Märkte diese massive Überschuldung „bemerken“, kann es für die Staaten schwierig werden. Durch steigende Renditen (siehe Spanien, Italien u.a.) geraten sie bei der Refinanzierung in Bedrängnis. Es droht die Gefahr des Staatsbankrotts oder zumindest anderer massiver Probleme.

Das Ende der Krisenzeit

Damit sind wir in der letzten Phase der Krise angelangt, und genau am Ende dieser Krise taucht die für uns so aktuell relevante Frage auf: Können  die betroffenen Staaten den Staatsbankrott abwenden oder nicht? Die Gefahren sind also gerade am Ende der Krise extrem hoch.

Zusammenfassung

Sie sehen also: Das, was aktuell passiert, ist tatsächlich immer noch eine direkte Folge des Aktienbooms von 1985 bis 2000. Und es ist der sich immer wiederholende Krisenmechanismus in den großen Seitwärtsbewegungen, der einer inneren Logik folgt. Und gerade im Moment größter Sorge wird dann der neue Aktienboom geboren – dann, wenn keiner mehr daran glaubt (und natürlich nur wenn der Staatsbankrott ausbleibt).

Eigentlich müsste das bekannt sein, denn es passiert in gewisser Abwandlung immer und immer wieder. Das Problem ist jedoch, dass die Seitwärtsbewegung 15-20 Jahre dauert und der Aktienboom ebenfalls wieder 15-20 Jahre. Einen kompletten Zyklus von 40 Jahren machen nur die wenigsten Börsianer mit. Von den anderen machen sich die wenigsten diese Zusammenhänge wirklich bewusst. Kurz: Die Vergangenheit ist vergessen und jede Krise ist scheinbar wieder neu und einzigartig – ist sie aber nicht.

Das Potenzial

Der interessante Punkt ist folgender: Das Potenzial für eine langanhaltende massive Aktienrally war in den vergangenen 20 Jahren niemals so groß wie jetzt. Das hört sich doch komplett verrückt an – angesichts der Krisensituation, in der wir uns befinden. Aber es ist eben auch „nur“ das Potenzial. Auf der anderen Seite waren aber auch in den vergangenen 20 Jahren die systemrelevanten Risiken niemals so hoch wie zurzeit. Das darf man nicht vergessen.

Und da haben wir wieder das so bekannte Bild: Die Chancen an den Börsen stehen immer in einem direkt proportionalen Verhältnis zu den Risiken. Von dieser Regel gibt es keine Ausnahme – auch jetzt nicht.

Ob jetzt schon der ideale Investitionszeitpunkt für langfristige Investoren gekommen ist oder er noch fünf Jahre auf sich warten lässt, ob die Chancen schlussendlich triumphieren oder die Risiken, ob also die Bullen oder die Bären Recht behalten .– das kann ich Ihnen jetzt noch nicht sagen.

Aber ich kann Ihnen, wie heute geschehen, die Hintergründe aufzeigen – und vielleicht ein wenig den Blickwinkel verändern. Man sollte angesichts der Tatsache, dass die aktuelle Krise eigentlich genauso abläuft, wie sie aufgrund der Logik der Krisen ablaufen soll, nicht allzu bearish werden und hin und wieder auch mal einen Blick auf die möglichen Chancen werfen – besonders dann, wenn diese Krise gemeistert werden sollte (woran die wenigsten glauben, ich weiß, aber gerade auch das gehört zu der letzten Phase der Krise…).

Viele Grüße

Jochen Steffens


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