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Mal andersherum gedacht 
US-Konjunkturdaten

Mal andersherum gedacht
von Jochen Steffens

Sie wissen, ich bin kein Freund von Verschwörungstheorien. Die meisten sind auch Unsinn. Aber heute werde ich das Logik-Pferd dennoch einmal von hinten aufzäumen und ein wenig „verschwörerisch“ argumentieren:

Ich finde es schon etwas seltsam, dass Irland zurzeit so im Mittelpunkt des Interesses steht. Irland will eigentlich keine Hilfen beantragen und behauptet bis Mitte 2011 finanziert zu sein: Wo ist also das Problem? China will Portugal aus der Krise helfen, also auch hier keine Probleme? Das kann man sicherlich alles diskutieren.  

Vielleicht hilft aber auch ein Rückblick auf den G20-Gipfel. Schon im Vorfeld war klar geworden, dass die USA weiterhin die Geldschleusen offen lassen wollen. Das offizielle Argument der USA lautet: Wenn es den USA gut geht, geht es dem Rest der Welt auch gut. Das stimmt natürlich, aber die Sache hat doch einen Haken: Wenn der Dollar durch die Maßnahmen der Fed weiter abwertet, werten die anderen Währungen auf. Das verschlechtert deren Exportchancen. Und hier reagieren gerade exportorientierte Länder natürlich mit Ablehnung.

Starker Euro gleich Belastung für die PIIGS

Aber das ist nicht alles. Der Euro ist in den letzten Wochen und Monaten stark angestiegen. Gerade die sowieso schon angeschlagenen PIIGS-Länder werden diesen Anstieg direkt zu spüren bekommen. Und das ist ein Problem. Die EU kann einfach keinen steigenden Euro gebrauchen. Doch was ist zu tun?

Gut, man versucht es mit Gesprächen. Doch der G20-Gipfel hat offenbar keine Lösung gebracht. Und plötzlich spielt die EU wieder die „Problemkarte“. Und siehe da, es funktioniert. Kaum werden die Probleme Irlands mit medialer Macht unters Volk gebracht, sackt der Euro massiv ein. Die EU, die PIIGS-Staaten und allen voran natürlich Deutschland sagen: Danke!

Ist es nur Zufall, dass das erneute Aufkommen der Probleme in der EU mit dem G20-Gipfel zusammengefallen ist? Also mit der Weigerung der USA, die lockere Geldpolitik aufzugeben?

Ein Schelm, wer hier an Absicht denkt…

Der internationale Währungsstreit ist entgegen der Beteuerungen der Beteiligten einfach in vollem Gange – das ist das, was ich bereits vor Monaten hier geschrieben hatte, lange bevor das in den Medien diskutiert wurde. Doch die Mittel, mit denen dieser Währungsstreit geführt wird, scheinen den Medien nicht bewusst zu sein. Wie gesagt, Europa drückt gerade mit aller Macht auf die Tränendrüse, um den Euro zu schwächen.  

Schwacher Dollar gleich Inflation in China

Der eigentliche „Währungskrieg“ findet aber an einer ganz anderen Front statt. China nutzt die Kopplung des Yuans an den Dollar, um sich massive Export-Vorteile auf dem Weltmarkt zu verschaffen. Das bedeutet aber: Sinkt der Dollar, sinkt auch der Yuan.

Und damit bekommt auch China Probleme: Der schwache Yuan verursacht über steigende Rohstoffpreise direkt eine importierte Inflation. Gleichzeitig führt er über die Wettbewerbsvorteile auf dem Weltmarkt zu einem starken Wirtschaftswachstum, welches ebenfalls die Inflation antreibt. Kurz, China bekommt gerade ein erhebliches Inflationsproblem.

Exportproblem oder Inflation

Eigentlich müsste die chinesische Regierung die Kopplung aufgeben, damit die Landeswährung (der Yuan), wie es bei einem starken Wirtschaftswachstum üblich ist, steigen kann. Das würde das Wirtschaftswachstum bremsen und die Rohstoffe für chinesische Unternehmen verbilligen. Beides würde den Inflationsdruck dämpfen.

Doch genau diese Abkopplung kann China nicht zulassen. Die immer noch auf Billigprodukte ausgerichteten chinesischen Unternehmen arbeiten zum Teil mit winzigen Margen bei großen Produktionsmengen. Wenn der Yuan zu sehr aufwertet, wird eine der Haupteinnahmequellen Chinas, nämlich der Export von billigen Massenwaren, existenziell beeinträchtigt. Die Folge wären Firmenpleiten, die von einem massiven Abbau von Arbeitsplätzen begleitet wären. Das wiederum würde den Binnenkonsum schwächen. Beides zusammen erhöht die Gefahr einer größeren Rezession. Und eine solche könnte schnell zu größeren Unruhen in dem sowieso schon von sozial Spannungen betroffenen Land führen. Das will China unter allen Umständen vermeiden.

Die anderen Mittel

Die chinesische Regierung versucht also, statt den Yuan aufzuwerten oder abzukoppeln, alle möglichen Maßnahmen, um die Inflation anders in den Griff zu kriegen. So werden die Zinsen angehoben. Gleichzeitig sollen Preissteigerung bei Lebensmitteln durch staatliche Preiskontrollen vermieden werden. Obwohl bekannt ist, dass solche Preiskontrollen langfristig zu einer Angebotsverknappung führen, so dass die Waren auf dem Schwarzmarkt noch teurer werden, ist China auch dieses Mittel recht. Auch der Zufluss von Kapital, besonders im Bereich Immobilien, soll über Gesetze gesteuert werden. All dies scheint China lieber zu sein, als den Yuan aufzuwerten.

Noch verschwörerischer

Wenn wir schon dabei sind, werde ich heute noch ein wenig mehr in eine mögliche Verschwörungstheorie abrutschen. Vielleicht ist das alles ja auch Absicht, und zwar Absicht der USA.

An anderer Stelle hatte ich bereits 2004 / 2005 auf einen möglichen Wirtschaftskrieg zwischen den USA und China hingewiesen. Es geht um nichts weniger als um die wirtschaftliche Vormachtstellung in der Welt. Schon damals waren Gerüchte im Umlauf, dass es auf beiden Seiten detaillierte Pläne gäbe, wie man denn diesen Wirtschaftskrieg langfristig gewinnen könnte.

Im Moment haben wir es mit folgender Situation zu tun:

China verweigert die Abkopplung des Yuan vom Dollar und schadet über die Billig-Exporte nachhaltig dem produzierenden Gewerbe in den USA. Der Dienstleistungssektor, der diese Misere eine Weile kompensieren konnte, ist im Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise implodiert. Die USA muss jetzt irgendetwas tun, um die Exporte Chinas einzudämmen oder erheblich zu verteuern. Und das möglichst so, dass niemand merkt, was gespielt wird.

Das mögliche Szenario

Und so wäre es möglich, dass hinter der Geldschwemme der Fed ein Plan steckt: Aufgrund der Krise in den USA kann die Fed den Dollar abwerten, ohne das Land allzu großen Inflationsgefahren auszusetzen. In China gibt es jedoch Wirtschaftswachstum. Also sind die Folgen einer immer weiter abwertenden Währung für China weitaus dramatischer, als für die USA.

Aus diesem Blickwinkel scheint es fast so, als wollen die USA über die Dollarschwächung China erpressen, die Kopplung zu lockern. Frei nach dem Motto: Wenn ihr die Währungsbindung nicht aufgebt, werten wir den Dollar ab, was sich auf den Yuan auswirkt, so dass euer Wirtschaftswachstum explodiert und euch die Inflation um die Ohren fliegt. Diese Inflation wird schlussendlich euer schönes Wirtschaftswachstum und damit auch euer Streben nach der wirtschaftlichen Vormachtstellung in der Welt von innen heraus zerfressen.  

China hat die Qual der Wahl

China hat bei einem weiter schwächer werdenden Dollar nur die Möglichkeit, entweder Inflation zu riskieren, oder aber den Yuan aufzuwerten. Letzteres würde sofort dazu führen, dass China den Absatzmarkt USA verliert. Also lässt sich China auf das Wagnis „Inflation“ ein und hofft offensichtlich, diese auf andere Weise bekämpfen zu können – aber im Prinzip ist es die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Die Frage ist, wer wird dieses Spiel länger durchhalten? Die USA oder China.

Leider kann ich Ihnen das nicht sagen - ich weiß schließlich nicht einmal, ob dieses Spiel tatsächlich unter dieser Prämisse gespielt wird. Ich möchte Sie erinnern, dass das bisher nur eine mögliche Theorie ist.

Die Störenfriede

Aber bleiben wir noch eine Weile bei dieser Theorie: Ein kleines Problem ist, dass eben die anderen Länder, wie Brasilien, die EU, Australien oder Kanada unweigerlich in diesen Streit hineingezogen werden und selbst wiederum irgendwas gegen die Aufwertung ihrer Währung tun müssen, um nicht als Bauernopfer dieses Kampfes zu enden.

Und wenn man das alles dann logisch weiter denkt, könnte genau das der eigentliche Hintergrund hinter dem aktuellen Aufkochen von „EU-Problemen“ sein. Und so erklärt sich auch, warum der letzte G20-Gipfel doch deutliche Differenzen zwischen den USA und dem Rest der Welt offenbart hat und wo die eigentlichen Probleme liegen. Ich weiß nicht, aber mir gefällt dieser Ansatz.

Die modernen Kriege werden auf wirtschaftlicher Ebene geführt…

Fazit:

Wie gesagt, ich habe hier eine ganz andere Sichtweise gewagt. So gefällig diese auch sein mag, so viele Faktoren auch stimmen könnten, es bedeutet nicht direkt, dass diese Theorie als Ganzes wahr ist. Aber sie würde zumindest eine ganze Reihe von Ereignissen in letzter Zeit erklären. Doch wer weiß schon, was wirklich gespielt wird. Theorien gibt es hierzu auf jeden Fall viele…

Viele Grüße

Jochen Steffens

PS: Griechenland und Irland werfen übrigens Deutschland aktuell vor, die Krise bewusst verschärft zu haben. Ob vielleicht doch etwas an diesen Vorwürfen dran ist?


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US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens

Die Zahl der Wohnbaubeginne liegt in den USA im Oktober bei 519.000. Erwartet wurden 600.000 nach noch 588.000 im Vormonat. Auf Jahressicht ist dies ein Rückgang um 11,7 %.

Die Zahl der Baugenehmigungen ist ebenfalls unter den Erwartungen geblieben. Sie sanken auf 550.000. Analysten waren von 570.000 Genehmigungen ausgegangen.

Interessant ist, dass der US-Markt auf diese Zahlen nicht mit deutlichen Abschlägen reagierte, sondern im Plus blieb. Es könnte ein weiterer Hinweis sein, dass zurzeit schlechte Zahlen zu steigenden Kursen führen.
 

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