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Kann der Anstieg der Rohstoffpreise die Deflation in den USA beenden?
US-Konjunkturdaten

Kann der Anstieg der Rohstoffpreise die Deflation in den USA beenden?
von Jochen Steffens

Unter anderem aufgrund der Dollarschwäche befinden sich einige Rohstoffe seit Wochen in einem Aufwärtstrend. Und auch der Ölpreis könnte bald aus seiner Seitwärtsbewegung, die seit Mai dieses Jahres besteht, nach oben ausbrechen. Er ist, wie die meisten Rohstoffe, in Dollar gelistet. Das bedeutet: Wenn der Dollar seinen Abwärtstrend fortsetzt, der sich in den letzten Wochen beschleunigt hat, wird der Ölpreis immer weiter steigen. Es könnte somit eine erneute Ölpreisrally starten, die letzten Endes lediglich Abbild eines immer schwächeren Dollars wäre.


Wie wir bereits in den Jahren 2005-2007 gesehen haben, wirkt sich ein steigender Ölpreis allgemein preistreibend aus. In diesem Zusammenhang fragt sich, ob ein steigender Ölpreis nicht ein probates Mittel gegen die aktuelle Deflation in den USA wäre.

Ölpreis und Inflation

Der Ölpreis wirkt sich auf nahezu alle produktiven Prozesse aus. Einerseits direkt, da Öl in einigen Branchen als Rohstoff für die Weiterverarbeitung benutzt wird (Chemie- und Pharmaindustrie). Darüber hinaus auch indirekt, da Öl über Transportkosten, Heiz- und Stromkosten im gesamten verarbeitenden Gewerbe aber natürlich auch im Dienstleistungssektor eine Rolle spielt.
Ein steigender Ölpreis wird also die Produktionskosten erhöhen und die Unternehmen zwingen, die steigenden Kosten an die Verbraucher weiterzugegeben. Wird der Ölpreis eventuell der Fed helfen, die Deflationsgefahren zu bekämpfen?

Die gute Inflation

Eine gesunde Inflation entsteht, wenn zum Beispiel nach einer Rezession durch eine wieder ansteigende Nachfrage die Produktion anzieht. Das führt dazu, dass mehr Arbeitnehmer eingestellt werden können, so dass mehr Menschen Geld zum konsumieren haben. Somit steigt die Nachfrage immer weiter. Die Arbeitslosigkeit sinkt. Demzufolge werden auch die Löhne steigen, da sich die Arbeitnehmer immer mehr aussuchen können, wo und zu welchen Konditionen sie arbeiten möchten. Steigende Löhne führen wiederum dazu, dass sich die Arbeitnehmer mehr leisten können, und so entsteht eine inflationäre Lohn/Preis-Spirale.

Die schlechte Inflation

Eine über den Ölpreis (und andere Rohstoffe) importierte Inflation wirkt sich hingegen anders aus. Die Unternehmen sehen sich aufgrund der steigenden Rohstoffpreise mit steigenden Kosten für die Produktion konfrontiert. Sie werden versuchen, diese an die Kunden weiterzugeben, so dass die Preise steigen.
Nur diese Kunden haben ein ähnliches Problem. Sie müssen nun ebenfalls mehr für Benzin, Heizung und Energie bezahlen, haben also weniger Geld in ihrem Säckel, mit dem sie konsumieren können. Das bedeutet, die Nachfrage sinkt. Die Unternehmen müssen also bei sinkender Nachfrage höhere Preise durchsetzen.

Gerade wenn die Gewinnmargen niedrig sind, kann das einigen Unternehmen das Genick brechen. Insbesondere dann, wenn sie aufgrund des höheren Konkurrenzdrucks die gestiegenen Kosten nicht komplett an die Kunden weitergeben können. Steigende Unternehmensinsolvenzen führen zu einer steigenden Arbeitslosigkeit. Diese wiederum wirkt sich zusätzlich belastend auf das Konsumverhalten der Menschen aus.

Um in dem stärker werdenden Kampf um die sinkende Konsumentenzahl überleben zu können, entsteht bei den Unternehmen grundsätzlich ein erhöhter Rationalisierungsdruck. Das heißt unter anderem, dass die Unternehmen vermehrt Stellen abbauen. Und auch dieser Stellenabbau wirkt sich belastend auf den Konsum aus.

Der Unterschied

Es ist also deutlich ein Unterschied zwischen einer gesunden Inflation und einer ungesunden zu erkennen. Die positiven Auswirkungen, die normalerweise eine moderate Lohn-Preis-Spirale auf die Wirtschaft haben kann, sind bei einer Inflation durch steigende Rohstoffpreise nicht zu erkennen.

Schlechte Inflation als Deflationsbekämpfung

Ein großes Problem in der Deflation ergibt sich aus der sinkenden „Umlaufgeschwindigkeit“ des Geldes. Das hört sich sehr trocken an. Deswegen ein Beispiel: Wenn die Verbraucher wissen, dass ihr Geld im Verhältnis zu den Waren immer mehr wert wird (Deflation), sprich die Preise langfristig immer weiter sinken, werden sie eher geneigt sein, weniger Geld auszugeben und mehr zu sparen (siehe Japan). Dieses Geld wird damit sozusagen neben dem, was durch den Verlust von Arbeitsplätzen und den stagnierenden Löhnen wegfällt, auch noch dem Wirtschaftskreislauf entzogen. Die Nachfrage sinkt weiter, und die Unternehmen müssen rationalisieren und eventuell noch weiter die Preise senken, um im Konkurrenzkampf bestehen zu können. Durch dieses „gesparte Geld“ verschärfen sich demnach die deflationären und damit auch die rezessiven Tendenzen.

Der Zwang Geld auszugeben oder zu investieren

Steigen die Lebenshaltungskosten, und sei es, weil die Rohstoffpreise anziehen, macht Sparen keinen Sinn. Das Geld wird real immer weniger wert.
Die aktuell geringe Inflation führt aktuell zum Beispiel zu einer ansteigenden Sparquote in den USA und auch die Anleihenmärkte haussieren. Wenn jetzt dieses Geld im Vergleich zu den Waren immer weniger wert wird (Inflation), verlieren die Sparer und die Anleihebesitzer real an Kaufkraft.

Noch ist das Sicherheitsbedürfnis hoch, ein gewisser Prozentsatz an Kaufkraftverlust wird angesichts der Risiken in Kauf genommen. Sollte aber die Inflation in den USA ansteigen, kann es sein, dass der reale Kaufkraftverlust irgendwann zu schmerzhaft für die Sparer und Anleger wird. Und in diesem Fall werden sie versuchen, ihr Geld aus den renditearmen Anlageklassen, wie Sparbuch und Anleihen abzuziehen und es in Häuser, Aktien, Waren, etc. investieren.

Und genau das wird auch in einer „schlechten“, also einer rohstoffpreisgetriebenen Inflation geschehen. Diese Investitionen können dann den US-Häusermarkt stabilisieren (Stichwort: Immobilien als sichere Wertanlage), die Aktienmärkte in eine Haussephase zwingen und den Konsum, insbesondere von Luxusgütern, antreiben. Das würde unter Umständen ausreichen, einen neuen wirtschaftlichen Boom in den USA maßgeblich zu unterstützen.

Fazit:

Auch wenn sich die direkten Folgen einer rohstoffpreisgetriebenen Inflation eher nachteilig auf die Wirtschaft auswirken, könnte sie den USA helfen. Es geht darum, das Geld aus den scheinbar sicheren, aber unproduktiven Anlagen wieder freizusetzen und damit die Folgen der deflationären Entwicklung umzukehren. Und das ist nur möglich, wenn der reale Kaufkraftverlust den Verbrauchern und Anlegern schmerzhaft bewusst wird. Wenn die Fed zurzeit davon redet, weiterhin Staatsanleihen zu kaufen, womit sie tendenziell auch weiter den Dollar schwächt, wird das eines ihrer Ziele sein.

Für uns als Anleger bedeutet das: Bricht der Ölpreis aus seiner Seitwärtsbewegung nach oben aus, ist das ein erstes Signal dafür, dass diese Art der rohstoffgetriebenen Inflation bevorsteht. Das ist jedoch für die Aktienmärkte kein schlechtes, sondern zunächst ein eher positives Zeichen. Brechen dann auch noch die Aktienmärkte nach oben aus, sollten Sie bei diesem Spiel mitmachen.
Kommt es nicht zu dem Ausbruch des Ölpreises, wäre das eher ein Zeichen dafür, dass die aktuell deflationären Tendenzen noch eine Weile weiterbestehen.

Viele Grüße

Jochen Steffens 


US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens

Der ISM-Dienstleistungsindex ist auf 53,2 Punkte gestiegen. Analysten hatten mit 52,0 Punkten gerechnet, nachdem einem Wert von 51,5 Punkten zuvor. 

 

Ein überraschend deutlicher Anstieg, der auch sofort zu einer kleinen Intraday-Rally an den Märkten führte. Der Dienstleistungssektor macht über 70 % der US-Wirtschaft aus. Dieser Anstieg ist somit ein gutes Zeichen. Sollten sich der Index in den nächsten Monaten weiter verbessern, wäre dies ein Hinweis, dass es nicht zu einem weiteren Abtauchen in eine Rezession kommen wird.

 

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