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Dax hält sich noch gut
von Jochen Steffens
 
Zunächst die wichtigen Nachrichten:
 
Der Erstversicherer AIG ist gerettet. Die US-Regierung kommt nun doch der AIG mit einem Kredit von 85 Mrd. Dollar zur Hilfe. Im Gegenzug übernimmt die Regierung 80 % des Konzerns. Ich sage ja, Amerika wird nach und nach verstaatlicht. Offenbar war der Regierung das Risiko zu groß, jetzt auch noch einen Versicherer pleite gehen zu lassen – sie musste einsteigen. 
 
Außerdem hat Morgan Stanley die Veröffentlichung der Quartalszahlen auf gestern vorverlegt. Dies geschah offensichtlich, um Schlimmeres im Markt zu verhindern. Die Zahlen waren nämlich angesichts der Krise sehr gut. Der Gewinn ging um lediglich 3 % auf 1,43 Mrd. Dollar zurück. Analysten hatten mit einem deutlich höheren Rückgang gerechnet.

Diese beiden Nachrichten führten auch zunächst zu einer Beruhigung an den Märkten. Dann kamen jedoch weitere Horrornachrichten. Der britische Hypothekenfinanzierer HBOS gerät in Schieflage, die Aktien des Unternehmens brechen um über 50 % ein. Es gibt aber Fusionsgespräche mit der Großbank Lloyds TSB.
 
Die US-Regierung hat die Ausgabe neuer Staatsanleihen angekündigt, um den derzeit erhöhten Finanzbedarf der Fed zu decken. Heute sollen Anleihen im Gesamtvolumen von 40 Mrd. Dollar platziert werden. Es geht darum, dass der Kreditmarkt wohl zurzeit komplett ausgetrocknet ist und die Fed hier einschreiten muss.
 
Aber auch der Aktienkurs von Morgan Stanley geht heute trotz der guten Zahlen zurück. Das führte zu zusätzlicher Verunsicherung. Die Sorge scheint einfach zu groß zu sein, dass die Krise noch weitere Kreise zieht. In den Boulevard-Medien wird schon getitelt: „Wie sicher ist Ihr Geld?“
 
Hinzu kamen schlechte Nachrichten von der US-Konjunkturseite: Im zweiten Quartal hat sich das US-Leistungsbilanzdefizitüberraschend stark erhöht. Es steigt auf 183,1 Mrd. Dollar von 175,6 Mrd. Dollar im ersten Quartal. Auch die Wohnbaubeginne und Wohnbaugenehmigungen gehen weiter deutlich zurück (siehe unten)
 
An den russischen Börsen RTS und MICEX wurde sogar heute der Aktienhandel nach starken Kurseinbrüchen ausgesetzt. Hauptsächlich waren es russische Bankaktien, die den starken Einbruch verursachten.
 
Dax hält sich erstaunlich gut
 
Man stelle sich vor, was passiert wäre, wenn die AIG nicht gerettet worden wäre. Aber auch so war der Giftcocktail perfekt. Die amerikanischen Indizes sind mittlerweile alle über 2-3 % im Minus.
 
Nur der Dax hält sich noch vergleichsweise gut dafür, dass er sonst immer maßlos übertreibt. Das liegt zum Einen daran, dass Volkswagen zeitweise um über 10 % zulegte, aber auch daran, dass die Münchener Rück, die Deutsche Börse und Continental noch deutlich im Plus sind. Zum anderen denke ich, der Dax soll zum Verfall wohl über der 6000 Punkte gehalten werden soll. Ich bin gespannt, ob das wirklich gelingt. 
 
Panikmodus

Wenn man sich anschaut, welche Themen mittlerweile auch die nicht börsenorientierten Medien erreichen und was an den Märkten los ist, dann haben wir, wie gesagt „Panik-Level“ erreicht und das in der Verfallswoche.
 
Fed beließ Zinsen bei 2 %
 
Ein wenig verwundert war ich, dass die Fed die Zinsen bei 2 % beließ. Eigentlich hatte ich nach den Ereignissen der letzten Tage mit einem „beruhigenden“ Zinsschritt gerechnet. Auf der anderen Seite ist es tatsächlich die meines Erachtens vernünftigere Maßnahme, da sie eine gewisse Kontinuität, eine gewisse Verlässlichkeit der Zinspolitik bewirkt. Und das war das, was mir in den letzten Jahren echt gefehlt hat.
 
Wenn Sie mich schon länger lesen, wissen Sie, dass ich die Fed-Politik unter Ben Bernanke immer kritisiert habe: Zunächst diese massiven Zinserhöhungen, die unter seiner Führung auf ein Niveau von 5,25 % getrieben wurden. Es war damals schon bekannt, dass der US-Immobilienmarkt mit derart hohen Zinsen Probleme kriegen könnte.
 
 
 
Meines Erachtens war dieser krasse Anstieg vom Tief Mitte 2004 bei 1 % auf letztlich 5,25 % der eigentliche Auslöser der Immobilienkrise. Es wäre besser gewesen, zwischenzeitlich erst einmal abzuwarten, wie die Wirtschaft und der US-Immobilienmarkt auf diese Zinserhöhungen reagieren. Ein gutes Level dazu wäre die 4 – 4,5 % Marke gewesen.

Dann hat Ben Bernanke im Zuge der Immobilienkrise zu spät reagiert. Alan Greenspan hatte damals bereits stärkere Zinssenkungen gefordert, vielleicht erinnern Sie sich noch. Zur Farce wurde die Zinspolitik der Fed im Zusammenhang mit dem „Soc-Gen“ Skandal, als ein einzelner Trader Milliarden Euro in den Sand setzte. Offensichtlich wusste die Fed nicht, was gespielt wurde und reagierte entsprechend falsch. In dieser Zeit hatte sich die Fed auch immer wieder vom Markt erpressen lassen.
 
Und jetzt? Obwohl der Markt eine weitere Zinssenkung sehen wollte, weil einfach die Umstände zu kritisch sind, hat die Fed nicht reagiert. Sie ließ den Zins bei 2 %. Eigentlich zum ersten Mal eine "richtige" Entscheidung, sie hat sich nicht noch einmal erpressen lassen. Kritiker könnten zu dem Schluss kommen, dass es aber doch der falsche Zeitpunkt sei, gerade jetzt damit plötzlich anzufangen. Ich finde es trotzdem gut. Zudem hat sie sich noch weitere Zinssenkungen für den Fall der Fälle offen gelassen. Ich bin gespannt.
 
 
Viele Grüße
 
Ihr

Jochen Steffens
 
 
US-Wirtschaftsdaten
von Jochen Steffens
 
Die Zahl der Wohnbaubeginne ging um 6,2 % auf 895.000 im August zurück. Analysten hatten mit 950.000 nach zuvor 954.000 gerechnet.
Die Zahl Wohnbaugenehmigungen ging sogar um 8,9 % auf 854.000 zurück. Erwartet wurden 925.000, nach 937.000 zuvor.
 
Immer noch nicht der Ansatz einer Erholung am US-Immobilienmarkt. Dabei wäre genau das eines der wichtigsten Signale für den US-Aktienmarkt. Auf der anderen Seite: Immerhin wird überhaupt noch gebaut...
 

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