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Die nächsten Tage werden es zeigen
von Jochen Steffens
 
Da ich mir einen grippalen Infekt eingefangen habe und mich etwas verlangsamt fühle, heute etwas kürzer.
 
In den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob der Markt glaubt, die Maßnahmen der US-Regierung werden greifen und die Kreditmarktkrise sei beendet. Es kann aber auch sein, dass der Markt die Kreditmarktkrise nun einfach abhakt und andere Themen spielt: Wahlkampf, Ölpreis oder eine kommende Rezession.
 
Gap-Schluss wäre günstig
 
Den heutigen eher schlechten Kursverlauf muss man noch im Zusammenhang mit dem Verfallstag und den dramatischen Kursgewinnen zum Wochenschluss sehen. Sie sollten diese Kursverluste also noch nicht überbewerten.
Zudem ist im Nasdaq100 auch noch ein Gap offen und es wäre gut, wenn dieses heute geschlossen wird, damit es nicht  nach einem stärkeren Anstieg irgendwann später angegangen werden muss. Schließlich werden weit über 90 % der Gaps im Nasdaq100-Tageschart geschlossen. (Da viele Fragen zu dem Gap im Dax gekommen sind: Beim Dax sieht die Quote wesentlich schlechter aus.)
 
 
Im Bereich der Unterkante des Gaps (blaues Rechteck) bei 1.704/1.700 Punkten wird die Entscheidung fallen. Fallen die Kurse deutlich unter diese Marke, wird es kritischer.
 
Das Ende der US-Investmentbanken
 
Interessant ist auch, dass die letzten verbliebenen Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley nun freiwillig ihren rechtlichen Sonderstatus aufgeben und sich in normale Geschäftsbanken umwandeln. Damit unterliegen die Banken der Kontrolle der Fed und müssen strengere Auflagen erfüllen, kommen aber auf der anderen Seite einfacher an Kredite heran. Natürlich hat das ganze einen Pferdefuß, die verschärften Auflagen werden das Gewinnpotenzial der Banken einschränken.
 
Auffällig ist, dass wie immer, wenn es große Krisen gibt, die Verschwörungstheoretiker wieder einmal Hochkonjunktur haben. Sehr spaßig zu verfolgen, was sich die Menschen ausdenken, wer welche Ideen und Ziele mit dieser Krise „eigentlich“ verfolgt haben will und soll. Auf die wirklichen Hintergründe kommen sie aber dabei nur in den seltensten Fällen. Ich glaube, die Geschichtsschreiber werden unsere Epoche im Rückblick als die „Paranoide Epoche“ bezeichnen, das nur nebenbei...
 
Viele Grüße
 
Ihr

Jochen Steffens

Rezession und schlechtes Kino
von Torsten Ewert
 
Verehrte Leserinnen und Leser,
 
die Welt hat ihre Finanzkrise wieder, Amerika einen neuen Helden (Finanzminister Henry Paulsen, Ritter – äh – Retter der Märkte) und München seine Wiesn.
 
Die Welt könnte also so schön sein – wenn, ja, wenn da nicht kleines hässliches Gespenst sein Unwesen triebe. Ein Gespenst, das sich weder von Henry Paulsen beeindrucken noch in Oktoberfestbier ersäufen lässt: die Rezession.
 
Woran erkennt man eine Rezession?
 
Diese Frage kommt nun wieder ganz oben auf die Tagesordnung. Die Auguren sehen die USA ja schon länger in der Rezession, auch wenn die Zahlen immer noch etwas ganz anderes suggerieren. In Deutschland hat die Bundesregierung jüngst ihre Wachstumsprognose von 1,2 auf 0,5 Prozent für 2008 zurückgenommen. Anfang des Jahres waren es sogar mal fast 2 Prozent.
 
Trotz allem scheint die Wirtschaft aber nicht so recht in das Gejammere einstimmen zu wollen. Hier zu Lande sind die Auftragsbücher der Industrie immer noch gut gefüllt, die Arbeitgeber haben sogar kräftigen Lohnerhöhungen zugestimmt. In den USA läuft der Export immer noch auf vollen Touren.
 
Damit stellt sich die Frage, die wir hier vor einem Jahr schon diskutiert haben. Zeigen uns die üblichen Daten eigentlich noch die tatsächliche Lage?
 
„Gefühlte“ Rezession
 
Wir Deutschen, aber auch die anderen Europäer können ja ein Lied davon singen. Der gemeine Bürger empfindet (fühlt) eine „hohe“ Inflation, aber die Statistik will ihm einreden, dass er irrt.
 
Jetzt zeigen aber auch immer mehr Umfragen in den USA, dass die Bürger dort die Rezession schon „fühlen“, obwohl die offiziellen Zahlen – egal nach welcher Methode – darauf noch gar keine Hinweise geben. Erstaunlicherweise schlagen die US-Bürger inzwischen sogar in die gleiche Kerbe, wie bisher nur wir „Jammer-Weltmeister“ hier in Deutschland: Zukunftsängste, insbesondere vor dem Verlust des Arbeitsplatzes bestimmen mehr und mehr das Denken der Leute dort.
 
Globalisierung, willkommen in Amerika!
 
Gespenst oder Realität?
 
Zwar haben die US-Bürger einige prominente Fürsprecher unter Ökonomen und anderen Experten, die ebenfalls bereits die Rezession für gekommen sehen, aber selbstredend wollen die Offiziellen davon nichts wissen und verweisen das Gerede unter Hinweis auf die „Zahlen“ in die Welt der Fabeln. Die Rezession spuke nur als Gespenst durch das Denken der Leute. Wirklich?
 
Mein Bild von Rezession und Depression wurde geprägt durch eine Dokumentation, die ich vor einigen Jahren im Fernsehen sah. Es ging um die Opfer des Internet-Booms. Junge, gut ausgebildete Leute, die tolle Posten in der New Economy hatten und ihr Leben wahrscheinlich schon als gelaufen ansahen. Die aber nun auf der Straße standen.
 
Rezession = Resignation
 
Natürlich gab es da auch die Gruppe Unentwegter, die flugs ihr eigenes dot-com-Unternehmen gründeten, nachdem das alte sie vor die Tür gesetzt hatte. Aber es gab eben auch die junge, ehemals dynamische Marketing-Managerin, die von dem ganzen Hype nur noch ihren popeliger Porsche hatte und der nun nicht mehr einfiel, als abends mit dem Nutella-Glas vor der Flimmerkiste zu sitzen.
 
Zugegeben, ein eher harmloser und vielleicht auch lächerlicher Fall. Viele Leute in vergleichbarer Lage sind deutlich schlimmer dran. Aber die Resignation dieser Frau war greifbar. Und schon Wilhelm Busch wusste: „Wer Sorgen hat, hat auch Likör.“ Oder Nutella. Oder Glotze & Co.
 
Flucht aus dem Alltag per Kino, TV und Video
 
Zu letzterem sind nämlich die Statistiken der US-Filmindustrie sehr aufschlussreich. Ob „E.T.“ 1982 oder „Spiderman“ 2002 – Filme die in Rezessionzeiten erschienen, spielten deutlich mehr ein, als ihre jeweiligen Pendants aus den Vorjahren. Dagegen verlor der vermeintliche Blockbuster „Star Wars – Episode 3“ satte 6 % gegenüber seinem Vorgänger.
 
Und versuche mir niemand einzureden, das liege an der unterschiedlichen „Qualität“ der Filme! Denn aktuell stürmen die Amis wieder die Kinokassen um für stolze 13 Dollar pro Ticket „The Dark Knight“ (Der dunkle Ritter) zu sehen. Auch die Video-On-Demand-Downloads schnellen derzeit in die Höhe, wie einige Telekom-Unternehmen verlautbaren lassen. Unwahrscheinlich, dass dabei nur Oscar prämierte Streifen durch die Kabel laufen.
 
Kino und Fernsehen als Flucht aus der Realität? Statt den Kopf in den Sand zu stecken, lieber in eine Scheinwelt eintauchen?
 
Skeptisch gegenüber dem Sentiment
 
Vermutlich ist das tatsächlich so. Der Mensch neigt dazu, seinen Widerstand bei andauerndem Druck aufzugeben. Irgendwann resigniert auch der Letzte und sucht sich einen vermeintlichen Ausgleich. Sozusagen das ökonomische Stockholm-Syndrom.
 
Häufig ist das dann aber der Wendepunkt. Genau dies machen sich ja die Sentimentindikatoren zu Nutze, indem sie an den Stimmungsextremen antizyklisches Handeln empfehlen.
 
Betrachten wir uns dazu zunächst den S&P500-Wochenchart. Den trage ich schon seit Juli mit mir herum. Damals hatte ich darauf aufmerksam gemacht, dass der S&P 500 den flachen Abwärtstrend seit 2000 offenbar verteidigen will. Andererseits würde ein Rückfall unter diese Trendlinie Kursrückgänge bis 1.160 oder sogar 1.100 Punkte bewirken. 
 
 
Startet der S&P 500 jetzt durch?
 
In der letzten Woche ist genau das passiert. Der Durchbruch erreicht sogar fast die recht steile Unterkante des aktuellen Abwärtstrend (gelber Kreis). Zum Wochenschluss kehrten die Kurse nicht nur über die blaue Zone zurück, sondern schlossen auch über dem 2000er Trend!
 
Bei genauerer Betrachtung stellen wir fest, dass der Index nur ein Mal, nämlich am 13.07.2008 unter diesem Abwärtstrend schloss. Ansonsten konnten sich die Kurse immer wieder darüber halten (siehe Ausschnitt).
 
Ziel: 1.350 Punkte!
 
Das und insbesondere die extreme Kerze der letzten Woche sind insgesamt ein ziemlich bullishes Zeichen. Jetzt muss der Index aber auch langsam „liefern“! Daher sollte es nun zügig bis mindestens an die Oberkante des steilen Abwärtstrends bei 1.340/50 gehen.
 
Dann wären die Rezessions-Auguren und resignierenden Kinogänger zwar nicht unbedingt Lügen gestraft, aber wenigstens die Börse würde ein etwas freundlicheres Gesicht zu dem bösen Spiel machen. Was dann auch ein Zeichen dafür sein könnte, dass es wirklich nicht ganz so schlimm ist.
 
Knicken die Kurse aber wieder ein und kommt es zu einem deutlichen Wochenschlusskurs unterhalb des 2000er Trends, dann wird es wirklich düster.
 
Ein unerwarteter Hoffnungsträger: die Banken!
 
Aber völlig unverhofft kommt Unterstützung aus einer Ecke, aus der man es am wenigsten erwartet hätte. Mitte August hatte ich Ihnen folgenden Chart präsentiert und im Zusammenhang mit dem blauen Widerstandsbereich von einer „Todeszone“ gesprochen.
 
 
 
Um im Bild zu bleiben: In den letzten zwei Wochen haben sich die US-Banken demnach in Münchhausen-Manier quasi am Schopf aus dem Sumpf gezogen, und das im wahrsten Sinne des Wortes spektakulär. Schon erstaunlich angesichts der Ereignisse in den USA.
 
Auch hier hängt natürlich alles daran, dass dies kein Strohfeuer bleibt. Ein Rückfall knapp unter 600 Punkte im Bankenindex wäre noch drin, wenn danach ein sofortiger Wiederanstieg erfolgt.
 
Die 600 sollte jetzt halten !
 
Vermutlich wäre aber ein nochmaliger Test der Abwärtstrendlinie von oben bereits zu viel, denn diese verläuft doch recht steil. Unter Berücksichtigung des Zeitfaktor würde dann wiederum der Abstand zwischen blauem Rechteck und Trend zu groß, so dass einfach die Gefahr besteht, dass die Kurse wieder unter 600 Punkten hängen bleiben. Dann wäre sogar wirklich noch ein Doppeltief möglich!
 
Bleibt es jedoch bei der aktuell positiven charttechnischen Lage, könnte uns tatsächlich noch ein versöhnlicher Jahresausklang an den Börsen ins Haus stehen.
 
In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Woche!
 
 
Mit besten Grüßen
 
Ihr Torsten Ewert
 
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