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Die größte Bankenpleite der US-Geschichte
von Jochen Steffens
 
Die Ereignisse überschlagen sich. Gestern Abend schien es so, als ob der US-Rettungsplan für die Finanzindustrie durch den Kongress kommt. Ebenfalls gestern Abend meldete General Motors, dass sich die Finanzkrise negativ auf den Autoabsatz in Amerika ausgewirkt hatte. Hieran erkennt man die spezielle Gefahr dieser Finanzmarktkrise: Je länger sie dauert, desto mehr werden auch andere Branchen in Mitleidenschaft gezogen. Gerade die sowieso schon schwächelnde Automobilindustrie in den USA steht in Gefahr, das nächste Opfer zu werden.
 
US-Automobilindustrie in Bedrängnis
 
Wenn jetzt auch noch ein Zusammenbruch der US-Automobilindustrie folgen sollte, wären die Folgen für die USA katastrophal. Umso mehr versteht man den zwanghaften Aktionismus der US-Regierung. Gegen 22:00 Uhr gab es ein Treffen zu der aktuellen Finanzmarktkrise bei Präsident George W. Bush, an dem auch John McCain und Barack Obama teilgenommen haben. Die Demokraten setzten einige ihrer Bedingungen durch. In dieser Sitzung soll es zu hitzigen Wortgefechten gekommen sein. Das verwundert angesichts der nahen US-Präsidentschaftswahl nicht.
 
Heute ist zu hören, dass gerade eine Gruppe konservativer Republikaner im letzten Moment eine Einigung mit einem neuen Vorschlag verhindert hat. Theoretisch könnten zwar die Demokraten den Vorschlag auch ohne die Republikaner durchsetzen, aber eigentlich sollte hier Einigkeit demonstriert werden, so dass keine Partei diesen Notfallplan als Wahlkampfthema missbrauchen kann.
 
Paulson auf Knien
 
Skurrile Folge der Situation: Finanzminister Henry Paulson soll vor der demokratischen Mehrheitsführerin Nancy Pelosi auf die Knie gegangen sein und sie angefleht haben, dem Rettungspaket nicht die Unterstützung zu versagen. Pelosi antwortete ihm, dass schließlich die Republikaner selbst für die aktuelle Verzögerung verantwortlich seien. 
 
Der geneigte und noch bei Verstand gebliebene Beobachter kann angesichts solch theatralischer Dramatik nur noch kopfschüttelnd fragen: „Was geht denn da ab?“
 
Ob es heute zu dem angekündigten Fernsehduell zwischen John McCain und Barack Obama kommen wird, ist ebenfalls nicht klar. Gestern noch hatte der republikanische Kandidat John McCain die Teilnahme von einer Vereinbarung über den Notfallplan abhängig gemacht.
 
Washington Mutual pleite
 
Über Nacht wurde zudem bekannt, dass die sowieso schon stark angeschlagene US-Bausparkasse Washington Mutual zusammengebrochen ist. Damit ist mal eben die größte Bankenpleite in der US-Geschichte perfekt. Aber Rettung naht: Zunächst wird die Bank unter staatliche Kontrolle gestellt, anschließend will J.P. Morgan Chase die Sparkasse zu weiten Teilen übernehmen.
 
Damit erreicht die aktuelle Finanzmarktkrise eine neue Dynamik. Es steht zu hoffen, dass der Notfallplan der US-Regierung möglichst bald beschlossen wird, denn immer deutlich wird, dass die Dominosteine so langsam anfangen zu fallen. Es wird immer offensichtlicher, warum eine schnelle Einigung dringend notwendig ist.
 
Unverständliche Stärke der Indices
 
Angesichts dieser Nachrichten, ist kaum zu verstehen, dass in Asien der Nikkei heute Nacht lediglich 0,9 % abgegeben hat und der DAX aktuell „nur“ circa 1,7 % im Minus ist. Es ist sowieso erstaunlich, dass die Märkte sich trotz all dieser unglaublichen Horrornachrichten derart gut halten. Entweder liegt es daran, dass die Indices einfach schon dramatisch überverkauft sind, oder aber die Anleger haben noch nicht wirklich begriffen, was hier gerade passiert.
 
Probleme in Europa
 
Auch in Europa ist die Gefahr einer erneuten Verschärfung der Bankenkrise noch nicht gebannt. Heute kann über die Ticker, dass der belgisch-niederländische Finanzkonzern Fortis erwägt, durch den Verkauf von Teilen des Kerngeschäfts, seine Kapitalbasis zu stärken. Gestern hatte Fortis Gerüchte dementiert, dass es zu Liquiditätsengpässen gekommen sei.
Mittlerweile hat Belgiens Premierminister Yves Leterme den Kunden der Bank versichert, dass die belgische Regierung die Einlagen notfalls sichern wird.
 
Aber auch das berührt die europäischen Indices kaum.
 
Der Blick auf die Charts
 
Ob all dieser schlechten Nachrichten bleibt uns zum Wochenende nur noch der Blick auf die Charts übrig.
 
 
Nach wie vor befindet sich der DAX in seinem bullishen Keil. Ein Ausbruch hat noch nicht stattgefunden. Wir müssen hier weiter abwarten, ob der DAX die obere Trendlinie überwinden kann. Das wäre ein erstes Zeichen von Stärke. Wichtig wird der Widerstandsbereich zwischen 6600 und 6630 Punkten.
 
Da die Nachrichtenlage schon düster genug ist, habe ich Ihnen in diesem Chart einmal die bullishste Variante eingezeichnet (schwarze, gestrichelte Linien). Der Kursverlauf beschreibt eine inverse Schulter-Kopf-Schulterformation (SKS), sprich eine klassische Bodenformation, die das Ende der fallenden Kurse bedeuten könnte.
 
Auf der anderen Seite, wenn das Tief bei 5800 Punkten noch einmal unterschritten wird, wird das Bild allerdings sehr viel bearisher.
 
Angesichts der gravierenden Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten und der starken Abhängigkeit des Kursverlaufs von der Nachrichtenlage sind aber charttechnische Prognosen zurzeit mit großer Vorsicht zu genießen! Generell kann man zurzeit eigentlich kaum etwas tun, da Börse jetzt einem Glücksspiel gleich kommt. Wer weiß schon, was sich die Amis noch alles über das Wochenende einfallen lassen...
 
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 
 

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