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Strohfeuer oder Anfang einer Konsolidierung
 
Strohfeuer oder Anfang einer Konsolidierung
von Jochen Steffens
Wie ich gestern geschrieben habe, die Warnzeichen mehren sich. Heute ist meines Erachtens der entscheidende Tag für den weiteren Verlauf der Börsen, denn heute wird das Statement zur Fed-Sitzung veröffentlicht. Hier werden sich vielleicht Hinweise auf die weitere Politik der Fed finden. Und das ist zumindest in den USA wesentlich wichtiger, als Bonitätsherabstufungen irgendwelcher europäische Länder, von denen noch niemand gehört hat (aus Sicht der US-Anleger).
Es kann also sein, dass der gestrige Tag – ähnlich wie eine (dann inverse) Shortsqueeze – zwar die Nähe eines Zwischenhochs oder sogar Tops anzeigt, aber noch nicht das eigentliche Top war. Werfen wir dazu noch einen Blick auf unseren DAX-Chart:

Der DAX ist tief in die grüne Unterstützungszone hineingelaufen und hat nun nach unten (bisher) ein kleines Fehlsignal ausgebildet. Wie ich gestern schon schrieb: Sollte diese grüne Zone nachhaltig nach unten gebrochen werden, wäre das ein bearishes Zeichen. Sollte sich der Markt nun tatsächlich wieder beruhigen, müssen wir schauen, ob anschließend doch die obere Rechteckkante bei 6.374 Punkten überwunden wird.
Griechenland und Portugal
Überall ist heute in den Nachrichten zu lesen, dass ein Flächenbrand erwartet wird. Das Wort „Flächenbrand“ müsste den Anlegern eigentlich noch in den Ohren klingen. Auch in der vorigen Rally 2003-2008 war dieser Begriff zu hören. Damals wurde er natürlich eher im Bezug zum Mittleren Osten benutzt, und verunsicherte er die Anleger. In dieser Zeit waren es keine Herabstufungen von Länderbonitäten, welche die Kurse unvermittelt um viele Prozente einbrechen ließen, sondern Terror-Anschläge und Ähnliches.
Konsolidierungen sind notwendig
Konsolidierungen sind notwendig, um den Markt zu bereinigen. Nur die Themen, die solche Kurskorrekturen einleiten, wechseln mit der Zeit. Es ist nicht einfach, die Anleger in so einem Trend von ihren Aktien zu trennen, wenn die Zinsen in den wichtigen Industrienationen nahe Null liegen. Dazu bedarf es natürlich Nachrichten, die geeignet sind, Angst und Panik zu verbreiten. Ein Flächenbrand kollabierender Staaten ist nach dem Finanzmarktschock im letzten Jahr sicherlich bestens geeignet, Anleger zu beunruhigen. Besonders gut machen sich Fakten, die tatsächlich einen Crash auslösen könnten. Auch das ist bei dieser PIIGS-Geschichte durchaus gegeben.
Top oder Flop?
Aber woran unterscheidet der Anleger nun, ob es dieses Mal nur eine Korrektur oder aber ein nachhaltiger Crash wird?
Was sagen die Analysten und Markt-Kommentatoren?
Er kann versuchen, sich auf Analysten zu verlassen. Nur da wird er ebenfalls immer nur „Meinungen“ hören. Niemand weiß wirklich, was passiert. Aber viele Analysten und Kommentatoren behaupten in ihren Texten zu wissen, dass es ein Top ist oder eben nicht. Inoffiziell geben sie jedoch zu, es nicht zu wissen. Obwohl einige glauben sogar tatsächlich zu wissen und lügen sich damit selbst in die Tasche. 
Nein, Fakt ist, es weiß wirklich niemand, was an den Börsen passieren wird. So unbefriedigend das auch sein mag.
Übrig bleiben Wahrscheinlichkeiten, die sich durch gute Recherche, Erfahrung und Wissen deutlich optimieren lassen. Und nur diese Wahrscheinlichkeiten sind spielentscheidend.
Wenn es aber doch niemand weiß, was soll man da machen?
Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass es zu einem solchen Flächenbrand kommt, können Sie nicht einschätzen (ich auch nicht). Wir können nicht in die Staatsfinanzen und in die Köpfe der Entscheider schauen. Diesen Punkt müssen wir also vernachlässigen. Aber wir wissen, dass solche Angstthemen in einem Aufwärtstrend normal sind. Logisch ist, wie oben beschrieben, dass nur die geeigneten Themen solche Konsolidierungen auslösen können.
Und dann wird es ganz einfach:
In einem Aufwärtstrend gibt es unzählige Konsolidierungen, die durch entsprechend gefährliche Nachrichten eingeleitet werden, aber nur ein einziges Top. Ich habe nun die Wahl: Setze ich jedes Mal darauf, dass es das Top ist, müsste ich immer wieder alles verkaufen und sogar Short gehen.
Dagegen spricht aber die Wahrscheinlichkeit. In einem Aufwärtstrend würde ich auf diese Weise eine Menge Geld verlieren, da ich viele Male falsch aber nur ein einziges Mal richtig liegen würde. Dazu die DAX-Rally 2003 bis 2007:

Hier sind die größeren Konsolidierungen mit grünen Pfeilen gekennzeichnet, das Top mit einem roten Pfeil. Ich denke, das ist eindeutig. Und bei jedem grünen Pfeil gab es gute Gründe für die Anleger, sich von den Aktien zu trennen. Je weiter die Rally gedieh, umso besser und überzeugender mussten natürlich die Gründe werden.
Es ist also angesichts solcher Charts nur logisch, genau andersherum zu agieren. Dieser Chart belegt Folgendes: Ihnen bleibt, egal was Sie auch denken und fühlen, gar nichts anderes übrig, als davon auszugehen, dass der Trend weitergeht. Denn so liegen Sie viele Male richtig und nur einmal falsch.
Dieses eine Mal, wenn Sie falsch liegen, wird weh tun, keine Frage. Hier werden Verluste anlaufen. Aber diese sollten in einem akzeptablen Verhältnis zu den vielen Konsolidierungen stehen, bei denen Sie richtig agiert haben.
Risiken im Depot abbilden
Trotzdem sollte man die Risiken natürlich begrenzen. So kann man zum Beispiel bei entsprechenden Warnsignalen die Investitionsquote verringern, für den Fall, dass es doch zu einer größeren Konsolidierung kommt. So hat man zudem genug Cash, um tiefer wieder einzusteigen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, sich über Shorts abzusichern. Wobei der Unterschied zwischen Verringerung der Investitionsquote und Absicherung durch Shorts nicht wirklich  groß ist. Wie ich schon vor einiger Zeit geschrieben habe: In so einem Trend sind Shorts keine gute Idee.
Fazit:
Sie kennen mich, ich versuche im Steffens Daily immer möglichst nah an der Börsen-Realität zu bleiben. Auch wenn es immer wieder Leser gibt, die etwas anderes hören wollen – nämlich klare Aussagen, wie: „Das ist das Top, verkaufen Sie alle Aktien“, oder „Das ist die Einstiegsgelegenheit, nehmen Sie Kredit auf, um Aktien zu kaufen!“ Das Schöne bei solchen Aussagen ist, sie werden in 50 % der Fälle richtig sein, und einige Analysten bauen darauf, häufiger Glück zu haben. Letzten Endes sind es aber die Anleger, die durch solche Aussagen Geld verlieren.
Wirklich erfolgreich können Sie nur sein, wenn Sie erkennen, dass Sie nichts sicher wissen und sich lediglich über die Optimierung der Wahrscheinlichkeiten einen entsprechenden Vorteil gegenüber anderen Anlegern verschaffen. Nur dann werden Sie entsprechend vorsichtig agieren. Und das zusammen reicht tatsächlich aus, den Markt mittel- bis langfristig zu schlagen.
Viele Grüße
Jochen Steffens
P.S. Gerade höre ich, dass auch Spanien auf AA- herabgestuft wurde. Ungefährlich ist das alles natürlich nicht. O tempora, o mores!

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