Börse - Intern - 10-Tage-Rückblick

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Der 10-Tage-Rückblick des Börse Intern informiert Sie darüber, was die Märkte in den letzten zehn Tagen wirklich bewegt hat. Regelmäßige und vor allem zuverlässige Informationen sind die Basis für Ihren Börsenerfolg. Mit diesem Service bieten wir Ihnen die Inhalte der vergangenen zehn Ausgaben übersichtlich auf einer Seite dargestellt.


Börse - Intern vom 29. Mai 2020:
Inflation sink, Gold vermasselt den bullishen Ausbruch

Heute wurden in den USA wieder einige Wirtschaftsdaten veröffentlichen. Sie fielen erschreckend aus. Nun überrascht dies kaum mehr, es sind ja nicht die ersten Daten mit Negativ-Rekord. Doch die Relation hat mich erschrocken und staunen lassen.

Weniger Konsum, mehr Sparen

Für einen Vergleich möchte ich kurz an die Börse-Intern vom 21. April erinnern. Damals hatte ich geschrieben, dass die Wirtschaft längere Zeit brauchen wird, um auf ihr Vorkrisen-Niveau zurückzukehren, weil die Menschen auf absehbare Zeit weniger konsumieren und mehr sparen werden. „Die DZ Bank geht davon aus, dass die Sparquote in Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich auf 12,5 % ansteigen wird, von 10,9 % in 2019“, hieß es dazu. Und weiter: „Und aufgrund der Einkommenseinbußen in Verbindung mit der erhöhten Sparneigung wird der Konsum schrumpfen, in Deutschland womöglich um 2,8 %, was laut DZ Bank der stärkste Einbruch seit der Wiedervereinigung wäre.“ – Noch einmal die Zahlen in Kürze: Sparquote 12,5 %, Konsumrückgang 2,8 %.

Und nun zu den aktuellen Zahlen aus den USA: Dort ist der Konsum (persönliche Ausgaben) im April um 13,6 % gegenüber dem Vormonat eingebrochen, wie das US-Handelsministerium heute mitteilte. Ein größeres Minus hat es seit Beginn der Statistik 1959 noch nicht gegeben.

USA - persönliche Ausgaben

Im März waren es bereits 6,9 % weniger Ausgaben der Verbraucher. Grund dafür ist die Massenarbeitslosigkeit, verursacht durch die Ausbreitung des Coronavirus und die beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Für die USA ist dies besonders dramatisch, weil der Konsum mehr als zwei Drittel des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ausmacht. Es wird daher erwartet, dass das BIP im 2. Quartal 2020 um bis zu 40 % sinken wird.

Statt das Geld in die Läden zu bringen, horten es die Menschen auf ihren Konten. In den USA stieg die Sparquote im April laut Medienberichten auf 33,0 %, nachdem sie im März noch bei 12,7 % gelegen hatte. – Noch einmal die Zahlen in Kürze: Sparquote 33,0 %, Konsumrückgang 13,6 %.

Verändertes Verhalten belastet die Erholung dauerhaft

Nun muss ich allerdings einräumen, dass die Zahlen für Deutschland Jahreswerte sind und die aktuellen Zahlen aus den USA die Veränderung zum Vormonat darstellen. Das ändert aber nichts daran, dass die Daten dramatisch sind und sie meine Befürchtungen bestätigen. Wir werden ähnliche Zahlen auch hierzulande bekommen. Und ich gehe davon aus, dass die Menschen nicht schon in zwei Monaten wieder ihr Verhalten ändern, sondern dass die veränderte Konsum- und Sparneigung noch eine Weile anhalten wird. Eine schnelle V-förmige Erholung ist damit weiterhin unwahrscheinlich – und die aktuelle Kurserholung der Aktienindizes somit eine klare Übertreibung. Die Hoffnung der Anleger auf eine schnelle Konjunkturerholung, die neben der Liquiditätsflut hinter dem Kursanstieg steht, wird sich nicht erfüllen.

Sinkender Konsum führt zu niedriger Inflation

Ebenso wenig wird sich die Hoffnung der Goldanleger auf ein Anziehen der Inflation aufgrund der Liquiditätsflut erfüllen – zumindest nicht auf absehbare Zeit. Stattdessen ist die jährliche Inflation in der Eurozone nach einer ersten Schätzung von Eurostat im Mai sogar auf nur noch 0,1 % gesunken, nach schon nur 0,3 % im April.

Inflation der Eurozone

Hauptgrund dafür sind die eingebrochenen Ölpreise, wodurch sich Energie um 12 % im Vergleich zum Vorjahr verbilligt hat.

Inflation der Eurozone - einzelne Komponenten

Da solche volatilen Preise aus der Kerninflation herausgerechnet werden, blieb diese mit 0,9 % stabil. Doch auch sie liegt weit entfernt vom Ziel der Europäischen Zentralbank von 2 %.

Eine Flucht in Gold ist noch nicht nötig

Und ein Grund, um nun aus Furcht vor einer anziehenden Inflation in Gold zu flüchten, ist diese Entwicklung sicherlich (noch) nicht. Der Tiefpunkt der Inflation dürfte zwar nun erreicht sein, auch weil die Ölpreise wieder angezogen haben, doch mit stark steigenden Preisen ist aufgrund der oben genannten Zahlen in Sachen Konsum und Sparen nicht zu rechnen.

Gold vermasselt den bullishen Ausbruch

Ganz ähnlich hatte ich auch am 12. Mai argumentiert – siehe „Darum ist der Goldpreis mit Skepsis zu betrachten“. Und so muss es jetzt auch nicht verwundern, dass der Goldpreis nach seinem bullishen Ausbruch aus der Wimpel-Formation (siehe blaue Linien im folgenden Chart und Börse-Intern vom 20. Mai) nicht weiter zulegen konnte, sondern in die Formation zurückgefallen ist und damit das bullishe Signal neutralisiert wurde (roter Kreis).

Gold - Chartanalyse

Das ist nun charttechnisch noch nicht kritisch zu werten. Ein Angriff auf das Hoch von 2011 bei rund 1.900 USD ist weiterhin möglich. Denn es wurde lediglich ein bullishes Signal neutralisiert, aber noch kein bearishes gesendet. Die Bullen können sich also schnell zurück ins Spiel bringen. Ein bearishes Signal entsteht erst, wenn das Tief der Wimpel-Formation vom 21. April bei 1.661 USD unterschritten wird. Dann sollte man vorsichtig werden. Long-Positionen könnte man also weiterhin in diesem Bereich per Stop-Loss absichern.

Zudem gilt unverändert: „Und wenn der Goldpreis auf unter 1.532,80 USD nachgeben sollte, sehe ich den Aufwärtstrend als stark gefährdet an. Dann erwarte ich wieder eher eine große Seitwärtstendenz des Edelmetalls oder langfristig nur moderat steigende Preise bei mittelfristig größeren Kursschwankungen.


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Börse - Intern vom 28. Mai 2020:
Läuft im S&P 500 gerade die finale Aufwärtswelle?

Während der DAX erst gestern sein 61,80%-Fibonacci-Retracement der gesamten crashartigen Korrekturbewegung ganz knapp überwinden konnte, ist dies dem S&P 500 schon vor einigen Tagen nachhaltig gelungen. Zuvor hatte der US-Index die Marke bereits im Rahmen seiner Wellen 5 und B (siehe folgender Chart) jeweils knapp überschritten.

S&P 500 - Chartanalyse

Und nach dem aktuellen Ausbruch hat er das Ausbruchsniveau sogar schon erfolgreich von oben getestet (grüner Pfeil). Dabei hat auch die ehemalige Unterstützungslinie (grün) eine Rolle gespielt.

ABC-Korrektur fiel relativ knapp aus

Der S&P 500 ist somit schon deutlich weiter als der DAX. Und er liegt, genau wie der DAX, aus Elliott-Wellen-Sicht voll im Plan. Dazu erinnere ich an den Chart aus der vorangegangenen S&P 500-Analyse vom 28. April:

S&P 500 - Chartanalyse

Vor genau einem Monat stand der Index noch vor seiner ABC-Korrektur. Und eigentlich hatte ich erwartet, dass diese deutlich ausgeprägter verläuft, als sie es tatsächlich getan hat. Doch die gesamte ABC-Korrektur spielte sich beim S&P 500 innerhalb des ehemaligen Trendkanals (grün) ab. Und sie fiel im Vergleich zum vorangegangenen Kursanstieg sehr mickrig aus, sowohl zeitlich als auch im Hinblick auf das Ausmaß der Kursverluste. Eine Bereinigung der sowohl charttechnisch als auch fundamental überkauften Lage hat damit nicht stattgefunden.

Läuft jetzt erst die finale Aufwärtswelle 5?

Und so muss man sich die Frage stellen, ob wir hier tatsächlich eine ABC-Korrektur nach einem abgeschlossenen 5-gliedrigen Aufwärtsimpuls gesehen haben. Oder gehörte die ABC-Korrektur vielleicht nur zu der Welle 4 des 5-gliedrigen Aufwärtsimpulses (siehe folgender Chart)?

S&P 500 - Elliott-Wellen-Analyse

Ich halte diese alternative Wellenzählung für durchaus plausibel. Man sollte sie zumindest im Hinterkopf behalten.

Vorerst muss man nun abwarten, wie sich die aktuelle Aufwärtsbewegung weiterentwickelt. Ein sinnvolles Kursziel für die Bewegung ist die obere Linie des ehemaligen Aufwärtstrendkanals (grün), die deckungsgleich ist mit der oberen Linie der vermeintlichen Trompetenformation (blau).

S&P 500 - Chartanalyse

Sollte der Index wieder unter die Unterstützungslinie (grün) zurückfallen, muss man als Bulle sehr vorsichtig werden. Wird sogar der Aufwärtstrendkanal erneut nach unten verlassen und somit auch das Tief der Welle 4 unterschritten, könnte sich das neue Elliott-Wellen-Szenario etablieren.


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Börse - Intern vom 27. Mai 2020:
Ende der Korrektur oder Phase 4 - Welche Erkenntnis setzt sich durch?

Inhaltsverzeichnis

Ende der Korrektur oder Phase 4 - welche Erkenntnis setzt sich durch?

Mir scheint es, dass der Kursanstieg der Aktienindizes inzwischen nicht mehr nur von den Werten getragen wird, die von der Coronavirus-Krise profitieren, sondern auch Aktien in die Kurserholung eingestiegen sind, die eigentlich noch mit erheblichen Problemen zu kämpfen haben.

Jetzt erholen sich auch noch die Nachzügler

So legten heute zum Beispiel Bank-Aktien stark zu, die von möglichen Kreditausfällen belastet sind. Und schon seit gestern schießen Aktien aus dem Transport- und Tourismussektor durch die Decke, konkret Airlines und Reiseanbieter (zum Beispiel Lufthansa und TUI), obwohl derzeit bei Urlaubsbuchungen und an den Flughäfen noch gähnende Leere herrscht, von ersten Lichtblicken einmal abgesehen. Und auch konjunktursensible Aktien zum Beispiel aus der Chemie- und Automobilbranche (unter anderem Covestro, BMW, Daimler) starten langsam aber sicher auch nach oben durch. Sie führen die Gewinnerlisten aktuell sogar an.

Man kann dies nun bullish sehen, weil die Kursanstiege damit nicht mehr nur von wenigen Aktien getragen werden, sondern nun eine gewisse Marktbreite herrscht. Man kann dies aber auch bearish sehen, weil die Aktien, die jetzt in die Kurserholung mit eingestiegen sind, vom Prinzip Hoffnung getrieben werden.

Passend dazu sagte Christian Sewing, Chef der Deutschen Bank, auf der virtuellen Hauptversammlung des Finanzkonzerns, dass an den Märkten mögliche Zweit- und Drittrundeneffekte der Virus-Krise nicht ausreichend eingepreist seien. Solche Effekte können zum Beispiel Kreditausfälle von Unternehmen sein, die diese Krise nicht überleben. Und damit sind wir wieder bei den Bankenwerten, die jüngst ihre Kurserholung verstärkt haben. Die Märke setzen also immer stärker auf eine schnelle Erholung.

Viele Unternehmen werden die Krise erst nach Jahren abschließen

Das Kuriose daran ist, dass gerade auch Aktien stark steigen, die mit milliardenschweren (Staats-)Krediten vor der Insolvenz bewahrt werden. Die oben bereits genannten Lufthansa und TUI sind dafür prominente Beispiele. Doch diese Unternehmen werden auf Sicht von mehreren Jahren für Ihre Aktionäre keine Erträge erwirtschaften. Selbst wenn die Unternehmen vielleicht im kommenden oder eher sogar erst in zwei oder drei Jahren wieder Gewinne erzielen, werden diese zunächst in die Tilgung der Kredite fließen. Davon haben Aktionäre als Anteilseigner im eigentlichen Sinne einer Gewinnbeteiligung also auf absehbare Zeit nichts.

Die Aktienkurse dieser Unternehmen steigen somit nicht, weil die Aktionäre von den Unternehmensgewinnen profitieren werden, sondern sie steigen aus spekulativen Gründen, weil Anleger auf Kursgewinne setzen. Wir haben es dadurch aktuell nicht mit einem fundamental gesunden Aufwärtstrend zu tun, sondern mit einem inzwischen nur noch rein spekulativ getriebenen Markt. Und dieser steckt schon wieder in einer extremen Übertreibung, sowohl fundamental als auch charttechnisch.

Was kann die Kurserholung stoppen?

Kürzlich fragte mich ein Leser, „wie der DAX überhaupt auf 11.800 oder gar 12.000 Punkte steigen soll“, wo er doch charttechnisch noch diverse „heftige Barrieren“ vor sich hat, unter anderem das 61,80%-Fibonacci-Retracement der crashartigen Abwärtsbewegung (siehe dazu auch gestrige Analyse und Chart unten). Meine Antwort lautete wie folgt:

Charttechnische Hürden scheinen derzeit für den DAX nur kurzfristige Probleme zu sein. Denn die Börsenampeln stehen derzeit einfach in vielerlei Hinsicht auf grün. Ich frage mich daher aktuell eher, was den DAX eigentlich davon abhalten könnte, diese Hürden zu überspringen?! Denn die bullishe Stimmung der Anleger scheint zurzeit wie in Stein gemeißelt. Und in der Börse-Intern vom Mittwoch vergangener Woche war Folgendes zu lesen:

„Doch durch die zusätzliche Liquidität besteht für viele Investoren keine Notwendigkeit, bestehende Investitionen aufzulösen, um sie in andere Anlagen umzuschichten, je nach Nachrichtenlage im Risk-On- oder Risk-Off-Modus. Stattdessen können bestehende Investitionen gehalten und durch die zusätzliche Investition aufgestockt werden, wovon Aktien, Anleihen und Gold seit dem 19. März fast gleichermaßen profitieren, frei nach dem Motto: Die Flut hebt alle Boote.“

Ich bin aktuell aus fundamentaler Sicht alles andere als bullish. Aber der Trend ist einfach im Gange. Und es scheint schwer, diesen „fahrenden Zug“ anzuhalten oder gar umzukehren. Es braucht dazu allerdings meist nur ein Fünkchen, damit die Stimmung der Anleger dreht, auch wenn dieses noch nicht in Sicht scheint.

DAX beendet die crashartige Korrektur

Passend dazu hat der DAX heute auch bereits das 61,80er Retracement überschritten, wenn auch nicht nachhaltig (siehe grüner Kreis im folgenden Chart).

DAX - Fibonacci-Retracements

Die große crashartige Korrektur gilt damit nun als beendet, zumindest formal aus Sicht der Fibonacci-Marken. – Wieder ein Aspekt, der die Börsenampel grün erscheinen lässt.

Phasen 1 und 2: Einige wenige Aktien profitieren

Doch ich erinnere noch einmal an die 5 Phasen eines Crashs (siehe auch Artikel unten). Die Phasen 1 und 2 haben wir mit der crashartigen Abwärtsbewegung, die nun aus Sicht der Fibonacci-Marken als abgeschlossen gilt, im Februar und März gesehen, inklusive einer klaren Marktpanik, die typisch ist für die Phase 2. Auch haben wir gesehen, dass in dieser Zeit einige wenige Aktien entgegen der allgemeinen Verkaufswelle deutlich zulegen konnten, weil diese von dem externen Ereignis, also der Ausbreitung des Virus, profitieren konnten oder man ihnen dies zumindest unterstellte.

Phase 3: Die meisten Aktien profitieren von der Hoffnung auf Besserung

Weiterhin erleben wir, dass neue Nachrichten deutlich weniger dramatisch betrachtet werden. Sie werden sogar eher positiv gewertet, selbst wenn sie eigentlich noch katastrophal sind, weil sie nicht mehr so schlimm ausfallen wie im Vormonat. Und man argumentiert daher, dass sie noch das Tal der Tränen darstellen, welches aber inzwischen bereits durchschritten ist und es zukünftig ja wieder besser wird. Es setzt sich mehr und mehr die Annahme durch, dass das Gröbste überstanden ist und zudem alles nicht so schlimm ist – sonst würden die Kurse ja schließlich nicht so stark steigen.

Und hier muss man als Anleger sehr aufpassen. Denn wenn man selbst skeptisch ist, wird man von den steigenden Kursen unter Umständen zermürbt. Hat der Markt vielleicht Recht? Geht es der Wirtschaft doch deutlich besser, als es die Daten derzeit zeigen? Erholt sich die Wirtschaft vielleicht doch sehr schnell? Sind die Bedenken bezüglich Zweit- und Drittrundeneffekten unbegründet? Vielleicht sollte ich doch endlich stärker einsteigen, um die weiteren Kursgewinne nicht zu verpassen? Diese oder ähnliche Fragen wird man sich in der aktuellen Phase inzwischen unweigerlich stellen. Und viele bislang skeptische Anleger kippen angesichts der immer weiter steigenden Kurse bereits um und steigen auch in den Markt ein. Die Kurserholung setzt sich dadurch fort, es kommt zu einer Übertreibung.

Prozess-Ende oder Phase 4 - Welche Erkenntnis setzt sich durch?

Letztlich weiß aktuell niemand, wie stark und wie lange die Corona-Krise die Weltwirtschaft belastet. Ist der Einfluss nur von kurzer Dauer, bricht der Prozess der 5 Crash-Phasen an dieser Stelle ab und die Kurse können auf die Niveaus steigen, die vor dem Einbruch erreicht waren. Doch sollte sich die Erkenntnis durchsetzen, dass die Konsumenten ihr Verhalten ändern und zurückhaltend bleiben, Unternehmen Investitionen reduzieren und geplante Vorhaben verschieben oder sogar gänzlich verwerfen, könnte Phase 4 starten.

Phase 4: Anleger werden von der Realität eingeholt

Die Aktienkurse geben wieder nach, weil durch den reduzierten Konsum und die geringeren Investitionen die Umsätze und Gewinne der Unternehmen nachhaltig belastet bleiben. Die (Gewinn-)Erwartungen waren somit zu hoch angesetzt bzw. die Kurse haben sich einfach zu weit erholt, so dass sie die tatsächlichen Gegebenheiten nicht mehr ausreichend berücksichtigten.

Wie geringere Investitionen aussehen können, sieht man aktuell an Prognosen zum Energiesektor. Wegen der Corona-Krise droht der Branche ein historischer Rückgang der weltweiten Investitionen. Die Internationale Energiebehörde (IEA) teilte heute mit, dass die Investitionssumme in diesem Jahr voraussichtlich um 20 % bzw. rund 400 Milliarden Dollar schrumpfen werde. Im Öl- und Gassektor beträgt der Rückgang fast ein Drittel.

In weiteren Branchen dürfte es ähnlich aussehen. In Deutschland gehen die Unternehmen zum Beispiel weiterhin von Exportrückgängen aus. Die Industrie kämpft auch dadurch noch mit ausbleibenden Aufträgen. Vom ifo-Institut war dazu zu hören, dass auch der Auftragsbestand in der  Investitionsgüterindustrie weiter sehr schlecht ist. In einem solchen Umfeld wird eben deutlich weniger investiert.

Gefahr einer Phase 4 ist sehr groß

Aktuell sehe ich eine große Gefahr, dass wir uns derzeit am Ende der Phase 3 befinden und bald Phase 4 startet. Denn dass die Anleger inzwischen wieder fast alles kaufen, was nicht niet- und nagelfest ist, spricht dafür, dass immer mehr Skeptiker umfallen und Bedenken über Bord geworfen werden. Dadurch können sich inzwischen auch Unternehmen über steigende Aktienkurse freuen, die auf Sicht von mehreren Jahren kaum Gewinne für ihre Aktionäre erwirtschaften werden, sondern milliardenschwere Kredite zurückzahlen müssen. Die Anleger verkennen dies und gehen daher spekulative Risiken ein. Die fundamentale Bewertung ist dadurch ungerechtfertigt hoch. Eine Phase 4 könnte dies bereinigen und die Aktienkurse auf ein für die Realität angemessenes Niveau zurückführen.

Selbst die EZB, die von Amts wegen eigentlich Optimismus versprühen muss, hat die Hoffnung auf einen vergleichsweise milden Konjunktureinbruch in der Euro-Zone offiziell begraben. Das  Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr zwischen 8 % und 12 % sinken, sagte die EZB-Präsidentin Christine Lagarde heute bei einer Veranstaltung. Bislang waren die Währungshüter von einem Minus zwischen 5 % und 12 % ausgegangen. Das diese Range nun auf den negativeren Bereich eingeengt wurde spricht dafür, dass die Chancen auf einen vergleichsweise milden Einbruch nicht mehr vorhanden sind. Dies räumte auch Lagarde ein.

Allerdings gilt, was ich bereits am 30. April zu den 5 Phasen eines Crashs schrieb (siehe „2001 und 2011 als mahnende Beispiele“): Die Märkte können länger irrational bleiben, als jede Vernunft es vermuten lässt.


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Die 5 Phasen eines Crashs


Der folgende Artikel über die 5 Phasen des Crashs wurde bereits am 9. März bei Focus Online veröffentlicht. Da ihn sicherlich nicht alle Börse-Intern-Leser entdeckt haben, geben wir ihn nachfolgend noch einmal wider:


Menschen handeln und reagieren sehr ähnlich, so individuell sie auch erscheinen mögen. Der Handel an der Börse ist hier keine Ausnahme. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass wir auch in extremen Situationen an den Börsen immer wieder bestimmte Grundmuster erkennen.

Im Fall des Corona-Virus ist es wichtig zu wissen, wie die Märkte weiter reagieren werden. Man kann hier fünf Phasen der Panik unterscheiden. Das Erkennen dieser Phasen wird Ihnen helfen, die jeweiligen Reaktionen und Verhaltensweisen richtig zu verstehen und einzuordnen. Daraus ergibt sich sofort, was jeweils zu tun ist.

Ausgangslage: Ein schweres, externes Ereignis trifft auf die Börsen. Aktuell ist es eine durch einen Corona-Virus verursachte Pandemie.

Phase 1 - die Schockstarre und die Verleugnung

In der Nachbetrachtung von solchen externen Ereignissen werden sich sicherlich viele von Ihnen schon einmal gefragt haben, warum Sie nicht schneller reagiert haben. Und genau das hat mit der Phase 1 zu tun. Dabei hängen die Intensität und die Dauer dieser Phase natürlich direkt mit der Art des Ereignisses zusammen.

Wenn, wie zum Beispiel am 11. September 2001, die USA von Terroranschlägen getroffen werden, reagieren die Börsen natürlich sehr schnell. Aber auch hier werden die meisten Anleger eine gewisse Zeit gebraucht haben, die Ereignisse wirklich zu verarbeiten und einzuordnen. Dieses Zögern, welches bei einigen kürzer und bei anderen länger dauert, ist eine Reaktion auf den Schock, den solche plötzlichen Ereignisse hervorrufen. Dies wird als „Schockstarre“ bezeichnet.

Börsenkurse stiegen weiter

Bei Ereignissen, die weniger plötzlich auftreten, wie dem Corona-Virus, verhält es sich etwas anders. Hier konnte man die typische „Verleugnung“ miterleben. Tatsächlich sind die Kurse, nachdem die ersten Nachrichten einer möglichen Pandemie über die Newsticker gelaufen waren, zunächst sogar noch angestiegen. Erst später setzte der Einbruch ein. Diese Entwicklung war „der Verleugnung“ zuzuordnen. Dahinter verbergen sich Sätze wie: Das wird schon alles nicht so schlimm werden. Die Wirtschaft ist stark, die schafft das. Der Virus erreicht Europa/die USA nicht und ähnliches mehr.

Wir Menschen müssen uns an neue Gegebenheiten anpassen. Und dabei sind wir oft langsamer, als wir uns selbst eingestehen wollen. Dieser Anpassungsmechanismus kann unter bestimmten Voraussetzungen dazu führen, dass man eine mögliche Veränderung zunächst nicht wahrhaben will. Das gilt vor allem dann, wenn zuvor alles gut gelaufen war. Also werden mögliche Folgen erst einmal geleugnet. Dieses Leugnen kann manchmal auch völlig unvernünftig erscheinen.

Phase 1 umfasst also alle Faktoren, die eine sofortige Reaktion verhindern. Und hier sind die zunächst weiter steigenden Kurse nach dem Ausbruch des Corona-Virus ein Lehrbuchbeispiel. Tatsächlich ist es sinnvoll, bei solchen Ereignissen möglichst früh zu reagieren. Denn in der Phase 2 reagieren die Börsen panisch.

Der Crash 1929
Chart 1: Der Crash 1929

Wer hier möglichst schnell verkauft hat oder seine Positionen abgesichert hat, der hat einen erheblichen Vorteil beim Wiedereinstieg. Als Anleger müssen Sie also lernen, Phase 1 möglichst schnell zu enttarnen, um dann die Vernunft einzuschalten. Ist diese Situation dazu geeignet, die (Welt-)Wirtschaft mittelfristig stark negativ zu beeinflussen, gilt es zu verkaufen beziehungsweise abzusichern.

Phase 2 - die eigentliche Panikreaktion

Sobald die Schockstarre weicht oder die Verleugnungsphase endet, geraten die Anleger in Panik. Diese 2. Phase haben wir in der vergangenen Woche gesehen. Und es ist noch nicht sicher, dass sie bereits vorbei ist. Immer drängender wird das Gefühl, dass hier etwas geschehen ist, das die Börse eventuell länger belasten kann. Anstatt nun besonnen zu reagieren, fallen die meisten Anleger in Panik, eben weil sie nicht wissen, was sie tun sollen.

Das Typische der Panik ist jedoch die Abwesenheit von Vernunft. Statt also jetzt vernünftig zu agieren und zum Beispiel mit fallenden Kursen immer konsequenter auszusteigen oder Absicherungen zu kaufen, wird alles auf den Markt geschmissen, was nicht niet- und nagelfest ist. Die Kurse fallen senkrecht in die Tiefe. Und mit weiter fallenden Kursen geraten auch immer mehr Anleger unter Druck und in Panik. Der Crash nährt den Crash. Wie wenig vernünftig in diesen Tagen gehandelt wird, erkennt man daran, dass wirklich alles verkauft wird – bis hin zu Aktien, die unter Umständen gar nicht von dem Ereignis betroffen sind.

Panikphasen dauern einen Tag bis Wochen. Die Dauer wiederum hängt davon ab, wie schnell das Ereignis Phase 1 überwunden hat und wie nachhaltig das Ereignis auf die Börsen wirken wird.

Die Ölkrise 1973-1974
Chart 2: Die Ölkrise 1973-1974

In Phase 2 steigen einige wenige Aktien, die möglicherweise von dem externen Ereignis profitieren können. Bei militärischen Auseinandersetzungen sind es häufig die Aktien von Rüstungsunternehmen, bei Pandemien selbstverständlich eher Aktien aus dem Biotechbereich und von Herstellen diverser Medikamente, Schutzausrüstungen, Desinfektionsmittel und ähnliches. – Aber Vorsicht, bei größeren Panikreaktionen der Märkte werden manchmal sogar Aktien solcher Unternehmen verkauft.

Als Krisenwährung gilt Gold. Und so legen viele Anleger einen Teil des Geldes, das nun an der Seitenlinie steht, in Gold an. Doch wie wir unlängst gesehen haben, kann in einer größeren Panik auch der Goldpreis einbrechen – zum Beispiel, wenn größere Fonds ihre Absicherung in Gold auflösen, um damit Liquidität freizubekommen, um mit Absicherung- bzw. Gegenpositionen Verluste bei den Aktien einzugrenzen.

Phase 3 - Erschöpfung und das verfrühte Aufatmen

Panik ist ein Gemütszustand, der sehr viel Energie verbraucht. Viele Anleger lesen in dieser Zeit alles an Nachrichten, was sie kriegen können, um ihre Entscheidungen vermeintlich besser zu begründen. Sie sind dabei sehr aufgeregt und unsicher. Dieser Stress führt zu einer tiefergreifenden mentalen Erschöpfung. Meist merkt man davon nicht so viel. Aber interessanterweise hat diese Erschöpfung noch einen gravierenden Effekt: Neue Nachrichten führen irgendwann nicht mehr zu größerer Panik. Vor allem dann, wenn man das Depot nun teilweise verkauft oder abgesichert hat. Wenn aber die Nachrichten nicht mehr neues Adrenalin in die Adern pumpen, bewertet unser Gehirn diese neuen Nachrichten deutlich weniger dramatisch. Die Folge ist eine grobe Fehleinschätzung: „Alles halb so schlimm!“

In dieser Phase 3 steigen viele Anleger wieder in die Märkte ein, weil sie denken, das Gröbste hinter sich zu haben. Sie verkennen aber dabei den zugrundeliegenden, eigentlich eher mentalen Prozess. Und so führt diese Phase 3 zu einer meist dynamischen Gegenbewegung in den Kursen, die dann noch die Annahme stützt, dass alles nicht so schlimm ist – sonst würden die Kurse ja schließlich nicht so stark steigen – der Kreis schließt sich. Gleichzeitig sind viele Anleger auch gerne bereit, sich hier täuschen zu lassen – allein, um der Fortsetzung der Panik zu entgehen.

Die Zäsur in diesem Modell

Zäsur: An dieser Stelle muss der erfahrene Anleger sehr aufpassen. Mit den neuen Informationen muss er sich erneut die alles entscheidende Frage stellen: Ist dieses Ereignis tatsächlich in der Lage, die Weltwirtschaft mittelfristig stark zu beeinträchtigen oder wird der Einfluss nur von kurzer Dauer sein? Ist tatsächlich erstes der Fall, kommt es zu Phase 4 und 5. Ist der Einfluss aber nur von kurzer Dauer, bricht der Prozess an dieser Stelle ab und die Kurse steigen wieder auf die Niveaus, die vor dem Einbruch erreicht waren. Und ein neues Hoch ist meist auch der Hinweis, dass die Panik-Phasen zu Ende gegangen sind.

Beim Corona-Virus lässt sich die oben formulierte Frage allerdings nicht so eindeutig beantworten. Definitiv bringt diese Pandemie einen erheblichen konjunkturellen Einbruch mit sich, allein schon, weil viele Menschen weniger aus dem Haus gehen, von Veranstaltungen fernbleiben, etc. Messen und Veranstaltungen werden daher oder aus eigenen Sicherheitsüberlegungen abgesagt. Unternehmen stellen wichtige Projekte nach hinten etc. Auch die Konsumneigung der Bürger sinkt in kritischen Phasen erheblich. Es gibt also eine Vielzahl von Belastungsfaktoren.

Phase 4 - die realistische Einschätzung und die langfristigen Folgen

Wenn Phase 4 startet, ist meist genügend Zeit vergangen, um das Ereignis und seine Folgen richtig einzuschätzen. Diese Phase beginnt bereits in der Gegenbewegung der Kurse während Phase 3. Dadurch, dass die Panik erst einmal vorbei ist, kommen viele Anleger zu einer realistischeren Einschätzung der Situation. Wenn das Ereignis die Wirtschaft mittelfristig stärker beeinträchtigen kann oder sogar noch weitere Risiken verursacht, werden immer mehr Anleger und vor allem die großen Fonds nach und nach ihr Positionen an die neuen Gegebenheiten anpassen.

Phase 4 ist also geprägt von wieder fallenden Kursen, die allerdings nicht mehr so dynamisch einbrechen, wie in der eigentlichen Panikphase (2). Diese 4. Phase dauert wenige Wochen bis Monate. In manchen Fällen sogar Jahre. Das hängt natürlich von der weiteren Entwicklung des individuellen Falles ab:

Die Finanzkrise 2008-2009
Chart 3: Die Finanzkrise 2008-2009

Können die Unternehmen Verluste ausgleichen? Wie stark sind sie beispielsweise betroffen? Je mehr Unternehmen starke Umsatzeinbußen haben, je mehr werden sich die Kurse dieser Unternehmen an die neue Situation angleichen. Sprich, die Kurse fallen weiter. In dieser Phase können sich Aktien, die davon nicht betroffen sind, meist gut halten oder sogar steigen. Auch die mittelfristigen Profiteure einer solchen Entwicklung, werden eher steigende Kurse verzeichnen.

Beim Corona-Virus könnte der Spuk schnell vorbei sein, dann, wenn sich die Bevölkerung an diesen Virus gewöhnt hat, wie es inzwischen schon ein wenig in China der Fall ist. Dann treten gewisse Aufholeffekte auf. Nach schlechten Quartalsergebnissen werden auf einmal deutlich bessere erwartet. Das führt somit zu steigenden Kursen. Es sei denn, dass Unternehmen oder Banken in Schieflage geraten, die Krise also neue Krisen hervorruft. Das bleibt abzuwarten. Doch bevor ein Ende der Krise zu steigenden Kursen führt, kommt es meist noch zu der letzten Phase:

Phase 5 - Kapitulation und Resignation

Die Phase 5 beschreibt das Ende der Panik – die Anleger kapitulieren oder/und resignieren.

Die Kapitulation: Meist kommt es nach längeren Kursverlusten zu einem Sell-Off, einem finalen Ausverkauf. Die Anleger, die nicht schon am Anfang verkauft haben und die ganze Zeit hofften, dass die Kurse wieder steigen, werden oft am Ende eines solchen Crash ihre Bestände auf den Markt schmeißen, um nicht noch mehr Verluste ertragen zu müssen. Dieser Sell-Off entsteht in einer Zeit, in der die Nachrichten voll sind von Horrorszenarien für die Wirtschaft.

Die Resignation: Bei ganz langsamen und langen Verläufen der Phase 4 wird es eher zu einer breiten Resignation unter den Anlegern kommen. Eine solche haben wir zum Beispiel im Jahr 2003 nach dem dreijährigen Crash erlebt.

In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um Mischformen.

Diese letzte Phase 5 zu erkennen, gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Anlegers. Denn in dieser Phase sollte man die Aktien, die man hoffentlich noch zu deutlich höheren Kursen verkauft hat, zurückkaufen.

Aktien erst am Ende des Crashs kaufen

Eigentlich sind die 5 Phasen des Crashs sehr gut zu erkennen. Wenn Sie nach einem längeren Crash morgens aufwachen und absolut davon überzeugt sind, dass nun das System oder die Wirtschaft oder die Börsen endgültig crashen, können sie nahezu blind kaufen. Natürlich nur, wenn Sie das nicht zuvor schon ständig denken und die Kurse am ENDE einer längeren Abwärtsbewegung plötzlich wieder senkrecht nach unten fallen.

Fazit: Die verschiedenen Phasen der Panik zu erkennen, kann ihnen helfen, genauer einzuschätzen, wie Sie sich verhalten sollten. Schlussendlich verlaufen aber natürlich alle Krisen auf ihre ganz eigene und spezielle Art und Weise. Und so sind die Phasen nur eine gute Richtschnur, nicht mehr aber auch nicht weniger. Und doch lassen sich in fast allen Crashs genau diese Muster erkennen (siehe Charts).


Börse - Intern vom 26. Mai 2020:
Darauf sollte man im DAX nach dem bullishen Ausbruch nun achten

Die aktuelle Woche knüpft nahtlos an die vorangegangenen an. Die steigenden Kurse werden unverändert mit der Hoffnung auf eine schnelle konjunkturelle Erholung begründet. Und der ifo-Geschäftsklimaindex lieferte gestern die passenden Daten dazu, zumindest auf den ersten Blick. So erholte sich der Frühindikator für die deutsche Wirtschaft von seinem Tief und stieg im Mai auf 79,5 Punkte, von 74,2 Zählern im April.

ifo-Geschäftsklima

Getragen wurde die Erholung durch einen optimistischeren Blick der ca. 9.000 befragten Unternehmen auf die zukünftigen Entwicklungen. Der Index der Geschäftserwartungen stieg von 69,4 auf 80,1 Punkte. Die aktuelle Lage schätzen die Manager dagegen noch schlechter ein als vor einem Monat. Der entsprechende Lage-Index gab von zuvor schon nur 79,4 auf nun 78,9 Zähler weiter nach.

Von Optimismus noch weit entfernt

Dass die Unternehmer eine Verbesserung der Geschäfte erwarten, ist angesichts der schrittweisen Lockerungen nur allzu verständlich. Dennoch räumt das ifo-Institut zu den Umfrageergebnissen ein, dass die (Industrie-)Unternehmen von Optimismus noch weit entfernt sind und (bei den Dienstleistern) der Pessimismus weiterhin überwiegt. Und es überrascht eher negativ, dass die Unternehmen ihre aktuelle Lage noch einmal schlechter eingeschätzt haben.

Ich werte das aktuelle Umfrageergebnis vom ifo-Institut daher eher nüchtern. Die Wirtschaft erholt sich nur sehr langsam und kämpft noch mit erheblichen Problemen. Der aktuelle Anstieg des Index erfolgte nach – wie es das ifo-Institut formuliert – „katastrophalen Vormonaten“. Und der aktuelle Wert ist immerhin noch der zweitschlechteste. Zudem notieren die einzelnen Branchenindizes allesamt noch im negativen Bereich.

Da aber die Aktienkurse gestern überwiegend Stärke gezeigt haben, wurden beim ifo-Index medial eher die positiven Seiten in den Vordergrund gerückt. Das kennt man ja bereits.

DAX schafft den bullishen Ausbruch

Wenn an den Märkten aber insgesamt eitel Sonnenschein herrscht, dann muss man eben mit dem Markt gehen, auch wenn man selbst die Sache deutlich skeptischer betrachtet. Zumal sich die weiter steigenden Aktienkurse ja am Freitag bereits charttechnisch angedeutet hatten (siehe „Bärenfalle und Elliott-Wellen sprechen für steigende Kurse“). Und so hat der DAX nach der Bärenfalle (siehe grüner Bogen im folgenden Chart) wie erwartet die Seitwärtsrange (gelbes Rechteck) inzwischen klar und eindeutig nach oben verlassen.

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Nach der ABC-Korrektur (blaue Buchstaben) scheint sich damit der neue 5-gliedrige Aufwärtszyklus zu etablieren, von dem die Wellen 1 und 2 abgeschlossen sein könnten und dessen Welle 3 mit dem neuen Hoch nun zu laufen scheint.

Wichtiges Ziel vor Augen

Und diese Welle könnte den DAX nun an das 61,80%-Fibonacci-Retracement der crashartigen Abwärtsbewegung bei 11.679,12 Punkten treiben (siehe blaue Linien im folgenden Chart). Wird dieses Maximalziel einer Gegenbewegung (in diesem Fall der Kurserholung im DAX) überwunden, ist nach der kleinen (ABC-)Korrektur (siehe Chart oben) auch die große beendet, zumindest formal aus Sicht der Fibonacci-Marken.

DAX - Fibonacci-Retracements

Dazu muss der DAX aus Sicht der Target-Trend-Methode (siehe folgender Chart), nachdem er den Kreuzwiderstand aus der Konsolidierungslinie (rot gestrichelt) und der Rechteckgrenze bei 11.170 Punkten (roter Pfeil) dynamisch überspringen konnte, nur noch die Mittellinie bei 11.525 Punkten überwinden. Diese hat er heute bereits in Angriff genommen.

DAX - Target-Trend-Analyse

Sollte die Mittellinie aber Probleme bereiten und der DAX unter die 11.170er Rechteckgrenze zurückfallen, müsste man vorsichtig werden. Das aktuelle Elliott-Wellen-Szenario ist aber erst hinfällig, wenn das Tief der Welle 2 an der Mittellinie bei 10.815 Punkten unterschritten wird.


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Ihr
Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 25. Mai 2020:
Der Dow Jones nach der Target-Trend-Methode

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

der altehrwürdige Dow Jones Index gilt trotz einiger Mängel immer noch als wichtiges Marktbarometer für die US- und Weltbörsen. Wir werfen daher heute einen Blick auf diesen Index aus Sicht unserer Target-Trend-Methode (TTM).

Der Dow Jones vor dem Corona-Crash

Bis zum Beginn des Corona-Crashs hielt sich der Dow Jones nahezu perfekt an seine TTM-Strukturen, was insbesondere an den Rechtecken zu sehen ist (auf die ich mich im folgenden Wochenchart aus Gründen der Übersichtlichkeit beschränke):

Dow Jones - TTM-Wochenchart seit 2017 (1)

Noch Anfang Februar bestätigte er z.B. eine Rechteckmittellinie durch eine bullishe Umkehr (siehe Pfeil) und lief dann regelgerecht in Richtung der oberen Rechteckkante. Dabei kam es dann auch erwartungsgemäß zu einem neuen Hoch.

Die einsetzende Corona-Krise beendete aber die Aufwärtsbewegung und leitete den bekannten Crash ein. Es gab zwar ein Warnsignal, weil der Kurs eben nicht mehr die Rechteckkante erreichte (roter Kreis), aber dessen Vorwarnzeit war viel zu kurz, um auf die bevorstehende Trendwende aufmerksam zu machen.

Paradigmenwechsel durch die Corona-Pandemie

Im Crash traf der Kurs die Rechteckkanten deutlich seltener. Das ist völlig normal, denn bei sehr dynamischen Bewegungen – egal in welche Richtung – sind „Überschwinger“ an der Tagesordnung. Aber auch in der folgenden (ruhigeren) Erholung ließ die „Trefferquote“ des Dow Jones mit den Rechtecken zu wünschen übrig.

Bei starken Kursbewegungen oder auch großen Kurslücken kommt es aber immer wieder vor, dass die bisherigen TTM-Strukturen ihre Relevanz verlieren. Schließlich gab es einschneidende Ereignisse, die mitunter die Spielregeln komplett ändern. Die Corona-Pandemie darf man wohl als ein solches Ereignis ansehen. In der Target-Trend-Methode nennen wir dies einen Paradigmenwechsel.

Die neuen TTM-Rechtecke

Man muss sich dann also auf die Suche nach alternativen Strukturen machen. Für die Rechtecke erschien mir die folgende Aufteilung am passendsten (auch hier wieder im Wochenchart):

Dow Jones - TTM-Wochenchart seit 2017 (2)

Die Rechtecke sind nun deutlich größer. Sie haben auch vor dem Corona-Crash eine gewisse Relevanz, fangen aber vor allem die Kursbewegungen im Crash und danach besser ein. Und aus dem Nichterreichen des blauen Rechtecks ist nun ein mehrfaches Fehlsignal an einer neuen Rechteckmittellinie geworden (siehe blauer Kreis).

Die hohe Relevanz der neuen Rechtecke sieht man natürlich vor allem im folgenden Tageschart sehr gut (gelbe Kreise):

Dow Jones - TTM-Tageschart seit 2020

Wie die aktuelle Lage zu bewerten ist

Charttechnisch befindet sich der Dow Jones aktuell in einer Seitwärtskonsolidierung, die der recht stürmischen Erholung seit dem Tief im März inzwischen folgte. Die Oberkante dieser Seitwärtsbewegung ist durch die Mittellinie bei 24.786 Punkten recht klar bestimmt, die Unterkante kann man vorerst an der grünen Linie knapp unterhalb von 23.000 Punkten sehen.

Aus zyklischer Sicht könnte diese Seitwärtsbewegung noch bis Anfang Juni weitergehen – wenn sie exakt so viele Handelstage absolviert, wie die vorangegangene Aufwärtsbewegung (und zwar 26; siehe blaugrüne Strecken). Die Chance auf eine (prinzipiell ebenfalls mögliche) frühe Fortsetzung des Anstiegs (nach etwa der halben Dauer der Erholung seit März) hat der Dow Jones allerdings schon verstreichen lassen.

Aus Sicht der Target-Trend-Methode ist aber dennoch mit einem Ausbruch nach oben in den nächsten Tagen zu rechnen, denn es gab zuletzt zwei (leichte) bullishe Signale beim jüngsten Rücksetzer Mitte Mai (siehe grüne Ellipse).

Zwei kleine bullishe Signale

Mit diesem Rücksetzer bestätigte der Kurs zum einen die strichpunktierte Parallellinie des vorherigen blauen Aufwärtstrends nahezu punktgenau. Damit sollte dieser Trend zunächst fortgesetzt werden. Spätestens nach dem nächsten Kontakt mit dieser strichpunktierten Linie im Lauf der aktuellen Seitwärtsbewegung sollte ein dynamischer Aufwärtsimpuls folgen, der den Kurs über die jüngsten Hochs katapultiert.

Zum anderen ging dieser Rücksetzer nicht ganz zurück an die Rechteckkante bei 22.595 Punkten, was auf einen (leichten) Vorteil für die Bullen hinweist. Dieser muss natürlich bestätigt werden – am besten durch das zuvor beschriebene Ausbruchsszenario.

Was gegen das Bullen-Szenario spricht

Gegen diese bullishe Variante spricht natürlich die fundamentale Lage und die hohe Bewertung von Aktien, insbesondere in den USA. Darauf hat Sven Weisenhaus in jüngster Zeit mehrfach hingewiesen. Charttechnisch drückt sich dies dadurch aus, dass durch die jüngsten drei Hochs an der violetten Mittellinie ein starker kurzfristiger Widerstand entstanden ist, der nicht so leicht zu knacken ist.

Zudem verlaufen knapp oberhalb dieser Mittellinie auch eine Mittellinie der alten (blauen) Rechtecke bei 24.988,50 Punkten (siehe auch oberster Chart), eine größere Kurslücke des März-Crashs, in der auch noch das wichtige 61,8%-Niveau des Einbruchs liegt, und natürlich die „runde“ 25.000-Punkte-Marke.

Die neuralgischen Marken und wie es danach weitergeht

Vor den Bullen türmen sich also hohe Hindernisse auf – auch das könnte ein Grund dafür sein, dass die Seitwärtsbewegung bislang anhält und womöglich auch noch eine Zeitlang weitergeht.

Aus Sicht der Target-Trend-Methode ist die Fortsetzung der Kursbewegungen zwischen der Mittellinie bei 24.786 Punkten und der Rechteckkante bei 22.595 Punkten bedeutungslos. Spannend wird es erst wieder, wenn der Dow Jones eine dieser beiden Marken nach oben bzw. unten überschreitet (wobei beim Ausbruch nach oben noch die zuvor genannten Hürden übersprungen werden müssen).

Im ersten Fall sollte der Kurs dann weiter bis zur nächsten Rechteckkante bei knapp 27.000 Punkten laufen, im zweiten Fall mindestens zurück an die nächste Mittellinie bei rund 20.400 Punkten fallen.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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Börse - Intern vom 22. Mai 2020:
Bärenfalle und Elliott-Wellen sprechen für steigende Kurse

Die Börsen mussten jüngst wieder diverse negative Nachrichten verdauen. Blicken wir zunächst nach China. Seit 1990 hatte die dortige Regierung jedes Jahr einen Zielwert für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) genannt. Doch das Chaos, das durch das Coronavirus verursacht wurde, scheint derart groß, dass die Regierung nun erstmals seit Jahrzehnten kein Wachstumsziel für die Wirtschaft ausgegeben hat.

Die Börsen interpretierten dies sehr negativ. Die Aktienkurse gaben deutlich nach, ebenso wie die Ölpreise. US-Öl verbilligte sich heute zum Beispiel um zeitweise fast 10 %. Bei Nordsee-Öl der Sorte Brent waren es mehr als 7 %. Die mögliche Überlegung der Anleger: Ohne Wachstumsziel ist die Regierung natürlich nicht genötigt, Maßnahmen zu ergreifen, um das Wachstum bis zum Ziel zu treiben. Staatliche Investitionen könnten zum Beispiel deutlich geringer ausfallen, ebenso wie das Wachstum, was weniger Rohstoffhunger bedeutet – die Ölpreise fallen.

Chinas Regierung kündigt hohe staatliche Ausgaben an

Allerdings versprach Ministerpräsident Li Keqiang zur Eröffnung des jährlichen Volkskongresses hohe staatliche Ausgaben, um die Konjunktur wieder auf die Beine zu bringen. Die Regierung rechnet aufgrund dessen für 2020 mit einem Anstieg des Staatsdefizits auf 3,6 % des BIP von 2,8 % im vergangenen Jahr. Die in Lis Bericht aufgelisteten Maßnahmen summieren sich nach Reuters-Berechnungen auf rund 4,1 % des BIP. Nach Analystenschätzung geht es um eine Summe von insgesamt umgerechnet mehr als einer halben Billion Euro.

Eigentlich hätte dies die Anleger besänftigen können. Doch womöglich erwarten sie dennoch ein deutlich geringeres Wachstumstempo, was sich angesichts der Größe der chinesischen Wirtschaft natürlich auch auf die gesamte Weltwirtschaft auswirken würde. – Daher gaben auch Aktien nach.

Zunehmende Spannungen zwischen den USA und China

Vielleicht sind es aber auch die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China, welche ein wiederaufflammen des Handelskrieges befürchten lassen. China plant ein neues Sicherheitsgesetz für Hongkong. US-Präsident Donald Trump kritisierte dies und kündigte eine „sehr starke“ Reaktion auf alle Schritte an, die zu einer stärkeren Kontrolle der chinesischen Regierung über die ehemalige britische Kronkolonie führt. China reagierte umgehend. Das Land sei bereit zum Dialog mit der Regierung in Washington, werde aber zurückschlagen, falls die USA versuchen würden, China zu unterdrücken. – Vor diesem Hintergrund verwundert es kaum, dass besonders Aktien aus Hongkong nachgaben. Der Hang Seng gab um bis zu 5,7 % nach.

Gestern hatten wir unseren Lesern im „Premium-Trader“ bereits geschrieben, dass Donald Trump China am Mittwoch über Twitter eine „massive Desinformationskampagne“ vorgeworfen hatte, um seine Chancen auf eine Wiederwahl zu schmälern, „damit sie weiterhin die Vereinigten Staaten abziehen können“. Die Regierung in Peking kritisierte derweil die US-Pläne für weitere Waffenverkäufe nach Taiwan. China betrachtet die demokratisch regierte Insel Taiwan als Teil der Volksrepublik.

USA und China haben also gleich mehrere Themen, zu denen die Töne aktuell rauer werden. Und so könnten sich die Länder gegenseitig hochschaukeln, was zu einer erneuten Eskalation des (Handels-)Konflikts führen könnte.

US-Wirtschaft schrumpft langsamer

Werfen wir damit nun auch den Blick konkret in Richtung USA. Gestern wurden die Einkaufsmanagerdaten von IHS Markt für Mai veröffentlicht. Der Index für die gesamte US-Wirtschaft erholte sich vom April-Tief bei 27,0 auf nun 36,4 Punkte.

IHS Markit Gesamt-Einkaufsmanagerindex USA

Dieser deutliche Anstieg sieht auf den ersten Blick so aus, als würde sich die Konjunktur des Landes erholen. Doch man muss beachten, dass Werte von unter 50 ein Schrumpfen der Wirtschaft bedeuten. Und der aktuelle Stand markiert den zweitschärfsten Rückgang der Geschäftstätigkeit seit Beginn der Datenerhebung Ende 2009. Die Schwäche der US-Wirtschaft ist also immer noch erheblich. „Wir gehen davon aus, dass das BIP im 2. Quartal mit einer Jahresrate von rund 37 % sinken und es zwei Jahre dauern wird, bis das Vorkrisen-Niveau wieder erreicht ist“, heißt es dazu von IHS Markit.

CBO: US-BIP auch 2021 noch nicht auf Vorkrisenniveau

Zuvor hatte sich bereits das überparteiliche Haushaltsbüro des Kongresses (CBO) zu Wort gemeldet. Es reiht sich in die Riege der Institutionen ein, die davon ausgehen, dass sich die US-Wirtschaft auch im kommenden Jahr noch nicht vollständig von der Corona-Krise erholt haben wird. Das CBO erwartet für das laufende 2. Quartal 2020 einen auf das Jahr hochgerechneten BIP-Einbruch von 37,7 %, was nah an den Erwartungen von IHS Markit liegt, gefolgt von einem Anstieg um 21,5 % von Juli bis September. Zwar sei somit im 3. Quartal dieses Jahres ein starker Anstieg zu erwarten, das BIP werde jedoch auch 2021 nicht wieder das Niveau von Anfang 2020 erreichen, so das CBO.

Ein Grund dafür dürfte auch sein, dass die Lage am US-Arbeitsmarkt noch über Monate hinweg erheblich angespannt bleiben wird. Dies prognostiziert inzwischen auch der Präsident der Notenbank von Boston, Eric Rosengren. „Leider erwarte ich, dass selbst zum Jahresende die Arbeitslosenrate im  zweistelligen Bereich bleiben wird“, so der Währungshüter, der damit Aussagen seines Chefs Jerome Powell bestätigt.

Eurozonen- und deutsche Wirtschaft ähnlich der US-Wirtschaft

In der Eurozone wird es nicht viel besser aussehen, womit ich nun den Blick auf die heimischen Daten lenken möchte. Hier signalisieren die Einkaufsmanagerdaten von IHS Markit, dass das BIP im laufenden 2. Quartal 2020 um rund 10 % gegenüber dem Vorquartal und damit in einem nie dagewesenen Ausmaß sinken wird. Allerdings nährt der Anstieg des Frühindikators auch hier die Hoffnung, ähnlich wie beim US-Pendant, dass sich parallel zur Lockerung der Restriktionen die Talfahrt der Wirtschaft immerhin deutlich verlangsamt. Der Index für die gesamte Eurozonen-Wirtschaft (Industrie und Dienstleistung) stieg für Mai auf 30,5 Punkte, vom Rekordtief des Vormonats bei 13,6 Zählern. Aber zum Vergleich: Während der globalen Finanzkrise war der Index im Februar 2009 lediglich auf 36,2 Punkte abgesackt.

IHS Markit Gesamt-Einkaufsmanagerindex Eurozone

Die Wirtschaftsleistung dürfte im Gesamtjahr 2020 um nahezu 9 % einbrechen. Und auch hier wird die vollständige Rückkehr zum Vorkrisenniveau mehrere Jahre dauern, zumindest wenn es nach dem Markit-Chefvolkswirt geht.

Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie und die Dienstleister der deutschen Wirtschaft ist von dem im April erreichten historischen Tiefstand von 17,4 auf nunmehr 31,4 Punkte geklettert.

IHS Markit Gesamt-Einkaufsmanagerindex Deutschland

Genau wie beim US-Index ist dies allerdings der zweitniedrigste Wert seit Beginn der Datenerhebung (1998). Und genau wie in den USA wird auch auf dem europäischen Kontinent die Erholung dauern, wofür der Arbeitsmarkt ein Indikator ist. Denn die hiesigen Unternehmen berichteten im Mai erneut von ausbleibenden Neuaufträgen und einem schwächelnden Exportgeschäft. Deshalb wurden den dritten Monat in Folge Stellen gestrichen. Und es werden eben nur dann Stellen abgebaut, wenn erwartet wird, dass die Nachfrage noch eine ganze Weile unter dem „normalen“ Niveau bleiben wird, die Produktion entsprechend geringer ausfällt und somit weniger Personal benötigt wird. Von IHS Markit ist dazu zu hören, dass die Unternehmen „in besorgniserregendem Maße Arbeitsplätze“ abbauen. Das sind also keine rosigen Aussichten, die aber bislang offenbar am Aktienmarkt herrschten.

Gewinnerwartungen für europäische Unternehmen katastrophal

Zumal Analysten nicht nur sehr pessimistisch auf die Gewinnaussichten in den USA blicken (siehe unter anderem Börse-Intern vom Dienstag). Zahlen des Datenanbieters Refinitiv zufolge erwarten die Experten für das 2. Quartal 2020 einen Gewinneinbruch bei den im europäischen Index Stoxx600 notierten Unternehmen um durchschnittlich 48,4 %. Im 3. Quartal werde der Rückgang bei 35,3 % erwartet. Frühestens Anfang 2021 wird wieder mit steigenden Überschüssen gerechnet. Die Zahlen sind damit noch schlechter als die für die Unternehmen aus dem S&P 500.

Rücksetzer am Aktienmarkt sind noch längst nicht bearish zu werten

Angesichts dieser Nachrichten und der jüngsten Rücksetzer an den Aktienmärkten könnte man nun annehmen, dass wir einen Stimmungsumschwung bei den Anlegern sehen, der für mich absolut nachvollziehbar wäre. Doch mit Short-Positionen sollte man noch sehr vorsichtig sein. Der DAX ist zwar heute aus der Konsolidierung der Vortage (siehe gelbes Rechteck im folgenden Chart) ausgebrochen, er konnte aber schnell wieder nach oben drehen, so dass eine Bärenfalle blieb (grüner Bogen).

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Und solche Fehlausbrüche ziehen meist Kursbewegungen in die entgegengesetzte Richtung nach sich. In diesem Fall könnte der DAX also nun weiter ansteigen und das Trendhoch von Ende April bei 11.235,57 Punkten in Kürze nachhaltig überwinden.

Das Elliott-Wellen-Szenario im DAX spricht für stark steigende Kurse

Noch kämpft der Index zwar um den Kreuzwiderstand an der Rechteckgrenze bei 11.170 Punkten (siehe roter Pfeil im folgenden Chart), doch die Bärenfalle spricht auch dafür, dass wir damit nach der Welle 1 nun die Welle 2 eines neuen 5-gliedrigen Aufwärtszyklus gesehen haben und die Welle 3 den DAX deutlich nach oben treiben kann.

DAX - Target-Trend-Analyse

An diesem Szenario muss man erst Zweifeln, wenn der deutsche Leitindex unter das heutige Tagestief fällt.


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Börse - Intern vom 20. Mai 2020:
Aktien, Gold, Anleihen - die Liquiditätsflut hebt alle Boote


Zunächst ein Hinweis: Aufgrund des morgigen Feiertages (Christi Himmelfahrt) erscheint die nächste Ausgabe der Börse-Intern erst am Freitag.


Wenn der DAX am Montag um satte 5,67 % in die Höhe schießen konnte, weil der Coronavirus-Impfstoff des Pharmakonzerns Moderna bei einer kleinen Gruppe gesunder Freiwilliger den Körper angeregt haben soll, schützende Antikörper zu produzieren, müsste der Index dann heute nicht wieder auf dem Niveau vom vergangenen Freitag zurückgefallen sein?!

Unvollständige Daten zum Moderna-Impfstoff

Schließlich hat inzwischen ein Medienbericht Zweifel an der potenziellen Wirksamkeit des Moderna-Impfstoffs geweckt. Die vorgelegten Zwischenergebnisse würden keine kritischen Daten liefern, die zur Bewertung der Wirksamkeit nötig seien, berichtete das auf den Gesundheitssektor spezialisierte US-Onlineportal Stat News unter Berufung auf Experten.

Ein weiteres Medikament sorgt für Enttäuschung

Und noch ein weiteres potentielles Medikament sorgte für Enttäuschung: Avigan, ein Mittel der japanischen Fujifilm Holdings. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, lägen nach klinischen Studien bislang keine eindeutigen Beweise für die Wirksamkeit des Anti-Grippe-Mittels bei der Behandlung von Covid-19 vor. Die Daten ließen Zweifel aufkommen, ob eine Zulassung wie von der Regierung gefordert bis Ende des Monats erfolgen könne, heißt es in dem Bericht. Unabhängig davon gibt es bereits Bedenken, da es in Tierstudien nachweislich Geburtsfehler verursacht haben soll.

Das Interesse an Avigan, allgemein als Favipiravir bekannt, war im März angeheizt worden, nachdem ein Regierungsvertreter erklärt hatte, es scheine Covid-19 Patienten bei der Genesung zu helfen. Immerhin ist es aktuell Gegenstand von mindestens 16 klinischen Studien auf der ganzen Welt.

Positive Meldungen werden honoriert, negative ignoriert

Doch die Aktienmärkte ließen sich von beiden Negativ-Meldungen kaum beeinflussen. Es gab zwar gestern Rücksetzer, diese fielen aber sehr moderat aus und waren angesichts der Kursrally von Montag nicht bearish zu werten. Zumal die Kurse heute wieder zulegen können.

Ist die Argumentation, dass Meldungen über Medikamente bzw. Impfstoffe und Hoffnungen auf eine schnelle konjunkturelle Erholung die Kurse treiben, dann überhaupt schlüssig, wenn die Kurse zwar bei positiven Meldungen (stark) steigen, bei gegenteiligen Meldungen aber nicht (ebenso stark) fallen?

Um diese Frage zu beantworten, hilft es, wenn man neben den Aktienmärkten auch auf die Anleihemärkte und den Goldpreis schaut. Denn dann stellt man fest, dass es am Montag einerseits zu einer Kursrally an den Aktienmärkten und andererseits zu Kursverlusten bei den sicheren Häfen gekommen ist. Der Goldpreis hat zum Beispiel vom Tageshoch bis zum -tief mehr als 2 % nachgegeben (siehe roter Pfeil im folgenden Chart).

Gold - Chartanalyse

Und der Bund-Future als Vertreter der deutschen Anleihekurse hat am Montag eine Aufwärtstrendlinie gebrochen, die seit Mitte März Bestand hatte (siehe rote Ellipse im folgenden Chart).

Bund-Future - Chartanalyse

Die Anleger haben also an besagtem Tag in den „Risk-On“-Modus geschaltet, Aktien gekauft und sichere Häfen verkauft. Man kann dem Argument bezüglich des Impfstoffs als Kurstreiber also durchaus folgen.

Doch beim Blick auf die Charts fällt auch auf, dass die sicheren Häfen nach dem Kursrutsch von Montag nicht mehr weiter nachgegeben haben. Der Goldpreis konnte seit gestern sogar wieder deutlich zulegen, gemeinsam mit den Aktienmärkten. Es hat also keine großen Umschichtungen nach dem Motto „raus aus sicheren Häfen, rein in Aktien“ mehr gegeben, aber auch keine Umschichtungen nach dem Motto „raus aus Aktien, rein in sichere Häfen“, trotz der Negativ-Meldungen in Sachen Medikament bzw. Impfstoff. Die Anleger honorieren also derzeit bullishe Nachrichten, reagieren aber kaum auf bearishe Meldungen. Die Stimmung der Käufer scheint derzeit nichts trüben zu können.

Die Flut hebt alle Boote

Und dies führe ich auf die Liquiditätszufuhr von Regierungen und Notenbanken zurück – Stichwort: Vermögenspreisinflation. Doch durch die zusätzliche Liquidität besteht für viele Investoren keine Notwendigkeit, bestehende Investitionen aufzulösen, um sie in andere Anlagen umzuschichten, je nach Nachrichtenlage im „Risk-On“- oder „Risk-Off“-Modus. Stattdessen können bestehende Investitionen gehalten und durch die zusätzliche Investition aufgestockt werden, wovon Aktien, Anleihen und Gold seit dem 19. März fast gleichermaßen profitieren, frei nach dem Motto: Die Flut hebt alle Boote.

Gold nach dem bullishen Ausbruch aus der Wimpel-Formation

Der Goldpreis kann davon aktuell noch weiter profitieren, solange er den bullishen Ausbruch aus der Wimpel-Formation (blaue Linien im Chart oben) nicht neutralisiert. Wie in der ausführlichen Gold-Analyse vom 12. Mai erwartet, hat sich diese Formation als trendbestätigend herausgestellt und weiter steigende Kurse gebracht. Der Angriff auf das Hoch von 2011 bei rund 1.900 USD ist damit weiterhin wahrscheinlich. Doch wenn das Tief der Formation vom 21. April bei 1.61 USD unterschritten wird, sollte man vorsichtig sein. Long-Positionen könnte man hier also per Stop-Loss inzwischen absichern. 

Und unverändert gilt: „Und wenn der Goldpreis auf unter 1.532,80 USD nachgeben sollte, sehe ich den Aufwärtstrend als stark gefährdet an. Dann erwarte ich wieder eher eine große Seitwärtstendenz des Edelmetalls oder langfristig nur moderat steigende Preise bei mittelfristig größeren Kursschwankungen.

Bund-Future nun am oberen Ende der Seitwärtsrange?

Der Bund-Future könnte es derweil schwerer haben, weiter steigende Kurse zu generieren. Denn da die Bundesregierung durch die Coronavirus-Krise wieder mehr Schulden machen muss, steigt das Angebot an Staatsanleihen. Zwar kauft die Europäische Zentralbank weiterhin einen großen Teil davon auf, dennoch ist das Angebot erhöht. Und so könnte sich die große Seitwärtsbewegung etablieren (siehe gelbes Rechteck im Chart oben), die ich zuletzt am 27. März für den Bund-Future besprochen hatte (siehe „Bund-Future: Das untere Ende der Seitwärtsbewegung scheint gefunden“). Nachdem er damals das untere Ende der Range etabliert hatte (grüner Bereich), könnte er nun das obere Ende ausbilden. Der Bruch der Aufwärtstrendlinie ist ein Indizes dafür, dass den Bullen auf dem aktuellen Niveau die Puste ausgeht. Das Restpotential erscheint daher im Bund-Future begrenzt.

Und auch hier gilt unverändert: „Wenn sich […] die Seitwärtsbewegung damit weiter etabliert, könnte man diese zum Trading nutzen, um am oberen Ende der möglichen Range short und am unteren Ende (grüner Bereich) long zu gehen. Im „Target-Trend-Spezial“ werden wir diese Möglichkeit sicherlich weiterhin beobachten.


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Börse - Intern vom 19. Mai 2020:
Kursrally: Anleger setzen wieder auf das Prinzip Hoffnung

Wow, was für ein Paukenschlag an den Aktienmärkten. Gestern ist es zu einer kräftigen (Intraday-)Rally gekommen. Der DAX ist zum Beispiel um satte 5,67 % in die Höhe geschossen. Dieser starke Kursanstieg hat dazu geführt, dass der deutsche Leitindex bis über das Hoch der Welle B steigen konnte (siehe blaue Buchstaben im folgenden Chart). Die ABC-Korrektur gilt somit zunächst als beendet und es ist damit zu rechnen, dass ein neuer 5-gliedriger Aufwärtszyklus eingeleitet wurde.

DAX - Target-Trend-Analyse

Heute ist der DAX allerdings aus Sicht der Target-Trend-Methode wieder an der Rechteckgrenze bei 11.170 Punkten bzw. der Konsolidierungslinie (rot gestrichelt) gescheitert, wie schon im Hoch der Welle 5. Und da der DAX dabei unter dem Hoch der Welle 5 blieb, fehlt aus Sicht der klassischen Charttechnik noch ein neues Trendhoch für eine klare Fortsetzung der Kurserholung.

Charttechnik vs. Fundamentalanalyse

Dennoch: Charttechnisch sieht es für die Aktienmärkte aufgrund der gestrigen Kursentwicklung aktuell recht bullish aus. Fundamental bleibe ich jedoch skeptisch. Laut Medienberichten haben erneute Meldungen über einen potentiellen Impfstoff gegen das Coronavirus die Anleger zu den gestrigen Aktienkäufen bewegt. Es wäre mittlerweile das 5. Mal, dass die Kurse derart auf eine solche Nachricht reagiert haben. Und es zeigt, dass an den Börsen nach wie vor das Prinzip Hoffnung herrscht.

Es wird an vielen Impfstoffen geforscht

Denn dass derzeit an Impfstoffen geforscht wird, sollte nicht neu sein. Der Impfstoff des Pharmakonzerns Moderna, der aktuell thematisiert wurde, soll bei einer kleinen Gruppe gesunder Freiwilliger den Körper angeregt haben, schützende Antikörper zu produzieren. Soweit, so gut. Doch selbst wenn die Studienergebnisse positiv verlaufen, wird es bis zur Marktreife und einer Massenanwendung dennoch Monate dauern. Und diverse Experten haben schon darauf hingewiesen, dass ein Impfstoff erst frühestens im Herbst 2020 verfügbar sein wird. Also was hat sich daran nun geändert?

Es wird zukünftig noch diverse Meldungen über Forschungserfolge geben. Schließlich ist das auch gute Werbung für die jeweiligen Unternehmen. Mit solchen Meldungen wird also nicht gespart. Aber solange kein Impfstoff auf dem Markt ist, wird die Wirtschaft mit angezogener Handbremse bzw. in niedrigeren Gängen fahren. Und das sollte sich eigentlich in den Aktienkursen auch widerspiegeln. Doch das ist inzwischen aus meiner Sicht nicht mehr der Fall.

Standardfloskel der Notenbanken

Eben so wenig plausibel ist es, dass die Anleger sich derart über die jüngsten Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell gefreut haben sollten, wie es auch einige Medien zum gestrigen Kursanstieg berichteten. Powell habe demnach die Absicht bekräftigt, notfalls weitere geldpolitische Lockerungen zu beschließen, sollte dies nötig sein. Diese Aussage findet sich allerdings quasi in jedem Statement zu den letzten geldpolitischen Beschlüssen. Es ist daher nicht mehr als eine Standardfloskel und für die Börsen ebenso nichts Neues.

Keine schnelle Rückkehr auf das Vor-Krisen-Niveau

Vielmehr sollte man darauf achten, was Powell noch gesagt hat. Denn er schloss sich weiteren Experten an, die der Meinung sind, dass die Wirtschaft zwar in der zweiten Jahreshälfte wieder Fahrt aufnehmen, eine komplette Erholung aber möglicherweise bis zur Einführung eines Impfstoffes auf sich warten lassen wird. Und das auch nur, solange eine zweite Infektionswelle ausbleibt. Für das aktuelle laufende Quartal gab er dagegen eine dramatische Prognose ab: Das US-BIP könne um 20 % bis 30 % einbrechen und die Arbeitslosenquote auf 20 % bis 25 % ansteigen. OK, nun sind diese Prognosen auch nicht neu. Neu ist lediglich, aus wessen Mund sie kommen.

Und das gilt auch für die aktuellen Erwartungen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Danach werde es ebenfalls deutlich länger dauern, bis sich die Wirtschaft vollständig erholt. Die eingehenden Daten seien schlechter als erwartet, sagte IWF-Direktorin Kristalina Georgieva gestern. Und: „Natürlich bedeutet das, dass wir sehr viel länger für eine vollständige Erholung von dieser Krise benötigen werden."

Ganz ähnlich klingt EZB-Chefvolkswirt Philip Lane: „Aus heutiger Sicht sieht es auf jeden Fall unwahrscheinlich aus, dass die Wirtschaftstätigkeit vor 2021, wenn nicht sogar später, zu ihrem Vorkrisenniveau zurückkehren wird", sagte Lane einer spanischen Zeitung. Ich erinnere dazu an ähnlich lautende Prognosen unter anderem aus der Börse-Intern vom 5. Mai.

Am Markt herrscht das Prinzip Hoffnung

Der Aktienmarkt scheint sich also mit den aktuellen Kursentwicklungen gegen die Meinung der renommiertesten Experten und die mehrheitlichen Prognosen zu stellen. Und daher muss man sich die Frage stellen, ob hier nicht aktuell schon wieder eine Übertreibung läuft und das Prinzip Hoffnung etwas überstrapaziert wird – mal wieder.

Doch die Gelder der Regierungen und Notenbanken werden es schon richten, so offenbar die Meinung eines Großteils der Anleger. Da kommt natürlich auch die Meldung gelegen, dass Deutschland und Frankreich nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel einen EU-Wiederaufbaufonds mit einem Volumen von 500 Milliarden Euro anstreben.

Weitere Negativrekorde bei den Wirtschaftsdaten

Die jüngsten Wirtschaftsdaten sprechen derweil weiterhin eine eindeutige Sprache. Und mit ihr erzählen sie eine Geschichte von Negativrekorden. So nahmen die US-Einzelhändler im April 16,4 % weniger ein als im März, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte. Einen größeren Rückgang hat es seit Beginn der Statistik 1992 noch nicht gegeben.

Einzelhandelsumsatz in den USA

Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Minus von 12 % gerechnet, nachdem es im März bereits einen Einbruch von 8,3 % gegeben hatte, der für das gesamte 1. Quartal ein Minus 7,6 % bedeutete, was der stärkste Rückgang seit 1980 ist.

Nicht viel besser sieht es in der US-amerikanischen Industrie aus. Die Betriebe stellten im April 13,7 % weniger her als im Vormonat. Die gesamte Produktion, zu der auch Versorger und Bergbau beitragen, schrumpfte mit 11,2 % so stark wie noch nie in der seit 101 Jahren veröffentlichten Statistik.

Industrieproduktion USA

Bilanzsaison zum Ende hin noch einmal schwächer

Derweil haben inzwischen 90 % der Unternehmen aus dem S&P 500 ihre Bilanzen für das 1. Quartal 2020 vorgelegt. Von diesen Unternehmen konnten 65 % die durchschnittlichen Gewinnerwartungen schlagen, was unter dem 5-Jahres-Durchschnitt von 73% liegt. Und die Schätzungen wurden nur um 2,1 % übertroffen, was ebenfalls unter dem 5-Jahres-Durchschnitt von hier 4,9 % liegt. Der Gewinnrückgang liegt aktuell bei -13,8 %. Das ist sogar noch etwas schlechter als die -13,7 %, über die ich am 5. Mai berichtete, als 50 % der Unternehmen ihre Zahlen vorgelegt hatten. Doch der Markt hat diese negativen Gewinnüberraschungen unterdurchschnittlich bestraft. Die Aktienkurse der Unternehmen sind weniger gesunken bzw. stärker gestiegen als sonst.

USA vs. China

Die Anleger haben sich auch nicht daran gestört, dass der chinesische Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei weiterhin von der Belieferung mit US-Chips abgeschnitten wird. Und nachdem die der chinesischen Regierungspartei nahestehende Zeitung „The Global Times“ berichtete, dass China im Gegenzug US-Unternehmen auf eine Liste von als unzuverlässig eingestuften Organisationen setzen wolle – unter anderem müssten demnach Apple, Cisco, Qualcomm und Boeing mit Einschränkungen rechnen – stellte US-Präsident Donald Trump in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview mit dem Sender Fox sogar einen Abbruch der Beziehungen mit Peking in den Raum. Hatte Trump in der Vergangenheit noch wiederholt gesagt, er habe eine gute Beziehung zu Chinas Präsident Xi Jinping, so hieß es nun vom US-Präsidenten: „Derzeit habe ich keine Lust, mit ihm zu sprechen. Ich möchte nicht mit ihm sprechen.

Gegenwart vs. Hoffnung auf die Zukunft

Sie sehen also, ich kann hier wieder einmal eine negative Nachricht an die nächste reihen. Dem gegenüber stehen lediglich die Hoffnungen auf einen Impfstoff sowie eine schneller als erwartete Erholung der Konjunktur, die aber beide wohl unberechtigt sind. Denn ein Impfstoff wird es frühestens im Herbst geben und die Kurserholung wird sich mindestens noch bis ins Jahr 2021 hinziehen.

Kursentwicklung vs. Gewinnentwicklung

Und dennoch sind die Aktienmärkte aktuell höher bewertet als am Allzeithoch. Und die Schere zwischen Gewinnentwicklung (siehe dunkle Linie im folgenden Chart) und Kursentwicklung (helle Linie) ist auch weiter geöffnet als am Allzeithoch.

S&P 500: Kursentwicklung vs. Gewinnentwicklung

Und das wird auch nicht besser, wenn man ein Stück weiter in die Zukunft blickt. Am 5. Mai hatte ich „nur“ bis ins 4. Quartal 2020 geschaut. Ich kann Ihnen verraten, dass sich die Aussichten bis dahin, was die Gewinnerwartungen zum S&P 500 angeht, inzwischen noch weiter eingetrübt haben:

2. Quartal 2020: -36,7 % am 5. Mai, -41,9 % aktuell
3. Quartal 2020: -20,1 % am 5. Mai, -23,8 % aktuell
4. Quartal 2020: -9,4 % am 5. Mai, -11,6 % aktuell
Gesamtjahr 2020: -18 % am 5. Mai, -19,7 % aktuell

Immerhin, für das Gesamtjahr 2021 wird ein Gewinnwachstum um +27,3 % erwartet. Allerdings darf man sich davon nicht täuschen lassen. Denn selbst wenn es so kommt, werden die Gewinne in 2021 nur minimal höher liegen als 2019, da mit dem starken Gewinnanstieg die Gewinnrückgänge des laufenden Jahres zu einem Großteil lediglich aufgeholt werden.

S&P 500: Gewinnerwartungen Gesamtjahre

Ob ein Gewinnanstieg von rund 1 % binnen zwei Jahren ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von mehr als 20 rechtfertigen kann? Zumal in den Prognosen für 2021 ja bereits die „schnelle“ Konjunkturerholung eingepreist ist.

Fazit

Fundamentale Entwicklung und Charttechnik passen derzeit nur bedingt zusammen. Die Börse nimmt grundsätzlich die Zukunft vorweg. Aktuell setzt sie darauf, dass sich die Konjunktur sehr schnell erholt und die Gewinne der Unternehmen schon bald wieder sprudeln. Doch die Börse zeichnet damit einen anderen Weg, als es Experten und Institutionen derzeit tun. Rein charttechnisch kann man nach dem gestrigen Kursanstieg von weiter steigenden Aktienkursen ausgehen, sofern es bald zu Anschlusskäufen kommt und die letzten Hochs überwunden werden. Aus fundamentaler Sicht muss man dabei aber sehr vorsichtig bleiben.


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Börse - Intern vom 18. Mai 2020:
Über Zinsen, Gebühren und andere Unannehmlichkeiten

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

Nichtbörsianer halten die Börse oft für eine gefährliches Pflaster (oder passender: glattes Parkett). Schließlich kann man hier Geld verlieren. Aber auch die Fans von Sparbuch, Lebensversicherung und Co. werden geschröpft, nur subtiler. Leider ereilt uns Börsianer zunehmend das gleiche Schicksal. Aber es gibt Abhilfe.

Wie sicher ist das Sparbuch noch?

Neulich fragte mich die Besitzerin eines Sparbuchs, ob die Bank ihr von dem fraglichen Sparbetrag auch etwas „wegnehmen“ könne. Der „Zins“ auf dem Sparbuch beträgt nur noch 0,01 %, und offenbar hatten sie Medienberichte über Negativzinsen verunsichert, die inzwischen viele Geldinstitute vor allem auf größere Geldbeträge erheben.

Natürlich versuchte ich sie zu beruhigen: Nach aktueller Rechtsauffassung sind vor allem Sparbücher, die seit Jahrzehnten laufen, durch die Rechtslage bei Eröffnung geschützt, so dass die Banken dafür nicht plötzlich Negativzinsen erheben können. Auch aus Imagegründen schrecken die Banken noch vor diesem Schritt zurück. Ob das aber auch in den kommenden Jahren so bleibt, wenn die Negativzinsphase andauert, steht auf einem anderen Blatt.

Doch bevor es soweit kommt, dürften die Banken weiter an der Gebührenschraube drehen. Die Kontoführungsgebühren sind vor allem bei den Filialbanken in den vergangenen Jahren zum Teil drastisch gestiegen. Einschlägige Online-Portale berichten von Erhöhungen, die im Einzelfall bis zu 75 % betragen haben sollen. Inzwischen kostet – je nach Gebührenmodell – jede Transaktion extra, egal ob Bargeldabhebung am Schalter oder am Geldautomaten, Kartenzahlung in Geschäften sowie Offline- oder Online-Überweisungen.

Steigende Gebühren – auch für Börsianer ärgerlich

So recht beruhigt war die Dame am Ende also nicht, als ihr klar wurde, dass sie in jedem Fall Geld „verliert“. Aber auch wir Börsianer können uns über solche „Kleinigkeiten“ nicht erhaben fühlen. Klar, wir versuchen, sowohl für die täglichen Bargeldgeschäfte als auch die Börsentransaktionen günstige Anbieter zu wählen – in der Regel also Direktbanken und Online-Broker. Aber diese stehen letztlich ebenso unter dem Druck von Niedrig- und Negativzinsen – und versuchen, diesen Druck weiterzugeben.

So führte der Discountbroker flatex schon im März 2017 Negativzinsen von 0,4 % für alle Kunden ab dem ersten Euro ein. Aktive Trader brauchen natürlich stets ein Cash-Polster, um jederzeit Trading-Gelegenheiten wahrnehmen zu können. Und solange der Kostenvorteil bei den Transaktionsgebühren gegenüber anderen Online-Brokern die Zinskosten übersteigt, werden die Anleger diese wohl zähneknirschend in Kauf nehmen.

Die scheinbar „einfache“ Alternative bei solchen und anderen Kostenerhöhungen ist der Konten- bzw. Depotwechsel. Der Aufwand ist aber selbst bei einem reinen Wertpapierdepot erheblich und dauert etliche Tage bis wenige Wochen. Bei einem Girokonto mit diversen Lastschriften und Daueraufträgen kann die vollständige Umstellung sogar Monate dauern. Das will und kann man sich nicht jedes Jahr antun.

ETF-Sparpläne: Immer schlechtere Konditionen

Zumal man häufig vom Regen in die Traufe kommt – denn häufig zieht die Konkurrenz nach, wenn einer den Anfang macht. Jüngsten Beispiel: ETF-Sparpläne. Diese waren noch bis vor wenigen Monaten bei vielen Brokern gebührenfrei möglich. Inzwischen haben – von zeitweiligen Aktionen abgesehen – alle Banken mehr oder weniger hohe Gebühren darauf eingeführt (und zum Teil auch schon erhöht).

Auch hier sind die Ausweichstrategien begrenzt: Natürlich kann man zu Brokern wechseln, die (noch) günstiger sind. Für solche Fälle unterhalten viele Anleger längst mehrere Depots. Der Nachteil dieser Methode ist, dass man am Ende oft etliche kleinere Depotpositionen hat, wenn man den Aktionsangeboten der Broker hinterherrennt.

Das gilt insbesondere dann, wenn man dabei auch die ETF-Anbieter wechselt: Einen DAX-ETF z.B. kann man problemlos von jeder großen Fondgesellschaft bekommen. Da erscheint es verlockend, die „Pferde“ zu wechseln, wenn der Broker ein neues Aktionsangebot bietet. Schließlich macht es kaum einen Unterschied, welchen DAX-ETF von welchem Anbieter man nimmt – alle bilden schließlich den DAX nach. Doch am Ende hat man vielleicht eine gute Handvoll verschiedener DAX-ETFs im Depot. Das kann dann doch noch zum (Kosten-)Problem werden, und zwar dann, wenn man die Positionen verkaufen will, sie aber so klein sind, dass die Minimalgebühr überproportional hoch ausfällt…

Entwickeln Sie Ihre Gebührenvermeidungs-Strategie!

Dennoch: Als Kunde sollten Sie stets alle Möglichkeiten prüfen und gegebenenfalls nutzen, um sich der Gebührenschraube der Banken und Broker so gut und so lange es geht zu entziehen. Die genannten Varianten – Konten-/Depotwechsel, Sparplanwechsel, Nutzung von Aktionsangeboten – sollten dabei zu Ihrem Grundrepertoire gehören.

Ihrer Fantasie und Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Bei Sparplänen kann es z.B. auch sinnvoll sein, mehrere Sparpläne zusammenzufassen, um Gebühren zu sparen. Statt eines DAX-, eines Euro-STOXX-50- und eines Dow-Jones-ETFs kann man für die Langfristanlage auch einfach einen ETF auf einen „Weltindex“ wie den MSCI World nehmen. Und schon hat man nur einen Sparplan, der mit der dreifachen Summe bespart wird und dadurch gleich doppelt günstiger wird.

Manchmal allerdings scheint es auf den ersten Blick keine sinnvolle Möglichkeit zu geben, einer neuen Gebühr und verschärfenden Maßnahme auszuweichen. So geschehen z.B. Ende vergangenen Jahres, als quasi über Nacht eine Steueränderung in Deutschland beschlossen wurde, die Termingeschäfte und Depotabsicherungsmaßnahmen für Privatanleger höchst unattraktiv machen kann.

Zusammen sind wir stärker!

Der einzelne Anleger steht solchen Änderungen zunächst machtlos gegenüber. Daher haben wir von Stockstreet uns bereits Mitte Februar mit anderen Finanzportalen und Börsenbriefen zusammengetan und eine Petition gestartet, für die inzwischen fast 30.000 Unterschriften zusammengekommen sind.

Das ist ein außerordentlich gutes (Zwischen-)Ergebnis, das dazu beigetragen hat, dass auch andere Medien darüber berichtet haben, z.B. BörseARD und Focus. Auch diverse Artikel von Handelsblatt und Wirtschaftswoche haben inzwischen dieses Thema aufgegriffen.

Auch wenn das Ziel der Petition (50.000 Unterschriften) noch nicht erreicht wurde, hat die Aktion also schon viel Aufmerksamkeit erfahren. Und wer weiß, vielleicht ist sie am Ende ja doch ein Beitrag, diese unsinnige Regelung zurückzunehmen. Die Wahrscheinlichkeit dafür steigt natürlich, wenn die nötige Anzahl Unterschriften zusammenkommt. Wenn Sie es bisher noch nicht getan haben, dann können sie diese Petition auch weiterhin unterstützen – Sie sehen ja, es bewegt sich was!

Hier geht es direkt zur Petition.

Versuchen Sie wenigstens, sich zu wehren

Und wenn das alles nicht hilft und Sie auch gerade keine Petition auf die Beine stellen wollen oder können? Dann sollten Sie wenigstens versuchen, sich gegen Gebühren, Kosten oder Steuern zu wehren – indem Sie z.B. Einspruch einlegen oder sich beschweren.

Mein Broker (InteraktiveBrokers; IB) hat z.B. kürzlich eine sogenannte „Risikogebühr“ eingeführt. Die wird erhoben „für Konten, die ein besonderes hohes Risikopotenzial tragen“. Anders als die sogenannte Margin (die natürlich weiterhin gilt), wird „die Risikogebühr … täglich vom Barsaldo des Kontos abgezogen“. Mit anderen Worten: Ein angeblich „hochriskantes Konto“ wird noch riskanter, weil ja ein Bargeldbetrag entnommen wird, der eigentlich automatisch als Sicherheit dient.

Und anders als die Margin, die man in der Regel wenigstens überschlägig bei jedem Trade berechnen kann (und bei IB sogar vor jedem Trade angezeigt bekommen kann), wird diese Risikogebühr von IB „nach eigenem Ermessen“ täglich berechnet und „basiert auf einem proprietären Algorithmus“, also einer für den Kunden völlig intransparenten Berechnung.

Eine völlig willkürliche Gebühr

In meinem Fall wurde diese Gebühr z.B. nur für einen Tag berechnet, obwohl ich die Position, auf die sie sich bezog, 6 Handelstage hielt. Das Risikopotenzial dieser Position lag nach Meinung von IB (nur) 70 % über dem Nominal- bzw. Einstandswert der Position, obwohl die Höhe der theoretisch möglichen Verluste unbegrenzt war.

Angesichts dessen erscheint die Höhe der berechneten Risikogebühr von 1,09 Euro lächerlich: Ein solcher Betrag hält keinen Trader von einem riskanten Trade ab (da steht meist viel mehr auf dem Spiel) und IB kann mit dieser Summe auch keine Löcher stopfen, falls ein solcher Trade tatsächlich mal dramatisch daneben geht (zumal dann über einen Margin-Call die Position ohnehin zwangsliquidiert wird).

Diese Gebühr hat also das Geschmäckle von Willkür – so wie IB vor Jahren aus unerfindlichen Gründen festgelegt hat, dass Verkaufsorders mit (leicht) höheren Gebühren als Kauforders belegt werden.

Im äußersten Fall einfach mal meckern

Aber wie gesagt: Man kann zumindest versuchen, sich zu wehren. In diesem Fall habe ich es mit einer Beschwerde versucht. Schließlich stellt sich aus europäischer Sicht auch die Frage, ob eine solche Gebühr den Regeln der Kostentransparenz entspricht, die seit einiger Zeit für alle hierzulande tätigen Finanzinstitute verbindlich sind.

Den entsprechenden Text gebe ich Ihnen hier als Muster vor, falls Sie von dieser (oder einer ähnlichen Gebühr) ebenfalls betroffen sind. Natürlich ist es illusorisch anzunehmen, dass eine einzelne Beschwerde etwas ändert, Aber das Beispiel unserer Petition zeigt, dass viele durchaus etwas erreichen oder zumindest anstoßen können. Man muss sich nur aufraffen und es versuchen. Ich wünsche Ihnen die entsprechende Courage und bei allen Geldgeschäften – mit oder ohne Gebühren – stets viel Erfolg!

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


Und hier der erwähnte Mustertext:

Hiermit lege ich Widerspruch gegen die Erhebung der sogenannten „Risikogebühr" ein, die Sie mir per TT.MM.2020 berechnet haben. Eine solche Gebühr ist völlig aus der Luft gegriffen und entspricht auch von der Höhe niemals einer adäquaten Kompensation des Risikos, das die betreffende Position darstellen mag.

Die übliche Einflussgröße, mit der Sie als Broker sich und die Kunden gegen zu hohe Risiken schützen, ist die Marginanforderung, die Sie - über die regulatorischen und börsenspezifischen Regeln hinaus - nach eigenem Ermessen festlegen können. Wenn Sie also aufgrund der Depotpositionen bzw. der Marktverhältnisse zur Einschätzung kommen, dass ein Konto/Depot zu hohe Risiken birgt, haben Sie die Möglichkeit, die Marginanforderung (gegebenefalls auch zeitweise) anzupassen. Das haben Sie in der Vergangenheit auch wiederholt praktiziert. Eine separate Risikogebühr ist insofern nicht erforderlich!

Im Übrigen sind Sie laut der zweiten europäischen Finanzmarktrichtlinie (MiFID II) zumindest gegenüber europäischen Kunden verpflichtet, Kosten und Gebühren, die Sie Ihren Kunden berechnen oder weitergeben, transparent zu machen. Ein "proprietärer Algorithmus" zur Gebührenberechnung entspricht dem in keiner Weise.

Ich erwarte daher, dass Sie mir die bisher berechnete Risikogebühr unverzüglich zurückerstatten und künftig keine solchen Gebühren mehr berechnen. Sollten Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, behalte ich mir neben rechtlichen Schritten auch ein Wechsel zu einem anderen Broker vor.


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Börse - Intern vom 15. Mai 2020:
Mit dem Wissen ist es an der Börse so eine Sache

Am Dienstag fragte mich ein Börse-Intern-Leser per E-Mail, welchen Anteil der automatische Computerhandel an den Börsenbewegungen hat, was die Börsen aktuell befeuert (die Notenbankliquidität?) und wie das Geld der Notenbanken den Weg an die Börse findet. Ihn würde interessieren, was ich darüber wisse.

Man weiß an der Börse stets nur ein Teil vom Ganzen

Mit dem „Wissen“ ist es an der Börse allerdings so eine Sache. Denn um wirklich eindeutig festzustellen, was die Kurse aus welchem Grund gerade bewegt, müsste man alle Marktakteure nach ihren Beweggründen befragen. Das ist aber schlicht unmöglich.

Man kann daher stets nur Annahmen treffen bzw. die Meinung eines bestimmten Marktanteils einholen, zum Beispiel über eine Befragung, wie sie zum Beispiel von diversen Anbietern von Sentiment-Indikatoren vorgenommen wird. Über derartige Wege erhält man immerhin schon einen Eindruck davon, was Teile der Märkte bewegt. Und wenn zum Beispiel eine Reihe von großen Fondsgesellschaften befragt wird, dann weiß man, wie sich ein großer und relevanter Teil der Märkte verhält. Daneben könnte man auch die Informationen von sämtlichen Brokern einholen und diese zusammenfassen. Aber selbst die Broker wissen ja nicht immer, wer ihnen aus welchem Grund eine Order erteilt, da dies ja zum Großteil auch elektronisch und automatisiert per Computer abläuft.

Welchen Anteil haben automatisierte Computerprogramme am Börsenhandel?

Letztlich gehe ich, nach allem was ich bislang an Erfahrung gesammelt habe, davon aus, dass im kurzfristigen Bereich Computeralgorithmen durchaus einen großen Teil der Kursschwankungen ausmachen können. Bereits 2010 gab es Annahmen, die im (Hochfrequenz-)Handel der Computer einen Anteil von mehr als 50 %, ja sogar mehr als 60 % sahen. 5 Jahre später schätzte man den Anteil des Computerhandels ähnlich hoch ein. Das sagt mir aber eher, dass man selbst nach 5 Jahren noch weitestgehend im Dunkeln tappte und lediglich Annahmen treffen konnte, was wohl auch heute noch so sein wird.

Computer können das kurzfristige Geschehen dominieren

Die kurzfristige Dominanz von Computern kann man insbesondere im direkten Umfeld von veröffentlichten Nachrichten (oder Ereignissen) erkennen. Die Programme durchsuchen die Meldungen nach bestimmten Informationen und reagieren dann automatisiert darauf. Vielfach kommt es daher zu scharfen Kursbewegungen, sobald die Nachrichten veröffentlicht sind. Kein Mensch kann eine Nachricht derart schnell lesen, bewerten und umsetzen, es sei denn, es sind Spekulanten am Werk, die einfach auf eine bestimmte Kursreaktion setzen und daher schon früh entsprechende Orders platzieren.

Informationen in den Kontext und den Hintergrund korrekt einordnen

Ich stelle aber auch regelmäßig fest, dass die Kurse häufig zunächst in die „falsche“ Richtung und in einer zweiten Reaktion dann in die entgegengesetzte Richtung laufen. Das deutet für mich darauf hin, dass zuerst die Computer anhand ihrer festgelegten Schemata reagieren. Vereinfacht gesagt: Liegt ein Wert über den Erwartungen, wird von den Programmen gekauft, andernfalls verkauft. Gerade der schnelle Computerhandel ist aber meist nach wenigen Sekunden / Minuten bereits erledigt. Derweil analysieren immer mehr Anleger die Nachrichten, interpretieren diese, ordnen sie in den Kontext ein, berücksichtigen die Hintergründe und handeln dann dementsprechend. Zum Teil werden dann auch Transaktionen von Computern korrigiert bzw. durch die Orders einer Vielzahl menschlicher Marktteilnehmer übertrumpft. Die Computer werden dadurch wieder beeinflusst, da sie das neue Marktgeschehen monitoren, und sie positionieren sich gegebenenfalls neu.

Computerhandel und kurzfristige Trends

Im kurzfristigen Bereich können Computer auch Trends auslösen und sind ohne Frage zu einer Marktmacht geworden. Computer handeln heutzutage, wo die künstliche Intelligenz eigentlich immer noch in den Kinderschuhen steckt, noch nach mehr oder weniger klaren Vorgaben. Einige orientieren sich an Chartmarken oder Kursbewegungen. Werden Chartmarken in einer bestimmten Konstellation über- oder unterschritten oder kommt einfach nur Bewegung in den Markt, werden Käufe bzw. Verkäufe ausgelöst. Diese können einen Trend auslösen bzw. verstärken. Der Crash vom Jahresbeginn dürfte vom automatisierten Computerhandel ausgelöst oder zumindest verstärkt worden sein und in eine Übertreibung geführt haben. Womöglich haben Menschen diese Übertreibung erkannt und mit Käufen die anschließende Kurserholung ermöglicht, die dann vielleicht wieder vom Computerhandel verstärkt wurde, bis hin zu einer erneuten Übertreibung, die jetzt ganz aktuell wieder korrigiert bzw. konsolidiert wird.

Übergeordnet bestimmen die großen Investoren die Trends

Im mittel- und insbesondere im langfristigen Bereich glaube ich allerdings nicht, dass der Handel überwiegend von Computern gesteuert wird. Hier sind große Investmentgesellschaften, wie Fonds und Pensionskassen entscheidend, die Kundengelder nach klassischen fundamentalen Kriterien anlegen und umschichten. Durch ihre Investitionen werden übergeordnete Trends gebildet. Diese folgen dann langfristig der Gewinnentwicklung der Unternehmen. Da vor allem in den USA die großen Pensionsfonds, aber auch große Investmentfonds sehr viel Vermögen verwalten, stellen diese ebenfalls eine Marktmacht dar.

Eine bunte Mischung

Die Bewegungen der Börsenkurse sind also stets eine Mischung aus Computerhandel und menschlich initiierten Transaktionen. Dabei wird der Anteil zwischen den beiden wohl stark variieren, je nach Ereignis und betrachtetem Zeithorizont. Welchen Anteil der Computerhandel ausmacht, lässt sich wohl nur statistisch erheben. Mir sind derartige Statistiken aber leider nicht bekannt. Vielleicht hat einer von Ihnen ja nähergehende Informationen, die er mir zur Verfügung stellen kann für eine der nächsten Ausgaben der Börse-Intern.

Wie gelangt das Geld der Notenbanken an die Börse?

Über die Frage des Lesers, wie das Geld der Notenbanken an die Börse gelangt, kann man ebenso nur philosophieren. Grundsätzlich soll die Notenbankliquidität ja in der aktuellen Krise der Kreditvergabe (Geschäftsbanken an Unternehmen und private Haushalte) dienen. Aber die Notenbanken kaufen dabei den Geschäftsbanken ja auch im großen Stil ihre Anleihen ab. Was die Banken dann letztlich mit dem dadurch zufließenden Geld machen, ist nicht eindeutig bekannt, auch den Notenbanken nicht im Detail. Man kann es daher lediglich anhand der Bankbilanzen und statistischen Daten, wie der Entwicklung der Kreditvergabe insgesamt, erahnen.

Auch was die Kreditnehmer mit dem ihnen zufließenden Geld machen, ist nicht in allen Details bekannt. Wird das Geld in eine Immobilie angelegt, ist das noch relativ leicht ermittelbar. Aber was macht der Verkäufer der Immobilie mit dem ihm zufließenden Geld? Und wenn der Kreditnehmer ein großes Unternehmen ist, wird es schon deutlich schwieriger festzustellen, ob die neue Liquidität zum Beispiel in die Produktion oder an den Kapitalmarkt fließt.

Woher kommt das vermeintliche Wissen über die Stimmung der Anleger?

Sie sehen also anhand weniger Beispiele, dass die Fragen, welchen Anteil der Computerhandel hat, was die Börsenkurse konkret bewegt und wie das Geld der Notenbanken an die Börse gelangt, nicht eindeutig beantwortet werden können – von niemandem. Dazu auch ein ganz konkretes Beispiel:

Gestern Abend um 19:12 Uhr (MESZ) lief die Meldung über den Ticker einer großen und renommierten Nachrichtenagentur, die Aussicht auf eine längerfristige Rezession durch die Coronavirus-Pandemie verunsichere die US-Anleger. „Der Nachhall der Warnung von US-Notenbankchef Jerome Powell vor der schärfsten US-Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg drückte auf die Stimmung“, hieß es in der Meldung.

An dieser Stelle könnte man natürlich fragen, welche US-Anleger eigentlich gemeint sind und wer diese gefragt hat, aber grundsätzlich war die Meldung durchaus plausibel, da Jerome Powell die Märkte ja tatsächlich erst kürzlich auf eine längere Schwächephase eingestimmt hatte und der Dow Jones vier Tage in Folge gefallen war. Im gestrigen Tief stand er im CFD-Handel (siehe folgender Chart) bei nur noch rund 22.800 Punkten – fast 1.800 Zähler bzw. mehr als 7 % unter dem Tageshoch vom Montag.

Dow Jones - kurzfristige Chartanalyse
(Quelle: Comdiect)

Allerdings befand sich der Dow Jones gestern um 19:12 Uhr schon in einer Kurserholung, die sich noch bis auf über 23.600 Punkte fortsetzte. Und um 22:39 Uhr folgte dann eine Meldung auf demselben Nachrichtenticker, die lautete: „Hoffnungen auf eine baldige Konjunkturerholung haben die US-Börsen am Donnerstag nach einer Berg- und Talfahrt gestützt.

Aha! Hatten die Anleger also um 19:12 Uhr noch aus Angst vor einer anhaltenden Rezession panikartig die Flucht ergriffen, so waren sie nur etwas mehr als 3 Stunden später voll der Freude über die sonnigen Zukunftsaussichten – überspitzt formuliert.

Ich habe heute mal den verantwortlichen Redakteur, der beide Nachrichten verfasst hatte, angerufen, da ich wissen wollte, welcher Quellen er sich denn bedient hat. Das Telefonat vermittelte mir leider lediglich den Eindruck, dass es aktuell quasi zwei vorbereitete Varianten gibt, um die Kursbewegungen zu begründen: Steigen die Kurse, wird die Variante 1 herangezogen, wonach die Anleger eine Kurserholung erwarten, fallen die Kurse, beschreibt Variante 2, dass die Coronavirus-Krise und die zunehmende Angst vor einer anhaltenden Wirtschaftsschwäche schuld sind.

Kurse machen Nachrichten, Nachrichten beeinflussen die Stimmung

Und das belegt wieder einmal, dass tatsächlich die Kursentwicklungen die Nachrichten machen, und nicht andersherum. Allerdings können die Nachrichten dadurch wiederum die Kurse beeinflussen. Denn wenn durch steigende Kurse positive Nachrichten veröffentlicht werden, kann dies die Stimmung der Anleger beeinflussen und es so zu weiter steigenden Kursen kommen. Auch das ist eine nicht zu unterschätzende Marktmacht. Als Anleger haben Sie also die Aufgabe, bei allen Nachrichten eine Art „Plausibilitätsprüfung“ vorzunehmen.

Dow Jones: Ein Fehlausbruch an einer markanten Unterstützung

Zum Abschluss möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, was aus meiner Sicht der Grund für die gestrigen Kursbewegungen war. Dazu verweise ich auf den folgenden Chart des Dow Jones vom CFD-Handel.

Dow Jones - kurzfristige Chartanalyse
(Quelle: Comdirect)

Seit Anfang April befindet sich der Index in einer Bogenformation (roter Bereich). Und gestern hat es an einem markanten Tief, ausgebildet am 21. und 22. April bei rund 23.000 Punkten, einen Fehlausbruch gegeben (roter Kreis). Technisch orientierte Anleger und Computerprogramme könnten diese Unterstützung und insbesondere das Fehlsignal zum Einsteigen veranlasst haben, weshalb es zu einer Kurserholung kam.

Was wir gestern im Dow Jones gesehen haben, war also mit ziemlicher Sicherheit kein plötzlicher Stimmungsumschwung. Denn die Einschätzung der Anleger über die Entwicklung der Konjunktur dürfte kaum binnen weniger Stunden oder gar nur Minuten derartig umgeschlagen sein, zumal es in dem beschriebenen Zeitraum keine entsprechende Nachricht gab. Die Stimmung dürfte daher eher sekundär gewesen sein. Stattdessen haben wir im Dow Jones gestern eine simple (chart)technische Reaktion gesehen.

Fazit

Schlussendlich werden wir aber wohl nie genau erfahren, was die Börsenkurse im Einzelnen in dieser und jener Situation bewegt hat. Daher bleibt Börse immer auch Spekulation. Wir setzen alle stets nur auf Wahrscheinlichkeiten (oder im schlimmsten Fall auf unsere Überzeugungen). Und die Erfahrung hilft dabei, die Wahrscheinlichkeiten gewinnbringend zu nutzen.

Was im Dow Jones nun wahrscheinlich ist

Und so ist es im Dow Jones aktuell wahrscheinlich, dass es zu einer Trendwende im kurzfristigen Bereich und stärker fallenden Kursen kommt, wenn die 23.000er Unterstützung nachhaltig gebrochen wird und sich die Bogenformation durchsetzt. Und wenn der Bogen nach oben gebrochen wird, ist eine Wiederaufnahme der Kurserholung wahrscheinlich, womit sich die jüngsten Rücksetzer lediglich als Konsolidierung herausstellen würden. Bestätigt wird dies bei Kursen oberhalb von 25.000 Punkten.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


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