Börse - Intern - 10-Tage-Rückblick

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Der 10-Tage-Rückblick des Börse Intern informiert Sie darüber, was die Märkte in den letzten zehn Tagen wirklich bewegt hat. Regelmäßige und vor allem zuverlässige Informationen sind die Basis für Ihren Börsenerfolg. Mit diesem Service bieten wir Ihnen die Inhalte der vergangenen zehn Ausgaben übersichtlich auf einer Seite dargestellt.


Börse - Intern vom 2. August 2021:
Nachrichten und Ereignisse rund um China - und die Folgen

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

tja, so kann es gehen: Da schrieb ich vergangene Woche noch darüber, dass man als Anleger Nachrichten getrost ignorieren kann, und prompt gab es eine Nachricht, die mich im Geldanlage-Brief zu einem Verkauf veranlasst hat.

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt

Und nachdem schon Sven Weisenhaus einen Tag später an meiner radikalen Aussage Kritik geübt hat, alle News zu ignorieren, musste ich mir natürlich auch gefallen lassen, dass der eine oder andere Leser ebenfalls frotzelte: „Ich denke, Kurse machen Nachrichten – also lest keine Nachrichten, sondern bleibt stur und geduldig. Und nun wird der Verkauf einer Position doch mit einer Nachricht begründet.“

Ich könnte es mir leicht machen und Kostolany zitieren: „An der Börse ist alles möglich – auch das Gegenteil.“ Aber das bringt uns nicht weiter.  Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen.

China reguliert wieder einmal den Kapitalmarkt

Worum geht es? China hat vor gut einer Woche in einer Nacht-und-Nebel-Aktion drastische Einschränkungen für Unternehmen verhängt, die in der Online-Bildung und insbesondere in der Schülernachhilfe tätig sind. Diese müssen nun als Non-Profit-Organisationen arbeiten. Ausländische Investoren können in diese Unternehmen nur noch eingeschränkt investieren. Die betreffenden Unternehmen dürfen sich zudem nicht mehr am Kapitalmarkt finanzieren und sie dürfen nicht mehr übernommen werden oder fusionieren. Zulassungen für neue Angebote/Unternehmen werden nicht mehr vergeben, die bestehenden müssen aber den Zulassungsprozess erneut durchlaufen (unter anderem um nachzuweisen, dass sie weitere neue Auflagen erfüllen, z.B. bestimmte zeitliche Beschränkungen der Angebote).

Damit will die Regierung angeblich den seit Jahren gestiegenen Leistungs- und Erwartungsdruck auf Schüler verringern. Laut chinesischen Medien hätten viele Eltern bis zur Hälfte ihres Einkommens für Zusatzunterricht ausgegeben, um ihren Kindern die Chance auf einen renommierten Universitätsplatz zu bewahren.

Ob das alles so stimmt, ist von außen schwer zu beurteilen. Fraglich ist auch, ob sich für die finanziell belasteten Eltern dadurch etwas ändert: Non-Profit bedeutet ja nur, dass die Kosten genauso hoch sein müssen wie die Umsätze. Theoretisch ist es also denkbar, dass Unternehmen die Preise unverändert lassen und z.B. die Managergehälter entsprechend erhöhen…

Eine Enteignung von Investoren durch die Hintertür

Wie auch immer – zunächst einmal ließ diese Anordnung die Kurse der betroffenen Unternehmen einbrechen: China Online Education, New Oriental Education oder TAL Education verloren im Tief zwischen 63,5 und 80,4 %. Kein Wunder, schließlich laufen die neuen Regeln auf eine Enteignung der Investoren hinaus: Wenn die Unternehmen keine Gewinne mehr erwirtschaften dürfen, entfällt für Anleger jegliche Motivation, in sie Geld zu investieren.

Später kamen auch weitere chinesische Unternehmen unter Druck. vor allem an ausländischen Börsenplätzen und insbesondere in den USA. Das hängt damit zusammen, dass die erwähnte Einschränkung für ausländische Anleger in Chinas Online-Bildungsunternehmen zu investieren, prinzipiell auch auf alle anderen chinesischen (Auslands-)Aktien anwendbar ist. Damit hat China einen Hebel, um ausländische Investoren jederzeit per Dekret aus ihren chinesischen Aktien zu vertreiben. Und diese Gefahr scheinen zumindest die Anleger in den USA inzwischen auch einzupreisen.

Als Reaktion darauf habe ich aus dem Musterdepot meines Geldanlage-Briefs den China-ETF verkauft. Und das hat die oben erwähnte Leserreaktion (und noch einige andere) hervorgerufen.

Der Unterschied zwischen Nachricht und Ereignis

Warum ist diese Nachricht anders als andere und warum habe ich verkauft?

Zunächst muss man fein unterscheiden zwischen „Nachrichten“ („Die Kurse fielen, weil die Anleger Inflation fürchten.“) und tatsächlichen Ereignissen, die Tatsachen sind und unter anderem das Zeug haben, die Richtung der Kurse nachhaltig und langfristig zu ändern. Wir hatten es mit Letzterem zu tun – einem Ereignis, das sowohl Nachrichten gemacht als auch die Kurse bewegt hat.

Wie Sie mit Nachrichten umgehen sollten

An diesem konkreten Fall lässt sich sehr schön zeigen, wie Sie als Langfristanleger mit Nachrichten und Kursreaktionen umgehen sollten. (Der Geldanlage-Brief ist ein langfristiger Börsenbrief.) Stellen wir uns dazu ein paar Fragen:

  • Hätte man nicht sofort reagieren müssen? Nein, kurzfristige Marktverwerfungen sollten in einem langfristigen Depot nicht sofort zu Verkäufen führen. Ein eventuell notwendiger Wiedereinstieg wird ansonsten erheblich erschwert.
  • Aber reagiert man dann nicht unter Umständen zu spät? Nein, weil die ersten starken Kursausschläge nach unerwarteten Ereignissen oft von Panik (oder automatischen Verkaufsorders) gesteuert sind. Darauf kann man weder zeitlich noch sachlich vernünftig reagieren. Zum einen kam man die Verluste selbst dann nicht verhindern kann, wenn man den ganzen Tag vor dem Ticker sitzt. Und zum anderen kann man die Ereignisse anhand der Meldungen anfangs oft noch nicht richtig einordnen, vor allem wenn es – wie in diesem Fall – um ein sehr spezielles Thema geht, zu dem man als Außenstehender in der Regel viel zu wenig Informationen hat.
  • Was macht man aber dann? Zunächst einmal etwas abwarten und die Kurse beobachten. Wir von Stockstreet weisen immer wieder darauf hin, dass erst die Gegenreaktion nach einem Einbruch zeigt, wie der Markt über das Thema wirklich denkt. Dann ist es auch weniger kritisch, wenn man sich trotz Recherche keine klare persönliche Meinung zu diesem Thema bilden kann. Trotzdem sollte man die Zeit bis zur Gegenreaktion für eine intensive Recherche und Analyse nutzen. Die Chance, die Hintergründe zu verstehen, sollte man stets ergreifen – unabhängig von der Marktreaktion.
  • Wann soll man konkret reagieren? Wenn man aufgrund der Marktreaktion bzw. der eigenen Recherche eine Meinung zu diesem Ereignis und seinen möglichen Auswirkungen hat. Wichtig ist dabei insbesondere zu überlegen, ob das Ereignis Beginn und Teil eines (negativen) Trends ist, der das Potenzial hat, die Kurse langfristig negativ zu beeinflussen.

Genau das habe ich getan – und mich nach meiner Analyse zum Verkauf entschlossen, den ich dann am Donnerstag getätigt habe. An diesem Tag hatte der Kurs unseres ETFs zudem das bisherige Hoch in einer ersten Gegenbewegung wieder erreicht. Perfekter Ausstieg, sozusagen.

Was gegen den Verkauf sprach

Aber warum habe ich überhaupt verkauft? Ein Leser führte folgende 3 Punkte an, die erst einmal gegen einen Verkauf sprechen:

  • Die Masse (die jetzt verkauft) liegt falsch.
  • Was bekannt ist, ist eingepreist. (Das ist schließlich nicht der erste willkürliche Eingriff der chinesischen Behörden in die Finanzmärkte.)
  • Die Kurse steigen an einer Mauer der Angst nach oben. (Und die Kursausschläge zeigen, dass diese Angst wohl sehr groß ist.)

Und im konkreten Fall nennt der Leser noch einen sehr guten vierten Grund:

  • Wenn ein Markt (Index) um 25 % oder mehr abgibt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er diese Verluste mit der Zeit wieder aufholt. Daher wäre ein Nachkauf sinnvoller als ein Verkauf – um von den oben genannten Punkten zu profitieren.

Warum kaufen oder verkaufen wir eigentlich Aktien?

Entscheidend für einen Kauf bzw. Verkauf sollte aber stets ein guter Grund für beides sein. Den China-ETF haben wir im Geldanlage-Brief erst Anfang Februar nachgekauft. Der Kaufgrund damals war unter anderem ein gerade erst vollzogener Ausbruch des MSCI Emerging Markets auf ein neues Allzeithoch. Dieses führte ich darauf zurück, dass die Anleger auf das Re-Opening-Szenario nach dem Erfolg der Impfkampagnen setzten, von dem insbesondere China besonders profitieren sollte. Das Land hatte schließlich schon die Pandemie de facto hinter sich gelassen. Die Konjunktur lief dort längst viel besser als anderswo, hatte aber noch weiteres Potenzial, und konnte daher von den Öffnungen im Westen profitieren. Darüber hinaus schien unter der neuen US-Regierung eine gewisse Entspannung zwischen China und den USA möglich.

Doch im weiteren Verlauf hat sich keine dieser Erwartungen wirklich erfüllt: Der MSCI Emerging Markets hat im Juli einen Fehlausbruch an seinem alten Hoch perfekt gemacht. Das hatte auch damit zu tun, dass die Biden-Regierung die Handelssanktionen und Zölle zunächst aufrechterhalten hatte. Und nicht nur das: Nach den Meinungsverschiedenheiten zum chinesischen Vorgehen in Hongkong oder der Uiguren-Provinz Xinjiang gab es sogar neue Sanktionen seitens der USA.

China und die USA „vor ersthaften Schwierigkeiten“

Selbst ein Besuch der stellvertretenden US-Außenministerin in der vergangenen Woche in China – der hochrangigste aus dem USA seit langem – konnte die Wogen nicht glätten, zumal zuvor Chinas Präsident auf einer Konferenz von 160 Staaten indirekt zu einem Bündnis gegen die USA aufgerufen hat. Der chinesische Vize-Außenminister sagte nach dem Treffen dann auch ganz undiplomatisch: „Die chinesisch-amerikanischen Beziehungen stehen vor ernsthaften Schwierigkeiten“.

Der US-Präsident verschärfte danach noch die Rhetorik, indem er einen „echten Krieg mit einer Großmacht“ als „Folge eines großen Cyberangriffs von großer Tragweite“ als „mehr als wahrscheinlich“ bezeichnete. Diese Bemerkung bezieht sich sowohl auf China als auch auf Russland, die immer wieder verdächtigt werden, Cyberangriffe gegen Einrichtungen im Westen zu führen.

Und die US-Regierung könnte ebenfalls Maßnahmen beschließen, durch die Investoren der Kauf chinesischer Aktien unmöglich wäre. Es wäre nicht das erste Mal: Bereits Donald Trump hatte eine Direktive erlassen, die US-Bürgern den Handel mit bestimmten chinesischen Aktien generell verbot. Diese Liste wurde mehrfach erweitert, zuletzt Anfang Juni durch US-Präsident Biden. Damit sind also auch durch die USA weitere Sanktionen für China-Investoren denkbar.

Ein schlechtes geopolitisches Klima und willkürliche Regulierung

In einem solchen geopolitischen Klima sind Investitionen in einem Land sinnlos, das selbst immer wieder willkürlich Investitionsbeschränkungen verhängt und offenbar gewillt ist, diese - wie mit dieser Aktion angedeutet - unter Umständen massiv zu verschärfen. Welche Umstände das sein könnten, bleibt natürlich ungewiss. Aber China hat den Investoren seine Folterinstrumente gezeigt, was zu den heftigen Kursreaktionen führte.

Die Liste der Sündenfälle Chinas bei der Kapitalregulierung ist lang und reicht zurück bis 2014. Damals hat China Lockerungen der bis dato strikten Kapitalmarktregeln beschlossen. Das führte zu einer fulminanten Rally (+162 %), die sofort mit einem ähnlich dynamischen Einbruch (-50 %) endete (siehe folgender Chart, rote Kurve).

Aktienmärkte Chinas vs. USA

Prompt erließ die chinesische Regulierung wieder Restriktionen, um die Märkte vor solchen Kapriolen zu schützen. Dieses Hin und Her zieht sich wie ein roter Faden durch die Kapitalmarktpolitik Chinas. Erst durften auch private Konzerne im Ausland auf große Einkaufstour gehen und wurden dafür mit staatlichen Krediten gepäppelt. Dann wurden die Konzerne wieder zurückgepfiffen. (Der ehemalige Deutsche Bank-Großaktionär HNA ging dabei inzwischen sogar pleite.)

Zuletzt wurde im November 2020 überraschend die Aufsicht von Finanzdienstleistern verschärft, die zur Absage des Mega-Börsengangs von Ant führte, dem Finanzarm des Internet- und Handelskonzerns Alibaba, dem größten Amazon-Konkurrenten. Andere Änderungen betrafen Bilanzregeln, Finanzierungsvorschriften oder die Kreditvergabe.

Chinas Aktienmarkt enttäuscht – seit Jahren

Wie der Chart zeigt, hat der chinesische Aktienmarkt trotz oder wegen dieser Eingriffe die hochgesteckten Erwartungen nie erfüllt. Unter dem Strich blieb er (in US-Dollar gerechnet) weit hinter dem breiten US-Markt, gemessen am S&P 500, zurück – vom NASDAQ 100 ganz zu schweigen. Selbst die Kursentwicklung seit dem Corona-Tief verlief schwächer als in den USA. Und in diesem Jahr ist er bereits zweimal an der blauen Linie gescheitert, die auf ein Zwischenhoch vom Dezember 2016 zurückgeht und inzwischen zum „Deckel“ für die Kurse wird.

Warum soll man in einen Markt investierten oder investiert bleiben, der offenbar sein Aufwärtspotenzial nicht entfalten kann? Und in dem sich zudem das Klima für Investoren verschlechtert und geopolitische Spannungen zunehmen.

Wo Sie niemals investieren sollten

Ein letzter Punkt: Eine alte Investoren-Regel besagt: „Gehe nie in einen Markt, der massiv reguliert und damit von politischer Gnade oder Ungnade abhängig ist!“ Da kann von heute auf morgen genau das Gegenteil von dem geschehen, das bisher üblich war. Das klassische Negativbeispiel aus Deutschland ist der Energiemarkt: Egal, ob Atom-, Kohle- oder Gaskraftwerke, Photovoltaik-Anlagen, Windenergie oder Biomasse – alle Energieformen haben in den vergangenen Jahrzehnten von politischen Entscheidungen profitiert oder (stark) darunter gelitten. Das hatte zum Teil drastische Auswirkungen: So sind große AKW-Betreiber, wie RWE und EOn, heute nur noch ein Schatten ihres alten Selbst, und die einst boomende deutsche Photovoltaik-Industrie ist de facto verschwunden.

Chinesische Aktien werden aber nicht nur von der eigenen Regierung, sondern auch von den USA regulatorisch übermäßig in die Zange genommen. Und da wir aufgrund der anhaltenden und sich verstärkenden Spannungen zwischen den USA und China damit rechnen müssen, dass sich die Zange immer weiter schließt, ist es aus meiner Sicht an der Zeit, Investments in China durch bessere Anlagen zu ersetzen.

Und genau das habe ich in meinem Geldanlage-Brief mit dem frei gewordenen Kapital auch getan. Wenn Sie noch rechtzeitig dabei sein wollen, klicken Sie hier: zum 30-tägigen kostenlosen Probe-Abo des Geldanlage-Briefs.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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Börse - Intern vom 30. Juli 2021:
Mit einem Government Shutdown in die schwächsten Börsenmonate?

Aktuell wurden eine ganze Reihe von vermeintlich wichtigen Konjunkturdaten veröffentlicht. So haben Statistikämter Zahlen zur Entwicklung der Inflation und des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den USA, der Eurozone und Deutschland bekanntgegeben. Doch ich gehe auf diese Daten gar nicht erst weiter ein. Denn diese Daten sind für die Börsen derzeit überhaupt nicht wichtig.

Vergangenheitsbezogene BIP-Daten

Was das BIP angeht, so beziehen sich die Daten auf das 2. Quartal 2021. Und das liegt bekanntlich nun schon einen ganzen Monat zurück. Die Daten sind also vergangenheitsbezogen. An der Börse wird aber die Zukunft gehandelt. Und so haben diese Informationen lediglich noch Unterhaltungscharakter im Sinne von „nice to know“. Es ist also als Nachlese durchaus interessant, ein Nutzen für den Börsenhandel lässt sich daraus aber nicht ableiten.

Erwartete Preissteigerungen

Ähnliches gilt für die Inflationsdaten. Es war klar, dass die Teuerung weiter anziehen würde. Und nachdem die Notenbanken jüngst erst getagt haben und dabei erneut darauf hingewiesen wurde, dass die Währungshüter eine vorübergehende Teuerung oberhalb der Ziele von mittelfristig (EZB) bzw. durchschnittlich (Fed) 2 % erwarten und auch hinnehmen würden, spielen diese Daten aktuell keine Rolle. Erst wenn sich abzeichnet, dass die Inflation in den kommenden Monaten stärker steigt als aktuell gemeinhin schon erwartet, nimmt die Bedeutung dieser Daten wieder zu. Denn dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass insbesondere die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) auf einer ihrer kommenden Sitzungen deutlicher in Richtung Tapering schwenkt. Und das wäre dann bearish für die Aktienmärkte.

Wieder Streit um die US-Schuldenobergrenze

Könnte es auch bearish für die Aktienmärkte werden, wenn es im immer wiederkehrenden Streit um die US-Schuldenobergrenze zu keiner Einigung kommt? Bereits vor einer Woche warnte Finanzministerin Janet Yellen die Parlamentarier vor der Notwendigkeit „außergewöhnlicher Maßnahmen“ ab der ersten Augustwoche. Denn schon am heutigen 30. Juli werde ihr Ministerium den Verkauf von Wertpapieren der Bundesstaats- und Kommunalverwaltungsserie (SLGS) einstellen müssen, weil dann das aktuelle Schulden-Limit in Höhe von 28,5 Billionen Dollar im Prinzip ausgereizt ist.

Und wenn der Kongress bis zum 2. August die Schuldengrenze nicht ausgesetzt oder erhöht hat, muss das Finanzministerium damit beginnen, „bestimmte zusätzliche außerordentliche Maßnahmen zu ergreifen“, so Yellen. Gemeint sind damit Überbrückungsmaßnahmen, mit denen noch für kurze Zeit ein „government shutdown“ verhindert werden kann. Sind auch diese Maßnahmen ausgeschöpft, müssen viele Bundesbehörden aus Geldmangel den Betrieb einstellen und die Beschäftigten auf Gehaltszahlungen verzichten.

Nun ist das Gerangel um die Schuldengrenze allerdings nichts Neues. Ein „government shutdown“ passierte alleine im vergangenen Jahrzehnt bereits drei Mal, zuletzt um die Jahreswende 2019. Hier hatten wir es sogar mit dem längsten Shutdown der Geschichte zu tun, da der Regierungsstillstand ganze 5 Wochen bzw. genau 35 Tage andauerte (siehe dazu auch Börse-Intern vom 30. Januar).

Doch nur selten kam es dadurch zu größeren Verwerfungen an den Finanzmärkten (siehe dazu „Der Fluch des 30. September“). Wenn der Schuldenstreit länger anhält, kann dies zwar das Wachstum der USA belasten, doch meist kommt es zu Aufhol- und damit Ausgleichseffekten.

Wichtige Aufwärtstrendlinie im DAX

Entsprechend wenig verunsichert zeigt sich daher auch der DAX. Der deutsche Leitindex hat sich nach seinem jüngsten „Einbruch“ und der anschließenden schnellen Erholung wieder in seiner 200-Punkte-Seitwärtsrange eingependelt (oberes gelbes Rechteck im folgenden Chart).

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Erst wenn der DAX diese Range wieder dynamisch nach unten verlässt, sollte man die Kursentwicklung aufmerksam verfolgen. Denn bei ca. 15.270 Punkten verläuft aktuell eine sehr wichtige Aufwärtstrendlinie (dick grün im folgenden Chart). Und wenn diese gebrochen wird, könnte dies die längst überfällige Korrektur einleiten.

DAX - langfristige Chartanalyse

Diese Linie bietet sich daher an, um bestehende Long-Positionen mit einem Stop-Loss zu versehen. Zumal heute der letzte Handelstag im Juli ist. Und mit dem August und dem September folgen nun die beiden schwächsten Börsenmonate eines Jahres.

DAX: saisonale Kursentwicklungen

Vielleicht ist dann ein „government shutdown“ in den USA der Tropfen, der die Sommerkorrektur-Welle auslöst. Denken Sie also auch mal an Gewinnmitnahmen.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


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Börse - Intern vom 29. Juli 2021:
Fed stimmt die Märkte vorsichtig auf das Tapering ein

Die gestrige geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank hat leider nicht die erhofften neuen Impulse für die Aktienmärkte geliefert. Dabei war das Ergebnis der zweitägigen Sitzung durchaus richtungsweisend. Denn es gab deutliche Hinweise, dass die Federal Reserve (Fed) von ihrer abwartenden Haltung etwas abgerückt ist und inzwischen konkret den Einstieg in den Ausstieg sucht. Dies ließ sich bereits am Statement ablesen. Denn hier wurden Textpassagen in diese Richtung geändert.

Zunächst wies die Notenbank in ihrer aktualisierten Einschätzung der konjunkturellen Entwicklung darauf hin, dass sich Indikatoren für die Wirtschaftstätigkeit und den Arbeitsmarkt durch Fortschritte bei Impfungen und starker politischer Unterstützung weiter verbessert haben. Auch die von der Pandemie am stärksten betroffenen Sektoren hätten eine Verbesserung gezeigt, sich jedoch noch nicht vollständig erholt. Die Inflation sei gestiegen, was aber größtenteils auf vorübergehende Faktoren zurückzuführen ist.

Ein klarer Hinweis auf ein zukünftiges Tapering

Soweit war dies nur eine Anpassung an aktuelle Entwicklungen. Damit blieb fast alles wie gehabt. Doch es war eine Einleitung auf das, was dann noch kam. Denn insbesondere eine neu in das Statement eingefügte Einschätzung ließ aufhorchen. So hieß es im Statement nun zunächst leicht abgeändert, die Fed habe seit Ende letzten Jahres erklärt, dass sie ihre monatlichen Käufe von Anleihen im Wert von 120 Milliarden Dollar so lange fortsetzen wird, bis die Wirtschaft substanzielle weitere Fortschritte im Hinblick auf die Fed-Ziele – niedrige Arbeitslosigkeit und eine Inflationsrate von 2 % – erzielt hat. Und laut dem neuen Satz im Statement habe die US-Wirtschaft inzwischen Fortschritte in Richtung dieser Fed-Ziele gemacht. Und diesen Einschub kann man als ersten offiziellen Schritt zur Vorbereitung der Märkte auf ein zukünftiges Tapering verstehen.

Auf der Pressekonferenz räumte Fed-Chairman Jerome Powell dann auch ein, dass man bereits Möglichkeiten einer Reduzierung der Anleihekäufe diskutiert habe. Laut Powells Einschätzung werde man den Ankauf von Hypothekenpapieren und Staatsanleihen gleichermaßen zurückfahren. Ein genaues Datum dafür wurde allerdings noch nicht besprochen, weil man noch immer auf „substantielle Verbesserung“ warte, so Powell.

Zudem könnte die Inflation laut Powell weiterhin auf der Oberseite überraschen. Die Inflation könnte höher ausfallen und hartnäckiger sein als erwartet, sagte er. Die Fed sehe diese zwar unverändert als vorübergehend an, man werde aber handeln, wenn die Inflation zu hoch bleiben sollte. Auch dies kann man dahingehend deuten, dass die Fed die Inflation inzwischen als Gefahr betrachtet und gewillt ist, mit einer Reduzierung der Anleihekäufe gegenzusteuern.

Märkte honorieren das behutsame Vorgehen der Fed

Die Stimmung der Anleger wurde durch diesen leichten Richtungsschwenk allerdings nicht getrübt. Stattdessen honorierten die Märkte das behutsame Vorgehen der Fed damit, dass es nicht zu plötzlichen Verkäufen kam. Sichtbare Marktreaktionen gab es kaum. Es setzte sich lediglich das Gezerre zwischen Bullen und Bären fort, wobei allerdings die Kräfte auf beiden Seiten zu schwinden schienen, da die Volatilität in den sehr kurzfristigen Kursbewegungen abnahm.

Laut der Bank Berenberg notiert die „realisierte Volatilität“ von Aktien der Industrieländer schon seit Mitte Juni durchgehend unter der Marke von 10 % und sie sei damit historisch niedrig.

Volatilitäten diverser Märkte
(Quelle: Bank Berenberg)

Hochpunkt von Konjunkturindikatoren nicht Hochpunkt von Aktien?

Es scheint also weiterhin so, dass sich die Anleger durch nichts und niemanden von ihren Aktien trennen lassen und stattdessen weiterhin zu Aufstockungen neigen. Eine interessante Grafik der Bank Berenberg untermauert passend dazu, dass selbst Rückgänge bei den Einkaufsmanagerdaten regelmäßig nicht zu fallenden Aktien führen. Insofern handeln die Anleger grundsätzlich natürlich derzeit nicht verkehrt.

ISM Einkaufsmanagerindex Industrie vs. S&P 500
(Quelle: Bank Berenberg)

In der Regel entwickeln sie sich bei fortgesetztem Konjunkturaufschwung auch nach dem Hochpunkt von Konjunkturindikatoren mittelfristig deutlich positiv“, so der Kommentar zu dieser Grafik. Doch Berenberg weist auch darauf hin: „Kurzfristig ist das Potenzial jedoch begrenzt.“ Und bei genauerer Betrachtung der Grafik zeigt sich auch, dass Aktienmärkte nach dem Hochpunkt des ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie zumindest konsolidieren (siehe blaue Markierungen):

ISM Einkaufsmanagerindex Industrie vs. S&P 500
(Quelle: Bank Berenberg, eigene Bearbeitung)

Und daher verweise ich auf meine jüngsten Analysen zu den Einkaufsmanagerdaten (siehe „Neue Hochs bei der Konjunktur passen zu den Hochs bei Aktien“ und „Zukunftsaussichten trüben sich immer mehr ein!“). Außerdem passen diese Entwicklungen zur Saisonalität, wonach es in den kommenden Wochen und Monaten eines Jahres regelmäßig zu mehr oder weniger großen Konsolidierungen kommt, bevor es weiter aufwärts geht mit den Aktienkursen.

KBV des S&P 500 auf höchstem Niveau seit 2006

Übrigens ist mir noch eine Grafik der Berenberg Bank ins Auge gesprungen. Gestern hatte ich erneut auf die relativ hohe KGV-Bewertung des S&P 500 hingewiesen. Häufig wird aber kritisiert, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) alleine nicht sonderlich aussagekräftig ist. Daher nun der zusätzliche Hinweis, dass sich die Bewertung des S&P 500 auf Basis der Buchwerte (KBV) aktuell auf dem höchsten Niveau seit 2006 befindet.

S&P 500 - Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)
(Quelle: Bank Berenberg)

Fazit

Das alles sind nun keine treffsicheren Timing-Indikatoren für eine Korrektur an den Aktienmärkten. Die Berichtssaison verläuft hervorragend, die Aufwärtstrends sind intakt und die Kauflaune der Anleger scheint sich durch nichts eintrüben zu lassen. So kann sich die Übertreibung noch sehr lange fortsetzen.

Doch einige Konjunkturdaten haben in den USA jüngst enttäuscht, das sehr hohe Wachstum lässt sich nicht fortschreiben, die US-Notenbank hat einen Kurswechsel vorbereitet, die Aufwärtstrends sind mehr als reif, saisonal steht eine schwächere Marktphase bevor, die fundamentale Bewertung ist hoch und die Volatilität ist schon sehr lange sehr niedrig. Meist dauert es dann nicht mehr lange, bis es dynamischer wird und es dabei auch mal zu stärkeren Rücksetzern kommt. Zur Erinnerung: die letzte Korrektur im zweistelligen Prozentbereich war im Herbst 2020 – das ist schon sehr lange her.

Für mich ist es daher aktuell nicht die beste Zeit, um sich noch großartig neu am Aktienmarkt zu engagieren. Stattdessen geht es mir derzeit verstärkt um das Managen bestehender Positionen und um rechtzeitige Gewinnmitnahmen, um dann bei tieferen Kursen das Depot wieder günstiger zu befüllen.


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Börse - Intern vom 28. Juli 2021:
Eine einmalig gute Bilanzsaison

Es geht derzeit nicht vor und nicht zurück an den Aktienmärkten. Man spürt aktuell ein regelrechtes Gezerre zwischen Bullen und Bären. Immer wieder kommt es zu recht dynamischen Abwärtsbewegungen, die aber durch gleichartige Aufwärtsbewegungen nahezu umgehend gekontert werden. Und dabei geht es nur selten mit allen Aktien in dieselbe Richtung. Stattdessen zieht mal der Nasdaq 100 mit seinen Technologieaktien nach unten, während der Dow Jones keine richtige Schwäche aufkommen lässt, und mal ist es genau umgekehrt. DAX-Anleger scheinen sich angesichts dieses Geschehens eher zurückzuhalten. Der deutsche Leitindex zeigt sich wenig bewegt.

Mäßige Kursreaktionen auf hervorragende Quartalsberichte

Interessant ist dabei auch zu beobachten, dass die Bilanzsaison zum 2. Quartal 2021 wieder einmal alle bereits hochgesteckten Erwartungen mühelos schlägt, die Aktien aber überwiegend nicht mehr davon profitieren können. Angesichts der bereits sehr gut gelaufenen Kurse ist das aber durchaus verständlich.

Stand gestern, nachdem rund 150 Unternehmen und damit 30 % des S&P 500 ihre Zahlen vorgelegt haben, lag das Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum im Durchschnitt bei 20,2 %, wenn man die bereits vorgelegten und die noch erwarteten Ergebnisse zusammennimmt.

S&P 500: Umsatzwachstum im 2. Quartal 2021 zum Vorjahr
(Quelle: Refinitiv)

Das Gewinnwachstum lag demnach sogar bei stolzen 79,2 %. Zur Einordnung: Vor Beginn der Berichtssaison lagen die Erwartungen beim Gewinnwachstum bei +65 %.

S&P 500: Gewinnwachstum im 2. Quartal 2021 zum Vorjahr
(Quelle: Refinitiv)

Ganze 86 % der Unternehmen konnten die Umsatzerwartungen schlagen.

S&P 500: Umsatzwachstum vs. Erwartungen
(Quelle: Refinitiv)

Bei den Gewinnerwartungen sind es sogar 89 %.

S&P 500: Gewinnwachstum vs. Erwartungen
(Quelle: Refinitiv)

Dabei wurden die Umsatzerwartungen im Durchschnitt um 4,1 % und die Gewinnerwartungen um 16,6 % geschlagen.

S&P 500: Wachstum vs. Erwartungen
(Quelle: Refinitiv)

Das sind allesamt ganz hervorragende Ergebnisse – insbesondere im direkten Vergleich zu vorangegangenen und zukünftig erwarteten Quartalsergebnissen:

S&P 500: Quartalsergebnisse
(Quelle: Refinitiv)

Und vor diesem Hintergrund erscheinen die Kursanstiege am Aktienmarkt auch durchaus gerechtfertigt. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass die Vergleichsbasis des vergangenen Jahres durch die Corona-Krise auch extrem gedrückt wurde – die Gewinne waren im 2. Quartal 2020 um 30,6 % im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Gewinnentwicklung vs. Kursentwicklung

Im Grunde liegen die Gewinne aktuell „nur“ um etwa ein Viertel über denen des 2. Quartals 2019. Der S&P 500 ist derweil deutlich stärker gestiegen. Er notiert aktuell um fast 30 % über dem Hoch, welches direkt vor dem Corona-Crash markiert wurde. Und nimmt man den Schlussstand des 2. Quartals 2019 (2.980 Punkte), dann hat der S&P 500 sogar um fast 50 % zugelegt und damit beinahe doppelt so schnell wie die Gewinne. Und im kommenden Jahr sollen diese „nur noch“ um etwas mehr als 9 % wachsen, bei einem Umsatzwachstum von etwas mehr als 10 %. Vor diesem Hintergrund stellt sich nach wie vor die Frage, ob ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von aktuell 22,5 für den S&P 500 gerechtfertigt ist.

S&P 500 - Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
(Quelle: Bank Berenberg)

Warum diese Berichtssaison einmalig ist

Keine Frage – die Bilanzsaison wartet mit außergewöhnlichen Wachstumsraten auf. Doch diese sind auch der coronabedingt gedämpften Vorjahresbasis geschuldet. Und im kommenden Jahr werden die Wachstumsraten auf ein normales Maß zurückkehren. Die starke Berichtssaison des 2. Quartals 2021 wird also einmalig sein – und zwar in zweifacher Hinsicht: Erstens ist sie die stärkste der vergangenen Jahre (siehe oben) und eine der stärksten überhaupt. Aber sie wird sich auch zweitens nicht (so bald) wiederholen, sondern eine „Eintagsfliege“ bleiben, weil sie durch eine Sondersituation entstand – den scharfen Einbruch 2020 und die umgehende Erholung danach.

Die Aktienkurse sind in diesem Zeitraum, aber auch in jüngster Zeit stark gestiegen. Das liegt einerseits daran, dass die bereits hochgesteckten Erwartungen deutlich geschlagen werden, und andererseits an der massiven Liquiditätsflut der Notenbanken. Doch inzwischen sind auch diese Effekte offenbar eingepreist. Denn viele Aktien können trotz der überraschend hohen Quartalsergebnisse nicht weiter zulegen. Und die US-Notenbank wird womöglich schon heute Abend erste Hinweise auf einen Kurswechsel geben, also ein zukünftiges Reduzieren der massiven Anleihekäufe.

Herrscht bald wieder Normalität?

Wir dürften also in den kommenden Monaten zur Normalität zurückkommen, was das Umsatz- und Gewinnwachstum, die Geldpolitik der Notenbanken, die Aufwärtstrends der Aktienmärkte und auch die Bewertung von Aktien angeht. Und zur Normalität gehören am Aktienmarkt auch Korrekturen von mehr als 5 %. Diese werden dann auch die KGV-Bewertung auf ein Normalmaß zurückführen.
Achten Sie heute Abend auf die Ergebnisse der Notenbanksitzung und die Marktreaktionen! Diese werden wegweisend sein.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 27. Juli 2021:
Zukunftsaussichten trüben sich immer mehr ein!

Am Freitag war hier in der Börse-Intern zu lesen, dass sich langsam die Frage stellt, ob die Stimmung bei den Unternehmen noch besser werden kann. „Denn sie hat schon Extremwerte erreicht. Einkaufsmanagerdaten und Aktienmärkte haben eine hohe Korrelation. Und wenn die Einkaufsmanagerdaten ein Hoch markieren, dann liegt ein solches meist auch an den Aktienmärkten vor“, hieß es dazu.

Und es gab schon erste Anzeichen dafür, dass sich die Stimmung womöglich bald etwas eintrübt. Dazu war zu lesen: „Denn in sämtlichen Ländern der Eurozone, die von der IHS Markit-Umfrage erfasst werden, ließ wegen der zunehmenden Besorgnis hinsichtlich der Delta-Variante die Zuversicht nach. Diese Umfragekomponente erreichte laut IHS Markit sogar den niedrigsten Stand seit Februar.

Zukunftsaussichten werden negativer eingeschätzt

Nun wurde gestern der ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht. Und im Gegensatz zu den Einkaufsmanagerindizes kam es hier im Juli überraschend sogar schon zu einem Rückgang. Das Stimmungsbarometer des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts sank von 101,7 Punkten im Juni auf nun 100,8. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem weiteren Anstieg auf 102,1 Punkte gerechnet.

ifo-Geschäftsklimaindex

Die Unternehmen bewerteten zwar ihre aktuelle Geschäftslage noch etwas besser, jedoch nahm der Optimismus mit Blick auf die Entwicklung in den kommenden Monaten merklich ab. Und damit passt der ifo-Index sehr gut zu den Daten von IHS Markit.

Börse handelt die Zukunft

Das Problem daran ist, dass die Börsen die Zukunft handeln. Daher kann die aktuelle Lage verheerend sein – solange die Zukunftsaussichten positiver sind, ist dies ein Grund für steigende Aktienkurse. Doch wenn die Lage rosig ist und die Kurse schon stark gestiegen sind, sich die Zukunftsaussichten aber eintrüben, dann ist dies meist kein guter Zeitpunkt um in Aktien neu einzusteigen.

Nur weitere Warnzeichen

Nun muss man allerdings berücksichtigen, dass der ifo-Geschäftsklimaindex zum ersten Mal in diesem Jahr überhaupt gesunken ist. Derweil haben die Erwartungen schon einmal im April nachgegeben, ihren Aufwärtstrend dann aber wieder fortgesetzt. Insofern sind die aktuellen Rücksetzer noch kein großes Problem. Davon spricht man erst, wenn die ifo-Daten drei Monate in Folge sinken.

Dominoeffekte

Aber man sollte beachten, dass Lieferengpässe der deutschen Wirtschaft immer mehr zusetzen. Fast 64 % der Industriebetriebe klagen mittlerweile über Engpässe bei Vorprodukten. In der Automobilbranche stehen zum Beispiel aufgrund des Mangels an Halbleiterchips inzwischen Werke tagelang still. Das drückt natürlich auf die Umsätze und auch auf die Gewinne.

Und die Probleme strahlen mittlerweile auf andere Branchen aus. So klagen laut dem ifo-Institut auch 60 % der Groß- und mehr als 42 % der Einzelhändler über entsprechende Probleme. ifo-Experte Klaus Wohlrabe sprach von einem Dominoeffekt, der da inzwischen im Gang ist. Und das Thema wird wohl auch in der zweiten Jahreshälfte relevant bleiben.

Einen Dämpfer hat auch der Optimismus bei konsumnahen Dienstleistern wie Tourismus und Gastgewerbe erlitten, die zuletzt vom Ende vieler Corona-Beschränkungen profitierten. „Hier ist die Euphorie weg“, sagte Wohlrabe. Grund sei die zunehmende Furcht vor einer vierten Corona-Welle. Und auch dies passt zu den Einkaufsmanagerdaten von IHS Markit.

US-Wirtschaft nimmt erneut deutlich Tempo raus

Wie es aussehen kann, wenn die Stimmung der Unternehmen unter anderem wegen einer stockenden Impfkampagne stärker nachlässt, zeigt gerade die US-Wirtschaft. Diese hat zu Beginn der zweiten Jahreshälfte laut den Daten von IHS Markit vom vergangenen Freitag weiter an Schwung verloren. Der Einkaufsmanagerindex für die gesamte Privatwirtschaft – Industrie und Dienstleister zusammen – fiel im Juli um ganze 4,0 auf 59,7 Punkte, nachdem es bereits im Juni zu einem sehr deutlichen Rückgang um 5,0 Punkte gekommen war (siehe auch Börse-Intern vom 24. Juni).

IHS Markit Gesamt-Einkaufsmanagerindex USA

Das Wachstumstempo der US-Wirtschaft ist damit auf das Niveau vom März zurückgefallen.

Hohe Inflation drückt auf die Kauflaune der Konsumenten

Und ein Grund dafür kann in der Konsumlaune der US-Verbraucher gesehen werden, die sich laut der Universität Michigan angesichts stark steigender Preise im Juli überraschend stark eingetrübt hat. Das entsprechende Barometer fiel auf 80,8 Zähler, von 85,5 Punkten im Juni. Von Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Anstieg auf 86,5 Zähler gerechnet.

Index zum Verbrauchervertrauen der Universität Michigan

Die Konsumenten schätzten sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Zukunftsaussichten für die kommenden Monate schlechter ein als zuletzt. Das Barometer des Verbrauchervertrauens erreichte dadurch den niedrigsten Wert seit Februar. Und als Grund dafür nennen die Umfrageteilnehmer die steigenden Preise. Mit Blick auf die kommenden 12 Monate wird eine Verteuerung von Waren und Dienstleistungen in Höhe von 4,8 % erwartet. Einen derart hohen Wert haben die Forscher der Universität Michigan seit August 2008 und damit vor Ausbruch der Finanzkrise nicht mehr gemessen.

DAX-Anleger werden bereits deutlich vorsichtiger

Mit Blick auf die Umfragen bei deutschen Unternehmen, die eingetrübte Zukunftsaussichten offenbart haben, verwundert es kaum, dass sich der DAX vom Trendhoch des 19. April noch nicht nachhaltig nach oben absetzen konnte. Erst heute hat der deutsche Leitindex wieder bis unter das damalige Niveau zurückgesetzt (dicke rote Linie oben im folgenden Chart).

DAX - Chartanalyse

Während der DAX damit immerhin deutlich Tempo aus seinem Anstieg herausgenommen hat und sich mit seiner Kursentwicklung der vergangenen Wochen und Monate an der konjunkturellen Entwicklung orientiert, eilen die US-Indizes völlig losgelöst von den Signalen der US-Wirtschaft fröhlich weiter von Rekord zu Rekord. Die US-Aktienanleger stören sich an den Warnsignalen aus der Wirtschaft bislang kaum. Ob die heutigen Kursverluste nur wieder kurze Rücksetzer sind oder nun doch eine saisonale Korrektur eingeleitet wird, bleibt abzuwarten.

Wichtige Informationen nicht ignorieren!

Torsten Ewert hat völlig Recht: Wer die Nachrichten ignoriert hat und einfach den Trends weiter gefolgt ist, war mit seinen Investments sehr erfolgreich (siehe „Das Erfolgsrezept für Börsianer: No News!“). In einer Übertreibung ist ein solches Verhalten auch sehr häufig erfolgsversprechend. Allerdings nur, solange man rechtzeitig den Absprung schafft.

Denn wenn jemand die Warnsignale, welche die Konjunkturdaten womöglich senden, nicht mitbekommt und plötzliche stärkere Rücksetzer an den Aktienmärkten immer noch als hervorragende Chancen zum Nachkauf sieht, statt hierin charttechnische Bestätigungen der konjunkturellen Warnsignale zu sehen, der könnte am Ende doch zu den Verlierern gehören, wenn die Aktienmärkte ihr Aufwärtstrends beenden und aus fundamentalen Gründen in eine größere Korrektur übergehen.

Relevante Informationen verschaffen einen Vorsprung

Ich plädiere daher dafür, genau wie Torsten Ewert, nur relevante Nachrichten zu konsumieren. Und ich kann Ihnen verraten, dass ich mich im Laufe meiner Börsenkarriere von unzähligen Newslettern abgemeldet habe und inzwischen fast nur noch Informationen lese, die direkt oder möglichst nah von der Quelle stammen.

So verschaffe ich mir fast nur noch mit Meldungen über die Entwicklung von Konjunktur- und Unternehmensdaten wichtige Hintergrundinformationen. Und wenn diese dann von Kursbewegungen charttechnisch bestätigt werden, kann ich meist gut einschätzen, ob ein Aufwärtstrend noch gesund ist bzw. ob eine stärkere Abwärtsbewegung nur eine simple Gegenbewegung oder doch der Auftakt zu einer größeren Korrektur ist.

Charts liefern die besten Informationen

Dabei sind die charttechnischen Signale für mich aber immer noch die wichtigsten, weil die Konjunktur- und Unternehmensdaten meist die Vergangenheit widerspiegeln, abgesehen von unternehmenseigenen Prognosen und Frühindikatoren wie den Einkaufsmanagerdaten, während die Kursverläufe meist schon frühzeitig zukünftige Entwicklungen anzeigen.

Natürlich weiß man als Börsenneuling noch nicht, welche Nachrichten und Konjunkturdaten aktuell relevant sind. Aber dafür gibt es ja qualitativ hochwertige Börsendienste, zu denen Sie hoffentlich auch die von Stockstreet zählen.

Fazit

Jüngste Konjunkturdaten haben vorangegangene Signale bestätigt, wonach das Hoch beim Tempo der konjunkturellen Erholung hinter uns liegt. Und die Zukunftsaussichten trüben sich ein. Man sieht immer mehr dunkle Wolken am Konjunktur-Himmel aufziehen.

Der DAX hat auf diese Entwicklung bereits reagiert, während die US-Indizes ihre Übertreibungen einfach unbeirrt fortgesetzt haben. Doch ich erinnere an die Saisonalität, wonach der DAX meist vor den US-Indizes ein Hoch markiert. Und seit Mitte Juli hat der DAX kein höheres Hoch mehr markiert, ganz im Sinne der Saisonalität. Noch passt also alles zusammen. Und wenn das so bleibt, werden auch die US-Indizes bald nachhaltig Schwäche zeigen. Verpassen Sie also nicht den rechtzeitigen Absprung!


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 26. Juli 2021:
Das Erfolgsrezept für Börsianer: No News!

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

der Schweizer Erfolgsautor und Kolumnist Rolf Dobelli predigt den totalen Verzicht auf News. Was er damit genau meint, können Interessierte in seinem Buch „Die Kunst des digitalen Lebens“ nachlesen. Aus meiner Sicht ist das vor allem ein Erfolgsrezept für Börsianer. Jetzt sind Sie verblüfft, oder?

Warum Nachrichten oft desinformieren

Gut, vermutlich wird mich Jochen Steffens wegen dieses Aufhängers in der Luft zerreißen, schließlich lesen Sie gerade einen News-Letter – und sollen dies auch weiterhin tun. Aber sofern dies nicht Ihr einziger Newsletter ist, werden Sie wissen, wie zeitfressend Newsletter, Nachrichten, soziale Medien und, und, und sein können.

Doch Zeit ist dabei gar nicht der entscheidende Faktor. Viel schwerwiegender ist, dass Sie durch News desinformiert werden!

Jetzt sind Sie bestimmt zum zweiten Mal verblüfft, stimmt’s? News konsumiert man doch, um sich zu informieren! Ja, soweit die Theorie. Aber in der Praxis sind wir kaum in der Lage zu entscheiden, ob eine Nachricht, die wir lesen, tatsächlich eine oder die relevante Information enthält. Oder nicht nur ein Bruchstück. Oder etwas völlig Falsches.

Und das kann fatal sein – vor allem, wenn wir darauf Entscheidungen gründen. Das gilt besonders für die Börse. Hier entscheiden wir in der Regel über Kauf und Verkauf von Wertpapieren und damit über unser Vermögen. Aber wer sagt uns, dass unsere Entscheidungen auf den richtigen Informationen basieren?

Wer macht die (Börsen-)Nachrichten? Die Kurse!

Bevor Sie jetzt kopfschüttelnd abschalten, will ich das vermeintlich schiefe Bild geraderücken, das ich gezeichnet habe: Sven Weisenhaus und ich belegen hier und in unseren anderen Börsenbriefen immer wieder, wie insbesondere „News“ zu Kursbewegungen entstehen. Vor gut einem Jahr hat Sven Weisenhaus mal einen seltenen Einblick in den Mechanismus erhalten, wie in den Nachrichtenagenturen „News“ entstehen (siehe Börse-Intern vom 15.05.2020).

Und auch das Börsen-Bonmot „Kurse machen Nachrichten“ unterstreicht, dass es an der Börse mit den News nicht so weit her sein kann.

Ein aktuelles Beispiel für den unseligen Einfluss falscher „News“

Wie fatal es werden kann, wenn man den falschen News folgt, hat jüngst erst der Juli-Verfallstag gezeigt. Am Montag zuvor hatte ich hier die möglichen Ablaufpläne für den DAX zum Verfallstag skizziert. Das logische Kursziel war die 15.600-Punkte-Marke, aber bei einem Ausbruch über 15.800 Punkte hätte es zu einem dynamischen Ausbruch nach oben kommen können, der durch die nötigen Absicherungen der Stillhalter verstärkt worden wäre.

Der DAX machte aus beiden Szenarien eins: Erst probten die Bullen den Aufstand und trieben den DAX bereits am Montag der Verfallstagswoche auf 15.800 Punkte, um die Stillhalter aus der Reserve zu locken. Letztere konnten den DAX aber auf diesem Niveau deckeln, so dass er dort oben – am alten Allzeithoch bei 15.802,67 Punkten – bis Mittwoch dahindümpelte (siehe rote Linie im folgenden Chart). Und wie erläutert fiel er dann bereits am Donnerstag (am Optionsschein-Verfallstag) auf sein Kursziel zurück (siehe gelbe Ellipse) und verharrte dann auch bis zum Verfallstermin am Freitag (senkrechte gestrichelte Linie) auf diesem Niveau.

DAX - Stundenchart Juli 2021

Anleger, die den Ablauf kannten, hatten mit der vermeintlichen Schwäche des DAX am Ende der Verfallstagswoche kein Problem – sie konnten die Kursbewegungen entsprechend einordnen. Schwieriger war es mit dem nachfolgenden Kursrutsch,

Warum DAX und Co. auch am Montag weiter fielen

Aber auch der war für Kundige keine Überraschung: Bereits in der Börse-Intern am 16.07.2021 klärte Sven Weisenhaus auf: „Ein Grund dafür könnte sein, dass nicht nur die Belastungen durch die Stillhalter weggefallen sind, sondern auch deren Unterstützungen in Form der Long-Positionen, mit denen sie Call-Positionen unterhalb der 15.600er abgesichert hatten.“ Mit anderen Worten: Nachdem zuvor der Druck nach oben auf den DAX nachließ, fielen nach dem Verfallstermin auch unten die Stützen durch die Absicherungspositionen der Stillhalter weg (die nun entbehrlich waren und aufgelöst wurden). Damit rutschte der DAX weiter nach unten.

Natürlich spielten dabei auch „Vorgaben“ der US-Indizes eine Rolle. Hier ging der Abverkauf aber genauso schnell. Daher vermute ich einen ähnlichen Effekt für die US-Börsen, obwohl die Positionen an den dortigen Terminbörsen nicht so konzentriert und übersichtlich sind wie hierzulande. Trotzdem kann es im Einzelfall dabei ebenfalls zu solchen „konzertierten Aktionen“ kommen, bei denen Stillhalter und Trader letztlich gemeinsam handeln und die Kurse so dynamisch in die eine oder andere Richtung drücken.

Aber warum ging der Abverkauf auch am Montag weiter? Hier kommen jetzt die „News“ ins Spiel: Die Nachrichtenagenturen begründeten den Abverkauf mit Sorgen vor Inflation und der Delta-Variante. Und viele Anleger, die diese Punkte ebenfalls auf ihrer Rechnung hatten, haben dann in Panik verkauft, weil diese „News“ ihre Sicht der Dinge scheinbar bestätigten. Im DAX führte das zu einer typischen „Weekend-Kurslücke“ (siehe Pfeil im Chart).

Erst am Dienstag beruhigten sich dann die Kurse – und zogen auch gleich wieder an, weil die „unbedarften“ Verkäufer dann aus dem Markt waren.

Eine typische Dienstag-Umkehr und ein Trugschluss

So erlebten wir eine typische „Dienstags-Umkehr“, die nicht nur nach Verfallstagen ab und an zu beobachten ist, sondern auch nach anderen Ereignissen, die zum Wochenende die Börse belasten: Am Montag (und gegebenenfalls auch noch am Dienstag) verkaufen die Nachzügler, die erst abends oder am nächsten Tag die „News“ lesen, hören oder sehen und dann scheinbar verspätet reagieren. So markieren die Kurse am Dienstag – wenn sich wieder alles beruhigt hat – ein Tief oder beginnen schon wieder zu steigen.

Solche Feinheiten des Börsengeschehens sind sicherlich faszinierend, aber bleiben für die meisten normalen Anleger für immer im Dunkeln. Sie wissen nichts von den Verfallstags-Mechanismen, geschweige denn von der Dienstags-Umkehr. Sie sehen nur fallende oder steigende Kurse und stürzen sich dann begierig auf die „News“ in der Hoffnung, Aufschluss über die Ursachen zu erhalten.

Das ist aber ein Trugschluss. Sie wissen ja: Kurse machen Nachrichten!

Warum Sie das News-Gewitter ignorieren sollten

Aus diesem Grund ist es für alle Anleger das Beste, das News-Gewitter zu ignorieren, das pausenlos über alle Märkte hinwegfegt. Noch besser ist es, auch alle Kursinformationen auszublenden – denn wenn man die Kursschwankungen ignoriert, kommt man gar nicht erst in Versuchung, nach „Gründen“ dafür in den „News“ zu suchen.

Dieser Ratschlag sei insbesondere Langfristanlegern ans Herz gelegt: Schauen Sie bitte nicht täglich auf die Kurse ihrer Aktien und ETFs. Einmal im Monat oder einmal im Quartal reicht völlig – vor allem, wenn Sie zusätzlich zu Ihren Einmalanlagen auch Sparpläne zu laufen haben, in die Sie regelmäßig einzahlen. Dieser stete Strom neu hinzukommenden Kapitals dämpft in der Regel die gröbsten Kursausschläge im Depot.

Es funktioniert!

Sie glauben nicht, dass das funktioniert? Ich habe den Beweis: Im Lauf der Zeit konnte ich ein paar Leute überzeugen, Geld in Aktien-ETFs anzulegen – angefangen bei meinen Töchtern bis hin zu einer älteren Dame. Gut, alle hatten und haben mit der Börse nichts am Hut. Ihnen brauchte ich also kein „Kurs-Verbot“ aufzuerlegen – sie haben da sowieso nie hingeschaut.

Aber ab und an schaffen es die Turbulenzen von DAX und Co. ja auch in die Hauptnachrichtensendungen. Dann werde ich schon mal gefragt: „Muss ich mir da jetzt Sorgen machen?“ „Nein“, konnte ich dann jedes Mal mit voller Überzeugung sagen. „Lass alles so laufen wie bisher.“ Und den Lohn für diese „Mühe“ erntete ich vor einiger Zeit, als unsere größte Tochter (die also schon länger „spart“) ganz aufgeregt verkündete: „Papa, jetzt habe ich ja mein Geld fast schon verdoppelt!“ „Ja“, sagte ich. „Und nun vergiss das ganz schnell wieder und lass alles so laufen wie bisher.“ Hektik und Sorgen? Gibt es bei „meinen“ Anlegern nicht!

Selbst Trader brauchen keine „News“!

Ach ja, falls Sie jetzt denken, als Trader könnten Sie sich eine solche News-Abstinenz nicht leisten: Völlig falsch! Gerade als Trader sollten Sie sämtliche Nachrichten komplett verbannen. Trading ist ein verdammt hartes Geschäft, da können Sie sich wirklich nicht mit Nebensächlichkeiten aufhalten.

Auch Konjunkturdaten und Unternehmenszahlen sind bedeutungslos. Als Menschen haben wir ohnehin keine Chancen mehr gegen die automatischen Systeme, die solche Meldungen in Millisekunden auswerten und daraufhin Transaktionen an den Börsen starten. In dieser Zeit schaffen wir es nicht einmal, auf die entsprechende Nachricht zu klicken, geschweige denn sie zu lesen, zu verstehen und zu entscheiden, welche Reaktion die richtige sein könnte. Also sollten wir es gar nicht erst versuchen.

Aber so ganz ohne Nachrichten?

Vermutlich sind Sie jetzt verunsichert: So ganz ohne Nachrichten – geht das überhaupt? Jein. Ein sinnvoller Kompromiss ist, dass Sie nur die Termine der wichtigsten Nachrichten kennen.

Aber welche sind die wichtigsten? Das hängt von Ihrem Anlagestil ab. Trader, insbesondere Day-Trader, sollten die Termine aller relevanten Nachrichten kennen, die im Tagesverlauf veröffentlicht werden, Dazu gehören zum einen die einschlägigen Konjunkturdaten. Die meisten finden Sie auf etlichen Internetseiten, z.B. dem Wirtschaftskalender von Stockstreet.

Zum anderen gehören dazu alle spezifischen Nachrichten der Märkte, an denen Sie handeln. Für Aktien-Trader sind das vor allem die Unternehmenszahlen, Dividendentermine und gegebenenfalls Kapitalmaßnahmen der Aktien, die Sie im Depot haben bzw. handeln (wollen), aber auch die Termine wichtiger anderer Unternehmen der betreffenden Branchen. Rohstoff-Trader werden dagegen vor allem auf Ernteberichte, Lagerbestände und Ähnliches achten.

Nachrichten für Langfristanleger

Dabei geht es wie gesagt nicht darum, die Nachrichten selbst zu verarbeiten, sondern nur zu wissen, dass sie veröffentlicht werden. So kann man sich auf die Kursausschläge einstellen, die danach häufig zu beobachten sind, und z.B. rechtzeitig bestehende Positionen absichern oder glattstellen.

Langfristanleger sollten dagegen nicht nur die Veröffentlichungstermine der Zahlen „ihrer“ Unternehmen kennen (wenn sie in einzelne Aktien oder Anleihen investieren), sondern auch die Ergebnisse selbst analysieren. Aus ihnen können sich (Nach-)Kauf- oder Verkaufsgründe ergeben. Allerdings können und sollten Sie sich damit Zeit lassen und auch auf die Kursreaktionen unmittelbar nach der Veröffentlichung sowie einige Zeit später achten. Oft kann man daraus erkennen, wie der Markt die Nachrichten aufnimmt, was unter Umständen eine weitere Entscheidungshilfe sein kann.

Oh, diese Glücklichen!

Völlig unbeschwert von allem Börsengeplapper können dagegen ETF-Anleger durchs (Börsen-)Leben wandeln – oh, diese Glücklichen! Einzelne Unternehmens- und Konjunkturdaten sind irrelevant, vor allem je länger Ihr Anlagehorizont ist. Also belasten Sie sich damit gar nicht erst!

Und was ist, wenn sich irgendwann herausstellt, dass Sie zwar an der Börse handeln, aber von „Tuten und Blasen“ keine Ahnung haben? Keine Sorge, das ist mir auch schon passiert. (Ich versuche ebenfalls, mich von überflüssigen News fernzuhalten.) Dann freut sich derjenige, dass er „dem Experten“ oder „dem Dummy“ mal etwas erklären kann. Und damit erfahren Sie (vielleicht) etwas Interessantes, aber vor allem machen Sie einen Menschen glücklich. Das ist doch auch schon was…

Viel Erfolg in Ihrem anbrechenden News-losen Börsenleben wünscht Ihnen

Ihr Torsten Ewert


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Börse - Intern vom 23. Juli 2021:
Neue Hochs bei der Konjunktur passen zu den Hochs bei Aktien

Heute wurden die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes von IHS Markit für Deutschland und die Eurozone bekanntgegeben. Und demnach hat sich das Tempo der Konjunkturerholung noch einmal beschleunigt und konnte sogar neue Rekordwerte erreichen.

Deutsche Wirtschaft auf der Überholspur

So ist der Index des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland überraschend auf 65,6 Punkte angestiegen, von 65,1 im Juni. Ökonomen hatten dagegen mit einem Rückgang auf 64,1 Zähler gerechnet.

IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie Deutschland

Für den Dienstleistungsbereich wurde ein Wert von 62,2 Zählern ermittelt, nach 57,5. Hier hatten die Schätzungen bei „nur“ 59,5 gelegen. Doch mit dem zweiten Anstieg um ganze 4,7 Punkte in Folge wurde hier ein Rekordwert erreicht.

IHS Markit Einkaufsmanagerindex Dienstleistung Deutschland

Beide Indizes haben also deutlich positiv überrascht. Und das gelang folglich auch dem Composite-Index, dem Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft, also Industrie und Dienstleistung zusammen. Erwartet wurde hier von Experten ein leichter Anstieg auf 60,8 Zähler. Tatsächlich stieg der Index aber um 2,4 auf 62,5 Punkte. Und auch er erreichte damit den höchsten Stand seit Beginn dieser Datenerhebung (Januar 1998).

IHS Markit Gesamt-Einkaufsmanagerindex Deutschland

Die deutsche Wirtschaft befand sich im Juli weiter auf der Überholspur“, kommentierte Phil Smith von IHS Markit die Daten. Vor diesem Hintergrund verwundert es kaum mehr, dass sich DAX & Co. so schnell von ihren jüngsten Verlusten wieder erholen konnten.

Neues Stimmungshoch, aber nachlassende Zuversicht

Die Frage ist allerdings, ob die Stimmung noch besser werden kann. Denn sie hat schon Extremwerte erreicht. Einkaufsmanagerdaten und Aktienmärkte haben eine hohe Korrelation. Und wenn die Einkaufsmanagerdaten ein Hoch markieren, dann liegt ein solches meist auch an den Aktienmärkten vor.

Der DAX hat Mitte Juni ein Hoch markiert und dieses Mitte Juli hauchdünn überschritten. Dieses neue Rekordhoch wurde nun von den Einkaufsmanagerdaten bestätigt. Warten wir mal ab, ob der DAX in den kommenden Tagen und Wochen noch einmal auf neue Höhen steigen kann. Sollte dies nicht der Fall sein und der DAX stattdessen in die saisonale Korrektur gehen, werden die Einkaufsmanagerdaten sehr wahrscheinlich im August schwächer ausfallen.

Anzeichen dafür gibt es bereits. Denn in sämtlichen Ländern der Eurozone, die von der IHS Markit-Umfrage erfasst werden, ließ wegen der zunehmenden Besorgnis hinsichtlich der Delta-Variante die Zuversicht nach. Diese Umfragekomponente erreichte laut IHS Markit sogar den niedrigsten Stand seit Februar.

Eurozone wächst wie seit 21 Jahren nicht mehr

Dennoch konnte die Wirtschaft der Eurozone im Juli noch das höchste Wachstumstempo seit genau 21 Jahren an den Tag legen. Der Gesamt-Einkaufsmanagerindex stieg auf 60,6 Punkte, von 59,5 im Juni (15-Jahres-Hoch, siehe Börse-Intern vom 24. Juni). Ökonomen hatten mit 60,0 Zählern gerechnet.

IHS Markit Gesamt-Einkaufsmanagerindex Eurozone

Die Geschäfte im Dienstleistungsbereich – der Index hat von 58,3 im Juni auf nun 60,4 Punkte zugelegt – liefen so gut wie zuletzt vor 15 Jahren. In der Industrie schwächte sich das Wachstum allerdings schon etwas ab, der entsprechende Index sank von 63,4 auf 62,6. In diesem Sektor sorgen laut IHS Markit anhaltende Lieferverzögerungen weiter für große Probleme.

Preisdruck immer noch extrem hoch

Und dabei stockt nicht nur die Produktion, sondern es schnellen auch die Kosten der Firmen weiter in die Höhe – über alle Branchen im Juli mit der zweithöchsten Rate seit Umfragebeginn (siehe blaue Linie im folgenden Chart). Die Einkaufspreise in der Industrie (orange Linie) stiegen sogar so drastisch wie nie zuvor seit Umfragebeginn 1997.

IHS Markit Einkaufsmanagerindex: Einkaufspreise in der Eurozone

Wie gut, dass die Europäische Zentralbank gerade erst neue Fakten geschaffen hat und damit möglichen Spekulationen bezüglich einer Straffung der Geldpolitik aufgrund einer steigenden Inflation entgegengetreten ist. Ansonsten wäre die Kurserholung der Aktienmärkte womöglich ins Straucheln geraten.

Mit Lockerungen einen Schritt vor, mit Delta einen Schritt zurück?

Keine Frage, die Lockerungen haben der Konjunkturerholung noch einmal Schub verliehen. Doch die Ausbreitung der Delta-Variante könnte zu erneuten Restriktionen führen. Das kann nur verhindert werden, wenn das Impftempo hoch bleibt. Doch auch hier kommt langsam Sand ins Getriebe. Und so könnte das Stimmungshoch in der Wirtschaft erreicht sein, und damit auch das Hoch an den Aktienmärkten.

Das passt zur Saisonalität. Und wenn sehr viel sehr gut zusammenpasst, dann lassen sich daraus meist auch gute Prognosen ableiten. Und meine Prognose lautet, dass die Aktienmärkte vor einem erneuten Rücksetzer stehen, so wie wir ihn erst zu Wochenbeginn gesehen haben. Ich bleibe daher dabei, dass zwar für neue Short-Positionen noch nicht der richtige Zeitpunkt ist, bei Long-Positionen aber Gewinnmitnahmen sinnvoll sind.


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PS: Beim „Börse-Intern Premium“ haben wir uns am Montag aus zwei Long-Positionen ausstoppen lassen. Ein Trade auf die Aktien der Deutsche Telekom brachte dabei zum Beispiel einen Gewinn von 10 %. Und auch beim „Optionsscheine Expert Trader“ wurden jüngst Gewinnmitnahmen getätigt. So wurde gestern ein Trade auf Pfizer mit einem Gewinn von 14 % beendet. Schon vor genau einer Woche konnte ein Trade auf Coca Cola mit 18 % Gewinn beendet werden.
Wollen Sie auch solche Gewinne erzielen? Dann melden Sie sich jetzt HIER an, um bei den kommenden Trades von Beginn an mit dabei zu sein!


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Börse - Intern vom 22. Juli 2021:
EZB bemüht sich um mehr Klarheit +++ Aktien machen Kursverluste wett

Inhaltsverzeichnis

EZB bemüht sich um mehr Klarheit

Die heutige Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) über ihren weiteren geldpolitischen Kurs hielt keinerlei Überraschungen bereit. Wie erwartet hat die EZB ihr neues Inflationsziel (siehe auch Börse-Intern vom 8. Juli) in das schriftliche Statement zu den geldpolitischen Beschlüssen aufgenommen.

Neues Inflationsziel eingearbeitet

So war bislang zu lesen: „Der EZB-Rat geht davon aus, dass die EZB-Leitzinsen so lange auf ihrem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben werden, bis er feststellt, dass sich die Inflationsaussichten in seinem Projektionszeitraum deutlich einem Niveau annähern, das hinreichend nahe, aber unter 2 % liegt, und dass sich diese Annäherung in der Dynamik der zugrunde liegenden Inflation durchgängig widerspiegelt.

Nun heißt es: „Um sein symmetrisches Inflationsziel von 2 % zu unterstützen und im Einklang mit seiner geldpolitischen Strategie, geht der EZB-Rat davon aus, dass die EZB-Leitzinsen so lange auf ihrem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben werden, bis er feststellt, dass die Inflationsrate deutlich vor dem Ende seines Projektionszeitraums 2 % erreicht und sie diesen Wert im weiteren Verlauf des Projektionszeitraums dauerhaft hält, und er der Auffassung ist, dass die Entwicklung der zugrunde liegenden Inflation hinreichend fortgeschritten ist, um mit einer sich mittelfristig bei 2 % stabilisierenden Inflation vereinbar zu sein. Dies geht unter Umständen damit einher, dass die Inflation vorübergehend moderat über dem Zielwert liegt.

EZB bemüht sich um mehr Klarheit

Bei dieser Änderung zeigt sich auch durchaus die Bemühung der Notenbank, für mehr Transparenz und Klarheit zu sorgen. Denn der aktuelle Passus enthält mehr Informationen. Ob Otto Normalbürger diese Informationen allerdings zu verstehen und richtig deuten weiß, ist fraglich. Daher bleibt es eher bei Bemühungen.

Immerhin ist bekannt, dass der Projektionszeitraum der EZB-Volkswirte in der Regel 3 Jahre umfasst. Und den Projektionen vom Juni (siehe folgende Tabelle) lässt sich entnehmen, dass die EZB auch im Jahre 2023 noch nicht mit einer Inflation von 2 % rechnet (siehe auch Börse-Intern vom 10. Juni).

Konjunkturerwartungen (Projektionen) der EZB
(Quelle: Europäische Zentralbank) Projektionen

Insofern kann man aus der neuformulierten Forward Guidance der EZB zumindest schließen, dass die Leitzinsen aus heutiger Sicht noch bis mindestens 2024 auf ihrem aktuellen Niveau (oder niedriger) sein werden

Doch in 3 Jahren kann viel passieren. Und die Projektionen der EZB sind nicht in Stein gemeißelt. Stattdessen mussten sie im Juni in Sachen Inflation deutlich an die Realität der gestiegenen Ölpreise angepasst werden.

technische Annahmen der EZB
(Quelle: Europäische Zentralbank) technische Annahmen

Seitdem sind die Ölpreise weiter gestiegen – bis zum jüngsten Einbruch auf mehr als 76 USD je Barrel (siehe auch gestrige Börse-Intern). Pendeln sie sich auf dem höheren Niveau ein, dürften die EZB-Volkswirte ihre Inflationserwartungen erneut nach oben anpassen. Ob also wirklich erst nach 2023 Zinsanhebungen denkbar sind, wird sich zeigen.

Ansonsten alles wie gehabt

Jedenfalls kam das Statement neben einer ausführlicheren Wortwahl auch noch mit Zwischenüberschriften und somit geordneter als bislang daher. Das war es dann allerdings auch schon an Neuigkeiten. Denn alle Aktivitäten der Zentralbank werden unverändert fortgeführt. Das gilt für die Leitzinsen, das „asset purchase programme“ (APP) und das „pandemic emergency purchase programme“ (PEPP). Weiterhin sollen die Wertpapierkäufe im laufenden 2. Quartal in erhöhtem Tempo fortgesetzt werden.

Inflation bis Anfang 2022 erhöht

Auch die Pressekonferenz mit EZB-Chefin Christine Lagarde hielt kaum neue Informationen und somit keine Überraschungen bereit. Interessant war höchstens, dass die Projektionen vom Juni bereits teilweise Lockdowns für das dritte und vierte Quartal 2021 beinhalteten. Und die EZB erwartet, dass die Inflation noch monatelang erhöht bleiben wird und wahrscheinlich erst Anfang 2022 wieder nachlässt. Letztlich sei der Anstieg aber durch vorübergehende Basiseffekte bedingt, wie zum Beispiel der temporären Mehrwertsteuersenkung in Deutschland in der zweiten Jahreshälfte 2020, so Lagarde. Diese wird ab Juli 2021 zu höheren Preisen im Jahresvergleich führen. Solche Effekte fallen aber 2022 aus der statistischen Berechnung der Inflation heraus.

EZB setzt ihren strikten Kurs unbeirrt fort

Insgesamt erwarte ich nach den heutigen Verlautbarungen der EZB (unverändert), dass die Notenbank ihr PEPP-Programm, wie von Beginn an geplant, bis März 2022 fortsetzt und dann einfach auslaufen lässt. In der Börse-Intern vom 10. Juni („US-Inflation bei 5 % – EZB bleibt unbeirrt“) hatte ich dazu auch schon geschrieben: „Dies könnte die Notenbank auf einer ihrer kommenden Sitzungen – spätestens im September, wenn wieder neue Projektionen der EZB-Volkswirte vorliegen – auch ankündigen. In diesem Fall wäre die EZB den geradesten Weg gegangen und hätte die Märkte nicht mit Kursänderungen verunsichert. Es würde sich also durchaus um ein sinnvolles Vorgehen handeln.“ Dem lässt sich kaum etwas hinzufügen.


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Großteil der Kursverluste am Aktienmarkt aufgeholt

Angesichts eines Mangels an Überraschungen hielten sich die Marktreaktionen in Grenzen. Beim EUR/USD kam es zum Beispiel zwar zu einem volatileren Auf und Ab, letztlich setzte der Wechselkurs aber seine vorherige Tendenz fort. Ähnlich die Entwicklung an den Aktienmärkten.

Hier hatte der DAX bereits am Morgen das 61,80 % Fibonacci-Retracement seiner jüngsten Abwärtsbewegung überschritten (siehe graue Linien und grüner Kreis im folgenden Chart). Und er konnte in die obere Seitwärtsspanne (gelbe Rechtecke) zurückkehren und sich darin festsetzen.

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Damit wurde das bearishe Signal des Kurseinbruchs vom Montag neutralisiert. Dies war den US-Indizes S&P 500 und Dow Jones bereits am Dienstag und dem Nasdaq 100 gestern gelungen. Viele Anleger dürften sich durch dieses schnelle Comeback der Bullen in ihrer Erwartung bestätigt sehen, dass es mit den Notenbanken im Rücken eigentlich nur wieder und weiter nach oben gehen kann.

Doch ob die Kursschwäche nun wirklich erneut für eine ganze Weile vorüber ist, muss man abwarten. Aus saisonaler Sicht sind wir jedenfalls inzwischen in eine andere Phase eingetreten. Und daher könnte es dieses Mal auch anders kommen.

DAX-Anleger im charttechnischen Blindflug

Zumal sich der DAX inzwischen in einer Phase befindet, in der man keine klare Seitwärtsspanne ausmachen kann und auch keine eindeutige Richtung erkennbar ist. Und daher ist es unmöglich vorherzusagen, wohin die Kurse als nächstes laufen. In einer solchen Situation ist es sinnvoll, sich zurückzuhalten und die weitere Entwicklung abzuwarten, bis sich neue, klare Kursmuster oder Trends abzeichnen.


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Ihr
Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 21. Juli 2021:
Anleihen steigen stark, Ölpreise brechen ein – Konjunktursorgen?

Tja, was war das nun zu Wochenbeginn? War das der Auftakt zu einer saisonal schwächeren Marktphase oder wieder nur ein kleiner Rücksetzer im intakten Aufwärtstrend? Blickt man auf den folgenden Chart des S&P 500, dann ist wohl letzteres der Fall. Der marktbreite Index für US-Aktien hat lediglich ein weiteres Mal an das untere Ende des Aufwärtstrendkanals zurückgesetzt und ist dann wieder angestiegen (siehe grüner Pfeil).

S&P 500 - Chartanalyse

Dieses Phänomen haben wir seit Beginn des Trendkanals im November 2020 schon mindestens 7 Mal gesehen, insbesondere in Verbindung mit der 50-Tage-Durchschnitslinie (blau). Diese folgt dem Anstieg des Trendkanals ziemlich genau und bildete am Montag zusammen mit der unteren Trendkanallinie und dem Hoch vom 7. Mai (rote horizontale Linie) eine solide Kreuzunterstützung.

Gewinne vieler Wochen gingen verloren

Dass der S&P 500 mit einem Rücksetzer von nur 3,65 % auf das Niveau vom 7. Mai und damit von vor 11 Wochen zurückgefallen ist, zeigt allerdings auch, wie wenig die Bullen in diesem Zeitraum eigentlich gewonnen haben und wie hoch dadurch das Risiko ist, die Gewinne vieler Wochen und Monate zu verlieren, wenn es einmal zu schärferen Rücksetzern kommt.

Der Dow Jones ist übrigens am Montag auf das Niveau vom 9. April zurückgefallen. Beim DAX war es sogar der Stand vom 1. April. Mit dem Nasdaq 100 gingen dagegen nur die Gewinne seit dem 28. Juni verloren. Technologieaktien sind also immer noch die absoluten Highflyer.

Die Bäume wachsen nicht mehr in den Himmel

Abgesehen von den Tech-Werten zeigt sich der Aktienmarkt also gar mehr nicht so stark, wie es die intakten Aufwärtstrends suggerieren. Und das kann daran liegen, dass ein Großteil der Konjunkturerholung hinter uns liegt und die Bäume inzwischen längst nicht mehr in den Himmel wachsen. Vielmehr gibt es aktuell Anzeichen dafür, dass sich die Anleger eher Sorgen über mögliche Probleme im Konjunkturaufschwung machen:

Anleihekurse steigen stark an

Denn die Renditen der Anleihen sind überraschend stark gefallen bzw. die Anleihekurse stark gestiegen. Der Bund-Future, der den Anleihemarkt in Deutschland widerspiegelt, hat zum Beispiel seinen Aufwärtstrend deutlich beschleunigt und weit mehr als 61,80 % seiner seit dem Zwischenhoch vom 4. November 2020 erlittenen Verluste aufgeholt (graue Linien). Dabei wurde auch die Abwärtstrendlinie gebrochen, die man auf dieses Zwischenhoch und das Hoch vom 9. März 2020 legen kann (dick rot).

Bund-Future - Chartanalyse

Von einer Trendwende am Anleihemarkt, die angesichts der extrem starken Erholung der Weltkonjunktur eigentlich zu erwarten gewesen wäre, ist also weit und breit nichts mehr zu sehen. Stattdessen bleiben die Kurse weiterhin in der großen Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau (gelbes Rechteck). Ist die erneute Stärke der Anleihekurse nun eine Folge der noch anhaltenden Wertpapierkäufe der Notenbanken oder der Konjunktursorgen der Anleger?

Ölpreise brechen ein

Die Ölpreise lassen letzteres vermuten. Denn die Notierungen für das schwarze Gold erlebten am Montag sogar einen kleinen Crash (siehe rote Ellipse im folgenden Chart). Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zum Beispiel gab alleine an diesem Tag um mehr als 8 % nach! Und seit dem Hoch vom 6. Juli summieren sich die Verluste hier schon auf mehr als 15 % - binnen nur 14 Tagen bzw. 10 Handelstagen.

Ölpreis der Sorte West Texas Intermediate (WTI)

Doch ich erinnere dazu an meine Analyse vom 9. Juni:

Ölpreis der Sorte West Texas Intermediate (WTI)

Und im Update vom 6. Juli hatte ich über die abgebrochenen Verhandlungen der "OPEC+" berichtet, was die Ölpreise getrieben hat. Doch die Notierungen trafen auf einen wichtigen Widerstand und drohten, einen 5-gliedrigen Aufwärtszyklus zu beenden, weshalb mit einer Gegenbewegung zu rechnen war (roter Pfeil). Die aktuellen Kursverluste könnten also rein charttechnischer Natur sein.

Ölpreis der Sorte West Texas Intermediate (WTI)

Und passend zur charttechnischen Erwartung hatte ich auch darauf hingewiesen, dass „es innerhalb der kommenden Tage oder Wochen doch noch zu einer Einigung kommen wird“, welche bei der angepeilten Ausweitung der Fördermengen um 2 Millionen Barrel pro Tag die Ölpreise auch aus fundamentalen Gründen belasten könnte.

OPEC+ einigt sich doch noch auf Ausweitung der Fördermenge

Und tatsächlich: Die Ölförderstaaten haben sich am vergangenen Sonntag auf eben diese Anhebung ihrer Produktionsmengen geeinigt. Die Differenzen zwischen Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden ausgeräumt und die zuständigen Minister der "OPEC+"-Staaten verständigten sich letztlich doch noch darauf, die Fördermengen von August bis Dezember um weitere 2 Millionen Barrel pro Tag zu steigern.

Liegt der deutliche Rückgang der Ölpreise also nun an der Einigung der Ölförderländer der OPEC+, die das Angebotsdefizit reduziert und damit auf die Ölpreise drückt, oder zeigen sich auch hier, wie bei dem starken Anstieg der Anleiherenditen bzw. dem deutlichen Rückgang der Renditen, Konjunktursorgen der Anleger?

Diese Frage kann Ihnen aktuell noch niemand mit Sicherheit beantworten. Erst wenn in einigen Wochen bzw. sogar erst Monaten entsprechende Konjunkturdaten auf dem Tisch liegen, werden wir schlauer sein.

Gewinnmargen der Unternehmen unter Druck

Dabei sollte auch die Differenz zwischen dem Anstieg der Erzeugerpreise und den Verbraucherpreisen genau beobachtet werden. Denn in Deutschland sind zum Beispiel die Verbraucherpreise im Juni „nur“ um 2,3 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Inflation in Deutschland (jährlich)

Dagegen mussten die Produzenten zeitgleich einen Preisanstieg um satte 8,5 % hinnehmen.

Erzeugerpreise in Deutschland

Diese Differenz drückt auf die Gewinnmargen der Unternehmen, weil gestiegene Kosten offenbar nicht in allen Bereichen 1:1 an die Verbraucher weitergereicht werden können. Und das könnte gerade bei den sehr hohen Erwartungen bezüglich der aktuellen Berichtssaison zum Problem für Aktien werden.

Buy the dip

Das ist aber alles nur graue Theorie. Bislang haben solche Belastungsfaktoren die Kauflaune der Bullen nicht verderben können. Und bislang sind die Kursverluste vom Montag nur wieder Rücksetzer in intakten Aufwärtstrends. Die Kurserholungen laufen. „Buy the dip“ ist weiterhin das vorherrschende Motto am Aktienmarkt. Und erst wenn die Tiefs vom Montag unterschritten werden, sollte man sich, wie gestern bereits geschrieben, über Kursziele auf der Unterseite Gedanken machen.


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Börse - Intern vom 20. Juli 2021:
Zeit für Short-Positionen im DAX?

Am Freitag hieß es in der DAX-Analyse noch, dass eine abwartende Haltung weiterhin angebracht sei, „bis sich klar abzeichnet, in welche Richtung der DAX aus der Seitwärtsphase ausbricht“. Inzwischen ist der deutsche Leitindex aus seiner jüngsten Seitwärtsphase (oberes Rechteck im folgenden Chart) sehr deutlich nach unten ausgebrochen und in den Bereich der vorherigen Seitwärtsphase zurückgekehrt (unteres gelbes Rechteck und gelbe Bögen).

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Und da die Kurse dabei unter die beiden Korrekturtiefs bei rund 15.300 Zählern gefallen sind, ist das bullishe Elliott-Wellen-Szenario, wonach auf eine ABC-Korrektur ein neuer 5-gliedriger Aufwärtstrend folgt, endgültig hinfällig. Das hatte sich mit den Kursverlusten vom Freitag bereits abgezeichnet und wurde nun gestern bestätigt.

Raus aus Long-Positionen

Das Chartbild ist damit nun kurzfristig stark angeschlagen. Und gemäß der Analyse vom Donnerstag sollten daher nun Long-Positionen vorerst geschlossen worden sein, so dass sie womöglich zu tieferen Kursen bald wieder zurück ins Depot geholt werden können. Doch wie weit könnte der DAX nun fallen?

Zeit für Short-Positionen?

Grundsätzlich zeigt sich mit Blick auf den folgenden Chart schon recht deutlich, dass der aktuelle Rücksetzer im Vergleich zum vorangegangenen Anstieg recht moderat ausgefallen ist. Es ist also theoretisch noch eine Menge Korrekturbedarf und weiteres Korrekturpotential vorhanden.

DAX - Target-Trend-Analyse

Doch der Chart zeigt auch, dass es im dargestellten Zeitraum nach solchen Rücksetzern stets sehr schnell wieder zu Kurserholungen und Kursanstiegen gekommen ist. Und kurz vor den aktuellen Kursverlusten hat der DAX noch ein neues Rekordhoch markiert. Es liegt also zwar schon ein tieferes Tief, aber auch noch ein höheres Hoch vor. Und somit fehlen noch bestätigende Signale, bevor man sich über Kursziele auf der Unterseite Gedanken machen sollte.

Aufwärtstrend im DAX ist noch intakt

Bislang ist der DAX mit der gestrigen Tageskerze „nur“ unter die Rechteckgrenze bei 15.430 Punkten gefallen (siehe roter Pfeil im Chart). Und dabei rutschten die Kurse ziemlich genau bis an die Mittellinie bei 15.075 Punkten und eine Aufwärtstrendlinie, die Bestandteil eines aufsteigenden Dreiecks ist, welches sich im Zeitraum von Dezember 2020 bis März 2021 gebildet hatte (blaue Linien, grüner Pfeil). Diese Aufwärtstrendlinie hat (zusammen mit der Mittellinie) als (Kreuz-)Unterstützung gehalten, und somit auch der damit verbundene Aufwärtstrend.

Anschließend pendelte sich der DAX in der ehemaligen Seitwärtsrange ein. Und die heutige Tageskerze zeigt aktuell keine weitere Verkaufsbereitschaft an, was insbesondere einem starken Dow Jones zu verdanken bzw. geschuldet ist. Gelingt den Bullen nun ein schneller Gegenschlag, bleibt der Aufwärtstrend des DAX noch intakt – und er könnte sich dann auch wieder fortsetzen, inklusive neuer Rekordhochs.

Diese bestätigenden Signale gilt es abzuwarten

Erst wenn der DAX das gestrige Tagestief unterschreitet und die Aufwärtstrendlinie klar gebrochen wird, war der Kursrutsch nicht wieder nur eine Eintagsfliege. Dann liegen immerhin im sehr kurzfristigen Bereich ein tieferes Hoch und ein tieferes Tief vor, was ein bestätigendes Signal für eine Korrektur wäre.

Doch im übergeordneten Bereich liegt erst ein tieferes Tief vor, wenn die drei Zwischentiefs vom Mai bzw. konkret das Tief vom 13. Mai bei 14.816,35 Punkten unterschritten werden. Erst dann ist der Aufwärtstrend des DAX deutlich gestört. Und erst dann zeigen die Bären erstmals seit langem einen echten Willen, die Kurse nachhaltiger zu drücken, was man dann mit ersten kleinen Short-Positionen quittieren könnte.


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