Börse - Intern - 10-Tage-Rückblick

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Der 10-Tage-Rückblick des Börse Intern informiert Sie darüber, was die Märkte in den letzten zehn Tagen wirklich bewegt hat. Regelmäßige und vor allem zuverlässige Informationen sind die Basis für Ihren Börsenerfolg. Mit diesem Service bieten wir Ihnen die Inhalte der vergangenen zehn Ausgaben übersichtlich auf einer Seite dargestellt.


Börse - Intern vom 27. Januar 2020:
Achtung, Volatilität!

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

die Coronavirus-Pandemie breitet sich trotz der drakonischen Maßnahmen Chinas – bis zum Wochenende wurden schon 18 Großstädte mit insgesamt mindestens 56 Millionen Einwohnern abgeriegelt – mit rasanter Geschwindigkeit vor allem in China weiter aus.

Darauf reagieren die Börsen inzwischen mit einem leichten Anfall von Panik. Doch davon sollten Sie sich nicht verunsichern lassen. Vielmehr sollten Sie sich daran erinnern, dass Börsenturbulenzen etwas Normales sind – und die Ruhe der vergangenen Wochen die Ausnahme war.

In China gab es schon einen spürbaren Rückfall

Werfen wir zunächst einen Blick auf den chinesischen Aktienmarkt, um die jüngsten Geschehnisse einordnen zu können:

CSI300-Tageschart seit Januar 2019

Dem CSI 300, dem Index der 300 größten Inland-Aktien an den Börsen Shanghai und Shenzhen gelang zu Jahresbeginn ein recht dynamischer Ausbruch über sein Hoch von 2019, das er im Zuge der starken Erholung nach dem Einbruch 2018 markierte (rote Linie).

Doch bereits unmittelbar danach hatte der Index Schwierigkeiten, dieses Niveau zu halten – womöglich bereits als Reaktion auf den Virusausbruch Anfang Dezember. Der Kurs konnte sich jedenfalls von der roten Linie nicht nachhaltig lösen (siehe roter Bogen). Am vorigen Dienstag, dem Tag, an dem die Börsen angeblich auf die drohende Pandemie reagierten, fiel er unter das Hoch von 2019 zurück (siehe schwarzer Pfeil).

Fehlausbruch als Auslöser der Korrektur

Vielleicht ist dieser Rückfall tatsächlich auf den Virusausbruch zurückzuführen, aber zunächst einmal ist es ein Fehlausbruch, der klar bearish ist. Darauf reagieren natürlich die Anleger weltweit – was wieder einmal beweist, dass die Kurse die Nachrichten machen. Am Donnerstag dürfte die Nachricht von den Städteblockaden in China dagegen tatsächlich ein Auslöser für die deutlich stärkeren Kursverluste gewesen sein (siehe roter Pfeil).

In China ist also die lange erwartete Korrektur womöglich schon im Gang. Und auch an den westlichen Börsen könnte diese nun starten, nachdem am Freitag auch der zweite Infektionsfall in den USA bestätigt wurde und die US-Indizes ins Minus tauchten. Sie verbuchten dabei die größten Verluste seit Beginn der Jahresendrally im Oktober.

Eine ungewöhnlich lange ruhige Börsenphase

Das hat in vielen Medienkommentaren für Aufmerksamkeit gesorgt – verständlich, denn der jüngste Anstieg gab ja kaum eine nennenswerte Dramatik her. Und auch viele Anleger dürften durch die Rally seit Oktober eingelullt worden sein, schließlich gaben sich die Aktienmärkte ungewöhnlich zahm. Der folgende Chart zeigt z.B. den S&P 500 seit 1950 (oberer Chartteil) und die Anzahl aufeinanderfolgender Handelstage, an denen die Kursausschläge – egal in welche Richtung – weniger als 1 % betrugen (unterer Chartteil):

Volatilität S&P 500 (I)

Quelle: MarketMaker, eigene Berechnungen

Am Freitag konnten wir den 71. Tag in Folge mit auffallend niedriger Volatilität zählen. Die Höhe der „Nadeln“ im unteren Chart zeigt, dass dies eine außergewöhnlich lange ruhige Phase an der Börse war: In den vergangenen 70 (!) Jahren gab nur 13 Zeiträume, in denen dieser Wert (rot gestrichelte Linie) überschritten wurde.

Volatilität ist Normalität, nicht Ausnahme!

Wenn heute also die Aktienmärkte mal 2 % oder so zurücksetzen, dann verfallen Sie nicht gleich in Panik. Wir erleben vermutlich nur die Rückkehr der Volatilität. Streng genommen bezeichnet dieser Begriff eine statistische Kennzahl, aber im landläufigen Börsenjargon sind damit auch größere Kursausschläge an einzelnen Handelstagen oder kurzfristige Rücksetzer gemeint.

Solche Bewegungen können – je nach Stimmung und anderen Einflüssen – mit oder ohne Vorwarnung auftreten, auch in Bullenmärkten. Und da insbesondere die Stimmung kurzfristig sehr schnell umschlagen kann oder eben mitunter auch tatsächlich externe Ereignisse stärker auf die Kurse wirken, kommt es immer wieder dazu. Häufig lässt sich auch keine „Logik“ hinter solchen Ausschlägen erkennen – auch wenn sich Medien und Analysten stets nach Kräften darum bemühen. (Denken Sie daran: Kurse machen Nachrichten!)

Aktuell könnte natürlich die Coronavirus-Pandemie zum Auslöser nicht nur für eine höhere Volatilität, sondern auch für eine Korrektur werden. Aber auch das ist kein Grund zur Sorge – oder haben Sie aufgrund der überkauften Indizes nicht schon längst mit einer solchen Korrektur gerechnet? Jetzt könnte es also dazu kommen. Korrekturen gehören schließlich zu jeder Rally!

Wie sich eine Korrektur ankündigen kann

Dass eine Korrektur im Anmarsch sein könnte, zeigt auch ein anderer Indikator, der aber chronisch ungenau ist, zumindest was das Timing betrifft. Gemeint ist die implizite Volatilität, die von Volatilitäts-Indizes wie dem VDAX angegeben wird. Im folgenden Chart ist der entsprechende Index für den S&P 500 im unteren Chartteil dargestellt:

Volatilität S&P 500 (II)

Quelle: MarketMaker

Diese implizite Volatilität wird aus den Optionspositionen für den S&P 500 berechnet, welche die Anleger an der US-Terminbörse eingehen. Vereinfacht gesagt, ist dabei die implizite Volatilität, umso höher, je höhere Optionsprämien sie z.B. für Put-Optionen bezahlen, um sich gegen Kurseinbrüche abzusichern. Da die Anleger aber höhere oder gar überhöhte Optionsprämien nur dann bezahlen werden, wenn ihre Angst vor fallenden Kursen und damit ihr Absicherungsbedürfnis entsprechend groß ist (und umgekehrt), gilt die implizite Volatilität auch als Barometer für Angst bzw. Sorglosigkeit der Börsianer.

Daher sinkt die implizite Volatilität, wenn die Kurse steigen (siehe grüne Pfeile) und schnellt nach oben, wenn sie einbrechen. Mitunter kommt es aber im letzten Teil eines Anstiegs dazu, dass die Volatilität schon wieder leicht steigt, wenn die Kurse noch klettern. Das wird am deutlichsten im Vergleich der Kurstendenz und der Tendenz der Tiefs des Volatilitätsindex (siehe rote Striche).

Wir haben Sie rechtzeitig gewarnt!

Solche Abweichungen zum „Normalverlauf“ gab es zuletzt vor allem vor den Einbrüchen vom Februar und Oktober 2018 – und eben auch in den vergangenen Wochen. Die Krux dabei ist jedoch, dass völlig offen ist, wie lange eine solche Diskrepanz anhält. Unklar ist auch, wie stark ein möglicher Rückfall danach ausfällt – werden es nur 12 % wie Anfang 2018 oder 20 % wie Ende 2018 oder gar noch mehr? Genauso wenig lässt sich während der Korrektur deren Ende erkennen.

Die Aussagekraft dieses Indikators ist also begrenzt, aber im Zusammenhang mit der nun aufkommenden Unsicherheit über die Folgen der Coronavirus-Pandemie ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es in den nächsten Wochen zu der lang erwarteten Korrektur kommt. Wie gesagt: Angesichts der überkauften Lage der US-Indizes, ihrer Überwertung und natürlich den wiederholten Warnungen dazu hier in der Börse-Intern sollte Sie diese Korrektur nicht unvorbereitet treffen.

Taugt die Pandemie als Crash-Auslöser?

Bleibt nur die Frage, ob die Pandemie das Zeug hat, den Bullenmarkt zu beenden. Und hier ist die Antwort – basierend auf den bisherigen vergleichbaren Fällen – absolut eindeutig: Nein, weder die SARS-Epidemie 2003 noch andere weltweite Pandemien lösten (bisher) einen Bärenmarkt oder gar Crash aus. Wenn demnächst trotzdem die Kurse stärker zurückkommen oder die Wirtschaft spürbar schwächelt, dann wird die Pandemie allenfalls ein Katalysator sein, der z.B. die Effekte des Handelsstreits oder der schon vorhandenen wirtschaftlichen Schwäche in Europa (siehe Börse-Intern vom Freitag) nur verstärkt.

Sicherlich kann die Pandemie auch die Börsianer in nächster Zeit stärker verunsichern, was sich in besagter Korrektur entladen kann. Aber mit einer verhalteneren Börsenphase müssen wir nach der steilen Rally seit Oktober und in einem US-Wahljahr ohnehin rechnen (siehe Börse-Intern vom 20.01.2020). An der bisherigen Markteinschätzung ändert der Ausbruch der jüngsten Pandemie also zunächst nichts.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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Börse - Intern vom 24. Januar 2020:
Moderates Wachstum vs. steile Kursanstiege

Nachdem sich mit den jüngsten Sitzungen der Notenbanken aus Japan und der Eurozone bestätigt hat, dass von der Geldpolitik auf absehbare Zeit (einige Monate) keine Impulse für die Börsen zu erwarten sind (auch die FOMC-Sitzung am 28./29.Januar dürfte keine spektakulären Neuigkeiten  bringen), standen heute mit den vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (PMI) wieder verstärkt die Konjunkturdaten im Fokus. Allerdings können auch diese, wie bereits befürchtet, derzeit kaum Impulse liefern.

Deutsche Wirtschaft erholt sich langsam

Für Deutschland wurde ein Industrie-PMI mit 45,2 Punkten gemeldet, nach 43,7 im Monat zuvor. Damit scheint das Tief vom September 2019 zwar überwunden, doch bleibt das verarbeitende Gewerbe damit weiterhin unterhalb der Schwelle von 50 Punkten, ab der zukünftiges Wachstum signalisiert wird.

IHS Markit Einkaufsmanagerindex Deutschland Industrie

Die Wirtschaft ist somit nach wie vor zweigeteilt. Denn der Service-PMI steht aktuell bei 54,2 Punkten, nach 52,9 für Dezember. Die Dienstleister zeigen sich damit wieder sehr stark. Und die leichte Schwäche vom vergangenen Herbst scheint hier vollständig überwunden. Die Wachstumsschwelle von 50 Punkten geriet nie wirklich in Gefahr, da sich die Werte nach dem Rückgang im September kontinuierlich erholt haben.

IHS Markit Einkaufsmanagerindex Deutschland Dienstleistung

Die Konsensschätzungen lagen bei 44,5 bzw. 53,0 und wurden somit in beiden Fällen übertroffen. Das gilt auch für den Gesamt-PMI, der von 50,2 auf 51,1 Punkte zulegen konnte (Erwartung: 50,5) und somit nachhaltiger über die Wachstumsschwelle von 50 Zählern stieg.

IHS Markit Einkaufsmanagerindex Deutschland Composite (Industrie und Dienstleistung)

Eigentlich hätte es damit durchaus zu Kursgewinnen bei DAX & Co. kommen können. Doch diese hatten bereits im Vorfeld stattgefunden – der DAX war vom gestrigen Schlusskurs bis zur Bekanntgabe der Daten schon um mehr als 150 Punkte gestiegen – und so fielen diese nur noch moderat aus.

Euro-Wirtschaft wächst weiterhin moderat

Etwas weniger positiv fielen wenig später die Daten zur Eurozone aus. Hier legte der Industrie-PMI von 46,3 auf 47,8 Punkte zu.

IHS Markit Einkaufsmanagerindex Eurozone Industrie

Allerdings ging der Service-PMI von 52,8 auf 52,2 Punkte unerwartet stark zurück. Er blieb damit zwar komfortabel oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Zählern, doch dadurch verfehlte der Gesamt-PMI ebenfalls die Erwartungen (51,2 Punkte). Er konnte aber immerhin das Vormonatsniveau von 50,9 Punkten halten und blieb dadurch weiterhin oberhalb der wichtigen 50-Punkte-Marke.

IHS Markit Einkaufsmanagerindex Eurozone Composite (Industrie und Dienstleistung)

Damit setzt auch die Wirtschaft der Eurozone ihre Erholung fort. Mehr als das moderate Wachstum der vergangenen Quartale bahnt sich hier aber nicht an.

US-Wirtschaft läuft weiterhin besser

Deutlich besser schnitt erneut die US-Wirtschaft ab. Der Gesamt-PMI legte von 52,7 auf 53,1 Punkte zu und notiert damit so hoch wie seit März 2019 nicht mehr.

IHS Markit Einkaufsmanagerindex USA Composite (Industrie und Dienstleistung)

Grund dafür war, dass auch in den USA der Service-Sektor stark blieb, der mit 53,2 Punkten ein 10-Monats-Hoch erreichte, während die Industrie leicht schwächelt. Mit 51,7 Punkten (zuvor: 52,4) wächst aber auch dieser Wirtschaftsbereich noch ordentlich.

Aktienmärkte übertreiben

Insgesamt sind die Einkaufsmanagerdaten positiv zu werten und sie können Kursanstiege der Aktienmärkte begründen. Allerdings gehen die Geschwindigkeiten des Wirtschaftswachstums und des Aktienmarktanstiegs immer noch weit auseinander. Somit gilt weiterhin: Sowohl der Kurseinbruch Ende 2018 als auch der Kursanstieg seit Herbst 2019 stellen eine Übertreibung dar – insbesondere in den US-Indizes.

Aber dieses Phänomen hatte Börsenaltmeister André Kostolany durch seinen Vergleich mit dem Herrchen (Wirtschaft) und dem Hund (Börse) bereits anschaulich erläutert: Mal läuft der Hund seinem Herrchen hinterher (die Kurse übertreiben nach unten), mal rennt er voraus (die Kurse übertreiben nach oben).

KGV des S&P 500 am Hoch der 10-Jahres-Spanne

Aktuell sind die Aktienmärkte der Wirtschaft deutlich voraus und insbesondere in den USA extrem hoch bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des S&P 500 liegt inzwischen sogar am obersten Ende seiner 10-Jahres-Spanne.

Kursgewinnverhältnisse (KGV) der großen Aktienmärkte
(Quelle: Helaba)

Und daher werden sich die Aktienkurse wohl bald durch eine Korrektur dem Verlauf der Wirtschaft wieder annähern. Denn angesichts der aktuellen Einkaufsmanagerdaten, die ja nur ein moderates Wachstum signalisieren, ist nicht zu erwarten, dass die Wirtschaft derartig Tempo aufnimmt, dass sie die Lücke zur Aktienmarktbewertung schließen kann.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


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Börse - Intern vom 23. Januar 2020:
DAX und Bund-Future machen es derzeit spannend

Wie erwartet und bereits vorgestern geschrieben, hat nach der japanischen Notenbank auch die Europäische Zentralbank (EZB) ihre aktuelle Geldpolitik bestätigt. Die Leitzinsen bleiben auf den aktuellen Niveaus, das Anleihekaufprogramm wird mit 20 Milliarden Euro monatlich unverändert fortgesetzt und auch an der „forward guidance“ wurden keine Veränderungen vorgenommen. Der EZB-Rat beschloss heute lediglich (nun auch offiziell), mit einer Überprüfung der geldpolitischen Strategie der EZB zu beginnen.

Der DAX macht es äußerst spannend

Mit anderen Worten: Es bleibt dabei, dass man von der Geldpolitik auf absehbare Zeit keine Impulse für die Börsenkurse erwarten kann. Das heißt aber nun natürlich nicht, dass es an der Börse langweilig wird. Im Gegenteil. So macht es der DAX zum Beispiel derzeit äußerst spannend. Nach dem gestrigen Fehlausbruch auf ein neues Allzeithoch (siehe Bogen oben rechts im folgenden Chart) und dem Rückfall in das aufsteigende Dreieck (blaue Linien) wurde heute auch noch die Aufwärtstrendlinie des Dreiecks nach unten gebrochen (rote Ellipse).

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Dabei konnte zunächst eine Unterstützungslinie (grün) verteidigt werden, welche die Hochs der vorangegangenen Fehlausbrüche verbindet, die im Rahmen der Seitwärtskonsolidierung (gelbes Rechteck) entstanden. Anschließend stieg der DAX von unten bis an die gebrochene Aufwärtstrendlinie zurück, prallte von dieser Linie aber nach unten ab und brach dann auch die grüne Unterstützungslinie.

Fällt er nun auch noch klar in den Bereich der Seitwärtskonsolidierung (gelbes Rechteck) zurück, wäre dies kurzfristig sehr bearish. Denn das neue Allzeithoch würde sich damit als Bullenfalle etablieren. Und auch der bullishe Ausbruch aus der Seitwärtskonsolidierung wäre damit hinfällig. Eine größere Korrektur wird so deutlich wahrscheinlicher. Nur wenn der DAX die Linien des Dreiecks erneut überwinden kann, bewahren die Bullen ihre Chancen.

Bund-Future vor dem Übergang in eine Seitwärtsbewegung

Spannend ist es derzeit auch im Bund-Future. Denn hier haben die Kurse den steileren Abwärtstrendkanal (siehe dazu Börse-Intern vom 12. November 2019) verlassen und wieder klar den flacheren Trendkanal fortgesetzt. Heute wurde auch noch dessen obere Begrenzungslinie überwunden. Die befürchtete Beschleunigung der Abwärtsbewegung ist damit ausgeblieben. Stattdessen könnte die Abwärtsbewegung durch einen nachhaltigen Bruch der Trendkanäle nun sogar beendet werden und der Bund-Future in eine Seitwärtstendenz übergehen oder sogar den übergeordneten Aufwärtstrend wieder aufnehmen.

Bund-Future - Chartanalyse

Im Target-Trend-Spezial, in dem wir den Bund-Future regelmäßig analysieren, haben wir bereits gemutmaßt, dass hier der Übergang in eine Seitwärtstendenz ansteht. Denn mit Blick auf den Strafzins der EZB für Banken (-0,5 %) erscheint das aktuelle Niveau des Bund-Futures angemessen. „Und daher ist eine größere Seitwärtskonsolidierung wahrscheinlicher, abhängig von der Zinserwartung“, hieß es zum Beispiel in der letzten Bund-Future-Analyse vom 15. Januar dazu.

Da die Zinserwartungen für die Eurozone derzeit zementiert scheinen – angesichts der Zinspause der EZB, die noch viele Monate andauern dürfte, sind größere Zinsänderungen nicht in Sicht – ist eine Seitwärtsbewegung am Zinsmarkt und somit im Bund-Future derzeit klar das wahrscheinlichste Szenario.

Die Zinsen könnten ihr Niveau gefunden haben

In der Börse-Intern vom 12. November 2019 hatte ich auch auf die Umlaufrendite verwiesen, die nach einer Übertreibung nach unten auf das Niveau von Oktober 2016 zurückgekehrt war. Dieses liegt bei -0,28 %. Und aktuell notiert die Umlaufrendite wieder genau auf diesem Niveau.

Umlaufrendite

Dies verwundert mich nicht und es könnte auch noch eine Weile so bleiben. Denn da die Leitzinsen der EZB derzeit bei 0,0 % bis -0,5 % liegen und voraussichtlich auch in einem Jahr noch dort liegen werden, sollte sich die Umlaufrendite in diesem Bereich einpendeln (gelbes Rechteck). Aktuell befindet sie sich ziemlich genau in dessen Mitte.

Fazit

Bestätigen sich meine Einschätzungen und Erwartungen zum Bund-Future, ist es bald vorbei mit der aktuell noch vorhandenen Spannung in diesem Markt. Weder Long- noch Short-Positionen machen hier dann Sinn, es sei denn, man ist ein sehr kurzfristig agierender Trader und weiß eine relativ enge Seitwärtstendenz auszunutzen. Im DAX dürfte es hingegen spannend bleiben.


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Ihr
Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 22. Januar 2020:
Neues Allzeithoch im DAX bislang nur eine erneute Bullenfalle

Der DAX konnte heute ein neues Allzeithoch erreichen (siehe grüner Kreis im folgenden Chart).

DAX markiert neues Allzeithoch

Und schon sind die Medien voll des Lobes für den deutschen Leitindex. Er habe jetzt Kurspotential bis auf 14.500 Punkte, hieß es in einem Bericht.

Als Grund für die jüngsten Kursgewinne wurde das Teilabkommen zwischen den USA und China genannt. Das ist auch grundsätzlich nicht falsch, denn der Teilerfolg der USA im Handelsstreit mit China hat natürlich geholfen, die Aktienkurse weiter nach oben zu treiben. Doch dieses Thema ist hinlänglich bekannt und daher längst in den Kursen eingepreist. Wäre das Teilabkommen wirklich der entscheidende Grund für das neue Allzeithoch im DAX, hätte dem Index schon vor Tagen der Sprung auf dieses Niveau gelingen müssen.

Ein neues Allzeithoch ist kein Garant für steigende Kurse

Und nur weil der Index ein neues Allzeithoch erreicht hat, bedeutet dies nun nicht, dass er dadurch Kurspotential bis auf 14.500 Punkte hat. Ein Kurspotential ergibt sich nicht allein durch das Überwinden einer alten Chartmarke bzw. eines horizontalen Widerstandes. Sondern es errechnet sich aus fundamentalen Daten, wie zum Beispiel einem „fairen“ oder durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), oder durch charttechnische Formationen, die sich zuvor ausgebildet hatten.

Kursziel aus aufsteigendem Dreieck

So zum Beispiel das aufsteigende Dreieck (dicke Linien im folgenden Chart), welches ich gestern erwähnt hatte und aus dem der DAX heute idealtypisch nach oben ausgebrochen ist.

DAX - aufsteigendes Dreieck

Aus einer solchen Formation ermittelt man ein Kursziel, indem man den größten Abstand von der Unterstützungs- zur Widerstandslinie misst und dieses Ausmaß auf das Ausbruchsniveau legt (siehe grüne Striche im folgenden Chart).

DAX - Kursziel

Die horizontale Widerstandslinie des Dreiecks liegt bei 13.548 Punkten, der Ausgangspunkt der Aufwärtslinie bei 13.362 Zählern. Der breiteste Abstand beträgt also 186 Punkte. Legt man dieses Ausmaß auf die Widerstandslinie, so ergibt sich ein Kursziel für den DAX von 13.734 Zählern.

DAX zeigt sich weiterhin zögerlich

Dieses Kursziel ist nur ein Beispiel. Und es gibt übergeordnete Formationen, aus denen sich auch ein Kursziel von ca. 14.500 Punkten ergibt. Doch durch den Anstieg über den markanten Widerstand des ehemaligen Allzeithochs ergeben sich diese Kursziele nicht, sondern ein Erreichen der Kursziele ist lediglich wahrscheinlicher, weil das Allzeithoch als Widerstand überwunden wurde.

Aber dass es mit dem DAX nun schon in Kürze auf deutlich höhere Niveaus geht, darf bezweifelt werden. Denn der deutsche Leitindex befindet sich trotz des neuen Allzeithochs in keiner besonders starken Verfassung. Insbesondere gegenüber den US-Indizes zeigt der DAX schon lange eine relative Schwäche. Und die moderaten Kursgewinne, die er jüngst erzielen konnte, waren sehr holprig erarbeitet. Da passt es nur ins Bild, dass auch der Sprung auf ein neues Allzeithoch heute nicht nachhaltig gelungen ist (siehe roter Bogen oben rechts im folgenden Chart).

DAX - Bullenfalle

Stattdessen sind die Kurse nach dem kurzen Ausflug nach oben wieder in den Bereich des aufsteigenden Dreiecks zurückgefallen. Und damit ist das neue Allzeithoch bislang lediglich eine erneute Bullenfalle. Derartige Fehlsignale mussten wir im DAX schon mehrfach erleben (siehe übrige rote Bögen).

Es droht ein Doppeltop im DAX

Und vor diesem Hintergrund bleibe ich skeptisch für die Aktienmärkte. Zumal die Bullen nun das Allzeithoch als Kursziel abhaken können, welches sie offenbar unbedingt noch erreichen wollten. Kommt es jetzt in den völlig überkauften US-Indizes zu einem scharfen Rücksetzer, dann droht im DAX ein Doppeltop, auf dessen Möglichkeit ich bereits am 7. November 2019 hingewiesen hatte.

DAX - mögliches Doppeltop

Aktuell würde sich dafür ein fast idealtypischer Verlauf abzeichnen. Und wenn der DAX nun unter die Aufwärtstrendlinie der Dreiecksformation und in den Bereich der mehrwöchigen Seitwärtstendenz (gelbe Rechtecke in den Charts oben) zurückfällt, wäre dies ein Grund, kurzfristig sehr vorsichtig zu werden.

Fazit

Ein neues Allzeithoch ist natürlich bullish zu werten. Und wenn dem DAX ein nachhaltiger Ausbruch gelingt, dann sind höhere Kursziele, die sich aus charttechnischen Formationen ergeben, deutlich leichter erreichbar. Allerdings zeigt der DAX derzeit keine klare Stärke. Und daher solte man nun nicht uneingeschränkt darauf setzen, dass der DAX zum Beispiel auf 14.500 Punkte steigen kann. Stattdessen sollte man damit rechnen, dass es noch zu einem Rücksetzer kommt, bevor der nachhaltige Ausbruch auf ein neues Allzeithoch gelingt und die höheren Kursziele erreicht werden können.


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Ihr
Sven Weisenhaus
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PS: Bernd Raschkowski konnte für seine Leser im Allstar-Trader heute schon wieder binnen kürzester Zeit einen hohen Gewinn realisieren – 11,73 % mit den Aktien der Wirecard AG innerhalb von nur einer Woche.
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Börse - Intern vom 21. Januar 2020:
Einen Corona-Virus hatten die Anleger nicht auf dem Schirm

Es herrscht derzeit sehr wenig Bewegung an den Börsen. Das mag sicherlich auch daran gelegen haben, dass die US-Aktienbörsen am gestrigen Montag wegen des Feiertags „Martin Luther King Day“ geschlossen blieben. Es liegt aber auch daran, dass weder die Konjunkturdaten, noch die Geldpolitik oder die Berichtssaison in den USA neue Impulse geben.

Konjunkturdaten, Notenbanken und Unternehmensbilanzen erwartungsgemäß

Was die Konjunkturdaten angeht, so hat der heutige Anstieg des ZEW-Index nicht sonderlich überrascht, weil die bei diesem Frühindikator befragten Finanzexperten angesichts des jüngst unterzeichneten Teilabkommens der USA und China natürlich optimistischer in die Zukunft blicken.

ZEW-Konjunkturerwartungen

Doch die Korrelation zwischen diesem Stimmungsindikator und dem DAX ist sehr gering. Und auch heute reagierten die Anleger kaum auf das Umfrageergebnis.

Was die Geldpolitik angeht, so hat auch die japanische Notenbank ihre abwartende Haltung nach ihrer aktuellen Sitzung heute lediglich bestätigt. Der kurzfristige Einlagesatz bleibt demnach bei -0,10 %, das Ziel für die Rendite 10-jähriger japanischer Staatsanleihen liegt weiterhin bei etwa Null. Gemäß der unveränderten „forward guidance“ der Notenbank sollen die Leitzinsen auf dem derzeitigen Niveau belassen oder gesenkt werden, solange es notwendig ist, um das Inflationsziel von 2 % zu erreichen.
Einen sehr ähnlichen Tonfall wird wohl auch die Europäische Zentralbank (EZB) nach ihrer bevorstehenden Sitzung am kommenden Donnerstag anschlagen.

Bei der Berichtssaison in den USA haben derweil 72 % der bislang veröffentlichten Bilanzen die zuvor reduzierten Erwartungen geschlagen. Dieser Wert ist absoluter Durchschnitt.

Dieses Risiko hatten Anleger überhaupt nicht auf dem Schirm

Woher sollen also größere Kursimpulse kommen?! Eine aktuelle Entwicklung, die bereits einige Kurse bewegt hat, ist die sich ausbreitende neuartige Virus-Lungenkrankheit in China. Wegen der Erkrankungen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sogar schon ihren Notfallausschuss einberufen. Und dadurch wurde die Aufmerksamkeit der Investoren geweckt, die sich noch an die wirtschaftlichen Schäden erinnern, den ein ähnlicher Virenstamm, das SARS-Virus, 2003 angerichtet hatte. Laut Reuters-Informationen wurde das Wirtschaftswachstum in China damals durch das Virus um einen Prozentpunkt verlangsamt.

Eine neue Pandemie gilt aktuell noch als wenig wahrscheinlich. Doch bei neuen Erkenntnissen über die aktuell 6 Todesfälle und mehr als 300 Infektionen könnte sich die Risikoeinschätzung schnell ändern. Als erstes dürften dann Flug- und Tourismusaktien stärker leiden, die sich heute bereits belastet zeigen.

Wird das der Auslöser für eine größere Korrektur?

Am 7. Januar war hier in der Börse-Intern zu lesen, dass es in Übertreibungsphasen meist eines Auslösers bedarf, um die bullishen Anleger dazu zu bringen, ihre Haltung zu ändern und sich von ihren Aktien zu trennen. Eine Eskalation im Nahen Osten konnte abgewendet werden und entwickelte sich daher nicht zu diesem Auslöser. Nun sollte man die Nachrichten zum Corona-Virus im Auge behalten.

DAX mit Zug zum Allzeithoch

Der DAX jedenfalls müht sich immer noch ab, sein Allzeithoch bei 13.596,89 Punkten zu erreichen. Immerhin ist die Tendenz des deutschen Leitindex durch höhere Tiefs aktuell noch aufwärts gerichtet (siehe grüne Aufwärtslinie im folgenden Chart), seit der etwas holprige Ausbruch aus der Seitwärtstendenz (gelbes Rechteck) mit Hilfe von zwei Aufwärtslücken (grüne Ellipsen) gelungen ist.

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Heute ging der Index zwar aufgrund schwacher Vorgaben aus Asien infolge der Virus-Meldungen mit einer Abwärtslücke in den Handel (rote Ellipse), doch konnten die Verluste im Handelsverlauf vollständig aufgeholt werden. Und so scheinen die Anleger das Allzeithoch im Visier zu haben und es unbedingt noch erreichen zu wollen.

Durch die höheren Tiefs stehen die Chancen für die Bullen auch nicht schlecht. Denn zusammen mit dem aktuellen horizontalen Widerstand (rote Linie) bildet sich ein aufsteigendes Dreieck im DAX, aus dem gewöhnlich ein Ausbruch nach oben erfolgt. Man kann also weiterhin an bestehenden Long-Positionen festhalten, um vom anhaltenden Aufwärtstrend zu profitieren. Aber man sollte vorsichtig sein, wenn der DAX in den Bereich der mehrwöchigen Seitwärtstendenz klar zurückfällt (und die US-Indizes dabei ebenfalls deutlich nachgeben).


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Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 20. Januar 2020:
Das Beste und das Schlimmste, was passieren kann

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

die Frage, die ich mit der heutigen Überschrift aufwerfe, lässt sich aus Sicht der Börsianer scheinbar einfach beantworten: Das Beste, was passieren kann, ist eine (weitere) starke Rally, das Schlimmste natürlich ein Crash. Aber sollten wir uns wirklich freuen, wenn die Kurse nun weiter steigen?

Wie es zu einer Übertreibung kommt

Sven Weisenhaus hatte in jüngster Zeit mehrfach auf die Diskrepanzen zwischen fundamentaler Lage und Kursentwicklung hingewiesen und daher zu Recht davor gewarnt, dass eine Fortsetzung der steilen und stetigen Rally eine Übertreibung sein könnte. Das gilt umso mehr, da insbesondere die US-Indizes schon jetzt massiv überkauft sind.

Nun sind stets mehrere, häufig kaum nachvollziehbare Gründe denkbar, warum es zu einer Übertreibung an den Märkten kommt. Aktuell gibt es aber zumindest eine theoretische Möglichkeit, warum die Börsen womöglich weiter haussieren– das Impeachment-Verfahren gegen US-Präsident Trump.

Einige Analysten sehen das Verfahren als mögliche Belastung für die Aktienkurse, aber diese Ansicht ist kaum nachvollziehbar: Das Verfahren ist ein rein politisches und selbst im Fall einer Amtsenthebung würde einfach Vizepräsident Pence nachrücken und höchstwahrscheinlich die bisherige Politik der US-Regierung fortsetzen. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im US-Kongress ist jedoch eine Amtsenthebung Trumps sehr unwahrscheinlich. Der Ausgang des Verfahrens dürfte also in jedem Fall für die Märkte bedeutungslos sein.

Die nächsten Ziele der Bullen

Anders könnte es während des Verfahrens sein, sofern Präsident Trump dadurch veranlasst wäre, andere Ziele bzw. Aktivitäten zurückzustellen. Würde z.B. sein Druck im Handelsstreit nachlassen, könnte dies für die Wirtschaft und damit für die Börsen zumindest eine zeitweise Erleichterung bedeuten, welche die Kurse weiter steigen lässt.

Zwar halte ich persönlich dieses Szenario für recht unwahrscheinlich, aber es sind, wie gesagt, viele andere Gründe denkbar, warum die Börsen haussieren könnten. So steht der Dow Jones nur noch gut 2 % vor seiner 30.000er Marke, also der nächsten „großen“ Tausender-Grenze – ein Ziel, das die Bullen sicherlich noch ansteuern wollen.

Im NASDAQ 100 sind es noch 9 % bis zur 10.000-Punkte-Marke – auch das ist noch ein erreichbares Ziel, dessen Erreichen die Übertreibung, die man im NASDAQ 100 schon erkennen kann, aber wohl nur verstärken würde.

Was hoch steigt, kann tief fallen

Natürlich dürften viele Anleger weiter steigende Kurse begrüßen – Übertreibung hin oder her. Vor allem diejenigen, die aufgrund der eindrucksvollen Rally seit Oktober erst kürzlich eingestiegen sind, hoffen auf deren Fortsetzung. Aber ist es wirklich wünschenswert, dass die Hausse jetzt noch längere Zeit weitergeht – wäre also eine Übertreibung wirklich das Beste, was passieren kann?

Oder ist es nicht vielmehr so, dass der spätere Kater umso heftiger ausfällt, je länger und wilder die Party läuft? Auch darauf hatte Sven Weisenhaus schon hingewiesen: Eine Übertreibung erhöht also vor allem die „Fallhöhe“, aus der die Märkte später abstürzen können. Im schlimmsten Fall ist es sogar möglich, dass die Anleger in einer Übertreibung zu der Ansicht kommen, dass fundamentale Prinzipien aus irgendwelchen Gründen außer Kraft gesetzt seien.

Wenn Börsenprinzipien außer Kraft gesetzt werden

Wenn Sie schon länger an der Börse sind, wird Ihnen diese „Argumentation“ bekannt vorkommen: Sie beherrschte zuletzt in der Technologieblase der 1990er Jahre die Diskussion – damals wurde ein Gegensatz zwischen Old und New Economy konstruiert. Der inzwischen zum TecDAX mutierte deutsche Technologieindex hieß nicht zufällig anfangs schlicht „Neuer Markt Index“ (NEMAX)!

Das Ende ist bekannt – die hochgejubelten Technologiewerte an der Wall Street verloren in Gestalt des NASDAQ 100 in dem Crash, welcher der Blase folgte, mehr als 83 % ihres Wertes. Insofern wäre also eine Übertreibung womöglich nicht das Beste, sondern das Schlimmste, was passieren kann. Oder beides zugleich: Wer die Übertreibung mitnimmt und rechtzeitig den Absprung schafft, wird frohlocken, alle anderen werden – wieder einmal – am Ende ihre Wunden lecken und die Börse verfluchen.

Eine unwillkommene Alternative

Kann uns dieses Extremszenario erspart bleiben? Ja, aber viele Anleger dürften über diese Alternative ebenfalls wenig erfreut sein. So stellt uns der US-Präsidentschaftszyklus im Wahljahr 2020 in den ersten Monaten eine volatile Seitwärtsbewegung in Aussicht (siehe folgender Chart). Erst ab Mitte des Jahres beginnt die „Wahlrally“.

Dow Jones im Wahljahr

Der DAX hingegen kann in US-Wahljahren faktisch nur in den ersten Wochen leichte Gewinne verbuchen und schwenkt danach auf eine Seitwärtsbewegung ein. Er beendet das Jahr nahezu auf demselben Niveau, das er bereits Ende Februar erreicht hat:

DAX im Wahljahr

Der DAX aus langfristiger Sicht

Und auch aus langfristiger Sicht erscheint im DAX eine Seitwärtsbewegung als recht wahrscheinliches Szenario, wie der folgende Chart zeigt:

DAX - Monatschart seit 2007

Aktuell tut sich der DAX sehr schwer, sein Allzeithoch zu überwinden. Auch die nach dem Verfallstag gelöste "Bremse" bei 13.500 Punkten befreite die Bullen nicht. Mögliche (charttechnische) Gründe dafür hatte ich bereits vor zwei Wochen an dieser Stelle genannt. Sofern also der DAX an seinem Allzeithoch scheitert („gern“ auch mit einem kurzen Fehlausbruch nach oben) könnte eine große Seitwärtsbewegung folgen, z.B. innerhalb des gelben Rechtecks.

Dessen Unterkante könnte im Bereich des Tiefs von Ende 2018 bei knapp 10.280 Punkten liegen, also in unmittelbarer Nähe der runden 10.000er Marke. Diese bildet im April/Mai 2021 mit dem Langfristtrend des DAX seit 2009 eine Kreuzunterstützung und damit ein Target (blauer Kreis). Unter der Prämisse, dass der DAX tatsächlich noch im Februar ein neues Hoch in der seit 2018 laufenden Aufwärtsbewegung bildet, lägen noch 14 Monate vor dem DAX, bis er das Target erreichen könnte. Genauso lange liefe dann die bisherige Aufwärtsbewegung und nur wenig kürzer der Rückfall von 2018 (siehe rote/grüne Balken oben). Charttechnisch ergäbe ein solches Hin und Her tatsächlich die perfekte Seitwärtsbewegung!

Wie Sie unbeschadet durch diese Schwächephase kommen

Wie schon erwähnt: Die meisten Anleger dürften diese Variante wenig verlockend finden – schließlich droht danach auch ein Rückfall von mehr als 25 %, und neue, nachhaltige Hochs im DAX könnten noch ein paar Jahre auf sich warten lassen.

Langfristige Investoren, die sich an den (hier schon öfter gegebenen) Ratschlag halten, ihre Positionen abzusichern – oder besser noch: bei Schwäche in kürzeren Abständen regelmäßig kritisch zu überprüfen – könnten die Gewinner dieses Szenarios sein. Sie bauen bei fallenden Kursen ein Cash-Polster auf, das sie an markanten „tiefen“ Chartmarken (z.B. der 10.000er Marke im DAX) wieder schrittweise investieren und profitieren dadurch schon frühzeitig von der Wiedererholung der Märkte.

Zwei wichtige Tugenden erfolgreicher Anleger

Notwendig dazu sind nur wenige Tugenden erfolgreicher Anleger: Disziplin und Geduld. Disziplin brauchen Sie einerseits „oben“ beim schrittweisen Aussortieren schwacher Werte und andererseits – wichtiger und schwieriger! – beim Wiedereinstieg „unten“. Geduld hingegen ist in der Zwischenzeit gefragt, denn allzu oft versagen den Börsianern die Nerven, wenn mal ein paar Monate „nichts“ geschieht.

Ich wünsche Ihnen also beherzte Entschlüsse zur rechten Zeit und viel Geduld in der bevorstehenden spannenden Börsenphase und dabei natürlich viel Erfolg bei Ihren Investments!

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert

PS: Wenn Sie schwierige Entscheidungen in kritischen Phasen nicht allein treffen wollen, dann schließen Sie sich mir an: Im Geldanlage-Brief geben ich langfristig orientierten Anlegern regelmäßig Einschätzungen, Hinweise und Empfehlungen für alle Marktsituationen. Und zwar nachweislich besonders erfolgreich, wenn es an den Börsen heikel wird! Aber auch im guten Börsenjahr 2019 konnten sich meine Leser über ein stattliches Plus von 18 % in ihrem konservativen (weil gemischten) Musterdepot freuen…

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Börse - Intern vom 17. Januar 2020:
Der Nasdaq 100 übertrifft sich bald selbst, während der DAX zögert

Fehlsignale hat man im DAX in den vergangenen Wochen und Monaten schon viele gesehen (siehe zum Beispiel rote Bögen im folgenden Chart). Und gestern folgte das nächste. Denn der DAX hatte versucht, aus seinem kurzfristigen Keil (blaue Linien) nach oben auszubrechen. Dies stellte sich jedoch wieder als Fehlsignal heraus (rote Ellipse). Heute ist dem deutschen Leitindex – dank einer erneuten Aufwärtslücke (grüne Ellipsen) – der bullishe Ausbruch aber doch noch gelungen.

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Dabei kam es sogar zu einem neuen Trendhoch, das allerdings nicht nachhaltig war, denn der Index konnte wieder keine Anschlussgewinne erzielen. Die DAX-Anleger zeigen sich also weiterhin sehr zögerlich.

Stilhalter am Ziel ihrer DAX-Träume

Ein Grund dafür könnte der heutige Verfallstermin gewesen sein. Denn wie Torsten Ewert bereits am Montag schrieb, gab es für die Stillhalter gute Gründe, einen weitergehenden Anstieg des DAX bis auf über 13.500 Punkte zu verhindern. Und dies ist ihnen letztlich gelungen. Der DAX wurde heute bei 13496,13 Zählern abgerechnet.

DAX-Anleger bleiben zögerlich

Doch warum sind die Anleger auch nach dem Verfallstermin noch zögerlich? Vielleicht wollten sie sich vor dem Wochenende einfach nicht mehr zu weit aus dem Fenster lehnen. Vielleicht fürchten sie aber auch, dass die völlig überkauften US-Indizes plötzlich zurücksetzen. Denn dann könnte sich auch der aktuelle Ausbruch im DAX wieder als Fehlsignal entpuppen.

Angaben der US-Regierung plausibel

Gestern hatte ich bereits einige Zahlenbeispiele genannt, die belegen sollten, dass der „Phase 1-Deal“ zwischen den USA und China kaum noch Rückenwind für Wirtschaft und Börse liefern dürfte. Dabei ist mir leider ein Fehler unterlaufen. Aber bei so vielen Nullen kann man offenbar schon Mal den Überblick verlieren. So hatte ich gestern ausgerechnet, dass die zusätzlichen Importe der Chinesen in Höhe von 200.000.000.000 Dollar bei einem US-BIP von rund 20.000.000.000.000 Dollar nur 0,1 % des BIP ausmachen. Tatsächlich sind es aber natürlich 1 % – vielen Dank für den Hinweis eines aufmerksamen Lesers. Und verteilt auf zwei Jahre kann der aktuelle Handelsdeal, wie von der US-Regierung berechnet, tatsächlich das US-BIP um 0,5 % jährlich erhöhen.

Die Kursgewinne an den US-Märkten rechtfertigt das aber dennoch nicht. Denn selbst mit einem BIP-Plus von 0,5 % wird die US-Wirtschaft gemäß den aktuellen Prognosen kaum stärker wachsen als im vergangenen Jahr. Nun könnte man noch argumentieren, dass für die Aktienkurse letztlich nicht das BIP-Wachstum, sondern das Wachstum der Unternehmensgewinne zählt. Doch hier bleibt abzuwarten, ob die Analysten ihre jüngsten Erwartungen noch deutlich nach oben schrauben. Denn der Handelsdeal ist schon länger bekannt und dürfte daher bereits weitestgehend in den Prognosen enthalten sein. Die Gewinnerwartungen werden daher kaum mehr so stark angehoben, dass das aktuelle KGV von rund 20 auf ein „Normalniveau“ sinkt.

Erleben wir gerade die nächste Technologieblase?

Und wenn ich mir exemplarisch folgenden Chart des Nasdaq 100 ansehe, dann wird zumindest mir etwas schwindelig.

Nasdaq 100 - langfristige Chartanalyse

Und selbst wenn ich mir einen kurzfristigeren Chart anschaue, bin ich erstaunt über den aktuellen Kursanstieg.

Nasdaq 100 - Kursanstiege

Von Ende 2018 konnte der Technologieindex binnen nur 83 Handelstagen mehr als ein Drittel zulegen. Und seit Anfang Oktober 2019 macht er sich auf, dieses Kunststück zu wiederholen. Der Unterschied: Ende 2018 holte der Index lediglich die vorangegangenen Kursverluste wieder auf. Der aktuelle Kursanstieg begann hingegen bereits auf einem fundamental recht hohen Bewertungsniveau.

Bei ziemlich genau 9.400 Punkten hätte der Nasdaq 100 mit der Anfang Oktober begonnenen Aufwärtswelle genauso viele Punkte zugelegt wie mit der Ende 2018 gestarteten. Es wird spannend zu beobachten, ob er dieses Ziel noch erreicht, sogar darüber hinaus steigen kann oder vorher in eine Korrektur geht. Jedenfalls hat sich ab Anfang Mai 2019 gezeigt, wie heftig ein Rücksetzer ausfallen kann, wenn die Kurse zuvor binnen kürzester Zeit sehr weit gestiegen sind. Und das stellt eben auch eine große Gefahr für den DAX dar, obwohl dieser noch längst nicht so stark gestiegen ist.


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Börse - Intern vom 16. Januar 2020:
Wie gut ist der Phase 1-Handelsdeal für die Aktienmärkte?

Laut Angaben der US-Regierung soll der gestern beschlossene Handelsdeal das Bruttoinlandsprodukt der USA um 0,5 % jährlich erhöhen. Doch es darf bezweifelt werden, dass diese Berechnung realistisch ist. Binnen zwei Jahren soll China zusätzliche US-Waren im Volumen von fast 200 Milliarden Dollar kaufen. Bei einem US-BIP von rund 20 Billionen Dollar sind dies nur 0,1 % des BIP. Woher die restlichen 0,4 % kommen sollen, ist mir ein Rätsel.

Sollen dies die reduzierten Zölle ausmachen? Schließlich sieht der neue Vertrag immerhin auch vor, US-Zölle in Höhe von 15 % auf chinesische Schuhe, Kleidung und Schmuck auf 7,5 % zu halbieren. Doch selbst damit liegen die Zölle der USA auf chinesische Waren noch bei durchschnittlich 19,3 %. Zuvor waren es laut Berechnungen des Peterson Institute 21 %. Die aktuelle Senkung um nicht einmal 2 Prozentpunkte wird das US-BIP nicht um 0,4 % erhöhen. Und immer noch werden für zwei Drittel der Importe aus China Zölle fällig. Produkte im Wert von rund 370 Milliarden Dollar sind damit belastet. Anfang 2018, bevor der Handelskrieg begann, lagen die durchschnittlichen Zölle laut WELT bei 3 %.

Die kritischen Themen werden erst in Phase 2 behandelt

Der Vertrag ist daher im Grunde nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Und die viel wichtigeren Themen, die einen fairen Wettbewerb mit China verhindern oder ermöglichen, wie zum Beispiel die chinesischen Subventionen und Staatskonzerne oder deren Abschaffung bzw. Privatisierung, werden erst in der Phase 2 der Verhandlungen angegangen. Diese Phase dürfte daher deutlich problematischer werden. Sie hat sogar das Potential, den Phase 1-Deal zu kippen, wenn sich China nicht bereit zeigt, seine Wirtschaftspolitik grundlegend zu verändern.

Chinas Staatsunternehmen wachsen auf 170.000

Manager aus Amerika und Europa beklagen immer wieder, Peking bevorzuge heimische Firmen und verzerre so den Wettbewerb. Und von chinesischen Staatsfirmen gibt es viele. Laut Weltbank stieg die Zahl der staatlichen Unternehmen in der Volksrepublik in den vergangenen Jahren dramatisch an – auf inzwischen rund 170.000. Durch Subventionen erhalten diese im internationalen Wettbewerb einen Vorteil.

Ausländische Firmen werden in China zum Technologietransfer gezwungen

Einen Vorteil erhält China auch dadurch, dass die chinesische Regierung ausländischen Firmen einen  Marktzugang nur gegen Technologietransfer erlaubt. Ausländische Firmen werden dadurch gezwungen, ihr Wissen preiszugeben. Und dies kann natürlich dazu führen, dass plötzlich andere chinesische Unternehmen die gleichen Produkte und Dienstleistungen anbieten. Und werden diese auch noch subventioniert, kann zu günstigeren Preisen produziert werden, womit ausländische Unternehmen wieder aus dem Markt gedrängt werden.

Der Phase 1-Deal kann den starken Anstieg der Aktienkurse nicht rechtfertigen

Den von der US-Regierung angezettelten Handelsstreit kann man daher befürworten, fraglich ist allerdings, ob es hier in den kommenden Monaten zu einer weitergehenden Einigung kommen kann oder der Streit stattdessen wieder eskaliert. Zumal die US-Regierung laut Angaben der Helaba erst frühestens in 10 Monaten über die Einhaltung des aktuellen Teilabkommens und mögliche Fortschritte in den weiteren Verhandlungen bescheiden wollen, sodass vor der US-Präsidentschaftswahl Anfang November dieses Jahres keinen Phase 2-Deal mit weiteren Zollsenkungen geben wird. Der aktuelle Deal ist mit Blick auf die oben genannten Zahlen jedenfalls nur bedingt geeignet, das Wachstum der Weltwirtschaft wieder anzukurbeln. Und damit ist das Ausmaß des Kursanstiegs an den Aktienmärkten kaum zu rechtfertigen. Es bleibt somit eine Übertreibung, die irgendwann enden und dann womöglich zu heftigen Kursverlusten führen wird.

Die Relationen stimmen nicht mehr

Dass wir derzeit eine Übertreibung sehen, zeigen auch die folgenden Zahlen: So sind Berechnungen des Index-Anbieters S&P Dow Jones zufolge 20 % der Gesamtrendite der im S&P 500 gelisteten Unternehmen auf gerade einmal vier Werte (Amazon, Apple, Facebook und Microsoft) zurückzuführen. Apple und Microsoft bringen es zusammen auf einen Börsenwert von über 2,6 Billionen Dollar und sind damit teurer als der gesamte DAX. Derweil schreiben etwa 30 % aller Technologiefirmen Verluste. Symbolhaft hierfür steht Tesla. Der Elektroauto-Bauer ist an der Börse mehr wert als General Motors und Ford zusammen und nur etwas weniger als VW. Dabei verkauft Tesla weit weniger Autos.

Die Relationen stimmen einfach nicht mehr. Es wird zu einer Korrektur kommen. Die Frage ist nur, wann sie kommt und wie stark sie ausfällt.


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Der bullishe Ausbruch des DAX steht auf der Kippe

Eine der Top-Meldungen in den heutigen Nachrichten ist das Wachstum der deutschen Wirtschaft im vergangenen Jahr. Nach vorläufigen Berechnungen ging das jährliche Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) 2019 auf 0,6 % zurück, nach 1,5 % und 2,5 % in den Jahren 2018 und 2017. Für die Börsen ist diese Meldung aber völlig irrelevant, weil die Wachstumsschwäche längst bekannt war und in diesem Maße auch erwartet wurde.

Inflation in den USA zieht an

Ähnliches gilt für die Inflation in den USA. So wurde gestern gemeldet, dass die Konsumentenpreise im Dezember erwartungsgemäß in der Jahresrate von 2,1 % auf 2,3 % anstiegen und damit das höchste Wachstum seit Oktober 2018 aufwiesen. Zudem lag der Wert oberhalb des Fed-Ziels. Auch die im Vergleich zum November unveränderte Kernrate von 2,3 % ist eigentlich höher als von der US-Notenbank gewünscht.

Entwicklung der Inflation in den USA

Doch weist letztere darauf hin, dass der Inflationsdruck trotz der weiterhin robusten Konjunkturlage noch moderat ist. Und daher kann die US-Notenbank noch einige Zeit lang die weitere Entwicklung abwarten und die Zinspause beibehalten. Entsprechend sorgten auch die Inflationszahlen gestern nur für marginale Kursbewegungen an den Finanzmärkten.

Konjunkturdaten können derzeit keine Impulse liefern

Genau auf dieses Phänomen hatte ich am vergangenen Freitag hingewiesen. „Der geldpolitische Pfad erscheint daher ebenso zementiert wie die Wachstums- und Inflationserwartungen“, war da zu lesen. Gemeint war damit, dass von Seiten der Konjunkturdaten derzeit keine Impulse für die Aktienmärkte zu erwarten sind, weil aktuell nicht damit zu rechnen ist, dass diese gravierend von den bisherigen Prognosen abweichen.

DAX kommt nicht vom Fleck

Und so verwundert es nicht, dass der DAX aktuell kaum vom Fleck kommt. Seit der Aufwärtslücke vom Donnerstag vergangener Woche (siehe grüne Ellipse im folgenden Chart) konnte der Index nicht weiter zulegen. Stattdessen bröckelten die Kurse unter sehr niedriger Volatilität kontinuierlich ab. Damit steht der nachhaltige Ausbruch aus der Anfang November gestarteten Seitwärtskonsolidierung (gelbes Rechteck) immer noch aus bzw. auf der Kippe.

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Immerhin könnte man die Konsolidierung der vergangenen Tage als bullishen Keil (blaue Linien) interpretieren. Doch offenbar fehlt den Anlegern noch der Mut, zu höheren Kursen nachzukaufen.

Das mag auch daran liegen, dass die Anleger erst die heutige Unterzeichnung des US-chinesischen Handelsabkommens sehen wollen. Aber auch die Verfallstagsanalyse vom vergangenen Montag liefert eine Erklärung für das aktuelle Kursverhalten des DAX.

Warten auf den nächsten Impuls

Während diese Börse-Intern (ab 18:00 Uhr MEZ) verschickt wird, dürfte noch die für 17:30 Uhr (MEZ) angesetzte Zeremonie zur Unterzeichnung des Phase-1-Handelsabkommens zwischen den USA und China im Weißen Haus stattfinden. Ob damit neue Impulse für den DAX geliefert werden, muss abgewartet werden. Ansonsten muss man auf den Verfallstermin am Freitag und die Berichtssaison hoffen.

Kritisch sollte man dabei werden, wenn der DAX wieder klar in seine Seitwärtskonsolidierung zurückfällt (gelbes Rechteck). Auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends kann man dagegen setzen, wenn dem Index der bullishe Ausbruch aus dem kurzfristigen blauen Keil gelingt.


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Börse - Intern vom 14. Januar 2020:
Shanghai Composite profitiert vom wiederbelebten Außenhandel

Kurz vor der Unterzeichnung des Teilabkommens zwischen den USA und China, welche für den morgigen Mittwoch geplant ist, hat es bereits neue positive Meldungen in dieser Sache gegeben. So hat die US-Regierung ihren Vorwurf zurückgenommen, China würde den Wechselkurs der heimischen Währung manipulieren. Laut den USA habe sich China inzwischen überprüfbar dazu verpflichtet, die Landeswährung Yuan nicht mehr zu nutzen, um sich im internationalen Wettbewerb Vorteile zu verschaffen, hieß es in einem Bericht des US-Finanzministeriums.

China scheint Teile des Handelsabkommens bereits umzusetzen

Zudem scheinen die seit einigen Wochen herrschenden Entspannungssignale den Handel wiederzubeleben. So sind die chinesischen Exporte im Dezember in USD gerechnet um 7,6 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen, nachdem sie im Vormonat noch auf Jahressicht um -1,3 % erneut gesunken waren.

Entwicklung der chinesischen Exporte

Die Importe legten sogar um 16,3 % zu, nach einem nur sehr moderaten Plus von 0,5 % im November und diversen Rückgängen in den Vormonaten.

Entwicklung der chinesischen Importe

Die aktuell hohen Importe sind ein Hinweis darauf, dass China die Zusage umsetzt, mehr US-amerikanische Waren zu erwerben. Dies war eine Voraussetzung dafür, dass die USA im Gegenzug auf die für Mitte Dezember angedrohte Erhebung neuer Zölle auf Konsumgüter im Wert von 150 Milliarden US-Dollar verzichten.

China will zusätzliche US-Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar kaufen

Zudem will China einem Insider zufolge binnen zwei Jahren zusätzliche Industriegüter (Autos, Flugzeuge, Energie- und Agrarerzeugnisse) im Volumen von rund 80 Milliarden Dollar kaufen. Hinzu kämen Energielieferungen im Wert von rund 50 Milliarden und US-Dienstleistungen im Wert von 35 Milliarden Dollar und Agrargüter im Volumen von 32 Milliarden Dollar verteilt auf zwei Jahre. Addiert würde dies bedeuten, dass China zusätzliche Waren aus den USA im Volumen von 197 Milliarden US-Dollar importiert – binnen zwei Jahren.

2019 übertrafen die chinesischen Exporte in die USA die Importe aus den USA laut Reuters-Berechnungen um 296 Milliarden US-Dollar. Und dieses US-Defizit war US-Präsident Donald Trump stets ein Dorn im Auge, weshalb er wohl auch den Handelsstreit anzettelte. Und nun könnten die zusätzlichen Importe der Chinesen das jährliche US-Defizit immerhin um etwa ein Drittel reduzieren. Und in den kommenden zwei Jahren werden die USA die Wirksamkeit des Handelsabkommens an diesen Zahlen messen.

Aktienmarkt profitiert vom wiederbelebten Außenhandel

Derzeit jedenfalls dürfte es aus Sicht der US-Regierung mit Blick auf die aktuellen Außenhandelsdaten wenig zu meckern geben. Und auch der Aktienmarkt zeigt sich von dem wiederbelebten Handel hoch erfreut. Denn nicht nur die US-Indizes laufen aufwärts, sondern auch der Shanghai Composite konnte jüngst einen wichtigen horizontalen Widerstand überspringen und notiert aktuell so hoch wie seit April 2019 nicht mehr.

Shanghai Composite - Chartanalyse

Auch mit Blick auf die Elliott-Wellen besteht durch den bullishen Ausbruch nun noch weiteres Aufwärtspotential – im Rahmen der möglichen Welle 3.

Vielleicht erinnern Sie sich noch: Am 18. Oktober 2019 hatte ich mit folgendem Chart auf dieses Elliott-Wellen-Szenario hingewiesen:

Shanghai Composite - Chartanalyse

Die graue Welle 2 hatte sich zwar noch etwas ausgeweitet, aber für diesen Fall hatte ich in derselben Analyse auch noch folgenden Chart präsentiert:

Shanghai Composite - Chartanalyse

Beide Kursverläufe / Charts ließen letztlich steigende Kurse im Rahmen der grauen Welle 3 erwarten. Als Voraussetzung dafür hatte ich Mitte Oktober vergangenen Jahres „handfeste Signale für eine Beilegung der Handelsstreitigkeiten“ genannt. Diese hat es inzwischen eindeutig gegeben. Es fehlt lediglich noch der tatsächliche Abschluss des Teilabkommens durch entsprechende Unterschriften.

Doch selbst wenn diese morgen (oder auch etwas später) geleistet werden, bin ich für die US-Indizes (und auch den DAX) immer skeptischer – auch aufgrund der Elliott-Wellen – während ich am chinesischen Aktienmarkt noch charttechnisches Kurspotential sehe. Es könnte also, neben anderen Absicherungsmaßnahmen, Sinn machen, einen Teil des vorhandenen Kapitals in den chinesischen Markt umzuschichten.

Trader sollten im Shanghai Composite auf folgende Marken achten

Kritischer muss man das Chartbild im Shanghai Composite erst wieder sehen, wenn das aktuelle Tief der grauen Welle 2 unterschritten wird. Ein erstes bearishes Signal wäre allerdings schon ein Rückfall unter den jüngst gebrochenen horizontalen Widerstand bei ca. 3.045 Punkten. Und bestätigt wird dieses, wenn die Abwärtsbewegung bis unter das Zwischentief von Ende Dezember bei 2.960 Zählern reicht.


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PS: Bernd Raschkowski konnte für seine Leser im Allstar-Trader heute schon wieder binnen kurzer Zeit hohe Gewinne realisieren – 8,43 % mit den Aktien der Software AG und sogar 21,88 % mit einem Bull-Zertifikat auf RWE.
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