Börse - Intern - 10-Tage-Rückblick

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Der 10-Tage-Rückblick des Börse Intern informiert Sie darüber, was die Märkte in den letzten zehn Tagen wirklich bewegt hat. Regelmäßige und vor allem zuverlässige Informationen sind die Basis für Ihren Börsenerfolg. Mit diesem Service bieten wir Ihnen die Inhalte der vergangenen zehn Ausgaben übersichtlich auf einer Seite dargestellt.


Börse - Intern vom 16. August 2018:
Gold im 2. Quartal 2018: Schwächere Nachfrage, höheres Angebot

Gestern hatte ich im Rahmen der Gold-Analyse noch einmal auf die inzwischen wieder deutlich stärkere negative Korrelation des Goldpreises zum US-Dollar hingewiesen. Heute möchte ich Ihnen dazu noch den passenden Chart nachliefern:

Gold - Korrelation zum EUR/USD

Dieser Chart kommt Ihnen vielleicht noch aus der Börse-Intern vom 11. Mai bekannt vor. Damals hatte ich erstmals davon geschrieben, dass der Goldpreis (oberer Kursverlauf) kaum noch von den diversen Krisen (Immobilien-, Finanz- und Staatsschuldenkrise) bzw. die dadurch stark veränderte Geldpolitik und den US-Zinsen beeinflusst wird. Stattdessen folgt er seit einer ganzen Weile wieder stärker dem EUR/USD (unterer Kursverlauf).

Wertet der Dollar also (in diesem Fall gegenüber dem Euro) ab, steigt der Goldpreis, wertet der Dollar auf, schwächelt der Kurs des Edelmetalls. Wobei man natürlich berücksichtigen muss, dass der Dollar auch gerade wegen der Geldpolitik und der gestiegenen US-Zinsen derzeit aufwertet. Insofern ist der Goldpreis also doch weiterhin auch durchaus von der Geldpolitik abhängig.

US-Anleger ziehen gestiegene Zinsen Gold vor

Das belegt auch ein Blick über den Tellerrand der gestern betrachteten ETF-Investitionen im Juli (und Juni). So haben nordamerikanische Investoren, die sich in diesem Jahr über deutlich höhere Zinsen freuen dürfen, über das gesamte Jahr 2018 betrachtet insgesamt Geld aus Gold-ETFs abgezogen - insbesondere im zweiten Quartal. Dagegen haben Asiaten und Europäer, die sich nach wie vor mit extrem niedrigen Zinsen herumplagen müssen, ihre Anlagen in Gold-ETFs unter dem Strich in diesem Jahr erhöht.

Gold - Investitionsfluss in ETFs
(Quelle: World Gold Council)

Aber die Goldnachfrage besteht nicht nur aus Investments in ETFs. Stattdessen wird Gold auch von Notenbanken, Juwelieren, der Industrie und Käufern von Münzen und Barren nachgefragt.

Schwächste Goldnachfrage seit 2009

Und hier gab die Nachfrage im 2. Quartal 2018 mit 964,3 Tonnen (t) noch einmal nach (siehe folgende Grafik), nachdem sie im 1. Quartal 2018 bereits ein 10-Jahres-Tief erreicht hatte. Die Gesamtnachfrage im 1. Halbjahr 2018 war mit insgesamt 1.959,9 t die schwächste seit 2009.

Gold - Nachfrage
(Quelle: World Gold Council)

Dagegen entwickelte sich das Angebot im 2. Quartal 2018 wieder einmal besser als die Nachfrage. Es stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3 % von 1.086,1 t auf 1.120,2 t.

Gold - Angebot

Dabei wurde sowohl mehr Gold aus der Erde geholt (+3 %, 835,5 t) als auch zum recyceln gegeben (+4 %, 294,7 t).

Überangebot von 16 %

Und damit lag im 2. Quartal 2018 ein Überangebot von 155,9 t bzw. 16,2 % vor. Dieses Überangebot scheint immer weiter zuzunehmen. Denn im 1. Quartal 2018 lag der Angebotsüberhang mit 9,2 % nur etwas mehr als halb so hoch. Und in 2017 war er mit 8 % sogar weniger als halb so groß.

Kein Wunder also, dass der Goldpreis in den vergangenen Wochen und Monaten den Rückwärtsgang eingelegt hat. Und da in etwa einem Monat die US-Notenbank schon wieder die Zinsen anheben dürfte, sehe ich weiterhin kaum eine Chance, dass dem Goldpreis mehr als eine Gegenbewegung auf die aktuellen Verluste gelingt.


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Börse - Intern vom 15. August 2018:
Trotz zunehmender Probleme hält die Flucht aus Gold an

Der Goldpreis befindet sich weiterhin auf dem Rückzug (siehe folgender Chart). Seit der vorangegangenen Gold-Analyse vom 12. Juli hat der Preis des Edelmetalls auch noch die Kreuzunterstützung aus einer Aufwärtstrendlinie und der horizontalen Marke bei 1.235,90 USD gebrochen (roter Kreis). Anschließend gab er bis auf aktuell nur noch 1.180 USD nach.

Gold - Chartanalyse

Damit wurde auch wieder das Zentrum der Seitwärtsrange erreicht (gelbes Rechteck, blaue Linie), um welches der Kurs längere Zeit herumpendeln sollte. In der Börse-Intern vom 17. November 2016 hatte ich erstmals den folgenden Chart veröffentlicht und damit die Range von rund 1.000 bis 1.400 USD (gelbes Rechteck) vorgestellt.

Gold - Chartanalyse vom 17.11.2016

Inzwischen stellt sich der Chart wie folgt dar.

Gold - langfristige Chartanalyse

Eine wichtige Abwärtstrendlinie wurde zwar gebrochen (rot), doch anschließende Aufwärtstrends (grüne Linien) hatten keinen Bestand. Stattdessen hat sich letztlich die erwartete Seitwärtsrange durchgesetzt und der Kurs nun wieder deren Zentrum erreicht.

Trotz zunehmender Probleme kein Interesse an Gold

Trotz der zunehmenden Risiken will offenbar aktuell kaum jemand Gold kaufen. Der sinkende Goldpreis sorgt stattdessen scheinbar eher noch dafür, dass sich noch mehr Anleger von ihren Beständen trennen. Denn weltweit gingen die Bestände an goldgedeckten ETFs und ähnlichen Produkten im Juli um 39 Tonnen auf 2.394 Tonnen zurück. Im Juni betrug der Rückgang sogar 51 Tonnen.

Gold - Investitionsfluss
(Quelle: World Gold Council)

Die verwalteten Goldvermögen gingen dadurch in US-Dollar gerechnet von 98 Mrd. USD im Juni um 4 % auf 94 Mrd. USD zurück (siehe folgende Tabelle). Der Goldpreis fiel im selben Zeitraum um 2,37 %. Und im August hat er noch einmal um bislang 3,4 % nachgegeben, womit sich der Preisverfall beschleunigt hat. Und entsprechend könnte sich auch die Flucht aus Goldanlagen verschärft haben.

Steigende US-Zinsen als Hauptschuldiger

Dabei handelt es sich keineswegs um ein regionales Problem. Denn im Juli verzeichneten alle Regionen Abflüsse. Allerdings wurden die ETF-Abflüsse von nordamerikanischen Fonds dominiert. Sie verloren 983,5 Mio. US-Dollar an Investorengeldern und damit mehr als alle anderen Regionen zusammen.

Gold - Investitionsfluss nach Regionen
(Quelle: World Gold Council)

Und somit kann man die steigenden US-Zinsen als Hauptschuldigen ausmachen. Vielleicht erinnern Sie sich noch - ich hatte hier wiederholt geschrieben, dass mit steigenden Zinsen die Opportunitätskosten für Gold-Anleger steigen. Zudem hatte ich auf die negative Korrelation zum US-Dollar hingewiesen (siehe Börse-Intern vom 11. Mai 2018). Und da der Dollar - wohl getrieben durch die Probleme der türkischen Lira - aktuell insbesondere gegenüber Schwellenländerwährungen stark aufwertet, gibt der Goldpreis entsprechend stark nach.

Pessimistische Stimmung als Kontraindikator

Und folglich ist derzeit auch die Stimmung zum Goldpreis negativ. Laut dem World Gold Council sind die COMEX-Netto-Long-Futures auf den tiefsten Stand seit drei Jahren gefallen. Und ein sehr niedriges Netto-Long-Niveau sei schon oft historischen Rallyes im Goldpreis vorausgegangen. So erscheint inzwischen zumindest eine Gegenbewegung immer wahrscheinlicher. Zumal der Goldpreis bei 1.180 USD inzwischen eine horizontale Unterstützung erreicht hat (siehe Charts oben).


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Börse - Intern vom 14. August 2018:
DAX: Moderate Kursverluste mit bearishen Konsequenzen

Heute gab es wieder leicht positive Nachrichten zur aktuellen Verfassung der hiesigen Wirtschaft. So wurden die Wachstumszahlen für die Eurozone für das 2. Quartal 2018 in einer zweiten Veröffentlichung leicht nach oben korrigiert. Statt der Ende Juli berichteten +0,3 % lag das Wachstum bei +0,4 % und damit doch, wie zuvor von Analysten erwartet, so hoch wie im Vorquartal.

Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone

Die deutsche Wirtschaft konnte sogar gegenüber dem Vorquartal einen Gang höher schalten und wuchs im 2. Quartal 2018 mit +0,5 % (1. Quartal 2018: +0,4 %). Allerdings täuschen die Zahlen etwas. Denn ganz exakt wuchs die deutsche Wirtschaft im 2. Quartal „nur“ um 0,452 %. Der vermeintliche Unterschied zwischen den beiden Quartalen ist daher allein der Rundungsdifferenz geschuldet. Das auch, weil das Wachstum im 1. Quartal 2018 nach oben revidiert wurde. Aber auch hier gibt es einen kleinen Haken. Denn in den drei Quartalen zuvor wurden die Zahlen nach unten revidiert.

An der Börse wird die Zukunft gehandelt

Für die Börsen waren diese Zahlen aber kaum noch interessant. Denn sie stellten einerseits keine großen Abweichungen vom bereits Bekannten bzw. Erwarteten dar. Und andererseits betreffen sie die Vergangenheit. An der Börse wird aber die Zukunft gehandelt. Doch auch in dieser Hinsicht haben sich die Daten leicht gebessert. Zumindest wenn es nach den vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten Finanzexperten geht.

Konjunkturerwartungen hellen sich auf

So sind die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland im August 2018 um 11,0 Punkte gestiegen. Es war der erste Anstieg seit Februar. Zwar liegt deshalb auch der neue Index-Wert noch 13,7 Punkte im Minus, doch hat die kürzlich zustande gekommene Einigung im Handelsstreit zwischen der EU und den USA die Stimmung deutlich aufgehellt.

ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland

Und das gilt auch für die Erwartungen zur Konjunkturentwicklung in der Eurozone. Der Erwartungsindikator für die Eurozone erholte sich um 7,6 auf -11,1 Punkte.

Anhaltendes Wachstum im 2. Halbjahr 2018

Insgesamt bleibt es mit den aktuellen Konjunkturdaten bei der Erwartung, dass sich das Wirtschaftswachstum mit dem leicht abgeschwächten Momentum des ersten Halbjahres auch im restlichen Jahr 2018 fortsetzt. Angesichts der zunehmenden Risiken ist dies durchaus eine beruhigende Aussicht.

DAX zeigt sich relativ ruhig und stabil

Und diese scheint sich auch auf die DAX-Anleger auszuwirken. So kam es gestern zum Start in die Handelswoche zwar noch einmal zu leichten Verlusten, allerdings ging es nur mit einer Eröffnungslücke noch etwas abwärts. Danach tendierte der Index in engen Bahnen stabil seitwärts. Heute zeigte sich dann ein gegenteiliges Bild. Mit einer Aufwärtslücke ging es zuerst nach oben, dann bröckelten die Kurse aber bis auf ein neues Korrekturtief ab. Doch kurz nach 16 Uhr setzte eine deutliche dynamische Kurserholung ein, so dass der DAX insgesamt in dieser Woche bislang seitwärts tendiert.

Moderate Kursverluste haben bearishe Konsequenzen

Allerdings hatten die neuerlichen Kursverluste, auch wenn sie moderat ausfielen, charttechnisch betrachtet doch deutlich bearishe Konsequenzen (siehe roter Kreis im folgenden Chart). Denn damit wurde inzwischen eindeutig mehr als 61,80 % der Juli-Aufwärtsbewegung korrigiert.

DAX - Fibonacci-Retracements

Und mit Unterschreiten dieses Fibonacci-Retracements bei 12.403,29 Zählern, das als „Maximalkorrekturkursziel“ gilt, muss man den Juli-Aufwärtstrend nun als beendet ansehen. Die Situation ist damit gemäß der Analyse vom 3. August deutlich bearisher.

Das muss nun nicht zwingend einen Trendwechsel bedeuten. Es kann auch auf eine Fortsetzung der Seitwärtstendenz hinauslaufen, in der sich der DAX übergeordnet betrachtet schon seit Monaten befindet. Aber auch in diesem Fall droht nun ein Rückfall in Richtung des Tiefs bei 12.104,41 Punkten.

Stabil bis zum Wochenende?

Auf dem Weg dahin kann aber noch die Mittellinie bei 12.235 Punkten unterstützend wirken (siehe folgender Chart).

DAX - Target-Trend-Analyse

Und auch die gestrige Verfallstagsanalyse sowie die Analyse des Trader-Sentiments sprechen dafür, dass es in dieser Woche noch bei relativ stabilen Kursen bleibt bzw. zu einer Gegenbewegung kommt.


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Börse - Intern vom 13. August 2018:
Der Verfallstag und das große Bild

Inhaltsverzeichnis

Der Verfallstag und das große Bild

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

am Freitag dieser Woche ist der nächste Verfallstag, diesmal nur ein „kleiner“. Und für den DAX steht dabei einiges auf dem Spiel – denn seine Bewegungen bis zum „kleinen“ Verfallstag könnten Auswirkungen auf das „große“ Bild haben.

Das ist jetzt die gefährliche Zone für den DAX

Aber zunächst wie immer ein Blick auf das aktuelle Verfallstagsdiagramm:

Verfallstagsdiagramm DAX August 2018

Beim aktuellen DAX-Stand von rund 12.375 Punkten (siehe Pfeil im oberen, großen Diagramm) notiert der DAX schon im Einflussbereich einer gefährlichen Zone. Denn hier gibt es kaum noch Call-Positionen (blau); stattdessen liegen weiter unten faktisch nur noch Put-Positionen (rot).

Diese Put-Positionen würden immer stärker ins Geld laufen, wenn der DAX weiter fällt. Da der DAX aber erst am vergangenen Freitag mit einer langen bearishen Kerzen aus seiner relativen „Komfortzone“ (mit Blick auf den Verfallstag) herausfiel, dürften diese Put-Positionen noch nicht vollständig abgesichert sein. Aber gemäß dem bekannten Verfallstagsmechanismus verstärken solche Absicherungsmaßnahmen stets die Bewegung, durch die sie ausgelöst wurden – in diesem Fall also die Abwärtsbewegung.

Wenn also die momentane DAX-Schwäche anhält, besteht die Gefahr, dass der Index weiter fällt. Aufgrund der Verfallstagspositionierung hat der DAX zunächst Platz bis 12.000 Punkte. Dort liegt die derzeit größte Put-Position für den August-Verfallstag. Diese dürften die Stillhalter kaum ins Geld laufen lassen wollen, so dass die 12.000-Punkte-Marke die Untergrenze für den DAX bis zum Verfallstag darstellt.

Kann sich der DAX in seine „Komfortzone“ retten?

Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass die Stillhalter den DAX früher aufhalten – oder sogar zurück in seine „Komfortzone“ treiben. Diese „Komfortzone“ ist klar definiert: auf der Unterseite durch das Minimum im kleinen „Schüssel-Chart“ bei 12.550 Punkten bzw. die große Call-Position bei 12.500 Punkten, auf der Oberseite durch die 12.750-Punkte-Marke, wo sich die größte Call-Position für den Verfallstag findet und der Bereich beginnt, in dem fast ausschließlich Call-Positionen liegen. Genauso wenig, wie die Stillhalter den DAX unter die 12.000er Marke fallen lassen werden, dürften sie gegebenenfalls auch verhindern, dass der DAX über 12.750 Punkte klettert. Das ist aus aktueller charttechnischer Sicht aber ohnehin unwahrscheinlich.

Mit Blick auf die Charttechnik ist vorerst auch eine nachhaltige Rückkehr des DAX in seine „Komfortzone“ zwischen 12.500 und 12.750 Punkte schwer vorstellbar. Sofern ihm die Rahmenbedingungen (US-Märkte, Fundamentaldaten, Geopolitik usw.) keinen Strich durch die Rechnung machen, könnte es dem DAX jedoch gelingen, sich wenigstens zurück zur 12.500-Punkte-Marke zu retten. Diese ist damit unser Kursziel für den Verfallstag.

Warum ein Abrutschen des DAX nun kritisch wäre

Die (bearishe) Alternative ist – wie oben beschrieben – ein weiterer Rückfall, der dann auch durchaus dynamisch verlaufen kann. Und genau ein solcher Rückfall wäre für den DAX aus übergeordneter Perspektive kritisch. Dazu der folgende Chart:

DAX Tageschart seit Januar 2018

Der DAX läuft seit seinem Allzeithoch vom Januar weiterhin in einem übergeordneten Abwärtstrend (rot). Im Mai und Juni ist er an dessen Oberkante gescheitert, der kleine grüne Aufwärtstrend vom Juli trug den Kurs noch nicht einmal dahin (siehe gelbe Kreise, Ellipse). Dass der DAX schon vor der oberen roten Linie zurückfiel, ist also ein Schwächesignal, das nach dem Ausbruch aus dem grünen Trend bestätigt wurde (siehe roter Pfeil). Als weitere Bestätigung dafür, dass die Abwärtsbewegung wieder aufgenommen wird, kann die folgende lange bearishe Kerze vom vergangenen Freitag angesehen werden.

Charttechnisch hat der DAX damit in der neu gestarteten Abwärtswelle Potenzial bis hinab zur grünen Unterstützungszone um 11.800 Punkte. Dort wurden auch die bisherigen Jahrestiefs gebildet. Vorher kann sich der Kurs an der (bisher nicht bestätigten) schwarzen Aufwärtslinie fangen oder an der Unterstützung des Juni-Tiefs (siehe hellgrüne Linie).

Der DAX strebt der Vollendung seiner großen Top-Formation entgegen

Solange der DAX von einer dieser Unterstützungen nachhaltig nach oben steigen kann, bleibt die Welt der Anleger im Lot. Aber der DAX kann eben innerhalb des roten Abwärtstrends die grüne Unterstützungszone um 11.800 Punkten brechen und bis an die untere rote Linie fallen. Doch mit einem Bruch der grünen Zone würde der DAX die große übergeordnete Umkehrformation vollenden, die ich Ihnen in der vergangenen Woche vorgestellt hatte (siehe Börse-Intern vom 06.08.2018).

Zu der Bedeutung dieser Top-Formation noch eine Anmerkung, da es hierzu einige Leserfragen gab. Wie im o.g. Beitrag erwähnt, ist diese Formation keine reguläre Chartformation, also keine SKS, kein Diamant oder welche Muster man noch daraus ersehen mag. Das ist jedoch – wie ebenfalls schon betont – kein Grund, an ihrer Bedeutung zu zweifeln. Ein Rückfall unter die grüne Zone im obigen Chart wäre also definitiv ein sehr bearishes Signal!

Der einzige Unterschied zwischen einer regulären und einer „irregulären“ (aus Sicht der Charttechnik-Theorie!) Top-Formation ist, dass man für eine reguläre Formation, z.B. eine SKS, Kursziele und Erfolgswahrscheinlichkeiten angeben kann. Daher ist das Trading solcher Formationen auf Erreichen des Kursziels möglich. Für „irreguläre“ Formationen gibt es keine Kursziele und Wahrscheinlichkeiten, weshalb sie sich für das Trading nur bedingt eignen. Sie können sich zwar auch nach ihrer Vollendung wie die ihnen ähnlichen regulären Formationen verhalten, also z.B. deren theoretisches Kursziel erreichen. Eine statistisch relevante Erfolgsquote dafür lässt sich aber nicht ermitteln, was einfach daran liegt, dass solche „irregulären“ Formationen viel zu selten mit einheitlichen Merkmalen auftreten (die regulären sind ja schon sehr selten!).

Was Sie noch über Top-Formationen wissen sollten

In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, mit einem weiteren weitverbreiteten Irrtum aufzuräumen. So fragten einige Leser, ob man nach dem Kursrutsch bei Vollendung der Top-Formation im DAX an deren Kursziel wieder einsteigen könne. Abgesehen, dass es kein Kursziel gibt (siehe oben), gilt für solche Kursziele in der klassischen Charttechnik die Regel, dass es sich um Mindest-Kursziele handelt. Das bedeutet, dass dieses Kursziel (mit der jeweiligen Erfolgswahrscheinlichkeit) zwar erreicht wird, dass es aber nicht das Ende der Abwärtsbewegung sein muss, die mit Vollendung der Top-Formation begonnen hat.

Tatsächlich fallen die Kurse häufig weiter. Das geschieht vor allem dann, wenn eine solche Top-Formation einen großen übergeordneten Aufwärtstrend in einem reifen Bullenmarkt beendet – so wie es auch diesmal der Fall sein könnte. Daher hier nochmals in aller Klarheit: Reguläre charttechnische Top-Formationen, denen laut Theorie ein Kursziel und eine entsprechende Erfolgswahrscheinlichkeit zugebilligt wird, sind für (mittelfristige) Trader von Bedeutung. Für Langfristanleger sind diese Details eher irrelevant oder bestenfalls eine Kontrollinformation, um die Marktlage zu beurteilen.

Insofern ist es für Langfristanleger kein Nachteil, dass die aktuelle mögliche Top-Formation im DAX „irregulär“ ist. Für sie ist einzig und allein ihre neuralgische Marke von Bedeutung – die grüne Unterstützungszone um 11.800 Punkte im Bereich der 2018er Jahreshochs des DAX. Wenn diese gebrochen wird, kann der endgültige Trendwechsel eingeleitet werden. Alle weiteren Hinweise dazu finden Sie bei Bedarf in dem Beitrag der Vorwoche.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


Die Börsenbriefe von Stockstreet

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Trader-Sentiment für 33. KW 2018 (13.08. - 17.08.)

Lange Zeit kämpften Bullen und Bären in der vergangenen Handelswoche (siehe dunkles Rechteck im folgenden Chart) um den Sieg. Dabei bewegte sich der DAX bis Freitag mehrheitlich oberhalb des Schlusskurses der Vorwoche (blaue Linie) und damit in der Gewinnzone, womit die Bullen im Vorteil waren.

Da in der Umfrage zuvor die Bären mit einem Anteil von 51,70 % in der Mehrzahl waren, kann man insoweit dem Sentiment wieder einmal eine gute Funktion als Kontraindikator unterstellen.

Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der DAX am Freitag einbrach und letztlich mit einem Schussstand von 12.424,35 Punkten auf Wochensicht einen Verlust in Höhe von 1,52 % erlitt. Denn durch den Crash der türkischen Lira, den man für den Kursrutsch kurz vor dem Ende der Handelswoche verantwortlich machen kann, veränderten sich die Gegebenheiten natürlich stark im Vergleich zum Zeitpunkt der Umfrage.

Und natürlich hatte der Kursrutsch, mit dem der DAX auf ein Niveau gefallen ist, welches er seit mehr als einem Monat nicht mehr gesehen hat, auch Einfluss auf die Stimmung der Anleger. Diese hat sich erwartungsgemäß weiter eingetrübt. In der aktuellen Umfrage haben 63,33 % der Voting-Teilnehmer auf den Button für fallende Kurse geklickt.

Der Pessimismus ist damit auf einem Rekordhoch. Noch nie hat es in einer Umfrage des Stockstreet-Trader-Sentiments einen derart hohen Bärenanteil gegeben. Eine bessere Basis kann der DAX also kaum haben, um seine Korrektur zu beenden, die ihn seit dem Trendhoch vom 27. Juli bislang fast 500 Punkte gekostet hat.


Ihr
Sven Weisenhaus
- Stockstreet-Team -
www.trader-sentiment.de


Börse - Intern vom 10. August 2018:
Warum ein fallender EUR/USD dieses Mal keine gute Nachricht ist

Aus Sicht europäischer Export-Unternehmen hat es heute eigentlich eine positive Entwicklung gegeben. Denn der EUR/USD ist aus seiner wochenlangen Seitwärtskonsolidierung nach unten ausgebrochen (siehe rote Ellipse im Chart). Und damit hat sich ein abfallendes Dreieck (rote und grüne Linie) komplettiert.

EUR/USD - Chartanalyse

Zuvor war der EUR/USD schon einmal aus einem abfallenden Dreieck idealtypisch nach unten ausgebrochen (siehe roter Pfeil Nr. 1 im folgenden Chart). Es folgte eine dynamische Abwärtsbewegung (oberes rotes Rechteck).

EUR/USD - Chartanalyse

Anschließend bildete der Wechselkurs erneut über Wochen eine solche bearishe Formation (untere rote und grüne Linie). Und auch dieses Mal folgte der Ausbruch idealtypisch nach unten (roter Pfeil Nr. 2).

Kommt es nun zu einer ähnlich dynamischen Abwärtsbewegung, könnte diese bis in den Bereich von 1,09 bis 1,08 USD laufen (unteres rotes Rechteck). Und da mit einem schwächeren Euro heimische Waren in anderen Währungsgebieten (wie dem Dollar) billiger werden, könnte eine solche Wechselkursbewegung den Export beflügeln.

DAX zeigt trotz Wechselkurseffekt deutliche Schwäche

Gewöhnlich kann der DAX mit seinen vielen Exportwerten in einem solchen Fall zulegen. Doch heute hat der deutsche Leitindex deutliche Kursverluste erlitten und die recht enge Seitwärtstendenz der vergangenen Tage nach unten verlassen. Dabei ist er sogar auf ein Niveau gefallen, welches er zuletzt vor rund einem Monat gesehen hat. Die Performance des Index lässt also trotz Euro-Schwäche zu wünschen übrig. Was ist der Grund dafür?

Trump bringt Türkei in Nöten

Als möglichen Grund kann man wieder einmal Zollandrohungen von Donald Trump nennen. Dieses Mal betreffen sie die Türkei. So teilte Trump auf Twitter mit, er habe eine Verdoppelung der Zölle auf Stahl und Aluminium hinsichtlich der Türkei bewilligt. Und das heizte die Krise um den sowieso schon anhaltenden Verfall der türkischen Währung Lira an, die prompt ihren Wertverlust verschärfte und alleine heute rund 20 % zum US-Dollar an Wert verlor. Im heutigen Hoch mussten fast 7 Lira für einen Dollar bezahlt werden.

USD/TRY - Türkische Lira verliert rasant an Wert

Dieser Ausverkauf der türkischen Lira entwickelt sich inzwischen zur Bedrohung auch für das europäische Finanzsystem. Denn wenn die Türkei selbst oder türkische Unternehmen ihre ausländischen Schulden wegen des Wertverfalls der eigenen Währung nicht mehr bedienen können, droht ein Zahlungsausfall.

Türkei bringt europäische Bankenwerte in Nöten

Einem Bericht der „Financial Times“ zufolge schauen sich die EZB-Bankenaufseher deswegen bereits sämtliche Türkei-Verbindungen europäischer Geldhäuser näher an. Laut einer aktuellen Aufstellung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) haben Banken in der Türkei derzeit Kredite in Höhe von 148 Milliarden Dollar und von 110 Milliarden Euro vergeben - der Großteil davon kommt aus dem Ausland. Das höchste Risiko tragen den BIZ-Daten zufolge derzeit die spanischen Großbanken, die Kredite über rund 83 Milliarden Dollar vergeben haben - aus Frankreich und Italien kommen 38 Milliarden Dollar beziehungsweise 17 Milliarden Dollar.

Die deutschen Banken hatten in der Türkei laut der Bundesbank im Juni 20,77 Milliarden Euro Gesamtforderungen. Ein Großteil sei aber durch Kreditversicherungen geschützt. Und zum Vergleich: Gegenüber Griechenland sind es 19,17 Milliarden Euro. Insgesamt haben die deutschen Geldhäuser im Ausland Forderungen von rund 1,85 Billionen Euro.

Dennoch gerieten heute auch deutsche Bankenwerte unter Druck. Die Aktien der Deutschen Bank gaben zum Beispiel um rund 5 % nach. Und das zog natürlich auch den DAX nach unten. Da aber insbesondere Banken aus Spanien und Italien betroffen wären, belastet diese Entwicklung auch den Euro.

EUR/USD: Eine zweite Abwärtswelle war zu erwarten

Als ich das letzte Mal am 6. Juni den EUR/USD aus fundamentaler und charttechnischer Sicht analysiert habe, ging ich davon aus, dass der Wechselkurs in Reichweite der 1,15er Marke konsolidiert. Genau das hat er seitdem in Form des abfallenden Dreiecks getan. Mit dem heutigen Ausbruch könnte nun eine zweite Abwärtswelle angerollt sein. Das Türkei-Problem könnte den Stein dabei nur ins Rollen gebracht haben. Denn die wirtschaftlichen und geldpolitischen Entwicklungen in der Eurozone und den USA sprachen ohnehin für weitere Kursverluste.

Der Devisenmarkt ist dafür bekannt, dass Trends hier lange anhalten. Mit dem bearishen Ausbruch aus der zwischenzeitlichen Konsolidierung in Form eines absteigenden Dreiecks dürfte sich daher der vorangegangene Abwärtstrend beim EUR/USD noch eine Weile fortsetzen (siehe Rechtecke im Chart oben), sofern sich der Ausbruch nicht noch als Fehlsignal entpuppt. Ein Short-Trade könnte sich also anbieten mit einem Stopp knapp oberhalb des Ausbruchsniveaus.


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Börse - Intern vom 9. August 2018:
USA vs. China: Die nächsten Zölle treten in Kraft

Ankündigungen und Drohungen hat es im aktuellen Handelsstreit zwischen den USA und China bereits viele gegeben. Wie auch wir bereits dazu berichtet haben, will US-Präsident Donald Trump neben den im Juli bereits in Kraft gesetzten Zöllen auf chinesische Güter im Wert von 34 Milliarden Dollar auf absehbare Zeit weitere Waren im Wert von 200 Milliarden oder sogar 500 Milliarden Dollar mit Zöllen belegen. Konkretisiert wurden diese Pläne bislang noch nicht. Bekannt ist lediglich, dass eine Liste erarbeitet wurde, zu der am 5. September eine Frist abläuft, innerhalb derer noch Anhörungen zu den geplanten Zöllen laufen.

USA beschließen angekündigte Strafzölle gegen China

Derweil ist am vergangenen Dienstag aber bereits eine ebenfalls schon angekündigte Liste mit Produkten fertiggestellt worden, auf die nun ab dem 23. August Zölle in Höhe von 25 % erhoben werden sollen. Diese Liste umfasst 279 von ursprünglich 284 vorgeschlagenen Produkten im Wert von rund 16 Milliarden Dollar. Zusammen mit den seit Juli geltenden Zöllen werden sich die sanktionierten Güter damit auf 50 Milliarden Euro summieren.

Das Problem für die Börsen wächst

Damit hält sich Trump inzwischen an den bereits im März angekündigten Plan. Und wenn auch die weiteren angekündigten Maßnahmen so umgesetzt werden, könnte das bald doch zu einem größeren Problem auch für die Aktienmärkte in den USA (und Europa) werden. Bislang hat der Handelsstreit an diesen nur zu Beginn Kursverluste ausgelöst. Nachhaltig waren diese jedoch nicht. Und inzwischen haben Meldungen dazu kaum noch negativen Einfluss auf die Kurse. Das ist der typische Gewöhnungseffekt. Doch deutlich höhere Strafzölle werden natürlich auch deutlich größere Auswirkungen haben - auf die (Welt-)Wirtschaft und damit auch auf die Aktienkurse. Zumal sich bislang nicht abzeichnet, dass China klein beigeben und einlenken wird.

China reagiert mit Gegenmaßnahmen

Im Gegenteil: Gestern reagierte China prompt mit Gegenmaßnahmen auf die ab 23. August geltenden neuen US-Zölle. Das Handelsministerium in Peking kündigte an, seinerseits Abgaben von 25 % auf US-Einfuhren im Volumen von 16 Milliarden Dollar zu erheben. Betroffen sein sollen insgesamt 333 verschiedene Güter, darunter Rohöl, Diesel und Kohle, Stahlprodukte und Medizintechnik. Die Abgaben sollen gleichzeitig mit den US-Zöllen am 23. August in Kraft treten. - China zahlt also erneut mit gleicher Münze zurück. Und Trump wird daher im September sehr wahrscheinlich nachlegen.

Börsen reagieren noch gelassen

Dennoch ging auch die Meldung aus China gestern fast spurlos an den Börsen vorbei. Doch dieses Anlegerverhalten könnte sich im September ändern, wenn der Streit weiter eskaliert und chinesische Waren im Volumen von 200 Milliarden Dollar mit Zöllen belegt werden. In ihrem heute veröffentlichten Wirtschaftsbericht (Economic Bulletin) warnte die Europäische Zentralbank (EZB), dass der durchschnittliche US-Einfuhrzoll auf den höchsten Stand der vergangenen 50 Jahre klettern würde, wenn alle angedrohten Schritte im Handelsstreit tatsächlich umgesetzt werden.

Temporär stärkeres Wirtschaftswachstum nur ein kurzfristiger Effekt

Zwar könnte sich die Wirtschaft auch dann noch einige Zeit stark zeigen, doch wird eine höhere Nachfrage sehr wahrscheinlich zu einem Großteil durch „Vorzieheffekte“ getrieben. Denn Unternehmen und auch Konsumenten werden gerade solche Waren (möglichst auch auf Lager) kaufen, die zukünftig aufgrund der Zölle deutlich teurer werden. Und sobald die Zölle in Kraft sind, wird die Nachfrage dementsprechend zurückgehen. Aufgrund des Vorzieheffektes ist dann also ein Nachfrageeinbruch zu erwarten.   

Handelsstreit, Bewertung und Saisonalität sprechen gegen US-Aktien

Es könnte also angesichts des inzwischen „planmäßig“ fortschreitenden Handelsstreits, der fundamentalen Bewertung und der Saisonalität ratsam sein, sich langsam aus US-Positionen zu verabschieden oder zumindest die Stopps dicht nachzuziehen. Für große Short-Trades ist es dagegen aufgrund der noch anhaltenden Stärke der US-Indizes zu früh.

So konnte der Dow Jones zum Beispiel nach dem Fehlausbruch aus seiner möglichen Seitwärtsrange (gelbes Rechteck, roter Kreis im Chart) sogar recht schnell wieder ein neues Trendhoch erreichen (grüner Pfeil).

Dow Jones - Chartanalyse

Allerdings wartet mit dem Hoch vom 27. Februar bei 25.800,35 Punkten schon die nächste Hürde. Und vielleicht etabliert sich hier das obere Ende der erwarteten Seitwärtsrange.


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Börse - Intern vom 8. August 2018:
S&P 500: Hohes Gewinnwachstum auch im 2. Halbjahr 2018

Nachdem wir laut Reuters-Daten zum 2. Quartal 2018 die beste Berichtssaison in den USA seit Beginn der Aufzeichnungen im ersten Quartal 1994 erleben, rechnen Analysten auch für das 2. Halbjahr 2018 mit hohen Gewinnwachstumsraten im S&P 500 (siehe folgende Grafik). Dabei werden allerdings die Werte der ersten beiden Quartale wohl nicht mehr erreicht. So sollen die Gewinne im 3. Quartal 2018 um 20,7 % und im 4. Quartal 2018 um 17,8 % steigen (im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresquartal).

Umsatz- und Gewinnerwartungen zu den Unternehmen im S&P 500 in 2018

Das Gewinnwachstum für das Gesamtjahr 2018 soll für den S&P 500 bei 20,5 % liegen. Da die Prognosen aber zuletzt regelmäßig übertroffen wurden, ist auch ein etwas höheres Gewinnwachstum möglich.

Zum Vergleich: Beim Euro STOXX 50 soll die Wachstumsrate im Gesamtjahr 2018 nur knapp 8 % betragen. Dies rechtfertigt natürlich eine höhere Bewertung der US-Indizes, die sich daher auch wesentlich besser entwickelt haben und nahe oder auf Allzeithoch stehen. Und vor dem Hintergrund von 20-prozentigen Gewinnwachstumsraten erscheint das 12-Monats-KGV des S&P 500 von aktuell 16,5 nicht gerade teuer, so dass man sogar weiteres Kurspotential wittern könnte.

Deutlich weniger Wachstum in 2019

Allerdings dürfte sich das Gewinnwachstum der US-Titel im kommenden Jahr mehr als halbieren. So gehen Analysten aktuell für das 1. Quartal 2019 nur noch von einem Gewinnwachstum in Höhe von 7,3 % aus. Und im 2. Quartal 2019 soll es mit +8,2 % auch nicht viel höher ausfallen (siehe folgende Grafik).

Umsatz- und Gewinnerwartungen zu den Unternehmen im S&P 500 in 2019

Für das Gesamtjahr 2019 prognostizieren Analysten ein Gewinnwachstum von 10,3 % und ein Umsatzwachstum von 5,3 % (siehe folgende Grafik). Und damit ist eine derart hohe KGV-Bewertung dann nicht mehr zu rechtfertigen.

Umsatz- und Gewinnerwartungen zu den Unternehmen im S&P 500 - Vergleich 2018 vs. 2019

Während Analysten dem S&P 500 in 12 Monaten ein Kurspotential von rund 10 % auf 3.144 Punkte zutrauen, sehe ich die US-Märkte vor dem Hintergrund des deutlich geringeren Wachstums weiterhin in einer Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau. Denn so können die Gewinne in die zuvor schon stark gestiegenen Kurse hineinwachsen, womit die Bewertung im Zeitablauf sinkt und wieder ein faires Niveau erreicht.

Genau diese Erwartung hatte ich auch schon vor mehreren Monaten geäußert. Bislang halten sich die Kurse daran. Und das Ganze dürfte sich auch noch über die kommenden Monate weiter hinziehen. Es ist wohl zu erwarten, dass sich das 12-Monats-KGV spätestens im kommenden Jahr wieder dem 5-Jahresdurchschnitt (16,2) oder sogar dem 10-Jahres-Durchschnitt (14,4) nähert.

Ein denkbares Szenario für den S&P 500

Würde der S&P 500 quasi von heute auf morgen um 12,7 % korrigieren, hätte sein 12-Monats-KGV den 10-Jahres-Durchschnitt erreicht. Und der S&P 500 (helle Linie im folgenden Chart) würde mit einem Punktestand von rund 2.500 Zählern ziemlich genau auf den Wachstumstrend der Gewinne je Aktie (dunkle Linie) zurückfallen.

S&P 500 und Gewinnerwartungen

Zwar halte ich eine derart scharfe Korrektur in so kurzer Zeit natürlich für nahezu ausgeschlossen, doch eine Annäherung des S&P 500 an den Wachstumstrend der Gewinne je Aktie in den kommenden Wochen der saisonal schwachen Phase ist durchaus denkbar.


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Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 7. August 2018:
Nie zuvor haben so viele Unternehmen die Erwartung übertroffen

Die Bilanzsaison in den USA nähert sich langsam ihrem Ende. Inzwischen haben bereits mehr als 80 % der Unternehmen aus dem S&P 500 ihre Geschäftszahlen vorgelegt. Und diese können bislang mehrheitlich überzeugen. Beim Umsatz konnten 74 % der Unternehmen die Erwartungen übertreffen (siehe folgende Grafik, blaue Markierung).

S&P 500 - tatsächliches Umsatzwachstum vs. Erwartungen

Die Schätzungen, die Anfang Mai noch auf ein Umsatzplus von 8,2 % lauteten, wurden dabei um 1,6 Prozentpunkte übertroffen. Die Umsatzwachstumsrate für das 2. Quartal 2018 liegt aktuell bei 9,8 % (siehe folgende Grafik, blaue Markierung).

S&P 500 - aktuelles Umsatzwachstum vs. Erwartungen vom 30. Juni

Noch höher war der Anteil der Unternehmen, die mit ihren Gewinnen die Analystenerwartungen schlagen konnten (80 %, siehe folgende Grafik, blaue Markierung).

S&P 500 - tatsächliches Gewinnwachstum vs. Erwartungen

Laut FactSet konnten nie zuvor so viele Unternehmen die Prognosen übertreffen. Die Gewinnwachstumsrate im 2. Quartal 2018 liegt aktuell bei +24,0 %. Insgesamt weisen die Unternehmen damit Gewinne aus, die um 4,0 Prozentpunkte über den Schätzungen von Ende Juni (+20 %) liegen.

S&P 500 - tatsächliches Gewinnwachstum vs. Erwartungen vom 30. Juni

Allerdings war in der Börse-Intern vom 13. Juli schon zu lesen, dass die von den S&P 500-Unternehmen gemeldeten tatsächlichen Erträge in den letzten fünf Jahren die geschätzten Gewinne im Durchschnitt um 4,4% übertroffen haben. Und daher gingen „manche Analysten für das 2. Quartal 2018 auch bereits von noch höheren Gewinnen aus (+23,2 %)“. Dennoch wurden auch diese höheren Gewinnerwartungen noch überboten.

S&P 500 steht kurz vor einem neuen Allzeithoch

Und unter anderem wohl deshalb konnte der S&P 500 auch weiter zulegen. Stand er am 13. Juli noch bei rund 2.800 Punkten, so konnte er bis heute noch einmal 60 Zähler bzw. 2,14 % zulegen. Damit steht er nun aber wieder am oberen Ende seines aktuellen Aufwärtstrendkanals (dunkelgrüner Bereich im folgenden Chart), von dem er zuletzt am 25. bzw. 26. Juli ein weiteres Mal nach unten abgeprallt war.

S&P 500 - Chartanalyse

Doch fehlen dem US-Index nur noch etwas mehr als 10 Punkte bzw. 0,38 % für ein neues Allzeithoch. Vielleicht wollen die Anleger dieses noch sehen. Doch angesichts der bereits zurückgelegten Strecke ist kaum zu erwarten, dass der Ausbruch auf ein neues Hoch im ersten Anlauf nachhaltig sein wird.

Es könnte sich also anbieten, langsam Gewinne mitzunehmen, um diese Positionen gegebenenfalls nach einem Rücksetzer etwas billiger wieder ins Depot zurückzuholen, sofern sich kein Doppeltop abzeichnet.


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Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 6. August 2018:
Die nächste Top-Formation im DAX

Inhaltsverzeichnis

Die nächste Top-Formation im DAX

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

eigentlich sind wir ja im Sommerloch: Längst haben überall die Ferien begonnen. Viele Leute – natürlich auch Trader und institutionelle Investoren – sind im Urlaub, die Kursschwankungen nehmen daher ab oder werden „unerklärlich“ volatil. In jedem Fall sank dadurch zuletzt die Signalqualität rapide.

Ein Schreck im Sommerloch!

Alle, die in dieser Zeit irgendwo die Stellung halten müssen, haben angesichts der Hitze so ihre Mühe, Motivation und Konzentration auf dem nötigen Level zu halten. Börsianer bilden da keine Ausnahme. Während ich also überlege, mit welchem Thema ich die heutige Ausgabe Ihrer Börse-Intern füllen könnte, schreckt mich ein Leser mit folgender Frage auf:

Ist es vermessen, im Dax eine mögliche SKS-Formation zu erkennen?

Sie werden meinen Schrecken verstehen, wenn ich Ihnen verrate, dass es natürlich der heimliche Ehrgeiz jedes Traders ist, wichtige Chartsignale in den großen Indizes beizeiten zu erkennen. Und eine SKS (Schulter-Kopf-Schulter-Formation) ist zweifellos eine der wichtigsten Formationen überhaupt. Es wäre also geradezu entsetzlich, wenn die geballte Börsenkompetenz von Stockstreet eine SKS im DAX übersehen hätte!

Aber zum Glück hat der Leser einen Chart mitgeschickt, so dass schnell klar war, was gemeint ist. Und dann: Puh – Entwarnung! Diese SKS haben wir auf dem Schirm, genauer gesagt: hatten. Bereits Ende April warnte Sven Weisenhaus an dieser Stelle vor dieser möglichen SKS (siehe Börse-Intern vom 26.04.2018). Damals war die rechte Schulter im Entstehen.

Eine SKS, ihr Tod und ihre wundersame Auferstehung

Aber schon Anfang Mai machte der DAX das Szenario einer baldigen Vollendung dieser SKS durch einen dynamischen Anstieg zunichte. Daher haben wir diese SKS zu den Akten gelegt. Und nun sollte sie wundersamerweise wieder auferstanden sein? Werfen wir also zunächst einen Blick auf den weitgehend „nackten“ Chart:

DAX-Monatsschart ab 2009 (1)

Zum Zeitpunkt unserer April-Analyse waren also die linke Schulter („S“) und der Kopf („K“) bereits ausgebildet. Von der rechten Schulter existierte damals nur die linke Flanke, wobei der Kurs nach dem Tief vom März (siehe Pfeil) noch unterhalb der gestrichelten blauen Linie notierte. Diese Linie läuft parallel zur Nackenlinie (blaue durchgehende Linie), die damals schon bestimmt werden konnte.

Die Nackenlinie sollte idealerweise nahezu waagerecht verlaufen. In diesem Fall war sie jedoch leicht geneigt, was bei einer SKS ebenfalls möglich ist. Allerdings sollten bei einer solchen schiefen SKS die Hochs der beiden Schultern ebenfalls schief und etwa parallel zur Nackenlinie liegen. Und genau dieses Kriterium war mit dem Anstieg des DAX im Mai spätestens oberhalb der 13.000-Punkte-Marke hinfällig!

Warum es keine SKS ist

Aber natürlich hat der Leser dennoch Recht: Weil der Anstieg nicht weiterging, sondern der DAX mittlerweile erneut zur Schwäche neigt, kann man nun abermals eine SKS-Formation erkennen – genauer: eine SKS-ähnliche Formation. Denn für eine echte SKS fehlen einige wichtige Kriterien, wie die Parallelität von Nacken- und Schulterlinie. Dadurch leidet auch die Symmetrie der Formation insgesamt – ebenfalls eine wichtige Voraussetzung für eine regelgerechte SKS!

Und das Volumen (siehe unterer Chartteil) – eines der wichtigsten Kriterien überhaupt bei einer SKS – entspricht gar nicht der Theorie. So sollte idealerweise der Volumenanstieg während des Entstehens der linken Schulter höher sein als alle vorherigen im Bullenmarkt. Das ist erkennbar nicht der Fall (siehe linker gelber Bogen), was die SKS bereits im April zweifelhaft machte. Aber ein ganz klares Ausschlusskriterium ist das sehr hohe Volumen in der rechten Schulter (siehe rechter gelber Bogen).

Fazit: Diese Formation ist definitiv keine SKS!

Der Unterschied zwischen einer SKS und keiner SKS

Können wir uns also zurücklegen und das mögliche baldige Ende des Bullenmarkts ausschließen? Nein, denn man muss ganz klar unterscheiden: Eine SKS ist eine Formation, nach deren Vollendung eine rund 90%-ige Wahrscheinlichkeit besteht, dass das Kursziel der SKS erreicht wird (siehe dazu den o.g. Beitrag vom April). Eine SKS-ähnliche Formation kann ebenfalls eine Top-Formation sein. Aber für das Trading ist sie nicht annähernd so zuverlässig, weil ihre Erfolgswahrscheinlichkeit erstens deutlich geringer und zweitens nicht exakt zu bestimmen ist.

Aus langfristiger Sicht müssen wir also diese mögliche Top-Formation dennoch ernst nehmen. Mit dem einfachen Kriterium der Vollendung einer SKS (Durchbruch durch die Nackenlinie nach unten) kommen wir jedoch nicht weiter. Zur Bewertung der Lage müssen wir weitere charttechnische Hilfsmittel heran­ziehen. Daher nachfolgend noch einmal der gleiche Chart wie oben mit einigen weiteren Elementen:

DAX-Monatsschart ab 2009 (2)

Trend, Trendbrüche und Trendwechsel

Da ist zunächst der langfristige Aufwärtstrend des gesamten Bullenmarkts seit 2009 (grün). Diesen hat der DAX in der großen Korrektur von 2015/16 verlassen, aber Ende 2016 wieder dynamisch zurückerobert (siehe blauer Pfeil). 2017 gab es dann nach einem zwischenzeitlichen Rücksetzer von der 13.000-Punkte-Marke eine weitere punktgenaue Bestätigung dieses Trends (siehe grüner Pfeil).

Insofern war der abermalige Bruch dieses Trends im Frühjahr ein wichtiges Warnsignal, denn er machte die Bestätigung des Trends hinfällig und minderte damit drastisch dessen Relevanz für den weiteren Verlauf des DAX. Folgerichtig scheiterte der DAX dann im Mai und Juni bei zwei weiteren Wiedereintrittsversuchen in diesen Trend (siehe rote Ellipse). Und aus aktueller Sicht ist der grüne Trend endgültig hinfällig, nachdem der DAX mit seinem Juli-Hoch nahezu punktgenau an dessen Unterkante abprallte (siehe roter Pfeil).

Allerdings ist ein Trendbruch nicht zwangsläufig ein Trendwechsel. Häufig wird ein steiler Trend nur durch einen flacheren Trend in die gleiche Richtung ersetzt. Aber natürlich steigt die Gefahr eines Trendwechsels in reifen Bullenmärkten deutlich an. Aktuell hält sich der DAX aber noch über einer steileren Aufwärtslinie (grün), die seit dem Tief von Anfang 2016 gültig ist. Deren Bruch wäre also das nächste Warnsignal.

Warum eine unscheinbare Linie doch relevant ist

Bei einem baldigen Rückfall unter die grüne Trendlinie (der sich aufgrund der aktuellen Schwäche des DAX andeutet) dürfte auch die blaue Linie bei 12.391 Punkten gebrochen werden. Diese Linie, die das alte Allzeithoch von 2015 markiert, scheint keine größere Relevanz mehr zu haben, da der abgebildete Monatschart an dieser Linie keine wichtigen Umkehrpunkte aufweist.

Im Tageschart ist das zum einen jedoch anders und zum anderen hat diese Linie eine weitere Bedeutung. Ihr Abstand zur 13.000er Marke beträgt rund 609 Punkte. Wenn man diese Spanne nach oben und unten abträgt, entstehen neue Kursmarken bei 13.601 und 12.782 Punkten (siehe blaue Rechtecke). Leser, die mit unserer Target-Trend-Methode vertraut sind, werden in dieser Prozedur die Rechteck-Methode wiedererkennen.

Der Dreh- und Angelpunkt für den DAX

Und tatsächlich sind diese scheinbar willkürlich ermittelten Marken im DAX-Chart relevant: So wurde das aktuelle Allzeithoch vom Januar bei 13.597 Punkten, also nahezu an der 13.600er Marke gebildet (siehe rot gestrichelte Linie). Und der Bereich um 12.782 Punkte ist seit dem Zwischenhoch vom Juli 2015 immer wieder relevant (siehe waagerechte grüne Linie/hellgrüne Zone).

Dieser Bereich ist nun natürlich der Dreh- und Angelpunkt für den weiteren DAX-Verlauf: Ein Rückfall darunter – insbesondere, wenn er dynamisch erfolgen sollte – wäre ein sehr bearishes Signal! Dann kann man bereits die SKS-ähnliche Formation als vollendet ansehen und mit einem Trendwechsel rechnen. Die theoretische Nackenlinie (blau gestrichelte Linie) ist zwar auch eine Unterstützung, aber sie dürfte inzwischen nur noch zweitrangig sein. Dennoch wäre natürlich auch ihr Bruch ein weiteres negatives Zeichen und würde die Gefahr eines Trendwechsels weiter erhöhen.

Wie das Elliott-Wellen-Szenario in dieses Bild passt

Aber wie passt dieses Szenario einer SKS-ähnlichen Top-Formation zu unserem Elliott-Wellen-Szenario, wonach wir noch eine Welle 5 erwarten, die im Idealfall zu einem Allzeithoch führt (siehe Börse-Intern vom 31.07.2018)?

Auf den ersten Blick ist dies natürlich ein Widerspruch. Doch in der Elliott-Wellen-Theorie verlaufen die 5er-Wellen mitunter nicht nach dem regulären Plan, indem sie neue Hochs bilden, sondern sie enden („versagen“) mitunter auch unter dem alten Hoch von Welle 3. (Näheres hierzu von Sven Weisenhaus in den nächsten Tagen.)

Das ist auch einleuchtend. Schließlich markiert die Welle 5 stets das Ende einer Rallyphase. Und da kommt es häufig genug vor, dass die Kraft der Bullen nicht mehr reicht, die Kurse noch ein weiteres Mal auf neue Hochs zu treiben. Die SKS ist dafür übrigens ein anschauliches Beispiel.

Eine weitere Belastung für den DAX

Leider wird das Szenario einer SKS-ähnlichen Top-Formation und einer versagenden Elliott-Welle 5 auch durch die Saisonalität gestützt (siehe auch Börse-Intern vom 04.07.2018):

DAX-Saisonverlauf

(Quellen: MarketMaker, eigene Berechnungen)

Egal wie man die Saisonalität berechnet – den einfachen Durchschnitt seit Einführung des DAX (grün) oder nur den Durchschnitt der Zwischenwahljahre des US-Präsidentschaftzyklus (schwarz) – ab Juli/August geht es nur noch abwärts. Und aktuell hält sich der DAX (rot) recht gut an die schwarze Kurve. Die Saisonalität ist also in den kommenden Wochen ebenfalls eine Belastung für den DAX.

Einziger Hoffnungsschimmer: Ab Anfang Oktober winkt wenigstens noch eine Jahresendrally. Falls der DAX jedoch bis dahin die SKS-ähnliche Formation vollendet, könnte diese nur eine Gegenbewegung in einem neuen, größeren Abwärtstrend sein. Aber das bleibt natürlich abzuwarten.

Wie Sie im Fall des Falles reagieren können

Und wie soll man sich nun angesichts eines solch düsteren Szenarios verhalten? Im Text hatte ich Ihnen verschiedene neuralgische Marken genannt, deren Bruch weitere negative Signale auslöst. Die entsprechenden Stellen habe ich unterstrichen. Sie können die dazugehörigen Punkte bzw. Linien z.B. als (mentale) Stoppmarken ansehen, nach deren Unterschreiten Sie Ihre Positionen verringern. Empfehlenswert ist es, dann die Werte auszusortieren, die ohnehin schlecht laufen. Bei entsprechender Depotgröße und Erfahrung können Sie gegebenenfalls auch Short-Positionen eingehen. Für Trader gilt das sinngemäß.

Aber noch ist dieser Verlauf nur eine von mehreren Möglichkeiten. Vergessen wir nicht: Die US-Börsen sind der Schrittmacher für die Aktienmärkte und sie laufen immer noch im Rally-Modus. Es könnte also durchaus sein, dass es uns so geht wie mit der SKS im April: dass wir dieses Szenario schon bald zu den Akten legen können, wenn die genannten Marken nicht fallen, sondern die Kurse doch wieder steigen.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


Die Börsenbriefe von Stockstreet

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Trader-Sentiment für 32. KW 2018 (06.08. - 10.08.)

Nach einer schnellen Rückkehr des Optimismus, der in der Umfrage vor einer Woche sogar gleich auf ein 12-Wochen-Hoch gestiegen war, musste man wieder mit starken Rücksetzern im DAX rechnen. Und tatsächlich kam es anschließend zu einem fast lupenrein bearishen Handelsverlauf (siehe helles Rechteck im folgenden Chart).

Das Hoch der vergangenen Woche (rote Linie) lag nur 0,19 Punkte über dem Schlusskurs der Vorwoche (blaue Linie). Bis zum Tief verlor der DAX dagegen stolze 367 Zähler bzw. 2,86 %. Und am Ende stand mit 12.615,76 Punkten ein Wochenminus von 244,64 Zählern bzw. 1,9 % zu Buche. - Damit hat das Sentiment als Kontraindikator zum zweiten Mal in Folge die Kursrichtung nahezu perfekt vorgegeben.

Und da die Kursrichtung klar abwärts gerichtet war, verwundert es kaum, dass nun wieder viele Anleger skeptisch bezüglich des DAX eingestellt sind. In der aktuellen Umfrage haben 51,70 % der Voting-Teilnehmer auf den Button für fallende Kurse geklickt.

Mit dem schnellen Stimmungsumschwung zurück zum Pessimismus könnte sich allerdings die am Freitag eingeleitete Gegenbewegung in der neuen Handelswoche noch etwas fortsetzen.


Ihr
Sven Weisenhaus
- Stockstreet-Team -
www.trader-sentiment.de


Börse - Intern vom 3. August 2018:
DAX: Normale Gegenbewegung oder Trendwechsel?

Der DAX musste gestern einen herben Rückschlag verkraften. Grund dafür waren neue Meldungen zum Handelsstreit zwischen den USA und China. US-Präsident Donald Trump gab demnach den Auftrag, eine Erhöhung der bereits geplanten Zölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar von 10 % auf 25 % prüfen zu lassen.

Anleger reagierten wieder einmal geschockt

Eigentlich sollten solche Drohungen kaum noch schockieren, zumal Trump auch bereits angekündigt hatte, gegebenenfalls sogar Zölle auf chinesische Waren im Umfang von 500 Mrd. Dollar zu beschließen. Die aktuelle Drohung reiht sich damit lediglich in die lange Liste früherer, ähnlicher Ankündigungen ein (siehe auch Börse-Intern vom 11. Juli). Dennoch reagierten die Anleger zunächst wieder leicht geschockt. Nachdem der SSE-Index an der chinesischen Festlandbörse in Shanghai mehr als 2% einbüßte hat, gab auch der DAX gestern in dieser Größenordnung nach.

Wie nachhaltig ist dieses Mal die Schockreaktion?

Es dürfte aber spannend zu beobachten sein, wie nachhaltig die Kursverluste an den Aktienmärkten dieses Mal sind. Ein großer Teil der Verluste wurde gestern jedenfalls schon wieder aufgeholt. Und damit zeigt sich ein bereits bekanntes Muster: In einer ersten Reaktion fallen die Kurse, doch dann besinnt man sich darauf, dass bislang nur Anfang Juli US-Zölle in Höhe von 25 % auf chinesische Importe im Wert von gerade einmal 34 Milliarden US-Dollar und entsprechende Gegenzölle aus China tatsächlich in Kraft getreten sind.

Nur eine normale Gegenbewegung im DAX?

Leider haben die Kursverluste im DAX gestern dennoch etwas Porzellan zerschlagen (siehe folgender Chart). So drehte der DAX schon am Montag noch vor Erreichen der Mittellinie bei 12.945 Punkten wieder nach unten, was als ein erstes Zeichen der Schwäche gewertet werden konnte. Allerdings ließen sich dafür noch die rot gestrichelte Konsolidierungslinie und die grün gestrichelte Aufwärtslinie (Parallellinie) verantwortlich machen, die gemeinsam auf die Kurse drückten (siehe Börse-Intern vom vergangenen Dienstag). Doch mit den gestrigen Verlusten wurden auch die 50- und 200-Tage-Linien (rot und blau im folgenden Chart) wieder deutlich unterschritten - und der bereits gewonnen geglaubte Kampf um die Rechteckgrenze bei 12.590 Punkten ging in die nächste Runde (roter Pfeil).

DAX - Target-Trend-Analyse

Doch es besteht noch Hoffnung, dass die Bullen auch dieses Mal erfolgreich bleiben. Denn der DAX hat mit dem aktuellen Rücksetzer exakt 50 % der Juli-Aufwärtsbewegung korrigiert (siehe grüner Pfeil im folgenden Chart).

DAX - Fibonacci-Marken

Und damit liegt bislang nur eine völlig normale Gegenbewegung auf die vorangegangenen Kursgewinne vor.

Die Gefahr einer Inselumkehr

Allerdings müssen die Bullen nun recht viel leisten, um Schlimmeres zu verhindern. Ein Anstieg bis zum Schlusskurs vom Mittwoch bei 12.737,05 Punkten würde erst einmal nur ein Schließen der gestrigen Abwärtslücke (Gap-Close) bedeuten. Damit wäre noch nicht viel gewonnen.

Andererseits wäre damit eine Art Island-Reversal (Inselumkehr) aus der Welt. Denn mit der Aufwärtslücke vom Donnerstag vergangener Woche und der gestrigen Abwärtslücke hat sich im DAX eine Kursinsel gebildet (siehe rote Ellipse im Chart oben). Werden die Kurslücken aber geschlossen, ist die bearishe Gefahr, die sich daraus ergeben hat, gebannt.

Kann der DAX dann ein neues Trendhoch erreichen, ist die Mittellinie bei 12.945 Zählern so gut wie erreicht. Und auf diesem Niveau dürfte die psychologisch wichtige, weil runde Marke von 13.000 Punkten mit ihrer Anziehungskraft dabei helfen, die Kurse weiter nach oben zu treiben.

Das Maximalkorrekturkursziel sollte nicht unterschritten werden

Bleiben die Kurslücken aber offen und geben die Kurse weiter nach, können die Bullen nur noch auf das 61,80%-Fibonacci-Retracement bei 12.403,29 Zählern hoffen. Wird dieses Maximalkorrekturkursziel unterschritten, gilt der Juli-Aufwärtstrend als beendet. Die Situation wäre dann schon deutlich bearish.

Der Kurs nähert sich auf diesem Niveau auch gefährlich dem Tief vom 11. Juli bei 12.398,47 Punkten. Fällt der DAX darunter, droht ein erneuter Rückfall in Richtung des Tiefs bei 12.104,41 Punkten. Auf dem Weg dahin kann zwar noch die Mittellinie bei 12.235 Punkten unterstützend wirken, aber ein Test des Korrekturtiefs vom Sommer wäre dann sehr wahrscheinlich. Und wenn der DAX dieses unterschreitet, wäre das endgültig bearish. Die Saisonalität hätte dann wieder einmal klar über die Bullen gesiegt.


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