Börse - Intern - 10-Tage-Rückblick

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Der 10-Tage-Rückblick des Börse Intern informiert Sie darüber, was die Märkte in den letzten zehn Tagen wirklich bewegt hat. Regelmäßige und vor allem zuverlässige Informationen sind die Basis für Ihren Börsenerfolg. Mit diesem Service bieten wir Ihnen die Inhalte der vergangenen zehn Ausgaben übersichtlich auf einer Seite dargestellt.


Börse - Intern vom 23. August 2019:
Welche Hürden der DAX inzwischen zu überwinden hat

Nachdem US-Präsident Donald Trump Anfang August getwittert hatte, dass er die bereits angekündigten Zölle auf die restlichen China-Importe im Volumen von rund 300 Milliarden Dollar einführen möchte, kündigte China am 15. August Gegenmaßnahmen an, ohne dabei jedoch konkret zu werden (siehe auch Börse-Intern vom 15. August). Dies hat sich inzwischen geändert.

China kündigt neue Zölle auf US-Importe an

Laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua hat die Zolltarifkommission des Staatsrates heute zusätzliche Zölle auf US-Importe im Wert von 75 Milliarden Dollar angekündigt. Diese sollen zwischen 5 % und 10 % liegen und ab dem 1. September gelten. Außerdem will China ab dem 15. Dezember wieder zusätzliche Zölle von 25 % oder 5 % auf in den USA hergestellte Fahrzeuge und Autoteile erheben. Die beiden Termine sind natürlich nicht ganz zufällig gewählt. Stattdessen stimmen sie mit den Zeitpunkten überein, zu denen die neuen US-Zölle auf chinesische Importe in Kraft treten sollen (siehe auch „Die Börsen bleiben trotz Zoll-Aufschubs im Korrekturmodus“).

Kurioserweise war von Seiten der US-Regierung kurz zuvor noch gemeldet worden, dass ein Telefongespräch mit chinesischen Regierungsvertretern gut verlaufen sei und weiterhin direkte Handelsgespräche mit China im September geplant seien. Dies sagte zumindest der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow am gestrigen Donnerstag noch. Wahrscheinlich ist aber, dass die heutige Reaktion der Chinesen auch eine Reaktion auf das Telefonat war.

Der Gewöhnungseffekt der Anleger wird immer offensichtlicher

Jedenfalls kam es an den Aktienmärkten heute wieder zu Kursverlusten, als die Meldung der chinesischen Zölle über die Nachrichtenticker lief. Allerdings hielten sich diese in engen Grenzen und sie wurden wenig später vollständig wieder aufgeholt. Der DAX drohte dabei zwar seine Erholungstendenz zu beenden (siehe rote Ellipse im folgenden Chart), setzte aber letztlich die eher seitwärts gerichtete Konsolidierung der vergangenen Tage nur wenig beeindruckt fort.

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Aber das ist im Grunde keine große Überraschung. Denn die inzwischen schon fast ignorante Haltung der Anleger zeigte sich auch schon, als die Meldung über die Nachrichtenticker lief, die USA würden sämtliche Importe aus China mit Zöllen belegen (siehe auch „Die Börsen haben sich an Handelsstreitigkeiten gewöhnt“).

DAX steckt wieder im wichtigen Widerstandsbereich fest

Theoretisch könnte der DAX also nun völlig unbeirrt von weiteren Meldungen zum Handelskonflikt seine Kurserholung fortsetzen. Doch der Index steckt gerade wieder in dem Widerstandsbereich fest, in dem bereits der erste Erholungsversuch hängen blieb und wieder Kursverluste nach sich zog.

DAX - Target-Trend-Analyse

In meiner vorangegangenen DAX-Analyse vom 16. August war zu lesen, dass „ein erneuter Angriff auf den Widerstandsbereich bis zur Rechteckgrenze bei 11.880 Punkten möglich“ ist, wenn der Kampf um die Rückeroberung der Mittellinie bei 11.525 Punkten zugunsten der Bullen ausgeht. Nun, der Kampf ging zugunsten der Bullen aus und ihnen gelang ein erneuter Angriff auf den Widerstandsbereich. So weit, so gut.

Welche Hürden der DAX inzwischen zu überwinden hat

Doch in der Börse-Intern vom 8. August hatte ich 4 Hürden aufgezählt, die der DAX zu überwinden hat:

  1. Den Widerstandsbereich aus der ehemaligen Unterstützungszone (grün), der Rechteckgrenze bei 11.880 Punkten und der übergeordneten Abwärtstrendlinie (dick rot).
  2. Das 38,20%-Fibonacci-Retracement bei 11.978,54 Punkten.
  3. Das 50%-Fibonacci-Retracement bei 12.107,91 Zählern.
  4. Das Widerstandsbündel aus dem Tief der Welle c, der Mittellinie bei 12.235 Punkten, dem 61,80%-Fibonacci-Retracement bei 12.237,27 Punkten und der Aufwärtstrendlinie (dick grün).

Und leider konnten die Bullen nach wie vor nicht einmal die 1. Aufgabe lösen. Dies hatte ich auch schon am 14. August geschrieben. An diesem Tag gab der DAX allerdings auf ein neues Korrekturtief ab, so dass die Fibonacci-Marken von damals inzwischen keine Relevanz mehr haben.

DAX - Fibonacci-Retracements

Stattdessen sind die nun wie folgt anzulegen.

DAX - Fibonacci-Retracements

Und hier zeigt sich nun, dass der DAX nach dem neuen Korrekturtief mit der aktuellen Kurserholung das 38,20%-Fibonacci-Retracement und damit das Mindestziel einer Gegenbewegung erreicht hat. Mehr ist den Bullen nicht gelungen. Und daher ist das Chartbild des DAX weiterhin angeschlagen.

Das ändert sich unverändert erst, wenn der DAX seine erste Hürde überwinden kann, also den Widerstandsbereich aus der ehemaligen Unterstützungszone (grün im Target-Trend-Chart oben), der Rechteckgrenze bei 11.880 Punkten und der übergeordneten Abwärtstrendlinie (dick rot). Dann kann das neue 50%-Retracement bei 11.961,26 Punkten erreicht und angegriffen werden.

Die entscheidende Hürde auf dem Weg zu einer Seitwärtskonsolidierung

Wird auch dieses überwunden, steht bei 12.125,23 Punkten mit dem 61,80%-Retracement die derzeit entscheidende Hürde vor der Tür. Wird diese übersprungen, ist die Seitwärtskonsolidierung wahrscheinlich, die aus saisonaler Sicht bis zum Jahresende zu erwarten ist. Aber solange Aufgabe 1 nicht gelöst ist, ist eher ein neues Korrekturtief zu erwarten.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
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PS: Während ich diese Analyse geschrieben habe, gab der DAX, wie sich in den beiden Fibonacci-Charts auch schon zeigt, wieder deutlich nach. Grund dafür ist, dass sich aus der Rede von Fed-Chef Jerome Powell keine Hinweise auf weitere Zinssenkungen der US-Notenbank entnehmen ließen und US-Präsident Donald Trump dies und die China-Zölle auf Twitter entsprechend kommentierte. Mehr dazu in der kommenden Woche...


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Börse - Intern vom 22. August 2019:
Handelsstreit zeigt weiterhin Bremsspuren in der Wirtschaft

US-Präsident Donald Trump hat bislang immer wieder behauptet, die Handelskonflikte und die verhängten Zölle auf US-Importe würden der heimischen Wirtschaft nutzen und nicht schaden. Doch das Budgetbüro des Kongresses (CBO), das als überparteiliche Behörde die Entwicklung der Staatsfinanzen überwacht, sieht das etwas anders. Laut dessen Schätzungen werden die Handelskonflikte das Einkommen jedes US-amerikanischen Privathaushalts bis 2020 im Durchschnitt um 580 US-Dollar verringern. Und die Wirtschaftsleistung der USA werde um rund 0,3 Prozentpunkte geringer ausfallen. Erst nach 2020 würden die negativen Effekte abflauen, weil Unternehmen bis dahin ihre Lieferketten verändert und angepasst haben dürften, so die Einschätzung des CBO.

Belasten Handelszölle das BIP-Wachstum der USA nur um 0,3 Prozentpunkte?

Ist das nun ein Grund zur Beunruhigung? Keineswegs. Denn diese aktuellen Einschätzungen bestätigen lediglich frühere Kalkulationen. So hatte ich bereits in der Börse-Intern vom 15. Mai berichtet, dass die Prognosefirma Oxford Economics davon ausgeht, dass die Strafzölle die Wirtschaftsleistung der USA „nur“ um 62 Milliarden Dollar reduzieren. „Das Bruttoinlandsprodukt würde damit lediglich um 0,3 Prozentpunkte gedrückt“, hieß es damals. Und ich hatte dies als ein „überschaubares Problem“ bezeichnet (siehe „Wie schlimm kann der Handelsstreit für die Wirtschaft werden?“). Dass CBO nun zum exakt gleichen Ergebnis kommt, obwohl sich der Handelsstreit nach einem Vierteljahr nicht entspannt, sondern noch verschärft hat, ist doch für uns Börsianer beruhigend.

In der US-Wirtschaft zeichnen sich immer stärkere Bremsspuren ab

Schaut man allerdings auf die aktuellen Einkaufsmanagerdaten von IHS Markit, dann erscheinen die Berechnungen von Oxford Economics und CBO etwas zu optimistisch. Denn das Umfrageergebnis für die gesamte Wirtschaft der USA (Industrie und Dienstleistung zusammen) ist gemäß der ersten Schätzung im August auf nur noch 50,9 Punkte gefallen, von 52,6 Punkten um Juli.

IHS Markit Einkaufsmanagerindex USA Composite (Industrie und Dienstleistung)

Der Frühindikator notiert damit wieder, wie schon im Mai, nur noch knapp oberhalb der Schwelle von 50 Punkten, ab der zukünftiges Wachstum signalisiert wird. Und dadurch sieht es für die US-Wirtschaft aktuell sogar schlechter aus als für die Eurozone und Deutschland.

Wirtschaft der Eurozone und Deutschland zeigt sich nicht noch stärker belastet

Denn laut der monatlichen Umfrage von IHS Markit hat sich die Stimmung der Unternehmen im Euroraum unerwartet aufgehellt. So ist der vorläufige Wert für den Gesamteinkaufsmanagerindex im August auf einen Stand von 51,8 Punkten gestiegen.

IHS Markit Einkaufsmanagerindex Eurozone Composite (Industrie und Dienstleistung)

Damit muss man nun vorerst keine Sorge haben, dass der deutliche Rückgang vom Juli einen neuen Abwärtstrend eingeläutet hat. Stattdessen könnte sich die am Januar-Tief gestartete Erholungstendenz fortsetzen. Zumal in der Verbesserung des Gesamteinkaufsmanagerindex sowohl höhere Werte beim Teilindex der Industrie als auch beim Teilindex der Dienstleister stecken. Allerdings deutet der aktuelle Wert von 47,0 Punkten beim Industrie-Einkaufsmanagerindex auf anhaltende Schwierigkeiten in dem exportorientierten Wirtschaftsbereich hin. Es wäre also etwas verfrüht, nun schon die Sektkorken knallen zu lassen.

Das gilt auch für die Einkaufsmanager-Daten zur Wirtschaft in Deutschland. Der Index für die gesamte Privatwirtschaft (Industrie und Dienstleister zusammen) kletterte hier um 0,5 auf 51,4 Punkte.

IHS Markit Einkaufsmanagerindex Deutschland Composite (Industrie und Dienstleistung)

Dabei konnte der Teilindex für die Industrie ebenfalls überraschend um 0,4 auf 43,6 Punkte ansteigen. Allerdings befindet sich auch dieser damit noch deutlich unterhalb der 50-Punkte-Wachstumsschwelle.

IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie Deutschland

Und der Index für die Dienstleister gab um 0,1 auf 54,4 Punkte nach. Die Ansteckung auf diesen Sektor setzt sich also fort. Zudem ist zu beachten, dass der Juli-Wert für den Gesamteinkaufsmanagerindex in seiner ersten Schnellschätzung bereits bei 51,4 Punkten lag und am Ende noch nach unten revidiert wurde (auf 50,9).

September könnte zweite Abwärtswelle bringen

Eine echte Erholung der Wirtschaft ist in den aktuellen Daten also noch nicht erkennbar. Im Gegenteil – die US-Wirtschaft zeigt sich inzwischen so belastet wie die europäische und die deutsche. Und daher stellt sich leider auch weiterhin die Frage, ob aus den aktuellen Kurserholungen an den Aktienmärkten ein neuer Aufwärtstrend, eine Seitwärtstendenz oder nur eine Gegenbewegung wird.

Damit die Wirtschaftsdaten einen möglichen Aufwärtstrend untermauern können, müssten sie sich deutlich verbessern – vor allem natürlich in Bezug auf die Industrie. Zumal sich diese laut den Einkaufsmanagerdaten inzwischen auch in den USA im Abschwung befindet – der entsprechende Teilindex notiert im August nur noch bei 49,9 Punkten und damit, wie in der Eurozone und Deutschland, unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Für eine größere Seitwärtstendenz am Aktienmarkt, die auch saisonal zu erwarten ist, reichen die Daten derzeit noch aus. Einen Crash am Aktienmarkt muss man aktuell nicht fürchten. Eine zweite Abwärtswelle in den US-Indizes sollte man aber einkalkulieren, insbesondere vor dem Hintergrund, dass mit dem September noch ein schwacher Börsenmonat vor der Tür steht. Und damit könnte sich auch der DAX bald wieder stärker belastet zeigen.


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Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 21. August 2019:
Eine Trading-Idee für die aktuelle Marktsituation

Gestern war hier an dieser Stelle zu lesen, dass die Zinsspekulationen neu genährt wurden. Doch die vermeintlichen neuen Zinsspekulationen dürften die Aktienkurse aus meiner Sicht kaum bewegt haben. Denn die Forderungen des US-Präsidenten an die Notenbank Federal Reserve (Fed) waren längst bekannt und die aktuellen Twitter-Forderungen im Grunde lediglich eine Wiederholung.

Kurse konsolidieren nach dynamischen Kursbewegungen

Chartanalysten wissen dagegen, dass es nach dynamischen Kursbewegungen stets zu Konsolidierungen kommt. Dabei bewegen sich die Kurse eine Zeitlang tendenziell seitwärts und somit auf und ab. Besonderer Nachrichten bedarf es dazu nicht. Und aus meiner Sicht befinden wir uns gerade in einer solchen Markphase.

Dies zeigt auch der folgende Chart des S&P 500. Der Index hat sich nach dem ersten dynamischen Kursrutsch zwischen den wichtigen Kursmarken von 2.816,94 und 2.940,91 Punkten eingependelt (siehe kleines gelbes Rechteck im Chart).

S&P 500 - Target-Trend-Analyse

Die Konsolidierung nach dem ersten Kursrutsch lässt sich damit erklären, dass die Anleger höchst verunsichert sind. Sie fragen sich, ob es sich lediglich wieder nur um einen kurzen Rücksetzer handelt oder ob sich die Korrektur ausweitet, so wie im vorangegangenen Jahr. Bullen und Bären testen ihre Kräfte aus. Und dabei werden Positionen zwischen den Anlegern hin und hergeschoben. In dieser Phase machen Kurse Nachrichten, und nicht umgekehrt.

Ist diese Umpositionierung der Anleger abgeschlossen, kommt es zur nächsten Trendbewegung. Und da es aktuell so aussieht, als würden wir eine Konsolidierung in der begonnenen Abwärtsbewegung sehen, müssten die Kurse demnach bald weiter abgeben. Doch das ist noch ungewiss und bleibt abzuwarten.

Worauf soll man nun setzen?

Zu dieser Unsicherheit, die aktuell bei den Anlegern herrscht, passt auch die Unsicherheits-Trompete, die Torsten Ewert vorgestern für das Kursgeschehen im DAX beschrieben hat. Die Anleger wissen derzeit einfach nicht, wie es weiter geht. „Denn am Freitag hat schon wieder eine Kurserholung begonnen. Ob daraus ein neuer Aufwärtstrend oder wieder nur eine kurze Gegenbewegung wird, kann aktuell niemand sagen“, schrieb ich vorgestern auch in der Wochenausgabe des Hebel XXL.

Und weiter: „Die fundamentalen Entwicklungen sprechen derzeit für weiter fallende Kurse. Die Saisonalität lässt hingegen eher eine seitwärts gerichtete Konsolidierung erwarten. Und die Stimmung, die nach den bislang noch eher bescheidenen Kursverlusten schon wieder relativ pessimistisch ist, könnte im Sinne der Sentiment-Theorie sogar deutliche Kurssteigerungen bringen. Doch worauf soll man nun setzen?

Warten auf klare Signale

Eigentlich ist die Antwort auf diese Frage ganz einfach. Wenn man keine klaren Signale für einen Long- oder Short-Einstieg erkennt, dann sollte man sich einfach eine Zeitlang aus dem Markt heraushalten, bis man wieder eindeutige Formationen erkennt. So lautete jüngst auch mein Rat an die Leser des Target-Trend-Spezial in Bezug auf den DAX. Für viele Trader ist diese Maxime allerdings schwer umzusetzen. Denn insbesondere Börsenneulinge haben meist den Drang, permanent im Markt investiert zu sein, aus Angst etwas zu verpassen.

Doch erfahrene Anleger wissen, dass es an der Börse immer wieder neue Chancen gibt, die man nutzen kann. Und bei unsicheren Marktphasen oder Chartbildern ist die Wahrscheinlichkeit zu gleichmäßig verteilt, das Chance-Risiko-Verhältnis entsprechend in beide Richtungen ausgeglichen. Bei eindeutigen Formationen hingegen kann man die Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte zukünftige Marktbewegung für sich arbeiten lassen. Das Chance-Risiko-Verhältnis verbessert sich. Die erzielbaren Gewinne sind dann meist höher – und damit letztlich auch der persönliche Erfolg an der Börse.

Eine Trading-Idee für die aktuelle Situation

Wie oben bereits beschrieben, wirken die aktuellen Kursbewegungen an den Aktienmärkten insbesondere bei den US-Indizes wie Konsolidierungen der vorangegangenen Kursverluste. Die Kurse halten sich dabei relativ stabil, trotz der gestiegenen Rezessionsängste. Doch aus den Chartbildern sind eher weitere Kursverluste zu erwarten, weil die Seitwärtskonsolidierungen nach einer dynamischen Abwärtsbewegung stattfinden und dadurch trendbestätigend aussehen. Die Aktienmärkte könnten daher bald den Rentenmärkten folgen. Diese haben eine Rezession längst eingepreist. Und ich rechne aktuell damit, dass dies auch die US-Indizes noch tun werden.

Wer darauf setzen möchte, kann am oberen Ende der Seitwärtskonsolidierungen (z. B. kleines gelbes Rechteck im S&P 500) eine Short-Position eröffnen. Den Stopp dazu kann man anfänglich auf das Allzeithoch legen. Fallen die Kurse dann wieder zurück an das untere Ende der Konsolidierung, kann man den Stopp auf Einstandskurs nachziehen. Erholen sich die Kurse wieder, lässt man sich eben aus dem Markt werfen und wartet auf die nächste Chance. Brechen die Indizes aber nach unten aus, kann man den Short-Trade ausbauen.


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Börse - Intern vom 20. August 2019:
Sinkende Leitzinsen haben nicht nur Vorteile

Mir kommt es aktuell vor, als sei es an den Märkten deutlich ruhiger geworden. Das liegt insbesondere daran, dass die Nachrichtenflut abgenommen hat, weil die Berichtssaison ausgelaufen ist und wir noch im Sommerloch stecken. Die Medien beziehen sich daher bei der Suche nach den Gründen für aktuelle Kursbewegungen immer wieder auf Zinsspekulationen. Dabei ist es egal, ob die Kurse steigen oder fallen, Schuld sind immer Zinsspekulationen.

Trump fordert von der US-Notenbank eine kräftige Leitzinssenkung

Diese wurden jüngst allerdings auch wieder genährt. Denn US-Präsident Donald Trump hat erneut Druck auf die Federal Reserve (Fed) ausgeübt und zu einer Zinssenkung um 100 Basispunkte (also einen Prozentpunkt) geraten. Begleitet werden könne dies seiner Meinung nach von weiteren Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur („quantitative easing“). Die US-Wirtschaft würde dadurch noch besser laufen, so Trump. Auch der Weltwirtschaft würde es dadurch besser gehen, und dies sei gut für alle.

Sinkende Zinsen haben nicht nur Vorteile

Sicherlich, sinkende Zinsen sollen in der Regel die Kreditvergabe ankurbeln, damit von diesem Geld Investitionen oder Konsumausgaben getätigt werden und das geliehene Geld so die Wirtschaft beflügelt. Und die US-Verbraucher haben durchaus auch das Zeug, die gesamte Weltwirtschaft in Gang zu bringen. Denn laut dem Nachrichtenmedium WELT sind die US-Konsumenten der wichtigste Akteur der Weltwirtschaft. Demnach stehen sie mit ihrer Nachfrage für 17 % des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) und sind damit sogar wichtiger als die gesamte Ökonomie von China, die lediglich 16 % zum Welt-BIP beiträgt.

Doch Zinssenkungen haben nicht nur Vorteile. Vielmehr bergen sie auch Nachteile und sogar Gefahren. Darauf wies jüngst auch der Präsident des Fed-Bezirks Boston, Eric Rosengren hin. Er war einer von zwei Fed-Gouverneuren, die gegen die jüngste Zinssenkung der Fed gestimmt hatten. Und er gab an, dass weiter sinkende Zinsen zu einem beunruhigenden Anstieg der Verschuldung führen können.

Verschuldung der US-Amerikaner übertrifft Niveau der Finanzkrise 2008

Und damit scheint er ein durchaus aktuelles Problem anzusprechen. Denn nach neuesten Zahlen der Notenbank von New York beliefen sich die Schulden der US-Amerikaner Ende Juni mit 13,9 Billionen Dollar bereits auf einem neuen Höchststand. Zuvor waren sie 20 Quartale in Folge angestiegen – eine Serie, die es zuletzt vor dem Ausbruch der Immobilien- und Finanzkrise 2008 gab.

Nun ist die Welt von heute eine etwas andere als 2008, weshalb ein Vergleich mit den Zahlen von damals nicht 1:1 sinnvoll ist. Aber die aktuellen Zahlen zur Verschuldung in den USA lassen dennoch aufhorchen. So ist der absolute Schuldenstand von fast 14 Billionen Dollar inzwischen um rund zwei Billionen Dollar höher als 2008.

Schulden der US-Amerikaner
(Quelle: New York Fed) Schulden der US-Amerikaner

Dabei haben die Immobilienschulden (mortgage balances) der US-Amerikaner nach Angaben der Notenbank von New York bis Ende Juni einen Wert von 9,4 Billionen Dollar erreicht und damit das Rekordhoch vom 3. Quartal 2008 (9,29 Billionen Dollar) übertroffen. Dramatisch ist auch der Anstieg bei Studentenkrediten auf fast 1,5 Billionen Dollar. Jeder Student startet damit beim Abschluss mit Schulden von durchschnittlich 30.000 Dollar ins Berufsleben. Die Autokredite belaufen sich auf 1,3 Billionen Dollar und die Kreditkartenschulden auf fast 900 Milliarden Dollar.

Schulden der US-Amerikaner ohne Immobilienkredite
(Quelle: New York Fed) Schulden der US-Amerikaner ohne Immobilienkredite

Donald Trump sollte daher vorsichtig sein mit dem, was er sich wünscht. Denn dieser Wunsch könnte in Erfüllung gehen.

Erst sinkende Schulden werden zum Problem für Aktien

Dabei ist das Problem der Verschuldung aktuell allerdings noch nicht akut. Und ich hatte in vorangegangenen Analysen schon einmal geschrieben, dass eine steigende Verschuldung nicht das Problem der (Aktien-)Märkte ist. Zum Problem für die Börsen wird die Verschuldung stattdessen erst dann, wenn sie sinkt (siehe dazu „Schulden könnten zum Auslöser der erwarteten Korrektur werden“ und „So könnten die Schulden zum Auslöser der Korrektur werden“).

Das ist aber meist erst am Ende eines wirtschaftlichen Aufschwungs bzw. sogar erst beim darauffolgenden Abschwung der Fall. Nämlich dann, wenn die Arbeitslosigkeit nicht mehr ab-, sondern zunimmt. Und wenn sich die Menschen daher den zusätzlichen Konsum nicht mehr leisten können, auch weil die Löhne nicht mehr so stark steigen. Oder wenn sie aufgrund von plötzlicher Arbeitslosigkeit sogar nicht mehr in der Lage sind, ihre Kredite zu bedienen. Davon sind wir aktuell aber noch ein gutes Stück entfernt.

Verliert der US-Verbraucher seine Konsumlust?

Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass wir langsam in diese Phase hineingeraten. Die schlechteren Konjunkturdaten wurden hier in der Vergangenheit ausführlich beschrieben. Noch nicht besprochen wurde, dass sich auch die Konsumstimmung in den USA jüngst deutlich eingetrübt hat. Das Barometer der Uni Michigan für das US-Verbrauchervertrauen brach im August förmlich ein um 6,3 auf 92,1 Punkte. Und es erreichte damit den niedrigsten Stand seit Januar.

Verbrauchervertrauen der Uni Michigan

Es mehren sich also weiterhin die dunklen Wolken für die US-Wirtschaft. Zuletzt wurde diese insbesondere noch durch die US-Konsumenten gestützt. Im Juli überraschten die US-Einzelhandelsumsätze sogar noch mit einem Zuwachs von 0,7 % gegenüber dem Vormonat. Wenn nun allerdings der August-Wert des Verbrauchervertrauens die tatsächliche Kaufneigung der US-Bürger widerspiegelt, dann könnte auch die US-Wirtschaft in einen Abwärtsstrudel eintauchen:

Die US-Wirtschaft könnte in einen Abwärtsstrudel geraten

Eine sinkende Konsumnachfrage könnte dann zu sinkenden Umsätzen bei den Unternehmen führen. Weniger Umsatz führt bei gleichbleibenden Kosten zu weniger Gewinn. Um weiterhin Gewinne zu schreiben, müssten die Unternehmen die Kosten senken. Dies erfolgt als erstes durch eine reduzierte Produktion, im zweiten Schritt durch die Freisetzung von Mitarbeitern. Diese können dann weniger konsumieren, was zu weniger Umsatz führt… Und am Ende können die Menschen eventuell ihre Kredite nicht mehr bedienen.

Der Aktienmarkt wird sicherlich nicht warten, bis dies passiert, sondern schon frühzeitig auf diese Entwicklung reagieren – natürlich mit fallenden Kursen. Sollten sich also die Wirtschaftsdaten weiter eintrüben, dann haben wir sicherlich erst den Anfang einer größeren Korrektur gesehen. Aber noch sind auch dies, wie die Analyse in der Börse-Intern vom vergangenen Donnerstag, nur frühzeitige Überlegungen.


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Börse - Intern vom 19. August 2019:
Neue Formationen im DAX

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

vielleicht haben Sie sich auch schon gewundert: Während in allen drei großen US-Indizes Unsicherheits-„Trompeten“ zu erkennen sind, die wir in der Börse-Intern schon mehrfach erwähnt haben, fehlt eine solche Formation im DAX. Bisher jedenfalls – denn das könnte sich nun geändert haben.

Eine perfekte Unsicherheits-„Trompete“

So richtig verständlich ist das Fehlen einer „Trompete“ auf den ersten Blick nicht, denn die Unsicherheiten, welche die US-Indizes offenbar bewegen (Handelsstreit, Gewinnerosion der Unternehmen, Zinsängste usw.) gelten zweifellos in vergleichbarer Weise auch für Deutschland. Trotzdem war von einer Unsicherheitsformation nichts zu sehen – und zwar aus einem bestimmten Grund.

Schauen wir dazu den aktuellen DAX-Chart an:

DAX - Tageschart seit Dezember 2018

Mit dem Rücksetzer der Vorwoche hat sich nicht nur die Schwäche bestätigt, die zum Verfallstag zu erwarten war (siehe Wie trübe sind die Aussichten für den DAX zum Verfallstag?), sondern es hat sich auch ein markantes neues Tief gebildet (siehe grüne Pfeile). Und mit den beiden markanten Hochs dieses Jahres (siehe rote Pfeile) ergibt sich dadurch mittlerweile eben doch eine perfekte Unsicherheits-„Trompete“ (grau schattiert)!

Unsicherheit? Nein, die Bären waren sich sehr sicher!

Allerdings ist diese deutlich kleiner als in den US-Indizes, wo die Trompeten bis Anfang 2018 zurückreichen. Der DAX lief im gleichen Zeitraum dagegen in einem stabilen Abwärtstrend (rot). Und das ist auch der Grund, warum es bisher zu keiner Unsicherheits-Trompete kam: Für den DAX und die deutschen Unternehmen waren die Anleger also keineswegs im Unklaren über die weitere Entwicklung. Hier war ihre Einschätzung klar negativ, was z.B. aufgrund der Probleme in der konjunkturbestimmenden Automobilindustrie im vergangenen Jahr auch wohlbegründet war (Stichwort: Abgasbetrug und nachfolgende Umstellung der Testbedingungen).

Seit Anfang 2019 kam es aber – im Zuge der allgemeinen starken Gegenreaktion der Aktienmärkte nach dem Einbruch von Ende 2018 – zu einer starken Erholung. Dabei gelang dem DAX schließlich der (vorläufige) Ausbruch aus dem übergeordneten roten Abwärtstrend – wenn auch nur mit einiger Mühe.

Die zwischenzeitlichen Rückfälle in den roten Kanal sowie die genannten fundamentalen Unsicherheiten, insbesondere die Rezessionsängste, lassen die Anleger nun offenbar zweifeln, ob der DAX wirklich schon reif für einen nachhaltigen Ausbruch ist. Während der Optimismus der Bullen die Kurse schon ein paar Mal kräftig nach oben katapultieren konnte, schafften es die Bären aber immer wieder, sie erneut nach unten zu drücken.

Wie der jüngste Kursverlauf die Unsicherheit offenbart

Symptomatisch für dieses Hin und Her ist die aktuelle Kursentwicklung: Anfang August fiel der DAX abermals zurück in den roten Abwärtstrend, und das sogar äußerst dynamisch. Doch statt – wie danach zu erwarten war – noch tiefer in den roten Trend abzutauchen, kam es zu einer schnellen Umkehr, wodurch sich sogar ein neuer Aufwärtstrend ausmachen ließ (grüne Linien). Doch dieser hielt nicht lange, denn der Kurs scheiterte schon an der grünen Zone und fiel wieder zurück in den roten Kanal – wie erwähnt unter Bildung eines neuen, tieferen Tiefs.

Und nachdem der Verfallstag in der Vorwoche sicherlich auch seinen Teil zu diesem Rückfall beigetragen hat, sprang der DAX am heutigen Montag wieder deutlich nach oben – wobei dabei auch ein typischer Nach-Verfallstagseffekt eine Rolle gespielt haben könnte: Die Put-Stillhalter, die sich mit zusätzlichen Shorts über Future absicherten, müssen diese nun auflösen.

Allerdings hat auch dieser Rückprall noch keine Entscheidung gebracht: Der Kurs hängt genau im Kreuzwiderstand aus Abwärts- und Aufwärtstrend (siehe gelbe Ellipse), so dass weiterhin alles möglich ist. Unsicherheit in Reinkultur, also!

Nun ist wirklich (fast) alles möglich!

Und passend dazu gibt es derzeit gleich eine ganze Reihe möglicher weiterer Szenarien: So kann natürlich einfach der alte Abwärtstrend wieder aufgenommen werden, was sicherlich für den Fall zu erwarten ist, dass die Anleger mit einer längeren oder hartnäckigeren Rezession der deutschen Wirtschaft rechnen.

Eine andere Möglichkeit ist die Fortsetzung des grünen Aufwärtstrends. Diese Alternative ist für mich jedoch am unwahrscheinlichsten, denn dieser Trend offenbart einige Schwächen: Abgesehen von dem jüngsten Rückfall aus diesem Trend wurde zuvor auch dessen Oberkante nicht mehr erreicht (siehe rechter roter Pfeil). Das spricht für ein baldiges Ende bzw. eine geringe Relevanz dieses Trends.

Für wahrscheinlicher halte ich daher eine Fortsetzung der Unsicherheits-Trompete. Das würde allerdings bedeuten, dass der DAX demnächst deutlich steigt – und sogar eine neues Jahreshoch erreicht (aber nicht mehr bis zur oberen grünen Linie läuft, sondern vorher wieder zurückfällt). Beides erscheint bei der aktuellen Stimmungslage etwas zweifelhaft, aber gerade die schlechte Stimmungslage könnte als antizyklischer Indikator für eine merkliche Erholung des DAX sorgen.

Schließlich braucht der Kurs nur über das jüngste Zwischenhoch (waagerechte blaue Linie) steigen, um den Bullen wieder Hoffnung zu machen und Auftrieb zu geben. Denn oberhalb dieser Linie wären wichtige bearishe Signale neutralisiert (z.B. Rückfall in den roten Kanal und unter die grüne Zone). Die Bären müssten dann davon ausgehen, dass der jüngste Einbruch eine erneute Bärenfalle war.

Unklare Aussichten – auch aus übergeordneter Sicht

Und um das diffuse Bild des DAX abzurunden: Wer nicht an ein neues Jahreshoch im Rahmen der Unsicherheits-Trompete glaubt, kann natürlich auch auf eine Seitwärtsbewegung zwischen der hellgrünen und der waagerechten roten Linie (bzw. den etwas höher gelegenen Jahreshochs) setzen oder auch auf die Fortsetzung der Kursbewegung innerhalb eines neuen, kleineren Abwärtstrends, z.B. zwischen den gestrichelten blauen Linien.

Als wäre das alles nicht schon verwirrend genug, ergeben sich aus den einzelnen Varianten auch noch unterschiedliche Schlussfolgerungen aus übergeordneter Sicht, wie es dann mit dem DAX weitergehen könnte. Aber dazu mehr, wenn sich eine dieser Varianten genauer abzeichnet.

Bis dahin kann man nur die kurzfristigen Kursbewegungen aufmerksam beobachten: Wenn der DAX wieder zur Schwäche neigt, also an der grünen Zone bzw. der oberen roten Abwärtstrendlinie nach unten abprallt und die heutige Kurslücke schließt, könnte schon die Fortsetzung des roten Abwärtstrends drohen. Wenn er dagegen sein aktuelles Kursniveau hält und mit dem Überwinden des heutigen Tageshochs tiefer in die grüne Zone steigt, erhöhen sich die Chancen für eine weitere Erholung. Dementsprechend lassen sich dann auch wieder erste Trades eingehen.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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Börse - Intern vom 16. August 2019:
DAX startet neuen Erholungsversuch

Die negativen Nachrichten in Sachen Handelsstreit reißen nicht ab. Wie am Donnerstag vergangener Woche bereits aus Zahlen der Pekinger Zollbehörde hervorging, hat sich der Warenaustausch zwischen den USA und China vor dem Hintergrund der gegenseitigen Zölle im Juli erneut abgeschwächt. Chinas Exporte in die USA sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,5 %, während die Importe aus den USA - in US-Dollar gemessen - sogar um 19 % zurückgingen. Das Handelsvolumen beider Staaten sank dadurch um mehr als fünf Milliarden Dollar. Und der Handelsüberschuss mit den USA verringerte sich auf knapp 28 Milliarden Dollar, nach 29,9 Milliarden im Monat zuvor.

Chinesische Notenbank muss erneut eingreifen

Um der konjunkturellen Abschwächung der Wirtschaft entgegenzuwirken, sah sich die chinesische Notenbank gestern genötigt, dem Bankensystem des Landes insgesamt 430 Milliarden Yuan (ca. 55 Milliarden Euro) an zusätzlicher Liquidität zur Verfügung zu stellen.

Gewinne der DAX-Unternehmen sinken um 30 %

Derweil verordnen sich hierzulande wegen der zunehmenden Schwierigkeiten durch den Handelsstreit  immer mehr Unternehmen Sparprogramme. Und diese scheinen auch dringend nötig, wie Zahlen des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens EY zeigen. Demnach sind zwar die Umsätze der 30 DAX-Konzerne im 2. Quartal 2019 insgesamt um 4,5 % auf knapp 354 Milliarden Euro gestiegen, die Gewinne vor Zinsen und Steuern (EBIT) allerdings um ganze 30 % von 36 auf 25 Milliarden Euro gesunken.

DAX startet rechtzeitig neuen Versuch einer Kurserholung

Nun will ich gar nicht weiter schwarzmalen, zumal sich die Zahlen zu den DAX-Unternehmen auf die Vergangenheit beziehen und ich bereits geschrieben hatte, dass China noch über genügend Mittel verfügt, um die Konjunktur zu stützen. Doch die genannten Zahlen verdeutlichen noch einmal, in welch schwieriger Marktphase wir uns gerade befinden. Da verwundert es kaum, dass der DAX gestern noch einmal deutlich nachgegeben und ein neues Korrekturtief markiert hat.

DAX - Fibonacci-Retracements

Mit diesem gab der deutsche Leitindex inzwischen fast 61,80 % der seit Ende 2018 angesammelten Kursgewinne wieder ab. Aber eben nur fast. Und da das Fibonacci-Retracement nicht unterschritten wurde, gilt der Aufwärtstrend grundsätzlich noch als intakt und der aktuelle Rücksetzer damit nur als Korrektur.

Und diese könnte gestern sogar zu Ende gegangen sein. Denn der DAX hinterließ durch eine schnelle Kurserholung eine Tageskerze mit einer langen Lunte. Und diese ist ein erstes Anzeichen für den Beginn einer stärkeren Kurserholung. Bestätigt wurde dies heute durch eine bullishe Folgekerze (siehe grüne Ellipse im folgenden Chart).

DAX - Target-Trend-Analyse

Aktuell findet ein Kampf um die Rückeroberung der Mittellinie bei 11.525 Punkten statt. Geht dieser zugunsten der Bullen aus, wäre sogar schon wieder ein erneuter Angriff auf den Widerstandsbereich bis zur Rechteckgrenze bei 11.880 Punkten möglich.

Sollte die aktuelle Kurserholung aber erneut nach kürzester Zeit enden und die Bären wieder die Rechteckgrenze bei 11.170 Punkten ins Visier nehmen, dann muss man davon ausgehen, dass der DAX den Aufwärtstrend von Ende 2018 doch beendet. Und in diesem Fall muss man sich auch wieder den schwarzmalerischen Szenarien (Trompete in den US-Indizes) widmen.


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Ihr
Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 15. August 2019:
Das Trompeten-Szenario wird immer wahrscheinlicher

Vorgestern hatte die US-Regierung überraschend angekündigt, einen Teil der für Anfang September angekündigten neuen Zölle in Höhe von 10 % auf Importe im Wert von rund 300 Milliarden US-Dollar auf Mitte Dezember zu verschieben, woraufhin die Aktienmärkte einen Freudensprung machten. Doch ich hatte noch gestern mahnend darauf hingewiesen, dass völlig unklar sei, zu welchem Teil die Importe ausgenommen bzw. in welchem Umfang die Zölle verschoben werden. Inzwischen berichtet n-tv, dass US-Medienberichten zufolge „die ausgenommenen Importe einen Wert von mindestens 100 Milliarden US-Dollar haben“ sollen.

Eskalation des Handelsstreits im September ist nicht vom Tisch

Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass ab 1. September immerhin neue Zölle auf aus China importierte Waren im Volumen von 200 Milliarden US-Dollar erhoben werden. Und ein Grund für Freudensprünge ist dies wahrlich nicht. Zumal China bereits mit Vergeltung gedroht hat, sollten die USA die weiteren Zölle tatsächlich verhängen. Denn diese seien eine Verletzung von Absprachen zwischen Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping, die beide auf dem G20-Gipfel in Osaka getroffen hätten, so das chinesische Finanzministerium heute in einer Mitteilung. Für den Fall neuer Zölle wird China demnach mit „Gegenmaßnahmen“ reagieren. Welche dies seien, wurde nicht gesagt.

Trump will das Weihnachtsgeschäft nicht gefährden

Zur Begründung für die Verschiebung der Zölle auf Produktgruppen wie Computer,  Spielekonsolen, Monitore sowie einige Bekleidungsstücke sagte US-Präsident Donald Trump, die Zölle würden erst ab Mitte Dezember erhoben, „damit sie für die Weihnachtszeit nicht relevant sind“. Er versprach: „Keine Preiserhöhung, keine Inflation“. Damit gestand er aber im Prinzip indirekt ein, was er bislang immer verneint hatte: Die US-Konsumenten bezahlen die Zeche seines Zollstreits.

In den USA kommen die Zölle bereits bei den Konsumenten an

Offenbar haben die neuesten Daten zu den Verbraucherpreisen die US-Administration zu dem aktuellen Schritt bewogen. Denn die jährliche Inflation ist in den USA im Juli auf 1,8 % angestiegen, von 1,6 % im Vormonat. Klammert man Energie- und Nahrungsmittelpreise aus, dann stieg die daraus resultierende Kernrate der Inflation sogar von 2,1 % auf 2,2 % an.

Entwicklung der Inflation in den USA

Die bereits beschlossenen Zölle scheinen also langsam die Güterpreise in den USA nach oben zu treiben. Und das ist ein echtes Problem für Trump. Denn kommen seine Zölle bei den US-Konsumenten als Belastung an, könnte ihn dies Wählerstimmen im Wahljahr 2020 kosten. Zudem werden mit einer steigenden Inflation weitere Leitzinssenkungen unwahrscheinlicher. Denn sinkende Zinsen heizen die Inflation zusätzlich an, die aber, gemessen an der von der Notenbank stark beachteten Kernrate, bereits oberhalb des Fed-Ziels von 2 % liegt. Und weitere Zölle verstärken diese Tendenz. Mit der Verschiebung von Zöllen auf Waren im Umfang von 100 Milliarden Dollar wirkt die US-Regierung dem nun zumindest etwas entgegen.

Den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen

Damit schlägt sie aber auch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn die teilweise Verschiebung der Zölle könnte auch deshalb beschlossen worden sein, um den Gesprächsfaden mit China nicht ganz abreißen zu lassen. Das Handelsministerium in Peking teilte kurz nach Verkündigung der Zoll-Aufschiebung mit, der chinesische Verhandlungsführer Liu He habe mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und US-Finanzminister  Steven Mnuchin telefoniert. Innerhalb der nächsten zwei Wochen solle es nun ein weiteres Gespräch geben. Aus dem zeitlichen Zusammenhang der beiden Meldungen könnte man auch schließen, dass die USA einer Verschiebung der Zölle zustimmen musste, damit die neuen Gespräche stattfinden können.

IWF hält den Yuan-Wechselkurs für angemessen

Vielleicht war es aber auch der Internationale Währungsfonds (IWF), der zu dieser Entscheidung beigetragen hat. Dieser hält nämlich den von US-Präsident Donald Trump kritisierten Wechselkurs des chinesischen Yuan für angemessen. Der Kurs stimme mit den ökonomischen Fundamentaldaten weitgehend überein, sagte der für China zuständige IWF-Direktor James Daniel am vergangenen Freitag. Er widersprach damit der Haltung des größten IWF-Anteilseigers USA, die China nach dem jüngsten Kursrückgang des Yuan sogar offiziell Währungsmanipulation vorgeworfen hatten (siehe dazu auch „Argument der Währungsmanipulation steht auf wackligen Beinen“).

Ein plausibles Szenario

Wahrscheinlich war es daher eine Kombination aus all diesen Entwicklungen, die zum teilweisen Aufschub der Zölle führte. So zumindest meine persönliche Überlegung: Da der IWF den Vorwurf der Währungsmanipulation ausgeräumt hatte, ging den USA ein Druckmittel verloren, so dass die Verhandlungsposition der US-Regierung leicht geschwächt wurde. Zudem bekam die Trump-Administration Probleme von der Inflationsfront. Also erklärte man sich bereit, zumindest einen Teil der Zölle zu verschieben, um erstens keine Wählerstimmen zu verlieren, sich zweitens die Chance auf weitere Zinssenkungen durch die US-Notenbank zu wahren, auf die der US-Präsident jüngst immer wieder pochte, und drittens China damit ein Entgegenkommen zu signalisieren und somit eine neue Gesprächsrunde vereinbaren zu können.

Die Anzeichen einer Rezession mehren sich

Doch so plausibel diese Überlegungen auch erscheinen mögen, sie ändern nichts an der Tatsache, dass eine weitergehende Eskalation des Handelsstreits im September möglich ist, wenn die US-Zölle auf Waren im Umfang von 200 Milliarden Dollar dann kommen. Zudem dürften die Zölle den Welthandel weiter belasten und damit die Gefahr einer weltweiten Rezession erhöhen. Und daher verwundert es auch nicht, dass sich die Anzeichen dafür mehren.

Inversion der Zinskurve in den USA setzt sich fort

Inzwischen kündigt sich eine solche auch immer deutlicher für die USA an. Denn am US-Anleihemarkt stieg die Rendite der zweijährigen Bonds gestern über diejenige der zehnjährigen. Dieses Phänomen bezeichnen Fachleute als Inversion der Zinskurve. Und diese gilt als verlässlicher Indikator für eine nahende Rezession.

Eine Inversion von Teilen der US-Zinskurve ist zwar kein neues Phänomen, weil die Renditen für dreimonatige US-Staatsanleihen bereits seit einigen Wochen über der Zehn-Jahres-Rendite liegen, doch der Commerzbank zufolge ist es in 9 von 10 Fällen nach der Umkehr der Zinskurve bei den 2- und 10-jährigen Anleihen binnen 2 Jahren zu einer Rezession in den USA gekommen.

Das letzte Mal, dass die Rendite der 2-jährigen Bonds über die der 10-jährigen gestiegen ist, war im Jahr 2007. Damals folgte in den Jahren 2008/2009 die Finanzkrise, die an den Märkten einschlug wie eine Bombe. Man sollte also auf das Schlimmste gefasst sein, auch wenn aktuell nicht davon auszugehen ist, dass sich die Finanzkrise wiederholt.

Das Trompeten-Szenario wird immer wahrscheinlicher

Vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse erscheint mir jedenfalls zumindest das Szenario der trompetenartigen Chartformationen in den US-Indizes immer wahrscheinlicher. Dazu exemplarisch der aktuelle Chart des Dow Jones (Trompete = blaue Linien):

Dow Jones - Chartanalyse

Denn gewöhnlich fallen die Aktienmärkte stets schon im Vorfeld einer Rezession deutlich. Wenn also die US-Indizes in den kommenden Wochen oder gar Monaten das untere Ende ihrer Trompeten-Formationen anlaufen, könnten sie damit ein Tief erreichen, bevor dann in den darauffolgenden Monaten die Rezession in den Konjunkturdaten sichtbar wird. In dieser Zeit dürften die Aktienmärkte bereits wieder deutlich zulegen und die dann mehrmonatige bzw. sogar mehrjährige Konsolidierungen in Form der Trompeten nach oben auflösen. Ein neuer Bullenmarkt ist geboren.

Derartige langfristige Überlegungen sind natürlich Zukunftsmusik. Aber dies kennen Sie je von Stockstreet. Und die Überlegungen erscheinen sehr plausibel. Wir werden sie daher natürlich in den kommenden Analysen weiter verfolgen und aktualisieren…


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
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PS: In unseren Börsendiensten haben wir die aktuelle Marktphase wieder einmal sehr gut nutzen können. Im Target-Trend-CFD konnten wir die fallenden Kurse mit einem Short-Trade auf den Dow Jones in Gewinne umwandeln. Bei 26.000 Punkten waren wir eingestiegen und hatten bei 25.520 Zählern den Take-Profit erreicht. Satte 431,11 Euro Gewinn waren so pro CFD-Kontrakt drin.
Und im Premium-Trader ist es uns wieder gelungen, mit einem schnellen Trade von zwischenzeitigen Kurserholungen zu profitieren. So brachte ein Hebel-Zertifikat auf Bayer einen Gewinn in Höhe von 14,29 % binnen nur drei Wochen.


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Börse - Intern vom 14. August 2019:
Die Börsen bleiben trotz Zoll-Aufschubs im Korrekturmodus

Zum Handelsstreit zwischen den USA und China gab es gestern Signale einer leichten Entspannung. Die US-Regierung teilte mit, die für Anfang September geplante Einführung von Sonderzöllen in Höhe von 10 % auf chinesische Güter wie Laptops oder Mobiltelefone zu verschieben.

In einer ersten Reaktion gingen die Anleger ins Risiko

Diese Nachricht reichte bereits aus, um an den Aktienmärkten einen Freudensprung auszulösen. Anleger wechselten in den „Risk-On“-Modus und griffen vermehrt zu Aktien, während sie sich zeitgleich aus „sicheren Häfen“ wie Anleihen und Gold verabschiedeten. Der Goldpreis stürzte dabei vom Tageshoch um mehr als 50 US-Dollar bzw. 3,4 % auf 1.483 Dollar ab.

Gold erleidet einen scharfen Rücksetzer

Passenderweise hatte ich gestern noch dazu geschrieben, dass „die Phase sinkender Anleiherenditen bald eine Pause einlegen“ könnte – „vielleicht genau zu dem Zeitpunkt, zu dem der Goldpreis auf Widerstand stößt – also aktuell. Der Goldpreisanstieg könnte, genau wie die Tendenz der Anleiherenditen, eine Weile pausieren und konsolidieren“, hieß es.

Wenn fundamentale und charttechnische Ereignisse aufeinander treffen…

Als ich diese Zeilen für die Börse-Intern schrieb, war die Meldung über die Verschiebung einiger Zölle noch nicht über die Nachrichtenticker gelaufen. Ich konnte also noch nicht wissen, dass es für die Anleger schon wenig später einen triftigen Grund geben würde, wieder in den Aktienmarkt einzusteigen und sichere Häfen wie Anleihen oder Edelmetalle zu verlassen. Aber ich will mich deshalb jetzt gar nicht loben, sondern einfach nur darauf hinweisen, dass es gar nicht so selten vorkommt, dass fundamentale Meldungen genau dann auf die Märkte treffen, wenn diese wichtige charttechnische Marken erreicht haben.

…neigen die Märkte zu Überreaktionen

Die Märkte neigen dann aber auch nicht selten zu Überreaktionen. Und so auch dieses Mal. Denn es war gestern noch völlig unklar, ob tatsächlich alle Zölle auf die restlichen Importe aus China im Volumen von 300 Milliarden US-Dollar verschoben werden. So teilte das Büro des US-Handelsbeauftragten nämlich meinen Informationen nach lediglich mit, dass die Zölle für Produktgruppen wie Computer,  Spielekonsolen, Monitore sowie einige Bekleidungsstücke erst ab Mitte Dezember erhoben werden. Zudem sollen zwar sogar einige Produkte dauerhaft von den Zöllen ausgenommen werden, eine Aufstellung darüber, welche Waren dies betrifft, solle aber erst in Kürze veröffentlicht werden.  

Börsen zurück im Korrekturmodus

Und daher erkannten die Börsen letztlich, dass die neuen Zölle nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben wurden und dass die genaue Ausgestaltung dieses Aufschubs unklar ist. Und so kehrten sie heute wieder in den Korrekturmodus zurück. Da kam natürlich die Meldung über den Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) sehr gelegen.

Deutsche Wirtschaft auf Rezessionskurs

Wie das Statistische Bundesamt heute Morgen (MESZ) nach vorläufigen Berechnungen mitteilte, schrumpfte die deutsche Wirtschaft im 2. Quartal 2019 gegenüber dem Vorquartal um 0,1 %.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland

Schuld an der Wachstumsschwäche war, eifrige Börse-Intern-Leser wissen dies längst, die deutsche Industrie. In diesem Sektor verringerte sich die Wirtschaftsleistung im 2. Quartal um fast 2 %. Allein dies kostete rund 0,6 Prozentpunkte BIP-Wachstum. Und Besserung ist – auch das wissen Sie vielleicht schon aus vorangegangenen Analysen – nicht in Sicht.

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland wurden gestern sogar mit dem niedrigsten Stand seit Dezember 2011 gemeldet. Mit einem aktuellen Rückgang um 19,6 Punkte von -24,5 auf -44,1 brachen sie förmlich ein.

ZEW-Konjunkturerwartungen

In diesem Index werden zwar „nur“ Finanzexperten zur Lage und den Aussichten befragt, deren Stimmung meist mit dem Verlauf der Aktienkurse zusammenhängt, doch auch in den Unternehmen ist der Pessimismus hoch, wie unter anderem der Ifo-Index zuletzt zeigte (siehe Börse-Intern vom 25. Juli). Daher dürfte das BIP in Deutschland auch im 3. Quartal 2019 rückläufig sein und die Wirtschaft damit das erste Mal seit dem Jahreswechsel 2012/13 wieder in einer technischen Rezession (= zwei aufeinanderfolgende Quartale mit sinkendem BIP) stecken.

In der zweiten Reaktion gingen die Anleger wieder in Deckung

Kein Wunder also, dass sich der Goldpreis von seinem gestrigen Einbruch sehr schnell erholen konnte und die Aktienmärkte ihre Kursgewinne wieder abgegeben haben. Dem DAX ist es damit nicht gelungen, den Widerstandsbereich bis zur 11.880er Rechteckgrenze vollständig zu überwinden (siehe roter Pfeil im folgenden Chart).

DAX - Target-Trend-Analyse

Sie konnten somit nicht einmal die 1. von 4 Aufgaben lösen, die ich am Donnerstag vergangener Woche beschrieben habe (siehe „Diese Hürden stehen dem DAX kurzfristig im Weg“), und zeigen damit anhaltende Schwäche. Zumal der DAX heute auch noch unter die Mittellinie bei 11.525 Punkten zurückgefallen ist. Wie am vergangenen Donnerstag dazu beschrieben, muss man daher nun „noch mit weitaus stärkeren Kursverlusten rechnen“.


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Börse - Intern vom 13. August 2019:
Wie die Notenbanken für den Goldpreisanstieg verantwortlich sind

Der Goldpreis hat seinen Widerstand bei 1.532,8 USD erreicht, sogar knapp überschritten, fiel aber letztlich wieder darunter zurück (siehe roter Pfeil im folgenden Chart). Die Hürde zeigte damit die erwartete Wirkung.

Gold - Chartanalyse

Als Haupttreiber des Goldpreises wurden jüngst die Käufe der Notenbanken ausgemacht. Laut Zahlen des World Gold Council (WGC) kauften Zentralbanken im 1. Halbjahr 2019 ganze 374,1 Tonnen des Edelmetalls und damit 57 % mehr als im Zeitraum des Vorjahres.

Gold - Nachfrage der Notenbanken
(Quelle: World Gold Council)

Dies ist der höchste Anstieg in der 19-jährigen Geschichte des Berichts, heißt es dazu vom WGC.

Russland deckt sich besonders stark mit Gold ein

Zentralbanken treten zwar schon seit einigen Jahren als Nettokäufer auf, doch das Tempo der Käufe hat sich in diesem Jahr noch einmal deutlich beschleunigt (Q2: 224,4 Tonnen). Insbesondere die russische Zentralbank erhöhte ihre Bestände – mit 2.112 Tonnen sogar auf ein Rekordniveau. Und sie avancierte zuletzt zum größten Goldkäufer weltweit. Russlands Währungshüter waren für fast die Hälfte der weltweiten Notenbanknachfrage verantwortlich. Schon im vergangenen Jahr war deren Nachfrage mit 274,3 Tonnen im Vergleich zu anderen Notenbanken herausragend. Es war sogar der größte Zuwachs in der Geschichte aller Zentralbankkäufe weltweit.

Das Thema Diversifikation dürfte dabei eine große Rolle spielen. Denn mit den Goldkäufen senkt insbesondere Russland auch seine Abhängigkeit vom Dollar. Die russische Zentralbank verfügt derzeit noch über US-Staatsanleihen im Wert von 12,8 Milliarden Dollar; 2010 waren es dagegen noch fast 180 Milliarden Dollar. Vor dem Hintergrund erster Anzeichen eines Währungskrieges erscheint dieses Vorgehen auch als eine sinnvolle Strategie.

ETF-Goldnachfrage und Goldpreis auf 6-Jahres-Hoch

Aber auch andere Investoren haben verstärkt Gold nachgefragt. Die Bestände von Goldfonds sind zum Beispiel im 2. Quartal 2019 um 67,2 Tonnen auf insgesamt 2.548 Tonnen gewachsen. Sie erreichten damit ein Niveau, welches zuletzt vor 6 Jahren erreicht wurde. Und es dürfte daher kein Zufall sein, dass der Goldpreis aktuell ebenfalls so hoch steht wie zuletzt vor sechs Jahren.

Goldpreisanstieg trotz Überangebot

Die physische Nachfrage ist derweil allerdings gefallen – sogar auf ein 10-Jahres-Tief.

Nachfrage nach physischem Gold (Münzen und Barren)
(Quelle: World Gold Council)

Im 2. Quartal 2019 ging die Nachfrage nach Barren und Münzen um 12 % auf nur noch 218,6 Tonnen zurück. Und mit der bereits gedämpften Nachfrage des 1. Quartals ergibt dies einen Rückgang in der 1. Jahreshälfte um insgesamt 6 % auf nur noch 476,9 Tonnen. Hauptgrund dafür war die zuletzt um ein Drittel geringere Nachfrage in China.

Dennoch ist die Goldnachfrage im 1. Halbjahr 2019 insgesamt um 8 % auf rund 2.181,7 Tonnen gestiegen – der höchste Wert seit drei Jahren. Allerdings war zugleich das Goldangebot mit etwa 2.323,9 Tonnen so groß wie seit dem Jahr 2016 nicht mehr. Und so lag weiterhin ein Überangebot vor. Eigentlich kein gutes Umfeld für steigende Kurse.

Korrelation zwischen Goldpreis und Anleihen

Aber die Notenbanken sind auch noch aus einem anderen Grund für den stark gestiegenen Goldpreis verantwortlich. So hat es nämlich weltweit jüngst diverse Leitzinssenkungen gegeben, wobei die US-Notenbank Federal Reserve nur als prominentestes Beispiel zu nennen ist. Dadurch sind die Anleiherenditen gesunken. US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren befinden sich zum Beispiel mit einer Rendite von unter 1,8 % auf dem niedrigsten Stand seit 2016. Und inzwischen notieren immer mehr Anleiherenditen sogar schon im negativen Bereich. Die Renditen von deutschen 10-jährigen Bundesanleihen befanden sich jüngst auf einem Rekordtief von unter -0,60 %.

Und das lässt den Goldpreis, der selbst keine Gewinne oder Zinsen abwirft, mit einer hohen Korrelation zu dem Volumen der Anleihen mit negativer Rendite steigen, wie die folgende Grafik von Berenberg zeigt.

Goldpreis vs. Volumen der Anleihen mit negativer Rendite
(Quelle: Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG)

Demnach lässt sich zusammenfassend sagen, dass der Goldpreis wohl noch so lange Stärke zeigen wird, wie die Gefahr eines Währungskrieges besteht oder auch nur weitere Leitzinssenkungen der Notenbanken erwartet werden und damit die Marktrenditen weiter nachgeben.

Allerdings sind, wie in vorangegangenen Ausgaben der Börse-Intern beschrieben, bereits einige Zinssenkungen von den Märkten eingepreist worden. Laut Berenberg erwartet der Markt aktuell bereits mit 100 % Wahrscheinlichkeit eine Zinssenkung durch die EZB und eine weitere Zinssenkung durch die Fed jeweils im September. Und daher könnte die Phase sinkender Anleiherenditen bald eine Pause einlegen – vielleicht genau zu dem Zeitpunkt, zu dem der Goldpreis auf Widerstand stößt – also aktuell. Der Goldpreisanstieg könnte, genau wie die Tendenz der Anleiherenditen, eine Weile pausieren und konsolidieren. Aber grundsätzlich bleiben die Aussichten für das Edelmetall bullish.


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Wie trübe sind die Aussichten für den DAX zum Verfallstag?

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

die jüngste Schwäche des DAX könnte bis zum August-Verfallstag am Freitag dieser Woche anhalten. Die gute Nachricht dabei ist: Die bemerkenswert einseitige Verfallstagspositionierung sollte den weiteren Rückgang ab wenigstens nicht noch verstärken. Trotzdem könnte Ungemach im DAX drohen.

Eine bemerkenswert einseitige Verfallstagspositionierung

Dazu wie immer zunächst ein Blick auf das aktuelle Verfallstagsdiagramm:

Verfallstagsdiagramm DAX August 2019

Beim aktuellen Stand von rund 11.700 Punkten (siehe grüne Pfeile) befindet sich der DAX faktisch schon im bearishen Terrain der Verfallstagspositionierung. Das ist daran erkennbar, dass unterhalb des aktuellen Kursniveaus nur noch ganz wenige Call-Positionen (blaue Balken) liegen, aber die meisten roten und der Pfeil im „Schüsseldiagramm“ (unten) schon ein gutes Stück den roten Abhang hinaufgeklettert ist.

Das bedeutet, dass vorerst kein größerer Aufwärtsdruck den DAX mehr nach oben treibt/treiben kann, weil einige Stillhalter ihre Call-Positionen absichern müssen, die ins Geld laufen. Die nächste größere Call-Position liegt erst bei der runden 12.000er Marke.

Die 12.000er Marke ist zwar das formale Kursziel der Verfallstagsanalyse, aber die Bullen müssten den DAX dann schon ein gutes Stück nach oben schieben, damit dieses Ziel realistisch wird. Erst, wenn sich die ersten Call-Stillhalter zum Handeln (Absichern) bequemen müssen, käme aus Sicht der Verfallstagsanalyse wieder mehr Bewegung in den DAX.

Das Kurs-„Ziel“ des DAX zum Verfallstag

Bei einem weiteren Absacken des DAX-Kurses laufen zwar weitere Put-Positionen (rote Balken) ins Geld, aber erfahrungsgemäß werden diese weniger konsequent abgesichert als Call-Positionen. Zudem kommt erst bei 11.500 Punkten die nächste etwas größere Put-Position ins Spiel. Damit lastet vorerst auch wenig Abwärtsdruck auf dem DAX.

Aus Sicht der Stillhalter wäre es eigentlich optimal, wenn der DAX sich bis Freitag gar nicht mehr bewegen würde. Dann wären die Call-Stillhalter fast komplett aus dem Schneider und viele Put-Stillhalter ebenfalls. Diejenigen Put-Stillhalter, deren Positionen bereits im Geld liegen, haben sich entweder mit ihrer Lage abgefunden oder diese Positionen bereits abgesichert.

Damit ist mit Blick auf den Verfallstag die Lage im DAX als neutral einzuschätzen und realistischerweise nur eine Seitwärtsbewegung mit dem Ziel eines unveränderten DAX-Kurses bei 11.700 Punkten zu erwarten.

Was der Blick auf den DAX-Chart zum Verfallstag erwarten lässt

Anders sieht das beim Blick auf den folgenden DAX-Chart aus:

DAX - Tageschart seit Oktober 2018

Denn mit dem jüngsten Rückfall hat der DAX ein neues Zwischentief markiert (siehe grüner Pfeil). Wegen des sofortigen Wiederanstiegs kann man natürlich argumentieren, dass er nur das Juni-Tief (hellgrüne Linie) getestet hat und dieser Test – abgesehen von einem kurzen Fehlausbruch nach unten – auch erfolgreich verlaufen ist.

Aber es gibt eben ein neues Tief, und weil es zuvor nach dem Jahreshoch (gelbe Ellipse) schon ein neues tieferes Hoch gab, liegt nun formal eine Abwärtstendenz vor, die z.B. innerhalb der blauen Linien verlaufen könnte.

Nun hat der DAX allerdings mit dem jüngsten Tief eventuell einen neuen Aufwärtstrend bestätigt (dunkelgrüne Linien). Doch dieser neigt von Anfang an zur Schwäche, denn mit dem Jahreshoch wurde eben nicht mehr dessen Oberkante erreicht, was häufig ein Vorzeichen dafür ist, dass dieser Trend bald gebrochen wird.

Die Charttechnik spricht allerdings für ein anderes Szenario

Und leider spricht auch die jüngste kurzfristige Kursbewegung des DAX für eine Fortsetzung der Schwäche: Mit dem Rückfall in der Vorwoche durchschlug der Kurs die wichtige Unterstützungszone um 11.800 Punkte (grün) und fiel sogar wieder in den alten roten Abwärtstrend zurück, der den DAX bis vor kurzem seit Anfang 2018 begleitete. Am Donnerstag konnte er diesen zwar kurzzeitig verlassen, fiel aber am Freitag wieder dorthin zurück (siehe roter Pfeil). Auch am heutigen Montag scheint ein erneuter Erholungsversuch in der grünen Zone hängen zu bleiben.

Damit droht die Gegenbewegung bereits an der grünen Zone zu scheitern. Ein nachhaltiger Rückfall in den roten Kanal wäre aber ein sehr bearishes Zeichen und könnte die alte, übergeordnete Abwärtsbewegung fortsetzen. Dann ist zu erwarten, dass auch einige Langfristinvestoren aussteigen und damit die Kurse weiter drücken.

Wenn das kurzfristig geschieht und dabei dann auch wieder neue Tiefs markiert werden, könnte der DAX bis zum Verfallstag doch noch stärker unter Druck kommen. Dann könnten auch weitere Put-Stillhalter bewegt werden, ihre Positionen abzusichern oder aufzulösen und so den Kursdruck weiter erhöhen.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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