Börse - Intern - 10-Tage-Rückblick

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Der 10-Tage-Rückblick des Börse Intern informiert Sie darüber, was die Märkte in den letzten zehn Tagen wirklich bewegt hat. Regelmäßige und vor allem zuverlässige Informationen sind die Basis für Ihren Börsenerfolg. Mit diesem Service bieten wir Ihnen die Inhalte der vergangenen zehn Ausgaben übersichtlich auf einer Seite dargestellt.


Börse - Intern vom 3. April 2020:
Gehen die Aktienmärkte noch einmal auf Tauchstation?

Wie gestern bereits angekündigt, wurde heute der offizielle US-Arbeitsmarktbericht für den Monat März veröffentlicht. Dabei galt es zu beachten, dass die Daten die jüngsten Meldungen der Arbeitslosen noch nicht vollständig beinhalten. Und so ist die US-Arbeitslosenquote bislang auch „nur“ auf 4,4 % gestiegen, von zuvor 3,5 %. Wobei dies schon der stärkste monatliche Anstieg seit 1975 ist.

Arbeitslosenquote in den USA

Lag die Zahl der neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft in den vergangenen Monaten bei ca. 200.000, so wurden im März 701.000 Stellen abgebaut.

neu geschaffene Stellen in den USA

Auch damit sind wir nun wieder klar zurück in den Zeiten der Finanzkrise.

Haben die Anleger den Ernst der Lage noch nicht hinreichend erkannt?

Doch auch auf diese Zahlen hat der Aktienmarkt wieder relativ gelassen reagiert, obwohl sie deutlich unter den Erwartungen lagen. So wurden im Durchschnitt lediglich ein Anstieg der Arbeitslosenquote auf 3,8 % und ein Abbau von rund 100.000 Stellen erwartet. Es liegt damit der Verdacht nahe, dass viele Anleger den Ernst der Lage noch nicht hinreichend erkannt haben.

Neue Konkurrenz im Kampf um den Titel des größten Schwarzmalers

Vorgestern hatte ich noch geschrieben, dass aktuell ein allgemeiner Trend hin zu immer pessimistischeren Prognosen herrscht. Goldman-Analysten kämpfen dabei an vorderster Front um den Titel als größter Schwarzmaler, mit der Erwartung eines Rückgangs des US-BIP im 2. Quartal um 34 %. Nun hat die Bank neue Konkurrenz bekommen. Nach Prognosen von Morgan Stanley wird Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA im gerade begonnenen 2. Quartal sogar um 38 % sinken. Die Arbeitslosenquote soll auf 15,7 % im Hoch steigen. Etwa 21 Millionen Stellen sollen dabei wegfallen.

Auch in der Eurozone wird die Lage noch dramatischer

Derweil sind in Europa die Einkaufsmanagerdaten in ihrer endgültigen Fassung noch schlechter ausgefallen als am Mittwoch vergangener Woche mit den vorläufigen Daten bereits berichtet (siehe auch „Massive Wirtschaftseinbrüche“). Der Einkaufsmanagerindex für den deutschen Service-Sektor sank zum Beispiel von 52,5 nicht nur auf 34,5 Punkte, sondern sogar auf 31,7.

IHS Markit Einkaufsmanagerindex Dienstleistung Deutschland

Auch das Barometer für die Dienstleister in der Euro-Zone fiel noch stärker als zunächst gemeldet. Es sank von 52,6 auf 26,4 Punkte, statt „nur“ auf 28,4. Laut IHS-Markit deuten diese Daten auf einen Einbruch der Euro-Wirtschaftsleistung von annähernd 10 % hin.

Doch damit dürfte das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sein. Denn der Absturz des Index für den italienischen Servicesektor auf 17,4 oder der für den spanischen auf 23,0 Punkte dürfte ein Vorgeschmack auf das sein, was den anderen Ländern, die etwas später mit Geschäftsschließungen und Ausgangs- oder Kontaktsperren auf die Virusausbreitung reagiert haben, noch bevorsteht. Die Eurozone wird mit den pessimistischsten Prognosen zur US-Wirtschaft wahrscheinlich noch konkurrieren.

Gehen die Aktienmärkte noch einmal auf Tauchstation?

Es ist nicht untypisch, dass die Aktienmärkte nach den zuvor rasanten Kursverlusten derzeit Kurserholungen erleben. Charttechnisch geben sie damit aktuell ein völlig normales Bild ab. Und die Konsolidierungen können daher auch noch etwas länger anhalten. Aber ich muss bei der Analyse der Wirtschaftsdaten und Prognosen aktuell davon ausgehen, dass zum Beispiel der DAX seinem Korrekturtief bald wieder näher sein wird als der 10.000er Marke. Schließlich nehmen immer mehr Unternehmen ihre bisherigen Planzahlen zurück, ohne neue zu liefern. Und auch Dividenden werden inzwischen vermehrt gestrichen.

Anlegern fehlt es bald völlig an Orientierung

Die Anleger geraten damit immer mehr in einen Blindflug. Woran soll man sich bei der Bewertung eines Unternehmens noch orientieren, wenn neben Kennzahlen wie einen Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) oder einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) selbst so simple Kennzahlen wie eine Dividendenrendite nicht mehr ermittelt werden können oder zumindest massiv sinken bzw. auf null fallen?! Was ist ein Unternehmen aktuell wert, dessen Umsätze und Gewinne einbrechen, die sich aber nach der Krise womöglich schnell erholen?

Zumal auch Kennzahlen wie ein Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) stark variieren können. Was ist ein Flugzeug wert, das nicht fliegt? Was ist eine Maschine wert, die nicht produziert? Wo liegt der Wert eines Fuhrparks, den derzeit niemand abkaufen möchte? Vor genau zwei Wochen hatte ich noch geschrieben, dass die Commerzbank den Buchwert des DAX mit 8.700 Punkten angegeben hat. Wenig später las ich, dass die Helaba den Buchwert des DAX nur auf 8.200 Punkte taxiert.

DAX - Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)
(Quelle: Helaba)

Genaue (Kurs-)Prognosen sind daher natürlich nach wie vor extrem schwierig. Vielleicht sind die Einkaufsmanagerdaten zu pessimistisch. Vielleicht sind die Aktienkurse bereits weit genug gefallen. Vielleicht ist die Krise schneller vorüber, als befürchtet. Vielleicht aber auch nicht.

Folgt auf die Coronavirus-Krise eine neue Staatsschuldenkrise?

Vielleicht folgt auf die Coronavirus-Krise sogar eine neue Staatsschuldenkrise, wie es auch nach dem Platzen der Immobilienblase in den USA der Fall war. Die Commerzbank warnt heute jedenfalls vor genau dieser Nachwirkung. Und Italien wird sehr wahrscheinlich unter den Schutzschirm des Rettungsfonds ESM schlüpfen müssen.

Ich kann daher nur sagen, dass ich bei einem DAX-Stand zwischen 8.700 und 8.200 Punkten derzeit wesentlich lieber zukaufe als bei den aktuellen Kursen von 9.500 oder gar 10.000 Zählern.

DAX: Auf den nächsten Impuls kommt es an

Charttechnisch hat der deutsche Leitindex noch Chancen auf eine weitergehende Kurserholung, da er sich bislang noch vollständig oberhalb seines Ausbruchsniveaus (roter Bereich im folgenden Chart) befindet, was natürlich bullish zu werten ist. Doch die Seitwärtskonsolidierung (gelbes Rechteck) hält im Verhältnis zum vorangegangenen Anstieg schon relativ lange an. Und zusammen mit der Tatsache, dass der DAX sein Mindestziel einer Gegenbewegung (38,20%-Fibonacci-Retracement) noch nicht erreichen konnte, spricht dies eher für eine Schwäche des Index. Zumal die Konsolidierung tendenziell von fallenden Hochs geprägt ist (rote Linie) und der Druck auf die 9.500er Marke dadurch zunimmt.

DAX - Chartanalyse

Letztlich kommt es aber auf den in Kürze zu erwartenden Kursimpuls an. Nicht selten kommt es zu einem Kurssprung, nachdem die Volatilität zuvor stark abgenommen hat. Ist dieser aufwärts gerichtet, kann sich die Kurserholung noch deutlich fortsetzen, geht es hingegen abwärts, muss man mit einem neuen Korrekturtief rechnen. Man kann dann also in Ausbruchsrichtung prozyklisch long bzw. short einsteigen.

Kalkulieren Sie aber Fehlsignale ein, die es im Rahmen der aktuellen Seitwärtskonsolidierung mehrfach gegeben hat und über die wir unsere Leser im Target-Trend-Spezial auch täglich vorbörslich informiert haben.


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Ihr
Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 2. April 2020:
Nachrichten zur OPEC+ können US-Arbeitsmarktzahlen heilen

Die Zahl des Tages lautet heute ohne Zweifel 6,65 Millionen. So viele Menschen haben sich in den USA in der vergangenen Woche bis zum 28. März zusätzlich arbeitslos gemeldet. Der bereits rekordhohe Anstieg der Vorwoche (3,3 Millionen, siehe Börse-Intern vom 26. März) wurde damit noch einmal glatt verdoppelt.

Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA

Binnen nur zwei Wochen haben somit insgesamt fast 10 Millionen US-Amerikaner ihren Arbeitsplatz verloren und staatliche Hilfe beantragt. Und die Viruskrise nimmt in den USA gerade erst richtig Fahrt auf. Die Coronavirus-Koordinatorin des Weißen Hauses, Deborah Birx, sagte einen Höhepunkt der Todesfälle erst in den kommenden zwei Wochen voraus. Birx prognostizierte dabei einen enormen Anstieg der Todesfälle auf 100.000 bis 240.000 Menschen. Etwa zwei Drittel der rund 330 Millionen US-Amerikaner unterliegen aktuell den von Bundesstaaten verhängten Ausgangsbeschränkungen. Vor diesem Hintergrund muss man davon ausgehen, dass auch in der kommenden Woche noch einmal eine große Anzahl an neuen Arbeitslosen gemeldet wird.

Arbeitslosigkeit in den USA explodiert

Seit 2012 hat die Arbeitslosigkeit in den USA nicht mehr als 8 % betragen. Jetzt könnte sie binnen kürzester Zeit über dieses Niveau steigen, nachdem sie im Februar mit nur 3,5 % noch auf einem 50-Jahres-Tief lag. 

Arbeitslosenquote in den USA

Am morgigen Freitag wird der offizielle US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Dann wird sich zeigen, wie schnell die Arbeitslosenquote nach oben rast. Wobei die morgige Zahl die jüngsten Meldungen der Arbeitslosen noch gar nicht beinhaltet.

Eine ungesunde Kursreaktion

Die Aktienmärkte gingen heute nach Bekanntgabe der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosigkeit um 14:30 Uhr (MESZ) erst einmal auf Tauchstation. Der Dow Jones verlor im Future-Handel binnen 45 Minuten mehr als 400 Punkte. Es folgten aber keineswegs weitere Kursverluste, sondern nach einem wilden Auf und Ab eine ordentliche Kurserholung. Dabei wurden die gesamten Verluste zeitweise sogar mehr als aufgeholt.

Dow Jones - kurzfristige Chartanalyse
(Quelle: Comdirect)

Eine „gesunde“ Kursentwicklung ist das natürlich nicht. Die Marktteilnehmer scheinen vielmehr darauf zu setzen, dass die Notenbanken die Probleme mit weiterer Liquidität zuschütten.

Aussichten auf eine Förderkürzung der OPEC+ stützten

Geholfen hat der Kurserholung aber auch eine Twitter-Botschaft von 16:32 Uhr (MESZ), wonach der US-Präsident die Länder Russland und Saudi-Arabien wohl dazu bewegen konnte, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um eine neue Öl-Förderbegrenzung auszuhandeln. Das führte bei den Ölpreisen zu einer enormen Kursrallye und den Unternehmen des Sektors zu einer Erleichterung, die sich in steigenden Aktien der entsprechenden Unternehmen und damit auch der Aktienindizes wie Dow Jones und DAX bemerkbar machte.

Stopp platzieren oder Gewinne mitnehmen

Wenn Sie vor einer Woche meiner Trading-Idee gefolgt und im Dow Jones am 38,20%-Fibonacci-Retracement bei 22.551,23 Punkten eine Short-Position eingegangen sind, dann können Sie diese nun auf Einstandskurs absichern. Denn nachdem der Dow Jones diese Marke erreicht hatte, gab der Index heute bis auf 20.735 Punkte nach. Fast 2.000 Punkte Gewinn waren damit bereits drin.

Dow Jones - Chartanalyse

Wenn der Index jetzt aber bis an das 38,20er Retracement zurückkehren kann, dann wird dieses meist auch überwunden. Und daher sollte man erst wieder an der 50%-Marke bei ca. 23.891,11 Zählern short gehen.

Es könnte sich auch anbieten, die aktuellen Gewinne mitzunehmen. Bei einem aktuellen Stand des Dow Jones von rund 21.300 Punkten wären immerhin noch ca. 1.250 Punkte Gewinn drin.


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Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 1. April 2020:
Warum kann Gold nicht stärker profitieren?

Der Wettlauf um die pessimistischsten Prognosen geht weiter. Kaum hat sich JP Morgan den bisherigen Einschätzungen unter anderem von Goldman Sachs angeschlossen (siehe gestrige Börse-Intern), schon scheinen letztere um ihren exklusiven Titel als größter Schwarzmaler zu fürchten.

Jedenfalls haben die Goldman-Analysten ihre Erwartungen an die Wirtschaftsleistung der USA flugs nochmals nach unten geschraubt. Nun rechnen sie für das 1. Quartal 2020 mit einem BIP-Rückgang um 9 % und für das 2. Quartal mit einem Einbruch um 34 %. Bisher hatten sie das jeweilige Minus auf 6 % bzw. 24 % beziffert.

Dabei ist es gar nicht so wichtig, wer nun richtig oder falsch liegt. Wichtig für die Märkte ist nur, dass die Erwartungen insgesamt immer pessimistischer werden. Denn diese Entwicklung muss in die Kurse eingepreist werden. Und damit steigt die Gefahr für eine zweite Abwärtswelle weiter an.

Gold zeigt sich überraschend schwach

Vor diesem Hintergrund war es gestern erstaunlich zu beobachten, dass der Goldpreis seine jüngste Kurserholung abgebrochen hat (siehe rote Ellipse im folgenden Chart).

Gold - Chartanalyse

Und es stellt sich damit die Frage, warum das Edelmetall eigentlich von der ganzen Krise und der Geldschwemme der Notenbank nicht längst viel stärker profitieren konnte. Schließlich gilt Gold doch als DAS Kriseninvestment schlechthin. Und zudem sagt man Gold einen Schutz vor Inflation nach. Müsste die Inflation angesichts der Billionen, die derzeit in die Märkte gepumpt werden, nicht deutlich anziehen?!

Sicherlich, noch könnte der jüngste Rücksetzer nur eine Gegenbewegung auf die vorangegangenen Kursgewinne gewesen sein. Aber das Trendhoch wurde bereits am 9. März bei 1.703,1 USD markiert. Und obwohl die Krise erst seitdem erst so richtig Fahrt aufgenommen hat, konnte der Goldpreis dieses Niveau bislang nicht erneut erreichen, geschweige denn hinter sich lassen.

Was hat den Einbruch im März ausgelöst?

Über den Grund, warum der Goldpreis im März eigentlich so stark eingebrochen ist, wurde schon viel berichtet. Es war wohl dem plötzlichen Bedarf an Liquidität geschuldet. Und dieser entstand aus diversen Gründen.

Beispielsweise werden insbesondere in den USA Wertpapiere vielfach auf Kredit gekauft. Durch den rasanten Kursverfall am Aktienmarkt mussten diese Spekulationen beendet werden. Dabei kann es sein, dass bei einigen Anlegern der Erlös aus dem Verkauf ihrer Aktien nicht mehr ausgereicht hat, um den Kredit vollständig zu tilgen. Und dann musste eben auch das Tafelsilber verscherbelt werden, in dem Fall war dies offenbar Gold. Bei Kleinanlegern macht sich dieser Effekt natürlich kaum bemerkbar, aber wenn es in einem Crash sehr viele Anleger betrifft, und auch (spekulative Hedge-)Fonds, dann kann das den Goldpreis schon deutlich belasten.

Es war ein dysfunktionaler Markt entstanden

Letztlich sind die Kurse dadurch nicht nur eingebrochen, weil man verkaufen wollte, sondern weil man verkaufen musste. Und dadurch sind Staatsanleihen und Gold genauso gefallen wie Qualitätsaktien, die man vielleicht eigentlich hätte behalten wollen. Zweistellige Kursverluste bei eigentlich soliden Unternehmen waren keine Seltenheit, selbst bei solchen, die ein krisenresistentes Geschäftsmodell haben. Und Gold, das eigentlich als sicherer Hafen gilt, musste ebenso schwer Federn lassen. Das waren Folgen eines dysfunktionalen Marktes, den die Notenbanken mit ihren diversen Maßnahmen versucht haben zu „heilen“.

Mehrere Effekte lasten auf dem Goldpreis

Nun gut, dank der Notenbanken ist der Markt inzwischen wieder weitestgehend liquide. Trotzdem kann der Goldpreis in seiner Funktion als sicherer Hafen und Inflationsschutz noch nicht glänzen. Woran liegt das? Die Antwort ist eigentlich recht einfach. Es sind mehrere Gründe, die zusammenkommen.

Notenbanken fallen als großer Nachfrager aus

Erstens kaufen zwar einerseits insbesondere Kleinanleger derzeit den Markt an Barren und Münzen leer, wie man von einigen Goldhändlern jüngst vernehmen konnte, andererseits fallen aber die Notenbanken als Goldkäufer aktuell aus, weil sie ihre Liquidität benötigen, um sie in die Wirtschaft zu pumpen. So soll die russische Notenbank bereits erklärt haben, ab dem 1. April ihre Goldkäufe einzustellen. Und das könnte den gestrigen Kursrutsch bei Gold ausgelöst haben. Unter dem Strich wird also aktuell keine größere Nachfrage erzeugt.

Inflation ist auf absehbare Zeit kein Thema

Zweitens ist trotz der massiven Notenbankliquidität auf absehbare Zeit keine Inflation zu erwarten. Das Gegenteil ist eher der Fall. Denn der weltweite Konsum floriert momentan nur in den lebensnotwendigen Bereichen, während er ansonsten fast vollständig zum Erliegen gekommen ist. Preiserhöhungen sind in einem solchen Markt natürlich nicht durchzusetzen.

Und nicht ohne Grund spricht die Europäische Zentralbank (EZB) aktuell von einer inzwischen vorhandenen Deflationsgefahr, auch wenn diese noch sehr gering ist. Schließlich ist die jährliche Inflationsrate in der Eurozone jüngst auf nur noch 0,7 % gesunken, wie eine gestern veröffentlichte Vorabschätzung zeigt.

Inflation der Eurozone

Der gesamte Anstieg, der seit dem Tief von September 2019 zu beobachten war, ist damit fast auf einen Schlag hinfällig. Angesichts des stark gefallenen Ölpreises wird sich dies auch nicht so schnell wieder ändern. Aber auch langfristig liegen die Inflationserwartungen derzeit auf Rekordtief. Der Markt erwartet, dass die EZB selbst auf Sicht von 5 Jahren ihr Ziel einer Inflation von 2 % nicht erreichen wird.

Wann könnte der Goldpreis stärker zulegen?

Für den Goldpreis gibt es damit im Moment scheinbar kaum größeres Kurspotential. Ich gehe aber davon aus, dass er von einer anhaltenden Korrektur am Aktienmarkt noch profitieren kann und daher gut unterstützt bleibt.

Allerdings ist nach bislang vorhandenen Kenntnissen davon auszugehen, dass die Virusepidemie nur für einige Wochen oder wenige Monate herrschen wird. Werden die Einschränkungen bald zumindest teilweise aufgehoben, dürfte damit auch die Korrektur am Aktienmarkt zu Ende gehen. Dann fällt ein weiteres Argument für einen starken Goldpreis weg.

Wenn aber der Konsum in der Breite wieder zunimmt und es sogar zu Aufholeffekten kommt, die Nachfrage also deutlich anzieht und sogar eine Zeitlang überdurchschnittlich ausfällt, könnte es zu Preiserhöhungen kommen, wie man sie aktuell auch bei Waren sieht, die aufgrund der Coronavirus-Krise stark nachgefragt werden. Und wenn zugleich die Masse an Notenbankliquidität im Markt ist, obwohl sie von vielen Firmen nach einer Überbrückung nicht mehr benötigt wird, könnte auch dies die Inflation befeuern. Dann ist es an den Notenbanken, die Liquidität wieder abzuschöpfen. Gelingt dies nicht, dürfte der Goldpreis ansteigen. Aber das ist Zukunftsmusik.

Tendenz von höheren Tiefs noch intakt

Aktuell würde ich dem Goldpreis keine goldene Zukunft vorhersagen. Doch charttechnisch hat er noch Chancen. Denn die Tendenz von höheren Tiefs ist noch intakt (siehe kurze Balken im folgenden Chart).

Gold - langfristige Chartanalyse

Derzeit findet ein Kampf um die Rückeroberung der ehemaligen Unterstützung bei rund 1.530 USD statt (obere horizontale Linie). Heute notiert der Goldpreis zwischen ca. 1.570 und 1.600 USD. Wird das jüngste Zwischentief vom 16. März bei 1.451 USD unterschritten, wäre die Folge höherer Tiefs beendet und die Goldbullen hätten ein ernstes Problem. Kann sich der Goldpreis aber oberhalb von 1.530 USD festsetzen und im kurzfristigen Bereich einen neuen Aufwärtstrend etablieren, hätten die Bullen noch eine letzte Chance auf ein paar Gewinne. Bei 1.900 USD würde ich diese aber mitnehmen.


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Börse - Intern vom 31. März 2020:
Von einer Übertreibung in die nächste?

Der DAX hat von seinem Tief bei 8.255,65 Punkten bis zum bisherigen Hoch der Kurserholung vom Mittwoch vergangener Woche bei 10.137,62 Punkten stolze 22,8 % hinzugewonnen.

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Ähnliches gilt für die US-Indizes. Eigentlich müssten die Medien und vermeintlichen Börsenexperten jetzt reihenweise berichten, dass sich die Aktienmärkte damit wieder in einem Bullenmarkt befinden. Denn als die Indizes um mehr als 20 % eingebrochen waren, wurde schließlich auch ein Bärenmarkt ausgerufen. Doch komisch, von einem neuen Bullenmarkt zu sprechen, scheint sich derzeit noch niemand zu trauen.

Von einem neuen Bullenmarkt noch weit entfernt

Aus meiner Sicht auch völlig zu Recht, denn dem DAX ist es bislang nach wie vor nicht gelungen, das Mindestziel einer Kurserholung, das 38,20%-Fibonacci-Retracement des gesamten Crashs, zu erreichen. Und schon in der Börse-Intern vom 13. März hatte ich geschrieben, dass ich „solche Festlegungen mit willkürlich festgelegten Marken (-20 %) für absoluten Humbug“ halte. Und die aktuelle Entwicklung bestätigt, dass es sich dabei um absoluten Schwachsinn handelt, der irgendwann einmal in die Welt gesetzt wurde und seitdem fleißig abgeschrieben wird.

Fakt ist derzeit, dass wir eine crashartige Korrektur gesehen haben. Und darauf folgte eine Gegenbewegung. Diese fiel bislang relativ schwach aus. Und daher ist aktuell davon auszugehen, dass sich die Aktienmärkte bald wieder auf den Weg nach Süden begeben werden. In diesem Fall würden wir langsam in einen Bereich kommen, ab dem man von einem Bärenmarkt sprechen könnte.

Anleger setzen auf einen V-förmigen Verlauf

Eine weitere Abwärtswelle ist auch deshalb wahrscheinlich, weil die Marktteilnehmer inzwischen schon wieder recht sorglos wirken. Obwohl die Nachrichten weiterhin überwiegend negativ sind, haben die Anleger mit ihren Käufen scheinbar auf eine schnelle Konjunkturerholung gesetzt, also auf einen V-förmigen Verlauf der Krise.

Kann sich Chinas Wirtschaft so schnell erholen?

Dieser mag auch durchaus noch realistisch sein. Zumal aktuelle Daten aus China darauf hinweisen, dass sich die dortige Wirtschaft bereits V-förmig entwickelt. So ist Chinas offizieller Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe nach dem scharfen Einbruch auf 35,7 Punkte im Februar (siehe Börse-Intern vom 4. März) nach nur einem Monat schon wieder über die 50-Punkte-Marke zurückgekehrt, ab der Wachstum signalisiert wird. Für den Monat März wird der Frühindikator mit 52 Punkten angegeben.

Einkaufsmanagerindex Industrie China

Chinas Dienstleistungssektor expandiert demnach ebenfalls schon wieder. Der offizielle PMI für das nicht verarbeitenden Gewerbe stieg von 29,6 im Februar auf nun 52,3 Punkte an.

Einkaufsmanagerindex Dienstleistung China

Ich habe da allerdings so meine Zweifel, dass die chinesische Wirtschaft sich tatsächlich so schnell erholen und wieder anspringen kann. Denn es gibt aktuell auch Kritik an den in China gemeldeten Zahlen zur Coronavirus-Epidemie, die wohl zuletzt so groß wurde, dass die Behörden eine Überarbeitung der Statistik zusagten. Offenbar wurden Infizierte, die keine Symptome zeigten, nicht als infiziert gezählt. Die Virusausbreitung in China scheint also deutlich weitreichender, als es die offiziellen Zahlen vermitteln. Und vermutlich stellen die offiziellen Einkaufsmanagerdaten die Realität ebenfalls zu positiv dar.

Außerdem handelt es sich bei derartigen Daten eben auch „nur“ um Stimmungsindikatoren. Und bei den Einkaufsmanagerdaten aus der Eurozone und aus Deutschland hatte ich bemängelt, dass diese Ende 2019 die Lage zu pessimistisch gezeichnet hatten. Nun zeichnen die Daten aus China die Realität eben vermutlich etwas zu optimistisch. Mit solchen Ungenauigkeiten müssen wir uns eben abfinden.

Die pessimistischsten Prognosen scheinen Realität zu werden

Ähnliches gilt ja auch für die Prognosen zum möglichen Wirtschaftswachstum im 1. und 2. Quartal 2020, die zuletzt meilenweit auseinanderlagen. Für Deutschland zeigt dies die folgende Grafik von Statista aktuell recht anschaulich.

Prognosen zum BIP in Deutschland

Und was die Wirtschaftsleistung der USA angeht, so hat die US-Investmentbank JP Morgan ihre Prognosen inzwischen deutlich nach unten revidiert. Das US-BIP soll nun im 1. Quartal um 10 % und im 2. Quartal um 25 % einbrechen. Die Bank folgt damit nun den Erwartungen von Commerzbank und Goldman Sachs. Zuvor war JP Morgan von einem BIP-Rückgang um 4 % bzw. 14 % ausgegangen (siehe Börse-Intern vom 24. März).

Die pessimistischsten Prognosen scheinen inzwischen zu den wahrscheinlichsten zu werden. Selbst US-Präsident Donald Trump, der die Vorschriften zur Einschränkung sozialer Kontakte eigentlich bereits zu Ostern lockern wollte, hat diese nun bis zum 30. April verlängert. Trump erwartet aktuell, dass sich die USA erst Anfang Juni auf dem Weg aus der Krise befinden.

Von einer Übertreibung in die nächste?

Und auch deshalb dürfte sich die Kurserholung an den Aktienmärkten eigentlich kaum noch deutlich fortsetzen. Zumal ein großer Teil der aktuellen Kursgewinne nach dem Short-Squeeze inzwischen auch auf das sogenannte Window-Dressing zum Quartalsende zurückzuführen sind. Dazu berichtet Goldman Sachs von automatischen Käufen von Pensionskassen in den USA zum Monats- und Quartalsende. Ob die Kursgewinne nachhaltig sind, wird sich also ab morgen zeigen.

Aber wer weiß, schon Ende 2019 / Anfang 2020 liefen die Aktienkurse deutlich weiter nach oben, als ich es erwartet hatte. Und mit der aktuellen Geldflut der Notenbanken wäre es natürlich denkbar, dass wir von einer Übertreibung gleich in die nächste geraten.

Das ist für den DAX aktuell wichtig

Für den DAX gilt jedenfalls: Sollte der Index unter sein Ausbruchsniveau zwischen ca. 9.200 und 9.145 Punkten zurückfallen (roter Bereich im Chart oben), steigt damit die Gefahr für ein neuerliches Korrekturtief erheblich. Kann er seine aktuelle Konsolidierung, die vollständig oberhalb des Ausbruchsniveaus stattfindet, möglichst dynamisch nach oben auflösen, dürfte zumindest das 38,20er Fibonacci-Retracement angelaufen werden.


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Börse - Intern vom 30. März 2020:
Herr und Hündchen in der Corona-Krise

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

regelmäßige Leser der Börse-Intern kennen schon André Kostolanys Vergleich von Herr und Hündchen mit Wirtschaft und Börse. Nach dem jüngsten Crash bemühen sich Ökonomen und Analysten die Folgen der Corona-Krise für beide in Zahlen zu fassen.

Eine undankbare Aufgabe

Das ist eine undankbare Aufgabe. Niemals zuvor stand die Welt vor einem solchen Problem, das quasi eine Vollbremsung der Wirtschaft auslöste – und das auch noch weltweit zur gleichen Zeit. Als wäre das nicht schon schlimm genug, gibt es auch noch überhaupt keine Grundlage, um seriös ein Ende der Pandemie abzuschätzen. Zwar werden längst „Ausstiegsszenarien“ diskutiert, aber bisher fällt kaum jemandem mehr ein, als zu sagen: Lockern wir einfach mal die Einschränkungen und schauen, was geschieht. Das aber wäre ein Vabanquespiel, das unter Umständen noch mehr Schaden anrichtet.

Aber von solchen und anderen Randbedingungen hängt ab, wie stark die wohl unvermeidliche Rezession ausfällt. Ökonomen arbeiten daher mit Szenarien. Im Wesentlichen gibt es drei mögliche Varianten: Eine schnelle Erholung, die in den Daten wie ein „V“ erscheint – ähnliche der typischen V-Erholung bei Kursen, wenn es mit denen zwar schnell abwärts-, aber auch (fast) ebenso schnell wieder aufwärtsgeht (z.B. nach dem Einbruch von Ende 2018). Diese Variante heißt daher auch V-Szenario.

Dauert die Erholung etwas länger, weil die Werte eine Zeitlang im Keller bleiben und dort erst einen Boden bilden, spricht man in einer analogen bildlichen Betrachtung von einem U-Szenario. Das Schlimmste ist das L-Szenario, in dem die Erholung lange auf sich warten lässt.

Was passiert eigentlich in und nach einer Quarantäne?

Mit den Zahlen für diese Varianten, mit denen die Ökonomen derzeit jonglieren, will ich Sie gar nicht erst langweilen – sie ändern sich zum Teil im Wochenrhythmus oder stehen von vornherein unter allen möglichen Vorbehalten. Das kann auch gar nicht anders sein (und ist daher keine Kritik).

Schließlich kann niemand abschätzen, welche Bereiche der Wirtschaft wie stark zusammenbrechen. Gut, Autos und Häuser werden nicht mehr gebaut und die meisten Geschäfte sind geschlossen. Aber bestellen sich die Leute dann viele Sachen einfach im Internet, essen sie mehr (Frust-Essen) oder weniger (weil ihnen die Quarantäne auf den Magen schlägt) oder steigt eventuell der Alkoholkonsum (Wer Sorgen hat, hat auch Likör)?

Und wie wirken sich die Alternativen aus, die manche Firmen finden? McDonald’s-Mitarbeiter helfen z.B. bei Aldi aus, Bosch baut Corona-Testgeräte, Textilhersteller produzieren Schutzmasken. Mitarbeiter von Flugunternehmen sollen in provisorischen Krankenhäusern helfen. Und im Hintergrund arbeiten viele Biotech- und Pharmafirmen mit doppeltem Eifer an Impfstoffen und anderen Mitteln, um die Pandemie schneller in den Griff zu kriegen.

Ebenso unsicher sind die Folgen nach der Lockerung der Einschränkungen. Werden sich die Menschen tatsächlich wieder so unbekümmert wie früher für einen Wochenend-Städtetrip dicht gedrängt ins Flugzeug quetschen, auf Tuchfühlung ins Theater setzen oder ins Gewühl voller Einkaufszentren stürzen? Oder werden sie sich damit zumindest solange zurückhalten, bis Impfstoffe oder andere Gegenmittel verfügbar sind? Dann könnten einige Branchen womöglich noch jahrelang darben – schließlich rechnen Experten nicht vor Mitte nächsten Jahres mit einem Impfstoff, dessen Produktion, Verteilung und Einsatz an Milliarden Menschen dann vermutlich nochmal einige Monate dauern wird.

Ökonomen, Analysten und Unternehmen im Blindflug

Die Analysten, die Branchen und Unternehmen direkt beobachten, sind auch nicht schlauer – woher auch? Die Informationen aus den Unternehmen zeigen auch nur, was nicht mehr läuft und welche Alternativen es eventuell gibt. Aber wann man wieder zum Normalbetrieb zurückkehren kann und wie lange es dann dauert, bis zusammengebrochene Lieferketten wieder funktionieren? Niemand weiß es.

In der Finanzkrise wurde der Ausdruck „Auf Sicht fahren“ zum geflügelten Wort in den Vorstandsetagen. Ich wette, dass wir ihn auch in der bevorstehenden Quartalsberichtssaison wieder vielfach hören und lesen werden. Aber das ist eine glatte Verharmlosung. Die Fahrt findet in einer Nebelwand statt, in der man nicht die Hand vor Augen sieht. Von „Sicht“ kann also keine Rede sein – in Wahrheit befinden sich Ökonomen, Analysten, Unternehmen und Anleger im Blindflug.

Was ist die Quintessenz daraus: Verlassen Sie sich nicht auf Zahlen von Ökonomen oder Analysten. Auch die Prognosen der Unternehmen dürften nur sehr kurze Halbwertzeiten haben – im Guten oder Schlechten. Ich erwarte zudem, dass kaum ein Unternehmen konkrete Angaben dazu macht.

Herr und Hündchen im Chart

Und damit kommen wir zum eingangs erwähnten Vergleich von André Kostolany. Man kann das Bild, das er damit zeichnet – dass die Börse der Wirtschaft mal vorauseilt, mal hinterherhinkt, wie das Hündchen an der Leine seines Herrchens – tatsächlich sehr anschaulich darstellen.

Börse vs. Wirtschaft

(Quellen: MarketMaker, Federal Reserve Bank, BEA, DekaBank, eigene Schätzungen)

Der Chart zeigt die Entwicklung Quartalswerte des nominalen (also nicht inflationskorrigierten) Bruttoinlandsprodukts (BIP) der USA in Mrd. US-Dollar (graue Kurve) und den Wilshire 5000 Total Market Cap Index, welcher der Marktkapitalisierung des gesamten US-Aktienmarktes, ebenfalls in Mrd. US-Dollar, entspricht (hier allerdings jeweils über das zurückliegende Quartal geglättet).

So kann man also (anders als mit S&P 500 oder Dow Jones) das Verhältnis von Marktkapitalisierung und BIP direkt vergleichen – also die Bewegungen von Herrchen (Wirtschaft) und Hündchen (Börse) unmittelbar erkennen.

Den jüngsten Rückfall habe ich ohne die erwähnte Durchschnittsbildung eingezeichnet, so dass sich besser einschätzen lässt, wie weit das „Hündchen“ schon wieder zu seinem „Herrchen“ zurückgelaufen ist. Außerdem habe ich mit den grünen, blauen und roten Kurvenabschnitten am rechten Rand der BIP-Kurve drei mögliche Szenarien für die Entwicklung der US-Wirtschaft für 2020 und 2021 eingetragen.

Was aktuell wirklich eine Rolle spielt

Wir können nun ausgiebig spekulieren, wie weit sich die beiden Kurven in den kommenden Monaten noch nähern: Bleibt es bei einem kurzen Rücksetzer der schwarzen Kurve in Richtung der grauen (wie 2015/16) oder fällt die schwarze Kurve bis auf die graue zurück (was man als „faire“ Bewertung ansehen könnte)? Oder kommt es gar wie nach der Technologieblase der Jahrtausendwende zu einem deutlichen Rückfall der schwarzen unter die graue Kurve (siehe gestrichelte Linien)?

Sie sehen, dass aufgrund des großen Abstands der schwarzen von der grauen Kurve die unterschiedlichen BIP-Szenarien kaum einen Unterschied machen. Entscheidend ist also, wie stark die Börsianer die aktuelle „Überbewertung“ im Kontext der Corona-Krise einschätzen – und gegebenenfalls korrigieren oder auch nicht.

Bei dieser Bewertung dürften weniger allgemeine volkswirtschaftliche Kriterien eine Rolle spielen, sondern mehr die bisher schon gültigen Bewertungskriterien, z.B. die relative Attraktivität (oder Unattraktivität) von Aktien gegenüber anderen Anlageklassen, aber auch die individuellen Chancen und Risiken der einzelnen Branchen und Unternehmen.

Die relative Attraktivität verschiedener Anlageklassen

So dürften die Zentralbanken alles tun, um die Zinsen niedrig zu halten; im kurzfristigen Bereich über die Leitzinsen, im langfristigen Bereich über massive Anleihenkaufprogramme. Anleihen fallen daher als (attraktive) Anlagealternative weiterhin aus.

Immobilien leiden ebenfalls spürbar in der Krise, da vor allem die Unternehmenskunden bereits Druck auf die Vermieter ausüben, um ihre Mieten zu senken. Auch größere Leerstände drohen, wenn Unternehmen im Zuge der Krise pleitegehen oder schrumpfen und Standorte aufgeben. Erste Unternehmen haben bereits entsprechende Pläne angekündigt.

Zudem wurden die Immobilienmärkte zuletzt vor allem aufgrund von (spekulativen) Preissteigerungen und entsprechenden Bauaktivitäten getrieben. Der krisenbedingte Liquiditätsbedarf vieler Investoren verringert aber nun deren Spielraum, neue (kapitalintensive) Immobilienprojekte zu stemmen. Und die Banken dürften jetzt erheblich vorsichtiger werden, was entsprechende Kreditfinanzierungen betrifft.

Und da die Immobilienmärkte vielfach auch schon vor Corona als überbewertet galten, ist in der nächsten Zeit eine Konsolidierung in diesem Sektor zu erwarten. Viele Anleger haben damit kaum eine Alternative zu Aktien.

Bemerkenswerte Gemeinsamkeiten von Corona und Krieg

Hinzu kommt, dass die Corona-Krise zwar zu einer „Vollbremsung“ der Wirtschaft führt, aber nur, wenn man sie aus übergeordneter, volkswirtschaftlicher Perspektive betrachtet. Im Detail stellt man eine Differenzierung fest, die aus meiner Sicht in „normalen“ Rezessionen nicht derart ausgeprägt ist. Bestimmte Unternehmen des Gesundheitssektors, die im wahrsten Sinne des Wortes lebenswichtige Dinge herstellen, können sich derzeit vor Aufträgen nicht retten, während andere (z.B. im allgemeinen Dienstleistungssektor) tatsächlich komplett ausgebremst werden – und auch kaum Alternativen haben.

Der in jüngster Zeit oft bemühte und ebenso oft kritisierte Vergleich eines Kriegs gegen das Virus hat zumindest aus wirtschaftlicher Sicht einiges für sich: Auch im Krieg boomen bestimmte Wirtschaftsbereiche, werden zudem durch den Staat gefördert oder gar angetrieben, während andere Bereiche komplett brachliegen.

Kaufen, wenn Kanonen donnern (und Viren fliegen)?

So zynisch das erscheinen mag, aber für die jetzt so gefragten Branchen und Unternehmen bewirkt die Corona-Krise einen unerwarteten Schub. Das eröffnet auch Anlegern Chancen, wie ich schon vor zwei Wochen an dieser Stelle betont habe.

In Kriegszeiten galt früher an den Börsen stets die Maxime „Kaufen, wenn die Kanonen donnern!“ Ob dieser Spruch auch unmittelbar auf die Corona-Krise übertragbar ist, werden wir wohl frühestens in einigen Monaten wissen. Zumindest für ausgewählte Branchen und Einzelwerten eröffnen sich aber jetzt schon attraktive Perspektiven. Es spricht nichts dagegen, diese Chancen bereits beherzt zu nutzen. Auch wenn das „Hündchen“ doch noch ein Stück auf sein „Herrchen“ zulaufen sollte.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert

PS: In der aktuellen Monatsausgabe des Geldanlage-Brief habe ich für meine Leser die Chancen und Risiken diverser Branchen und der Märkte insgesamt detailliert beurteilt. Dabei habe ich bereits zwei neue Investmentgelegenheiten ausgemacht, die meine Leser auch schon genutzt haben. Wenn Sie schnell sind und jetzt gleich das 30-tägige kostenlose Probeabo des „Geldanlage-Brief“ bestellen, kommen Sie auch noch in den Genuss dieser Empfehlungen. (Sie finden die Ausgabe im Online-Archiv des Geldanlage-Brief.)


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Börse - Intern vom 27. März 2020:
Bund-Future: Das untere Ende der Seitwärtsbewegung scheint gefunden

Nach einem scharfen Rückgang der Kurse von Staatsanleihen und einem damit verbundenen deutlichen Anstieg der Renditen greifen Anleger mit den Anleihekaufprogrammen der Notenbanken im Rücken wieder verstärkt zu den als „sichere Häfen“ geltenden Wertpapieren. Die Renditen einiger Bonds in den USA sanken dadurch sogar erstmals unter 0 %. Damit hat die aktuelle Krise den nächsten neuen Rekord geliefert.

Auch am Anleihemarkt kam es zu einem kleinen Crash

Auch Anleihen aus Deutschland erfreuen sich wieder einer größeren Beliebtheit bei Anlegern. Der Bund-Future kann sich dadurch von seinem massiven Einbruch erholen (siehe folgender Chart). Als diverse Anleger wohl aus purer Geldnot neben Aktien auch Anleihen aus den Depots warfen, war der Bund-Future von seinem Kontrakt-Hoch bei 179,31 Punkten bis zum Tief bei 167,52 Zählern binnen nur 10 Tagen um 6,6 % gefallen. Im Vergleich zu den Aktienmärkten scheint dies harmlos, doch an den Anleihemärkten sind das Welten.

Bund-Future - Chartanalyse

Unterstützung erhielt der Bund-Future an den Tiefs der vorangegangenen Abwärtsbewegung (siehe grüner Bereich im Chart). Und genau dort, wo die obere Linie eines ehemaligen Abwärtstrendkanals (rot) das Korrekturtief kreuzte (Kreuzunterstützung, siehe grüner Pfeil), kamen die Bullen in den Markt zurück.

Seitwärtsbewegung im Bund-Future erwartet

Eine derartige Entwicklung hatten wir erwartet. Unseren Lesern des „Target-Trend-Spezial“ schreiben wir bereits seit Wochen, dass „eine größere Seitwärtskonsolidierung aus unserer Sicht nach wie vor das wahrscheinlichere Szenario“ ist. Schon als sich der Bund-Future Ende 2019 in der Abwärtstendenz befand (rote Trendkanäle), schrieben wir, dass die Konsolidierung in eine größere Seitwärtskonsolidierung übergehen könnte, erstmals schon am 18.11.2019. Daher sahen wir uns natürlich bestätigt, als der Bund-Future ab Anfang 2020 wieder in eine Aufwärtsbewegung überging. Zwar überraschte uns dann der Anstieg über das August-Hoch, doch hielten wir an unserer Einschätzung fest. Und da die anschließenden crashartigen Kursverluste exakt am Tief vom 2. Januar endeten, könnte sich dort nun das untere Ende einer Seitwärtsrange etabliert haben.

Bund-Future - Chartanalyse

Damit wäre nun eine längere Seitwärtsphase denkbar, wie wir sie von Sommer 2016 bis Sommer 2018 erlebt haben (gelbe Rechtecke).

Auf wahrscheinliche Seitwärtstendenz frühzeitig hingewiesen

Übrigens hatte ich auch hier in der Börse-Intern frühzeitig auf die Möglichkeit einer Seitwärtsbewegung im Bund-Future hingewiesen. Als sich der Bund-Future noch in der Korrekturbewegung befand (rote Trendkanäle), war am 23. Januar unter der Zwischenüberschrift „Bund-Future vor dem Übergang in eine Seitwärtsbewegung“ zu lesen, dass die Kurse nicht nur den steileren Abwärtstrendkanal verlassen hatten, sondern sich aufmachten, auch die obere Begrenzungslinie des flacheren Trendkanals zu überwinden.

Die befürchtete Beschleunigung der Abwärtsbewegung ist damit ausgeblieben. Stattdessen könnte die Abwärtsbewegung durch einen nachhaltigen Bruch der Trendkanäle nun sogar beendet werden und der Bund-Future in eine Seitwärtstendenz übergehen oder sogar den übergeordneten Aufwärtstrend wieder aufnehmen“, hieß es dazu. Und weiter: „Im Target-Trend-Spezial, in dem wir den Bund-Future regelmäßig analysieren, haben wir bereits gemutmaßt, dass hier der Übergang in eine Seitwärtstendenz ansteht.

Geldpolitik als Hauptgrund für längere Seitwärtsphase

Als Grund für die Erwartung an eine Seitwärtsbewegung war zu lesen, dass angesichts der Zinspause der EZB, die noch viele Monate andauern dürfte, größere Zinsänderungen nicht in Sicht sind. Und tatsächlich hat die EZB trotz der aktuellen Krise die Leitzinsen zuletzt nicht angetastet, sondern verstärkt auf Anleihekäufe gesetzt. Und daher ist eine Seitwärtsbewegung am Zinsmarkt und somit im Bund-Future nach wie vor das wahrscheinlichste Szenario.

Seitwärtstendenz zeichnet sich jetzt erst klarer ab

Nun klingt das natürlich so, als wäre eine Seitwärtstendenz von vornherein klar gewesen und man hätte sie mit Leichtigkeit traden können. Dem ist aber leider nicht so. Auch ich habe mich an diesen Markt jüngst nicht herangetraut. Im „Target-Trend-Spezial“ hatten wir zwar Ende 2019 zu einer kleinen Short-Position geraten, mit der durch die Korrekturbewegung (rote Trendkanäle) auch ein Gewinn möglich war, doch nachdem diese Anfang Februar per Stop-Loss beendet wurde, rieten wir, neue Trades zurückzustellen. Und angesichts des wilden Auf und Ab war dies sicherlich kein schlechter Tipp.

Wenn sich jetzt aber langsam eine Kursberuhigung im Bund-Future abzeichnet und sich die Seitwärtsbewegung damit weiter etabliert, könnte man diese zum Trading nutzen, um am oberen Ende der möglichen Range short und am unteren Ende (grüner Bereich) long zu gehen. Im „Target-Trend-Spezial“ werden wir diese Möglichkeit sicherlich weiterhin beobachten.


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Ihr
Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 26. März 2020:
Der Herdentrieb lässt sich nicht aufhalten

Die Aktienmärkte sind weiterhin auf Erholungskurs. Und von diesem lassen sie sich aktuell auch nicht abbringen. Da kann kommen, was wolle. Wenn der Herdentrieb einmal im Gange ist, ist er nicht zu stoppen. Das war in der crashartigen Abwärtsbewegung so und das ist auch in der aktuellen Gegenbewegung erkennbar.

Negativ-Rekord am US-Arbeitsmarkt

Die Marktteilnehmer haben heute mit Spannung auf die Erstanträge auf Arbeitslosengeld in den USA gewartet. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einer Million Anträgen gerechnet. Der bisherige Höchststand wurde 1982 mit 695.000 registriert. Es gab aber auch Schätzungen, die von 4 Millionen Anträgen ausgingen. Und genauso schlimm ist es tatsächlich gekommen: In der vergangenen Woche stellten knapp 3,3 Millionen Amerikaner einen Erstantrag auf Unterstützung, wie das Arbeitsministerium heute mitteilte. Die Coronavirus-Krise sorgt damit für den nächsten Rekord, indem sie voll auf den US-Jobmarkt durchschlägt.

Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA

Doch was machen die Aktienmärkte aus dieser Schocknachricht? Der Dow Jones gibt im Future-Handel knapp 50 Punkte nach, legt dann aber den Vorwärtsgang ein und binnen zwei Stunden um gut 1.500 Punkte bzw. 7 % zu.

Aktienmärkte am Tropf der Notenbanken

Und damit hängen die Märkte wieder vollständig am Tropf der Notenbanken. Denn die Überlegung hinter der Kursrally ist eindeutig: Je mehr US-Amerikaner in die Arbeitslosigkeit rutschen, desto weiter wird die US-Notenbank die Geldschleusen öffnen. Und sie muss die Tore sehr wahrscheinlich sehr weit öffnen bzw. offen halten. Denn nach Ansicht des US-Währungshüters James Bullard könnte die Coronavirus-Krise kurzfristig fast 50 Millionen US-Amerikanern ihren Job kosten.

EZB verliert sämtliche Hemmungen

Die Europäische Zentralbank (EZB) sah sich bereits genötigt, schon wieder neue Maßnahmen zu beschließen. Bei ihren Anleihekäufen lässt sie die selbstgesteckten Obergrenzen bei Staatsanleihen fallen. Bisher hatte sich es die Notenbank selbst untersagt, mehr als ein Drittel der ausstehenden Anleihen eines Landes zu halten. Doch dies soll bei dem neuen „PEPP“ (Pandemic Emergency Purchase Programme) genannten Kaufprogramm nun nicht mehr gelten, wie aus einem in der Nacht zum heutigen Donnerstag veröffentlichten Dokument der EZB hervorgeht.

Provoziert die EZB den Rechtsverstoß?

Der Sinn dieser Änderung ist durchaus nachvollziehbar. Ohne die Kaufobergrenze können mehr Anleihen von Staaten erworben werden, die wie Italien aufgrund ihrer Verschuldung unter (coronavirusbedingt) steigenden Anleiherenditen besonders leiden würden. Nach der Meldung gaben die Renditen italienischer Staatsanleihen auch bereits wieder deutlich nach.

Doch juristisch betrachtet ist die Entscheidung heikel. Schließlich hatte der Europäische Gerichtshof Ende 2018 in einem damaligen Urteil zu den Anleihekäufen der Notenbank auf die Notwendigkeit von Kaufobergrenzen hingewiesen.

Kurioserweise gab die EZB an, derzeit keine Pläne zu haben, ihr bislang noch ungenutztes OMT-Programm (Outright Monetary Transactions) einzusetzen. Dieses Anleihen-Programm soll es der Notenbank erlauben, unter bestimmten Bedingungen gezielt unbegrenzt Anleihen einzelner hochverschuldeter Euro-Staaten aufzukaufen. Doch mit dem „PEPP“ getauften Anleihenkaufprogramm tut die Notenbank dies quasi bereits, und das auch noch mit weniger Bedingungen versehen als beim OMT-Programm.

Die Bullen brauchen sich keine Sorgen machen

Aber die Bullen am Aktienmarkt brauchen sich bezüglich der Rechtmäßigkeit keine Sorgen zu machen. Denn bevor ein Gericht feststellt, dass die EZB gegen geltendes Recht verstößt, wird die aktuelle Krise mithilfe der möglicherweise illegalen Anleihekäufe bereits längst ausgestanden sein.

Überraschend ist vor diesem Hintergrund, dass unsere heimischen Aktienmärkte heute kaum zulegen können, während die US-Aktien seit der Meldung des Negativ-Rekords am US-Arbeitsmarkt ungebremst nach oben schießen.

Dow Jones steht kurz vor dem Mindestziel einer Kurserholung

Der Dow Jones macht sich dadurch jedenfalls inzwischen auf, das 38,20%-Fibonacci-Retracement seiner gesamten Abwärtsbewegung zu erreichen (siehe dicke graue Linie im folgenden Chart).

Dow Jones - Chartanalyse

Vielleicht kennen Sie diesen Chart des Dow Jones noch, zum Beispiel aus der Börse-Intern vom 5. März. Die blauen Linien stellten eine vermeintliche Trompetenformation dar. Durch den Ausbruch nach oben und unten hat diese inzwischen deutlich an Relevanz verloren.  Aber mit den neuen lilafarbigen Linien zeichnet sich eine alternative Trompetenformation ab. Zwar hat der Dow Jones die untere Linie unterschritten, das ist im Rahmen einer extremen Kursbewegung aber nicht ungewöhnlich. Letztlich kann man derzeit argumentieren, dass durch die aktuelle Kurserholung die Formation eingehalten wurde.

Und mit der blauen Linie und dem 38,20%-Retracement bei 22.551,23 Punkten gelangt der US-Index nun an markante Widerstände. Hier wird sich nun das erste Mal entscheiden, wie stark oder schwach der Markt aktuell ist und wie weit die Gier nach Notenbankliquidität die Aktien treibt.

Ideen für Trader

Für spekulative Trader könnte es jetzt Sinn machen, sich über Teil-Gewinnmitnahmen Gedanken zu machen, wenn man sich im Dow Jones jüngst long positioniert hat. Und wer sich traut, sogar gegen den Herdentrieb zu arbeiten, kann kleine Short-Spekulationen eingehen. Diese könnte man dann am 50%- und am 61,80%-Retracement ausbauen. Kommt es zu einer neuerlichen Abwärtswelle, kann man gestaffelt wieder aussteigen, also die 61,80er Position an der 50er und die 50er an der 38,20er Marke abbauen. Das ist aber wie gesagt, eine sehr spekulative Herangehensweise. Und sie funktioniert nur bei anhaltend hoher Volatilität.

Unabhängig davon gilt: Je weiter die aktuelle Kurserholung jetzt läuft, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit dafür, dass wir die Tiefs gesehen haben. Oberhalb des 61,80%-Fibonacci-Retracements kann man davon ausgehen, dass wir im Dow Jones (und an den Aktienmärkten insgesamt) keine große Trendwende erleben.


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Ihr
Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 25. März 2020:
Ein Paradebeispiel für das typische Verhalten der Märkte

Inhaltsverzeichnis

Massive Wirtschaftseinbrüche

Erst war von einer Billion die Rede, dann von zwei, und am vergangenen Wochenende wollte die US-Regierung nach Angaben von Finanzminister Steve Mnuchin sogar Liquidität von bis zu vier Billionen Dollar bereitstellen, um die Wirtschaft der USA am Laufen zu halten. Mnuchin bezog dabei aber wohl die Maßnahmen der US-Notenbank mit ein. Von der US-Regierung selbst sollen aktuell jedenfalls ca. 2 Billionen Dollar kommen. Und dabei zeichnet sich inzwischen recht eindeutig ab, dass auch in den USA derart massive Wirtschaftshilfen nötig sind.

US-Wirtschaft bricht massiv ein

Denn laut den Erhebungen von IHS Markit sind die Geschäfte der US-Wirtschaft im März so stark eingebrochen wie noch nie. Der gemeinsame Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister fiel nach vorläufigen Angaben um 9,1 auf das Rekordtief  von 40,5 Punkten, wie IHS Markit gestern zu seiner monatlichen Umfrage mitteilte. Der Frühindikator notiert damit nun weit unterhalb der Schwelle von 50 Zählern, ab der zukünftiges Wachstum signalisiert wird.

IHS Markit Gesamt-Einkaufsmanagerindex USA

Relativ glimpflich kam bislang das verarbeitende Gewerbe davon. Der entsprechende Index fiel im März auf 49,2 Punkte, nach 50,7 im Monat zuvor. Besonders stark traf es dagegen die Dienstleister. Hier brach das Barometer auf ein Rekordtief von 39,1 Zählern ein. Dies ist für die US-Wirtschaft besonders heikel, weil der Dienstleistungssektor etwa zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts der weltgrößten Volkswirtschaft ausmacht.

Der Gesamt-Einkaufsmanagerindex deutet aktuell darauf hin, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA derzeit mit einer Jahresrate von annähernd 5 % sinkt. Das dürfte allerdings noch nicht das Ende der Fahnenstange gewesen sein. Denn das Coronavirus breitet sich ja in den USA gerade erst so richtig aus.

Wirtschaft der Eurozone bricht ein wie nie zuvor

Ähnliches gilt für die Eurozone und Deutschland. Da das Virus hier aber bereits etwas länger wütet, zeigen die Einkaufsmanagerdaten auch bereits einen deutlich stärkeren Wirtschaftseinbruch. Der IHS Markit Flash Eurozone Composite Index brach mit -20,2 auf 31,4 Punkte so stark ein wie nie zuvor seit Umfragebeginn im Juli 1998.

IHS Markit Gesamt-Einkaufsmanagerindex Eurozone

Der bisherige Tiefstwert von 36,2 Punkten wurde, wie sollte es auch anders sein, während der Finanzkrise im Februar 2009 verzeichnet. Auch der Service-Index notiert aktuell unter dem bisherigen Rekordtief von 39,2 Punkten im Februar 2009. Er brach um 24 auf nur noch 28,4 Punkte ein (Februar: 52,6). Der Index für die Industrie hielt sich mit 44,8 Punkten gegenüber den 49,2 Zählern vom Vormonat zwar noch recht wacker, doch erreichte er damit immerhin auch ein 92-Monats-Tief.

IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie Eurozone

Deutschland analog zu den USA

Da geht es Deutschland nicht viel besser. Mit aktuell 37,2 Punkten, nach 50,7 im Februar, signalisierte der deutsche Composite Flash PMI zwar einen etwas weniger gravierenden Rückgang der Wirtschaftsleistung, der Indexwert war jedoch immerhin auch der niedrigste seit der Finanzkrise im Februar 2009, quasi analog zu den US-Daten.

IHS Markit Gesamt-Einkaufsmanagerindex Deutschland

Auch hier verzeichneten die Dienstleister einen Rekordrückgang der Geschäftstätigkeit (34,5 Punkte, tiefster Wert seit Beginn der Datenerhebung im Juni 1997),…

IHS Markit Einkaufsmanagerindex Dienstleistung Deutschland

…während die Industrie bislang bei weitem nicht so stark betroffen sind – noch nicht (!).

IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie Deutschland

Laut IHS Markit signalisieren die März-Daten einen Rückgang des deutschen BIP auf Quartalsbasis um rund 2 %. Doch aufgrund der anhaltenden und sogar verstärkten Maßnahmen zur Eindämmung der Virus-Epidemie wird sich die Talfahrt zu Beginn des 2. Quartal2 2020 sicher noch beschleunigen.

China als Vorbote

Man sieht jetzt langsam, dass es die anderen Länder genauso hart trifft wie zuvor China. Dazu erinnere ich an den ähnlich dramatischen Einbruch der dortigen Einkaufsmanagerdaten (siehe „Chinas Wirtschaft bricht ein, nicht jedoch der Aktienmarkt“). Doch aufgrund der Entwicklungen in China hatten die Anleger bereits mit derartigen Konjunkturdaten gerechnet. Und daher kam es infolge der gestrigen Meldungen auch nicht mehr zu weiteren Abverkäufen an den Aktienmärkten. Stattdessen überwogen die Hoffnungen auf die Billionen der US-Regierung.


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Ein Paradebeispiel für das typische Verhalten der Märkte

Ein Leser schrieb mir am Montag vergangener Woche, der DAX und Europa würden lediglich eine Nebenrolle auf dem weltweitem Börsenparkett spielen und die USA stünden erst noch am Anfang der Epidemie. Daher sehe er erst Kaufkurse, „nachdem bezüglich Corona in US die letzten Toten verräumt sind und die übrig geblieben Firmen sich als überlebensfähig erweisen“. Dem entgegnete ich Folgendes:

An der Börse wird die Zukunft gehandelt

Die Märkte sind stets antizyklisch. Und daher sehe ich die aktuelle Entwicklung auch mit Blick auf die USA optimistischer. Kaufkurse liegen nicht erst dann vor, nachdem sich die Firmen als überlebensfähig erwiesen haben. Denn die Märkte wissen bereits mit Blick auf China (wo die Wirtschaft laut allen bekannten Informationen inzwischen hochgefahren wird bzw. in großen Teilen hochgefahren wurde) und Europa (wo inzwischen in vielen Ländern das öffentliche Leben massiv eingeschränkt ist), was auf die USA zukommen wird. Und daher wurde dieses Wissen inzwischen schon in die Kurse eingepreist.

Wenn sich bald zeigt, dass sich die Wirtschaft in China erholt und die Maßnahmen in Europa Wirkung zeigen, dann können die Märkte antizipieren, dass der Verlauf in den USA ähnlich sein wird. Und bereits dann werden die Aktienkurse wieder steigen“, hieß es in meiner Antwort an den Leser. Und weiter: „Bereits jetzt scheint die Welt am dunkelsten. Bereits jetzt kommen extrem schlechte Wirtschaftsdaten aus China herein. Bereits jetzt weiß man, dass die Wirtschaft der Eurozone und später auch die US-Wirtschaft ähnlich stark getroffen sein werden wie in China. Daher sind die Aktienkurse weltweit massiv eingebrochen.

Die Einkaufsmanagerdaten oben haben nun gezeigt, dass die Wirtschaft in Deutschland, der Eurozone und den USA ähnlich stark getroffen sein wird wie in China.

Und mein Rat an den Leser lautete dann letztlich: „Doch bereits in einigen Tagen wird man sich an dieses Wissen gewöhnt haben. Und immer dann, wenn ein Gewöhnungseffekt einsetzt, steigen die Kurse. Steigen Sie also nicht zu spät ein!

Ein wahres Kursfeuerwerk, als die Welt am dunkelsten schien

Am 16. März, also genau mit Erhalt der Leser-Mail, markierte der DAX ein Tief bei 8.255 Punkten (siehe blauer Kreis im folgenden Chart). Zwar kam es in der Nacht zum 19. März im Future-Handel noch zu einem weiteren Tief, doch heute erreichte der DAX schon wieder Werte von mehr als 10.100 Zählern. Allein gestern gewann der deutsche Leitindex dabei 11 % und schaffte damit den größten Tagesgewinn seit Oktober 2008.

DAX - kurzfristige Chartanalyse

An der Wall Street gewann der Dow Jones sogar 11,4 % und erzielte damit den größten prozentualen Kurssprung seit 1933. Der S&P 500 legte immerhin 9,4 % zu und schaffte den größten prozentualen Tagesgewinn seit Oktober 2008. Und der Technologieindex NASDAQ rückte immerhin 8,1 % vor.

Ein typischer Fehler

Ich möchte mich nun hiermit gar nicht über den Leser erheben. Zumal der Leser ja durchaus Recht hat, dass die US-Märkte letztlich die Hauptrolle spielen. Ich möchte daher lediglich auf einen häufigen Fehler hinweisen: Viele Anleger gehen davon aus, dass die Aktienmärkte noch weiter fallen, wenn es für die Wirtschaft zukünftig schlechter laufen wird als bisher schon. Doch immer dann, wenn dieses Wissen bereits präsent ist, verliert es seinen Schrecken und die Aktienmärkte fangen an, antizyklisch zu steigen. Steigen also auch Sie nicht zu spät ein!

Welche Strategie in der aktuellen Marktlage erfolgsversprechend ist, habe ich in vorangegangenen Ausgaben bereits geschrieben. Es sind gestaffelte Käufe in fallende Kurse hinein. Und wer den jüngsten Kaufsignalen im DAX gefolgt ist, hatte heute schon die Gelegenheit, ordentliche Gewinne zu realisieren. Schließlich hat der DAX von den 800 Punkten, die er laut der gestrigen Analyse an Kurspotential hatte, alleine heute schon 600 Punkte abgearbeitet.

Bislang nur Gegenbewegungen

Doch damit sind die Märkte noch längst nicht über den Berg. Denn der DAX hat zum Beispiel noch nicht einmal sein Mindestziel einer Gegenbewegung, das 38,20%-Fibonacci-Retracement, vollständig erreicht. Gleiches gilt für die US-Indizes. Mehr als normale Gegenbewegungen sind also bislang nicht geglückt, weshalb noch weitere Abwärtswellen drohen. Zumal die gestrigen Kursgewinne insbesondere auf einen Short-Squeeze zurückzuführen sind.

Zumal „normal“ hier nicht wirklich passt. Denn die Volatilität und damit die Nervosität der Anleger ist nach wie vor extrem hoch. Der Dow Jones ist heute zum Beispiel im vorbörslichen Future-Handel zunächst um 5,4 % angestiegen, nur um diese Gewinne ab ca. 10:30 Uhr (MEZ) binnen zwei Stunden vollständig abzugeben. Dann kletterte er bis um ca. 14:30 Uhr wieder um 4,6 % nach oben, landete aber 45 Minuten später wieder nur knapp über dem Ausgangsniveau. Und zuletzt legte er sogar auf ein neues Erholungshoch zu. Das alles an nur einem einzigen Handelstag.

Dow Jones - kurzfristige Chartanalyse

Offensichtlich dreht die Stimmung derzeit rasend schnell und die Kurse legen extrem weite Strecken in sehr kurzer Zeit zurück. Bullishe und bearishe Signale liegen daher nach wie vor eng beieinander, wobei hier „eng“ relativ und eher zeitlich gemeint ist.

Auch vor diesem Hintergrund erscheint der gestaffelte Einstieg derzeit die beste Strategie. So kann man bei steigenden Kursen Teilgewinne mitnehmen und diese bei neuerlichen Rücksetzern reinvestieren. Legen die Aktienmärkte am Ende nachhaltig zu, steht man mit schönen Gewinnen da.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


PS: Im Target-Trend-CFD haben wir einen gestaffelten Einstieg vorgenommen. Und mit dem am Dienstag vergangener Woche hinzugekauften Long-Trade auf den Euro STOXX 50 konnten wir heute nach nur einer Woche einen Gewinn in Höhe von 250 Euro erzielen – pro CFD-Kontrakt.
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Börse - Intern vom 24. März 2020:
Aktienkurse endlich auf Erholungskurs

Und es scheint auch dieses Mal wieder so zu sein: Wenn die Welt am dunkelsten scheint, bilden die Aktienmärkte einen (ersten) Boden aus.

Wer liefert die dunkelsten Prognosen?

Auf die Frage, wer eine noch düstere Prognose hat, gingen jüngst wieder die Arme nach oben. Noch am vergangenen Donnerstag hatte ich berichtet, dass die US-Bank JP Morgan eine der pessimistischen Einschätzungen herausgegeben hat. Demnach soll es im 2. Quartal 2020 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung in den USA von 14 % geben. Doch die Commerzbank und Goldman Sachs sahen sich genötigt, die Welt noch etwas schwarzer zu malen. Beide Geldhäuser rechnen im Frühjahrsquartal mit einem Einbruch der US-Wirtschaft um ein ganzes Viertel (ca. -25 % auf das Jahr hochgerechnet).

Erst auf neue Tiefs

Angesichts solcher Aussichten verwunderte es dann auch nicht, dass die Aktienmärkte sehr schwach in die neue Handelswoche starteten und es vorbörslich sogar wieder zu Handelsaussetzungen kam, weil die US-Futures um die maximal möglichen 5 % in die Tiefe rauschten (siehe auch rotes Rechteck im folgenden Chart des Dow Jones aus dem CFD-Handel der Comdirect). Der Grund dafür war aber wohl auch, dass der angekündigte Beschluss über ein Billionen-Paket der US-Regierung am Wochenende entgegen der ursprünglichen Ankündigung ausblieb. Bei einer ersten Abstimmung im Kongress scheiterte das bis zu zwei Billionen Dollar schwere Maßnahmenpaket am Sonntag am Widerstand der Demokraten.

Dann ein wildes Auf und Ab

Da half es zunächst auch nicht, dass zum Wochenbeginn das Hantieren mit Milliarden zur Stützung der Wirtschaft in der Corona-Krise weiterging. Die Bundesregierung schnürte ein ganzes Maßnahmenpaket, ebenso wie die US-Notenbank Fed. Diese kündigte mehrere Kredit-Programme für Unternehmen und Kommunen in dreistelliger Milliardenhöhe sowie unbegrenzte Anleihenkäufe zur Stützung der Konjunktur an.

Nach eigenen Angaben wolle die Notenbank nun solange Staatsanleihen und auch Hypothekenpapiere (Mortgage Backed Securities, durch Immobilien gedeckte Wertpapiere) kaufen, bis die Märkte für diese Wertpapiere wieder eruptionsfrei funktionieren. Zudem wolle die Fed im Rahmen dieser Programme Exchange Traded Fonds (ETF) erwerben.

Torsten Ewert berichtete gestern bereits, dass die Aktienmärkte zunächst von dieser Meldung profitieren konnten. Der Dow Jones legte zum Beispiel ab kurz vor 13 Uhr von etwas mehr als 18.500 auf über 19.900 Punkte um satte 1.400 Punkte zu und drehte damit von fast -5 % ins Plus.

Dow Jones - Chartanalyse
(Quelle: Comdirect)

Doch genauso schnell, wie die Gewinne gekommen waren, gingen sie auch wieder verloren. Die Märkte neigten damit weiterhin zur Schwäche.

Das wilde Auf und Ab erschwert das Trading

Das tückische dabei ist leider, dass durch das wilde Auf und Ab bullishe und bearishe Signale noch sehr nah beieinander liegen. Und da es nach starken Momenten immer wieder zu heftigen Rückschlägen kommt, müssen die Aktien(indizes) immer größere Distanzen zurücklegen, um neue bullishe Signale zu generieren. Das erschwert das Trading derzeit ungemein. Wer auf eine Kurserholung setzen wollte, musste ungemein aufpassen.

Im DAX hatten die Bullen am Freitag mit dem Sprung über den horizontalen Widerstandsbereich bei rund 8.700 Zählern (siehe unteres rotes Rechteck im folgenden Chart, grüne Ellipse) noch beste Chancen auf eine stärkere Kurserholung. Doch mit der gestrigen schwachen Handelseröffnung fiel der deutsche Leitindex wieder unter das Ausbruchsniveau zurück (rote Ellipse).

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Und um nun wieder ein bullishes Signal zu senden, musste der DAX schon bis über den Widerstandsbereich bei rund 9.200 Punkten steigen (oberes rotes Rechteck) – und somit, wie oben geschrieben, eine deutlich größere Distanz zurücklegen.

Das gelang heute durch den starken Handelsauftakt und eine große Aufwärtslücke. Doch auch dabei musste man noch höllisch aufpassen. Denn der DAX drohte erneut unter das Ausbruchsniveau zurückzufallen, konnte sich aber über die Hürde zurückarbeiten und diese dann Sicht der Bullen von oben erfolgreich testen (gelbe Ellipse). Anschließend legten die Kurse weiter zu.

Der DAX hat nun eine neue Chance

Somit liegt aktuell erneut ein bullishes Signal vor. Doch dieses wurde erst fast 1.000 Punkte oberhalb der Korrekturtiefs generiert. Als prozyklischer Trader musste man also auf einen Großteil der bisherigen Kursgewinne verzichten. Doch keine Sorge, es ist nun noch genug Erholungspotential vorhanden.

DAX - Fibonacci-Retracements

Denn bis zum Mindestziel einer Gegenbewegung, dem 38,20%-Fibonacci-Retracement der Crashbewegung bei 10.371,77 Punkten, sind es noch ca. 800 Zähler. – Los, Bullen, macht dieses Mal was draus!


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 23. März 2020:
Verpufft auch der nächste Paukenschlag der Fed?

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

aus Sicht unserer Verfallstagsanalyse war der große März-Verfallstag ein Totalausfall. Wie schon vor zwei Wochen geschrieben, waren die Positionierungen der Anleger diesmal gar keine Hilfe, weil der DAX damals schon tief im roten Bereich notierte – und bis zum Verfallstag weiter fiel. Aber vielleicht lässt sich ja für die Zeit nach dem Verfallstag eine Prognose abgeben?

Crash verhinderte Verfallstagsanalyse

Vor allem große Verfallstage stellen für die Märkte häufig eine kleine Zäsur dar, weil zu diesen Terminen viele, und zum Teil große Positionen auf dem Spiel stehen. So laufen z.B. die meisten Optionsscheine, die vor allem Privatanleger nutzen, zu großen Verfallstagen aus.

Aber auch institutionelle Investoren haben zu großen Verfallstagen oft viele Eisen im Feuer. Grund: Optionen zu großen Verfallstagen haben die längsten Laufzeiten und werden daher von längerfristig orientierten Anlegern bevorzugt.

Entsprechend stark ist unter Umständen zu den großen Verfallstagen der Absicherungsbedarf – und damit die Kursausschläge zu diesem Termin. Auch deshalb werden große Verfallstage oft als „Hexensabbat“ bezeichnet.

Jetzt werden die Karten wieder neu gemischt!

Dieses Mal gab es für die Stillhalter keine Alternative dazu, sich rigoros abzusichern. Diese Absicherungsmaßnahmen dürften dazu beigetragen haben, die Kurse immer weiter zu drücken. Doch das ist nun vorbei – der Verfallstag ist vorüber, die Absicherungspositionen sind hinfällig und wurden aufgelöst.

Nach den Verfallstagen werden daher die Karten an den Börsen wieder neu gemischt. Das gilt generell für alle Verfallstage, aber für die großen ganz besonders und aktuell womöglich in außergewöhnlichem Maß.

Denn es lässt sich statistisch zeigen, dass die Kurse nach den großen Verfallstagen oft eine neue Richtung einschlagen. Nach dem März-Verfallstag z.B. tendenziell nach oben, wie der folgende Chart zeigt:

Durchschnittsverlauf März-Verfallstag

(Quellen: MarketMaker, eigene Berechnungen)

Was die Statistik nach dem März-Verfallstag verheißt

Hier sehen den durchschnittlichen Kursverlauf einen Monat vor und einem Monat nach dem großen März-Verfallstag für den Euro STOXX 50 und den Dow Jones seit 1987. (Für andere Indizes, z.B. den DAX, sind die Verläufe ähnlich.)

Danach beginnt einige Tage vor dem Verfallstag (siehe senkrechte gestrichelte Linie) ein Anstieg, der rund einen Monat weitergeht, wobei es ca. eine Woche nach dem Verfallstag nochmals zu einem größeren Rücksetzer kommt.

Dieses Szenario erscheint auch aktuell plausibel, auch wenn natürlich (neue) Nachrichten zur Corona-Krise den Kursverlauf bestimmen dürften. Schließlich haben sich Anleger und Indizes nach den Abschlägen der vergangenen Wochen eine Atempause verdient. Und nach dem Verfallstag sowie mit dem Erreichen wichtiger Kursmarken bei vielen Indizes (DAX: Jahreshochs 2000/2007; S&P 500: Jahrestief 2018) stehen die Chance für eine Erholung recht gut.

Verfallstag bringt am Ende noch ein bearishes Signal

Doch ausgerechnet zum Verfallstag haben sich die Chartbilder wieder eingetrübt. So hat der S&P 500 am Freitag doch noch das Tief von 2018 auf Tages- und Wochenschlusskursbasis unterschritten und damit eine wichtige Unterstützung gebrochen (siehe folgender Chart). Noch am Donnerstag sah es so aus, dass die Abwärtsdynamik nur zu kurzen Fehlausbrüchen nach unten führt, aber sich die Kurse am Ende doch darüber halten können.

S&P500-Future, Tageschart seit Dezember 2018

Hier zeige ich ausnahmsweise mal den Future, weil dieser auch die vor- und nachbörslichen Kursbewegungen enthält, die derzeit recht wichtig sind. So bildeten sich an den vergangenen drei Handelstagen die Intraday-Tiefs stets im Bereich um 2.260 Punkte (siehe grüner Pfeil), von wo aus der Kurs immer wieder über die hellgrüne Linie stieg.

Am Freitag gab es dann zunächst einen kräftigen Anstieg (roter Pfeil, der jedoch zum Handelsschluss wieder zusammenbrach. Am Ende gab es ein knappes neues Tief, auf dem der Future am Ende auch fast schloss. Im vorbörslichen Montagshandel (seit Sonntag 18 Uhr Ortszeit) fiel der Kurs mit einer großen Kurslücke dann sogar deutlich unter das Tief der Vorwoche. Der Kurs wurde nach Erreichen der 5%-Schwelle kurz nach Handelsbeginn wieder ausgesetzt, erholte sich dann aber wieder.

Die Fed rettet auch diesmal die Märkte nicht

Es sah also alles so aus, als sollte die Abwärtsbewegung fortgesetzt werden, deren Kursziel theoretisch bei 1.955 Punkten liegt (siehe gelbe Rechtecke). Doch am Morgen (Ortszeit) gab die Fed ein neues, diesmal zeitlich und mengenmäßig unbegrenztes Anleihenkaufprogramm bekannt – und zwar nicht nur für Staatsanleihen, sondern auch für Unternehmensanleihen, die sie sogar direkt von den (großen) Unternehmen kaufen will. (Für kleine und mittlere Unternehmen soll es demnächst ein separates Hilfsprogramm der Fed geben.)

Diese Meldung katapultierte die Futures natürlich sofort nach oben. Nachdem die beiden ersten (Zins-)Schritte an den Märkten weitgehend verpufften, schienen die Börsen diesen Paukenschlag der Fed zu honorieren. Allerdings war auch diesmal die Freude nur von kurzer Dauer und die Kurse fielen erneut zurück in Richtung Tief.

Wenn Sie diese Ausgabe lesen, kann alles schon ganz anders sein, weil heute nach Redaktionsschluss der US-Kongress noch ein weiteres Hilfspaket verabschieden will, das aber gestern schon wegen eines Streits in Verfahrensfragen zwischen den Parteien im US-Senat verschoben wurde.

Auf welche Marken es jetzt ankommt

Damit bleibt zumindest vorerst die kurzfristige Lage völlig unklar. Übergeordnet könnte der Einbruch der vergangenen Wochen dagegen erst die erste Abwärtswelle A einer großen ABC-Korrektur sein. Nach einer (mehr oder weniger starken) Gegenbewegung B sollte laut Theorie eine zweite (und abschließende) Abwärtswelle C folgen, welche die gleiche Ausdehnung hätte wie die erste (A).

Allerdings sind auch diverse andere Szenarien denkbar. Solange die seit Ende Februar laufende Abwärtswelle nicht beendet und die Gegenbewegung eingeleitet ist, sind die weiteren Perspektiven der Märkte nur grob abzuschätzen. Insbesondere wenn die nahen Unterstützungen der großen Indizes in den nächsten Tagen doch brechen, muss die Lage wieder völlig neu bewertet werden.

Im DAX sind natürlich das Hoch von 2007 bei 8.157,52 Punkten bzw. die darunter liegende runde 8.000er Marke entscheidend, im S&P 500 das Tief der Vorwoche und die runde 2.000-Punkte-Marke. Der S&P 500 bietet zudem auch eine Richtschnur, wenn die Bullen wieder etwas aufatmen können: Einer Rückkehr über das Tief von 2018 auf Basis des Tages- besser noch des Wochenschlusskurses verringert die drohenden Abwärtsgefahren spürbar.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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