Börse - Intern - 10-Tage-Rückblick

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Der 10-Tage-Rückblick des Börse Intern informiert Sie darüber, was die Märkte in den letzten zehn Tagen wirklich bewegt hat. Regelmäßige und vor allem zuverlässige Informationen sind die Basis für Ihren Börsenerfolg. Mit diesem Service bieten wir Ihnen die Inhalte der vergangenen zehn Ausgaben übersichtlich auf einer Seite dargestellt.


Börse - Intern vom 16. Februar 2018:
US-Indizes zeigen schon wieder besondere Stärke

Inhaltsverzeichnis

US-Indizes zeigen schon wieder besondere Stärke

Aus vorangegangenen Analysen wissen Sie inzwischen, dass es vom Ausmaß der Gegenbewegung abhängt, wie es nach einer Korrektur weitergehen kann (siehe auch gestrige DAX-Analyse). Die US-Indizes zeigen nach ihrer schnellen und starken Abwärtswelle nun eine sehr starke Erholungsbewegung. Dow Jones (siehe folgender Chart) und S&P 500 haben schon fast 61,80 % ihrer Kursverluste aufgeholt.

Dow Jones - Fibonacci-Marken

Der Nasdaq100 (folgender Chart) hat diese wichtige Fibonacci-Marke gestern sogar schon hinter sich gelassen.

Dow Jones - Fibonacci-Marken

Starke Kurserholung deutet auf Seitwärtskonsolidierung

Damit deutet aktuell vieles darauf hin, dass es an den Aktienmärkten nicht zu einer Fortsetzung und deutlichen Ausweitung der Kursrückgänge kommen wird, sondern tatsächlich zu der von mir erwarteten Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau. Denn die 61,80%-Marke gilt als Maximalkorrekturkursziel. Wird dieses Niveau nach einer Abwärtsbewegung überschritten, gilt die Korrektur als beendet.

(Eigentlich wäre nach dem Ende einer Korrektur die Fortsetzung der vorangegangenen Trends zu erwarten. Doch in den US-Indizes liefen die Aufwärtstrends bereits recht weit, weshalb die fundamentalen Bewertungen recht hoch sind. Und inzwischen werden die Anleihenmärkte wegen der steigenden Zinsen zunehmend zu einer Alternative - siehe auch „Steigende Zinsen werden zum Problem für den US-Aktienmarkt“.)

Neues Korrekturtief bleibt möglich

Das heißt nun nicht, dass es nicht noch einmal zu einem neuen Tief in Dow Jones & Co. kommen kann. Denn wenn man sich die vorangegangenen Aufwärtstrends anschaut, dann war die schnelle und bislang zeitlich nur sehr kurze Korrektur noch nicht ausreichend, um zu einer klaren Bereinigung der überkauften Situation beizutragen. Der S&P 500 (siehe folgender Chart) hat zum Beispiel lediglich das untere Ende seines Anfang 2016 gestarteten Aufwärtstrendkanals erreicht.

S&P 500 - Fibonacci-Marken

Damit wurden weniger als 38,20 % der seit Anfang 2016 erzielten Kursgewinne korrigiert. Dieses Ausmaß gilt aber als Minimalkorrekturkursziel. Auch deshalb ist aktuell zu erwarten, dass es zu einer längeren Seitwärtskonsolidierung auf hohem Niveau kommt. Denn so kann der überkaufte Zustand über den Zeitablauf abgebaut werden, statt mit weiter fallenden Kursen.

Auch ein neues Allzeithoch ist auf absehbare Zeit denkbar

Dabei kann innerhalb der Seitwärtsbewegung durchaus auch ein neues Allzeithoch erreicht werden. - Die Elliott-Welle 5 soll den DAX ja zum Beispiel auf ein neues Hoch treiben, bevor es wieder abwärts geht (siehe gestrige Börse-Intern und folgender Beitrag). Die Seitwärtsrange muss sich also nicht zwingend zwischen dem bisherigen Hoch und dem Korrekturtief verlaufen. Ein Überschießen sowohl nach oben als auch nach unten ist durchaus zulässig. Insofern sind auf der Oberseite sowohl neue Allzeithoch denkbar als auch auf der Unterseite ein Erreichen der jeweiligen 38,20 %-Fibonacci-Marken der Aufwärtstrends.

Fazit

Aufgrund der jüngsten Entwicklungen ist zu erwarten, dass die dynamischen Aufwärtstrends in den US-Indizes vorläufig beendet sind und wir in den kommenden Wochen und Monaten tendenziell eher seitwärts laufende Aktienkurse sehen werden. Dabei dürfte die Handelsspanne recht groß und ungefähr im Ausmaß der jüngsten Abwärtsbewegung ausfallen. Dies lädt hervorragend zum Trading ein. Ich freue mich darauf!


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DAX zeigt derweil wieder relative Schwäche

Der DAX zeigt derweil, wohl aufgrund der anhaltenden und jüngst wieder zunehmenden Euro-Stärke, bislang nur eine relativ schwache Erholungsbewegung. Hier wurden aktuell noch nicht einmal 38,20 % der Abwärtswelle aufgeholt.

DAX - Fibonacci-Marken

Daher ist im deutschen Leitindex - im Gegensatz zu den US-Indizes - eher noch mit einer zweiten Abwärtswelle und einem deutlich tieferen Korrekturtief zu rechnen. Das gilt insbesondere dann, wenn die US-Indizes ihre aktuelle Kurserholung beenden, ebenfalls wieder nachgeben und dabei ihre bisherigen Tiefs ansteuern.

So günstig wird man den DAX lange Zeit nicht mehr kaufen können

Sollte es zu der befürchteten zweiten Abwärtswelle kommen, dann lautet mein Rat, die fallenden Kurse nach und nach zum Aufstocken oder Neueinstieg zu nutzen. Diese Positionen können dann mit gestaffelten Stopps abgesichert werden. Es kann nämlich sein, dass man den DAX dann einige Monate lang nicht mehr so preiswert sieht. Dazu verweise ich erneut auf die Elliott-Wellen-Zählung (siehe folgender Chart), wonach es am Ende der aktuell laufenden (schwarzen) Welle 4 noch zu einer (schwarzen bzw. blauen) Welle 5 mit neuem Allzeithoch kommen sollte (grüner Pfeil).

DAX - Elliott-Wellen-Analyse

Zuvor kann sich die Welle 4 aber noch zu einer klaren ABC-Korrektur ausbilden (siehe folgender Chart), von der wir bislang die Welle A gesehen haben und deren Welle B aktuell läuft. Die befürchtete zweite Abwärtswelle (roter Pfeil) wäre dann die Welle C.

DAX - Elliott-Wellen-Analyse


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Ihr
Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 15. Februar 2018:
Die Sau, die aktuell durchs Dorf getrieben wird

Inhaltsverzeichnis

Die Sau, die aktuell durchs Dorf getrieben wird

Sie haben sicher schon einmal gehört, dass an der Börse immer wieder „eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird“. Seit dem Kursrutsch der vergangenen Woche ist dies aktuell offensichtlich das Dreigestirn aus Lohn-, Inflations- und Zinsentwicklung. Denn nachdem sich quasi alle Experten und Medien einig waren, dass der jüngste Kurseinbruch an den Aktienmärkten durch den US-Arbeitsmarktbericht und die steigenden Renditen bei US-Anleihen ausgelöst wurde, reagierten die Märkte gestern entsprechend hektisch auf die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten.

Vorsorglicher Rückzug einiger Anleger

Exakt mit Bekanntgabe der Zahlen gaben die Kurse um 14:30 Uhr deutlich nach - siehe beispielhaft den folgenden DAX-Chart (die rote Ellipse markiert den Zeitpunkt der Veröffentlichung). Das geschah so plötzlich, dass wohl zu dieser Zeit noch niemand die Zahlen in Gänze gelesen und korrekt gedeutet haben konnte. Stattdessen haben wohl automatisierte Programme auf die Zahlen reagiert und die Aktienmärkte kurzzeitig auf Talfahrt geschickt.

DAX - Kursreaktion auf US-Inflationsdaten

Doch nachdem sich einige Anleger ausführlicher mit den Zahlen beschäftigt hatten, erholten sich die Kurse sehr schnell. Zu Recht, denn die Inflationszahlen waren, genau wie die Arbeitsmarktdaten und der Renditeanstieg zuvor, keine große Überraschung. Sie reihen sich ebenfalls lediglich perfekt in die bisherigen Tendenzen ein.

Starker Monatsanstieg, unveränderte Jahresraten

Zwar sind die Verbraucherpreise im Januar relativ deutlich um 0,5 % gegenüber dem Vormonat angestiegen, was über den Erwartungen lag und daher wohl die Programme zum Verkaufen veranlasst hat,…

Entwicklung der Inflation in den USA

… die Jahresrate blieb mit +2,1 % im Vergleich zum Vormonat aber unverändert.

Entwicklung der Inflation in den USA

Auch wenn man die volatilen Preise für Energie und Nahrungsmittel ausklammert, stiegen die Preise in der sogenannten Kernrate gegenüber dem Vormonat zwar relativ deutlich um 0,3 %, gegenüber dem Vorjahr blieb aber die Jahresrate mit 1,8 % ebenfalls unverändert zum Vormonatswert. - Insofern sind die Inflationsdaten eigentlich relativ harmlos. Sie bestätigen vielmehr den Zinspfad der US-Notenbank Fed und sprechen für eine nächste Zinsanhebung auf dem kommenden FOMC-Meeting im März.

Kursverhalten zeigt Nervosität der Anleger

Offenbar wurde also gestern vorsorglich (und automatisiert) verkauft, weil das Thema Inflation als ein Teil der „Sau im Dorf“ aktuell sehr kritisch beäugt wird. Die Anleger sind derzeit offenbar sehr verängstigt und extrem vorsichtig. Das ist eigentlich ein gutes Zeichen, denn nun könnten die Kurse bald wieder entlang einer Mauer der Angst steigen und damit die Korrektur schnell enden. Das würde zu meiner Erwartung einer Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau passen.


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Aktuelle Situation im DAX

Die Seitwärtsbewegung könnte sich im DAX derart gestalten (siehe folgender Chart), dass es nach der (schwarzen) Elliott-Welle 4 in den kommenden Tagen oder Wochen im Rahmen der (schwarzen und blauen) Welle 5 wieder nach oben geht (grüner Pfeil). Dabei könnte es zwar durchaus zu einem neuen Hoch kommen, anschließend sollten die Kurse aber wieder deutlich fallen (langer roter Pfeil).

DAX - Elliott-Wellen-Analyse

Ein Leser hat mich kürzlich darauf hingewiesen, dass man diesen Chart auch logarithmisch zeichnen kann (siehe folgender Chart). „Dadurch fallen die Tiefs von 02.2009, 09.2011 und 02.2016 auf einer Trendlinie“, so der Leser Andreas K.

DAX - Elliott-Wellen-Analyse im logarithmischen Chart

Bei längerfristigen Charts ist eine logarithmische Darstellung durchaus sinnvoll. Dies bestätigt der neue Aufwärtstrendtrendkanal. Daher: Vielen Dank für die Beteiligung und den freundlichen Hinweis, lieber Herr K.

Es wird sich zeigen, welche Chart-Variante sich als relevanter herausstellt. In beiden Fällen ist aber zu erwarten, dass sich der DAX eine Weile zwischen ca. 11.900 und 13.600 Punkten auf und ab und damit auf hohem Niveau tendenziell seitwärts bewegen wird.

Endet die Korrektur erneut an der 12.000er Marke?

Kurzfristiger betrachtet (siehe folgender Chart) hat der DAX seine jüngste Korrektur vorerst auf dem Niveau beendet, auf dem auch im vergangenen Jahr eine größere Korrektur auslief und eine neue Aufwärtsbewegung begann (grüne Bögen).

DAX - Target-Trend-Analyse

Einen wichtigen Unterschied gibt es aber zwischen beiden Korrekturen: das zeitliche Ausmaß. Und weil die aktuelle Korrektur sehr schnell ablief, erwarte ich nicht, dass der DAX nun bereits im Rahmen der Elliott-Welle 5 wieder in hohem Tempo nach oben laufen wird. Stattdessen gehe ich davon aus, dass die Korrektur noch eine Weile andauert und es dabei im Rahmen der Welle 4 sogar zu einem neuen, tieferen Tief kommen kann.

Das Ausmaß der aktuellen Gegenbewegung

Aber das bleibt zunächst abzuwarten. Denn eigentlich hat sich gegenüber der vorangegangenen DAX-Analyse vom Dienstag vergangener Woche nicht viel verändert. Der DAX hat das Beta-Target (gelber Kreis) in den Handel eingebunden und dort die aktuelle, kurzfristige Trendwende (rechter grüner Bogen) vollzogen. Nun hängt es vom Ausmaß der Gegenbewegung ab, wie sich der DAX weiter entwickelt. Denn dies wird einen entscheidenden Hinweis auf die Stärke der Bullen und Bären liefern.

Können die Bullen den Tiefschlag schnell verdauen und die Kurse bis in die Broadening-Formation (gelbe Linien) zurücktreiben, wäre dies schon recht bullish zu werten. Zumal der DAX dann auch die Rechteckgrenze bei 12.590 Punkten zurückerobert hätte. Dann könnten wir das Tief der Korrektur bei rund 12.000 Punkten bereits gesehen haben. Prallen die Kurse dagegen spätestens an der Trompete bzw. der 12.590er Rechteckgrenze nach unten ab, muss man wohl mit einem erneuten Ansteuern der 12.000er Marke rechnen.

ABC-Korrektur

Neue Tiefs wären dabei wahrscheinlich. Der erste Kurssturz wäre dann die untergeordnete Welle A der (schwarzen) Welle 4. Die Kurserholung könnte man dann als Welle B zählen. Und ein neues Korrekturtief würde dann im Rahmen der Welle C markiert. Erst damit wäre die Welle 4 abgeschlossen und es könnte im Rahmen der (schwarzen bzw. blauen) Welle 5 auf ein neues Allzeithoch gehen.


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Ihr
Sven Weisenhaus
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Welche Hinweise uns große Verfallstagspositionen geben können

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

am vergangenen Montag analysierte ich an dieser Stelle die Positionierungen für den morgigen Verfallstag. Dazu erreichte uns nun die – zugegeben – sehr spezielle Frage eines Lesers. Da wir aber wissen, dass auch sehr viele andere Leser unserer Verfallstaggrafik große Aufmerksamkeit widmen, veröffentliche ich hier für alle Interessierten die Leserfrage und meine Antwort in der Hoffnung, ihnen die Verfallstagsanalyse noch ein Stück weit mehr zu erschließen.

Eine sehr spezielle Frage

Frage:
Mir ist aufgefallen, dass fast alle Put-Positionen (im DAX) bei 13.000, 12.600 und 12.000 Punkten am 10.01.2018 eröffnet wurden. Mit anderen Worten, die Käufer der Optionen müssen eine große Marktmacht haben. Mich würde interessieren, wer diese Positionen aufgemacht hat. Beide Seiten, Verkäufer und Käufer, müssen sehr große Adressen gewesen sein. Womöglich sind diese Positionen auch nicht auf „normalem“ Weg entstanden.

Antwort:
Ihre Fragen sind natürlich für Außenstehende - dazu zählen auch wir uns - nur sehr schwer zu beantworten. Man kann aber einige Indizien auflisten und dabei frühere Erfahrungen sowie die eigene Optionspraxis einfließen lassen.

Die Crux mancher Börsenphänomene

Wir wurden auf dieses Phänomen großer Open Interest (OI)-Eröffnungspositionen bereits im Frühjahr 2015 aufmerksam gemacht. Seitdem haben wir es in unregelmäßigen Abständen immer wieder mal untersucht. Es ist dabei so ähnlich wie mit der Volatilität (VIX, V-DAX new usw.) oder dem Sentiment: Im Prinzip erscheinen die Zusammenhänge "logisch" (also: hohe Vola = Panik/niedrige Vola = Sorglosigkeit; viele Bullen = Euphorie/viele Bären = Angst) und mitunter gibt es dafür sogar recht klare Signalbeispiele. Genauso oft (oder auch öfter) findet man aber Fälle, in denen es nicht passt. Oder in denen die erwartete Kursentwicklung (viel) zu spät kommt. Und so weiter. Und letztlich weiß auch niemand, welches Niveau der Vola/des Sentiments über welchen Zeitraum im konkreten Fall nun tatsächlich hoch/niedrig, viel/wenig, also bullish/bearish ist.

Diese Vorrede zur Einordnung des Folgenden, wobei ich mit dem Fazit beginne: Ihre drei Fälle (genau genommen wird es nur einer sein) sind als Einzelfall nur wenig aussagekräftig.

Zunächst zur Größenordnung: Die Kontraktwerte der eröffneten Positionen betragen ca. 1,5 Mio. € (12.000er Put), 4,8 Mio. € (12.600) und 12,5 Mio. € (13.000). Obwohl diese Zahlen groß klingen, sind sie bei DAX-Optionen nicht ungewöhnlich. Wir haben daher bei unseren früheren Untersuchungen mal (willkürlich) eine Grenze von 10 Mio. € gezogen, ab der wir überhaupt von "großen" OI-Eröffnungspositionen sprechen. Sonst wäre ein Chart mit diesen OI nicht mehr als ein wildes Hin und Her, das aus unserer Sicht wenig Aufschluss bringt (zumal diese OIs auch kumuliert auftreten).

Bedeutsam oder unbedeutend?

Nachfolgend zur Ansicht mal ein Chart von 2015, der Ihnen ein Gefühl vermitteln soll, wie häufig solche Trades auftreten und wie groß die dadurch erzeugten (kumulierten) OIs werden können. Von den drei Fällen, die Sie genannt haben, hätte also nur einer - der 13.000er Put - überhaupt in unserer Auswertung Berücksichtigung gefunden. (Allerdings können sich die Gewichte auch schon wieder verschoben haben; ich habe diese Auswertung länger nicht mehr gemacht.)

DAX, Big Option Trades 2013-2015

(Quelle: MarketMaker, Eurex, eigene Berechnungen)

Aufgrund der zeitlichen Übereinstimmung der aktuellen Fälle vermute ich, dass es sich um ein und denselben Groß-Investor handelt, der diese drei Positionen eingegangen ist. Dafür spricht auch, dass die einzelnen Positionen mit rund 25.000 Stk. etwa gleich groß waren. (Daher meine obige Bemerkung, dass es sich nur um einen "Fall" handelt, nicht um drei.)

Das macht auch aufgrund der Staffelung Sinn: Hier wollte sich jemand gegen einen Kursrutsch in natürlich unbekannter Größenordnung absichern und ein gegebenes Depot "wetterfest" machen. Wegen des Zeitwertverfalls und der Optionsprämien, die (bei Puts) mit zunehmenden Basispreis größer werden, wählte er drei verschiedene Basispreise, um sein Schutz-Kosten-Verhältnis zu optimieren.

Wer da wie gehandelt haben könnte

Die OIs sind dabei zweifellos auf ganz „normalem“ Weg entstanden - nämlich durch Handel an der Eurex. Sonst würden wir sie ja gar nicht sehen! Es ist aber wahrscheinlich, dass es zuvor eine Absprache zwischen Käufer und Verkäufer gab, denn es stellt wohl niemand solche Volumina einfach ins Orderbuch.

Als Kontrahenten kommen ein Fonds o.Ä. (als Optionskäufer) und z.B. eine Bank bzw. deren Handelsabteilung (als Verkäufer) infrage; auch ein Hedgefonds als Verkäufer ist denkbar. Nur solche Parteien können das Risiko, das derartige Positionen mit sich bringen, in dieser Größenordnung angemessen managen (insbesondere der Stillhalter).

Was solche Transaktionen für den Markt bedeuten

Wie ist diese Transaktion nun in Bezug auf den Markt zu werten? Es scheint in diesem Fall tatsächlich die klassische Absicherung gegen einen erwarteten Kursverfall zu sein. Bei unseren Untersuchungen von 2015 hatten wir einen anderen Eindruck. Sie sehen anhand der farbig markierten Zeiträume im Chart oben, dass damals an Hochs tendenziell Calls dominierten, an Tiefs eher die Puts (aber es ist eben nicht so richtig eindeutig).

Unsere Erklärung dafür war, dass sich die Anleger damals wohl gegen eine Fortsetzung der momentanen Bewegung (also eines Anstiegs oder eines Rückgangs) „absicherten“, während sie tatsächlich schon auf die Gegenseite geschwenkt waren. Es hätte sonst keinen Sinn gemacht, mit überwiegend Long-Positionen zusätzliche Calls zu kaufen bzw. mit Short-Positionen Puts. Demnach agierten die Anleger damals eher antizyklisch. Allerdings war auch das nur eine Momentaufnahme – bei späteren Analysen fanden wir eine solche (oder gegenteilige) halbwegs eindeutige Positionierung nicht mehr vor (weshalb wir dieses Thema dann auch nicht mehr weiter verfolgt haben).

Der aktuelle Fall ist hingegen zyklisch zu interpretieren: Da ist jemand long, sichert sich aber gegen einen möglichen (kurzfristigen) Rückschlag ab. Er ist also zwar kurzfristig skeptisch, aber grundsätzlich weiterhin bullish. Wäre er hingegen grundsätzlich bearish, weil er einen generellen Trendwechsel erwartet, sollte er seine Long-Positionen komplett verkaufen. Dann aber bräuchte er keine Puts als Absicherung, weil er nichts mehr hätte, was abzusichern ist. So aber möchte er wohl sein Long-Depot schützen, die Puts im Idealfall im Tief verkaufen und dann in der weiteren Rally, die er offenbar erwartet, erst einmal investiert bleiben.

Warum Sie mit manchen Schlussfolgerungen vorsichtig sein sollten

Aber auch diese Interpretation beruht nur auf einer Momentaufnahme und (vermutlich) einem Einzelfall. Für den Markt insgesamt lässt sich keine Aussage treffen. Möglich (aber wenig wahrscheinlich) ist z.B. auch, dass die mit den genannten Puts abgesicherte Long-Position nur 10 % der ursprünglichen entspricht. Dann wäre der Investor natürlich trotzdem bearish. (Aber höchstwahrscheinlich würde er wegen 10 % nicht einen solchen Aufwand treiben.)

Damit zurück zu meiner Vorrede: Sie sehen also, dass man zwar viel analysieren, aber häufig nur wenig konkret ableiten kann. Aufgrund der relativen Häufigkeit solcher „Big Option Trades“ (wie ich sie nenne) würde ich den aktuellen Fall nicht überbewerten. Entscheidend ist die Reaktion der Gesamtheit der Anleger. Diese schlagen sich in den Charts nieder. Und da muss man abwarten, wie insbesondere die weitere Gegenbewegung (Erholung) verläuft. Hierzu halten wir Sie aber in unseren Börsendiensten und auch in der Börse-Intern auf dem Laufenden.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


Börse - Intern vom 14. Februar 2018:
Wie es nach dem Kurseinbruch am Aktienmarkt weitergeht

Experten und Medien sind sich inzwischen einig - der Kurssturz an den Aktienmärkten wurde durch zunehmende Sorgen über stark steigende Zinsen ausgelöst. Grund für die gestiegenen Zinsängste sei der US-Arbeitsmarktbericht vom 2. Februar gewesen. Insbesondere, weil demnach die Löhne im Januar so stark angestiegen sind wie seit Mitte 2009 nicht mehr. In der Nacht auf Montag vergangener Woche war zudem die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit Januar 2014 gestiegen.

Bestechende Logik

Mir war schon klar, dass man irgendeinen Grund für die Kursverluste finden musste (siehe auch Börse-Intern vom 6. Februar). Und die Logik, dass steigende Löhne zu höherer Inflation führen, und die US-Notenbank daher die Zinsen weiter anheben wird, ist nun einmal leicht nachvollziehbar und erscheint im Zusammenhang mit dem Kursrutsch durchaus plausibel - auch wegen der zeitlichen Abfolge der Ereignisse.

Darum war der Arbeitsmarktbericht nicht der Auslöser

Schaut man aber auf die Details, dann ergeben sich zumindest Risse in der Theorie der Experten und Medien. Denn der US-Arbeitsmarktbericht für Januar wurde am Freitag, den 2. Februar, um 14:30 Uhr veröffentlicht. Er meldete einen Beschäftigungsaufbau von 200.000 Stellen, eine Stagnation der Arbeitslosenquote bei  4,1 % sowie einen monatlichen Anstieg bei den durchschnittlichen Stundenlöhnen um 0,3 %. Diese Zahlen lagen lediglich leicht über den Erwartungen und waren insofern kein Grund für stark fallende Aktienkurse.

Die Jahresveränderungsrate der Stundenlöhne stieg zwar überraschend deutlich auf 2,9 % an (siehe auch folgende Grafik), dieser Anstieg ist aber auch auf Revisionen und wahrscheinlich witterungsbedingte Effekte zurückzuführen. So gab es im Januar nämlich einen deutlichen Rückgang der Wochenarbeitszeit, was bei fixen Monatsgehältern zu einem Anstieg der Löhne pro Stunde führt. Unabhängig davon wurde angesichts der Knappheit am US-Arbeitsmarkt schon längst mit einer steigenden Lohndynamik gerechnet. Und die Tendenz zeigt schon seit Ende 2012 nach oben (siehe Grafik).

Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne in den USA

Steigende Stundenlöhne sind also nichts Neues. Es ist absolut typisch, dass die hohe Auslastung am Arbeitsmarkt mit einer gewissen Zeitverzögerung zu einem anziehenden Lohndruck führt. Insofern dürfte der US-Arbeitsmarktbericht kaum der Grund für Überraschungen und schon gar nicht für eine panikartige Flucht aus dem Aktienmarkt gewesen sein.

Und schaut man sich den genauen Kursverlauf des Dow Jones an (siehe folgender Chart), dann erkennt man, dass die Abwärtstendenz bereits mit Beginn des 29. Januars eingeleitet wurde. Diese nahm mit Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts (roter Pfeil) lediglich noch etwas Fahrt auf. Aber erst am folgenden Montag kam nachmittags ab 16:45 Uhr echter Verkaufsdruck aus, der ab 20 Uhr in panikartige Verkäufe überging.

Dow Jones - Analyse des Kurseinbruchs

So leitete der Zinsanstieg die Trendwende am Aktienmarkt ein

Auch der Anstieg der Zinsen ist nichts Neues. Das Zinstief bei den 10-jährigen Staatsanleihen wurde bereits Anfang Juli 2016 markiert. Und schon seit Anfang September steigen die Renditen nach zwischenzeitlicher Konsolidierung wieder an – seit Anfang Januar 2018 sogar mit deutlich stärkerer Tendenz.

Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen

Allerdings gibt es eine Auffälligkeit: Am 29. Januar wurde das Zinsniveau von Dezember 2016 bzw. März 2017 nachhaltig überwunden (siehe folgender Chart), womit sich der Zinsanstieg fortsetzte und weiter beschleunigte.

Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen

Zeitgleich mit dem Ausbruch der Renditen von 10-jährigen US-Staatsanleihen auf ein neues Zwischenhoch wurde am 29. Januar das Hoch im Dow Jones (siehe Chart oben) markiert. Anschließend stiegen die Zinsen und fielen die Aktienkurse mit zunehmender Dynamik weiter. Insofern ist der Zusammenhang offensichtlich, dass steigende Zinsen zu einer Belastung für den Aktienmarkt wurden.

Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte

Auch ich hatte auf diese Gefahr hingewiesen - allerdings schon im vergangenen Jahr. Seitdem hat sich an der fundamentalen Entwicklung eigentlich nichts verändert. Daher war es wohl nur der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte - und womöglich schlagartig zu einer neuen Sichtweise bei den Börsianern führte.

Und diese löste eine ganz simple und logische Entwicklung aus: Nach den steilen Kursanstiegen in den Tagen und Wochen zuvor kam es zu Gewinnmitnahmen an den Aktienmärkten. Diese riefen immer mehr Verkäufer auf den Plan. Und am Ende verselbständigte sich die Abwärtsbewegung durch Stopps und Computerprogramme.

Aktienmärkte dürften sich ab jetzt nachhaltig belastet zeigen

Und mit den markanten Hochs, die dadurch nun etabliert wurden, könnten wir das vorläufige Ende der Aufwärtstrends an den (US-)Aktienmärkten gesehen haben. Zwar sind die konjunkturellen Aussichten weiterhin rosig - zumindest für die kommenden drei bis sechs Monate - doch wegen des anhaltenden Konjunkturaufschwungs werden auch die Lohn- und Zinsanstiege anhalten. Und diese werden die Aktienmärkte daher weiterhin belasten.

Große Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau

Aus meiner Sicht ist daher eine große Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau bei DAX, Dow Jones & Co. für die kommenden Wochen und Monate zu erwarten. Denn steigende Unternehmensgewinne lassen Aktien weiterhin attraktiv erscheinen. Doch auch die Anleihenmärkte werden angesichts des inzwischen bereits erreichten und wohl weiter steigenden Zinsniveaus zunehmend Investoren anziehen. Und diese werden ihre relativ spekulativen Positionen am Aktienmarkt zumindest teilweise auflösen, um das dadurch freiwerdende Kapital in die sichereren Anleihenmärkte zu investieren.

In welcher Handelsspanne sich die erwartete Seitwärtsbewegung abspielen wird, muss noch abgewartet werden. Die aktuellen Tiefs könnten bereits das untere Ende darstellen. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Bären nach einer (aktuell bereits laufenden) Kursberuhigung noch einen zweiten Angriff starten werden.


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Börse - Intern vom 7. Februar 2018:
Wie nachhaltig ist der Ölpreisanstieg?


Wichtiger Hinweis:
Da in Köln ab dem morgigen Donnerstag, den 08.02.2018, um 11.11 Uhr bis einschließlich Montag, den 12.02.2018, der mittlerweile 8. Kölner „Wirtschafts“-Tag der Stockstreet GmbH mit den bekannten „Lokal“-Redakteuren stattfindet, erscheint in dieser Zeit keine Börse-Intern – oder kurz: Kölle Alaaf! Die nächste Börse-Intern erhalten Sie am Aschermittwoch, den 14.02.2018.


Die Aktienmärkte tun gerade genau das, was sie normalerweise nach scharfen Kursrücksetzern tun: Sie pendeln sich unter abnehmender Volatilität auf einem neuen Niveau ein. Je stärker die vorangegangene Kursbewegung war, desto länger kann diese Beruhigungsphase andauern. Gestern war noch sehr viel Bewegung im Markt. Der Dow Jones bewegte sich innerhalb kürzester Zeit um einen dreistelligen Wert nach oben und genauso schnell wieder nach unten - und das gleich mehrmals. Heute sind die Kursbewegungen bereits etwas moderater. Im Anschluss an diese Beruhigungsphase kann man dann mit der nächsten Trendbewegung rechnen. Und erst diese wird uns verraten, wie stark die Bullen oder Bären noch sind.

Ich gehe daher heute auf einen Markt ein, an dem es deutlich „gesitteter“ zugeht:

Ölpreis scheitert nach Ausbruch am nächsten Widerstand

Seitdem der Ölpreis der US-Sorte WTI (siehe folgender Chart) aus seiner monatelangen Seitwärtsrange (gelbes Rechteck) ausbrechen konnte, stieg er wie entfesselt an (siehe auch „Ölpreise steigen wie entfesselt“). Die Bullen trieben ihn bis zum nächsten horizontalen Widerstand - dem Hoch vom 03.11.2015 bei 65,92 USD (mittlere rote Linie). Doch dieses Zwischenhoch konnte der Kurs nur kurzzeitig überwinden und fiel dann wieder deutlich darunter (gelber Kreis). Damit hat dieser Widerstand seinen Job nahezu perfekt erfüllt.

Rohöl der Sorte WTI - Chartanalyse

In der vorangegangenen Ölpreis-Analyse vom 12. Januar hatte ich bereits geschrieben, dass an dieser Hürde eine Gegenbewegung denkbar ist. Ein klar bearishes Signal wäre weiterhin erst ein Rückfall unter das 2016er Hoch bei 59,95 USD. Da die leichte Unterstützung bei 62,79 USD (grüne Linie) heute unterschritten wurde, könnte das Ausbruchsniveau nun von oben getestet werden. Verläuft der Test aus Sicht der Bullen erfolgreich, kann der Widerstand bei 65,92 USD im nächsten Anlauf auch noch gebrochen und der Aufwärtstrend fortgesetzt werden – zum Beispiel bis zur nächsten Hürde bei 69,02 USD (das Hoch vom 09.10.2015, obere rote Linie). Wird aber das 2016er Hoch unterschritten, bedeutet dies sehr wahrscheinlich das Ende der Aufwärtsbewegung.

Mein Tipp lautet unverändert: Der Aufwärtsbewegung kann man mit bestehenden Long-Trades begleiten und den Stopp nach einer Gegenbewegung und anschließend wieder steigenden Kursen auf das neue Zwischentief nachziehen. Neue Long-Trades würde ich aktuell dagegen nicht mehr eingehen - und zwar aufgrund der folgenden fundamentalen Lage:

Hintergründe zum Ölmarkt

Gründe für den bisherigen Preisanstieg waren die Schwäche des US-Dollars, von der Rohstoffe allgemein profitieren, und die sinkenden Öl-Lagerbestände. Letztere sind in den USA bis vor kurzem zehn Wochen in Folge zurückgegangen. Und diese Tendenz sinkender Lagerbestände hält, mit kleineren Unterbrechungen, schon länger an (siehe Grafik).

Rohöl - Entwicklung der US-Lagerbestände

Dies führt dazu, dass sich die Lagerbestände der USA wieder ihrem langjährigen Niveau annähern (siehe folgende Grafik).

Rohöl - Entwicklung der US-Lagerbestände

Der Plan der OPEC scheint also aufzugehen. Deren Förderkürzungen seien 2017 im Monatsdurchschnitt sogar zu 107 % umgesetzt worden, hieß es kürzlich von Seiten der OPEC. Die Internationale Energie-Agentur (IEA) nannte derweil mit 95 % zwar eine etwas geringere Erfüllungsrate, gab dazu aber an, dass die Kürzungen im vergangenen Jahr die tägliche Fördermenge der OPEC auf 39,2 Millionen Barrel drückten, von einem Höchststand von 39,6 Millionen Barrel pro Tag. Die steigende US-Produktion glich lediglich rund 60 % dieser Kürzungen aus, erklärten die IEA-Experten. Und so erklären sich die sinkenden Lagerbestände und damit die steigenden Preise.

Steigender Ölpreis sorgt für steigende US-Förderung

Letztere sorgen allerdings dafür, dass außerhalb der OPEC-Staaten und deren Verbündeten mehr Öl gefördert wird. Dazu ist insbesondere die US-Fracking-Industrie zu nennen. Denn mit höheren Preisen werden immer mehr Bohrvorhaben (wieder) profitabel. Das zeigt auch eindrucksvoll die seit Sommer 2016 wieder steigende Anzahl an Förderanlagen in den USA (siehe folgende Grafik).

Öl-Förderanlagen in den USA

Der Ölpreis der Sorte WTI fand im Februar 2016 sein Tief. Insofern zogen die Förderaktivitäten, wie die Grafik zeigt, mit leichter Zeitverzögerung wieder an - genau so, wie man es auch erwarten würde.

Zudem tut die aktuelle US-Regierung unter Donald Trump sehr viel dafür, dass die heimische Energiewirtschaft boomt und Arbeitsplätze geschaffen werden. Daher hat die OPEC ihre Prognose für die Steigerung des Rohölangebots außerhalb der Organisation im Jahr 2018 um 160.000 Barrel auf 1,15 Millionen Barrel angehoben.

USA könnten zum weltweit größten Ölproduzenten aufsteigen

Die IEA rechnet sogar laut ihrem jüngsten, am 19. Januar 2018 vorgestellten Monatsbericht damit, dass die wachsende US-Rohölproduktion in diesem Jahr die Fördermengen von Saudi-Arabien und Russland überflügeln wird. Damit würden die USA zum weltweit größten Ölproduzenten aufsteigen. Die US-Rohölproduktion werde 2018 voraussichtlich auf mehr als 10 Millionen Barrel pro Tag steigen, ein Allzeithoch, das seit 1970 nicht mehr erreicht wurde, erklärte die IEA.

Insofern erscheint ein Ende des Ölpreisanstiegs absehbar. Daher macht es - wie schon gesagt - aus meiner Sicht am meisten Sinn, die steigenden Ölpreise zwar mit bestehenden Long-Positionen zu begleiten (deren Stopps man eng nachzieht), aber auf neue Long-Trades zu verzichten.


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Börse - Intern vom 6. Februar 2018:
Noch kein Grund zur Panik!

Im Späthandel kam gestern Panik an den Aktienmärkten auf. Der DAX rauschte in immer schnellerem Tempo abwärts. Der Dow Jones verlor in der Spitze fast 1.600 Punkte bzw. mehr als 6 %. Das war der größte prozentuale Tagesverlust seit August 2011 bzw. der größte Verlust in Punkten seiner 133-jährigen Geschichte (bisher 777 Punkte). Zwar konnten diese Verluste im Handelsverlauf zeitweise halbiert werde, doch danach ging es erneut abwärts. Der DAX konnte sich derweil im gesamten Handelsverlauf kaum erholen und blieb schwach.

DAX startete mit einer mächtigen Abwärtslücke

Dementsprechend lag der heutige Startkurs bei nur 12.232,86 Punkten und damit 454,63 Zähler bzw. 3,58 % unter dem gestrigen Schlusskurs des Xetra-Handels (12.687,49). Auf diesem Niveau liegt die Mittellinie bei 12.235 Punkten, die in perfekter Target-Trend-Manier Ausgangspunkt für eine Kurserholung sein konnte (siehe grüner Pfeil im Chart). Auf dem Niveau befindet sich auch etwas später ein Beta-Target, wo sich die Mittellinie mit der (rot gestrichelten) Konsolidierungslinie und der (grün gestrichelten) Aufwärtslinie kreuzt.

DAX - Target-Trend-Analyse

Was für die Funktionalität der Target-Trend-Methode schön ist, ist dennoch schlecht für die Anleger. Denn mit der Abwärtslücke hat der DAX heute den größten Kurssturz seit eineinhalb Jahren erlitten. Zuvor gab es auch in Asien starke Kursabschläge. In Tokio sackte der Nikkei zum Beispiel um 4,7 % ab und verzeichnete damit den höchsten Tagesverlust seit 2016. Zwischenzeitlich hatte der Index sogar fast 7,1 % verloren.

Im gestrigen Xetra-Handel war die Welt der Bullen noch in Ordnung

Für viele Anleger, die mit Ende des gestrigen Xetra-Handels die Kursbeobachtung eingestellt hatten, dürfte es daher heute früh ein böses Erwachen gegeben haben. Zwar war der DAX gestern bereits aus seinem seit Mitte 2016 gültigen Aufwärtstrendkanals herausgefallen und hatte damit ein wichtiges bearishes Signal geliefert, doch die Broadening-Formation (gelbe Linien) machte bis zum Ende des Xetra-Handels Hoffnung.

Denn tatsächlich hielten sich die Kurse im Xetra-Handel exakt an das am vergangenen Freitag hier an dieser Stelle beschriebe Szenario: Der DAX verteidigte die Formation, indem er kurzzeitig die Rechteckgrenze bei 12.590 Punkten anlief, danach aber sofort wieder über die untere gelbe Linie zurückkehrte. Mit dem Xetra-Schlusskurs endete der Handel oberhalb dieser Linie (siehe gelbe Ellipse).

Elliott-Wellen entfalteten im Späthandel ihre Wirkung

Doch weil die US-Indizes ab ca. 20 Uhr eine Talfahrt begannen und in ein tiefes Loch fielen, brach der DAX die Rechteckgrenze bei 12.590 Punkten und ging damit ebenfalls eine stärkere Korrektur. Die Elliott-Wellen (siehe folgender Chart) haben somit ihre volle Wirkung entfaltet und eindrucksvoll über die vermeintlich nicht enden wollende Kraft der Bullen in den US-Indizes gesiegt.

Wenn Ihnen der Grundtenor in meinen vorangegangenen Analysen nicht entgangen ist, dann können Sie sich nun sicher vorstellen, dass mich die aktuellen Kursverluste nicht überraschen. Schließlich geht damit auch die Elliott-Wellen-Analyse zum DAX weiterhin voll auf. Die schwarze Welle 4 ist mächtig ins Rollen gekommen und verläuft nun wie erwartet (roter Pfeil).

DAX - Elliott-Wellen-Analyse

Im außerbörslichen CFD-Handel hat der DAX in der vergangenen Nacht sogar schon Kurse von weniger als 11.800 Punkten erreicht. Damit lief die schwarze Welle 4 bereits bis zum Tief der gelben Welle 4, was eine völlig ausreichende Korrektur wäre - auch aus Sicht der Fibonacci-Marken (blaue Linien). Demnach liegt das Minimalkorrekturkursziel bei 11.878,58 Punkten bzw. 38,20 % der 5-gliedrigen Aufwärtsbewegung seit dem Tief vom 3. Juli 2016 (gelbe Ziffern). Aber dieses Niveau kann natürlich auch im Xetra-Handel noch einmal erreicht werden.

Wie geht es nun weiter?

Ob es dazu kommt, ist natürlich, wie immer, völlig offen. Und Prognosen über den weiteren Kursverlauf sind erst nach einer Kursberuhigung wieder seriös möglich. Aktuell ist noch absolut unklar, ob wir nur eine kurze Panik gesehen haben, die sich schnell wieder legt, oder ob das bereits der Beginn einer länger anhaltenden Korrektur gewesen ist.

In jedem Fall haben wir in den US-Indizes, nachdem sie nach oben völlig übertrieben hatten, nun nach unten eine übertriebene Reaktion gesehen. Übertrieben war dabei allerdings lediglich die Geschwindigkeit der Kursverluste, keineswegs das Ausmaß. Denn der S&P 500 hat lediglich das untere Ende seines seit Anfang 2016 gültigen Aufwärtstrendkanals angesteuert, das aktuell bei ca. 2.550 Punkten verläuft und noch nicht vollständig erreicht wurde.

S&P 500 - mittelfristige Chartanalyse

Wollen die Anleger im S&P 500 diesen Aufwärtstrend „normal“ korrigieren, kann der US-Index auch noch bis auf 2.466,89 bzw. 2.341,48 Punkte fallen. Das würde vom Hoch aus gesehen einer Korrektur um ca. 15 % bzw. 18,5 % entsprechen. Keine große Sache eigentlich. Aber für viele Anleger, die einen solchen Rücksetzer noch nicht erlebt haben, ist dies eben ungewohnt, wenn nicht sogar bislang unvorstellbar gewesen. An der Börse ist ein Ausmaß von 15 bis 18,5 % aber langfristig betrachtet  eine völlig normale und keineswegs besorgniserregende Korrektur.

Was ist der Grund dafür?

Übrigens: In den Medien geht nun natürlich wieder die muntere Suche nach einem Auslöser für den Kursrutsch los. Vertrauen Sie mir, man wird ihn nicht finden. Aus meiner Sicht ist gestern einfach nur eine normale Gegenbewegung in Gang gekommen, die sich auch durch das Auslösen von Stopps immer weiter beschleunigt hat. Besonders der automatisierte Computerhandel ("Algo-Trader") kann hier als Brandbeschleuniger ausgemacht werden.

Wir haben vor dieser Korrektur gewarnt, auch wenn die Geschwindigkeit der Bewegung natürlich etwas überraschend ist. Aber an die Möglichkeit solcher „Flash-Crashs“ müssen wir uns wohl gewöhnen. Insbesondere auch im „Target-Trend-Spezial“ haben wir die Leser in den vergangenen Wochen konsequent und wiederholt gewarnt, dass der Kursverlauf in den US-Indizes  immer steiler nach oben gezeigt und damit die Form einer Fahnenstange angenommen hat. Und dadurch drohte dem Kurs ein ähnlich schneller Absturz, wie er zuvor gestiegen ist. Genau diese Entwicklung haben wir nun gesehen.

Noch gibt es keinen Grund zur Panik. Wir müssen abwarten, wie das Spiel der Bullen und Bären weiter geht. Vor allem wird es interessant, ob und wie schnell die Bullen diesen Tiefschlag verdauen. Dazu mehr in den kommenden Tagen.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


PS: Im „Target-Trend-CFD“ waren wir aufgrund der bisherigen Übertreibung nach oben mit Short-Positionen in den Markt eingestiegen, als erste Anzeichen für eine Stärke der Bullen aufkamen. Diese haben uns gestern natürlich ein deutliches Plus beschert.


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Börse - Intern vom 5. Februar 2018:
Die Korrektur und der Verfallstag

Inhaltsverzeichnis

Die Korrektur und der Verfallstag

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

die jüngsten Rückschläge an den Märkten haben insbesondere in den europäischen Indizes kräftige Schleifspuren hinterlassen. Um das weitere Potenzial des DAX – in beide Richtungen! – einzuschätzen, werfen wir heute einen Blick auf die Verfallstagspositionierung und die Elliott-Wellen.

Die DAX-Verfallstagspositionierung für Februar

Der Februar-Verfallstag am Freitag nächster Woche (16.02.) ist zwar nur ein „kleiner“ Verfallstag, aber trotzdem sehen wir schon deutliche Auswirkungen der Positionierung der Stillhalter. Auch das folgende Verfallstagsdiagramm zeigt also, warum es in der Vorwoche im DAX so kräftige Rückschläge gab: Wichtige Bastionen der Stillhalter wurden einfach überrannt.

Verfallstagsdiagramm DAX Februar 2018

(Quelle: Eurex)

Es begann mit den relativ kleinen Put-Positionen (rote Balken) bei 13.200 und 13.100 Punkten. Diese liefen bereits am Donnerstag ins Geld, als der DAX an der 13.000-Punkte-Marke schloss. Dort liegt eine der beiden größten Put-Positionen, die beim Rückfall vom Freitag ebenfalls ins Geld lief. Heute Morgen steuerte der DAX dann sofort die andere große Put-Position bei 12.600 Punkten an (siehe Pfeil). Erst dort konnten Stillhalter und Bullen den DAX erstmals seit dem Allzeithoch von Ende Januar wieder etwas stärker nach oben treiben.

Warum die 12.600er Marke im DAX jetzt kritisch ist

Allerdings gelang auch das nur kurzzeitig und bisher blieb diese Gegenreaktion insgesamt relativ schwach. Und so besteht nach wie vor die Gefahr, dass der DAX auch noch unter die 12.600er Marke taucht.

Wenn Sie unsere Verfallstagsanalysen schon länger verfolgen, dann wissen Sie, was es bedeutet, wenn die große 12.600er Put-Position ins Minus läuft: Die Stillhalter sind zu Absicherungsmaßnahmen gezwungen, um die entstehenden Verluste aufzufangen. Sie gehen also selbst neue Short-Positionen ein und verstärken damit die Abwärtsbewegung.

Das alternative Szenario ist, dass es den Stillhaltern gelingt, den DAX bis zum Verfallstag an oder über der 12.600er Marke zu halten. So unwahrscheinlich ist das gar nicht. Immerhin verlief der bisherige Rückfall sehr dynamisch, wodurch der DAX kurzfristig schon wieder spürbar überverkauft ist. Insbesondere, wenn auch die US-Indizes nach ihrem stärksten Rückfall seit Juni 2016 (!) – dem Rücksetzer nach dem Brexit-Votum in Großbritannien – zu einer Erholung ansetzen, könnte der DAX die 12.600er Marke bis zum Verfallstag verteidigen.

Ein Szenario für den DAX bis zum Verfallstag

Schauen wir uns dazu die aktuell charttechnische Lage im DAX an:

DAX Tageschart seit Ende 2015

Der DAX stoppte heute seinen Rückfall, wie gesagt, zunächst kurz vor der 12.600-Punkte-Marke (rote Linie). In diesem Bereich verlaufen derzeit auch die Unterkante eines Konsolidierungskanals seit November bzw. der „Unsicherheits-Trompete“ (blau schattiert) sowie die Unterkante eines möglichen neuen, flacheren Aufwärtstrends (schwarze Linien).

Diese beiden Linien schneiden sich exakt am Verfallstag (siehe senkrechte Linie) bei 12.617 Punkten (siehe roter Kreis). Außerdem verlaufen knapp ober- bzw. unterhalb der 12.600er Marke zwei untergeordnete Unterstützungen (siehe grüne Linien) sowie das 23,6%-Niveau der Fibonacci-Linien der maßgeblichen Elliott-Welle, die der DAX kürzlich abschloss.

So sieht der DAX aus übergeordneter Perspektive aus

Es gibt also eine Reihe von Unterstützungen im Bereich von 12.600-Punkten. Das kleine rote Target am Verfallstag kann also den Kurs durchaus einfach seitwärts ziehen. Das gibt den Stillhaltern eine realistische Chance, die 12.600er Put-Position bis zum Verfallstag Mitte Februar zu verteidigen.

Diese Chance besteht auch aus übergeordnetem charttechnischen Blickwinkel – und zwar nach dem Elliott-Wellen-Szenario. Dieses hatte Ihnen Sven Weisenhaus zuletzt in der Börse-Intern vom 10.01.2018 vorgestellt. Ich zeige daher den obigen Chart nochmals mit der entsprechenden Wellenzählung und auf Wochenbasis:

DAX Wochenchart seit Ende 2015 mit Elliott-Wellen-Zählung 

Was nach den Elliott-Wellen jetzt für den DAX zu erwarten ist

Im November ist danach die schwarze Welle 3 beendet worden. Die nun also laufende Korrekturwelle 4 sollte zwischen 38,2 und 61,8 % des vorangegangenen Aufwärtstrends (grün) korrigieren – siehe dazu die violetten Fibonacci-Niveaus links. Außerdem ist die Welle 4 typischerweise dreiteilig (A-B-C; siehe rote Bezeichnungen).

Die erste dieser drei Teilwellen (A) sollte nach dem Rückschlag der Vorwoche kurz vor ihrem Ende stehen. Sie könnte ihr Tief zwar noch knapp unterhalb des heutigen Tiefs bei 12.622.44 Punkten bilden, aber die untere schwarze Trendlinie bei aktuell 12.575 Punkten bzw. das 23,6%-Niveau der schwarzen Welle 3 bei 12.562,55 Punkten sollten dabei nicht allzu weit unterschritten werden.

Dieses Tief ist noch in dieser Woche zu erwarten. Und weil danach die Aufwärtswelle B startet, stehen also die Chancen recht gut, dass sich der DAX zum Verfallstag über die 12.600er Marke rettet. Denn die Welle B könnte den DAX zunächst zurück bis an die 13.000-Punkte-Marke führen. Dort liegt nicht nur das 38,2%-Niveau der jüngsten Korrektur, sondern diese Marke dürfte mittlerweile auch aus psychologischer Sicht wieder eine hohe Hürde sein: Letztlich hat der DAX diese runde Marke trotz mehrerer Allzeithochs oberhalb dieses Niveaus noch nicht nachhaltig überwinden können.

Wo liegt das Ziel der Korrektur im DAX?

Daher ist es recht wahrscheinlich, dass der DAX mit der abschließenden Welle C deutlich unter das Tief der Welle A und damit unter das heutige Tief zurückfällt. Ob es dann bei einem Rückfall bis an das 38,2%-Niveau bei knapp 12.000 Punkten bleibt – wie im Chart oben angedeutet – muss vorerst offenbleiben. Das hängt sowohl von der Stärke der Gegenreaktion (Welle B) als auch der anschließenden Abwärtsdynamik der Welle C ab. Und natürlich auch von den US-Indizes, in denen die Bullen nun bald zurückschlagen sollten.

Das „Normal-Niveau“ einer typischen Korrektur ist natürlich die 50%-Marke. Daher sollten Sie zumindest die Möglichkeit eines Rückgangs bis rund 11.400 Punkten in Betracht ziehen. Allerdings liegt unterhalb der 12.000er Marke eine stärkere charttechnische Unterstützungszone (gelb), die auch übergeordnet bedeutsam ist. Somit spricht momentan viel dafür, dass die Welle 4 in diesem Kursbereich endet.

Short oder nicht short

Und damit kommen wir zu der Antwort auf die Frage, die in diesen Tagen viele Leser an uns gestellt haben: Ab welchem Kursniveau sollte man an Short-Positionen denken? Vielleicht können Sie aus dem bisher Gesagten schon selbst die Antwort geben: Trader können natürlich versuchen, die Abwärtswelle C zu handeln, wenn sich wie erwartet im Bereich von 13.000 Punkten entsprechend bearishe Umkehrsignale ergeben.

Langfristinvestoren sollten hingegen die Welle 4 einfach aussitzen. Wer noch unterinvestiert ist, kann an deren Tief seine Positionen noch aufstocken, um die abschließende Welle 5 (siehe blau gestrichelter Pfeil) auszureizen. Gewinnmitnahmen kommen erst dann infrage, wenn nach einem Ausbruch auf neue Allzeithochs mögliche Umkehrformationen entstehen. Das sollte aber noch einige Monate dauern.

Ein frühzeitiges Gefahrensignal wäre hingegen, wenn die erwartete Welle 5 keinen klaren Ausbruch nach oben bringt, sondern der DAX an den bisherigen Allzeithochs wieder Schwäche zeigt. Aber dazu mehr, wenn es soweit ist – hier in Ihrer Börse-Intern.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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Trader-Sentiment für 06. KW 2018 (05.02. - 09.02.)

Die vergangene Handelswoche im DAX (siehe helles Rechteck im folgenden Chart) kann ohne weiteres als lupenrein bearish bezeichnet werden. Im Maximum lagen die Kursgewinne gegenüber dem Schlusskurs der Vorwoche (blaue Linie) gerade einmal bei rund 30 Punkten bzw. 0,2 %. Und nachdem diese zu Wochenbeginn erzielt wurden, ging es kontinuierlich abwärts. Am Ende musste beim Schlusskurs von 12.785,16 Punkten, der am Wochentief (rote Linie) markiert wurde, ein Verlust in Höhe von satten 555,01 Zählern bzw. 4,16 % hingenommen werden.

Damit hat der anhaltende Optimismus unter den Anlegern - die Bullen waren zuvor mit einem Anteil von 52,11 % zum vierten Mal in Folge in der Überzahl - zu klar fallenden Kursen geführt. Und somit kann das Sentiment als Kontraindikator wieder einen Punkt für sich verbuchen.

Die herben Kursverluste der vergangenen Woche haben nun aber auch deutliche Spuren im Stimmungsbild hinterlassen. Denn in der aktuellen Umfrage sind die Bären mit einem Anteil von 55,27 % in der deutlichen Überzahl.

Als dies vor fünf Wochen in ähnlicher Form der Fall war (56,62 % Bären), konnte der DAX, ganz im Sinne des Sentiments als Kontraindikator, anschließend um 3,21 % zulegen. Und so ist in der neuen Handelswoche zumindest eine ordentliche Gegenbewegung drin.


Ihr
Sven Weisenhaus
- Stockstreet-Team -
www.trader-sentiment.de


Börse - Intern vom 2. Februar 2018:
Im DAX steht ein langfristiger Aufwärtstrend auf der Kippe

Der Kampf zwischen Bullen und Bären, über den ich vor genau einer Woche hier berichtete, ist entschieden. Die Bären gingen als klare Sieger hervor. Und damit hat der Fehlausbruch auf ein neues Allzeithoch (siehe große rote Ellipse im folgenden Chart) bittere Konsequenzen für den DAX.

Fehlsignal hat bittere Konsequenzen

Zunächst konnte sich der Index - nach einem ersten Rutsch - an der oberen Linie der ehemaligen Seitwärtsrange (gelbes Rechteck) noch kurzzeitig stabilisieren. Doch inzwischen sind die Kurse nicht nur in die Range zurückgefallen, sondern die gesamte Spanne wurde auch in Windeseile vollständig durchlaufen. Das sind kurzfristig schon stärkere bearishe Signale.

DAX - Target-Trend-Analyse

Dabei ging der Kursrutsch gestern exakt von der Rechteckgrenze bei 13.300 Punkten aus (roter Pfeil). Die Tageskerze erreichte im Tief die Mittellinie bei 12.945 Zählern. Und heute ging es von dieser Marke aus weiter nach unten. Damit orientierte sich der DAX auch bei den sehr dynamischen Bewegungen exakt an den Linien der Target-Trend-Methode. Setzt sich diese Tendenz fort, dann wird auch bald die Rechteckgrenze bei 12.590 Punkten erreicht werden.

Der Aufwärtstrend steht auf der Kippe

Noch besteht aber Hoffnung, dass es anders kommt. Denn der DAX erreichte heute die Unterkante des seit Mitte 2016 gültigen Aufwärtstrendkanals (grüner Pfeil, siehe auch folgender Chart). Zwar wurde die Linie im Rahmen der Kursdynamik heute bereits leicht unterschritten, doch anschließend zeitweise wieder zurückerobert. Aktuell kämpfen Bullen und Bären um diese Linie. Nachhaltig gebrochen ist sie noch nicht. Zumal der DAX noch Unterstützung von der 200-Tage-Linie (blau) erhält. Und das ist zunächst noch positiv zu werten.

DAX - Aufwärtstrendkanal steht auf der Kippe

Und selbst wenn der DAX im weiteren Verlauf den Aufwärtstrendkanal klar bricht, wären noch nicht Hopfen und Malz verloren. Denn dann liegen die Hoffnungen auf der Broadening-Formation (gelbe Linien). Diese könnte der DAX auch dadurch verteidigen, indem er kurzzeitig die Rechteckgrenze bei 12.590 Punkten anläuft, danach aber sofort wieder über die untere gelbe Linie zurückkehrt. Dann könnte man noch von einem Fehlausbruch ausgehen. Einen solchen haben wir zuvor auch auf der Oberseite der Trompete gesehen. Und häufig folgt danach ein weiterer auf der Gegenseite.

Unterhalb von 12.590 Punkten droht eine stärkere Korrektur

Setzten sich aber die dynamischen Kursverluste auch an der Rechteckgrenze bei 12.590 Punkten fort, wird das Chartbild bearish. Eine größere Korrektur sollte dann angelaufen sein. Das Szenario einer breiten Seitwärtsrange (siehe Börse-Intern vom 26.01.2017) scheint dann Form anzunehmen. Und im Hinblick auf die charttechnische Situation in den US-Indizes („US-Indizes: Bären zeigen erstmals seit langem Stärke“), meine Elliott-Wellen-Analyse (siehe „Der Fahrplan für 2018“) und das saisonale Muster (siehe „2018 wird ein schwieriges Jahr für Aktien“) sollte es im DAX im Rahmen der längst erwarteten Korrektur noch tiefer gehen.


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Ihr
Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 1. Februar 2018:
Steigende Zinsen werden zum Problem für den US-Aktienmarkt

Inhaltsverzeichnis

Steigende Zinsen werden zum Problem für den US-Aktienmarkt

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat gestern beschlossen, den Leitzins ("Fed Funds Rate") unverändert bei 1,25 % - 1,50 % zu belassen. Die Entscheidung fiel im Federal Open Market Committee (FOMC) einstimmig und wurde zuvor vom Markt mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 95 % erwartet. Denn die Fed hatte den Zins zuletzt erst im Dezember um 0,25 % erhöht. An den Märkten kam mit dem Zinsentscheid daher auch nur kurzzeitig Volatilität auf. Neue Trends haben sich nicht etabliert. Der Zinsentscheid wurde demzufolge schnell zum Non-Event.

Nächste Zinsanhebung deutet sich an

Eine nächste Zinserhöhung deutet sich jedoch schon an. Sie wird allerdings nicht mehr unter Janet Yellens erfolgen, sondern unter ihrem Nachfolger Jerome Powell. Das aktuelle FOMC-Meeting war nämlich das letzte für die scheidende Fed-Chefin. Die nächste Fed-Sitzung findet am 21.03.2018 statt. Und hier erwarten die Marktteilnehmer den nächsten Zinsschritt - aktuell mit einer Wahrscheinlichkeit von 81,8 %.

Leitzinserwartung - Fed Funds Futures

Zudem war im Statement zum gestrigen Zinsentscheid zu lesen, dass die Notenbanker davon ausgehen, dass die Inflation sich in diesem Jahr nach oben bewegt und sich mittelfristig bei dem Ziel von 2 % stabilisiert. Das wird als Signal dafür gesehen, dass die Fed bei der nächsten Sitzung im März die Zinsen erhöhen wird. Die Formulierung, wonach die Inflation auf kurze Sicht unter 2,0 Prozent bleiben werde, wurde dagegen gestrichen.

Die Märkte preisen daher nun ein, dass es im laufenden Jahr tatsächlich drei Zinserhöhungen der Fed geben wird. Bislang lagen die Markterwartungen nur bei zwei, obwohl die FOMC-Mitglieder schon längst eine weitere Zinsanhebung angedeutet haben.

US-Markt: Anleiherendite vs. Dividendenrendite

Diese angepasste Zinserwartung wirkt sich auch am Anleihemarkt aus. Die Zinsen für 10-jährige Staatsanleihen der USA sind bereits wieder bis auf über 2,70 % gestiegen (siehe folgende Grafik). Und damit liegen sie wieder oberhalb der durchschnittlichen Dividendenrendite von US-Aktien aus dem S&P 500 (aktuell nur noch 2,0 %).

Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen

Neben der Bewertungsrelation zu Euro-Aktien haben US-Aktien damit inzwischen noch ein anderes Problem. Bislang fehlte Aktien angesichts niedriger Anleiherenditen, die nach Inflation sogar negativ waren und auch heute noch in einigen Bereichen negativ sind, die Anlagealternative. Für Anleger, die ausschließlich auf die relativ sichere Rendite durch Dividenden setzen, sind die inzwischen erreichten Anleiherenditen in den USA nun aber eine echte Alternative zu US-Aktien.

Zumal Anleihen den Vorteil haben, dass deren Kursschwankungen deutlich geringer sind und am Ende der Laufzeit der Nominalbetrag ausgezahlt wird. Wenn man die Anleihen bis zu Fälligkeit hält, entfällt also das Kursrisiko, welches sich bei Aktien nicht vermeiden lässt.

Beim KGV-Vergleich liegen allerdings selbst die relativ hoch bewerteten US-Aktienmärkte noch vor den Anleihemärkten. Denn in diesem Fall muss man nicht die Dividendenrendite, sondern das Gewinnwachstum mit der Anleiherendite vergleichen. Und das ist zum Beispiel beim S&P 500 mit +13,1 % für 2018 noch deutlich höher als die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen. Dennoch: Es gibt immer weniger Argumente, die für US-Aktien sprechen.


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US-Indizes: Bären zeigen erstmals seit langem Stärke

Dazu passt auch die jüngste Kursentwicklung der US-Indizes. Vorgestern konnte man dort etwas beobachten, das man schon sehr lange nicht mehr gesehen hat: eine Abwärtslücke (siehe roter Pfeil im folgenden Chart des S&P 500). Zudem war es am Tag zuvor bereits zu fallenden Kursen gekommen. Kursverluste wurden damit nicht mehr, wie zuvor, schnell zurückgekauft. Es deuteten sich somit erstmals seit langem wieder ernstzunehmende Ambitionen der Bären an.

S&P 500 - Chartanalyse

Auch heute kam es noch einmal zu scharfen Kursrücksetzern. Doch dieses Mal folgte wieder eine dieser schnellen Kurserholungen. Daher sollte man die US-Märkte nun nur wegen der bislang relativ leichten Verluste nicht schon am Ende aller Kräfte sehen. Im S&P 500 ist der Kurs zum Beispiel lediglich in den jüngsten steilen Aufwärtstrendkanal zurückgefallen. Das ist bislang nur ein erster Schritt zur Normalisierung der Aufwärtstendenzen. Das Chartbild ist daher weiterhin sehr bullish.

S&P 500: Chartbild ist bullish, aber extrem überkauft

Allerdings ist der Index auch immer noch extrem überkauft. Und daher muss man in den kommenden Tagen sehr genau beobachten, ob sich die Bullen zurückmelden können oder die Kurserholungen wieder durch neue Verluste zunichtegemacht werden. Können die Bullen schnell wieder das Ruder übernehmen, dann haben wir vielleicht wieder nur einen kurzen Schwächeanfall gesehen, auf den dann neue Allzeithochs folgen. Entscheidend wird dann auch sein, wie sich der Kurs verhält, wenn die Kurslücke geschlossen wurde. Dazu aber dann mehr. Kommt es aber zu einem neuerlichen Korrekturtief, könnten die Bären am Ball bleiben.

Selbst nach einem Minus von 10 % noch im Aufwärtstrend

Ein Erreichen der unteren Linie des breiten Aufwärtstrendkanals im S&P 500-Chart oben, der aktuell bei ca. 2.550 Punkten verläuft, wäre wünschenswert, um die überkaufte Lage entscheidend abzubauen. Das Chartbild wäre dann immer noch bullish. Allerdings hätte der S&P 500 bis dahin schon mehr als 10 % verloren. Daher ist es fraglich, ob man als Bulle solange an seiner Position festhalten kann, ohne nervös zu werden.

Ich würde daher durchaus einfach mal einige Gewinne mitnehmen, um deutlich tiefer wieder zurückzukaufen. Zumindest könnte man aber den Stopp bei einigen Long-Positionen nun sehr eng nachziehen.


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Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 31. Januar 2018:
Unternehmensgewinne: USA vs. Eurozone

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Unternehmensgewinne: USA vs. Eurozone

In Sachen BIP-Wachstum hat die Eurozone die USA im 4. Quartal 2017 hinter sich gelassen. Und auch beim Gewinnwachstum stehen die Firmen aus der Eurozone den US-Unternehmen in nichts nach.

Am 16. Januar hatte ich hier in der Börse-Intern über die Gewinnerwartungen für die Unternehmen aus dem S&P 500 berichtet. Zu diesem Zeitpunkt erwarteten die Analysten für das 4. Quartal 2017 ein Gewinnwachstum von 10,5 %, womit der Wert im Gesamtjahr 2017 bei +9,5 % liegen würde. Für das Gesamtjahr 2018 gingen die Experten für den S&P500 von einem Gewinnwachstum von 13,1 % aus.

In der Eurozone soll laut Analystenschätzungen das Gewinnwachstum in 2017 insgesamt bei rund 10 % und damit sogar leicht über den +9,5 % der Unternehmen aus dem US-amerikanischen Index S&P 500 gelegen haben. Die Gewinnaussichten der Euro-Unternehmen für das laufende Jahr 2018 sind ebenfalls positiv. Aktuell liegen die Schätzungen der Analysten für 2018 bei rund 9 %. Das wäre allerdings weniger als die +13,1 %, die aktuell den S&P 500-Unternehmen zugetraut werden. Aber meist werden die Prognosen für den S&P 500 noch im Laufe der Zeit nach unten angepasst.

Unternehmen aus Deutschland mit Bestwerten

Auch für die deutschen Unternehmen lief es im vergangenen Jahr rund. Laut einer Auswertung des Beratungsunternehmens EY stieg der Gesamterlös der 100 umsatzstärksten börsennotierten Konzerne aus Deutschland in den ersten neun Monaten 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 7 % auf den Bestwert von 1,25 Billionen Euro. Der operative Gewinn (EBIT) kletterte sogar um 21 % auf insgesamt knapp 109 Milliarden Euro. Ähnlich positive Zahlen erwarte ich auch für das 4. Quartal 2017.

Euro-Aktien sind günstiger bewertet als US-Aktien

Auch wenn die Gewinnerwartungen für die US-Unternehmen aus dem S&P 500 für das Jahr 2018 (noch) leicht über denen der Eurozonen-Unternehmen liegen, so fällt dennoch die Bewertungsanalyse für den deutschen Leitindex DAX und sein europäisches Pendant Euro STOXX 50 in fast allen Punkten eindeutig günstiger aus als für die US-Indizes. Denn zwar stiegen und steigen jeweils die Unternehmensgewinne, nicht aber die Bewertungen.

So preisten die US-Märkte frühzeitig eine Entlastung durch die Steuerreform ein. Die Aktienkurse stiegen dadurch stärker als die Unternehmensgewinne, was zu höheren Bewertungen führte. Das bereits relativ hohe Kurs-Gewinn-Verhältniss (KGV) stieg noch weiter an.

Bei einigen europäischen Indizes verhalfen dagegen lediglich die Dividenden dem Gesamtindex noch zu einer zweistelligen Wertenwicklung. Ohne Dividenden lag die gesamte Kursentwicklung unterhalb des Gewinnwachstums, womit die KGV-Bewertungen hier sogar sanken.

Aktien 2017: Wertentwicklung und Treiber

Diese Unterschiede werden durch die folgende Grafik der Deutschen Bank sehr schön veranschaulicht. Hier wird die Wertentwicklung der jeweiligen Aktienmärkte (graue Balken) ihren Treibern gegenübergestellt. Das sind die Gewinnentwicklung (blau), die Bewertungsänderung (orange) und die Dividenden (grün).

Aktien 2017: Wertentwicklung und Treiber

Die orangen Balken in der Grafik verdeutlichen, dass es in den USA (und in den Schwellenländern) in 2017 einen Bewertungsaufschlag gegeben hat, während die Aktien in Europa (und Japan), gemessen am KGV, günstiger geworden sind. Denn hier sind die Unternehmensgewinne stärker gestiegen als die Aktienkurse. Und das verheißt für die Euro-Aktien besonderes Aufholpotential.

Fazit

Die Gewinnerwartungen für die Unternehmen aus den USA sind mit +13,1 % in 2018 etwas optimistischer als für europäische Unternehmen (+9,5 %). Insofern ist ein leichter Bewertungsaufschlag durchaus gerechtfertigt. Mit der Outperformance der US-Aktien in 2017 dürfte dies allerdings mehr als eingepreist sein. Durch die schwache Kursentwicklung, aber die hohen Gewinne, gab es 2017 in der Eurozone einen Bewertungsabschlag, der Nachholpotenzial und somit besondere Kurschancen bietet.

Insofern bekräftigt die heutige Analyse noch einmal meine Ansicht, dass man Euro-Aktien gegenüber US-Aktien bevorzugen sollte. Zudem sehe ich die Aktienmärkte weiterhin bullish. Lediglich die charttechnische Übertreibung in den US-Indizes hängt als Damoklesschwert über den Märkten. Man sollte daher eine stärkere Korrektur einkalkulieren, wenn man neue Engagements eingeht.


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Konjunkturdaten: Inflation der Eurozone sinkt erneut

Die jährliche Inflation des Euroraums ist nach einer ersten Schätzung im Januar 2018 auf 1,3 % gesunken, nach 1,4 % im Dezember 2017 und 1,5 % im November 2017.

Entwicklung der Inflation in der Eurozone

Forderungen, wonach die EZB die Zinsen anheben und aus dem QE-Programm aussteigen müsse, haben damit einen herben Dämpfer erhalten. Denn offensichtlich kommt die Inflation noch nicht in die Gänge, weshalb es aus Sicht der EZB einer anhaltenden geldpolitischen Stimulation bedarf. Da half es auch kaum, dass die um schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel bereinigte Kerninflation leicht auf 1,0 % gestiegen ist.

Die Daten sprechen eigentlich für einen schwächeren Euro und bestätigen mich in meiner Ansicht, dass das Ende des bisherigen Anstiegs des EUR/USD absehbar ist (siehe auch gestrige Börse-Intern). Daher auch hierzu noch mal mein Rat: Nehmen Sie Ihre Gewinne bei Euro-Long-Trades langsam mit oder sichern Sie die Gewinne mit einem Stop-Loss ab. Eine Short-Positionierung ist erst dann sinnvoll, wenn sich klare Tops oder Umkehrsignale ausbilden.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


Börse - Intern vom 30. Januar 2018:
Starke Euro-Wirtschaft - starker Euro - relativ schwacher DAX

Nun ist es amtlich, zumindest vorläufig: Das Wachstumstempo der Eurozone hat das der USA überholt. Im 4. Quartal 2017 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Eurozone im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,7 %. Das geht aus einer heute veröffentlichten Schnellschätzung von Eurostat hervor (siehe Tabelle). Das Wachstum der USA lag nach ersten Erhebungen „nur“ bei 2,5 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Eurozone und der EU
(Quelle: Eurostat)

Auch im gesamten Kalenderjahr 2017 lag der Zuwachs der Euro-Wirtschaftsaktivität mit +2,5 % über dem der USA (+2,3 %).

Starke Euro-Wirtschaft - starker Euro

Schaut man auf die aktuellen Frühindikatoren, könnte diese Tendenz auch in 2018 anhalten (siehe auch Börse-Intern vom 25.01.2018). Man muss aber wohl noch die genauen Effekte der US-Steuerreform abwarten. Doch aktuell lässt sich mit diesen Daten zumindest die Stärke des Euro zum US-Dollar (EUR/USD) erklären.

Starker Euro - schwacher DAX?

Und mit der Wechselkursentwicklung kann man wiederum erklären, warum der DAX gegenüber den US-Indizes schon seit längerem eine relative Schwäche zeigt. Im DAX finden sich viele exportorientierte Unternehmen. Steigt der EUR/USD-Kurs, werden deren Waren für Käufer, die in US-Dollar bezahlen, teurer. Die Käufer können sich für das gleiche Geld also weniger Waren leisten. Oder sie kaufen einfach im Dollarraum hergestellte Alternativen, womit die US-Umsätze der DAX-Unternehmen nicht nur sinken, sondern gleich komplett entfallen (vereinfacht geschrieben - die Realität ist natürlich viel differenzierter).

Euro und DAX korrelieren nicht 1:1

Nun gibt es aber nicht für jedes in Deutschland hergestellte Produkt eine Alternative. Zudem produzieren Unternehmen aus dem DAX auch in den USA, so dass die Waren nicht ex- bzw. importiert werden müssen und in diesem Fall der Wechselkurs keine so große Rolle spielt. Daher wirkt sich ein veränderter Wechselkurs auch nicht zu 100 % auf die DAX-Entwicklung aus. Und deshalb gibt es auch nur eine geringe oder nur temporäre Korrelation zwischen EUR/USD und DAX.

Starker Euro - relativ schwacher DAX

Aber eindeutig sichtbar wird das Wechselkursproblem, wenn man die relative Kursentwicklung vom DAX gegenüber den US-Indizes mit der Kursentwicklung des EUR/USD vergleicht. Genau dies hat Robert Halver von der Baader Bank kürzlich getan und folgenden Chart in seiner Kapitalmarktanalyse veröffentlicht.

EUR/USD vs. relative Kursentwicklung DAX & Dow Jones

Hier zeigt sich ganz klar, dass ein steigender EUR/USD (blaue Linie) zu einer DAX-Schwäche im Vergleich zu den US-Indizes (rote Linie) führt. Dies ist aber nur dann der Fall, wenn es zu größeren Wechselkursveränderungen kommt. Denn bei kleineren Schwankungen können sich einerseits die Hersteller noch problemlos gegen Wechselkursveränderungen absichern (hedgen), andererseits greifen die Kunden nicht schon bei kleineren Preisunterschieden zu substitutiven (alternativen) Gütern (Markentreue), sondern eben erst, wenn der Preisunterschied gravierend wird. Auch deshalb wirkt sich nicht jede Kursveränderung von EUR/USD auf den DAX aus.

Export-Wirtschaft profitiert von schwacher Währung

Es ist aber unzweifelhaft, dass eine anhaltende Wechselkursanpassung zu einem Standortvor- bzw. nachteil führen kann. Und daher bevorzugen die USA hinter vorgehaltener Hand auch einen schwächeren US-Dollar. Nicht ohne Grund hatte US-Finanzminister Mnuchin auf dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos gesagt, dass ein schwacher Dollar gut für die USA sei, weil er den Handel fördere.

Starker Euro durchkreuzt die EZB-Ziele

Diese Aufwertungstendenz des Euro sollte aber bald enden. Denn zwar erscheinen die Null- und Negativzinspolitik sowie das QE-Programm angesichts der positiven Wirtschaftsentwicklung inzwischen überflüssig, doch für die Europäische Zentralbank (EZB) ist nur die Preisstabilität entscheidend. Und diese ist erst bei einer Inflation von ca. 2 % erreicht. Ein starker Euro drückt aber auf die Inflation, weil importierte Güter wie in US-Dollar gehandelte Rohstoffe damit günstiger werden. Dadurch verfehlt die EZB ihr geldpolitisches Ziel und muss folglich länger an der expansiven Geldpolitik festhalten. Und dies schwächt den Euro tendenziell.

Schwacher US-Dollar hilft der US-Notenbank

Zugleich kann die US-Notenbank ihren eingeschlagenen Pfad der graduellen Zinserhöhungen fortsetzen, weil der schwächere US-Dollar das heimische Wirtschaftswachstum unterstützt. Dadurch wird der Renditeunterschied zwischen Euro und US-Dollar immer größer, was zu Geldflüssen vom Euroraum in den US-Dollar führen kann. In diesem Fall wird der Euro angeboten und der US-Dollar nachgefragt. Entsprechend sinkt der Euro und steigt der Dollar. Kürzlich erreichte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bereits mit über 2,72 % den höchsten Stand seit April 2014.

Fazit

Die Euro-Stärke ist angesichts der aktuellen Wirtschaftsdaten durchaus begründet. Sie ist aber endlich, weil sie sich mit weiter steigendem Wechselkurs die eigene Grundlage entzieht. Zudem steht der Euro an wichtigen Widerstandslinien (siehe Börse-Intern vom 24.01.2018). Mit einer auslaufenden Aufwärtsbewegung beim EUR/USD könnte auch die relative Schwäche des DAX gegenüber den US-Indizes enden. Ich würde also Gewinne bei Euro-Long-Trades langsam mitnehmen oder per Stop-Loss absichern und weiterhin Euro-Aktien gegenüber US-Aktien bevorzugen.


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Ihr
Sven Weisenhaus
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