Börse - Intern - 10-Tage-Rückblick

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Der 10-Tage-Rückblick des Börse Intern informiert Sie darüber, was die Märkte in den letzten zehn Tagen wirklich bewegt hat. Regelmäßige und vor allem zuverlässige Informationen sind die Basis für Ihren Börsenerfolg. Mit diesem Service bieten wir Ihnen die Inhalte der vergangenen zehn Ausgaben übersichtlich auf einer Seite dargestellt.


Börse - Intern vom 21. April 2021:
Immer mehr deutet auf den Juni hin

Eigentlich steht aktuell die Europäische Zentralbank (EZB) im Fokus, denn sie wird morgen über ihre Geldpolitik berichten. Doch auch die US-Notenbank (Fed) machte jüngst wieder von sich reden. Laut ihrem Vorsitzenden Jerome Powell wird sie eine überschießende Inflation nicht zulassen. – Nanu? Hatte die Fed nicht angekündigt, ein Überschießen der Inflation über ihr Ziel von 2 % temporär eben doch zulassen zu wollen? Schauen wir uns zur Aufklärung die ganze Geschichte zu Powells Aussage an:

Brief an republikanischen Senator

Wie Reuters berichtet, schrieb der Notenbank-Chef diese in einem Brief an den republikanischen Senator Rick Scott. Dieser hatte zuvor ein Schreiben mit Datum 8. April an Powell gerichtet, mit dem er auf Daten hinwies, wonach eine Zunahme der Inflation droht. Und das ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen, wie auch die folgende Grafik der Baader Bank zeigt.

ISM-Index bezahlte Preise vs. jährliche Inflationsrate der USA

Demnach sehen die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes laut den Einkaufsmanagerdaten vom Institute of Supply Management (ISM) deutlich steigende Preise (blaue Linie). Und die Inflation (rote Linie) korreliert sehr stark mit diesen Umfragewerten.

Es ist also tatsächlich mit einer weiter steigenden Inflation zu rechnen, worauf auch andere Daten hinweisen (zum Beispiel Basiseffekte bei Energiekosten, ich berichtete). Doch laut Scott ignoriert Powell dieses Problem weiterhin. Scott verlangte daher eine klare Strategie der Fed, um der Inflationsentwicklung zu begegnen und amerikanische Familien zu schützen.

In Powells Antwort auf Scotts Schreiben gab er noch einmal die Prognose der Fed wider, wonach die Preissteigerung wegen der Erholung von der Corona-Pandemie in diesem Jahr „ein wenig höher“ liegen werde. Doch er beruhigte zugleich: Die Fed peile weder eine Inflation substanziell über der Zielmarke von 2 % noch ein Überschreiten dieser Marke für eine längere Zeit an. Die Notenbank sei ihren beiden Mandaten verpflichtet: Stabile Preise und Beschäftigung.

Hier stellen sich allerdings nun wieder Fragen: Was bedeutet konkret „substanziell“ und was ist für die Fed „eine längere Zeit“? (Siehe dazu auch “Was will uns die Fed wirklich sagen?”.) Es ist leider so, dass sich die Notenbanken meist unkonkret äußern, um sich Hintertürchen offen zu halten. Und daher bleibt es spannend, wie sich die Inflation tatsächlich weiterentwickelt, wie die Strategie der Fed bei zu stark steigenden Preisen aussehen wird und vor allem wann die Fed eine solche Strategie präsentiert.

Im Juni könnte es soweit sein

Nimmt man die Äußerungen des Präsidenten der Fed of St. Louis, James Bullard, genau, dann könnte die US-Notenbank bereits auf ihrer Sitzung am 16. Juni die Diskussion um Liquiditätsdrosselung (Tapering) anstoßen. Denn aus Bullards Sicht signalisiert die Impfung von drei Vierteln der US-Amerikaner Herdenimmunität. Und dies würde geldpolitische Restriktion nahelegen. Setzt sich das Impftempo in den USA wie bisher fort, dann liegt im Juni Herdenimmunität vor, wie die folgende Grafik der Baader Bank zeigt.

Impfungen in den USA

Realrenditen wieder auf dem Rückwärtsgang

Dazu passt es überhaupt nicht, dass sich die Realrenditen jüngst wieder ihren Krisen-Tiefs genähert haben (siehe blaue Linie im folgenden Chart der Baader Bank), weil die nominalen Renditen etwas zurückgekommen sind und die Inflation deutlich gestiegen ist (siehe auch Börse-Intern vom 15. April).

S&P 500 vs. Realrendite 10-jähriger US-Staatsanleihen

Das hat die Aktienmärkte natürlich jüngst auch beflügelt (rote Linie = S&P 500). Und die kurze zweitägige Korrektur dieser Woche scheint schon wieder vorbei.

Korrekturen schon wieder beendet?

Der Dow Jones hat heute bereits ziemlich genau 61,80 % seiner Kursverluste aufgeholt.

Dow Jones - kurzfristige Chartanalyse

Beim S&P 500 sind es etwas mehr als 50 %.

S&P 500 - kurzfristige Chartanalyse

Der Nasdaq 100 hinkt hinterher, bei ihm sind es erst etwas mehr als 38,20 %.

Nasdaq 100 - kurzfristige Chartanalyse

Auch hierzulande haben die Realrenditen fast ihr Krisen-Tief erreicht (siehe blaue Linie im folgenden Chart der Baader Bank).

DAX vs. Realrendite 10-jähriger Bundesanleihen

Und so bleiben Aktien natürlich attraktiv. Aber eigentlich ist ein solches Renditeniveau angesichts der fortschreitenden Erholung der Wirtschaft nicht mehr gerechtfertigt und auch nicht mehr nötig. Und so könnte es sein, dass die Notenbanken schon in Kürze etwas höhere Renditen zulassen werden, sowohl nominal als damit auch real.

Wird die EZB morgen bereits einlenken?

Die EZB hat dazu bereits morgen eine Gelegenheit. Sollte sie diese nutzen, könnte sich die am Montag begonnene Korrektur an den Aktienmärkten doch noch etwas fortsetzen. DAX und Euro STOXX 50 zeigen sich vielleicht auch deshalb heute deutlich zurückhaltender als die US-Pendants. Man könnte daher nun die Stopps zu laufenden Long-Positionen bis unter die jüngsten Korrekturtiefs eng nachziehen, insbesondere wenn man als kurzfristiger Trader agiert.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


PS: Leser des „Target-Trend-Spezial“ können sich bereits über einen realisierten Gewinn freuen. Mit einem Trade auf den DAX konnten sie eine Strecke von mehr als 1.000 Punkten gewinnbringend nutzen. Denn wir rieten dazu, eine Long-Position einzugehen, als der DAX Anfang Februar auf ein neues Rekordhoch ausbrach. Bei ca. 14.150 Punkten war ein Einstieg möglich. Und wir rieten jüngst dazu, an einer Rechteckgrenze bei  15.201 Punkten auszusteigen. So wurden gestern mehr als 1.000 DAX-Punkte Gewinn realisiert.
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Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte nach § 34b Wertpapierhandelsgesetz zu den besprochenen Wertpapieren: Wir weisen Sie darauf hin, dass Redakteure und Mitarbeiter der Stockstreet GmbH jederzeit eigene Positionen in den zum Teil hier vorgestellten Wertpapieren eingehen und diese auch wieder veräußern können.

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Die Autoren übernehmen keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen die Autoren, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind grundsätzlich ausgeschlossen. Die Informationen in diesem Börsendienst stellen wir Ihnen im Rahmen Ihrer eigenen Recherche und Informationsbeschaffung zur Verfügung. Wir empfehlen Ihnen deshalb, vor jedem Kauf oder Verkauf Ihren Bankberater zu konsultieren, und weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei diesen Informationen nicht um eine Anlage- oder Vermögensberatung handelt. Des Weiteren gelten die AGB und die datenschutzrechtlichen Hinweise auf www.stockstreet.de.

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Börse - Intern vom 20. April 2021:
Extrem überkaufte Aktienindizes und Bullenfalle im DAX

Unseren Lesern des „Target-Trend-CFD“ haben wir im Wochenupdate am vergangenen Sonntag geschrieben, dass „die US-Indizes inzwischen so stark gestiegen sind, dass es einfach bald zu einer Gegenbewegung kommen muss – eigentlich“. Als Beispiel nannten wir den Nasdaq 100, der allein in den vorangegangenen 16 Handelstagen um mehr als 11,2 % zulegen konnte. Rücksetzer waren dabei kaum der Rede wert. Ähnliches gilt für den S&P 500, der im selben Zeitraum um fast 8,8 % zulegen konnte. Auch hier ging es fast ausschließlich nach oben.

Zudem wiesen wir unsere Leser auf eine Analyse von Bespoke Investment hin, wonach der S&P 500 an 11 aufeinanderfolgenden Handelstagen im Bereich „extrem überkauft“ (mindestens zwei Standardabweichungen über seinem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt) geschlossen hat. Dies ist die längste Serie von „extrem überkauften“ Messwerten seit 2013.

Außerdem notierten jüngst mehr als 96,4 % der 500 Aktien aus dem S&P 500 über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Das ist die höchste Quote seit Beginn der Aufzeichnung dieser Statistik im Jahre 2002.

Prozentzahl der S&P500-Aktien über ihrem 200-Tage-Durchschnitt
(Quelle: Barchart.com)

In der Vergangenheit folgten nach einer derartig überkauften Marktlage häufig Korrekturen.

S&P 500 im Vergleich zur Prozentzahl der S&P 500-Aktien über ihrem 200-Tage-Durchschnitt
(Quelle: IndexIndicators.com)

Es gibt also wieder diverse Hinweise darauf, dass die Aktienmärkte extrem überkauft sind. Aktuell scheint eine Korrektur um 10 % angesichts der extremen Stärke der Bullen und der scheinbar ewig anhaltenden Aufwärtstrends an den Aktienmärkten allerdings kaum vorstellbar. Zumal der letzte Rücksetzer um mehr als 2 % an einem Tag anderthalb Monate zurückliegt. Er datiert auf den 4. März. Und seitdem hat der S&P 500 um 12,6 % zugelegt, obwohl er zuvor schon irrsinnig weit nach oben gelaufen war. Noch ein Hinweis auf den massiv überkauften Zustand.

All dies berichteten wir unseren Lesern des „Target-Trend-CFD“ bereits am vergangenen Sonntag. Und sie waren damit rechtzeitig gewarnt. Denn seitdem geht es mit den US-Indizes relativ deutlich abwärts. Besonders schwach zeigen sich dabei unsere heimischen Aktienindizes, die auch noch von einem starken Euro belastet werden.

Bullenfalle im DAX

Im DAX hat es dabei eine Bullenfalle gegeben, die nun womöglich ihre typischen bearishen Konsequenzen nach sich zieht (siehe rote Ellipse im folgenden Chart).

DAX - Target-Trend-Analyse

Zuvor steckte der DAX sieben Handelstage lang in einer extrem engen Seitwärtskonsolidierung (siehe kleines gelbes Rechteck). Am Freitag konnte er aus dieser ausbrechen und bis über die Rechteckgrenze bei 15.430 Punkten steigen. Doch bereits gestern stellte sich dieser Anstieg in das dunkelblaue Rechteck als ein Fehlsignal heraus. Und mit den heutigen Kursverlusten wurde auch der Ausbruch aus der Seitwärtsrange zur Bullenfalle. Bestätigt wurde diese schon, weil der DAX bis unter die enge Seitwärtsspanne gerutscht ist.

Nun kommt es sehr auf die Kreuzunterstützung an, die sich durch die Mittellinie bei 15.075 Punkten und die dort verlaufende Aufwärtstrendlinie bildet. Denn wird diese gebrochen, ist die Rechteckgrenze bei 14.720 Zählern das nächste Kursziel der Bären.

Historische Muster des S&P 500 sprechen für eine Korrektur

Und ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass der DAX diese Marke im Rahmen einer womöglich gerade gestarteten Korrektur erreicht. Denn es gibt weitere Hinweise darauf, dass die Aktienindizes nun in eine stärkere Gegenbewegung geraten. So sprechen auch historische Muster im Kursverlauf des S&P 500 für eine Korrektur.

S&P 500 in Bullenmärkten seit 1949
(Quelle: Helaba)

So zeigt diese Grafik der Helaba, wie der S&P 500 seit dem Tief im März 2020 bislang um 86 % zugelegt hat (rote Linie). Und die Grafik zeigt, dass in keinem der anderen Bullenmärkte seit 1949 der  Kursanstieg im selben Zeitraum derartig kräftig war.

US-Aktien ähnlich hoch bewertet wie zum Höhepunkt der Dotcom-Blase

Die Helaba schreibt dazu, dass die aktuelle Rally sogar dynamischer als die Hausse nach der globalen Wirtschafts-und Finanzkrise ist, die im März 2009 einsetzte. Dabei starteten Aktien damals mit einer deutlicheren Unterbewertung. Auf Basis der Gewinnschätzungen für die kommenden 12 Monate wies der S&P 500 seinerzeit ein KGV von rund 10 auf. Im März 2020 betrug das KGV dagegen rund 15, was dem langfristigen Durchschnitt entspricht. Und mittlerweile sind US-Aktien durch den 86%-igen Kursanstieg ähnlich hoch bewertet wie am Höhepunkt des New Economy-Booms im Jahre 2000, analysiert die Helaba.

Fazit

Sicherlich, die aktuellen Kursverluste können auch wieder nur kleine Rücksetzer in intakten Aufwärtstrends sein. Bislang galt für die Anleger schließlich schon mehrfach "buy the dips". Doch angesichts der extrem überkauften Lage würde es mich nicht wundern, wenn wir aktuell nur den Auftakt einer größeren Korrektur sehen.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


PS: Im „Target-Trend-CFD“ sind wir, entsprechend unserer Analyse vom Sonntag, mit einigen Short-Positionen im Markt. Die Korrektur womöglich gerade erst angelaufen. Es erscheint also jetzt noch sinnvoll, auf den Zug aufzuspringen. Melden Sie sich jetzt hier an und machen Sie unsere Trades einfach mit!


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Börse - Intern vom 19. April 2021:
Ein Szenario für die US-Märkte für die nächsten Wochen

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

Sven Weisenhaus nutzt hier gern und oft die Fibonacci-Linien und Elliott-Wellen für seine Charts. Mir ist insbesondere die „Zählerei“ zu mühsam, auch wenn sich mitunter faszinierende Treffer ergeben. Manchmal sind die Wellen aber so offensichtlich, dass selbst ich kaum an ihnen vorbeikomme. Dann nutze ich sie gern für Kursprognosen, die ich dann mit anderen Methoden abgleiche. Aktuell gibt es wieder so einen Fall, der einige Aufschlüsse über das Potenzial der Märkte für die nächsten Wochen liefert.

Wie die Aufwärtswelle im NASDAQ 100 weitergehen könnte

Für den NASDAQ 100 hatte Sven Weisenhaus zuletzt am 13.04.2021 seine Wellenzählung vorgestellt (siehe folgender Stundenchart).

NASDAQ100-Stundenchart seit Februar 2021

Danach läuft jetzt die (blaue) Welle 3 eines 5-teiligen Aufwärtsimpulses. Bemerkenswert ist, dass die Welle 2 mit ihrem Rückgang 61,5 % der Welle 1 korrigierte, also fast genau das theoretische Niveau von 61,8 % traf. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass auch die Welle 3 nahe ihrem theoretischen Zielwert (161,8 % der Welle 1) endet.

Dieser liegt bei 14.390 Punkten. Von dort hätte der NASDAQ 100 genug Abstand, um mit einem Rücksetzer (Welle 4) das alte Hoch erfolgreich zu testen und den 5-teiligen Aufwärtsimpuls mit der Welle 5 zu beenden. Diese sollte im Idealfall genauso lang wie Welle 1 sein. Wenn wir dieses Szenario weiterrechnen – was ja aufgrund der Fibonacci-Verhältnisse einfach möglich ist, ergibt sich als Kursziel für die Welle 5 ein theoretischer Wert von 14.968,87 Punkten. Der folgende (Tages-)Chart fasst dieses Szenario noch einmal zusammen:

NASDAQ100-Tageschart seit November 2020

Der NASDAQ 100 hat also gute Chancen, in der nächsten Zeit bis zur runden 15.000-Punkte-Marke zu steigen!

Und so sieht die Lage im Dow Jones aus

Es kommt aber noch besser! Die Lage im Dow Jones lässt sich (aus meiner Sicht) derzeit nicht so klar mit Elliott-Wellen beschreiben. Daher nutze ich hier die Target-Trend-Methode:

Dow Jones - Tageschart seit März 2020

Hier sehen wir den Dow Jones in einem völlig intakten Aufwärtstrend (grün), der nach dem Corona-Crash begann. In der zweiten Jahreshälfte 2020 schwächte sich dieser Trend zwischenzeitlich ab (siehe schwarze Linien), doch Mitte März dieses Jahres brach der Dow Jones über die obere schwarze Linie aus und setzte den grünen Aufwärtstrend nach einem bestätigenden Rücksetzer (siehe Pfeil) fort.

Wieder einmal könnten wichtige Indizes gemeinsam an wichtigen Marken stehen

Inzwischen ist der Kurs über die Rechteckkante bei 33.129,55 Punkten ausgebrochen, so dass das nächste formale Kursziel für den Dow Jones an der nächsten Rechteckkante bei 36.385,97 Punkten liegt. Auf dem Weg dahin trifft der Dow Jones aber noch auf die runde 35.000-Punkte-Marke, die knapp oberhalb des Zwischenziels an der Rechteckmittellinie bei 34.757,76 Punkten liegt.

Die 35.000-Punkte-Marke liegt 2,34 % oberhalb des Schlusskurses vom Freitag. Der Freitags-Schlusskurs des NASDAQ 100 liegt von dem theoretischen Kursziel der Welle 3 (siehe oben) 2,48 % entfernt. Damit besteht die Möglichkeit, dass der Dow Jones an der 35.000-Punkte-Marke eine Weile konsolidiert, während der NASDAQ 100 nach der Welle 4 mit seiner Welle 5 die 15.000 Punkte Marke ansteuert.

Damit ist die Chance groß, dass demnächst wieder einmal wichtige Indizes gemeinsam an bedeutsamen Widerständen stehen. Und da die Elliott-Wellen im NASDAQ 100 darauf hindeuten, dass dann erst mal eine Konsolidierung oder Korrektur fällig ist, könnte es sein, dass die US-Indizes in den nächsten Wochen ein vorläufiges Hoch erreichen.

Auch der Saisonverlauf unterstützt das Szenario

Das passt auch zu dem typischen saisonalen Verlauf, nach dem ab Mai („Sell in May…“) Die schwächere Hälfte des Börsenjahres beginnt. In Nachwahljahren (nach dem US-Präsidentschaftszyklus) gibt es dabei üblicherweise zunächst nur eine Seitwärtskonsolidierung (siehe gelber Bereich im folgenden Chart) bevor nach einer kurzen Zwischenrally im Sommer die eigentliche Schwächephase beginnt, die bis Mitte November dauert.

Dow Jones - Präsidentschaftszyklus: Verlauf Nachwahljahre vs. aktuell

Der Dow Jones hat sich seit Jahresbeginn im Wesentlichen an den Durchschnittsverlauf in Nachwahljahren gehalten (siehe schwarze Kurve Chart), auch wenn das Tief zu Jahresbeginn schon Ende Januar statt Mitte Februar gebildet wurde und der folgende Anstieg erheblich dynamischer ausfiel. Die Wahrscheinlichkeit ist also recht hoch, dass der Dow Jones seinem durchschnittlichen Verlauf auch weiterhin folgt.

Was Sie sonst noch beachten sollten

Dabei sollten Sie aber stets im Hinterkopf behalten, dass nicht nur die Kursdynamik des Dow Jones (bzw. der US-Indizes allgemein) größer war als üblich, sondern inzwischen auch eine recht starke Übertreibung an den Aktienmärkten herrscht.

Es ist also gut möglich, dass die Dynamik der Konsolidierung, die demnächst ansteht, ebenfalls stärker ausfällt als gewöhnlich – und eventuell zu der schon lange erwarteten kräftigen Korrektur wird.

Obwohl also die Bullen durch die jüngste Stärke des NASDAQ 100 noch einmal so richtig aufgedreht haben, könnte es sein, dass sie damit ihr Pulver erst einmal verschossen haben. Den Rat von Sven Weisenhaus, Long-Positionen vorerst zurückzustellen oder nur sehr vereinzelt einzugehen, dafür aber Gewinne abzusichern, kann ich also aus meiner Sicht nur noch einmal nachdrücklich unterstreichen.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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Börse - Intern vom 16. April 2021:
Was will uns die Fed wirklich sagen?

Zur gestrigen Gold-Analyse möchte ich noch zwei interessante Fakten nachliefern: In einem längerfristigen Gold-Chart findet sich eine Aufwärtstrendlinie, die sich der Goldpreis bei seinem kurzfristigen Doppelboden zu Nutze gemacht hat (siehe grüner Pfeil im folgenden Chart).

Gold - langfristige Chartanalyse

Dieser Doppelboden wurde zudem exakt am 50%-Fibonacci-Retracement gebildet, welches zu der Aufwärtsbewegung dieser Trendlinie gehört. Bei der Abwärtsbewegung seit August 2020 handelt es sich also auch aus Sicht der Fibonacci-Marken um eine völlig normale Korrektur nach zuvor sehr starken Kursgewinnen. Das passt zu meiner gestrigen Elliott-Wellen-Analyse, wonach das Edelmetall eine ABC-Korrektur gebildet und inzwischen womöglich schon hinter sich gelassen sowie den übergeordneten Aufwärtstrend wieder aufgenommen hat. Aus Sicht der Charttechnik ist die Situation des Goldpreises also übergeordnet betrachtet noch bullish.

Reduzierung der Anleihekäufe lange vor einer Leitzinsanhebung

Allerdings, und damit komme ich zum zweiten Fakt, hat Jerome Powell, Chef der US-Notenbank (Fed), am Mittwoch auf einer Online-Veranstaltung des Economic Club of Washington gesagt, dass die Fed das Zurückfahren ihrer Staatsanleihekäufe lange vor einer Zinserhöhung ins Auge fassen wird. Nun stellt sich natürlich noch die Frage, was „lange vor“ bedeutet. Doch dass der Fed-Chef diese Aussage getroffen hat, kann man durchaus als weiteres Puzzlestück einer Vorbereitung der Märkte auf das zukünftige Zurückfahren der Anleihekäufe sehen.

Im Mittel erwartete die Führungsebene der Notenbank zuletzt, dass der Leitzins noch bis Ende 2023 in der Spanne von 0 % bis 0,25 % gehalten wird (siehe auch Börse-Intern vom 18. März).

Leitzinserwartungen der FOMC-Mitglieder (dot plots)
(Quelle: federalreserve.gov)

Und laut Powell sei eine Anhebung des Schlüsselsatzes bereits im laufenden Jahr sehr unwahrscheinlich. Letztlich komme es aber darauf an, wann die Fed die angestrebten Ziele erreiche, so der Fed-Chef.

Wann sind substanzielle Fortschritte erreicht?

Ein aktuelles Ziel der US-Notenbank ist es bekanntlich, „substanzielle Fortschritte“ auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität zu erreichen. Und den Umfang ihrer monatlichen Wertpapierkäufe in Höhe von 120 Milliarden Dollar will sie so lange beibehalten, bis dieses Ziel erreicht ist.

Nun wurden alleine im vergangenen Monat schon mehr als 900.000 neue Stellen in den USA geschaffen (siehe auch Börse-Intern vom 6. April).

Neu geschaffene Stellen in den USA

Und gestern wurde gemeldet, dass die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 576.000 gesunken sind. Das ist der tiefste Stand seit die Corona-Pandemie die USA im Frühjahr 2020 mit voller Wucht erfasste. Weniger Anträge wurden zuletzt am 19. März 2020 mit 282.000 gemeldet.

Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA

Und damit stellt sich auch die Frage, was die US-Notenbank als „substanzielle Fortschritte“ betrachtet. Jedenfalls sah sich Powell genötigt zu erwähnen, dass die Phase des Herunterfahrens der Anleihenkäufe „sehr wahrscheinlich lange vor“ einer Zinserhöhung erreicht sein werde.

Und so muss ich die Träume der Goldbullen leider platzen lassen bzw. ihnen zumindest ein wenig die Suppe versalzen, indem ich noch einmal auf die gestern bereits beschriebene Möglichkeit verweise, dass es Gold wahrscheinlich spätestens in der zweiten Jahreshälfte wieder schwer haben wird, Kursgewinne zu erzielen oder auch nur das aktuelle Niveau zu halten. Denn womöglich steht dann schon ein Plan für die neuerliche Trendumkehr in Sachen Geldpolitik fest.

Gold arbeitet am Trendbruch

Aktuell stehen die Börsenampeln für den Goldpreis im kurzfristigen Bereich aber auf Grün. Zumal es dem Edelmetall womöglich tatsächlich gelingt, den Abwärtstrendkanal zu brechen (siehe grüner Kreis im folgenden Chart).

Gold - kurzfristige Chartanalyse

In diesem Fall sollte die begonnene Kurserholung weitergehen. Aber ich fürchte, dass der Goldpreis durch einen Anstieg der Renditen letztlich belastet bleiben wird und kein großes Aufwärtspotential hat.


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Ihr
Sven Weisenhaus
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PS: In unseren Stockstreet-Börsenbriefen hat es jüngst wieder Gewinnmitnahmen gegeben: Aus dem Depot des Optionsscheine-Expert-Trader wurde heute eine Long-Position auf die Aktien der GEA Group verkauft – mit einem Gewinn von 28 %. Die Position wurde erst vor weniger als 4 Wochen ins Depot geholt. Und beim HighTech-Trader wurden gestern die Aktien von GFT Technologies mit einem Gewinn von 20 % verkauft. Hier erfolgte der Einstieg am 4. Februar.
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Börse - Intern vom 15. April 2021:
Was könnte Gold wieder auf die Beine helfen?

Am 12. März war in der Börse-Intern zu lesen, dass zinsloses Gold von steigenden Anleiherenditen zunehmend Konkurrenz bekommt. Und der Goldpreis würde sich auch deshalb schon in einem klaren Abwärtstrend befinden. Dazu erhielt ich wenig später folgende Leser-Mail:

Eine Frage zu Ihrer Einschätzung bzgl. des Goldkurses, wonach er eher sinken wird: Aufgrund der aufkommenden Inflationssorgen, der extremen Börsen-Höchststände bei astronomischen KGVs, der Verschuldung, gleichzeitig sehr viel Geld im Umlauf: Ist da nicht absehbar, das Gold bald als sicherer Hafen wieder gesucht und gewünscht sein wird? Ich bin gespannt auf Ihre Meinung.
Herzlichen Dank für Ihre informativen Einsichten.
Mit freundlichen Grüßen

Ein temporärer Inflationsanstieg wird Gold nicht helfen

In der Börse-Intern vom 7. April bin ich inzwischen recht ausführlich auf das Thema Inflation eingegangen. Unter anderem habe ich dabei dargelegt, dass zwar die Inflation und auch die Inflationserwartungen steigen, der Anstieg der Inflation aber verhältnismäßig gering ausfällt und die höheren Inflationsraten wahrscheinlich nur vorübergehender Natur sein werden.

Auf diese These, dass die Inflation, nach einem vorübergehenden Anstieg durch Basiseffekte, nicht weiter ansteigen wird, sind auch die Experten der DWS kürzlich eingegangen, allerdings noch deutlich ausführlicher und umfassender als ich. Sie finden die DWS-Analyse unter folgendem Link: https://www.dws.com/de/insights/cio-view/makro/die-rueckkehr-der-inflation/

Ich finde das dort Geschriebene sehr plausibel. Und auch vor diesem Hintergrund gehe ich davon aus, dass Gold nicht stark nachgefragt wird, zumindest nicht als Schutz vor einer stark steigenden Inflation.

Der Goldpreis korreliert mit den Zinsen

Genau dies habe ich dem Leser auch in meiner Antwort geschrieben und zudem darauf hingewiesen, dass Gold weniger von einer steigenden Inflation, sondern insbesondere von sinkenden Zinsen profitiert, wobei eine hohe negative Korrelation zu den Realrenditen zu beobachten ist, also den nominalen Zinsen abzüglich der Inflation. Dies belegt auch eine Grafik der Berenberg Bank:

Gold korreliert negativ mit den Realzinsen
(Quelle: Berenberg)

Und so belastete Insbesondere der durch den Konjunkturaufschwung bedingte Realzinsanstieg zuletzt den Goldpreis. Schon öfter habe ich hier in der Börse-Intern darauf hingewiesen, dass sich die Goldhaltung mit steigenden Realzinsen verteuert, da die Opportunitätskosten der Kapitalbindung steigen.

Realrenditen sinken, Goldpreis steigt

Bis vor kurzem gingen die Renditen und die Inflation(serwartungen) Hand in Hand. Die Realrendite blieb dadurch konstant und ist nicht gesunken. In den USA war die Realrendite sogar gestiegen. Und dies hat den Goldpreis belastet.

Inzwischen wurde allerdings bekannt, dass die Inflation in den USA im März auf 2,6 % gestiegen ist, von 1,7 % im Februar (siehe auch „Die Inflation schießt nach oben, der Nasdaq 100 auch“).

jährliche Inflation in den USA

Die Renditen in den USA sind aber nicht im gleichen Maße weiter gestiegen. Im Gegenteil: Sie haben knapp oberhalb von 1,6 % ein Hoch gebildet (die Kerninflationsrate lag im März bei 1,6 %) und sind jüngst unter diese Marke zurückgefallen.

Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen

Dadurch ist die Realrendite in den USA wieder deutlich gesunken. Und so konnte sich der Goldpreis stabilisieren und sogar etwas erholen.

Gold - Chartanalyse

Dabei hat der Kurs als Basis für die Erholung einen Doppelboden ausgebildet (siehe grüne Pfeile im Chart). Und dieser wurde heute bestätigt, weil das Zwischenhoch der beiden Tiefs bei  1.755 USD überwunden werden konnte (grüner Kreis, rote horizontale Linie).

Gelingt nun auch noch der bullishe Bruch des Abwärtstrendkanals (rot), dann hätte der Goldpreis sehr gute Chancen für eine deutliche Fortsetzung der Kurserholung. Es wäre sogar denkbar, dass das Edelmetall dann eine ABC-Korrektur (rote Buchstaben) hinter sich gelassen hat und der übergeordnete Aufwärtstrend wieder aufgenommen wurde.

Spätestens in der zweiten Jahreshälfte dürfte es Gold wieder schwer haben

Daran fehlt mir persönlich allerdings der Glaube. Denn wenn die Inflation weiter steigt, werden auch die Renditen weiter anziehen. Allerdings dürften die Notenbanken vorerst noch den Fuß auf dem Gaspedal halten, bis der Inflationsdruck zu hoch wird. Erst dann dürften sie das Tempo (Volumen) ihrer Anleihekäufe reduzieren, was aber wohl frühestens in der zweiten Jahreshälfte der Fall ein wird. Und so könnten die Realrenditen mit einer weiter steigenden Inflation sogar noch einmal deutlich fallen, was die Kurserholung im Goldpreis weiter antreiben dürfte.

Setzt sich die wirtschaftliche Erholung aber fort, werden die Notenbanken ihre expansive Geldpolitik zurücknehmen und einen Anstieg der Renditen zulassen. Und ist der Anstieg der Inflation tatsächlich nur temporär, wird dies eine Wende bei den Realrenditen bedeuten. Und daher bleibe ich bei meiner Aussage aus der Börse-Intern vom 12. März und den Analysen des Target-Trend-Spezial, dass Gold langfristig als Investment uninteressant ist.

Kann die Verschuldung dem Goldpreis helfen?

Allerdings kann Gold durchaus noch einmal interessant werden. Denn womit der Leser natürlich Recht haben könnte, ist, dass die extrem hohe weltweite Verschuldung zu einem systemischen Problem werden könnte. Und dann wäre Gold als sicherer Hafen womöglich noch einmal gefragt. Allerdings war die Verschuldung bislang nur in sehr seltenen Fällen ein echtes Problem.

Kann eine Korrektur am Aktienmarkt Gold helfen?

Bleibt noch die These des Lesers, dass es aufgrund der „extremen Börsen-Höchststände bei astronomischen KGVs“ zu einer scharfen Korrektur an den Aktienmärkten kommen kann. Dies könnte einige Anleger verunsichern, die dann wieder den Schutz des sicheren Hafens Gold suchen. Allerdings hat sich zuletzt auch immer wieder gezeigt, dass Gold gerade bei starken und schnellen Abverkäufen an den Aktienmärkten ebenfalls fiel. Es ist also fraglich, ob Gold von einer Korrektur am Aktienmarkt profitieren kann.


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Ihr
Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 14. April 2021:
Gewinne auf Vor-Krisen-Niveau, Kurse deutlich darüber

Am Donnerstag vergangener Woche hatte ich geschrieben, dass der S&P 500 um 20 % über dem Vor-Krisen-Niveau steht, während die Aktivität der Wirtschaft gerade erst das Vor-Krisen-Niveau erreicht hat. Der Kursanstieg des S&P 500 scheint daher nicht gerechtfertigt, zumindest nicht in diesem Ausmaß. Doch die Aktienkurse folgen letztlich den Gewinnen der Unternehmen. Und so ließen sich die starken Kursanstiege rechtfertigen, wenn die Gewinnerwartungen entsprechend gestiegen sind.

US-Aktienkurse steigen schneller als die Gewinnerwartungen

Und in der Tat sind Analysten optimistischer bezüglich der Gewinnentwicklung geworden. In den vergangenen 3 Monaten wurden die Schätzungen für die Gewinne der kommenden 12 Monate um jeweils ca. 5 % für die USA und Europa angehoben. 

Veränderungen der Gewinnschätzungen
(Quelle: Berenberg)

Der STOXX 600 ist derweil in den vergangenen 3 Monaten ebenfalls um etwa 5 % gestiegen. Hier gingen Gewinnerwartungen und Kurse also Hand in Hand. Der S&P 500 hat allerdings um 8,6 % zugelegt, womit US-Aktien wieder einmal deutlich schneller gestiegen sind als die Gewinnerwartungen. Und das hat jüngst auch wieder die KGV-Bewertungen nach oben getrieben.

Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV von S&P 500 und STOXX 600
(Quelle: Berenberg)

Hohes KGV relativiert sich bei hohem Gewinnwachstum

Dabei könnte man nun argumentieren, dass die hohen KGV-Bewertungen durchaus gerechtfertigt sind. Schließlich wird das Gewinnwachstum 2021 in den USA aktuell auf 26,5 % und für Eurozone auf sogar rund 40 % gegenüber dem Vorjahr geschätzt.

erwartetes Gewinnwachstum
(Quelle: Berenberg)

Doch schauen wir etwas genauer hin: Laut Daten von Refinitiv sollen die Gewinne der Unternehmen aus dem STOXX 600 im Gesamtjahr 2021 um 37,9 % steigen, bei einem Umsatzanstieg von 9,7 %. Im 1. Quartal 2021 wird gegenüber dem Vorjahresquartal sogar ein Gewinnwachstum von 55,7 % erwartet, bei einem Umsatzanstieg von 2,7 %.

Dabei muss man allerdings berücksichtigen, dass die Gewinne in Folge der Corona-Krise im vergangenen Jahr teilweise stark eingebrochen sind, so dass die Vergleichsbasis relativ niedrig ist und mit dem aktuellen Gewinnwachstum die Rückgänge lediglich aufgeholt werden (siehe folgender Chart).

STOXX 600: Kursentwicklung vs. Gewinnschätzungen je Aktie
(Quelle: Refinitiv)

Zudem gehen zwar beim STOXX 600 Gewinnerwartungen (schwarze Linie) und Kurse (blaue Linie) Hand in Hand, doch haben die Kurse hier deutlich früher nach oben gedreht als die Gewinne, so dass eine Lücke entstanden ist. Und diese führt dazu, dass die Aktienmarktbewertung, gemessen am KGV (12 Month Forward P/E) kontinuierlich überdurchschnittlich hoch ist (siehe folgende Grafik).

STOXX 600: Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
(Quelle: Refinitiv)

S&P 500: Gewinne auf Vor-Krisen-Niveau, Kurse deutlich darüber

Gleiches gilt für den S&P 500. Hier erwarten Experten für das 1. Quartal 2021 aktuell bei einem Umsatzanstieg von 8,8 % ein Gewinnwachstum von etwa 25 % gegenüber dem Vorjahresquartal.

S&P 500: erwartetes Gewinnwachstum 1. Quartal 2021

Flüsterschätzungen sehen sogar ein Gewinnwachstum von 37,6 %, weil die Unternehmen in den vergangenen Quartalen die Erwartungen stets schlagen konnten, in den vergangenen fünf Jahren um durchschnittlich 6,9 % und in den vergangenen drei Quartalen sogar um 19 %.

Im Gesamtjahr 2021 sollen die Umsätze der Unternehmen aus dem S&P 500 um 10 % und die Gewinne um 26,3 % gegenüber dem Vorjahr steigen.

S&P 500: erwartetes Gewinnwachstum 2021

Ein KGV von 23,7 erscheint vor diesem Hintergrund durchaus angemessen. Aber auch hier gilt, dass die Vergleichsbasis durch die eingebrochenen Gewinne infolge der Corona-Krise gering ist. Im S&P 500 gingen die Gewinne im 1. Quartal 2020 um 15,0 % zum Vorjahreszeitraum zurück (im 2. Quartal 2020 sogar um 31,6 %). Und die Gewinne der Unternehmen haben gerade erst das Vor-Krisen-Niveau knapp überschritten, während die Kurse am Aktienmarkt schon deutlich darüber hinaus gestiegen sind.

S&P 500: Kursentwicklung vs. Gewinnschätzungen (je Aktie)

Die Schere zwischen Gewinn- und Kursentwicklung steht dadurch aktuell deutlich weiter offen als es im Maximum vor der Corona-Krise der Fall war.

Für das kommende Jahr wird derweil ein Gewinnwachstum von unter 20 % erwartet, sowohl in der Eurozone (ca. 19 %) als auch in den USA (15 %). Und vor diesem Hintergrund sind insbesondere US-Aktien immer noch hoch bewertet, sogar in einem zunehmenden Maße.

Ausmaße der Dotcom-Blase sind längst wieder erreicht

Ich habe vor dem Corona-Crash vor dieser Marktentwicklung gewarnt, und ich tue es logischerweise auch jetzt wieder. Da mögen die anhaltenden Aufwärtsbewegungen an den Aktienmärkten noch so sehr den Eindruck erwecken, ich würde mit meiner defensiven, vorsichtigen und sogar warnenden Haltung derzeit falsch liegen. Ich kann nur immer wieder betonen, dass dies eben schlicht an der irren Übertreibung liegt, die längst die Ausmaße der Dotcom-Blase angenommen hat, zumindest in einigen Bereichen.

Zwar lassen sich die steigenden Aktienkurse mit steigenden Gewinnen und Gewinnerwartungen begründen, doch stimmen die Relationen einfach nicht. Die Kurse sind den Gewinnen vorausgelaufen, was wohl insbesondere an der zuvor nie dagewesenen Liquiditätsflut der Notenbanken und Regierungen liegt. Solche Phasen gibt es immer wieder – Stichwort: Mann mit Hund = Wirtschaft und Börsenkurse. Die Frage ist lediglich, wann sich der Hund wieder dem Herrchen annähert.

Und so plädiere ich weiterhin dafür, neue Long-Positionen entweder nur mit einem sehr langfristigen Anlagehorizont einzugehen, wenn man zwischenzeitliche Rücksetzer problemlos aussitzen kann, oder nur sehr kurzfristige Trades zu platzieren, wenn man die letzten Prozentpünktchen Gewinn noch mitnehmen möchte und das hohe Risiko nicht scheut, welches den Chancen gegenübersteht.


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Sven Weisenhaus
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Börse - Intern vom 13. April 2021:
Die Inflation schießt nach oben, der Nasdaq 100 auch

Heute gab es schlechte Nachrichten für die Börsen. So haben die beiden US-Gesundheitsbehörden FDA und CDC einen Impfstopp für das Vakzin von Johnson & Johnson empfohlen. Denn nach dem Vektorimpfstoff von AstraZeneca sind nun auch bei dem Produkt von Johnson & Johnson Thrombosen aufgetreten. Sechs Fälle von seltenen Blutgerinnseln wurden gemeldet, nachdem insgesamt 6,8 Millionen Dosen in den USA verabreicht wurden.

Dies kann natürlich die Öffnung der Wirtschaft verzögern. Bislang war man für die USA davon ausgegangen, dass die Herdenimmunität im Mai erreicht wird. Nun sagen erste Schätzungen, dass es sich bis in den Juni oder gar Juli verzögern könnte.

Inflation in den USA auf 2,6 % gestiegen

Hinzu kommt die Meldung, dass die jährliche Inflation in den USA im März auf 2,6 % kräftig angezogen hat, nach 1,7 % im Februar. Zuletzt waren die Verbraucherpreise im August 2018 derart stark gestiegen. Die Inflationssorgen könnten damit wieder angeheizt werden.

jährliche Inflation in den USA

Allerdings legte die Kernrate nur von 1,3 % auf 1,6 % zu. Und daher kann die US-Notenbank dem Treiben noch eine Weile tatenlos zusehen und weiterhin propagieren, dass der Anstieg der Verbraucherpreise insbesondere Basiseffekten geschuldet ist und vorübergehender Natur sein wird.

Und der Impfstopp bezüglich des Johnson & Johnson-Vakzins könnte der Notenbank sogar insofern in die Hände spielen, als dass sich daraus Risiken für die Erholung der Wirtschaft ableiten lassen und eine weiterhin lockere Geldpolitik somit notwendig ist. Daher waren die Reaktionen auf die Inflationsdaten an den Börsen auch eher gering und am Aktienmarkt sogar bullish.

Aber warten wir ab, wie die weitere Entwicklung bis zur Fed-Sitzung im Juni verläuft. Denn bis dahin wird sich noch zeigen, wie stark sich der Anstieg der Inflation fortsetzt und ob er die Fed zum Handeln zwingt. Denn wie in der Börse-Intern vom 6. April zu lesen war, gehen einige Experten davon aus, dass die Notenbank nach der Sitzung Mitte Juni erste Hinweise auf eine Reduzierung der monatlichen Anleihekäufe geben werde.

Fed-Chef sieht US-Wirtschaft an einem Wendepunkt

Passend dazu hat Jerome Powell, Chef der US-Notenbank (Fed), erst am vergangenen Sonntag gegenüber dem Sender CBS eingeräumt, dass die US-Wirtschaft einen Wendepunkt in der Corona-Krise erreicht hat. „Wir haben den Eindruck, dass wir an einer Stelle sind, an der die Wirtschaft vor einem viel schnelleren Wachstum steht und die Schaffung von Arbeitsplätzen viel schneller erfolgt", sagte Powell.

Diese Erkenntnis ist nach den jüngsten Einkaufsmanagerdaten und dem Arbeitsmarktbericht wohl auch kein Wunder (siehe auch Börse-Intern vom 6. April). Und wenn sich der Arbeitsplatzaufbau in diesem Tempo fortsetzt, dann herrscht bereits Anfang 2022 wieder Vollbeschäftigung in den USA. Die US-Notenbank könnte in diesem Fall eigentlich schon deutlich vor dem Jahreswechsel die Anleihekäufe reduzieren. Insofern lassen die Worte des Fed-Chefs aufhorchen, zumal sie sich inzwischen in eine immer länger werdende Reihe derartiger Wortmeldungen einreiht.   

Nasdaq 100 erreicht neues Allzeithoch

Ich sehe für den weiteren Verlauf des Jahres also eine zunehmende Gefahr für die Aktienmärkte. Aber noch streben diese nach oben. Der Nasdaq 100 konnte heute sogar ein neues Allzeithoch erreichen (siehe grüne Ellipse im folgenden Chart).

Nasdaq 100 - Chartanalyse

Damit folgte der Technologieindex der Elliott-Wellen-Analyse vom 25. März. Damals hatte ich geschrieben, „Dow Jones und Nasdaq 100 könnten nun wieder stark nach oben laufen“. Denn im Nasdaq 100 hatte es nach der ABC-Korrektur einen abgeschlossenen 5-gliedrigen Aufwärtsimpuls gegeben (grüne Ziffern), der die Welle 1 (blau) eines neuen übergeordneten Aufwärtsimpulses ausmachen sollte. Den anschließenden Rücksetzer, der sich als abc-Korrektur (grün) darstellte, deutete ich als Welle 2 (blau) des neuen übergeordneten Aufwärtsimpulses. Und die aktuelle Aufwärtswelle stellt somit nun die Welle 3 (blau) dar.

Da man diese auch schon 5-gliedrig zählen kann (grüne Ziffern), ist zu erwarten, dass der Ausbruch auf das neue Allzeithoch noch nicht nachhaltig ist. Stattdessen könnte es mit der Welle 4 (blau) noch einen Rücksetzer geben, bevor es dann durch die Welle 5 (blau) zu einem finalen Anstieg kommt.

Dieses Szenario passt auch zu unserer übergeordneten Elliott-Wellen-Analyse im Target-Trend-Spezial (siehe grüne Ziffern im folgenden Chart).

Nasdaq 100 - Target-Trend-Analyse

Und wenn die US-Notenbank im Sommer eine Reduzierung der Anleihekäufe ankündigt, könnte dies das Ende des großen Aufwärtstrends im Nasdaq 100 bedeuten.

So würden fundamentale Entwicklungen und Charttechnik sehr gut zusammenpassen. Warten wir ab, ob es tatsächlich so kommt…


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Ihr
Sven Weisenhaus
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PS: In unseren Stockstreet-Börsenbriefen hat es jüngst wieder Gewinnmitnahmen gegeben. Aus dem Depot des Allstar-Trader wurden heute die Aktien von der Areal Bank mit einem Gewinn von 9 % und die von Hapag-Lloyd mit einem Gewinn von 7 % verkauft. Areal Bank wurde erst vor weniger als 7 Woche und Hapag-Lloyd sogar erst vor 4 Wochen gekauft.
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Börse - Intern vom 12. April 2021:
Der DAX zum April-Verfallstag

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

an diesem Freitag ist der nächste (kleine) Verfallstag für die Aktienmärkte. Wir werfen daher wieder einen Blick auf die aktuelle Konstellation an den Terminbörsen.

Das aktuelle Verfallstagsdiagramm

Das Verfallstagsdiagramm zeigt: Bei einem Stand von rund 15.250 Punkten (siehe Pfeile) steht der DAX schon weit im bullishen Bereich. Oberhalb dieser Marke finden sich kaum noch Put-Positionen (rote Bal­ken), so dass es aus Sicht der Verfallstagspositionierung keinen „natürlichen“ Abwärtsdruck mehr gibt.

Verfallstagsdiagramm DAX April 2021

Das bedeutet, dass ein weiterer DAX-Anstieg zur verstärkten Absicherung der Call-Positionen (blaue Balken) der Stillhalter führt. Das würde den Aufwärtsdruck verstärken und den DAX weiter nach oben treiben.

Allerdings liegt erst wieder bei 15.400 Punkten die nächste größere Call-Position, die größere Absicherungen erforderlich macht. Die (Call-)Stillhalter dürften also relativ leichtes Spiel haben, den DAX unter dieser Marke zu halten.

Was die Charttechnik sagt

Zur Hilfe kommt ihnen dabei die Charttechnik. Zum einen stößt der DAX bereits an seinem jüngsten Hoch bei 15.311,86 Punkten auf einen Widerstand. Etwas höher, bei 15.383,86 Punkten, liegt die 200%-Fibonacci-Extension der möglichen Welle 3 der laufenden Aufwärtsbewegung. Deren Länge beträgt im Idealfall 161% der Welle 1. Da der DAX aber schon weiter gestiegen ist, kommt nun die 200%-Marke als Kursziel und Widerstand für die Welle 3 infrage.

DAX - Tageschart seit Juni 2020

Nach unten bietet sich natürlich die runde 15.000er Marke als Kursziel an. Dort liegt auch die jeweils nächste größere Call- und Put-Position, welche die Stillhalter bei einem Abrechnungspreis auf diesem Niveau aus dem Geld nehmen könnten. Charttechnisch könnte auch die 14.900-Punkte-Marke ein Kursziel sein, weil knapp darunter das Tief der jüngsten Ausbruchskerze sowie eine größere Kurslücke liegen.

Allerdings läuft der DAX abgesehen von dem kurzen „Überschwinger“ nach Ostern seit Ende März sehr stabil in dem kurzfristigen steilen Aufwärtstrend (schwarze Linien). Wenn er diesen Trend fortsetzt, dann sollte das Abwärtspotenzial bis zum Verfallstag auf 15.000 Punkte begrenzt bleiben.

Achten Sie auf die Volatilität!

Dafür spricht auch die jüngste Bewegung seit dem Hoch, deren Potenzial zwar theoretisch bis gut 14.900 Punkten reicht, was aber kaum bis Freitag erreicht werden dürfte. Wahrscheinlicher ist, dass bis dahin z.B. das „Oster-Gap“ geschlossen wird, das der DAX am vergangenen Dienstag gebildet hat. Dann bliebe er sogar noch oberhalb von 15.100 Punkten.

Damit würde er jedoch seine sehr geringen Kursbewegungen der vergangenen Tage beibehalten. Doch die kurzfristige Volatilität ist schon auf einen sehr geringen Wert gefallen, den der DAX in seiner Historie nur in 2,7 % aller Fälle erreicht bzw. unterschritten hat. Es ist also demnächst mit einer impulsiveren Bewegung zu rechnen.

Wenn diese noch vor dem Verfallstag beginnt, heißt es, sehr genau aufzupassen. Schließlich können die Stillhalter dann schnell versuchen, den Kurs wieder einzufangen – vor allem wenn der Impuls nach oben geht. Kurzfristige Trader sollten also ihre Gewinne möglichst schnell sichern, idealerweise wenn das Momentum dieses Impulses erlahmt.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihren Trades!

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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Börse - Intern vom 9. April 2021:
Am Devisenmarkt hatten die Wortmeldungen bereits Wirkung

Es gibt sicherlich keinen Zusammenhang mit meinem Beitrag vom Mittwoch, doch seitdem scheinen sich die Notenbanker förmlich die Klinke in die Hand zu geben. Vielleicht ist es aber auch nur mein subjektiver Eindruck, weil ich die Wortmeldungen von Geldpolitikern derzeit besonders aufmerksam beobachte. Jedenfalls hat nun auch der EZB-Vizepräsident Luis de Guindos seine Sicht der Dinge geschildert.

Er sprach sich dafür aus, die geldpolitischen und fiskalischen Hilfen für die Euro-Zone nur äußerst vorsichtig und graduell herunterzufahren. Sie müssten die Erholung der Wirtschaft begleiten, sagte der Stellvertreter von Notenbankchefin Christine Lagarde heute auf einem Webinar. Es sei besser zu langsam als zu schnell vorzugehen.

Kaum noch ob, sondern eher wie

Man kann diese Aussagen sicherlich unterschiedlich interpretieren. Ich jedenfalls wundere mich, dass Herr Guindos kaum noch in Frage stellt, ob die Anleihekäufe reduziert werden, sondern den Fokus darauf gelegt hat, in welchem Tempo die Reduzierung erfolgen soll. Auch dies ist für mich ein Hinweis darauf, dass die Notenbank die Märkte langsam auf diesen Schritt einstimmt. Aber vielleicht interpretiere ich zu viel hinein.

Allerdings wies Guindos auch explizit darauf hin, dass ein zu langes Festhalten an den Maßnahmen Gefahren berge. Es könne dazu führen, dass sogenannte „Zombi-Unternehmen“ entstünden, indem eigentlich nicht mehr lebensfähigen Firmen das Weiterbestehen ermöglicht werde. Diese Erkenntnis ist sicherlich nicht neu, aber genau deshalb stellt sich mir die Frage, warum er genau jetzt noch einmal darauf hingewiesen hat. Aber vielleicht interpretiere ich auch da zu viel hinein.

Steigt die Inflation doch stärker, will auch die Fed handeln

Der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, sagte gestern übrigens in einer Diskussionsrunde auf dem Frühjahrstreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF), dass es wohl nur vorübergehend zu einer stärkeren Inflation kommen werde. Falls die Teuerungsrate entgegen den Voraussagen der Notenbank dennoch deutlich zulegen und anhaltend über 2 % liegen sollte, werde die Fed allerdings darauf reagieren, so Powell. Auch hier scheint also das strikte Festhalten am bisherigen Plan zu wanken. Aber Sie wissen schon: Vielleicht interpretiere ich auch da zu viel hinein.

Am Devisenmarkt hatten die Wortmeldungen bereits Wirkung

Wenn ich mir allerdings die jüngsten Entwicklungen am Devisenmarkt anschaue, wo überwiegend institutionelle Trader unterwegs sind, dann wurden die Aussagen der Notenbanker scheinbar auch von vielen anderen Marktteilnehmern genau so verstanden.

Vor einer Woche war im Premium-Trader zu lesen, dass der Renditeanstieg in den USA zu einer Ausweitung der Renditedifferenz gegenüber den Anleihemärkten in der Eurozone geführt hat. Denn weil die Europäische Zentralbank angekündigt hatte, ihre Anleihekäufe temporär auszuweiten, blieb der Renditeanstieg hierzulande deutlich hinter dem in den USA zurück. Und so wurde der Dollar gegenüber dem Euro attraktiver. Der EUR/USD hatte in der Folge fast sämtliche Kursgewinne seit Anfang November 2020 abgegeben. Dazu der Chart aus der Wochenausgabe des Premium-Traders vom 1. April:

EUR/USD - Chartanalyse vom 01.04.2021

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Wechselkurs allerdings eine Kreuzunterstützung erreicht. „Diese besteht aus der unteren Linie des aktuellen Abwärtstrendkanals (rot), der unteren Begrenzung einer ehemaligen Seitwärtsrange und dem 38,20%-Fibonacci-Retracement der gesamten Aufwärtsbewegung seit dem Tief von März 2020 (graue Linien). Endet hier womöglich eine Welle 2 (blau)? Das dürfte ganz erheblich von der weiteren Entwicklung der Anleiherenditen abhängen“, war dazu zu lesen.

Tatsächlich hat die Kreuzunterstützung gehalten. Und der EUR/USD ist bis an das obere Ende der Seitwärtsrange (gelb) sowie des Abwärtstrendkanals (rot) gelaufen.

EUR/USD - aktuelle Chartanalyse

Jetzt kann man sicherlich darüber streiten, ob es sich einfach nur um eine charttechnisch bedingte Kurserholung durch die Kreuzunterstützung handelt oder die recht starke Gegenbewegung ausgelöst wurde, weil die Währungshüter eine Reduzierung der Anleihekäufe ins Spiel gebracht haben, und das insbesondere auf Seiten der EZB, während sich die Fed noch zögerlich mit Aussagen in diese Richtung gezeigt hat.

Für das charttechnische Argument spricht, dass der Kursanstieg bereits zu einem großen Teil gelaufen war, bevor sich die EZB-Mitglieder ab Mitte dieser Woche zu Wort gemeldet haben. Allerdings gelten die Devisenhändler als besonders gut informiert. Womöglich hatten sie also einen kleinen Wissensvorsprung. Jedenfalls dürfte es der Kurserholung des EUR/USD nicht geschadet haben, dass jüngst die Worte gefallen sind, über die ich hier seit Mittwoch berichtet habe.

Womöglich steht der EUR/USD vor einem starken Comeback

Und wenn nun auch noch der bullishe Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal und der Seitwärtsrange sowie der Anstieg über das jüngste Zwischenhoch der Abwärtsbewegung gelingen, dann könnte die Korrektur ein Ende gefunden haben. Womöglich ist dann tatsächlich eine Welle 2 (blau) zu Ende gegangen und der Euro steht vor einem starken Comeback gegenüber dem Dollar.

Im Target-Trend-CFD haben wir jedenfalls unsere Leser schon wiederholt darauf hingewiesen, dass wir nicht daran glauben, dass sich der aktuelle Renditevorteil der USA noch sehr viel mehr ausweiten wird. Stattdessen dürfte die Eurozone zu den USA bald aufholen, was die Erholung der Wirtschaft und damit auch den Anstieg der Renditen angeht. Daher glauben wir an eine Kurserholung beim EUR/USD. Diese hat womöglich gerade erst begonnen.


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Gute Kontraindikatoren, aber schlechte Timing-Indikatoren

Nach der ersten Wortmeldung bezüglich einer möglichen Reduzierung von Anleihekäufen durch die Notenbanken vom niederländischen Notenbankchef Klaas Knot hat sich heute auch Österreichs Notenbankchef Robert Holzmann dazu geäußert: „Die Entscheidung für das 3. Quartal wird bis zum Ende des 2. Quartals getroffen und bis dahin wird es hoffentlich eine Möglichkeit geben, die Käufe erneut zu verringern“, sagte er heute dem Sender CNBC. – Jetzt kommen also sogar schon relativ konkrete Zeitangaben hinzu.

Zudem betonte die EZB-Chefin Christine Lagarde heute noch einmal, dass der PEPP-Kaufrahmen nicht voll ausgeschöpft wird, wenn günstige Finanzierungsbedingungen gesichert werden können. Aus Ihrer Sicht werde sich die Wirtschaft der Euro-Zone langsam aus der Umklammerung durch die Pandemie lösen. – Die Wortmeldungen mehren sich also.

Und auch ein Geldpolitiker aus den USA hat sich in diese Richtung geäußert. Der Präsident der Fed-Filiale von Dallas, Robert Kaplan, befürchtet, dass die anhaltend tiefen Zinsen sowie die umfangreichen Anleihekäufe zu Übertreibungen und Ungleichgewichten an den Börsen führen könnten. Zwar spricht er sich damit nicht direkt für ein langsames Zurückfahren der extrem expansiven Geldpolitik aus, durch den Hinweis auf die Risiken aber zumindest indirekt.

Übertreibungen und Ungleichgewichte an den Aktienmärkten

Und er spricht damit ein Problem an, welches schon längst offensichtlich ist. Schauen wir uns dazu nur den Chart des S&P 500 an, den wir auch schon für die Leser des Premium-Traders analysiert haben:

S&P 500 - Chartanalyse

Zu sehen ist hier, dass die Kursausschläge seit Anfang 2018 immer größer und letztlich immer extremer wurden. Seit dem Corona-Krisen-Tief im März 2020 hat der S&P 500 um mehr als 86 % hinzugewonnen. Der Index notiert damit aktuell schon um mehr als 20 % über seinem Vor-Krisen-Niveau (rote horizontale Linie im Chart). Derweil hat die US-Wirtschaft ihr Vor-Krisen-Niveau gerade erst wieder erreicht. Der Wochenindikator der New York Fed zeigt seit Mitte März ein reales BIP über dem Vorjahresniveau an.

Wöchentlicher Aktivitätsindikator der New York Fed
(Quelle: Helaba)

Vergleicht man aber die Entwicklung dieses Aktivitätsindikators mit dem Chart des S&P 500, dann erkennt man leicht, dass sich der Aktienmarkt von der Realwirtschaft scheinbar abgekoppelt hat. Der Hund (Aktienmarkt) ist seinem Herrchen (Wirtschaft) also ziemlich weit vorausgelaufen, um mal wieder das berühmte Bild des 1999 verstorbenen Bo?rsenexperten Andre? Kostolany heranzuziehen. Und dadurch sind Aktien insbesondere aus dem S&P 500 derzeit extrem hoch bewertet.

Bewertungsindikator für S&P 500 und DAX
(Quelle: Helaba)

Kurioserweise glaubt dennoch derzeit kaum jemand, dass es mit den Aktienkursen auch mal etwas stärker abwärts gehen könnte.

Kaum jemand glaubt noch an fallende Aktienkurse

Stattdessen gehen laut der jüngsten Sentiment-Umfrage der American Association of Individual Investors 56,9 % der Privatanleger von einem kurzfristigen Anstieg der Aktienkurse aus. Damit befindet sich die Stimmung auf einem 1-Jahres-Hoch. Der historische Durchschnitt liegt bei 38 %.

Sentiment der American Association of Individual Investors
(Quelle: https://www.aaii.com/sentimentsurvey)

Man könnte also aktuell durchaus von einer gewissen Aktien-Euphorie sprechen. Und das umso mehr, wenn man einen Blick auf die Investitionsquoten wirft. So haben Anleger laut der folgenden Grafik der Helaba ihre Portfolios bereits sehr offensiv ausgerichtet. Demnach hat in den USA der Anteil von Aktien am Finanzvermögen der privaten Haushalte im 4. Quartal 2020 mit ca. 38 % die bisherigen Höchststände aus dem 1. Quartal des Jahres 2000 erreicht. Damals platze wenig später die New Economy-Blase.

Aktienquote privater US-Haushalte
(Quelle: Helaba)

Und wie diese Grafik auch zeigt, geht ein Anstieg der KGV-Bewertung des S&P 500 mit der Investitionsquote Hand in Hand. Die Privatanleger tragen also einen gehörigen Anteil dazu bei, dass die Aktienmärkte inzwischen massiv überkauft sind.

Guter Kontraindikator, aber schlechter Timing-Indikator

Und meist ist gerade eine extrem bullishe Stimmung unter den Kleinanlegern ein guter Kontraindikator. Das Problem ist lediglich, dass es sich nicht gerade um einen guten Timing-Indikator handelt. Es stellt sich also nicht die Frage, ob die Aktienmärkte bald in eine mächtige Gegenbewegung geraten werden, sondern wann genau man dem Aktienmarkt vorerst den Rücken kehren sollte.

Nicht ohne Grund weise ich schon eine ganze Weile auf die irrsinnigen Entwicklungen an den Aktienmärkten hin, obwohl die Aktienindizes immer wieder neue Höchststände erreichen. Aber nur weil sie dies tun, heißt das nicht, dass ich mit meinen Analysen falsch liege. Denn wir befinden uns unzweifelhaft in einer Übertreibung. Und ich hatte mehrfach auch darauf hingewiesen, dass solche Phasen meist länger anhalten, als man es für möglich hält.

Ich plädiere weiter dafür, neue Long-Positionen entweder nur mit einem sehr langfristigen Anlagehorizont einzugehen, wenn man zwischenzeitliche Rücksetzer problemlos aussitzen kann, oder nur mit einem sehr kurzfristigen, wenn man die letzten Prozentpünktchen Gewinn noch mitnehmen möchte.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


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