Börse - Intern - 10-Tage-Rückblick

Ihr täglicher und kostenloser Börsen-Newsletter


Der 10-Tage-Rückblick des Börse Intern informiert Sie darüber, was die Märkte in den letzten zehn Tagen wirklich bewegt hat. Regelmäßige und vor allem zuverlässige Informationen sind die Basis für Ihren Börsenerfolg. Mit diesem Service bieten wir Ihnen die Inhalte der vergangenen zehn Ausgaben übersichtlich auf einer Seite dargestellt.


Börse - Intern vom 17. Oktober 2017:
Steht die Kursentwicklung im Einklang mit dem Gewinnwachstum?

Zu meiner Antwort auf eine Lesermail, die ich am vergangenen Freitag hier in der Börse-Intern veröffentlicht habe, möchte ich Ihnen heute noch einen interessanten Chart nachliefern. Diesen habe zufälligerweise ebenfalls am Freitag von der Deutsche Asset Management erhalten. Er untermalt meine Aussage, dass wir es an den Aktienmärkten aktuell keinesfalls mit einer Blase zu tun haben.

Denn wie der Chart zeigt, handeln die Aktienkurse des S&P 500 derzeit zwar über dem Niveau, das historisch mit den aktuellen Unternehmensgewinnen korrespondiert, allerdings nur relativ moderat.

S&P 500 vs. Gewinnentwicklung
(Grafikquelle: Deutsche Asset Management Investment GmbH)

Seit 1945 sind die Nachsteuergewinne in den USA durchschnittlich um 7,5 % pro Jahr gewachsen. Im gleichen Zeitraum stieg der US-Aktienmarkt, repräsentiert durch den S&P 500, um 7,3 % pro Jahr. Dabei hat sich die Schere zwischen Gewinn- und Kursentwicklung zuletzt geöffnet, weil die Kurse schneller gestiegen sind als die Gewinne.

Aber eine Blase lässt sich nicht erkennen - da gab es in der Vergangenheit schon viel größere Diskrepanzen. Deshalb würde ein schärferer Rücksetzer völlig ausreichen, um die Schere zu schließen und die charttechnisch überkaufte Lage an den Märkten zu bereinigen.

Bewegungsarmut der Aktienmärkte setzt sich fort

Doch die Anleger denken aktuell gar nicht daran, ihre Aktien zu den aktuellen Kursen aus dem Depot zu werfen. Stattdessen setzt sich die leichte Aufwärtstendenz der Aktienmärkte unter höchster Bewegungsarmut auch in der neuen Handelswoche fort. Im DAX hat der Sprung über die 13.000er Marke lediglich bewirkt, dass sich die lustlose Seitwärtstendenz auf einem leicht höheren Niveau fortsetzt (siehe gelbe Rechtecke im Chart). Dieses Kursverhalten haben wir in der jüngsten Vergangenheit schon mehrfach beobachten können (oder müssen).

DAX - kurzfristige Seitwärtsbewegungen

Da sich die Kurse aber bislang letztlich stets weiter nach oben bewegten, ist das Chartbild nach wie vor äußerst bullish zu werten. Auch weil die US-Indizes seit ihrem Tief vom 25. September (siehe vertikale Linie im folgenden Chart) kontinuierlich weiter zulegen können, wenn auch nur in minimalen Trippelschritten.

Kursentwicklung der US-Indizes

Wer aktuell investiert ist, hat es daher derzeit einfach. Man hält an den Long-Positionen fest und zieht die Stopps nach, bis es zu klar bearishen Signalen kommt.

Jetzt einsteigen oder short gehen?

Wer hingegen noch nicht investiert ist, muss sich dagegen die Frage stellen, ob genau jetzt der richtige Zeitpunkt ist, in den Markt einzusteigen. Schließlich könnten die Kursgewinne, die bei dem aktuellen Aufwärtstempo mühselig über viele Tage erzielt werden, an nur einem einzigen schwachen Tag (mehr als) ausradiert werden. Man muss also sehr vorsichtig agieren. Wie man dabei vorgeht, zeigen wir in unseren diversen Börsendiensten. Das einzige, wovon man derzeit eher absehen sollte, sind Short-Trades. Diese sollte man nur sehr überlegt und mit geringem Risiko, also kleinen Positionen eingehen.

Fazit

Die Aufwärtsbewegungen an den Aktienmärkten stehen grundsätzlich im Einklang mit den fundamentalen Entwicklungen. Allerdings sind die Kurse zuletzt doch etwas zu lange gestiegen, ohne dass es zu bereinigenden Rücksetzern kam. Daher muss man aktuell sehr genau überlegen, ob man noch einsteigen sollte oder besser auf einen Rücksetzer wartet.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


Die Börsenbriefe von Stockstreet

Die gut abgestimmte Palette unserer Börsenbriefe reicht von der Investment Strategie für langfristig orientierte Investoren, über die Aktien-Perlen und den Premium Trader, bis hin zum Allstar Trader für schnelle Gewinne. Der sehr spekulative Hebel XXL und die täglichen Chartanalysen des Target Trend Spezial runden das Angebot ab.

Testen Sie unser Angebot!


Börse - Intern vom 16. Oktober 2017:
Warum der DAX weiter an der 13.000 klebt

Inhaltsverzeichnis

Warum der DAX weiter an der 13.000 klebt

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

am Freitag ist wieder Verfallstag – und das könnte der Grund sein, warum der DAX bis dahin weiter an der 13.000er Marke klebt.

Die aktuelle Verfallstagspositionierung

Werfen wir dazu zunächst einen Blick auf das aktuelle Verfallstagsdiagramm:

Verfallstagsdiagramm DAX Oktober 2017

(Quelle der Daten: EUREX)

Auffällig ist natürlich die große Call-Position (blau) bei 13.000 Punkten, die größte überhaupt. Bei einem Sprung des DAX darüber würde diese große Position ins Geld laufen. Das werden die Stillhalter vorerst weiter zu verhindern versuchen – und den DAX damit unter der 13.000-Punkte-Marke halten.

Starke Rally bei Ausbruch wahrscheinlich!

Spannend wird es, wenn dem DAX aber doch der Ausbruch gelingt. Dann müssten die Stillhalter auch noch diese Position absichern, was (bei der Größe und Bedeutung dieser Position) zu schnell steigenden Kursen führen dürfte. Aber solange die US-Indizes in der laufenden Quartalsberichtssaison keinen neuen Aufwärtsschub erfahren, ist die Chance dafür in den kommenden Tagen eher gering.

Wenn aber der DAX tatsächlich bis zum Verfallstag unter der 13.000-Punkte-Marke bleibt, könnte den Bullen auch die Puste ausgehen. Immerhin kämpfen sie nun schon seit knapp zwei Wochen mit diesem neuralgischen Niveau. Und dann ist auch ein Rücksetzer von dieser Linie möglich.

Ein möglicher Trade auf die untere Zielmarke

Also werfen wir einen Blick nach unten, um eine untere Zielmarke zu finden. Dabei fällt auf, dass auch unterhalb der 13.000er Marke noch viele Call- (blaue Säulen) und relativ wenige Put-Positionen (rote Säulen) liegen. Die nächste größere Put-Position findet sich erst bei 12.800 Punkten. Bei 12.700 Punkten liegt der optimale Zielwert für die Stillhalter in der Max-Pain-Darstellung (siehe unteres, kleines Diagramm) und ab 12.600 Punkten nehmen die Put-Positionen überhand. Unter diesen Bereich sollte der DAX also unter normalen Umständen bis zum Verfallstag nicht fallen.

Damit bietet sich für kurzfristige Trader für die nächsten Tage eine klassische Strategie an: ein Short-Trade, der bei kurzfristigen bearishen Umkehrsignalen möglichst nahe an der 13.000-Punkte-Marke gestartet wird. Er sollte idealerweise aus drei Teilpositionen bestehen: Die erste Position sichert den Break Even des Trades, indem sie möglichst bald verkauft wird, wenn der Trade in die gewünschte Richtung läuft. Sofort danach wird der Stopp für die zwei restlichen Positionen so nachgezogen, dass der Trade etwa +/-0 endet, falls dieser Stopp ausgelöst wird.

Die zweite Position könnte z.B. Gewinne bei 12.800 Punkten sichern (womit der Trade schon im Gewinn enden sollte) und mit der dritten kann man z.B. bei 12.650 Punkten aussteigen. Wichtig bei diesem Trade ist, die Stopps umsichtig zu setzen: Nach dem Verkauf der ersten Position sollte kein signifikanter Verlust mehr entstehen und nach dem Verkauf der zweiten sollte auf jeden Fall ein klarer Gewinn übrigbleiben – selbst wenn die restliche(n) Position(en) ausgestoppt werden. Der anfängliche Stopp (für alle drei Positionen) wird am besten oberhalb des immer noch gültigen Allzeithochs des DAX bei 13.036,74 Punkten gelegt. Wo genau hängt natürlich von Ihrem Risiko- und Positionsmanagement ab und von den Instrumenten, mit denen Sie diesen Trade eingehen.

Ich wünsche Ihnen für diesen oder jeden anderen „Verfallstags-Trade“ in jedem Fall viel Erfolg!

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


Die Börsenbriefe von Stockstreet

Die gut abgestimmte Palette unserer Börsenbriefe reicht von der Investment Strategie für langfristig orientierte Investoren, über die Aktien-Perlen und den Premium Trader, bis hin zum Allstar Trader für schnelle Gewinne. Der sehr spekulative Hebel XXL und die täglichen Chartanalysen des Target Trend Spezial runden das Angebot ab.

Testen Sie unser Angebot!


Trader-Sentiment für 42. KW 2017 (16.10. - 20.10.)

Der DAX zeigte in der vergangenen Handelswoche (siehe helles Rechteck im folgenden Chart) nur bedingt Schwäche und überwiegend Stärke. Die Kursentwicklung bis Donnerstag kann man, auch wenn es im Tief zwischenzeitig zu leichten Verlusten von 0,36 % kam, als Pendeln um den Schlusskurs der Vorwoche (blaue Linie, 12.955,94 Punkte) sehen und damit als stabil bezeichnen. Und ab dem Tief von Dienstag legten die Kurse tendenziell zu und am Ende stand beim Schlusskurs von 12.991,87 Zählern ein Wochengewinn in Höhe von 35,93 Punkten bzw. 0,28 %.

Damit kann man dieses Mal wieder durchaus behaupten, dass das Sentiment erneut als Kontraindikator funktioniert hat. Denn in der Umfrage zuvor hatte die (knappe) Mehrheit der Teilnehmer (51,87 %) fallende Notierungen erwartet.

Allerdings ist die Formel für das Sentiment aktuell sehr simpel: Gehen die Anleger mehrheitlich von fallenden Kursen aus, funktioniert der Kontraindikator, sind die Bullen aber in der Mehrzahl, erleidet er eine Schlappe. Denn seit inzwischen sechs Wochen in Folge legt der DAX auf Wochensicht zu, unabhängig davon, ob die Anleger steigende oder fallende Kurse erwartet haben.

Daher wäre nun eigentlich zu erwarten, dass das Sentiment in der neuen Woche nicht als Kontraindikator funktionieren wird. Denn in der aktuellen Umfrage sind die meisten Anleger wieder optimistisch. 52,93 % der Voting-Teilnehmer sehen die Aufwärtsbewegung im DAX noch nicht enden.

Allerdings sollte man angesichts der überkauften Lage im DAX davon ausgehen, dass es zumindest mal zu einem Rücksetzer kommt. Fällt dieser in den kommenden Tagen stärker aus, war das Sentiment doch wieder ein funktionierender Kontraindikator.


Ihr
Sven Weisenhaus
- Stockstreet-Team -
www.trader-sentiment.de


Börse - Intern vom 13. Oktober 2017:
Korrektur oder Trendwende? - Auf den Zeitraum kommt es an

Inhaltsverzeichnis

Korrektur oder Trendwende? - Auf den Zeitraum kommt es an

War das gestern wirklich eine bedeutende Nachricht? Tagelang notierte der DAX nur minimal unterhalb von 13.000 Punkten und die Welt kannte kaum ein anderes Thema als das gebannte Warten auf das Erreichen dieser runden Marke. Und als die Hürde dann kurzzeitig und minimal überwunden wurde, schossen die entsprechenden Eilmeldungen dazu ins E-Mail-Postfach und wurden die Webseiten und Fernsehsendungen mit Meldungen darüber vollgestopft.

13.000 Punkte, hurra !?

Dazu wurde berichtet, der DAX hätte diese Marke erreicht, weil die Wirtschaftsperspektiven im Euroraum gut seien und der Euro zuletzt schwächer war. Waren die Perspektiven denn in den Tagen zuvor deutlich weniger rosig? Neue Wirtschaftsdaten, die ausgerechnet gestern einen Anstieg des DAX über 13.000 Punkte hätten begründen können, gab es jedenfalls nicht.

Aber selbst wenn die These vom Wirtschaftswachstum längerfristig betrachtet nicht einmal grundsätzlich falsch ist, so ist zumindest das Argument des schwächeren Euros völlig an den Haaren herbeigezogen. Denn der Euro zeigt bereits seit einer Woche erneut Stärke und erreichte ausgerechnet gestern den Hochpunkt dieser Bewegung, als der DAX die 13.000 Punkte überwand.

Nun gut, irgendwie müssen die Kommentatoren den gestrigen Anstieg auf bzw. über die vermeintlich wichtige DAX-Marke ja erklären. Und damit die Begründungen massentauglich sind, werden eben einfache und bekannte Argumente geliefert, die auf den ersten Blick einleuchtend und plausibel klingen, es aber bei genauerem Hinsehen, wenn überhaupt, nur bedingt sind.

Ich bin jedenfalls froh, dass Sie, liebe Leserinnen und Leser, Interesse an den tieferen Zusammenhängen zeigen. Das belegen auch die Leser-Mails, die wir regelmäßig erhalten. Und weil sich am Markt, auch nach dem leichten Überwinden der 13.000-Punkte-Marke, weiterhin nur wenig bewegt, komme ich noch einmal zu grundlegenden Themen.

Korrektur oder Trendwende? - Auf den Zeitraum kommt es an

Häufig verwende ich in meinen Analysen die Begriffe „kurzfristig“, mittelfristig“ und „langfristig“. Doch was ist damit eigentlich genau gemeint? Mehrfach habe ich auch schon geschrieben, dass ich eine „Korrektur“ bei den US-Indizes erwarte, jedoch keine „Trendwende“. Ist aber nicht jede Korrektur auch eine kurzfristige Trendwende?

Bei der Antwort auf diese Frage kommt es auf den betrachteten Zeitraum an. Kurzfristig betrachtet entsteht durch eine Korrektur natürlich eine Trendwende. So könnte man zum Beispiel den Beginn der DAX-Korrektur im Juni durchaus als (kurzfristige) Trendwende bezeichnen, ebenso wie das Ende der Korrektur.

DAX - Trendwechsel

Doch mit Blick auf den Aufwärtstrendkanal im folgenden Target-Trend-Chart des DAX wird man wohl kaum von einer "Trendwende" sprechen, sondern eben nur von einer zwischenzeitigen "Korrektur" im intakten Aufwärtstrend. Mittelfristig betrachtet ist eine kurzzeitige Korrektur also keine Trendwende.

DAX - mittelfristiger Aufwärtstrend

Und als langfristig sind die großen Wirtschaftstrends zu sehen, in denen die Aktien übergeordnet betrachtet kontinuierlich steigen, weil die Wirtschaft wächst bzw. länger anhaltend fallen, wenn es wirtschaftlich nicht rund läuft.

Aber selbst bei diesen Ausführungen kann man anders argumentieren. Charttechnik ist eben keine eindeutige Wissenschaft. Und daher muss man die verwendeten Begrifflichkeiten stets in dem dazugehörigen Kontext sehen.


Die Börsenbriefe von Stockstreet

Die gut abgestimmte Palette unserer Börsenbriefe reicht von der Investment Strategie für langfristig orientierte Investoren, über die Aktien-Perlen und den Premium Trader, bis hin zum Allstar Trader für schnelle Gewinne. Der sehr spekulative Hebel XXL und die täglichen Chartanalysen des Target Trend Spezial runden das Angebot ab.

Testen Sie unser Angebot!


Leserfrage: Haben wir eine Blase am Aktienmarkt?

Zum Abschluss möchte ich hier an dieser Stelle noch kurz auf eine Leserfrage eingehen, weil die Beantwortung auch für andere Leser interessant sein könnte. Die Frage lautet auszugsweise wie folgt:

Sehr geehrter Herr Weisenhaus,

(…) Sie schreiben, dass ein Großteil der durch die Zentralbanken geschaffenen Liquidität nicht in die Realwirtschaft, sondern in die Finanzmärkte fließt. (…) Diese Argumentation (…) spricht doch aber für eine gewisse (kleine oder große) Blasenbildung an den Aktienmärkten. Andererseits ist immer wieder zu lesen, dass es keine Blasenbildung gäbe, das Dax-KGV sei im normalen Bereich, die US-Aktien - na ja, die sind ein wenig überteuert. Das hört sich nicht gerade so erschreckend an. Wo ist der Gedankenfehler?

Dazu meine Antwort:

Die größte Blase schwebt über dem Anleihemarkt

Die größte Blase findet dort statt, wo die Notenbanken direkt als Käufer am Markt auftreten - bei den Anleihen. Das man am Aktienmarkt nicht unbedingt von einer Blase sprechen kann, liegt an der RELATIVEN Betrachtung. Denn im Vergleich zu den Bewertungen am Anleihemarkt sind die Aktienmärkte noch RELATIV günstig (siehe zum Beispiel Anleiherenditen vs. Dividendenrenditen).

Außerdem schieben die Geldspritzen der Notenbanken natürlich auch die Konjunktur an und führen damit zu steigenden Unternehmensgewinnen. Dieses Gewinnplus der Unternehmen lässt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktien sinken oder bei gleichzeitig weiter steigenden Aktienkursen zumindest relativ stabil bleiben.

Weil die Bewertung an den Aktienmärkten deshalb auch noch nicht überzogen ist, erwarte ich keine Trendwende, sondern eben lediglich eine Korrektur. - Ich denke, Sie können diese Aussage nun in den passenden Kontext setzen.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


Börse - Intern vom 12. Oktober 2017:
Ist die niedrige Volatilität ein nützliches Warnsignal?

Es tut sich weiterhin nur sehr wenig an den Märkten. Der DAX setzt seine extrem enge Seitwärtsbewegung fort. Zwar konnte er heute ganz kurz und ganz knapp über die 13.000er Marke blicken (siehe grüner Kreis im folgenden Chart), was sofort ein dementsprechendes Medienecho hervorrief, doch prallten die Kurse letztlich erneut von dieser psychologisch wichtigen Hürde ab:

DAX - Seitwärtsbewegung

Damit hat sich eigentlich wenig geändert. Und auch bei vielen anderen Werten tendieren die Kurse seit Tagen lediglich seitwärts (zum Beispiel Bund-Future, Ölpreise etc.). Dies gibt mir die Gelegenheit, über Grundsätzliches zu schreiben.

Niedrige Volatilität deutet auf Sorglosigkeit der Anleger hin

Hier in der Börse-Intern habe ich zuletzt wiederholt erwähnt, dass die aktuell sehr niedrige Volatilität für eine gewisse Sorglosigkeit unter den Anlegern spricht und dies ein Warnsignal sein kann. Und nicht nur ich warne davor, sondern auch einige ausgewiesene Experten. Neben dem gestern erwähnten EZB-Ratsmitglied hat zum Beispiel auch die US-amerikanische Großbank JP Morgan längst vor der „trügerischen Ruhe“ an den Börsen gewarnt. Die niedrigen Spreads zwischen Staatsanleihen und riskanten Unternehmensanleihen und die niedrige Volatilität deuten nach Einschätzung der Analysten auf eine zu große Gelassenheit der Anleger hin.

Das ist so auch völlig korrekt. Doch diese Information allein kann man für Trades oder Investments nicht nutzen. Denn die Volatilität oder Volatilitätsindizes sind keine guten (Früh-)Indikatoren.

Das Problem der relativen Betrachtung

Es ist nämlich keineswegs so, dass es nach sehr engen Seitwärtsbewegungen häufig zu starken Kursverlusten oder gar Crashs kommt. Dies sieht man ja bereits am DAX-Chart oben. Wenn es allerdings nach engen Seitwärtsbewegungen zu einem stärkeren Kursverlust kommt, dann erscheint bereits ein relativ kleines Minus im Vergleich zur vorherigen Kursbandbreite sehr viel größer. Und das kann dann schnell zu Panik führen.

Dabei handelt es sich aber lediglich um ein Problem der Relation. Nehmen wir als Beispiel die aktuelle Handelsspanne des DAX (rechtes Rechteck im Chart oben). Diese beträgt über weite Strecken gerade einmal 40 Punkte - bzw. 0,3 %. Wenn es im DAX nun zu einem Kursrutsch von 160 Zählern kommt, dann kann dies schnell nach crashartigen Verkäufen aussehen (siehe roter Pfeil im folgenden Chart).

DAX - Kursrutsch um 1,2 %

Doch letztlich lägen die Verluste bei diesem Beispiel gerade einmal bei 1,2 %. Im Vergleich zum vorangegangenen Anstieg (siehe folgender Chart) ist das nichts.

DAX - Aufwärtsbewegung

Und je weiter man den Chartausschnitt wählt, umso mickriger erscheint so ein (relativ kleiner) Rücksetzer.

Doch wenn einige Anleger sehr kurzfristig agieren und entsprechend kleine Chartabschnitte betrachten, kann ihnen die Psyche einen Streich spielen. Wird eine enge Seitwärtsrange gebrochen und zieht die Volatilität damit plötzlich an, könnte dies schnell panikartige Reaktionen hervorrufen. Ein weiteres Problem ist, dass durch die niedrige Volatilität viele Marktteilnehmer dazu verleitet werden, zu enge Stopps zu setzen. Wenn also die ersten Verkäufer tätig wurden und die Kurse bestimmte Marken reißen, können die Stopps zu kaskadenförmig ansteigen Verkaufsausführungen führen.

Und genau dies ist das Tückische an länger anhaltenden Märkten mit niedriger Volatilität: Die Anleger verlieren den Blick für die eigentlich normalen Schwankungsbreiten der Märkte. Vor nicht allzu langer Zeit waren Tagesbewegungen von 2 % oder mehr im DAX nicht ungewöhnlich. Aber stellen Sie sich im aktuellen Kursumfeld einmal eine solche Bewegung vor:

DAX - Kursrutsch um 2 %

Seien Sie versichert, auch ich würde bei einem solchen Verlauf wie wild das Internet nach Gründen für diesen Kursrutsch durchsuchen und mir sehr genau mein Depot anschauen. Nicht weil ich schnell in Panik gerate, sondern weil ich eben aus der langjährigen Erfahrung weiß: wenn die Märkte einbrechen, kann dies oft sehr schnell gehen. Hier muss man also sehr präzise reagieren.

Meine Tipps zum Thema Volatilität:

Grundsätzlich ist es völlig normal, dass mit kontinuierlich steigenden Kursen die Volatilität immer weiter abnimmt. Eine niedrige Volatilität allein ist daher noch kein Anzeichen für einen bevorstehenden Crash oder auch nur eine stärkere Korrektur. Doch eine relativ kleine Bewegung, die lediglich ein wenig größer ausfällt als die Kursbewegungen der vorangegangenen Tage (oder gar Wochen), kann in einem Umfeld sehr niedriger Volatilität schnell zu einer Lawine werden. Insofern sollte man wachsam bleiben.

Als Frühindikator taugt die Volatilität aber nicht. Und daher sollte man auf keinen Fall auf fallende Kurse setzen, nur weil die Volatilität sinkt. Und man sollte auch nicht auf steigende Volatilitätsindizes setzen, weil sie aktuell tief notieren. Bei solchen Trades muss man ein perfektes Timing haben. Denn die Volatilitätsindizes (wie der VIX oder der VDAX new) steigen erst dann, wenn der Markt bereits dynamisch fällt. Das kann aber, wie man aktuell sieht, wesentlich länger dauern als man denkt. Und da die wenigen Produkte, die auf die Volatilitätsindizes emittiert sind, meist einen erheblichen Zeitwertverlust beinhaltenen, verliert man Geld, wenn sich die Kurse nicht bewegen.

Und noch ein weiterer Tipp: Wenn es zu ersten dynamischen Bewegungen kommt, sollte man zunächst auf bestätigende Signale warten, also zum Beispiel eine zweite oder sogar dritte Kerze. Denn in länger anhaltenden Seitwärtsphasen muss man stets mit Fehlsignalen rechnen (siehe auch die Fehlausbrüche des DAX in den Charts oben).


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


Die Börsenbriefe von Stockstreet

Die gut abgestimmte Palette unserer Börsenbriefe reicht von der Investment Strategie für langfristig orientierte Investoren, über die Aktien-Perlen und den Premium Trader, bis hin zum Allstar Trader für schnelle Gewinne. Der sehr spekulative Hebel XXL und die täglichen Chartanalysen des Target Trend Spezial runden das Angebot ab.

Testen Sie unser Angebot!


Börse - Intern vom 11. Oktober 2017:
Hurrikans und schwacher US-Dollar wirken auf die Berichtssaison

Nach Ende des 3. Quartals 2017 nimmt langsam wieder die Berichtssaison Fahrt auf. Auf der Grundlage aktueller Schätzungen werden die Unternehmen aus dem S&P 500 ein Umsatzwachstum von 4,9 % und ein Gewinnwachstum von 2,8 % vorweisen können. Insgesamt sollen die S&P 500-Firmen im abgelaufenen Quartal 287,0 Milliarden US-Dollar verdient haben.

Die niedrigen Erwartungen für das Gewinnwachstum sind einerseits der Hurrikan-Saison (insbesondere der Auswirkungen von „Harvey“ und „Irma“ im Süden der USA) sowie dem Erdbeben in Mexiko geschuldet. Denn würde man die Versicherungsbranche außen vorlassen, läge die geschätzte Gewinnwachstumsrate des S&P 500 für das 3. Quartal 2017 bei 4,9 % (statt 2,8 %). Dazu zeigt die folgende Grafik, in welchen Sektoren die Gewinnerwartungen seit dem 5. September zurückgenommen wurden. Hier tritt der Versicherungsbereich klar hervor.

Revision der Gewinnerwartung seit dem 5. September

Andererseits wird sich die Dollar-Schwäche, die Anfang September ihren Hochpunkt erreichte, deutlich auf die Unternehmensergebnisse auswirken. Laut FactSet werden Unternehmen, die mehr als 50 % ihrer Umsätze außerhalb der USA erzielen, ein deutlich höheres Gewinnwachstum von 7,9 % erzielen. Unternehmen mit dem Geschäftsschwerpunkt innerhalb der USA müssen dagegen einen Gewinnrückgang um 0,1 % hinnehmen (siehe folgende Grafik).

Beim Umsatz ergibt sich natürlich eine ähnliche Tendenz. Für Unternehmen mit einem weniger globalen Engagement beträgt die Umsatzwachstumsrate 3,8 %, Unternehmen mit einer globaleren Ausrichtung sollen laut den FactSet-Berechnungen 7,7 % mehr Umsatz erzielt haben.

Auswirkung des schwachen US-Dollar auf Umsatz und Gewinn

Während sich der Wechselkurs-Effekt wohl vorerst nicht aufholen lässt, könnten die Auswirkungen der Naturkatastrophen durch gegenteilige Effekte (Wiederaufbau nach Zerstörung) zumindest teilweise kompensiert werden. Immerhin sind 91 Unternehmen aus dem S&P 500 in Sektoren tätig, die vom Wiederaufbau profitieren würden, während lediglich 15 Unternehmen negativ betroffen sind.

Unternehmen können zukünftig vom Wideraufbau profitieren

Diese Erwartung, dass viele Unternehmen von den Naturereignissen profitieren, während nur wenige kurzzeitig belastet sein werden, zeigt sich auch in der Kursentwicklung der jeweiligen Aktien. FactSet hat sich die Mühe gemacht, die Profiteure und Verlierer jeweils in einen Index zu packen und diesen mit dem S&P 500 zu vergleichen. Das Ergebnis ist eindeutig und erwartungsgemäß:

Gewinner und Verlierer der Naturereignisse vs. S&P 500

Die Aktienkurse von Unternehmen, die am Wiederaufbau beteiligt sein dürften, haben sich besser entwickelt als der S&P 500, negativ betroffene Unternehmen mussten hingegen Kursverluste hinnehmen.

Sturmschaden am US-Arbeitsmarkt

Auch am US-Arbeitsmarkt dürfte es kurzfristig eine Belastung geben, die aber in den kommenden Monaten wieder aufgeholt wird. So fiel der Bericht für den Monat September jüngst sehr schwach aus. Erstmals seit sieben Jahren wurden Stellen abgebaut. 33.000 Jobs fielen weg, wie die US-Regierung am vergangenen Freitag mitteilte. Ökonomen hatten dagegen mit +90.000 neuen Stellen gerechnet, wobei diese Erwartungen bereits durch die Naturereignisse gedämpft waren.

neu geschaffene Stellen USA

Dennoch fiel die in einer separaten Umfrage erhobene Arbeitslosenquote auf 4,2 % und erreichte damit den niedrigsten Wert seit Februar 2001.

Arbeitslosenquote der USA

Eine andere Zahl des US-Arbeitsmarktberichtes fand daher an den Märkten größere Beachtung: die Stundenlöhne sind um 2,9 % im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen, was auf einen zunehmenden Lohndruck hindeutet. Dies dürfte der US-Notenbank in die Hände spielen, weil steigende Löhne sich auch auf die Inflation auswirken werden. Die Zinsanhebung im Dezember wird damit wahrscheinlicher.

Fazit

Die aktuellen Konjunkturdaten aus den USA dürften sich insbesondere von den Naturereignissen, zum Teil aber auch durch die Dollar-Schwäche beeinflusst zeigen. Dazu gehören auch die Geschäftszahlen, die in den kommenden Tagen und Wochen im Rahmen der Bilanzsaison veröffentlicht werden.

Doch Experten gehen davon aus, dass es sich zum Beispiel bei dem aktuellen Stellenabbau nur um eine vorübergehende Delle im Aufschwung handelt. Denn in naher Zukunft dürfte es zu Neueinstellungen kommen, um die Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten zu stemmen. Und diese Arbeiten werden auch die Gewinne vieler Unternehmen positiv beeinflussen. So könnte das schwächere Gewinnwachstum aus dem 3. Quartal im Schlussquartal des Jahres (teilweise) wieder aufgeholt werden.

Und das dürfte auch der Grund dafür sein, dass sich die Aktienkurse weiterhin völlig unbelastet zeigen. Es braucht also andere, neue Impulse, um für steigende oder fallende Aktienkurse zu sorgen. Solche Impulse könnten dann entstehen, wenn die aktuellen Gewinnerwartungen in der beginnenden Quartalsberichtssaison übertroffen oder verfehlt werden.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


Die Börsenbriefe von Stockstreet

Die gut abgestimmte Palette unserer Börsenbriefe reicht von der Investment Strategie für langfristig orientierte Investoren, über die Aktien-Perlen und den Premium Trader, bis hin zum Allstar Trader für schnelle Gewinne. Der sehr spekulative Hebel XXL und die täglichen Chartanalysen des Target Trend Spezial runden das Angebot ab.

Testen Sie unser Angebot!


Börse - Intern vom 10. Oktober 2017:
Der DAX konsolidiert an entscheidenden Marken

Die Aktienmärkte leiden wieder einmal unter einer anhaltenden Bewegungsarmut. Konnte sich der DAX Ende September / Anfang Oktober kurzzeitig aus seiner Lethargie befreien und dynamisch ansteigen, tendieren die Kurse nun schon wieder seit einigen Tagen lustlos in extrem engen Bahnen seitwärts.

DAX - Seitwärtsbewegungen

Dieses Kursverhalten, bei dem relativ enge Seitwärtsbewegung (gelbe Rechtecke im Chart) lediglich von kurzzeitigen Kursimpulsen unterbrochen werden, begleitet uns schon das gesamte Jahr über. Dazu muss man sich nur die Überschriften und DAX-Charts der Börse-Intern vom 24. Januar („Wie Sie die enge Seitwärtsbewegung am besten im Trading nutzen“), 10. Februar („Tradingstrategien für Stau und stockenden Verkehr“), 2. Mai („Haushaltsstreit in den USA beigelegt - keinen interessiert es“), 28. Juni oder 19. September („Abwartende Haltung vor dem morgigen Fed-Zinsentscheid“) anschauen. Immer wieder hat eine gähnende Langeweile die Trader tage- oder gar wochenlang gequält.

Niedrige Volatilität macht immer mehr Experten nervös

Dabei ist es absolut nicht untypisch, dass es mehr Seitwärtsbewegungen als impulsive Trendbewegungen gibt. Doch eine so extrem geringe Volatilität, wie sie uns seit einer Weile begleitet, ist eher selten. Und sie macht immer mehr Experten nervös. So sagte zum Beispiel EZB-Ratsmitglied Klaas Knot kürzlich: „Im Moment scheinen die Märkte widerstandsfähig zu sein, aber das niedrige Niveau an Volatilität und die Überbewertung bei einer Reihe von Investments machen mich nervös“.

Stellt die EZB die Märkte auf die kommende Sitzung ein?

Es gilt also weiterhin, sehr vorsichtig an den Märkten zu agieren. Dies auch im Hinblick auf die bevorstehende Sitzung der EZB. Denn neben seinen Bedenken zur hohen Bewertung einiger Investments und der Ruhe an den Märkten, sagte Knot zudem: „Die Zinsen werden noch sehr lange sehr niedrig bleiben, selbst wenn wir auf unserer nächsten Sitzung entscheiden sollten, unser Anleihen-Kaufprogramm auslaufen zu lassen.“ Aus seiner Sicht seien die Märkte derzeit widerstandsfähig und jede Veränderung der EZB-Politik werde nur graduell erfolgen. - Und diese Aussagen lassen mich aufhorchen.

Denn ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die EZB derartige Informationen aktuell sehr bewusst streut, um die Märkte auf die nahende Zinssitzung am 26. Oktober vorzubereiten. Demnach könnte die EZB dann entscheiden, die monatlichen Anleihekäufe von 60 auf 40 Mrd. Euro zu reduzieren. Dies würde nämlich einer graduellen Anpassung entsprechen, weil zuvor die Käufe bereits von 80 auf 60 Mrd. Euro pro Monat reduziert wurden.

DAX kämpft mit entscheidenden Marken

Bislang haben sich die engen Seitwärtsbewegungen im DAX meist als Konsolidierungen im Aufwärtstrend herausgestellt. Selbst die Korrektur im Sommer war übergeordnet betrachtet nicht mehr als eine Konsolidierung im Aufwärtstrend. Und daher ist das Chartbild im DAX aktuell noch klar bullish.

Die neuerliche Seitwärtskonsolidierung ist dabei dieses Mal absolut verständlich. Denn der DAX steht an entscheidenden Marken. Zu nennen sind dazu die Rechteckgrenze bei 12.945 Punkten, das Allzeithoch vom 20. Juni bei 12.951,54 Zählern sowie die psychologisch wichtige 13.000er Marke. Genau entlang dieses Widerstandsbündels findet derzeit die aktuelle Seitwärtsphase statt.

DAX - Target-Trend-Analyse

Und sie könnte ein weiteres Mal ein Luftholen für den nächsten Kursanstieg sein. Werden die Marken nach oben gebrochen, sollte sich der Aufwärtstrend noch etwas fortsetzen können - aus Sicht der Target-Trend-Methode bis zur Rechteckgrenze bei 13.300 Punkten. Das hatte ich auch schon am Mittwoch vergangener Woche geschrieben. Weil die Kurse seitdem lediglich seitwärts tendierten, hat sich daran natürlich nichts geändert.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


Die Börsenbriefe von Stockstreet

Die gut abgestimmte Palette unserer Börsenbriefe reicht von der Investment Strategie für langfristig orientierte Investoren, über die Aktien-Perlen und den Premium Trader, bis hin zum Allstar Trader für schnelle Gewinne. Der sehr spekulative Hebel XXL und die täglichen Chartanalysen des Target Trend Spezial runden das Angebot ab.

Testen Sie unser Angebot!


Börse - Intern vom 9. Oktober 2017:
Offener Brief an einen Börsennovizen

Inhaltsverzeichnis

Offener Brief an einen Börsennovizen

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

neulich schrieb mir ein persönlicher Bekannter - ein Börsennovize - eine E-Mail. Darin bat er mich um Rat bezüglich einer Position, die er vor einigen Monaten gekauft hatte. Mit ein paar nützlichen Tipps konnte ich ihm rasch helfen.

Ein wohlbekanntes Muster

Daraufhin erhielt ich eine Antwort von ihm, die unter anderem einige Rechtfertigungen enthielt, warum er denn nun doch „zockt“, obwohl ich ihm – natürlich! – Vorsicht ans Herz gelegt hatte. Ich musste schmunzeln, als ich diese Zeilen las, denn darin zeichneten sich die Anfänge eines mir wohlbekannten Musters ab, das wohl jeden Börsianer in seiner Anfangszeit prägte.

Weil dieses Muster – wie alle anderen an der Börse – ebenso konstant und vorhersehbar ist, antworte ich dem jungen Mann an dieser Stelle. So besteht die Chance, dass auch andere Börsennovizen davon profitieren (was jedoch höchstwahrscheinlich nur ein einfältiger Wunsch bleiben wird). Aber vielleicht taugt das Folgende auch als Auffrischung für manch erfahrenen Börsianer – oder entlockt ihm hier und da ein Schmunzeln.

Können Regeln vor dem Börsen-Unheil schützen?

Lieber M.,

herzlichen Glückwunsch zu deinen ersten erfolgreichen Schritten auf dem Börsenparkett! Ich freue mich wirklich darüber, dass du dir ein Herz gefasst hast und dich auf das Abenteuer Börse einlässt. Du schreibst, ich solle „keine Angst“ haben, dass du dich zu stark engagierst. Deine Positionen wären ja noch so klein, dass dich sogar die Gebühren schmerzen.

Tja, ich will ehrlich zu dir sein: Ich habe keine Angst, dass du irgendwelche Dummheiten an der Börse machst. Wirklich – überhaupt nicht! Es ist vielmehr so, dass ich absolut sicher bin, dass du Dummheiten machen wirst!

Es ist ohne Frage vernünftig, dass du dir Regeln setzt, aber sie werden dich nicht vor den Gefahren der Börse schützen. Auch mit kleinen Positionen kannst du am Ende „Haus und Hof“ aufs Spiel setzen. Jetzt wirst du sicherlich verblüfft sein: Wie kann man mit kleinen Einsätzen viel Geld verlieren?

Ein Börsenspaziergang

Um das zu verstehen, müssen wir ein wenig tiefer in das Wesen der Börse eindringen. Vielleicht kennst du den Spruch, der Ludwig Erhard zugeschrieben wird: „Wirtschaft ist zu 50 % Psychologie.“ Da ist sicherlich was dran, aber über die Börse muss es heißen: „Börse ist zu 90 % Psychologie.“ Weitere 5 % sind Disziplin; dazu zählen auf jeden Fall Regeln wie deine („Ich gehe nur kleine Positionen ein.“) Der Rest teilt sich irgendwie auf in Glück und Technik (also z.B. welche Chartmethode man wählt oder wie man seine Ein- und Ausstiege bestimmt).

Deine Regel über die kleinen Positionen ist also schon mal super – aber wenn dir die Börsenpsychologie in die Quere kommt, dann wirst du im Eifer des Gefechts diese und alle anderen Regeln einfach über den Haufen werfen. Und das kann viel schneller gehen, als du jetzt vielleicht glauben magst.

Machen wir also einen kleinen gedanklichen Spaziergang über das Börsenparkett, um zu sehen, wie so etwas geschehen kann. Ach so – ja – die Börse ist natürlich kein übersichtlicher Ballsaal mit einem blankpolierten Parkett, auf dem sich die Teilnehmer gemächlich bewegen und kleine Nettigkeiten austauschen. Manche sagen, die Börse sei eher ein Haifischbecken.

Was die Börse wirklich ist

Aber dieser Vergleich gefällt mir nicht. Ein „Becken“ klingt zu sehr nach Aquarium, also auch einem sehr übersichtlichen Raum, in dem die Haifische ziemlich gut sichtbar sind. Die Wirklichkeit sieht aber ganz anders aus. Da sitzt du einsam vor deinem Monitor, nachdem du deine Trades gemacht hast. Du siehst die Haifische nicht und denkst nicht einmal an sie.

Ich stelle mir dir Börse daher eher wie einen dichten Dschungel vor. Und weil die Börse überraschend unlogisch ist, gibt es in einem Börsendschungel auch Haifische. Aber diese sind natürlich gut versteckt (ganz tief im Wald und hinter Bäumen und Büschen), so dass man sie kaum sieht und selten an sie denkt.

In den Dschungel führen verschiedene Wege, – manche davon sind sogar ausgeschildert („Zu den Aktien“, „Zu den Sparplänen“, „Zu den Zertifikaten“ usw.). Du bist z.B. den Aktien-Weg gegangen und hast an einer der nächsten Abzweigungen die Richtung „nur kleine Aktien-Positionen“ gewählt. So weit, so gut. Aber nun wirst du im Dschungel von Mücken gepiesackt, die es bekanntlich in jedem Dschungel gibt. Im Börsen-Dschungel sind die Mücken aber Lakaien der Haifische. Sie sollen dich immer weiter in den Dschungel hineintreiben, und zwar genau ins Maul der Haifische.

Von Haifischen, Mücken und Viren

Die Mücke, die dich gerade piesackt, summt dauernd: „Du hast zu kleine Positionen. Das lohnt sich nicht! Wegen der hohen Gebühren ist gleich nochmal so viel weg, wenn du verlierst  – und wenn du gewinnst, bleibt auch nichts übrig. Aber hey! Du hast doch schon die ersten Gewinne. Du hast es also drauf! Es ist also Zeit, die Positionen zu vergrößern!“

Vielleicht hörst du diese Mücke erst ganz leise und vielleicht kannst du sie auch eine Weile ignorieren. Aber verlass dich drauf, sie wird immer aufdringlicher werden. Irgendwann musst du dich entscheiden: Hörst du auf die Mücke oder rennst du einfach aus dem Dschungel raus?

Doch Mücken surren nicht nur, sie stechen auch. Und im Börsendschungel überträgt ihr Stich den berüchtigten Börsenvirus. Je stärker du damit infiziert bist, desto weniger Kraft hast du, den Einflüsterungen der Mücken zu widerstehen. Du wirst somit immer tiefer in den Dschungel getrieben, und die Chance sinkt, ihn jemals wieder verlassen zu können.

Das Spiel beginnt immer wieder von Neuem

Du ahnst natürlich, worauf das hinausläuft: Du hörst auf die Mücke und vergrößerst deine Positionen. Wenn es schlecht läuft, kann es jetzt schon passieren, dass du „alles“ verlierst. Dann fliegst du quasi automatisch aus dem Dschungel raus. Das wäre zwar bitter, aber ist noch kein Beinbruch: Du bist jung, kannst dir wieder neues Startkapital erarbeiten und ziehst dann wieder in den Dschungel (zumindest, wenn du stark genug vom Börsenvirus infiziert bist).

Das Spiel beginnt dann von Neuem, und du denkst, du seist besser geworden – aber der Ablauf ist jedes Mal derselbe: Du stellst Regeln auf und die Mücken bringen dich irgendwann dazu, sie zu brechen. Mit etwas Glück gewinnst du auch mit den größeren Positionen. Du wirst sicherer und kommst schlussendlich zu der Überzeugung, dass die Mücken Recht haben: Du hast es echt drauf!

Worüber man weder mit Frau noch Mutter sprechen kann

Inzwischen ist genügend Zeit vergangen, dass du vielleicht auch im „richtigen“ Leben weiter vorangekommen bist, Erfolge feiern und Verantwortung übernehmen konntest. Du bist jemand geworden! Spätestens dann stellt dir die Börse ein Bein. Dein System läuft nicht mehr, die (kleinen) Verluste häufen sich – sei es, weil die Märkte drehen oder aus sonst einem Grund. Inzwischen hast du im wahren Leben gelernt, dass man nur entschlossen genug und notfalls auch gegen alle Widerstände handeln muss, um voranzukommen. Dass man das System zu seinem Glück zwingen kann.

Da werden dann mal gerne Stopps weggelassen oder nicht beachtet und Verlustpositionen laufen immer weiter ins Minus. Oder man geht noch größere, noch häufigere oder noch riskantere Positionen ein, setzt quasi alles auf eine Karte. Das ist der Anfang vom Ende. An der Börse lässt sich nichts erzwingen. Daher erleben gerade gestandene Manager und Unternehmer gerne mal die spektakulärsten Pleiten an den Börsen. Für alle anderen stehen am Ende derart schmerzhafte, oft horrende Verluste, über die man weder mit seiner Mutter noch mit seiner Frau sprechen kann und will.

Das Wort „schmerzhaft“ ist unterstrichen, denn entscheidend für deinen weiteren Börsenweg ist, dass diese Verluste so richtig weh tun. Börsenaltmeister André Kostolany sagte einmal: „Das an der Börse verdiente Geld ist Schmerzensgeld: Erst kommt der Schmerz, dann kommt das Geld.“ Erst dieser Schmerz zwingt dich (und viele andere), das Richtige über die Börse zu lernen: Wie man seine eigene Psyche in den Griff bekommt.

Eine Auszeit am Seitenrand

Natürlich nimmst du dir nach einem solchen Rückschlag eine Auszeit (sofern du nicht sogar ganz aus dem Dschungel fliehst und nie mehr zurückkehrst). Dabei landen die meisten Börsenopfer – also wahrscheinlich auch du in einem Gebirge ganz am Rand des Börsendschungels (deshalb auch oft „Seitenrand“ genannt).

Dort triffst du auf all die wundersamen Gestalten, die mit den so typischen Blessuren „verziert“ sind, welche die Börse so schlägt. Du hörst dort auch viele Gerüchte und erhältst noch mehr gute Ratschläge. Es gibt jede Menge ultimative Tipps für „unfehlbare“ Systeme und andere Methoden, die angeblich garantiert zum Börsenerfolg führen.

Nur: Sie kommen stets von denen, die ebenfalls hier gestrandet sind. Selbst ausprobiert haben die meisten Tippgeber ihr „perfektes“ System bisher nicht – und wenn, dann war der Erfolg bescheiden. Falls du eine Weile auf der Lichtung verweilen würdest, könntest du feststellen, dass immer dieselben Leute wieder und wieder in dem Gebirge auftauchen – mit neuen Blessuren und neuen Tipps.

Ein ganz gefährlicher Ort!

Dieses Seitenrand-Gebirge ist bei genauer Betrachtung ein verlockender Ort, denn hier wurde noch nie ein Haifisch gesichtet. Einige clevere Leute bleiben daher auch dort und mimen den erfahrenen Ratgeber für die ständig neu herbeiströmenden Börsenopfer. Diese sind zunächst dankbar für diese Zuwendung, aber die meisten ziehen natürlich ihrer Wege, wenn sie diese Dampfplauderer durchschauen. Einige sind hingegen so traumatisiert, dass sie sich gar nicht mehr von dem Gebirge hinab in den Dschungel trauen. Ihnen reicht es nun, in der relativen Sicherheit des Seitenrand-Gebirges hin und wieder ein bisschen echte Börsenluft zu schnuppern, die darüber hinwegstreicht.

Du ahnst es natürlich: Im Grunde ist das Seitenrand-Gebirge ein gefährlicher Ort, eine Art Börsensackgasse. Du musst unbedingt da weg – egal ob du ganz aus dem Dschungel fliehst oder dich noch tiefer hinwagst. Am Seitenrand darfst du niemals länger stehen bleiben!

Aber was ist dann zu tun? Es gibt eine Unmenge von Ratschlägen, doch dazu mehr, wenn es soweit ist. Hier erst einmal drei der wichtigsten: (Wundere dich nicht, dass sie zunächst so banal klingen – auch an der Börse ist es das Einfache, das so schwer zu machen ist.)

Die drei wichtigsten Regeln für den Börsenerfolg

1. Erkenne dich selbst!

Dieser Standardspruch jedes Esoterikkurses gilt für Börsianer wortwörtlich. Du musst so ehrlich zu dir selbst sein, dass es weh tut. Das Wichtigste ist, unbedingt herauszufinden, was dir liegt. Bist du ein Trader oder eher ein Langfristanleger? Und welche Technik liegt dir, der fundamentale Zahlenkram oder die Charttechnik? Es gibt etliche Möglichkeiten und natürlich musste du etliche davon selbst ausprobieren, damit du das Passende für dich herausfindest.

Misstraue dabei selbst gutgemeinten Ratschlägen! Denn was für andere taugt und sie vielleicht sogar überaus erfolgreich macht, kann für dich genau das Verkehrte sein. Prüfe, teste alles (!) aus, und frage dich stets, ob du dich mit den jeweiligen Umständen auf Dauer wohlfühlen kannst. Nur wenn du diese Frage eindeutig mit „Ja“ beantwortest, kann es sein, dass du das Richtige für dich gefunden hast.

Das klingt nach einer Menge Arbeit und das ist es auch. Aber jemand hat mal gesagt: Börse ist ein Job wie jeder andere auch – man kann ihn also lernen. Aber jede Lehre dauert mindestens drei Jahre; und das gilt eben auch für die Börse (hier sind es sogar eher mehr). Mache dir also keine Illusionen, dass es leicht wird!

2. Lerne zu verlieren!

Niemand verliert gerne. Im „richtigen“ Leben ist Verlieren ein Makel. Nur die Gewinner werden gefeiert. Wer im Endspiel der Fußball-WM verliert, ist zwar Vizeweltmeister, aber darf sich dafür keinen Stern aufs Trikot nähen und wird von der Masse schnell vergessen. Ähnlich ist es in der Schule, im Job oder in der Politik. Deshalb wurmt uns ein Verlust sehr häufig und erzeugt negative Gefühle.

An der Börse sind Verluste aber normal. Sie gehören dazu, weil man eben nicht immer gewinnen kann. Der Verlust an der Börse ist also kein Makel. Er darf daher auch keine negativen Gefühle in dir erzeugen! Negative Gefühle provozieren falsche Handlungen – führen z.B. dazu, dass du deine Regeln nicht befolgst. Aber wir haben oben schon gesehen, was dann passiert: eine Katastrophe.

Es ist also an der Börse überlebenswichtig, Verluste emotionslos zu betrachten. Das bedeutet nicht, dass du sie ignorieren oder auf die leichte Schulter nehmen solltest. Ganz im Gegenteil: Sie sind enorm wichtig, denn sie lehren dich, was für dich richtig und was für dich falsch an der Börse ist.

3. Kaufe billig, verkaufe teuer

Diese dritte Weisheit erscheint auf den ersten Blick so unglaublich simpel. Man möchte unwillkürlich ausrufen: Ja, wenn es doch so einfach wäre! Sie beinhaltet aber tatsächlich das größte Geheimnis des Börsenerfolgs und natürlich alle seine Komponenten: ein funktionierendes System, eine wirksame Verlustbegrenzung, richtige Einstiege und – noch viel wichtiger! – die richtigen Ausstiege.

Aber dieses „Geheimnis“ lässt sich nicht so ohne weiteres mit Worten vermitteln. Der wahre Kern dieser scheinbar so simplen Weisheit erschließt sich meist erst nach vielen Jahren, in denen man sich mit Punkt eins und zwei erfolgreich herumgeschlagen hat.

Und das Beste an den beiden ersten Tipps ist, dass du sofort beginnen kannst, sie umzusetzen – auch wenn du noch ganz am Anfang stehst. Natürlich wirst du sie nicht immer beherzigen, genauso wie du alle anderen Hinweise hier immer mal wieder vergessen wirst. Aber auch das ist völlig normal. Du kannst aber die Hinweise hier immer mal wieder zur Hand nehmen: als Auffrischung, als Richtschnur, zur Anregung. Mit Sicherheit erschließt sich vieles dann nach und nach, was jetzt vielleicht ein wenig „mystisch“ klingt.

In jedem Fall wünsche ich dir für deinen weiteren Weg im Börsendschungel viel Erfolg!

Mit besten Grüßen

Dein Torsten Ewert


Die Börsenbriefe von Stockstreet

Die gut abgestimmte Palette unserer Börsenbriefe reicht von der Investment Strategie für langfristig orientierte Investoren, über die Aktien-Perlen und den Premium Trader, bis hin zum Allstar Trader für schnelle Gewinne. Der sehr spekulative Hebel XXL und die täglichen Chartanalysen des Target Trend Spezial runden das Angebot ab.

Testen Sie unser Angebot!


Trader-Sentiment für 41. KW 2017 (09.10. - 13.10.)

Der DAX zeigte auch in der vergangenen Handelswoche keine Schwäche und konnte weiter zulegen (siehe dunkles Rechteck im folgenden Chart). Dabei bewegten sich die Kurse vollständig oberhalb des Schlusskurses der Vorwoche (blaue Linie, 12.828,86 Punkte). Im Hoch trennten den deutschen Leitindex nur noch 6,47 Punkte von der 13.000er Marke. Am Ende stand beim Schlusskurs von 12.955,94 Zählern ein Gewinn in Höhe von 127,08 Punkten bzw. 0,99 %.

Damit kann man kaum behaupten, dass das Sentiment auch dieses Mal wieder als Kontraindikator funktioniert hat. Denn in der Umfrage zuvor hatte die deutliche Mehrheit der Teilnehmer (56,22 %) den Anstieg korrekt vorhergesagt.

Wenn die Anleger auch in der neuen Handelswoche ein gutes Gefühl für den Markt beweisen, wird der DAX seine Aufwärtsbewegung zumindest unterbrechen müssen. Denn in der aktuellen Umfrage ist der Pessimismus zurückgekehrt. 51,87 % der abgegebenen Stimmen sind dem Lager der Bären zuzuordnen.

Nach den starken Kursanstiegen der Vorwochen - der DAX hat fünf Mal in Folge einen Wochengewinn erzielt - ist ein Rücksetzer nicht unwahrscheinlich. Aber vor dem Hintergrund der bearishen Stimmung dürften sich die Verluste in Grenzen halten.


Ihr
Sven Weisenhaus
- Stockstreet-Team -
www.trader-sentiment.de


Börse - Intern vom 6. Oktober 2017:
Zeitenwende an den Finanzmärkten

Inhaltsverzeichnis

EZB wird am 26. Oktober wichtige Entscheidungen treffen

Wer das gestern veröffentlichte EZB-Protokoll zur geldpolitischen Sitzung vom 7. September gelesen hat, wurde sicherlich in dem Eindruck bestärkt, dass auf der Ratssitzung am 26. Oktober die Entscheidungen über die Anleihekäufe ab 2018 bekanntgegeben werden. Denn der EZB-Rat war sich  einig, dass sich der Konjunkturaufschwung solide entwickelt (sogar stärker als erwartet) und im zweiten Halbjahr fortsetzen wird. Genannt wurden dabei auch explizit die Einkaufsmanagerdaten, auf die ich nicht ohne Grund in der Börse-Intern immer wieder eingegangen bin.

Die bisherige geldpolitische Normalisierung (insbesondere durch die US-Notenbank) hatten zudem nur kurzfristige Einflüsse auf die Zinsen. „Die langfristigen Renditen sind sowohl in den USA als auch im Euro-Währungsgebiet wieder auf das Niveau vom Juni 2017 gesunken“, heißt es dazu im EZB-Protokoll. Insofern sind weitergehende Maßnahmen problemlos möglich, ohne dabei ein für die Wirtschaft schädliches Zinsniveau zu erreichen.

Das einzige Problem der EZB

Das einziges Problem dabei: Der Euro habe sich vom Zinsgefälle zwischen Euro und US-Dollar entkoppelt und sei beeinflusst von Faktoren, die nicht mit den Aussichten zum Wirtschaftswachstum und der Geldpolitik zusammenhängen. Die Euro-Stärke habe unter anderem zu einem Rückgang an den Aktienmärkten im Euroraum und damit zu einer Underperformance zu den US-Märkten geführt, so die EZB.

Genau auf diesen kurzfristigen Zusammenhang zwischen einem starken Euro-Anstieg und einer relativen Schwäche von DAX & Co. gegenüber US-Titeln hatte ich auch unter anderem in der Börse-Intern vom 29. August 2017 hingewiesen - siehe „Leidet der DAX doch unter der Euro-Stärke?“. Zudem habe die Aufwertung des Euro die Inflation gedämpft. Der leichte Anstieg der Gesamtinflation sei lediglich den gestiegenen Preisen für Rohöl geschuldet. Und genau das ist natürlich, im Gegensatz zur Aktienmarktentwicklung, das größere Problem der EZB, weil ihr Ziel eben eine Inflationsrate von 2 % ist.

Euro-Aufwertung scheint vorbei

Doch die EZB geht davon aus, dass die robuste Binnennachfrage im Eurogebiet die Effekte des stärkeren Euros kompensieren wird. Zudem scheint die Euro-Aufwertung inzwischen ausgelaufen zu sein. Ein Grund dafür ist aus meiner Sicht, dass die US-Notenbank sehr deutlich gemacht hat, dass sie an ihrem geldpolitischen Kurs festhält. So startet nicht nur die Bilanzverkürzung ab Oktober wie angekündigt, sondern es wird in diesem Jahr wohl auch noch die dritte Zinsanhebung geben.

Drei Zinsanhebungen in 2017

Schon seit über einem Jahr propagierte die Fed mindestens drei Zinsanhebungen im laufenden Jahr. Etwa genauso lange zweifelten viele Marktteilnehmer dies an. Doch damit lagen sie falsch. Und mit den jüngsten Aussagen der Fed-Mitglieder wurden die abgewichenen Markterwartungen wieder auf Fed-Kurs gebracht. Hatten vor der letzten Fed-Sitzung noch nur 31 % der Anleger an einen weiteren Zinsschritt in diesem Jahr geglaubt, so waren es kurz nach der Fed-Sitzung schon mehr als 70 %. Diese Anpassung hat sich auch in den Kursen bemerkbar gemacht. Der US-Dollar legte kurz nach der Zinsentscheidung deutlich zu.

EZB wird am 26. Oktober über das Kaufprogramm beschließen

Der Unsicherheitsfaktor, der mit der starken Euro-Aufwertung einherging, ist damit deutlich abgeschwächt. Bleibt dies so, dürfte die EZB kaum noch Argumente dafür haben, die Märkte weiter im Ungewissen zu lassen. Und daher sollte auf der Sitzung am 26. Oktober die Entscheidung zum Kaufprogramm verkündet werden. Zumal aus dem EZB-Protokoll auch eindeutig die Empfehlung hervorgeht, über den geldpolitischen Kurs über das Jahresende hinaus zu entscheiden. Und die Dezember-Sitzung dürfte dafür zu spät sein, weil die Märkte frühzeitig auf geldpolitische Veränderungen eingestellt werden müssen, um Marktverwerfungen zu vermeiden.

Für die Börsen wird dabei weniger entscheidend sein, in welchem Umfang die EZB ab 2018 weiterhin Anleihen kauft. Viel wichtiger wird sein, den neuen Zeitplan zu kennen. Und damit komme ich nun zu meiner gestrigen Prognose zum weiteren DAX-Verlauf. Ich hatte Ihnen ja gestern angekündigt, die Elliott-Wellen in Einklang mit der Entwicklung der Konjunktur und der Geldpolitik zu bringen.


Die Börsenbriefe von Stockstreet

Die gut abgestimmte Palette unserer Börsenbriefe reicht von der Investment Strategie für langfristig orientierte Investoren, über die Aktien-Perlen und den Premium Trader, bis hin zum Allstar Trader für schnelle Gewinne. Der sehr spekulative Hebel XXL und die täglichen Chartanalysen des Target Trend Spezial runden das Angebot ab.

Testen Sie unser Angebot!


Zeitenwende an den Finanzmärkten

Laut den Prognosen der Notenbanken wird sich der Konjunkturaufschwung fortsetzen. Insofern dürften die Aktienmärkte mindestens auf Sicht der kommenden drei bis sechs Monate gestützt bleiben. Denn für diesen Zeitraum signalisieren auch die Frühindikatoren weiteres Wirtschaftswachstum, z.B. die Einkaufsmanagerindizes. Dadurch erklärt es sich, warum es in nächster Zeit lediglich eine erneute Zwischenkorrektur geben dürfte (schwarze Welle 4) - dazu noch einmal der gestrige Chart:

DAX - Elliott-Wellen-Analyse

Doch was wird dann die große Korrektur auslösen, die ich am Ende der (schwarzen und blauen) Welle 5 erwarte?

Die Fed hat eine Zeitenwende eingeleitet

Die geldpolitischen Entscheidungen der Notenbanken wirken stets langfristig. Die Bilanzreduzierung der Fed beginnt im Oktober und die nächste Leitzinsanhebung folgt dann sehr wahrscheinlich erst im Dezember. Dennoch wurde mit der jüngsten Fed-Sitzung bereits eine Zeitenwende eingeläutet. Und diese wird zu weiter steigenden Zinsen führen und damit auch die Aktienkurse belasten. Diese Belastung muss sich nicht zwingend in fallenden Notierungen zeigen. Es kann stattdessen auch sein, dass die Kurse lediglich nicht mehr so stark steigen wie bisher.

Bereits am 10. August schrieb ich, dass durch das behutsame Vorgehen der Notenbanken sicherlich kein Crash am Aktienmarkt ausgelöst wird. „Und auch eine übergeordnete Trendwende ist nicht zu erwarten. Aber der zukünftige Kursanstieg dürfte sich nicht im bisherigen Tempo fortsetzen und von scharfen Rücksetzern unterbrochen werden“, hieß es in der damaligen Analyse. Damals hatte ich auch die jüngsten Beschlüsse der US-Notenbank konkret angekündigt. Und diese Beschlüsse bewirken eine Art Schubumkehr. Zukünftig wird der Finanzmarkt nicht mehr mit Geld geflutet, sondern ihm wird Kapital entzogen.

Bislang wird die Wirtschaft mit Geld geflutet

Seit der Finanzkrise haben die fünf großen Zentralbanken der Industrieländer ihre Bilanzen von 3,5 auf 16 Billionen Dollar ausgeweitet. Sie haben also in diesem Umfang quasi Geld gedruckt und dieses in die Finanzmärkte gegeben. Das Ziel dieses Vorgehens war, dadurch die Zinsen so niedrig zu halten, dass Unternehmen sich leichter (re)finanzieren und mehr investieren können. Diese Investitionen sollten die Wirtschaft voranbringen. Dies hat auch relativ gut funktioniert. Doch es gibt noch einen Nebeneffekt.

Ein Großteil des Geldes fließt in die Finanzmärkte

Denn ein Großteil des Geldes fließt nicht in die Realwirtschaft, sondern an die Finanzmärkte. Diese Entwicklung ist relativ offensichtlich. So zeigt sich zwischen der Entwicklung der Zentralbankbilanzen und den Unternehmensgewinnen nur eine bedingte Korrelation. Die Entwicklung der Aktienkurse verläuft dagegen fast parallel zur Bilanzausweitung.

Diese Entwicklung dürfte auch noch eine Weile anhalten. Denn auf absehbare Zeit wird die Summe, welche die Fed den Märkten ab Oktober entzieht, noch kleiner sein als jene, welche die EZB und die japanische Notenbank derzeit noch monatlich in die Märkte pumpen. Unter dem Strich fließt jedenfalls weiterhin zusätzliches Kapital an die Finanzmärkte. Doch einerseits wird die Fed das Tempo ihrer Bilanzschrumpfung allmählich erhöhen, andererseits wird die EZB ihr Kaufprogramm in absehbarer Zeit reduzieren oder sogar beenden.

In 2018 kommt es zur „Schubumkehr“

Während der Plan der Fed bereits auf dem Tisch liegt, ist der weitere Kurs der EZB noch unbekannt. Doch relativ sicher ist, dass die Notenbanken den Märkten ab einem bestimmten Zeitpunkt – vielleicht schon im nächsten Jahr - unter dem Strich Kapital entziehen. Und dann würde es eine „Schubumkehr“ geben. Wirkte sich die stetige Bilanzausweitung der Notenbanken bislang positiv auf die Kurse von Aktien und anderen Investments aus, so wird die Schrumpfung der Bilanzen in die entgegengesetzte Richtung und damit bremsend wirken.

Märkte nehmen die Zukunft vorweg

An den Märkten wird sich diese Entwicklung nicht erst dann auswirken, wenn es tatsächlich zum Kapitalentzug kommt. Sondern einige Anleger werden dieses Risiko bereits frühzeitig antizipieren und mit Verkäufen quittieren. Insbesondere, wenn die EZB ihre Karten offenlegt und den Plan für ihre Anleihekäufe verkündet, wird sich schon recht genau berechnen lassen, zu welchem Zeitpunkt genau es zur „Schubumkehr“ kommt.

Natürlich werden die Notenbanken nur dann eine restriktivere Geldpolitik betreiben, wenn sich die Konjunktur weiterhin positiv entwickelt. Daher kann das Wirtschaftswachstum, welches auch zu höheren Unternehmensgewinnen führt, die Bremswirkung der Geldpolitik ausgleichen. Fraglich ist nur, in welchem Maße. Klar scheint, dass die Aktienkurse nicht mehr in dem Maße ansteigen werden, wie bisher. Ob sich der Anstieg dann lediglich flacher fortsetzt, es zu einer Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau kommt oder doch eine Trendwende folgt, muss einfach abgewartet werden. Aber wir haben ein hochfunktionales Mittel zur Hand, um Entwicklungen frühzeitig erkennen können. Mit Hilfe der Chartanalyse werden wir frühzeitig erkennen, wie der Markt auf die Geldpolitik reagiert.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


Börse - Intern vom 5. Oktober 2017:
Neues Allzeithoch im DAX ist der Anfang vom Ende!

Neben den sehr guten Konjunkturdaten aus der Eurozone, über die ich gestern berichtet habe, gab es auch sehr gute Zahlen aus den USA. So stieg zum Beispiel der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich der USA im September auf 59,8 Punkte, nach 55,3 Zählern im Vormonat. Damit erreichte er ein 12-Jahres-Hoch (!). Zuletzt notierte der Frühindikator im August 2005 auf einem derart hohen Niveau.

ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich der USA
(Quelle: Tradingeconomics.com)

Und auch die US-Einkaufsmanagerindizes vom IHS Markit Institut legten im September weiter zu. Sie liegen allesamt in dem Bereich (über 50 Punkten), ab dem zukünftiges Wirtschaftswachstum signalisiert wird. Es geht der Wirtschaft also offenbar immer besser, sowohl in der Eurozone als auch in den USA. Kann es eine schönere Börsenwelt für steigende Kurse geben?

Wann sollte man optimistisch werden, wenn nicht jetzt?

Ein Leser schrieb uns jedenfalls, dass es durchaus zu erwarten war, dass sich unter den Teilnehmern des Stockstreet-Trader-Sentiments in der aktuellen Umfrage Optimismus breit machte. „Wann, wenn nicht jetzt sollte man optimistisch werden?“, fragte der Leser und zählte auf:
- der „schlechte“ September ist rum
- die Lage in Nordkorea scheint sich zu entspannen
- der DAX hat wesentliche charttechnische Marken mit Bravour genommen
.

Das ist natürlich alles korrekt. Doch es gibt eben dieses alte Prinzip: Kaufe, wenn die Welt unterzugehen scheint und verkaufe, wenn die Welt rosig aussieht. Es ist also gerade diese fast schon euphorische Stimmung, bei der keine Risiken mehr gesehen werden, die einem zu denken geben sollte!

Neues Allzeithoch im DAX ist der Anfang vom Ende!

Ich hatte für das Jahr 2017 eine zwischenzeitliche scharfe Korrektur erwartet. Diese hat es im DAX gegeben. Doch mir fehlt nach wie vor noch ein schärferer Rücksetzer in den relativ teuren US-Indizes. Und ich bin mir sicher, dass dieser kommt. Das Problem mit dem oben genannten Prinzip ist, dass gerade Übertreibungsphasen länger dauern können, als man denkt. Die Hausse nährt dann die Hausse - und eben das führt zu „Übertreibungen“.

Wenn der Einbruch der US-Indizes in einer solchen Phase aber kommt, ist er meist umso heftiger. Und dieser dürfte auch den DAX noch einmal mit sich reißen. Und dann ist es keineswegs so, dass der aktuelle Anstieg auf ein neues Allzeithoch einen neuen Aufwärtstrend im DAX eingeleitet hat, sondern dieser Anstieg könnte stattdessen den laufenden Aufwärtstrend komplettieren und damit vorerst beenden.

Dazu erinnere ich an meine Elliott-Wellen-Analyse vom Jahresbeginn (siehe Börse-Intern vom 10. Januar). Diese hat nach wie vor Gültigkeit. Denn der DAX hält sich zwar nicht perfekt an den erwarteten (aus der Saisonalität abgeleiteten) Kursverlauf (siehe schwarze Pfeile im folgenden Chart) aber er ist nahe dran. Und dass der DAX ein neues Allzeithoch erreicht, hatte ich im Rahmen der Welle 5 (blaue Ziffern im Chart) erwartet.

DAX - Elliott-Wellen-Analyse

Wie Sie aber inzwischen aus meinen vorangegangenen Elliott-Wellen-Analysen wissen, ist am Ende einer Welle 5 der jeweilige Aufwärtszyklus komplett und es folgt eine (ABC-)Korrektur.

Erst eine kleinere, dann eine große ABC-Korrektur

Allerdings könnte vor der großen (ABC-)Korrektur, die den DAX sogar in den vierstelligen Bereich zurückdrängen könnte, noch eine kleinere - gefolgt von einem neuen Allzeithoch - kommen. Denn wenn man sich das Wellenmuster der (blauen) Welle 5 im DAX im Detail anschaut, ergibt sich folgendes Bild (siehe schwarze Ziffern).

DAX - Elliott-Wellen-Analyse

Elliott-Wellen haben  eine fraktale Struktur (siehe folgende Grafik). Das heißt, dass sich das 5-gliedrige Muster der übergeordneten Wellen auch in den untergeordneten Wellen wiederfindet:

fraktale Struktur der Elliott-Wellen

So bestehen also die Aufwärtswellen 1, 3 und 5 jeweils auch wieder aus 5 untergeordneten Wellen. Und im DAX-Chart oben sind diese untergeordneten Wellen mit den schwarzen Ziffern gekennzeichnet. Demnach befinden wir uns also gerade in der (schwarzen) Welle 3 der übergeordneten (blauen) Welle 5.

Kommt es nun zu einer Korrektur, dürfte sich damit die (schwarze) Abwärtswelle 4 ausbilden, auf die noch eine (schwarze) Aufwärtswelle 5 folgt. Und mit dem Ende dieser (schwarzen) Aufwärtswelle 5 ist auch die übergeordnete (blaue) Welle 5 komplettiert.

Die Welle 5 der Welle 3 der Welle 5

Man kann diese fraktale Struktur übrigens auch in der untergeordneten (schwarzen) Welle 3 erkennen. An den gelben Ziffern im folgenden Chart sieht man sehr schön, dass sich auch die aktuell laufende Welle 3 (schwarz) in 5 untergeordnete Wellen (gelb) unterteilen lässt.

DAX - Elliott-Wellen-Analyse

Mit dem aktuellen Anstieg des DAX auf ein neues Allzeithoch wird also demnach kein neuer Aufwärtstrend eingeleitet, sondern lediglich die gelbe Welle 5 bzw. die schwarze Welle 3 fortgesetzt. Und nach den Elliott-Wellen-Regeln folgt dann bald eine größere ABC-Korrektur. „Größer“ meint in dem Fall, dass wir wohl noch einmal unter das Tief der Sommerkorrektur zurückfallen werden (roter Pfeil). Danach geht es aber noch einmal aufwärts (grüner Pfeil) im Rahmen der schwarzen und blauen Welle 5. Und erst dann muss man sich richtig warm anziehen - denn dann kommt die große ABC-Korrektur.

Elliott-Wellen passen perfekt zur fundamentalen Entwicklung

Diese charttechnische Prognose nach der Elliott-Wellen-Theorie passt übrigens ganz hervorragend zur Entwicklung der Konjunktur und Geldpolitik, also zu den fundamentalen Rahmenbedingungen. Wie genau, verrate ich Ihnen morgen. Bleiben Sie gespannt!


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


Die Börsenbriefe von Stockstreet

Die gut abgestimmte Palette unserer Börsenbriefe reicht von der Investment Strategie für langfristig orientierte Investoren, über die Aktien-Perlen und den Premium Trader, bis hin zum Allstar Trader für schnelle Gewinne. Der sehr spekulative Hebel XXL und die täglichen Chartanalysen des Target Trend Spezial runden das Angebot ab.

Testen Sie unser Angebot!


Börse - Intern vom 4. Oktober 2017:
Allzeithoch! - Kauflaune der Anleger erscheint unerschütterlich

Inhaltsverzeichnis

Allzeithoch! - Kauflaune der Anleger erscheint unerschütterlich

Der September gilt an der Börse als der schwierigste aller Handelsmonate - er ist im statistischen Durchschnitt das Schlusslicht mit einem kräftigen Minus. Doch 2017 konnte man mit dieser Börsenweisheit wenig anfangen. Denn der DAX kam dieses Mal auf ein sattes Plus von 6,4 %. Sein europäisches Pendant, der Euro STOXX 50, legte um ca. 4,5 % zu. Auch an der Wall Street endete der September im Plus: Der Dow Jones stieg um 2,1 %, der S&P 500 um 1,9 % und der Nasdaq Composite um 1 %.

DAX erreicht neues Allzeithoch im „Crash-Monat“ Oktober

Auch der Oktober macht seinem Ruf als „Crash-Monat“ bislang keine Ehre. Stattdessen hat der DAX heute zu Handelsbeginn sogar ein neues Allzeithoch markiert (siehe grüner Kreis im Chart unten). Mit im Hoch 12.976 Punkten fehlten lediglich 24 Zähler bis zur nächsten runden Marke von 13.000 Punkten. Damit hat der deutsche Leitindex seine zwischenzeitigen Verluste wieder mehr als aufgeholt und zu den US-Indizes aufgeschlossen, die seit den Juni-Hochs schon längst neue Allzeithochs erreicht hatten.

Positive Konjunkturdaten unterstützen den Aufwärtstrend

Begleitet wurde die Aufwärtsbewegung von positiven Konjunkturdaten (siehe unten). Insbesondere die Einkaufsmanagerindizes für Deutschland, die Eurozone und die USA im September bestätigten, dass das Wirtschaftswachstum in diesen Regionen auch in den kommenden Monaten anhalten sollte. Das dürfte auch die Unternehmensgewinne weiter antreiben, womit die Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten nach wie vor fundamental untermauert ist.

Unerschütterliche Kauflaune der Anleger

Allerdings bleibe ich auch dabei, dass ein Großteil der zukünftigen Entwicklungen schon in den Kursen eingepreist sein dürfte. Der Aufwärtstrend wird also zwar von den fundmentalen Daten unterstützt, aber getrieben wird er überwiegend von den mangelnden Anlagealternativen und der unerschütterlichen Kauflaune der Anleger.

Denn mögliche Krisenherde werden derzeit offenbar vollständig ausgeblendet. Jüngste Ereignisse wie die Anschläge in den USA und Kanada sowie das Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien oder die nach wie vor problematische Entwicklung in Sachen Nordkorea lösen keinerlei Kursreaktionen mehr aus. Die Volatilität blieb in den vergangenen Tagen weiterhin sehr gering, was für eine absolute Sorglosigkeit unter den Anlegern spricht. Das ist eigentlich sehr gefährlich.

Skepsis begleitet den Kursanstieg

Allerdings wird man durch die Medien immer wieder auf die diversen Risiken für die Märkte hingewiesen, auch auf solche, die eigentlich keine sind (wie z.B. die Koalitionsverhandlungen in Deutschland). So erlebt man durchaus noch Skepsis. Und solange dies der Fall ist, können die Kurse weiter steigen. Erst wenn die Titelblätter der großen Medien zum Einstieg in Aktien aufrufen, sollte man das Depot langsam leeren. Mit dem neuen Allzeithoch im DAX dürfte dies nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Skepsis ist durchaus angebracht

Und daher ist Skepsis tatsächlich angebracht. Zumal der DAX trotz des Allzeithochs wichtige Widerstände nicht nachhaltig überwinden konnte: weder das Hoch vom Juni noch die Mittellinie bei 12.945 Punkten. Durch einen positiven Handelsstart, auf den anschließend ein Rückfall folgte, haben wir stattdessen heute eine Tageskerze, die eher auf Unsicherheit hindeutet.

DAX - Target-Trend-Analyse

Das ist noch kein Beinbruch. Denn angesichts des vorangegangenen Anstiegs war kaum zu erwarten, dass der DAX sein Allzeithoch im ersten Anlauf überwinden kann: Seit dem Test der Kreuzunterstützung aus der unteren Linie des übergeordneten Aufwärtstrendkanals und der Rechteckgrenze bei 11.880 Punkten wurde der Index innerhalb von 26 Handelstagen sehr dynamisch um 9,33 % nach oben katapultiert. Insofern muss die weitere Entwicklung zunächst noch abgewartet werden. Bislang ist das Chartbild klar bullish.

Das sind die Kursziele im DAX

Sollte es weiter aufwärts gehen, könnte sich die Rally aus Sicht der Target-Trend-Methode bis zur Rechteckgrenze bei 13.300 Punkten fortsetzen. Da dort eine grün gestrichelte Aufwärtslinie, eine rot gestrichelte Konsolidierungslinie und die obere Linie des kurzfristigen Aufwärtstrendkanals der aktuellen Rally zusammenlaufen, wäre hier ein gutes Kursziel (Target, siehe gelber Kreis im Chart). Kommt es aber am Allzeithoch zu einem Rücksetzer, dann wäre selbst ein Kursrutsch bis zur Rechteckgrenze bei 12.590 Punkten nicht bearish zu werten.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
www.stockstreet.de


Die Börsenbriefe von Stockstreet

Die gut abgestimmte Palette unserer Börsenbriefe reicht von der Investment Strategie für langfristig orientierte Investoren, über die Aktien-Perlen und den Premium Trader, bis hin zum Allstar Trader für schnelle Gewinne. Der sehr spekulative Hebel XXL und die täglichen Chartanalysen des Target Trend Spezial runden das Angebot ab.

Testen Sie unser Angebot!


Bullishe Konjunkturdaten aus der Eurozone

Seit geraumer Zeit geht es mit der Konjunktur der Eurozone bergauf. Das schlägt sich auch positiv auf die Arbeitsmarktzahlen nieder. Die Arbeitslosigkeit verblieb im August unverändert bei 9,1 % und damit weiterhin auf dem tiefsten Stand seit Februar 2009. (In der EU lag die Arbeitslosenquote im August 2017 bei 7,6 %. Dies ist die niedrigste Quote seit November 2008.)

Arbeitslosenquote in der Eurozone und der EU
(Quelle: Eurostat)

Und diese positive Entwicklung dürfte anhalten. Denn der Einkaufsmanagerindex für die Industrie der Eurozone kletterte im September um 0,7 auf 58,1 Punkte, wie das Institut IHS Markit zu seiner Umfrage unter Tausenden Unternehmen gestern mitteilte. Das ist der höchste Wert seit sechseinhalb Jahren. Bereits ab 50 signalisiert das Barometer Wachstum.

IHS Markit-Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes in der Eurozone
(Quelle: Tradingeconomics.com)

Besonders gut lief es in den größten Euro-Volkswirtschaften Deutschland und Frankreich, die beide das stärkste Wachstum seit mehr als sechs Jahren meldeten. Hier wurden mit 60,6 bzw. 56,1 Punkten ebenfalls jeweils Sechseinhalbjahreshochs verzeichnet.

Einziges Manko dürfte aus Sicht der Notenbank sein, dass die Inflation im Euroraum auch im September niedrig blieb. Die Verbraucherpreise stiegen um 1,5 % zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Die Kerninflation, bei der die stark schwankenden Lebensmittel- und Energiepreise ausgeklammert werden, ist sogar auf 1,1 % zurückgegangen.

Inflation im Euroraum
(Quelle: Eurostat)

Allerdings dürfte die EZB diese Entwicklung kaum überrascht haben. Denn EZB-Präsident Mario Draghi hatte im Rahmen der letzten Pressekonferenz bereits angegeben, dass sich die Inflation bis zum Jahresende 2017 aufgrund von Basiseffekten leicht abschwächen dürfte. Daher beließ die EZB die Inflationsprognose für 2017 auch unverändert bei 1,5?% (siehe Börse-Intern vom 7. September).

Passend dazu betonte der EZB-Chef kürzlich vor dem Europaparlament, dass der wirtschaftliche Aufschwung inzwischen eine sehr breite Basis in allen Mitgliederländern habe, sich der Aufschwung aber bislang kaum auf die Preisentwicklung auswirkt. Draghi gab sich aber optimistisch, dass sich das ändert. „Insgesamt werden wir zuversichtlicher, dass die Teuerung letztlich im Einklang mit unserem Inflationsziel steigt“, sagte er. Auf ihrer nächsten Sitzung im Oktober will die Notenbank über die Zukunft der Anleihekäufe im kommenden Jahr entscheiden.


Anmeldung zum kostenlosen Newsletter "Börse - Intern"

  • Kostenloser Tagesbericht vom Börsenprofi Sven Weisenhaus.
  • Börsentäglich nach Börsenschluss direkt zu Ihnen ins Postfach.
  • Die Vertraulichkeit Ihrer E-Mail-Adresse ist für uns selbstverständlich.
  • Jederzeit wieder abbestellbar.

Jetzt hier anmelden:

Datenschutzhinweise anzeigen

Sie erhalten direkt im Anschluss eine E-Mail mit einem Bestätigungs-Link von uns zugesendet. Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse durch einen Klick auf den Link in dieser E-Mail. Erst dann haben Sie sich vollständig angemeldet. Nach der Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie den Newsletter "Börse - Intern" ab der nächsten Ausgabe.

Anmeldung zum kostenlosen Rohstoffdienst

  • Die ganze Welt der Rohstoffe in einem Newsletter.
  • Mehrmals pro Woche direkt per E-Mail kostenlosen zu Ihnen ins Postfach.
  • Die Vertraulichkeit Ihrer E-Mail-Adresse ist für uns selbstverständlich.
  • Jederzeit wieder abbestellbar.

Jetzt hier anmelden:

Datenschutzhinweise anzeigen

Sie erhalten direkt im Anschluss eine E-Mail mit einem Bestätigungs-Link von uns zugesendet. Bitte bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse durch einen Klick auf den Link in dieser E-Mail. Erst dann haben Sie sich vollständig angemeldet. Nach der Bestätigung Ihrer Anmeldung erhalten Sie den Rohstoffdienst ab der nächsten Ausgabe.

Alle Börsenbriefe und Börsen-Newsletter von Stockstreet.de

  • Logo Börse-Intern
  • Logo Der Rohstoffdienst
  • Logo Premium-Trader
  • Logo Hebel-XXL
  • Logo Investment-Strategie
  • Logo Aktien-Perlen
  • Logo Allstar-Trader
  • Logo Target-Trend-Spezial

Allstar-Trader

Das erwartet Sie

Allstar-Trader Cover

Vom Traden leben!

Aktien, Rohstoffe & Devisen
erfolgreich handeln!

von Bernd Raschkowski

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Investment-Strategie

Das erwartet Sie

Investment-Strategie Cover

Ihr langfristig orientierter Börsendienst
für Vermögen und Wohlstand!

Die Strategie für Ihre Geldanlage!

von Torsten Ewert

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Premium-Trader

Das erwartet Sie

Premium-Trader Cover

Erfolgreich Traden mit der
revolutionären Methode!

Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!

von Michael Jansen

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Target-Trend-Spezial

Das erwartet Sie

Target-Trend-Spezial Cover

Tägliche Chartanalysen nach
der revolutionären Methode!

Zuverlässig und dauerhaft erfolgreich!

von Sven Weisenhaus

Jetzt informieren und Beispiele lesen!

Aktien-Perlen

Das erwartet Sie

Aktien-Perlen Cover

Der Börsendienst für die unentdeckten
Chancen an den Börsen der Welt!

Die Spreu vom Weizen trennen!

von Torsten Ewert

Jetzt informieren und kostenlos testen!

Hebel-XXL

Das erwartet Sie

Hebel-XXL Cover

Zocken aus Leidenschaft!

Begleiten Sie uns in
das Casino der Hebelprodukte!

von Michael Jansen

Jetzt informieren und kostenlos testen!