Börse - Intern - 10-Tage-Rückblick

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Der 10-Tage-Rückblick des Börse Intern informiert Sie darüber, was die Märkte in den letzten zehn Tagen wirklich bewegt hat. Regelmäßige und vor allem zuverlässige Informationen sind die Basis für Ihren Börsenerfolg. Mit diesem Service bieten wir Ihnen die Inhalte der vergangenen zehn Ausgaben übersichtlich auf einer Seite dargestellt.


Börse - Intern vom 17. Oktober 2019:
Märkte können nur eingeschränkt vom Brexit-Abkommen profitieren

Heute hat sich gezeigt, wie kompliziert die Situation um den möglichen Brexit für die Anleger ist. Nachdem bekannt wurde, dass ein Deal mit der EU gefunden wurde, haussierten die Aktienmärkte zunächst. Der DAX legte zum Beispiel mit der Vollzugsmeldung um rund 1 % zu. Doch dann folgten skeptische Stimmen, dass auch das neue Abkommen im britischen Parlament scheitern könnte. Und so wurden die Kursgewinne recht schnell wieder abgegeben (siehe gelbe Ellipse im DAX-Chart).

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Ähnliches gilt für den Währungsmarkt. Erwartungsgemäß haben das britische Pfund und der Euro in ersten Reaktionen deutlich von der heutigen Brexit-Einigung profitiert. Der Euro stieg zum Beispiel bis auf 1,114 US-Dollar (siehe grüne Ellipse im folgenden Chart) und erreichte damit den höchsten Stand seit Ende August. Doch auch hier konnten die Gewinne nicht ganz gehalten werden.

EUR/USD - Chartanalyse

Der Euro hat aber aus meiner Sicht gegenüber dem DAX die besseren Chancen, aus dem Brexit-Abkommen noch weitere Kursgewinne zu erzielen. Denn bereits in den vergangenen Tagen konnte die Gemeinschaftswährung zum US-Dollar deutlich zulegen. Dadurch wurde die Unterstützungslinie einer ehemaligen vermeintlichen Keilformation zurückerobert (dick blau) und zugleich der kurzfristige Abwärtstrendkanal gebrochen (rot).

EUR/USD: Dynamische Trendwende im kurzfristigen Bereich

Damit zeichnet sich im kurzfristigen Bereich eine Trendwende ab. Genau diese hatte ich in der vorangegangenen EUR/USD-Analyse vom 27. September auch so erwartet (Zitat: „Im EUR/USD gehe ich dagegen von einer relativ dynamischen Trendwende aus.“). Und daher bieten sich hier aktuell Long-Positionen an, die man unterhalb des jüngsten Tiefs bei 1,08791 USD absichern kann.

DAX gebremst durch Aufwärtstrendlinie

Aber auch der DAX zeigt sich unterm Strich derzeit weiter bullish. Denn mit dem heutigen Anstieg wurde die Rechteckgrenze bei 12.590 Punkten deutlich überschritten. Und damit scheint sich das Szenario der ABC-Korrektur (siehe folgender Chart) gegenüber dem Seitwärtsszenario durchzusetzen.

DAX - Chartanalyse

Allerdings könnte die Fortsetzung der aktuellen zweiten Aufwärtswelle noch etwas auf sich warten lassen. Denn im Hoch ist der DAX heute exakt an der Aufwärtstrendlinie der Ende 2018 gestarteten ersten Aufwärtswelle abgeprallt (siehe auch gelbe Ellipse und grüne Linie im Stundenchart oben). Diese Hürde dürfte weitere Kursgewinne erschweren.

Und man muss sogar damit rechnen, dass der DAX jetzt erst einmal wieder die untere Linie des aktuellen Aufwärtstrendkanals ansteuert. Erfolgt dies im Rahmen eines Rücksetzers, würde der DAX wieder unter die 12.590er Rechteckgrenze zurückfallen. Der aktuelle Ausbruch wäre dann erst einmal als Fehlsignal zu werten. Und damit würde wieder das Seitwärtsszenario relevant. Das Trading im DAX bleibt also noch erschwert.


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Börse - Intern vom 16. Oktober 2019:
Nicht bearish, nur skeptisch

Am Donnerstag vergangener Woche hatte ich mit Blick auf die Kursentwicklung des S&P 500 meine Erwartung wiederholt, dass wir in den kommenden Tagen oder Wochen noch einmal einen günstigeren Zeitpunkt für Aktienkäufe bekommen werden. Seitdem sind die Aktienkurse gestiegen. Liege ich also mit dieser Erwartung falsch?

Kurzfristig betrachtet scheinbar schon. Doch diese Erwartung war nicht für die kurzfristige Sicht formuliert. Stattdessen hatte ich geschrieben, ich könne mir „im negativen Szenario auch noch vorstellen, dass sich aus der aktuellen Kursentwicklung (langsames Auslaufen der diesjährigen Aufwärtstendenz) noch eine größere Trendwende ausbildet und damit das übergeordnete „Trompetenszenario“ (blaue Linien) und damit eine deutlich größere Seitwärtskonsolidierung zum Tragen kommen“. Und damit waren folglich die kommenden Wochen und Monate angesprochen.

Innerhalb der Seitwärtstendenz sind wieder fallende Kurse zu erwarten

Der S&P 500 hat seitdem lediglich wieder das obere Ende der aktuellen Seitwärtstendenz auf hohem Niveau angesteuert, nachdem er zuvor die Aufwärtstrendlinie (dick grün im folgenden Chart) als untere Begrenzung der Seitwärtsbewegung bestätigt hat (siehe dazu auch Börse-Intern vom Donnerstag vergangener Woche). Man darf daher auch schon in Kürze durchaus noch einmal fallende Kurse erwarten.

S&P 500 - Chartanalyse

Aber nicht nur aus charttechnischer Sicht bin ich weiterhin skeptisch für die US-Indizes. Schon seit einer ganzen Weile berichte ich hier, dass in den USA die Unternehmensgewinne sinken, die Aktienkurse aber gleichzeitig nahe Allzeithoch notieren, die fundamentale Bewertung daher zu hoch erscheint und sich die Stärke der Aktienmärkte lediglich noch mit der Geldpolitik der Notenbanken begründen lässt.

IWF: US-Aktien sind überbewertet

Mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine da. Auch aus Sicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) sind die Bewertungen einiger Aktienmärkte überzogen, wie man heute einer Erklärung zur Vorstellung des neuen Finanzstabilitätsberichts entnehmen konnte. Konkret nannte der IWF Japan und die USA. Und auch der IWF sieht als Grund dafür die lockere Geldpolitik, durch die Investoren ermutigt wurden, höhere Risiken einzugehen.

Nun kann man sicherlich argumentieren, dass der IWF häufiger mal den mahnenden Finger hebt und man diese Warnungen daher nicht gerade als einen guten Indikator für das Timing von Short-Positionen heranziehen sollte. An den offensichtlichen Tatsachen ändert dies aber nichts:

Gewinnschätzungen wurden weiter nach unten revidiert

Die Aktienmärkte sind in der ersten Jahreshälfte stark gestiegen. Anschließende Korrekturen wurden immer wieder zurückgekauft. Dadurch stehen die wichtigsten Märkte auf Jahreshoch oder in der Nähe. Gleichzeitig haben sich die Konjunktur- und Gewinnaussichten verschlechtert. Die Gewinnschätzungen wurden mehrheitlich kontinuierlich nach unten revidiert.

Für die gerade anlaufende Berichtssaison zum 3. Quartal 2019 erwarten Analysten bei den Unternehmen aus dem S&P 500 zum Beispiel im Durchschnitt einen Gewinnrückgang in Höhe von -4,6 %. Am 9. August berichtete ich noch, dass die Gewinne im 3. Quartal „nur“ um -2,2 % sinken sollten, nach sogar nur -0,6 % Ende Juni.

Für das Gesamtjahr 2019 wird dadurch inzwischen nur noch ein Gewinnwachstum von 1,1 % erwartet, bei einem Umsatzwachstum von 4,1%.

S&P 500: Umsatz- und Gewinnerwartungen Gesamtjahr 2019

Infolgedessen ist die (KGV-)Bewertung der Aktienmärkte wieder deutlich angestiegen.

KGV von europäischen und US-amerikanischen Aktien
(Quelle: Berenberg)

Dabei sind US-Aktien mit Abstand am teuersten bewertet, auch und insbesondere auf Kurs-Buchwert-Basis (KBV).

Positive Nachrichten können Zinsträume zerstören

Positive Nachrichten zum Brexit oder zum Handelskonflikt könnten die Märkte noch weiter stützen oder gar treiben. Doch man sollte dabei dann berücksichtigen, dass die Aktienkurse vor den relativ guten Nachrichten zum Handelsstreit noch überwiegend durch neu angefachte Zinssenkungsfantasien beflügelt wurden. Im Falle eines geordneten Brexits oder der Rücknahme bestehender Zölle könnten diese Fantasien schwinden – und die Kurse dadurch auch wieder belastet werden. Positive und negative Effekte könnten sich aufwiegen.

Zumal ein geordneter Brexit sehr wahrscheinlich immer noch schlechter für die europäische Wirtschaft ist als gar kein Brexit – ähnlich wie der Verzicht auf neue Zölle keine Entlastung für die Weltwirtschaft ist. Selbst wenn also in Kürze ein Brexit-Abkommen verkündet wird, dürfte es in den kommenden Wochen eher noch schlechter für die europäische Wirtschaft laufen als aktuell.

Nicht bearish, nur skeptisch

Und daher sehe ich das Kurspotential für Aktien weiterhin als begrenzt und die Gefahr für neuerliche Rücksetzer als hoch an. Man sollte meine aktuellen Einschätzungen nun aber auch nicht zu bearish interpretieren. Denn schließlich habe ich bislang lediglich geschrieben, dass ich Neueinstiegen kein hohes Kurspotential beimesse. Ebenso habe ich aber auch von größeren Short-Positionen abgeraten. Und an bestehenden Long-Positionen sollte man aus meiner Sicht sogar festhalten, diese lediglich per Stopp enger absichern. Das Depot eines Bären sieht anders aus. Ich bezeichne mich eher als skeptisch, aus den hier genannten Gründen.


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Börse - Intern vom 15. Oktober 2019:
Der DAX macht Tradern das Leben schwer

Den aktuellen Kursbewegungen bzw. den daraus resultierenden Signalen sollte man derzeit keine allzu große Relevanz beimessen. Denn aufgrund der relativ engen Handelsspannen wechseln sich bullishe und bearishe Signale sehr schnell ab, ohne dass diese einen neuen nachhaltigen Trend auslösen.

Bearishe und bullishe Signale wechseln sich schnell ab

Vor einer Woche war die kurzfristige Lage im DAX zum Beispiel noch eher als bearish einzuschätzen, weil der deutsche Leitindex binnen nur zwei schwachen Handelstagen die Gewinne eines ganzen Monats ausradiert hatte. Doch schon am vergangenen Freitag stand der Index wieder auf demselben Niveau wie vor dem Kursrutsch und lässt damit nun eine Fortsetzung des Aufwärtstrends erwarten, was natürlich wiederum bullish ist. Zumal der DAX heute auch noch das vermeintliche Dreifachtop vom September klar überwinden konnte.

DAX - Target-Trend-Analyse

Allerdings ist dieser Ausbruch noch nicht nachhaltig. Denn bereits an der Rechteckgrenze bei 12.590 Punkten stieß der Index – aus Sicht der Target-Trend-Methode idealtypisch – auf Widerstand, der aktuell auch noch durch eine Konsolidierungslinie (rot gestrichelt) verstärkt wird.

DAX steckt in der erwarteten Seitwärtskonsolidierung

Und weil der DAX schon Anfang und Ende Juli an der Rechteckgrenze scheiterte, steckt der Index derzeit noch in einer Seitwärtskonsolidierung. Diese spielt sich im Wesentlichen zwischen der Rechteckgrenze bei 11.880 Punkten und dem ehemaligen Allzeithoch bei 12.390,75 Zählern ab (siehe gelber Bereich im obigen Chart). Die Range gilt, abgesehen von einigen Ausreißern, schon seit mehr als 5 Monaten.

Da ich diese Seitwärtskonsolidierung mit Blick auf das saisonale Muster in US-Vorwahljahren schon frühzeitig prognostiziert hatte (siehe zum Beispiel Börse-Intern vom 24. April), läuft eigentlich alles nach Plan. Doch problemlos traden ließen sich die Kursbewegungen der vergangenen Wochen und Monate dadurch nicht. Denn es ist erst seit kurzem klar erkennbar, dass der Index tatsächlich bereits seit Anfang Mai seitwärts tendiert.

Seitwärtsbewegungen sind schwer zu traden

Schließlich setzte sich der Ende 2018 begonnene Aufwärtstrend noch bis Anfang Juli fort. Und auch mit dem Korrekturtief von Mitte August war von einer Seitwärtsbewegung noch nicht viel zu sehen. Erst mit dem jüngsten Auf und Ab (bzw. Ab und Auf) kristallisierte sich die Relevanz der Range zwischen der Rechteckgrenze bei 11.880 Punkten und dem ehemaligen Allzeithoch bei 12.390,75 Zählern klar heraus.

Dabei kann man die Ausreißer nach oben und unten als Fehlsignale werten, die in Seitwärtskonsolidierungen keine Seltenheit sind. Auch wegen dieser Ausreißer muss man die kurzfristigen Signale, wie eingangs beschrieben, derzeit mit Skepsis beobachten. Und wegen der Fehlsignale auf der Ober- und Unterseite lässt sich keine eindeutige Seitwärtsrange festlegen. Und all dies erschwerte das Trading in den vergangenen Wochen und Monaten, obwohl man die Seitwärtskonsolidierung frühzeitig erwarten konnte.

Fortsetzung des Aufwärtstrends nach ABC-Korrektur?

Auch jetzt kann man nicht davon ausgehen, dass das Trading mit Blick auf die nun identifizierte Seitwärtsbewegung leichter wird. Denn inzwischen läuft die Konsolidierung schon recht lange. Die überkaufte Lage, die nach den starken Gewinnen des ersten Halbjahres bestand, ist bereits abgebaut. Eine Trendfortsetzung ist daher möglich.

Und wenn der DAX nun nach oben durchstartet, dann kann man alternativ zur Seitwärtskonsolidierung die Kursbewegung von Anfang Mai bis Mitte August auch als ABC-Korrektur in Form einer unregelmäßigen Korrektur und den Anstieg seit Mitte August als neue Aufwärtstrendwelle werten.

DAX - Target-Trend-Analyse

Da stellt sich nun natürlich die Frage, auf welches Szenario man aktuell setzen soll. Und als wäre das Leben der Trader damit nicht schon schwer genug, kommt auch noch hinzu, dass der DAX derzeit nicht nur charttechnisch getrieben ist. Vielmehr kann man das wechselhafte Auf und Ab natürlich auch den fundamentalen Entwicklungen in Sachen Brexit und Handelsstreit anlasten. Mit jeder Meldung in Bezug auf diese beiden Problemfelder können die Stimmung der Anleger und damit der Markt drehen.

Vermeintliche Einigung im Handelsstreit ist lediglich ein Waffenstillstand

So war der jüngste Anstieg der Aktienmärkte dem Umstand geschuldet, dass die Anleger die Entspannungssignale im Handelsstreit honoriert haben. Doch was am vergangenen Freitag dazu verkündet wurde, war keine Einigung im Handelsstreit, wie es US-Präsident Donald Trump darstellte, sondern bislang lediglich ein weiterer „Waffenstillstand“.

Zwar ist mit dem Teilabkommen, das laut Trump unter anderem die Themen geistiges Eigentum, Währungsfragen und Finanzdienstleistungen umfasst, die auf den heutigen Tage verschobene Erhöhung bereits beschlossener Zölle von 25 % auf 30 % für chinesische Importe im Wert von 250 Milliarden Dollar vom Tisch, doch werden die bereits bestehenden Zölle weiterhin erhoben. Und insofern sind die Lasten, welche die Weltwirtschaft aktuell zu tragen hat, nicht im Geringsten kleiner geworden. Sie wurden lediglich nicht noch größer. Dass kann sich aber noch ändern.

Denn Trump sagte, es werde noch bis zu fünf Wochen dauern, bis das aktuell vereinbarte Teilabkommen unterzeichnet sei. Er und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping könnten womöglich am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) Mitte Dezember in Santiago de Chile die nötigen Unterschriften leisten. Doch die Regierung in Peking verlangt laut Medienberichten weitere Verhandlungen, bevor sie das Teilabkommen unterschreibt. Und laut dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer sei über die für Dezember geplanten Zusatzzölle noch keine Entscheidung  gefallen. Es könnten also noch neue Zölle in Höhe von 15 % auf Konsumgüter aus China im Wert von rund 160 Milliarden Dollar in Kraft treten, wenn sich die beiden Seiten doch nicht zur Unterzeichnung des Teilabkommens durchringen können.

Fazit

Die jüngsten Signale an den Märkten waren klar bullish. Im DAX ist dadurch eine Fortsetzung des Ende 2018 begonnenen Aufwärtstrends möglich geworden. Doch aktuell befindet sich der Index noch in einer Seitwärtstendenz. Und daher sollte man Fehlsignale einkalkulieren. Diese können insbesondere dann entstehen, wenn die Kurse noch etwas steigen, dann aber überraschend negative Meldungen in den Hauptthemen Brexit und Handelsstreit auf die Märkte treffen. Und auch der Verfallstag kann die Kurse noch einmal nach unten ziehen (siehe gestrige Börse-Intern).


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Börse - Intern vom 14. Oktober 2019:
Der DAX zum Oktober-Verfallstag

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

nach der jüngsten Stärke des DAX stellt sich für kurzfristige DAX-Trader natürlich die Frage, ob diese Stärke auch bis zum (kleinen) Verfallstag am Freitag dieser Woche anhält. Möglich ist das – es gibt jedoch ein deutliches „Aber“…

Gelingt dem DAX der Ausbruch nach oben

Warum das so ist, zeigen die folgende Verfallstagsgrafik sowie der aktuelle DAX-Chart (siehe unten):

Verfallstagsdiagramm DAX Oktober 2019

Ab 12.400 Punkten, also knapp unterhalb des aktuellen Kursniveaus des DAX beginnt die Zone, in der fast nur noch Call-Positionen (blaue Balken) liegen (gelber Bereich). Da die Stillhalter natürlich daran interessiert sind, diese Positionen nicht ins Geld laufen zu lassen, werden sie versuchen, den DAX bis Freitag möglichst unterhalb dieser Zone zu halten bzw. zu drücken.

Unterstützung erhalten sie dabei von der Charttechnik, denn bei 12.500 Punkten liegt das Dreifachhoch vom September/Oktober, das durch den Vorstoß vom Freitag und den heutigen Rückfall nochmals verstärkt wurde (siehe folgender Chart).

Was „nach unten“ zu erwarten ist

Nach unten beginnt laut der obigen Verfallstagsgrafik die bearishe Zone spätestens bei 12.000 Punkten, da ab dort kaum noch Call-, dafür aber mehr und mehr Put-Positionen (rote Balken) liegen. Die größte Put-Position liegt allerdings aktuell bei 12.200 Punkten (siehe Pfeil im oberen Teil der Verfallstagsgrafik).

Bei 12.200 Punkten liegt aber auch das theoretische Abrechnungs-Optimum aus Sicht aller Stillhalter, wie die Max-Pain-(Schüssel-)Kurve im unteren Teil der Verfallstagsgrafik zeigt (siehe Pfeil). Diese Marke ist damit zugleich die perfekte Zielmarke zum Verfallstag.

Das Chartbild passt perfekt zur Verfallstagspositionierung

Das gilt auch aus charttechnischer Sicht, wie der folgende Chart zeigt:

DAX - Tageschart seit März 2019

Der DAX fiel bereits heute wieder deutlich von dem am Freitag erreichten neuen Zwischenhoch zurück (siehe roter Pfeil). Wenn damit die Aufwärtswelle seit dem Zwischentief Anfang Oktober bereits beendet ist, dann läge das „Normal-Kursziel“ der sich anschließenden Korrektur beim 50%-Fibonacci-Niveau bei 12.195 Punkten – und damit fast genau beim optimalen Verfallstags-Kursziel.

Da sich dort auch eine Kurslücke (graues Rechteck) befindet, die noch geschlossen werden könnte, wird dieses Niveau für die Bären noch attraktiver und das Kursziel weiter verstärkt.

An dieser Stelle noch ein Hinweis für Charttheoretiker: Die Inselumkehr, die man in den Kursbewegungen des DAX seit Anfang Oktober erkennen kann (blaue Ellipse) ist bedeutungslos. Zum einen ist ihre Lage innerhalb einer kurzfristigen Korrekturbewegung eher untypisch und damit wäre ihre Kurszielindikation auch relativ unzuverlässig. Zum anderen hat sie aber dieses Kursziel (das Zwischenhoch vom 1. Oktober) am Freitag schon erreicht, womit sie ohnehin erledigt ist.

Warum die Symmetrie durchbrochen werden sollte

Und ebenfalls aus (allgemeinen) charttheoretischen Erwägungen muss man einen „einfachen“ Kursrückgang bis 12.200 mit einer gewissen Skepsis betrachten. Zumindest ist danach kein sofortiger Wiederanstieg zu erwarten, wie ihn die hellblau gestrichelten Prognoselinien skizzieren.

In diesem Fall käme es zu einer Formation, die Ähnlichkeit mit einer inversen SKS (Schulter-Kopf-Schulter-Formation) hätte. Eine solche SKS-ähnliche Formation gab es aber schon im August. Und es ist erfahrungsgemäß äußerst ungewöhnlich, dass zwei nahezu identische Formationen unmittelbar aufeinander folgen und das auch noch in einem derart kurzen Zeitabstand.

Die perfekte Variante für Stillhalter und Bullen

Wenn der DAX also tatsächlich bis 12.200 Punkte zurückfällt, sollte danach die „drohende“ Symmetrie gebrochen werden – entweder durch einen weiteren Rückfall an die grüne Aufwärtstrendlinie (wodurch der Aufwärtstrend bestätigt werden könnte, was natürlich ebenfalls bullish wäre) oder durch eine Seitwärtsbewegung oberhalb von 12.200 Punkten in Richtung dieser grünen Trendlinie.

Sofern der Anstieg vom Freitag nicht nur ein Strohfeuer, sondern ein Neuerwachen der Kräfte der Bullen gewesen ist, könnte eine solche Seitwärtsbewegung auch dicht unterhalb der 12.500-Punkte-Marke zustande kommen, z.B. indem der DAX auf der rot gestrichelten Abwärtslinie entlangtänzelt (wie er es heute schon getan hat). Dann könnte der DAX einerseits zum Verfallstermin am Freitagmittag unterhalb von 12.400 Punkten stehen (womit die Stillhalter sicherlich leben können), andererseits behielten die Bullen Fühlung zur 12.500-Punkte-Marke und bewahrten sich damit ihre Chancen auf einen Ausbruch nach oben. Das wäre also die perfekte Variante für die Stillhalter und die Bullen.

Warum ein Ausbruch nach oben unwahrscheinlich ist

Relativ unwahrscheinlich erscheint diesmal allerdings das bullishe Überraschungsszenario eines dynamischen Ausbruchs über 12.500 Punkte bis zum Verfallstermin. Da dicht oberhalb der roten Widerstandszone weitere starke Widerstände – inklusive des Jahreshochs – liegen (siehe dicke rote Linien), dürften die Chancen der Bullen auf einen Ausbruch begrenzt sein.

Den Stillhaltern sollte es an diesen Linien relativ leichtfallen, die Kurse wieder zu drücken. Wenn sie dabei einen Fehlausbruch zustande bringen, wäre dies ein klar negatives Signal, das die Bären zu weiteren Attacken motivieren sollte. Im Falle eines Ausbruchs nach oben könnte es also recht volatil bis zum Verfallstag zugehen.

Das Zünglein an der Waage?

Das Zünglein an der Waage könnten die fundamentale Lage werden. Dabei sind weniger die Konjunkturdaten (Dienstag: ZEW-Konjunkturerwartungen, Freitag: BIP China 3. Quartal) entscheidend, sondern vermutlich eher die Unternehmenszahlen: Die Quartalsberichtssaison nimmt ab dieser Woche zumindest in den USA schon einmal Fahrt auf und je nach den Ergebnissen könnte es Ausschläge in die eine oder andere Richtung geben.

Ein gewisses (positives) Überraschungsmoment könnte auch der EU-Gipfel am Donnerstag/Freitag auslösen, bei dem es unter anderem um den Brexit geht, wozu es dem Vernehmen nach doch noch eine Chance auf einen Deal geben soll, wie nach einem Gespräch der Regierungschefs von Großbritannien und Irland verlautete.

Für Trader könnte diese Verfallstagswoche also ziemlich hektisch werden…

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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Signale der Entspannung

Dem DAX ist ein wichtiges Signal der Entspannung gelungen. Er konnte nach 5 Handelstagen mit nur moderaten Kursgewinnen (grüner Trendkanal im folgenden Chart) heutige stark in den Tag starten und mit einer Aufwärtslücke eine ehemalige Unterstützung (grüne horizontale Linie) und das 50 %-Fibonacci-Retracement bei 12.188,13 Punkten überspringen (siehe grüner Pfeil). Das war bereits recht bullish zu werten.

DAX - Target-Trend-Analyse

Das wichtige Signal der Entspannung wurde aber erst danach gesendet. Denn durch Anschlussgewinne wurde auch noch mehr als 61,80 % des Kursrutsches von Anfang Oktober aufgeholt. Und damit gilt dieser als beendet. Viele Bullen dürften damit heute aufatmen.

Ausbruch aus der übergeordneten Seitwärtskonsolidierung steht noch aus

Übergeordnet betrachtet haben die Bullen aber noch nicht viel gewonnen. Denn der DAX steht nun wieder am Dreifach-Hoch vom September (siehe roter Pfeil im Chart) und damit noch innerhalb der größeren Seitwärtskonsolidierung (siehe Börse-Intern von vorgestern).

Durch die hohe Dynamik, die der aktuelle Kursanstieg seit heute hat, stehen die Chancen aber sehr gut, dass diese Hürde im aktuellen Anlauf überwunden werden kann. Das bleibt allerdings noch abzuwarten. Zumal auch beim vorangegangenen Kursrutsch zu erwarten war, dass die Unterstützung bei 11.880 Punkten aufgrund der Abwärtsdynamik gebrochen wird. Es kam, wie wir heute wissen, anders.

Das Prinzip Hoffnung

Ob der DAX dieses Mal den Schwung nutzen und fortsetzen kann, hängt davon ab, ob die Hoffnungen der Anleger erfüllt werden. Denn bloße Hoffnungen sind wieder einmal der Grund für den heutigen Kurssprung. Es handelt sich natürlich erneut um Hoffnungen auf eine Entschärfung der Dauer-Krisen  Handelsstreit und Brexit.

US-Präsident Donald Trump zog gestern Abend (MESZ) eine positive Zwischenbilanz zu den aktuellen US-chinesischen Treffen. Die Gespräche seien sehr gut gelaufen und beide Seiten hätten eine „sehr, sehr gute“ Verhandlung  gehabt, sagte er vor Reportern. Und der irische Ministerpräsident Leo Varadkar bezeichnete nach einem „sehr positiven“ Treffen mit seinem britischen Kollegen Boris Johnson einen Kompromiss im Brexit-Streit als in greifbarer Nähe.

Doch besonders von Donald Trump ist man derart positive Töne bereits gewöhnt. Am Ende kam es aber bislang trotzdem immer wieder zu einer Verschärfung des Handelsstreits. Daher bleibt Skepsis angebracht. Und man sollte auf belastbare Tatsachen warten, bevor man sich im größeren Stil am Markt neu engagiert.

ABC-Korrektur abgeschlossen?

Kommt es allerdings zu Einigungen im Handelsstreit oder beim Brexit und kann der DAX die September-Hochs klar und deutlich überwinden, besteht die Chance, dass mit dem Tief vom 4. Oktober eine ABC-Korrektur zu Ende gegangen und eine neue Aufwärtswelle gestartet ist.

ABC-Korrektur im DAX?

Das wäre dann ein Grund für eine neue Long-Position. Diese könnte man dann unterhalb des Oktober-Tiefs absichern.


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Börse - Intern vom 10. Oktober 2019:
Mit Börsenweisheiten ist es wie mit Klischees

Heute wurde gemeldet, dass die jährliche Inflation in den USA im September, wie bereits im August, bei 1,7 % lag. Gedämpft wurde die Teuerung durch gesunkene Energiepreise (-4,8 %).

Entwicklung der Inflation in den USA

Auch die Kernrate, die volatile Energie- und Nahrungsmittelpreise ausklammert, blieb zum Vormonat unverändert – bei 2,4 %.

Entwicklung der Inflation in den USA

Wohl ungeachtet der Tatsache, dass die Notenbanken eigentlich stärker auf die Kernrate der Inflation achten, war in einzelnen Medien zu lesen, dass die US-Notenbank mit der Inflation von 1,7 % weiterhin ihr Ziel von 2 % verfehlt und damit Spielraum für eine dritte Leitzinssenkung besteht.

Dritte Leitzinssenkung? – Der Markt wusste es schon frühzeitig

Vor dem Hintergrund der Konjunktureintrübung und den jüngsten Aussagen von Jerome Powell glaube auch ich inzwischen an einen dritten Zinsschritt. Und als ich heute darüber so nachdachte, fiel mir auf, dass der Markt schon vor Monaten drei Zinsschritte in 2019 erwartet hatte – und zwar bereits zu einem Zeitpunkt, als die US-Wirtschaft noch auf Hochtouren lief und Zinssenkungen eigentlich noch nicht abzusehen oder nötig waren. In dem Zusammenhang fiel mir dann auch die Börsenweisheit „Der Markt hat immer Recht“ ein.

Es ist aber so eine Sache mit den Börsenweisheiten. Denn eine andere sagt „Never fight the Fed“. Nun war es in den vergangenen Monaten aber eben so, dass der Markt stets mehr Leitzinssenkungen der Fed erwartet hat als die Notenbank selbst. Worauf sollte man also in dieser Zeit vor dem Hintergrund der beiden Sprichwörter setzen?

Der Markt hat immer Recht

Aus heutiger Sicht wäre es gut gewesen, auf den Markt zu hören. Denn die Fed hat inzwischen den Leitzins zwei Mal gesenkt. Und nach jüngsten Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell wird sie wohl noch einen dritten Schritt vollziehen (siehe gestrige Börse-Intern). Diese Entwicklung hat der Markt schon längst erwartet. Die Marktzinsen laufen dadurch der Leitzinsentwicklung schon seit Monaten voraus.

Never fight the Fed

Es war aber auch durchaus richtig, sich nicht gegen die Fed und damit gegen die niedrigen und wieder sinkenden Zinsen zu stellen. Denn mit den sinkenden Zinsen hat der Markt eine wirtschaftliche Eintrübung eingepreist, die sich inzwischen auch immer stärker in den „harten“ Wirtschaftsdaten abzeichnet. Doch wer den pessimistischen Märkten gefolgt wäre und US-Aktien verkauft oder sogar geshortet hätte, der hätte dadurch bislang nicht wirklich viel gewonnen. Schließlich stehen die US-Indizes immer noch knapp unter ihren Allzeithochs.

Beide Börsenweisheiten scheinen also zu stimmen, auch wenn sie sich in gewissen Punkten zu widersprechen scheinen. Allerdings hängt das auch von der jeweiligen Anwendung und Betrachtungsweise ab. Grundsätzlich haben die meisten Börsenweisheiten ihre Berechtigung. Denn so wie Klischees entstehen, haben auch Börsenweisheiten oft einen plausiblen Hintergrund. Ob sie zutreffend sind, hängt dann noch von der jeweiligen Interpretation ab.

Sell in May and go away…

Das gilt insbesondere auch für den bekannten Spruch „Sell in May and go away…“. So könnte man für das laufende Jahr argumentieren, dass bei exakter Befolgung des Spruchs Gewinne entgangen wären, weil die US-Indizes (u. a. Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100) ihr Allzeithoch erst im Juli erreicht haben (siehe grüner Pfeil im folgenden Chart des S&P 500). Allerdings waren großartige Zugewinne von Mai bis Juli nicht mehr möglich. Der S&P 500 stieg zum Beispiel nur noch um 2,5 % – im Maximum.

S&P 500 - Sell in May and go away...

Man trifft allerdings beim Verkauf selten exakt das Hoch. Insofern wäre ein Ausstieg bereits im Mai mit Blick auf den anschließenden Kursverlauf nicht schlecht gewesen. Man hätte sich wahrscheinlich sogar noch einige graue Haare erspart. Und aktuell notieren die US-Indizes unter dem Hoch von Anfang Mai (roter Pfeil).

… but remember to come back in September

Im Detail kommt es also auf die Interpretation an, ob die Börsenweisheit wirklich in jedem Fall weise ist. Das gilt auch für den zweiten Teil des Spruchs: „… but remember to come back in September.“

Wer im laufenden Jahr am Mai-Hoch aus- und am ersten Tag im September wieder eingestiegen ist, konnte leicht günstigere Kurse für sich verbuchen. Doch der Spruch lautet „Sell IN may…“ und „… come back IN september“. Also verkaufe irgendwann im Mai und kaufe irgendwann im September. Der S&P 500 stand am 31. Mai deutlich tiefer (2.750 Punkte) als am 1. Mai (2.954 Punkte) und er stand am 19. September (3.021 Punkte) deutlich höher als am 1. Handelstag im September (2.891 Punkte). Wer am 31. Mai verkauft und am 19. September zurückgekauft hat, musste deutlich draufzahlen.

Und noch ist natürlich völlig unklar, ob man nicht im Oktober, November, Dezember, oder einem der Folgemonate noch einmal deutlich billiger einsteigen kann, bevor man dann im Mai 2020 wieder aussteigen sollte. Und im vergangenen Jahr zeigte sich, dass der September definitiv nicht in jedem Jahr der beste Monat für Käufe ist.

S&P 500 - ...remember to come back in September?

Ein Einstieg im September war hier eine sehr schlechte Idee. Selbst wenn man anschließend Anfang Mai 2019 wieder ausgestiegen wäre, hätte man kaum einen Gewinn erzielen können.

Mit Börsenweisheiten ist es wie mit Klischees

Börsenweisheiten haben ihre Berechtigung, weil sie im Groben mit durchschnittlichen Tatsachen, Ereignissen oder Entwicklungen belegt werden können, ähnlich wie Klischees. Doch man sollte sie nicht für konkrete Investmententscheidungen heranziehen. Börsenweisheiten können die grobe Richtung vorgeben, doch es gilt die Märkte stets in ihrer jeweiligen Situation zu analysieren und zu bewerten. Auch Klischees treffen nicht auf jeden zu.

Günstigere Kaufkurse voraus!

Und ich rate schon seit längerem von Neueinstiegen in den Aktienmarkt ab. Von dieser Meinung rücke ich auch nicht ab, nur weil wir seit September in die vermeintlich saisonal starke Börsenphase eingetaucht sind. Denn in der aktuellen Situation haben die Märkte mit zunehmenden konjunkturellen Problemen zu kämpfen. Und nur die billige Liquidität der Notenbanken scheint die Aktien- und Anleihenkurse derzeit noch oben zu halten. Ich glaube daher, dass wir in den kommenden Tagen oder Wochen noch einmal einen günstigeren Zeitpunkt für Aktienkäufe bekommen werden.

US-Indizes unter wichtige Unterstützungen zurückgefallen

Der DAX konnte bislang noch den Rückfall unter eine wichtige Unterstützung bzw. in den Bereich einer ehemaligen Konsolidierung verhindern (siehe Börse-Intern vom vergangenen Freitag). Den US-Indizes ist dies nicht gelungen. Der S&P 500 notiert zum Beispiel inzwischen wieder unterhalb der Ausbruchsmarke von 2.940,91 Punkten und damit wieder innerhalb der ehemaligen Konsolidierungsrange (gelbes Rechteck im folgenden Chart). Dadurch scheint sich auch hier, ähnlich wie im DAX (siehe gestrige Börse-Intern), eine klare Seitwärtstendenz zu etablieren.

S&P 500 - Chartanalyse

Zwar ist die übergeordnete Aufwärtstendenz durch höhere Tiefs noch intakt (siehe dicke grüne Linie), doch konnte zuletzt kein höheres Hoch mehr markiert werden (dicke rote Linie). Und daher scheint der S&P 500 in eine Seitwärtskonsolidierung auf hohem Niveau übergegangen zu sein – genau so, wie ich es mit Blick auf die Saisonalität in US-Vorwahljahren längst erwartet und auch hier in vorangegangenen Analysen beschrieben hatte.

Ja nach weiterer Entwicklung des Handelsstreits könnte ich mir im negativen Szenario auch noch vorstellen, dass sich aus der aktuellen Kursentwicklung (langsames Auslaufen der diesjährigen Aufwärtstendenz) noch eine größere Trendwende ausbildet und damit das übergeordnete „Trompetenszenario“ (blaue Linien) und damit eine deutlich größere Seitwärtskonsolidierung zum Tragen kommen.

Laufende Long-Positionen abgesichert halten

Daher bekräftige ich noch einmal meine bisherige Einschätzung und den daraus resultierenden Rat: Neueinstiegen messe ich kein hohes Kurspotential bei. Bestehende Long-Positionen kann man halten und entsprechend der eigenen Risikobereitschaft und dem persönlichen Tradingstil mit Stopps absichern. Für größere Short-Positionen erscheint das Chartbild derzeit noch zu bullish.


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Börse - Intern vom 9. Oktober 2019:
Aktuelle Kursbewegungen nicht überbewerten

Beim Lesen der Nachrichten komme ich in diesen Tagen wieder regelmäßig ins Schmunzeln. Egal was die Märkte machen, ob sie ein paar Punkte steigen oder fallen, immer ist der Handelskonflikt schuld daran. Beispiele gefällig? Gestern Abend titelte zum Beispiel Reuters „Ungewissheit im Handelsstreit belastet Wall Street“. Heute am frühen Morgen um 4:51 Uhr hieß es dann: „Handelsstreit und Visabeschränkungen belasten asiatische Börsen“. Und am späteren Morgen um 9:11 Uhr lautete eine Schlagzeile: „Anleger bleiben vor Handelsgesprächen auf der Hut“. So weit, so einheitlich. Doch heute Mittag wurde nach leicht gestiegenen Aktienkursen um 12:19 Uhr gemeldet: „Anleger halten an Hoffnung im Handelsstreit fest“. Dabei gab es in der Zwischenzeit keine Meldung, die zu dieser Hoffnung berechtigt hätte.

Anleger greifen nach jedem Strohhalm

Im Grunde sind die Agenturmeldungen aber natürlich nicht falsch. Die Börse ist eben die meiste Zeit stimmungsgetrieben. Und da sich positive und negative Meldungen zum Handelsstreit derzeit regelmäßig abwechseln, sind die Anleger hin und her gerissen. Sie greifen nach jedem noch so kleinen Strohhalm, also nach jedem Hinweis im Handelsstreit, um nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden bzw. möglichst von Anfang an dabei zu sein, wenn neue Tatsachen im Handelskonflikt für größere Kursbewegungen sorgen.

Normales Marktrauschen in engen Konsolidierungen

Ob aber die kurzfristigen Schwankungen nun tatsächlich hauptsächlich nachrichtengetrieben sind, darüber lässt sich streiten. Es kann sich stattdessen auch um ganz normales „Marktrauschen“ handeln, für das es keine marktbewegenden News braucht. Und dabei gilt das Motto „Kurse machen Nachrichten“. In einer solchen Phase kann man sich auch einfach einmal sehr gut an die Seitenlinie stellen, bis sich neue klare Trends abzeichnen. (Daher ist auch in unseren Stockstreet-Börsenbriefen derzeit wenig Aktivität.) Zumal ich ja bereits wiederholt die Erwartung beschrieben habe, dass die Märkte in Seitwärtstendenzen einschwenken. Und in denen ist es völlig normal, dass die Kurse mal aufwärts und mal abwärts tendieren.

US-Notenbank greift beruhigend in den Markt ein

Will man aber unbedingt eine Erklärung für die heute freundlichen Aktienmärkte haben, dann kommt dafür aus meiner Sicht eher die Meldung infrage, dass der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, mit dem Kauf von Wertpapieren gegen die Spannungen auf dem US-Geldmarkt vorgehen will und außerdem eine weitere Zinssenkung in diesem Jahr signalisiert hat. Denn diese Meldung lief bereits gestern Abend (MESZ) über die Ticker. Und zu dieser Zeit kam es bereits zu einer Kurserholung in den US-Indizes.

Woher kommen die Spannungen am Geldmarkt?

Allerdings war diese Kurserholung nicht von Dauer. Denn Powell sagte im Rahmen einer Wirtschaftskonferenz in Denver auch, dass lediglich der Kauf von Geldmarktpapieren (T-Bills), also Wertpapieren mit kurzer Laufzeit angepeilt werde. Und dies stelle keine Rückkehr zum QE-Programm dar. Die Maßnahme ziele lediglich darauf ab, Spannungen am US-Geldmarkt zu verhindern. Und hier stellt sich eher die Frage, warum es derzeit überhaupt zu diesen Spannungen kommt.

Das letzte Mal, dass US-amerikanische Banken Probleme bei der Abwicklung alltäglicher Geschäfte hatten und hohe Zinsen für die täglich benötigten Finanzmittel gezahlt werden mussten, war zum Zeitpunkt der Finanzkrise. Und daher ist die aktuelle Entwicklung eher ein Warnsignal. Wohl auch deshalb sind die gestrigen und heutigen Kurserholungen eher moderat und fallen immer wieder in sich zusammen.

Hinweise auf dritte Leitzinssenkung?

Auch die neuen Hinweise auf die weitere Entwicklung der Leitzinsen in den USA kann man kritisch sehen. Powell verglich die aktuelle Situation mit der in den 1990er Jahren. Damals hatte die Fed den Leitzins dreimal gesenkt, um den Aufschwung der Wirtschaft zu stabilisieren. Beobachter werten diesen Vergleich daher als Hinweis auf eine dritte Zinssenkung in 2019, was die Zinssenkungsfantasien und damit die Aktienkurse antreibt.

Doch Leitzinssenkungen werden nur dann erforderlich, wenn die Wirtschaft schwächelt. Und dass sie dies auch in den USA tut, lässt sich an den Konjunkturdaten und in erster Linie den Frühindikatoren (Einkaufsmanagerdaten) ablesen. Doch dies bedeutet eben auch sinkende Unternehmensgewinne – und damit eigentlich sinkende Aktienkurse.

Aktuelle Entwicklungen lassen die Märkte abwarten

Die aktuellen Ereignisse und Entwicklungen kann man also bullish und bearish werten. Und so erklärt es sich eben auch, dass die Märkte in einer Konsolidierung stecken, in denen die Kurse auch durchaus grundlos auf und ab laufen können (Marktrauschen). Im DAX ist diese Seitwärtskonsolidierung inzwischen schon sehr deutlich zu erkennen (siehe gelber Pfeil im Chart).

DAX - Target-Trend-Analyse

Im kurzfristigen Bereich konnten die Bullen noch einmal zurückkommen (siehe folgender Chart). Sie holten die Verluste des Vortages auf und konnten im zweiten Anlauf sogar das Mindestziel einer Kurserholung (38,20%-Fibonacci-Retracement) übertreffen.

DAX - kurzfristige Target-Trend-Analyse

Doch mehr als eine normale Gegenbewegung (50 % des vorangegangenen Impulses) ist ihnen weiterhin nicht gelungen (siehe roter Pfeil). Der DAX steckt dadurch nach wie vor in einer nur sehr moderaten Kurserholung, die eher wie eine bearishe Flagge aussieht (grüner Trendkanal) und daher dafür spricht, dass es bald noch zu einer zweiten Abwärtswelle kommt – zumindest wenn die Flagge nach unten aufgelöst wird.

Mit dieser dürfte der DAX dann unter die Rechteckgrenze bei 11.880 Punkten fallen. Der bullishe Impuls von Ende August und Anfang September wäre damit neutralisiert und die Seitwärtstendenz somit weiter etabliert. Unwahrscheinlicher wird dies vorerst nur, wenn der DAX noch mehr als 61,80 % der jüngsten Abwärtswelle aufholt.


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Börse - Intern vom 8. Oktober 2019:
DAX blieb unter dem Mindestziel einer Kurserholung

Die für kommenden Donnerstag und Freitag angesetzten Handelsgespräche zwischen den USA und China rücken immer näher. Dazu reist der chinesische Vize-Regierungschef und Chefunterhändler  Liu He nach Washington, wie das chinesische Handelsministerium heute ankündigte. Dort soll er den US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin treffen.

US-Regierung setzt chinesische Unternehmen auf schwarze Liste

Doch die Gespräche stehen unter keinen guten Vorzeichen. Denn gerade erst haben die USA 28 chinesische Unternehmen und Regierungsorganisationen wegen deren Vorgehen gegen Minderheiten auf eine schwarze Liste gesetzt. Die USA würden die „brutale Unterdrückung  ethnischer Minderheiten in China“ nicht tolerieren, sagte US-Handelsminister Wilbur Ross gestern laut Medienberichten.

Auftragseingang der deutschen Industrie weiter rückläufig

Nun sollte man Meldungen, die den Handelsstreit weiter verschärfen können, aktuell nicht überbewerten, weil sich an den Börsen ein Gewöhnungseffekt eingestellt hat, wie hier auch bereits berichtet wurde. Doch zu diesen Entwicklungen gesellte sich gestern auch noch die Meldung, dass sich die Auftragsflaute der deutschen Industrie fortgesetzt hat.

Wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte, schrumpfte das Neugeschäft im verarbeitenden Gewerbe im August um 0,6 % zum Vormonat. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang um 0,3 % gerechnet. Im Juli hatte es bereits einen Einbruch um 2,1 % gegeben.

Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland

Wie die Grafik zeigt, hat der Rückgang bei den Auftragseingängen bereits Anfang 2018 begonnen. Zum gleichen Zeitpunkt markierte auch der DAX sein letztes Allzeithoch.

DAX - seit Anfang 2018 im Abwärtstrend

Auftragseingänge und DAX scheinen also weitestgehend Hand in Hand zu gehen. Und das macht auch Sinn. Denn wenn die Neuaufträge kontinuierlich sinken, gehen irgendwann auch die Auftragsbestände und dann die Produktion zurück. Und das führt letztlich zu sinkenden Umsätzen und Gewinnen der Unternehmen.

Die Schere zwischen den Frühindikatoren steht weit offen

Doch während der DAX derzeit deutlich über seinem Tief von Ende 2019 steht, sind die Auftragseingänge weiter gesunken. Ähnliches hatte ich auch schon beim Vergleich DAX vs. ifo-Geschäftsklimaindex bemängelt – dazu noch einmal die Grafik aus der Börse-Intern vom 30. Juli:

DAX vs. ifo-Geschäftsklimaindex

Irgendwie muss sich die Schere zwischen den Frühindikatoren (ifo-Index bzw. Auftragseingänge und DAX) wieder schließen. Entweder die Konjunkturdaten bessern sich oder der DAX gibt wieder nach. Und inzwischen sieht es so aus, als würde der DAX wieder nachgeben.

Der DAX schaffte nicht einmal das Mindestziel einer Kurserholung

Nach dem Kursrutsch auf die Rechteckgrenze bei 11.880 Punkten (siehe grüner Pfeil im folgenden Chart) ist dem Index nur eine moderate Kurserholung gelungen. Dabei erreichte er nicht einmal das Mindestmaß einer Gegenbewegung – das 38,20%-Fibonacci-Retracement der Abwärtswelle (roter Pfeil). Und seitdem hat er schon wieder deutlich nachgegeben.

DAX - Target-Trend-Analyse

Am vergangenen Freitag dazu war hier in der Börse-Intern zu lesen, dass es vom Ausmaß der Kurserholung abhängen wird, wie ernst man den Kursrutsch nehmen muss. „Fällt sie kurz aus und geben die Kurse schnell wieder in Richtung Rechteckgrenze nach, dürfte sich ein Rückfall in den Bereich der SKS-ähnlichen Formation, wie von mir erwartet, nicht mehr lange verhindern lassen“, hieß es dazu. Sollten die Bullen also nun nicht noch einmal überraschend zurückkommen, dürfte der DAX bald unter der Rechteckgrenze bei 11.880 Punkten landen. Und dies dürfte dann einige Bullen-Träume zum Zerplatzen bringen.


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Börse - Intern vom 7. Oktober 2019:
Was die Stimmung der Anleger erwarten lässt

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

es gibt ein neues Stimmungssignal an den US-Börsen. Das kommt nach dem überraschenden „Einbruch“ der Vorwoche (siehe Börse-Intern vom 01.10.2019) nicht ganz unerwartet. Die entscheidende Frage ist natürlich, wie dieses Signal aus aktueller und historischer Perspektive zu bewerten ist.

Ein antizyklisches Stimmungsextrem?

Zunächst der Blick auf die aktuelle Stimmungslage:

Sentiment S&P 500 I

Quellen: AAII, MarketMaker

Nach der Schwäche der Vorwoche fiel der Sentimentindex der American Association of Individual Investors (AAII) auf einen Wert von unter -18 % (siehe unterer Chartteil). Das bedeutet, dass der Anteil der Bären (Anleger, die in den kommenden 6 Monaten fallende Kurse erwarten) um mehr als 18 % größer ist als der Anteil der Bullen.

Werten im Bereich der -18%-Marke (grün gestrichelte Linie) folgten aber regelmäßig deutliche Umkehrreaktionen des S&P 500 (siehe grüne Punkte im oberen Chartteil). Und selbst wenn die Kurse nach einem solchen Signal nochmals stärker nachgaben (wie im Dezember 2018), wurde kurz danach ein Tief markiert (das meist ebenfalls mit einem solchen negativen Stimmungsextrem einherging).

Beeindruckend zuverlässige Signale

Auch in der längerfristigen Betrachtung seit 2009 hat dieses Muster Bestand (siehe folgender Chart):

Sentiment S&P 500 II

Quellen: AAII, MarketMaker

Abgesehen von der finalen Phase des Crashs während der Finanzkrise Anfang 2009 gab es in den vergangenen mehr als 10 Jahren nur ein echtes Fehlsignal dieses Indikators (2015; siehe roter Pfeil)!

Man kann nun darüber streiten, ob der eher moderate Rücksetzer der Vorwoche allein einen solchen Stimmungseinbruch rechtfertigt. Gemessen an der Veränderung der Stimmungslage seit Anfang 2018 ist ein solcher bearisher Impuls aber durchaus plausibel.

So ist im ersten Chart z.B. klar zu erkennen, dass das Stimmungsniveau seit Anfang 2018 insgesamt abgenommen hat (siehe roter Pfeil), und das obwohl der S&P 500 nach dem Allzeithoch vom Januar 2018 noch mehrfach weitere Allzeithochs erreicht hat – sogar noch nach dem starken Einbruch von Ende 2018.

Anleger lassen sich nicht mehr von Allzeithochs locken

Doch neue Allzeithochs haben die Anleger zuletzt nicht mehr beeindruckt. So gab es im Juli gleich zweimal nacheinander mehr Bären als Bullen, also Sentimentwerte unter 0, obwohl der S&P 500 zuvor ein neues Allzeithoch markiert hat (siehe rote Kreise im ersten Chart). Wenn schon neue Allzeithochs die Anleger nicht mehr auf die Bullenkoppel locken können, was dann?

Offensichtlich haben die Turbulenzen des vergangenen und aktuellen Jahres, die Länge des laufenden Bullenmarkts und vor allem die bekannten Belastungsfaktoren die Anleger zermürbt, so dass sie nicht mehr an die Fortsetzung der Rally glauben. Jedes neue Hoch und jede neue Erholung werden offenbar als „Verirrung“ des Marktes angesehen, die früher oder später korrigiert werden muss – nach Meinung der Anleger offenbar heftig, z.B. mit einem Crash.

Nun kann man natürlich einfach sagen, dass die Masse falsch liegt und dass diese Ansicht demnach falsch sein muss. Doch so einfach ist es mitunter in der Stimmungsanalyse nicht. Für eine solch hartnäckige Verweigerungshaltung der Anleger gibt es oftmals Gründe, die ebenfalls stimmungstechnischer Natur sind und über fundamentale Bedenken hinausgehen.

In die Falle gelaufen

Ein Grund für diese Zweifel könnte sein, dass die Anleger in dieser Rally schon einmal in eine „Falle“ gelaufen sind: So blieb die Stimmung auch 2016/17 unterdurchschnittlich; die Werte lagen in dieser Zeit (siehe gelbes Rechteck im zweiten Chart) nur knapp über der Nulllinie, während der langjährige Durchschnittswert des Sentiments mit knapp 8 % deutlich im positiven Terrain liegt (blau gestrichelte Linie).

Erst Ende 2017 kamen die Anleger aus der Reserve und feierten die damals steigenden Kurse mit einem kräftigen Stimmungsimpuls (siehe grüner Pfeil) – aber nur, um gleich darauf durch den Einbruch vom Februar 2018 bitter enttäuscht zu werden. Die anhaltende Sentimentschwäche schreit also geradezu die Anlegermeinung heraus: „Noch einmal passiert mir das nicht!“ Und die im Gegensatz zu Ende 2017/Anfang 2018 deutlich weniger überzeugenden Anstiege des S&P 500 scheinen den Anlegern recht zu geben.

Die Parallele zum Crash von 1987

Bemerkenswert ist, dass die Anleger ein solches Verhalten nicht zum ersten Mal zeigen. Bereits kurz nach Beginn der Erhebung des AAII-Sentiments im Sommer 1987 kam es bekanntlich zu dem berühmt-berüchtigten Crash an der Wall Street. Und obwohl kurz nach diesem Crash ein Tief gebildet wurde und dann die Kurse kontinuierlich stiegen (inklusive neuer Allzeithochs!) blieb die Stimmung gedrückt – und der (laufende) Durchschnittswert des Sentiments in dieser Phase sank sogar bei steigenden Kursen (siehe rote Kurve im linken blau markierten Zeitraum im folgenden Chart).

Sentiment S&P 500 III

Quellen: AAII, MarketMaker, eigene Berechnungen

Zum Vergleich habe ich auch für die anderen markanten Hausse- und Baissephasen (siehe senkrechte gestrichelte Linien) die jeweilen „Phasen-Durchschnitte“ berechnet. Wie es auch zu erwarten ist, steigt die durchschnittliche Stimmung in Haussephasen tendenziell, während sie in Baissephasen sinkt. Neben den beiden blau markierten Bereichen sehen wir auch in der Rally von 2003 bis 2007 eine tendenziell fallende Durchschnittskurve, aber da damals die Stimmung anfangs extrem stark anstieg, ist dieser Rückgang der Durchschnittswerte eher als Normalisierung anzusehen.

Wie die Anleger am Ende „Recht“ bekamen

Damit sind die beiden blauen Phasen als stimmungstechnische Ausnahmen zu betrachten – und das ergibt durchaus Sinn: Während wir aktuell den längsten Bullenmarkt der Geschichte erleben und viele Anleger der Meinung sind, dass dieser bald zu Ende gehen muss (insbesondere angesichts der bekannten Belastungsfaktoren), herrschte nach dem Crash von 1987 die Meinung, dass nach einem solchen Einbruch die Börsen nicht einfach so zur Tageordnung übergehen können.

Wie die damalige Kursentwicklung zeigt, geschah das aber trotzdem. Doch die Anleger verweigerten sich solange dieser Erkenntnis, bis sie durch die Golfkrise und den nachfolgenden 2. Golfkrieg scheinbar Recht bekamen.

Und obwohl der folgende Einbruch eher harmlos blieb, reichte er offenbar, um genug Panik zu erzeugen, welche die Situation bereinigen konnte: Durch die Panik fühlten sich die Anleger bestätigt, „behielten also Recht“ und konnten dann „guten Gewissens“ der längst etablierten neuen Aufwärtsbewegung folgen.

Die mittel- und kurzfristigen Szenarien

Diesmal könnte es ähnlich ablaufen: Irgendein Ereignis versetzt die Anleger in Panik und lässt sie glauben, der Crash beginnt. Aber wenn sich der Staub verzogen hat, geht die Rally (nach einem eher halbherzigen Einbruch) einfach weiter. Die Alternative ist natürlich, dass der S&P 500 auch ohne größeren Rückfall nachhaltig über die 3.000-Punkte-Marke ausbricht.

Das sind natürlich Szenarien für die kommenden Wochen oder Monate. Kurzfristig geht es darum, ob das aktuelle antizyklische Stimmungssignal seine Wirkung entfaltet und eine Gegenbewegung auslöst. Wie immer sollten Sie dann genau beobachten, wie stark diese ist.

Im Idealfall geht es nun erneut hinauf bis an die 3.000er Marke bzw. das Allzeithoch. Ein Warnzeichen bzw. ein Stoppsignal wäre ein Rückfall unter das Tief der Vorwoche. Dann dürfte erst das nächste negative Stimmungssignal eine größere Erholung einleiten.

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert


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Börse - Intern vom 4. Oktober 2019:
Die Notenbanken werden es schon richten!?

Das Umdenken der Anleger scheint bereits wieder beendet. Lange Zeit ignorierten die Anleger die schwachen Konjunkturdaten, weil diese die Chancen auf Zinssenkungen erhöhten. Doch am vergangenen Dienstag schien dann mit dem schwachen ISM-Index das Fass übergelaufen zu sein, so dass sich die Konjunktursorgen doch in fallenden Kursen manifestierten.

Schwache US-Daten lassen den Dow Jones beben

Dies wurde gestern zunächst auch noch einmal bestätigt. Denn nachdem der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA mit 47,8 Punkten bereits tiefer unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten gefallen war, nähert sich auch der ISM-Index für das Dienstleitungsgewerbe dieser Marke. Er sank auf nur noch 52,6 Zähler, während Experten nur einen Rückgang auf 55,0 erwartet hatten. Zudem wurde bekannt, dass die US-Industrie im August 0,1 % weniger Aufträge als im Vormonat eingesammelt hat.

In der Folge gaben die Aktienmärkte noch einmal deutlich nach. Der Dow Jones (siehe folgender Chart) brach zum Beispiel binnen weniger Minuten um rund 300 Punkte ein. Doch fast genauso schnell, wie die Kurse gefallen waren, erholten sie sich anschließend auch wieder.

Dow Jones

Und auch der heutige US-Arbeitsmarktbericht, der unter den Erwartungen ausfiel, versetzte die Anleger eher in Kauflaune (siehe grüne Ellipse). Zwar gab die Arbeitslosenquote von 3,7 % auf 3,5 % nach und markierte damit sogar ein neues zyklisches Tief (zudem: niedrigstes Niveau seit 1969)...

Entwicklung der Arbeitslosenquote in den USA

…, doch blieb der Stellenaufbau (außerhalb der Landwirtschaft) mit 136.000 unter der durchschnittlichen Prognose von 145.000.

neu geschaffene Stellen in den USA

Nun kann man dem Stellenmarkt noch zu Gute halten, dass die Werte der beiden Vormonate um insgesamt 45.000 Stellen nach oben revidiert wurden. Doch dafür blieben die Durchschnittseinkommen gegenüber dem Vormonat unverändert. Und das ist ein schlechtes Signal für die Inflationsentwicklung. Denn wenn die Löhne nicht steigen, nimmt auch der Konsum weniger stark zu. Und das mindert wiederum den Spielraum für Preiserhöhungen, was der US-Notenbank Fed wiederrum Spielraum für weitere Leitzinssenkungen bietet.

Die Anleger werten daher mit Blick auf den jüngsten Kursverlauf der Aktienmärkte die Chancen auf weiter sinkende Leitzinsen bereits nach nur zwei Tagen wieder höher als die Gefahr weiter sinkender Unternehmensgewinne.

Handelsstreit rückt in den Hintergrund

Dabei rückt auch die neuerliche Eskalation im Handelsstreit der USA gegen den Rest der Welt völlig in den Hintergrund. Am Mittwoch entschied die Welthandelsorganisation WTO im Streit über Subventionen für den europäischen Flugzeugbauer Airbus, dass die USA Waren aus der Europäischen Union (EU) im Wert von 7,5 Milliarden Dollar mit Strafzöllen belegen darf. Prompt kündigte die US-Regierung entsprechende Strafzölle auf EU-Importe an.

Die Einfuhr von Flugzeugen solle um 10 % verteuert werden. Agrar- und Industriegüter aus der EU würden in den USA künftig mit einem Zoll von 25 % belegt. Den Angaben des US-Handelsbeauftragten zufolge sollen die neuen Zölle ab dem 18. Oktober greifen. Das Volumen der Strafzölle wurde zunächst nicht bekannt.

US-Strafzölle wirken wie eine Provokation

Nun wurde die USA zwar rechtlich legitimiert, diese Zölle zu erheben, und zwar so lange, bis die unterlegene Partei – also die EU – die beanstandeten Handelsverzerrungen beseitigt hat, doch die US-Regierung ist selbst nicht unschuldig. Denn die USA und Europa streiten bereits seit 15 Jahren über milliardenschwere staatliche Hilfen für die Flugzeugbauer Airbus und Boeing, die die WTO jeweils für unzulässig erklärt hat. Daher hat die EU vor der WTO auch Strafzölle gegen die USA von rund zehn Milliarden Dollar gefordert. Eine WTO-Entscheidung darüber wird allerdings frühestens Anfang 2020 erwartet.

Zudem sagt die EU, dass sie die beanstandeten Handelsverzerrungen längst beseitigt hat und die Grundlage für die aktuellen US-Strafzölle damit bereits nicht mehr besteht. Ein entsprechender Antrag der EU wird von der WTO geprüft. Zwar lässt auch diese Entscheidung noch auf sich warten, dennoch erscheint die Entscheidung der USA, Strafzölle zu erheben, vor diesem Hintergrund wie eine Provokation.

Die EU-Kommission reagierte dennoch recht diplomatisch und bot Gespräche an, warnte allerdings auch, dass die US-Zölle kurzsichtig und kontraproduktiv seien und Gegenmaßnahmen ergriffen würden. Diese sollen zwar laut den Aussagen von EU-Vertretern erst erfolgen, sobald die ausstehende Entscheidung der WTO fällt, doch gäbe es auch bereits eine rechtliche Grundlage für sofortige Gegenzölle. Denn die EU hat in der Vergangenheit gegen die USA bereits WTO-Verfahren gewonnen, die jedoch nicht in Strafzölle umgesetzt wurden.

Die Weltwirtschaft nimmt immer größeren Schaden

Dieses Konfliktpotential sollte die Märkte eigentlich verunsichern. Doch der überwiegende Teil der Anleger setzt aktuell bereits wieder auf Zinssenkungsfantasien und kauft fröhlich weiter Aktien, während die Weltwirtschaft immer größeren Schaden nimmt. Der Welthandel ist bereits rückläufig, wie die folgende Grafik der Helaba zeigt.

Welthandel

Und dabei herrschen die Probleme längst nicht mehr nur in der Industrie. Wie der ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe der USA oben zeigt, herrscht dort eine zunehmende Ansteckungsgefahr.

Diese hatte ich auch bereits für die Wirtschaft in Deutschland „diagnostiziert“. Auch hier hat sich der Einkaufsmanagerindex für den Service-Sektor weiter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten genähert. Er gab im September deutlich nach – um 3,4 auf nur noch 51,4 Punkte. Das Barometer signalisiert damit zwar noch immer Wachstum, genau wie in den USA, es fiel aber auf den tiefsten Stand seit drei Jahren.

Rechteckgrenze bietet dem DAX Unterstützung

Trotzdem zeigt auch der DAX heute eine Gegenbewegung. Zuvor hat er im Tief exakt die Rechteckgrenze bei 11.880 Punkten getestet und verteidigt (siehe grüner Pfeil im folgenden 5-Minuten-Chart). Diese Unterstützung hat damit, wie am Mittwoch beschrieben, Schlimmeres verhindert – nämlich den Rückfall in den Bereich der SKS-artigen Formation.

DAX - Target-Trend-Analyse

Doch eine Gegenbewegung war nach den zuvor starken Kursverlusten zu erwarten. Und da war die Rechteckgrenze ganz im Sinne der Target-Trend-Methode prädestiniert, dem DAX diese zu ermöglichen. Nun wird es vom Ausmaß dieser Gegenbewegung abhängen, wie ernst man den Kursrutsch nehmen muss. Fällt sie kurz aus und geben die Kurse schnell wieder in Richtung Rechteckgrenze nach, dürfte sich ein Rückfall in den Bereich der SKS-ähnlichen Formation, wie von mir erwartet, nicht mehr lange verhindern lassen.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus
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