Wie weit geht die Konsolidierung?
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Wie weit geht die Konsolidierung?
von Jochen Steffens
Möchte man noch ein „Endlich!“ rufen, nur weil sich die griechischen Koalitionsparteien nun tatsächlich auf neue Sparmaßnahmen geeinigt haben und damit der Weg für das neue milliardenschwere Hilfspaket frei ist? Eher nein, zu viele Fragen sind noch offen. Nicht einmal die Bankenwerte reagieren euphorisch.
Aber das wird auch damit zu tun haben, dass die Trader und Spekulanten des Themas überdrüssig sind. Zumal selbst dann, wenn der Schuldenschnitt beschlossen ist und Hilfsgelder fließen, eigentlich nur ein kleiner Trippelschritt in der Gesamtproblematik dieser europäischen Schuldenkrise gegangen wurde.
Also vielleicht ist es gut, dass immer mehr Marktteilnehmer auf solche Nachrichten kaum noch reagieren. Umso schneller kann sich so die unheilige Verbindung zwischen Politik und Börse auflösen.
An den wichtigen Widerständen
Wir Trader und Spekulanten sollten jetzt allerdings sehr genau hinschauen. Und zwar nicht auf die Euro-Krise, sondern auf die US-Indizes! Schließlich wird der Börsentakt nach wie vor in den USA vorgegeben und sowohl der Dow Jones als auch der S&P500 sind in wichtige Widerstandszonen, die ich bereits in der vergangenen Woche vorgestellt habe, eingedrungen.
Dazu der S&P500 Chart

Der S&P500 befindet sich in der Range zwischen 1.345 und 1.370 Punkten, kämpft also mit den Bewegungshochs vor dem Crash 2011. Und mittlerweile ist zu erkennen, dass sich die Bullen in diesem Bereich schwer tun. Das ist jedoch nach dem steilen Anstieg der vergangenen zwei Monate nicht verwunderlich. Die Bullen haben sich weit ins Feindesland vorgekämpft. Dass ihnen dann etwas die Puste ausgeht, ist nur normal. Es besteht demnach die Gefahr, dass sich aus der entstehenden Schwäche der vergangenen Handelstage eine etwas bedeutendere Konsolidierung entwickelt.
Trotz Konsolidierung im Bullenland
Trifft dieses Szenario ein, bedeutet es aber nicht direkt, dass die Bullen gescheitert sind. Sie könnten auch nur neue Kräfte sammeln, um diese Hürde zu überwinden.
Aber wir müssen trotzdem sehr aufpassen, denn ohne Frage können sich diese Widerstände auch als voerst unüberwindlich herausstellen. Und dann wird eine größere Konsolidierung folgen.
Eine beliebte Variante
Wenn Sie sich den grünen Aufwärtstrend (siehe Chart) anschauen, erkennen Sie, dass sich der S&P500 oberhalb der Mittellinie des Trendkanals aufhält. Bei Aufwärtstrends kommt es nach einem Test der unteren Trendbegrenzung gerne zu einer volatilen Bewegung entlang der Mittellinie. Da der Widerstand die Kursentwicklung zurzeit etwas bremst, ist das in der aktuellen Situation eine durchaus denkbare Variante.
Daraus ergibt sich folgende Analyse: Ein Kursrückgang bis zur Mittellinie ist noch völlig unbedenklich. Sollte die Mittellinie nach unten gebrochen werden, wäre das ein erster, aber noch sehr schwacher, bearisher Hinweis. Daraufhin könnte sich allerdings auch besagte volatile Kursbewegung um diese Mittellinie herum entwickeln.
Erst wenn Sie erkennen, dass die Bären das Ruder übernehmen und die Kurse wieder an die untere Begrenzung des Trendkanals laufen, wird es kritisch.
Das Bärensignal
Doch das tatsächliche Bärensignal wird erst ausgebildet, wenn dieser Trendkanal nach unten verlassen und damit gebrochen wird. Bis dahin ist die Bullenwelt noch in Ordnung. Als kurzfristiger Trader möchte man natürlich nicht so lange mit dem Ausstieg warten und deswegen sollten diese jetzt sehr genau aufpassen, was in dem Widerstandsbereich geschieht.
Viele Grüße
Jochen Steffens
