Paukenschlag katapultiert DAX auf höchsten Stand seit August


Paukenschlag katapultiert DAX auf höchsten Stand seit August



Paukenschlag katapultiert DAX auf höchsten Stand seit August
von Stockstreet-Team

Was war das für ein Paukenschlag?! Zunächst stiftete Anfang der Woche die Absage eines geplanten Treffens der EU-Finanzminister noch Verwirrung. Nun wurde nach dem Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs in der Nacht von gestern auf heute eine Lösung für Griechenland und den Rettungsschirm präsentiert, mit der wohl niemand mehr gerechnet hatte.

Schuldenschnitt für Griechenland

Private Investoren wie Banken und Versicherungen sollen auf 50 % bzw. 100 Milliarden Euro Ihrer Forderungen gegen Griechenland aus den ausstehenden griechischen Staatsanleihen verzichten, sagte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy am frühen Donnerstagmorgen nach dem Euro-Gipfel in Brüssel. Der sogenannte Schuldenschnitt soll durch den Tausch alter gegen neuer Anleihen abgewickelt werden und ist geplant für Januar 2012. Der öffentliche Sektor trägt davon wiederum 30 Mrd. Euro als Absicherung der neuen Anleihen bei sowie 109 Mrd. Euro an neuen Krediten.

Banken müssen aufstocken

Europas Banken sitzen noch immer auf erheblichen Beständen von griechischen Anleihen. Ein Schuldenschnitt würde viele Institute hart treffen. Daher sollten sie ihr Eigenkapital zuvor um eben diese 100 Mrd. Euro erhöhen, um dem Schritt frühzeitig entgegenzuwirken. Nun wird die sogenannte Kernkapitalquote bei den europäischen Großbanken, die im Sommer auch am Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) teilnahmen, bis zum 30. Juni 2012 auf 9 % erhöht.

Finanzwerte können profitieren

Dennoch beschert die Hoffnung auf eine Lösung der Euro-Krise heute vor allem Finanztiteln kräftige Kursgewinne. Stärkster Titel im DAX war heute mit einem Plus von mehr als 15 Prozent die Aktie der Deutschen Bank. Der Kurs der Commerzbank stieg nur leicht weniger stark um 14,90 Prozent, obwohl das Geldhaus nach den Gipfelbeschlüssen sein Kernkapital um 3 Mrd. Euro aufstocken muss.

Griechenland steht erst 2021 wieder auf eigenen Beinen

Die Verschuldung Griechenlands soll bis 2020 auf 120 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung gekürzt werden, damit Griechenland auf lange Sicht seine Schulden wieder alleine bewältigen kann. Bis Griechenland wieder auf eigenen Beinen stehen und sich wohl frühestens 2021 wieder selbst über die Märkte finanzieren kann, benötigt das Land also rund 250 Mrd. Euro zusätzliche Hilfe.

EFSF gehebelt

Der Euro-Krisenfonds EFSF soll seine Mittel künftig auf bis zu eine Billion Euro vervielfachen können. Die Mittel werden damit nach den Worten Sarkozys um den Faktor vier bis fünf gehebelt.

Steuerzahler wird zur Kasse gebeten

Auch der Steuerzahler wird damit nun zur Kasse gebeten. Denn der deutsche Bankenrettungsfonds Soffin muss nun mit Einbußen rechnen und damit auf lange Sicht auch der Steuerzahler. Vor allem in der Bilanz der von der verstaatlichten Immobilienbank HRE abgespaltenen “Bad Bank“ FMS Wertmanagement schlummern noch gewaltige Risiken in Höhe von fast 23 Milliarden Euro.

DAX auf höchstem Stand seit Anfang August

Der Euro klettert über 1,41 Dollar. Der DAX stieg heute um mehr als fünf Prozent und erreicht mit mehr als 6.330 Punkten den höchsten Stand seit Anfang August.

Damit könnte der DAX nun auch seine Bodenbildungsformation vollständig abgeschlossen haben. Mit dem deutlichen Überwinden der Widerstandsmarke von 6.100 Zählern könnte sowohl eine Untertassenformation bzw. rounding bottom oder auch die SSKKSS-Formation, die wir hier schon vorgestellt haben, vollendet sein.

Ihr StockstreeTeam




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