Keine Entlastung durch das neue Griechenland-Paket


Keine Entlastung durch das neue Griechenland-Paket



Keine Entlastung durch das neue Griechenland-Paket
von Torsten Ewert

Hinweis: Da Jochen Steffens zurzeit im Urlaub ist, erhalten Sie den nächsten Steffens Daily am kommenden Freitag wie auch in der vergangenen Woche in Form eines Wochenrückblicks von unserem Redaktionsteam.

Verehrte Leserinnen und Leser,

in der vergangenen Woche standen die Börsen ganz im Banne der Entscheidung auf dem Brüsseler Euro-Krisengipfel. Bis dahin beeinflussten allenfalls einzelne gute oder schlechte Quartalsergebnisse kurzfristig einzelne Branchenwerte.

Euro-Schuldenkrise: Erleichterung – aber die alte Wunde bleibt immer noch offen

Das neue Griechenland-Paket beflügelte dann tatsächlich die Kurse. Insbesondere Bankwerte sowie die Indizes der Krisenländer Italien und Spanien profitierten von dem Beschluss.

Ob die dadurch ausgelöste positive Stimmung Bestand hat, bleibt abzuwarten. Die beteiligten Politiker und die meisten Beobachter feierten die Vereinbarung zwar als allumfassenden Durchbruch. Und tatsächlich scheint sie eine Art finanzpolitische eierlegende Wollmilchsau zu sein. Sogar etliche Kritiker waren offenbar so verblüfft, dass sie glatt vergaßen, die Finger in die immer noch offene Wunde zu legen:

Denn auch die neuen Maßnahmen dienen im Wesentlichen nur dazu, erneut Zeit zu gewinnen. Echte Erleichterungen versprechen nur der vorgesehene Aufkauf der griechischen Altschulden zu Marktpreisen durch den Euro-Rettungsfonds EFSF sowie die Umschuldung bei den privaten Gläubigern Griechenlands. Letzteres entspricht in gewisser Weise dem viel diskutierten „Haircut“.

Alles wär gut – wenn es nur Griechenland wär

Allerdings ist trotz der öffentlich genannten Summen völlig unklar, wie viel diese Maßnahmen wirklich bringen bzw. wie viel sie kosten! Denn natürlich werden griechische Anleihen, die unlängst noch bei ca. 50 % ihres Nennwertes notierten, nun wieder im Kurs steigen, nachdem klar ist, dass sie demnächst von der EU in großem Stil aufgekauft werden.

Aber allein die vorgesehene Laufzeit des Programms bis 2019 zeigt, dass uns das Schuldenproblem auch in den nächsten Jahren erhalten bleiben wird. Und genau hier liegt der eigentliche Haken:

Natürlich sieht das gestern verkündete Programm auf den ersten Blick viel besser als alle seine Vorläufer aus (viele Kommentatoren fragten denn auch: „Warum nicht gleich so?“). Aber nach wie vor ist Griechenland eben nicht das einzige Schuldenproblemland der Eurozone!

Jetzt nimmt Euroland echtes Geld in die Hand!

Und selbst wenn es gelänge auch die Schulden Irlands und Portugals mit hohen Abschlägen am Markt aufzukaufen – spätestens bei Spanien ist Schluss. Denn das Land hat so viel Schulden wie Griechenland, Irland und Portugal zusammen! Außerdem muss für den Schuldenkauf echtes Geld aufgewendet werden. Die bisherigen Rettungspakete beschränkten sich weitestgehend auf Garantien und Bürgschaften. Dabei ging es zwar ebenfalls um horrende Summen, aber eben nicht gleich um echte Zahlungsflüsse.

Spekulanten verdienen nun sogar doppelt!

Es ist momentan auch nicht erkennbar, inwieweit die neuen Maßnahmen wirksam die Spekulation zurückhalten können. Im Gegenteil: Nun können die Anleihekurse der PIGS-Staaten relativ risikolos nach unten getrieben werden. Denn am Ende steht wahrscheinlich deren Aufkauf durch die EFSF. Hedgefonds und andere Spekulanten könnten so also doppelt verdienen...

Wir müssen daher abwarten, wie die Märkte nach der ersten Euphorie die Entscheidung vom vergangenen Donnerstag in den kommenden Tagen oder Wochen tatsächlich bewerten werden. Hinzu kommt auch die Marktreaktion auf die bevorstehende Regelung des US-Haushaltsproblems, die in dieser Woche fällig ist.

Gute charttechnische Anhaltspunkte für Sie

Erfreulicherweise macht es uns derzeit die Charttechnik relativ leicht, die Meinung der Märkte zu er-kennen.

Quelle: MarketMaker

So stehen in den USA die Märkte an oder nahe ihren Hochs (oberer Chartteil). In Europa hingegen – inzwischen auch im DAX! – droht eher ein weiterer Rückfall (unterer Chartteil).

Diese Diskrepanz wird sich in der einen oder anderen Weise ausgleichen. Fatal wäre z.B. ein Fehlausbruch in den USA im Zusammenhang mit der dortigen Haushaltsentscheidung in den kommenden Tagen.

Es bleibt also dabei, was ich in der vergangenen Woche schrieb: Sie sollten Ihre Bestände wenigstens eng abgesichert haben, wenn der Ausbruch missglückt. Denn wir nähern uns nun einem der Schlüsselpunkte dieses Börsenjahres...

Mit besten Grüßen

Ihr Torsten Ewert




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