Wochenrückblick: Griechenland atmet auf, USA nicht


Wochenrückblick: Griechenland atmet auf, USA nicht



Wochenrückblick: Griechenland atmet auf, USA nicht
von Jochen Steffens

Jochen Steffens weilt im wohlverdienten Urlaub. Wo, das dürfen wir natürlich nicht verraten. Sicher ist aber, dass er seinen Urlaub in der Sonne genießt, den ein Trader angesichts der quälenden Seitwärtsbewegung im DAX auch bitter nötig hat, um wieder zu Kräften zu kommen. Gönnen wir es ihm, denn letztlich profitieren auch Sie davon, wenn er (natürlich zusammen mit seinem Team) ausgeruht und voller Tatendrang nach seiner Rückkehr wieder aussichtsreiche Aktien für Sie findet.

Wir hingegen harren in Deutschland aus und trauen unseren Augen kaum – es ist Herbst. 14-20 Grad und Dauerregen, dazwischen ein paar Aussetzer mit Sonnenschein. Und das im Juli, eine traurige Veranstaltung.

Doch kommen wir zum Markt. Was hat sich in der vergangenen Woche getan? Ein kurzer Abriss soll die Zeit verkürzen, ehe Jochen Steffens wieder seinen angestammten Platz an dieser Stelle einnimmt.

DAX – Comeback der Bullen

Mit Blick auf den DAX haben Sie nicht viel verpasst. Moment, werden Sie einwenden, in den vergangenen Tagen ist doch unendlich viel geschehen. Es ging rauf und runter. Stimmt, die Mikroperspektive gaukelt dieses Szenario vor, aber ist es wirklich so? Heute vor einer Woche markierte der DAX sein Tageshoch bei rund 7250 Punkten. Viel verändert hat er sich seitdem nicht. Aber es gibt dennoch Positives zu vermelden: zum einen hat sich die 7000er-Marke als Unterstützung etabliert und bisher gehalten, zum anderen schickt sich der DAX an, die ganz enge Seitwärtslinie nach oben zu verlassen. Hoffnung auf bessere Zeiten besteht also.

Auslöser für das jüngste Comeback der Bullen ist die Entwicklung in der Euro-Zone bzw. des Euro-Gipfels. Es zeichnete sich am Donnerstag bereits ab, dass die Märkte die Entwicklungen mit Wohlwollen begleiten würden. Und die Politiker haben sich auf ein Notprogramm für Griechenland verständigt: 109 Milliarden Euro beträgt das neue Hilfsprogramm, private Gläubiger werden einbezogen, die Laufzeiten bestehender Kredite verlängert, die Zinsen gesenkt. Wichtig: Griechenland werden kaum Schulden erlassen, sondern bis 2020 quasi unter Quarantäne gestellt und vom Finanzmarkt genommen. Zeit genug, um endlich einmal durchzuschnaufen.

An den Interpretationen wird sich an dieser Stelle nicht weiter beteiligt. Zwei Äußerungen von Prominenten sagen genug. Deutsche-Bank-Primus Josef Ackermann meint: „Damit sollte das griechische Problem gelöst sein." Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einem guten Tag. Wie gut, das wird die Zukunft zeigen. Und auch, wie die US-Ratingagenturen die Sache einschätzen. Damit sind wir auch schon beim Blick über den großen Teich.

Griechenland gerettet, was passiert in den USA?

In der kommenden Woche dürfte dann eher die USA im Mittelpunkt stehen. Über den Brandherd in Griechenland und der Euro-Zone wurde zumindest eine Decke gelegt, in den USA brennt die Lunte bis zum 2. August. Über eine Erhöhung der Schuldengrenze müssen sich Demokraten und Republikaner bis dahin geeinigt haben, ansonsten droht die – zumindest temporäre – Zahlungsunfähigkeit im Land der unbegrenzten Möglichkeiten (kaum zu glauben, dass diese Bezeichnung für die USA auch einen negativen Beigeschmack haben kann). Dass dieses Thema schon so lange ungelöst schwelt, ist negativ und ein Vertrauensverlust. Standard & Poor’s hat mit einer Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit gedroht und die Wahrscheinlichkeit auf mehr als 50 Prozent beziffert. Die US-Notenbank tritt unterdessen bereits Maßnahmen für einen Notfallplan, wenngleich auch die Fed damit rechnet, dass sich die Politiker noch einigen. 

Vorsicht ist insofern angesagt, weil das Überraschungspotenzial auf der negativen Seite liegt. Kaum einer rechnet damit, dass die USA wirklich darauf zusteuern, nicht mehr zahlen zu können.

Apple mit Sensationszahlen

Wie dominant die Politik derzeit ist, zeigt sich an der Vielzahl der Zeilen zum Wochenrückblick. Dennoch sollen die wichtigsten Ereignisse bei den Unternehmen nicht ganz unter den Tisch fallen. Thema Nummer eins: Apple. Unglaublich, welch guten Job die Mannen um Steve Jobs gemacht haben. 7,3  Milliarden Dollar in einem Quartal verdient, so gut waren sie noch nie. Die Aktie springt zwischenzeitlich erstmals über die Marke von 400 Dollar. Festzuhalten bleibt, dass damit auch der Chart des Unternehmens aus Cupertino wieder in den Bullenmodus geschaltet hat. Wenngleich die Frage nach dem „Wie lange noch“ im Raum stehen bleibt, können Ankündigungen wie das iPhone5 den Rallymodus noch verlängern. Für Ende September hat Apple ein neues Hardware-Produkt angekündigt – es dürfte das neue iPhone sein.

Old Economy mit Pleite

Neben dem Glanz, den Apple versprüht, verblassen die Zahlen von Microsoft, Intel und eBay ein wenig, obwohl sie ebenfalls zumeist zu gefallen wussten.  Bei Online-Marktplatz eBay überzeugt vor allem die Tochter PayPal, Intel meldete im Quartal einen Umsatz von 13 Milliarden Dollar und damit den fünften Rekord in Folge. Und Microsoft verbuchte im Quartal zumindest ein Plus von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Technologiewerte streben als nach oben, für die Old Economy wird es in manchen Branchen eng. Die zweitgrößte US-Buchhandelskette Borders ist insolvent – 10.700 Menschen werden wohl ihre Arbeit verlieren.

Wichtige Termine

Zum Schluss noch ein Blick auf die wichtigsten Termine der kommenden Woche, die eher in Richtung Sommerloch tendieren: In den USA steht das Verbrauchertrauen und die Hausverkäufe auf der Agenda (beides am Dienstag), am Mittwoch die US-Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter und am Freitag das US-BIP. In Deutschland werden die IT-Unternehmen versuchen, den US-Konkurrenten nachzueifern. SAP am Mittwoch und Aixtron am Donnerstag stehen im Blickpunkt.

 

Das Stockstreet-Team wünscht Ihnen ein schönes und hoffentlich nicht ganz so verregnetes Wochenende!




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