Die wichtigsten Faktoren für den mittelfristigen Börsenerfolg


Die wichtigsten Faktoren für den mittelfristigen Börsenerfolg
US-Konjunkturdaten



Die wichtigsten Faktoren für den mittelfristigen Börsenerfolg
von Jochen Steffens

Auf dem 8. Trader-Treffen in Köln gestern wurde mir immer wieder die Frage gestellt, ob es denn nun zu einem Zusammenbruch kommen würde, wie es mit der EU oder dem Euro weitergehen werde u.Ä.. Ich hatte schon vor einigen Wochen darüber geschrieben.

Nicht prognostizierbar

Es gibt zwei Lager: Die einen behaupten, es gibt keine Chance, es wird alles zusammenbrechen – die anderen glauben, dass alles irgendwie geregelt wird.

Fakt ist, beides sind lediglich Vermutungen. Niemand weiß, was passieren wird. Aber es gibt viele die meinen zu wissen, was passieren wird. Meistens sind sie auch sehr überzeugt von ihrer Meinung.

Dabei hängt es von so vielen Faktoren ab, die zurzeit nicht prognostizierbar sind. Unter anderem auch, weil in den kommenden Monaten viele Entscheidungen getroffen werden und heute noch niemand weiß, wie diese Entscheidungen aussehen werden. Sollte die Krise weiter eskalieren, könnte es zum Beispiel sein, dass auch Deutschland und Frankreich einer Euro-Anleihe zustimmen. Mit dieser wäre den Spekulationen gegen die PIIGS-Staaten ein Riegel vorgeschoben. Die Problemländer könnten sich zudem über deutlich niedrigere Zinsen refinanzieren. Aber wird das ausreichen?

Auch die Frage, wie die EZB reagiert, können wir nicht klären. Niemand weiß, warum gerade die EZB das Thema Italien so plötzlich und drängend in den Vordergrund gespielt hat. Die Frage, wie intensiv die Sparprogramme in den einzelnen Ländern durchgezogen werden und welchen Erfolg, aber auch welche Nebenwirkungen sie schlussendlich haben, kann niemand vorhersehen. Und dann gibt es noch die globalen Effekte, die einen wichtigen Einfluss auf die aktuelle Krise nehmen könnten: Wie entwickelt sich das Weltwirtschaftswachstum? Wie die Rohstoffpreise? Was geschieht in China? Wie schnell erholen sich die USA? Wie reagieren die Bevölkerungen? etc. etc. etc.

Zu komplex

Es gibt keine Antworten auf diese Fragen. Nun könnte man sich auf den Standpunkt stellen, das sei doch an den Börsen immer so. Das stimmt aber nicht. In normalen Konjunkturzyklen haben Sie eine Vielzahl von funktionierenden und erprobten Prognosemittel an der Hand, mit der sie zumindest akzeptable Wahrscheinlichkeiten bestimmen können. Das ist in dieser Krise anders, zumal sie keinen historischen Vergleich hat. So eine seltsame Konstruktion wie die Eurozone hat es bisher nicht gegeben.

Nur Meinungen

Damit ist belegt, dass jede Antwort auf die oben gestellten Fragen nichts weiter ist, als eine Meinung! Meinungen von Menschen, die glauben zu wissen, es aber nicht wirklich tun. Und genau so sollten Sie diese Meinungsäußerungen auch behandeln. Denn „Meinungen“ haben an den Börsen nichts zu suchen. Meinungen und Überzeugungen führen zu groben Fehlinvestitionen. Und deswegen lautet meine ehrliche Antwort auf diese Fragen: Ich weiß es nicht. Aber das liegt nicht an meiner Unkenntnis der Dinge, sondern daran, dass es zurzeit wirklich niemand weiß. Und das ist der Grund, warum ich hier im Steffens Daily auch keine derartigen Meinungen kundtue.

Ich weiß, das ist schwierig zu akzeptieren. Aber nur über eine derart ehrliche Selbsteinschätzung können Sie unterscheiden, wann sie handeln, beziehungsweise wie hoch Ihre Investitionsquote sein darf.

Sie müssen an den Börsen dann beherzt handeln, wenn Sie klare Prognosen haben und damit einen Wahrscheinlichkeitsvorsprung. In den anderen Phasen sollten Sie eher zurückhaltend agieren. Das ist eigentlich alles, und doch ist dies einer der wichtigsten Faktoren des mittelfristigen Börsenerfolgs.

Doch wir haben noch die Charts. Und in den Phasen, in den wir nicht genau wissen was geschehen wird, tritt die Charttechnik in den Vordergrund:

Das Alpha Target

Auch wenn ich in der vergangenen Woche gehofft habe, dass das Alpha-Target doch noch erreicht wird, hatte ich mehrfach darauf hingewiesen, dass der DAX an der 7.437er Marke nicht scheitern darf. Zuletzt am Freitag: „Sollte der DAX erneut an dieser Marke scheitern und sich sogar ein weiteres Fehlsignal ausbilden, wird es düster“. Und genau das ist passiert. Der DAX hat ein weiteres Fehlsignal an der Aktivierungslinie ausgebildet und stürzte sofort ohne Punkt und Komma auf die Mittellinie (blau gestrichelte Linie) des aktuellen Rechtecks und damit auch direkt an die Nähe der unteren Linie des bisherigen Aufwärtstrends (grün):

Das ist kein gutes Zeichen. Das anvisierte Alpha-Target ist damit kaum noch erreichbar. Zwar hatte es bei diesen Targets immer mal wieder dramatische Überraschungen gegeben, aber das passiert eher bei Aktien. Es ist doch extrem unwahrscheinlich, dass der DAX nun um 1.400 Punkte in einem Monat ansteigt.

Das vorläufige Ende einer einmaligen Trefferreihe

Damit dürfte die einzigartige Trefferreihe nun leider unterbrochen sein. Nachdem vier Mal hintereinander die hier mehrere Wochen vorher eingezeichneten Targets genau getroffen wurden, haben wir bei dem fünften Target nun einen Patzer. Es ist zwar ein wenig traurig, aber dass drei von den vier Targets vorher auf den Tag genau das angegebene DAX Niveau erreicht haben (das vierte erreichte das Target, verfehlte aber die zeitliche Mitte um zwei Handelstage), war schon an sich eine Sensation. Wie schon geschrieben, das hat bisher wohl weltweit noch niemand vorher in dieser Perfektion geschafft – zumindest nicht vor einem großen Publikum, so dass Tricks unmöglich waren.

Hat jetzt die Target-Trend-Methode versagt?

Aber dass das Target nicht erreicht wurde, ist natürlich kein Versagen der Target-Trend-Methode. Sie hat prima funktioniert. Ich hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass dieses Target erst aktiviert wird, wenn die Kurse nachhaltig in das obere Rechteck eindringen. Diese Aktivierungslinie war sogar im Chart als solche gekennzeichnet. In der vergangenen Woche kam es an dieser Linie zu einem Fehlsignal.

Fehlsignale und die Target-Trend-Methode

Wenn Sie das Buch zur Target-Trend-Methode gelesen haben, wissen Sie, dass genau diese Fehlsignale ein wichtiges Kriterium der Target-Trend-Methode sind. Und tatsächlich ist genau das passiert, was in so einem Fall passieren sollte: Der DAX ist nach dem Fehlsignal an der oberen Rechteckkante sofort zur Mittellinie (blau gestrichelte Linie) des aktuellen Rechtecks gelaufen. So ist die Regel. Verletzt er diese Mittellinie auch noch nach unten, hat der DAX das Potenzial, bis zur unteren Linie bei ca. 6.500 Punkten zu fallen.

Und wie geht es nun weiter?

Zwar ist der DAX eingebrochen, aber bei den Amis sieht das Bild etwas entspannter aus. Hier passt der US-Präsidentschaftszyklus noch, nachdem es in den Sommermonaten zu einem Anstieg kommt. Der DAX hat sich hingegen gerade dazu entschieden, seine Seitwärtsbewegung, die er bereits Anfang des Jahres gestartet hat, fortzusetzen.

Im Prinzip müssen wir also nur abwarten, in welche Richtung die Kurse nachhaltig ausbrechen. Da gerade die unteren Grenzen nicht eindeutig zu bestimmen sind, wird das auf der Unterseite nicht leicht. Hier die beiden möglichen Seitwärtsbewegungen:

Auf der Oberseite ist es eindeutig. Ein neues Jahreshoch wäre sehr bullish. Auf der Unterseite wäre ein Unterschreite der 7.000er Marke ein Warnsignal und ein nachhaltiges Unterschreiten des 6.400 / 6.500 Unterstützungsbereich sehr bearish zu werten. Eigentlich ganz einfach.

Viele Grüße

Jochen Steffens




US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens

Das Handelsdefizit der USA ist im Mai von revidiert 43,6 Milliarden Dollar im Vormonat auf nunmehr 50,2 Milliarden Dollar angewachsen. Analysten hatten mit einem Anstieg auf lediglich 44,1 Milliarden Dollar gerechnet. Als Grund für diese Ausweitung wurde ein Anstieg der Ölimporte genannt. 

 

 




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