Windkraft-Branche mit Wachstumsaussichten


Jochen Steffens befindet sich zur Zeit im Urlaub. Bis zum 22. Juni 2010 schreibt an dieser Stelle für Sie Bernd Raschkowski, unabhängiger Wertpapierhändler und Anlagecoach.


Windkraft-Branche mit Wachstumsaussichten
von Bernd Raschkowski


Das vergangene Jahr war sicherlich kein leichtes für die Windenergiebranche. Wie in fast jedem Industriezweig brachen aufgrund der Finanzkrise auch bei Herstellern und Zulieferern der Windenergiebranche Aufträge weg, Kreditverhandlungen wurden schwieriger und Überkapazitäten drückten auf die Preise. Anlässlich der internationalen Windenergiekonferenz, die aktuell in Istanbul stattfindet, verbreiten Vertreter der Branche nun jedoch wieder Optimismus. Alleine in Deutschland wird demnach bis 2030 mit einer Verdreifachung der Windenergiekapazitäten gerechnet. Für Anleger könnte sich ein Investment in dem Sektor lohnen, denn die Aktien sind bislang noch nicht wesentlich angesprungen.

Branchenexperten zuversichtlich

Zahlreiche Vertreter der grünen Branche verkündeten in den vergangenen Tagen und Wochen nun wieder einen neuen Boom ihres Geschäftszweigs und erwarten innerhalb der nächsten Jahre deutliche Wachstumsraten. Sind diese Ankündigungen nur dem Zweckoptimismus zuzuordnen oder sind die positiven Aussichten tatsächlich begründet? Die Chancen für einen neuen Aufschwung der Branche stehen nicht schlecht. Das große Potential wird unter anderem mit dem Wachstum im Reich der Mitte begründet: China will in Sachen alternative Energien ordentlich aufrüsten und legt dabei einen Schwerpunkt auf die Windenergie. Bereits im vergangenen Jahr erzeugte das Land mehr Windenergie als jedes andere Land der Welt. Nach Meinung der Experten vom Global Wind Energy Council (GWEC) werde China im Jahr 2014 sogar mehr Windenergie erzeugen als ganz Europa. Des Weiteren werden die Windparks immer leistungsfähiger und können Strom mittlerweile zu sehr günstigen Preisen produzieren.

Windaktien mit Nachholpotential

Die Aktien der Branche spiegeln die neuerlichen Wachstumsperspektiven bislang nicht wider. Zu stark sind die Belastungen durch die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise gewesen. Der Vorstandschef des dänischen Windenergiespezialisten Vestas Wind Systems, Ditlev Engel, räumte kürzlich ein, dass das Geschäft im vergangenen Jahr regelrecht abgestürzt sei und erst langsam wieder anziehe. Solch ein Statement dürfte für die gesamte Branche bezeichnend sein.

Bestätigen sich allerdings die neuerlichen Indikatoren um einen Trendwechsel, so könnten sich für Anleger aussichtsreiche Investmentchancen bieten, denn einige Werte notieren momentan noch in der Nähe der Jahrestiefs. Auch aus charttechnischer Sicht hat sich die Situation vieler Windaktien wie Nordex SE, Repower Systems AG oder PNE Wind AG verbessert.

Nordex erwartet Auftragssprung

Nach dem Industriegiganten Siemens ist auch Nordex eines der führenden deutschen Unternehmen auf dem Windenergiemarkt. Das Unternehmen mit Sitz in Rostock bezeichnet sich selbst als führender internationaler Hersteller von Windkraftanlagen. Nordex entwickelt und produziert technologisch sehr anspruchsvolle Windkraftanlagen und hat sich darüber hinaus auch als Dienstleister für die Branche etabliert. Die Rostocker erwarten für das laufende Jahr mit einem Plus von 60 Prozent deutlich anziehende Auftragseingänge. Erste positive Anzeichen für ein Anziehen des Neugeschäfts seien laut Nordex-Vorstandschef Richterich im April verzeichnet worden.





Auch das Chartbild der Nordex-Aktie hellt sich zunehmend auf. Nach den herben Kursverlusten seit Anfang des Jahres konnte die Aktie in den vergangenen Wochen einen Boden im Bereich zwischen sieben und acht Euro bilden. Mit dem Ausbruch über die Marke von acht Euro hat der Wert heute eine wichtige Widerstandszone nach oben verlassen können und gleichzeitig ein Kaufsignal generiert. Jedoch besteht bei rund 8,50 Euro der nächste charttechnische Widerstand. Sollten sich die positiven Nachrichten um das Unternehmen bestätigen bzw. weiter anhalten, so könnte sich der Kurs jedoch auch schnell über der genannten Widerstandszone etablieren. Aufgrund des risikobehafteten Umfelds sollten Anleger ein mögliches Investment allerdings stets mit einem Stop-Loss im Bereich um sieben Euro absichern.
 

Beste Grüße

Bernd Raschkowski


P.S.: Erinnern möchte ich Sie noch einmal an das Börsentreffen am 30. Juni 2010 ab 19.30 Uhr in Köln, dass Herr Steffens und ich zusammen organisieren. In lockerer und entspannter Atmosphäre wollen wir Erfahrungen diskutieren und den Austausch zwischen Börsianern aus der Region fördern. Die Teilnahme ist selbstverständlich kostenlos, nur die eigenen Getränke und Speisen müssen natürlich selbst bezahlt werden. Wir bitten um eine kurze Anmeldung unter info@stockstreet.de und würden uns freuen, Sie bald persönlich kennenzulernen!

 


 

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