Kabinett beschliesst Verbot ungedeckter Leerverkäufe
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Kabinett beschließt Verbot ungedeckter Leerverkäufe
Kabinett beschließt Verbot ungedeckter Leerverkäufe
von Jochen Steffens
Hinweis: Da morgen Feiertag ist und am Freitag die alljährliche, große Redaktionssitzung bei Stockstreet stattfindet, erhalten Sie den nächsten Steffens Daily erst am Montag, den 7.06.2010.
Ich hatte letzte Wochen schon darauf hingewiesen, dass die Bundesregierung das Verbot für ungedeckte Leerverkäufe auf alle Aktien und deutsche Staatsanleihen ausweiten will. Heute hat das Bundeskabinett einen entsprechenden Gesetzesentwurf gebilligt. Mit diesem Vorpreschen Deutschlands in Sachen Finanzmarktregulierung will die Bundesregierung Druck auf die anderen Mitglieder der EU machen, so Schäuble. Ich bin gespannt, ob andere Länder nachziehen. Zurzeit sieht es nicht danach aus. Und solange können Spekulanten leicht auf andere Länder ausweichen.
Aktionismus
Meiner Meinung nach ist das hauptsächlich Aktionismus, damit es wenigstens so aussieht, als würde man etwas tun. Ungedeckte Leerverkäufe waren in Deutschland nie das Problem.Das heißt jedoch nicht, dass ich die Entscheidung an sich bemängele. Das Verbot ist grundsätzlich korrekt, das steht außer Frage. Nur wird sich dadurch eben nicht viel ändern. Und ungedeckten Leerverkäufe sind sicherlich nicht für die Krise verantwortlich gewesen.
Euro Stoxx versus DAX
Im Wochenupdate des Premium-Traders habe ich heute geschrieben, dass wir im DAX bereits seit neun Monaten mit der 5.900er Marke kämpfen. Der Euro-Stoxx 50 kämpft seit dieser Zeit mit der 3.000 Punkte-Marke, die er nicht nachhaltig überwinden konnte:

Im Prinzip läuft der Euro-Stoxx 50 damit seit August/September letzten Jahres in einer sich nach rechts erweiternden Formation (Broadening Formation), von uns auch als Trompete bezeichnet. Allerdings hat er im letzten Hoch nicht mehr die obere (blaue) Linie erreichen können, so dass sich fast schon ein sehr flacher, aber breiter Abwärtstrend ausbildet.
Trompeten erlauben keine Prognosen
Trompeten sind Seitwärtsbewegungen mit einem erhöhten Unsicherheitspotenzial. Sie erlauben keine direkte Prognose über den weiteren Kursverlauf. Aufgrund der erhöhten Unsicherheit sind sie nicht mit normalen Konsolidierungsformationen zu vergleichen. Sprich, sie gelten nicht als Fortsetzungsformation.
DAX etwas bullisher
Etwas anders entwickelt sich der DAX, hier rot eingezeichnet. Er hat zunächst bei dem zweiten Anlauf die untere (blaue) Linie nicht getroffen und befindet sich somit in einem flachen aber breiten Aufwärtstrend. Stattdessen erreichte er im Gegensatz zum Euro-Stoxx 50 im Hoch die obere blaue Begrenzungslinie. Im Prinzip würde ich auch den gesamten DAX-Verlauf eher als eine Seitwärtsbewegung bezeichnen.
Schwierige Entscheidungsfindung
Noch sind keine Anzeichen zu erkennen, dass diese Seitwärtsbewegung, bzw. die Trompete verlassen wird. Und so kann es sein, dass die beiden Indizes noch einige Monate mit ihren Marken kämpfen, zumal die Sommermonate bevorstehen.
Das Problem aus charttechnischer Sicht ist die Frage: Wann fällt in diesen Charts eine klare Entscheidung?
Gefährlich wird es, wenn der Euro Stoxx 50 die Broadening Formation nachhaltig nach unten verlässt. Sollte der aktuelle Bodenversuch nicht halten, muss man sehr vorsichtig und natürlich auch bearisher werden. Das ist logisch.
Nach oben wäre konsequenterweise erst der Ausbruch über die obere, blaue Begrenzungslinie das entscheidende bullishe Signal. Aber in diesem Bereich macht ein Einstieg fast keinen Sinn mehr, da zumindest der Stoxx in diesem Fall bereits eine beachtliche Rally hinter sich hätte. Für den Euro-Stoxx ist damit das entscheidende Signal, das nachhaltige Überwinden der 3.000er Marke.
Viele Grüße
Jochen Steffens
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