Der DAX probt den Ausbruch
von Jochen Steffens
Schön, der DAX scheint auf die Aufforderung von gestern, sich endlich zu entscheiden, zu reagieren. Heute hat sich ein neues Jahreshoch ausgebildet. Damit „scheint“ der Weg nach oben frei, zumindest dann, wenn sich dieser Ausbruch als nachhaltig herausstellt:
Das ist der aktuelle Chart des DAX nach der Target-Trend-Methode. Die unteren beiden Rechtecke (blau) der Rechteck-Methode wurden durch die Konsolidierung in diesem Jahr endgültig bestätigt. Auch die Mittellinien (blau gestrichelte Linien) zeigen nun eine hohe Relevanz.
Ebenfalls eingezeichnet sind die Trendlinien nach der Parallel-Methode, die uns einen klaren Aufwärtstrendkanal aufzeigen.
Weiteres Aufwärtspotenzial
Nach der Target-Trend-Methode sollten sich die Kurse nun bis zur oberen Kante des aktuellen Rechtecks bewegen. Da knapp darüber zudem die oberen roten Trendkanallinien verlaufen, ist damit zu rechnen, dass auch diese obere Begrenzung des Rechtecks nach oben gebrochen wird, und der Kurs anschließen eben diese Trendlinien testet (siehe schwarz gestrichelte Linie)
Das große Aber
Ich hatte oben geschrieben, der Weg „scheint“ frei zu sein. Wenn Sie sich den vorherigen Chart genauer ansehen, erkennen Sie, dass ich zwischen 6050 und 6170 einen Widerstandsbereich eingezeichnet habe (grünes Rechteck). Diesen hat der DAX noch nicht überwinden können. Aus dem obigen Chart selbst erschließt sich dieser Widerstandsbereich nicht. Es handelt sich dabei jedoch um einen der markantesten Widerstandsbereiche der letzten 12 Jahre. Das wird in dem langfristigen DAX-Chart deutlich:
Der Bereich um die 6.170er Marke wurde in den letzten 12 Jahren gerne auch in extremen Marktsituationen getestet (siehe blaue Kreise). Das belegt, welche Relevanz diese Marke für den DAX hat. Dieser Widerstand war somit auch der Grund, warum die Rally des DAX zum Jahresanfang im Bereich dieser Marke zunächst scheiterte. Doch solche Widerstände können sehr zäh sein. Sie müssen demnach damit rechnen, dass sich der DAX noch länger mit dieser Marke beschäftigt.
Die letzten Widerstände vor den Allzeithochs
So bullish das Überwinden des alten Jahreshochs auch ist, noch befinden wir uns mitten in dieser höchst relevanten Widerstandszone. Das allein ist kein Grund, zu verkaufen oder sich größere Sorgen zu machen. Es ist eher als Hinweis zu verstehen, nicht zu schnell euphorisch zu werden. Auf der anderen Seite ist dieser Widerstand die vorletzte große Bastion der Bären vor dem Allzeithoch des DAX! Die letzte Bastion liegt etwas oberhalb der 7.000-Punkte-Marke.
Kaum zu glauben, angesichts der massiven Probleme in der EU, in den USA und angesichts des historischen Ausmaßes der Finanzmarktkrise…
Obamas Gesundheitsreform mit Verfahrensfehlern
Ein Grund für die positive Stimmung an den Märkten ist, dass in den USA das US-Repräsentantenhaus noch einmal über die Gesundheitsreform abstimmen muss. Die Republikaner hatten in der vergangenen Nacht Verfahrensmängel entdeckt. Offensichtlich sind geringfügige Klauseln gefunden worden, die gegen Senatsbestimmungen verstießen. Wesentliche Kernpunkte der Reform sind jedoch nicht betroffen. Die Demokraten zeigen sich optimistisch, dass der neue Entwurf mit den Änderungen schnell verabschiedet wird.
Die Märkte reagieren positiv auf diese Nachricht, da die Gesundheitsreform von vielen als Belastung für die US-Wirtschaft empfunden wird. Mit der erneuten Abstimmung entsteht eine neue, allerdings sehr vage Hoffnung, dass die Reform doch noch gekippt wird und das wird eingepreist. Im weiteren Verlauf unterstützten dann US-Konjunkturdaten die positive Stimmung, mehr dazu unter den US-Konjunkturdaten.
Viele Grüße
Ihr
US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
In den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 14.000 auf 442.000 gesunken. Analysten hatten mit 450.000 Erstanträgen gerechnet.
Wenn Sie sich das Diagramm anschauen, erkennen Sie, dass sich bereits wieder ein kleiner Abwärtstrend ausbildet. Auch sinkt der Vier-Wochen-Schnitt mittlerweile deutlicher.
Sharewise Sentiment
von Jochen Steffens
Sie sehen, das, was ich letzte Woche geschrieben habe, hat sich bestätigt. Der weitere Rückgang des Sentiments auf Werte knapp über 50 % in der letzten Woche war ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Verfallswoche bullisher verlaufen wird.
Doch nun sind auch die Anleger wieder optimistischer geworden. In dieser Woche sind 57 % der Befragten bullish. Das unterstützt noch den Aufwärtstrend, da bei weitem noch keine Extremwerte erzielt wurden. Interessanterweise zeigt sich nun immer deutlicher, dass es eine Art Divergenz zwischen der Abwärtststendenz der Stimmung und des Aufwärtstrends des Marktes gegeben hat. Auch das ist natürlich bullish.
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