Der Kampf um die 5.700-Punkte-Marke zum Verfallstag
von Jochen Steffens
Der DAX, aber auch die amerikanischen Märkte zeigen sich nun wieder von der etwas freundlicheren Seite. Das kann auch mit dem kleinen Verfallstag, der am Freitag stattfindet, zusammenhängen. Schon in der letzten Woche hatten wir im Stockstreet-Premium-Trader die entsprechende Grafik dazu veröffentlicht, die darauf hinwies, dass zum Verfall die 5.700-Punkte-Marke angelaufen werden soll.
Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der DAX jedoch noch sehr deutlich im Bereich der Puts aufgehalten und auf dem Niveau von 5.500-Punkten standen den Puts kaum noch Long-Positionen entgegen. Somit bestand zunächst noch das Risiko, dass die Stillhalter sich absichern und die Kurse einfach weiter nach unten durchgereicht würden.
Im Diagramm erkennt man sehr schön, dass sich an der 5.700er Marke die Mitte der Calls und Puts befindet. Das bedeutet vereinfacht ausgedrückt, wenn der DAX auf 5.700 Punkte zum Verfall steigt, werden die meisten Puts (hier rot) und die meisten Longs (hier gelb) wertlos verfallen. Das ist natürlich im Interesse der Stillhalter.
Und tatsächlich, auch dieses Mal steuert der DAX in der Verfallswoche wieder einmal diesen optimalen Bereich, der dieses Mal bei 5.700 Punkten liegt, an. Immer wieder erstaunlich.
Die wichtigere Frage
Die eigentliche Frage ist jedoch: Wie geht es nach dem Verfallstag weiter? Wenn Stillhalter hier tatsächlich stützend eingegriffen haben, könnte es nach dem Verfall erneut abwärts gehen. Dazu der kurzfristige DAX-Chart:
Wenn der DAX, wie hier eingezeichnet, nun direkt über die 5.700er Marke steigt, wäre das ein Zeichen der Stärke. Dann könnte sich eine nachhaltigere Bodenformation ausbilden, die ich hier mit den grünen Linien umrissen habe.
Sollte der DAX jedoch jetzt schon deutlich unterhalb der Linie Schwäche zeigen, wäre das ein Warnhinweis. Besonders wenn noch vor Erreichen der 5.700er Marke das Gap (grünes Rechteck) geschlossen würde. In diesem Fall würde ich eher davon ausgehen, dass wir nach dem Verfall einen weiter schwachen Verlauf sehen werden. Gefährlich wird es auf jeden Fall, wenn das untere Begrenzungsniveau des Gaps bei ca. 5.590 Punkten nachhaltig unterschritten wird.
Das sind die zurzeit wichtigen Szenarien.
Und noch eine interessante Meldung zum Schluss
Nach einem gestern veröffentlichten Bericht des amerikanischen Finanzministeriums ist China nicht mehr auf Platz eins der US-Gläubiger. Allein im Dezember hat China US-Staatsanleihen im Wert von 34 Mrd. US-Dollar verkauft. Damit hält China „nur“ noch Anleihen im Wert von 755,4 Mrd. US-Dollar.
Als Grund für den Verkauf wird genannt, dass chinesische Politiker sich im letzten Jahr um die Stabilität des Dollar sorgten und bereits seit geraumer Zeit einen breiter diversifizierten Währungskorb anstreben. Es werden aber auch die etwas abgekühlten Beziehungen zwischen China und den USA angeführt.
Auf den ersten Platz steht damit wieder Japan, mit 768,8 Mrd. Dollar. Japan hatte seinen Bestand an US-Staatsanleihen um 11,5 Mrd. Dollar aufgestockt.
Nun zu behaupten, dass China aus dem Dollar flüchtet, wäre natürlich etwas übertrieben. Dennoch sollte es zu denken geben. Interessanterweise schwächte diese Nachricht wieder den Dollar, so dass der Euro gegenüber dem Dollar gestern zulegen konnte. Der Abwertungswettkampf geht also weiter.
Viele Grüße
US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
Die Zahl der Baubeginne stieg auf 591.000, um 2,8 %. Analysten hatten mit einem Anstieg um 5,9 % gerechnet.
Die Zahl der Baugenehmigungen sank im Januar auf 621.000. Das entspricht einem Minus von 4,9 % zum Vormonat. Analysten mit einem leichteren Minus von 3,1 % gerechnet (Vormonat 653.000).
Insgesamt erkennt man, dass sich hier nach dem Immobiliencrash in den USA noch nicht wirklich viel getan hat.
Die schlechteren Zahlen belasteten den Markt.
Die Industrieproduktion ist im Januar um 0,9 % gestiegen. Erwartet wurde ein Anstieg im Bereich 0,4 bis 0,8 %, nach 0,7 % zuvor. Die Kapazitätsauslastung stieg auf 72,6 %, nach 71,9 % zuvor. Das lag in den Erwartungen.
Die Zahlen zum US-Immobilienmarkt trübten heute das Bild bei den US-Konjunkutrdaten. Das führte dazu, dass die US-Börsen trotz guter Vorgaben aus Europa zunächst uneinheitlich gestartet sind.