Gelingt der Ausbruch?

 
 
Gelingt der Ausbruch?
von Jochen Steffens  
 
Oh lala... Die Arbeitsmarktdaten sind wesentlich besser ausgefallen als erwartet. Es sind lediglich 11.000 Stellen abgebaut worden. Analysten hatten mit einem Abbau von 125.000 Stellen gerechnet, sie haben sich also um einen Faktor 11 vertan. Gerne kommen solche Unterschiede zwischen Analystenschätzungen und Realität zu stande, wenn die Daten des Vormonats bei der aktuellen Veröffentlichung revidiert werden müssen.
 
 
Doch auch der Stellenverlust im Oktober wurde nicht nach unten sondern auch noch deutlich nach oben revidiert. Hier sind nun lediglich 111.000 statt zuvor gemeldete 190.000 Stellen abgebaut worden. Kein Wunder, nach diesen Zahlen reagierten die Märkte zunächst mit einer doch beachtlichen Intraday-Rally.
 
Ursachen
 
Natürlich kann man es sich nun einfach machen und behaupten, diese doch guten Zahlen hingen mit dem Weihnachtsgeschäft zusammen, da im Dienstleistungssektor Stellen geschaffen wurden, während es im verarbeitenden Gewerbe zu einem weiteren Abbau gekommen ist.  
Doch das dürfte nicht der einzige Grund sein. Viele Unternehmen haben mit der Krise massiv Stellen abgebaut. Jetzt angesichts eines anziehenden Aktienmarktes und einer sehr bullishen Gesamtstimmung (zumindest in den USA) werden zum einen weniger Stellen abgebaut, zum anderen  kann es auch gut sein, dass aufgrund der zu erwartenden US-Konjunkturmaßnahmen Unternehmen auch wieder einstellen. Einfach um die besten Arbeitnehmer möglichst früh abzugreifen.
 
Wie nachhaltig diese Entwicklung ist, werden wir allerdings trotzdem erst im Januar sehen, und die Zahlen zum Januar werden Anfang Februar veröffentlicht. So gesehen bleibt also für die Märkte noch Zeit, eine Weile auf die guten Nachrichten vom Arbeitsmarkt zu reagieren. Doch das ist nur die eine Sicht der Dinge.
 
Zinserhöhungsängste

Wie ich am Donnerstag bereits geschrieben habe, hatte Charles Plosser, Chef der Fed in Philadelphia in dieser Woche auf die Notwendigkeit hingewiesen, die US-Leitzinsen anzuheben, um der wachsenden Inflationsgefahr entgegen zu treten. Nun könnte dem Markt nach der ersten Euphorie auf einmal auch bewusst werden, dass diese guten Zahlen vielleicht doch nicht so gut für die Börsen sind. Denn sollte sich ein nachhaltigeres US-Wirtschaftswachstum zeigen, wird die Fed reagieren und die Zinsen anheben.
 
Eine fragile Situation

Steigende Zinsen werden den Geldfluss beschränken, und das ist zumindest so lange gefährlich, bis sich ein selbsttragendes Wirtschaftswachstum zeigt. Das bedeutet: Die Märkte werden wahrscheinlich, sobald sie mit der Gefahr steigender Zinsen rechnen, in eine Art Lauerstellung übergehen. Die Frage lautet: Verkraftet die US-Wirtschaft und die Finanzwirtschaft steigende Zinsen, oder kommt es zu heftigen Reaktionen, die sich zumeist zunächst an den Aktienmärkten niederschlagen würden? 
Bleiben diese Reaktionen aus, kann es sein, dass es mit den ersten Zinserhöhungen zu tendenziell wieder steigenden Märkten kommen wird. Natürlich nur, wenn sich bis zu diesem Zeitpunkt die wirtschaftlichen Rahmenbedingen nicht wieder dramatisch verschlechtern.
 
Fazit: Die Frage ist nun, was spielen die Märkte: Die Angst vor steigenden Zinsen oder Liquidität und die Hoffnung, dass der Double Dip ausbleibt.
 
Die Entscheidung
 
Die Entscheidung wird sich wahrscheinlich einmal mehr in den Charts zeigen. Dazu noch einmal der Nasdaq100 Chart, der uns schon seit einiger Zeit begleitet:
 
 
Der Nasdaq100 hat den primären Abwärtstrend nun kurz angestochen, konnte diesen aber zum Zeitpunkt dieser Worte noch nicht nachhaltig nach oben überwinden. Sollte es also bis zum heutigen Handelsschluss nicht zu wieder steigenden Kursen kommen, wächst die Gefahr, dass es zu einem Fehlsignal kommt. Auch in anderen Indizes konnten wichtige Widerstände noch nicht nachhaltig überwunden werden. Der DAX kämpft zum Beispiel seit über zwei Monaten mit der 5850er bis 5900er Marke.
 
Hier wird also eine erste Entscheidung fallen, die wahrscheinlich zumindest die Frage nach der Jahresendrally beantwortet. Der Verlauf der letzten Wochen zeigt, wie wichtig dieser primäre Abwärtstrend für den Nasdaq100 ist. Aber auch im DAX zeigt sich, dass die hier vor einiger Zeit geäußerte Vermutung, dass es zu einer Seitwärtsbewegung kommen wird, sehr gut gepasst hat. Selbst die Prognose, dass die 1.800er Marke im Nasdaq der eigentliche Widerstand sein wird, hat insoweit auch gestimmt. Soweit, so gut.
 
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens

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US-Konjunkturdaten

von Jochen Steffens

Die US-Arbeitslosenquote sank von zuvor 10,2 auf nunmehr 10 %

Die Auftragseingänge der US-Industrie stiegen im Oktober um 0,6 %, nach zuvor plus 1,6% (revidiert von plus 0,9 %). Analysten waren von einem unveränderten Niveau ausgegangen.

Auch diese Nachricht beflügelte zunächst die Märkte, später wurden die Kursgewinnen in den US-Indizes wieder komplett abgebaut.

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