Doch keine Deflation?

Doch keine Deflation?
von Jochen Steffens
 
Heute ist zu lesen, dass der Inflationsdruck in den USA nicht weiter abgenommen hat. Damit sei auch die Sorge vor einer Deflation zurückgegangen, so die Analysten. Anlass dieser Aussage: Die Verbraucherpreise sind um 0,4% gegenüber dem Vormonat angestiegen, nachdem sie schon letzten Monat um 0,3 % zugelegt hatten. Auch die Kernrate, ohne Energie und Lebensmittel, stieg um 0,2 %.
 
Nachdem gestern auch schon die Produzentenpreise gestiegen sind, stellt sich nun natürlich tatsächlich die Frage, ob das Thema Deflation nicht doch schon wieder hinfällig ist. Nun muss man hier sehr aufpassen. Wir sehen insgesamt bei den US-Konjunkturdaten eine Stabilisierung, allerdings auf niedrigem Niveau. Trotzdem, wenn sich die US-Wirtschaft nun erholt, ist es auch nur logisch, dass die Preise ebenfalls wieder anziehen werden. Und wir gehen schließlich davon aus, dass die Konjunkturprogramme in den USA, die niedrigen Zinsen, sowie die gesunkenen Rohstoffpreise nicht spurlos an der US-Wirtschaft vorbei gehen.
 
Die eigentliche Frage ist vielmehr: Werden diese Faktoren zu einem nachhaltigen Stimulus für die US-Wirtschaft oder verpuffen sie? Die Entscheidung - langanhaltende Deflation oder Inflation mit der Gefahr einer Hyperinflation - ist somit auch trotz jetzt wieder anziehender Preise nicht geklärt.
 
Starker Einbruch und Gegenbewegung
 
Doch das ist nur ein Punkt. Auch bei den Preisindizes muss man beachten, dass sie im letzten Jahr zum Teil stark eingebrochen sind.
 
Dazu ein Chart:
 
 
 
Sie sehen hier die Entwicklung der Verbraucherpreise seit 1991. Man kann diese Linie aber auch bis 1970 und weiter zurückverfolgen, sie verläuft ähnlich gleichmäßig. Augenfällig ist, dass der Index seit 2008 einen, im Vergleich zu dem gleichmäßigen Anstieg zuvor, erheblichen Einbruch erlitten hat. Ähnlich wie bei den anderen Konjunkturdaten, aber auch wie bei den Aktienindizes muss man nach so einem Einbruch einfach auch mit Gegenreaktionen rechnen.  
 
Ich würde diese Daten demnach eher im Gesamtkontext zu den anderen US-Konjunkturdaten verstehen, die sich in letzter Zeit stabilisiert haben. Wir erkennen hier Hinweise, dass es tatsächlich zu einer Stabilisierung oder sogar Belebung der US-Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf kommen wird. Nicht geklärt ist natürlich, wie lange diese andauern wird und was anschließend passiert.
 
Und was ist mit Gold?
 
Fast spannender finde ich die Frage: Warum reagiert Gold nicht auf diese Zahlen und steigt deutlich an, zumal auch der Dollar zurzeit Schwäche zeigt?
 
Ich vermute, das liegt daran, dass Gold erneut die 1.000 Dollar-Marke nicht überwinden konnte. Während die Aktienmärkte stark zulegen, fällt Gold. Das dürfte ein gewisses Frustpotenzial auslösen, so dass einige Anleger Geld aus Gold in den Aktienmarkt transferiert haben werden.
 
Verfallstagsspielchen
 
Im Moment macht es uns die Börse aber auf allen Ebenen nicht einfach. Eigentlich gab es die Möglichkeit einiger sicherer Trades. Um den Markt zum Verfall hochzuziehen, müssen die Stillhalter natürlich Wertpapiere kaufen. Diese Positionen werden sie dann nach dem Verfall wieder, je nach Gesamtmarktsituation, auf den Markt werfen. Sprich, kommt es in einem starken Abwärtstrend zu einem starken Anstieg bis zum Verfallstag, der eindeutig mit diesem zu begründen ist, kann man relativ sicher in den Tagen nach dem Verfall auf fallende Kurse setzen.
 
Verkäufe in das Kaufinteresse
 
Doch dieses Spiel ist uns nun versaut worden. Wenn Sie sich die letzten vier Handelstage in den amerikanischen Indizes und im DAX ansehen, stellen Sie fest, dass der DAX in den letzten Tagen an der 4.000er Marke klebte, während die Amis weiter gelaufen sind. Das kann damit zusammenhängen, dass den Stillhaltern die 4.000er Marke zum Verfall ausreicht (dort liegt eine große Short-Position, die nicht ins Geld laufen soll).
 
Gehen wir davon aus, dass diese Adressen zuvor den Markt hochgekauft haben, bietet sich nun für diese eine gute Möglichkeit. Sie können jetzt diese zuvor gekauften Stützungs-Positionen im Plus an die Spekulanten verkaufen, die hoffen, dass der DAX mit den Amis nach oben zieht. Das hat zwei positive Effekte: Die Stillhalter müssen ihre zuvor gekauften Stützungs-Positionen nicht mehr nach dem Verfallstag auf den Markt werfen. Gleichzeitig haben sie aber auch wieder neues Pulver im Lauf, für den Fall, dass der Markt doch noch durch schlechte Nachrichten o.a. nach unten getrieben wird.
 
 
Schauen Sie sich dazu die Kerzen im DAX an, jeder halbwegs vernünftige Chartist erkennt, dass der DAX im Bereich der 4.000 – 4060er Marke gedeckelt wird. Ich weiß, es könnte Zufall sein, aber denken Sie daran, dass ich bereits vor zweieinhalb Wochen diese Marke als Zielmarke für den Verfall festgelegt habe (und Leser, die meine Kolumnen schon länger lesen wissen, dass diese Verfallstags-Prognosen bereits mehrfach funktioniert haben (siehe z.B. auch Dezemberverfall)).
 
Trotzdem bleibt es weiterhin spannend, wo der DAX Freitag gegen Mittag stehen wird. Im Fokus der Anleger wird heute jedoch erst einmal das Statement der Fed zur Zinssitzung stehen, das gleich (Mittwoch 19.15 Uhr) veröffentlicht wird.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens

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