Ereignisreiche Wochen stehen bevor

 
 
Ereignisreiche Wochen stehen bevor
von Jochen Steffens
 
Wir befinden uns in den vielleicht spannendsten Wochen seit Jahresanfang, vielleicht sogar des gesamten Jahres 2009. Gleich mehrere wichtige Ereignisse werden die Kurse in den kommenden Tagen beeinflussen.
 
US-Notenbanksitzung: Zahnloser Tiger
 
Am Mittwoch um 19.15 Uhr wird das Ergebnis der US-Notenbanksitzung erwartet. Da die Zinsen weder weiter gesenkt werden können noch mit einer Zinserhöhung zu rechnen ist, wird der Fokus der Anleger auf dem Statement zu der Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) liegen. Es gibt im Zusammenhang mit dieser Sitzung eine Vielzahl von Gerüchten im Markt, die zum Beispiel den Ankauf von US-Staatsanleihen durch die Fed betreffen. Hier fehlt es offenbar an Fantasie, da die Fed durch ihre massiven Zinssenkungen ihr Pulver nahezu verschossen hat. Der Fed bleibt somit nichts anderes übrig, als sich in Zwangsoptimismus zu üben. So hatte Ben Bernanke unlängst seine Hoffnung auf ein baldiges Ende der Rezession in den USA wiederholt, die er schon vor zwei Wochen vor dem Kongress geäußert hatte. Ich gehe davon aus, dass diese Hoffnung auch in dem neuen Statement, das am Mittwoch im Anschluss an die Sitzung veröffentlicht wird, zu finden ist. Das könnte die Märkte kurzfristig positiv beeinflussen.
 
Der große Verfallstag wirft seine Schatten voraus
 
Wesentlich wichtiger wird jedoch der große Verfallstag, der dreifache Hexensabbat, der am Freitag, den 20.03.09 stattfindet. Er wird so genannt, da an diesem Tag sowohl Index-Optionen und Index Futures (gegen Mittag), als auch Aktien-Optionen (am Abend) verfallen. Im Vorfeld kommt es dann häufig zu scheinbar irrationalen Kursbewegungen, die vielen Anlegern ein wenig wie Zauberei anmuten. So entstand der Name „Hexensabbat“. Diese seltsamen Kursbewegungen werden, wie hier schon dargestellt, dadurch verursacht, dass die Stillhalter versuchen, den Index oder die Einzelaktien auf bestimmte Werte zu treiben, die für sie eine günstige Abrechnung ermöglichen. Wie Sie wissen hatte ich für den DAX bereits vor zwei Wochen das Ziel der Stillhalter genannt: Um die 4.000 Punkte, idealerweise 4.200 Punkten.
 
Deutlich sieht man nun, wie der DAX an der 4.000 Punkte Marke festzukleben scheint:
 
 
Damit bewahrheitet sich die Theorie, dass wir bis zum Freitag eine eher seitwärts gerichtete Bewegung sehen werden. Mittlerweile bildet sich bereits die dritte Kerze um diese Marke herum.
 
Kurserholung durch den Verfallstag?
 
Damit wird immer wahrscheinlicher, dass der starke Anstieg der Indizes in der letzten Woche größtenteils mit diesem März-Verfall zusammengehangen hat. Das wäre nicht ungewöhnlich, aber es bedeutet, es ist zu früh, von einer möglichen Bodenbildung zu sprechen. Die wirkliche Marktrichtung wird erst wieder in den Wochen nach dem Hexensabbat zu erkennen sein.
 
Entscheidungen auf dem Weltfinanzgipfel Anfang April
 
Leider sind jedoch auch in die Wochen nach dem Verfallstag nicht frei von entscheidenden Ereignissen. Wir müssen damit rechnen, dass ab nächster Woche der Weltfinanzgipfel unter Beteiligung der G20 am 2. April so langsam von den Medien thematisiert und wahrscheinlich auch dramatisiert werden wird.
 
Auf diesem Gipfel, der seit Monaten vorbereitet wird, soll eine Vielzahl von Maßnahmen beschlossen werden, welche die Finanzmärkte auf Jahre oder sogar Jahrzehnte beeinflussen werden. Insbesondere geht es natürlich um eine vernünftige Regulierung der wichtigen finanziellen Institutionen, Märkte und Instrumente. Leider können wir heute noch nicht absehen, ob eine vernünftige Regulierung möglich ist und welche Auswirkungen solche Regulierungen auf die langfristige Entwicklung der Börsen haben werden. Für die Märkte wird jedoch kurzfristig von größerer Bedeutung sein, wie einsichtig und einig sich die beteiligten Länder zeigen und wie umfassend die Maßnahmen ausfallen werden. Keinesfalls darf es zu Lippenbekenntnissen kommen oder der Eindruck entstehen, es werde gemauert.
 
Fazit:
 
So schön und zum Teil sogar dramatisch die Kursgewinne der letzten Woche gewesen sind, die Gefahr ist nicht gebannt. Tatsächlich könnten die Gewinne lediglich im Zusammenhang mit dem Verfallstag  stehen. Sollten die Märkte in der Woche nach dem Verfall also deutlich nachgeben und diese Verluste ausweiten, wäre das ein bearishes Zeichen. Sollten die Kurse hingegen weiter steigen, wäre das ein bullishes Signal. Das gilt insbesondere dann, wenn sich klarere Umkehrformationen ausbilden. Schließlich haben sich schon oft um einen derart wichtigen Verfallstag herum entscheidende Tiefs ausgebildet. Ein wesentlicher positiver Impuls könnte vom Weltfinanzgipfel Anfang April ausgehen, zumindest dann, wenn wirklich einvernehmliche und entscheidende Maßnahmen beschlossen werden.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens

US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens 
 
Die Baubeginne in den USA sind im Vergleich zum Vormonat um 22,2% auf annualisiert 583.000 angestiegen. Das war der erste Anstieg seit Juni 2008. Analysten hatten hingegen mit einem Rückgang um 1,3% gerechnet. Der Anstieg wird auf die gute Witterung zurückgeführt. Noch erwarten Analysten keine Trendumkehr bei den Baubeginnne, da diese auf Jahressicht um 47,3% zurückgegangen sind. Die Zahl der Baugenehmigungen ist im Februar um 3,0% gestiegen. Analysten hatten hier mit einem Minus von 4,9% gerechnet. 

Wetter hin oder her, wir sehen hier doch einen deutlichen Anstieg. Wie ich immer geschrieben hatte: Wenn der US-Immobilienmarkt einen Boden findet, wird auch der Aktienmarkt einen Boden ausbilden. Noch ist es sicherlich zu früh, hier Hurra zu rufen. Wenn man sich jedoch diese Konjunkturdaten mit den anderen im Kontext anschaut, verdichtete sich immer mehr der Eindruck, dass wir es tatsächlich mit einer Stabilisierung zu tun haben. Das darf man nicht vergessen. Demnach ist eine auch länger anhaltende Erholung nicht unwahrscheinlich, zumindest so lange, wie die US-Konjunkturdaten diese positive Tendenz fortsetzen.

Die Erzeugerpreise sind um 0,1% angestiegen. Analysten hatten hingegen mit einem Anstieg um 0,4% gerechnet. Die Kernrate, ohne Nahrungsmittel und Energie, stieg um 0,2%. Analysten hatte hier nur einen Anstieg von 0,1% erwartet.

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