Schweizer Franken bricht ein

 
 
Schweizer Franken bricht ein
von Jochen Steffens 
 
Um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, hat die Schweizer Notenbank über Interventionen angefangen, den Schweizer Franken zu schwächen. Im Chart sieht das wie folgt aus:
 
 
 
Eine sehr eindrucksvolle Kerze, die den größten Tagesverlust des Schweizer Franken gegenüber dem Euro seit Einführung der Gemeinschaftswährung darstellt (im Chart sehen Sie das Euro/Schweizer Franken-Verhältnis, er zeigt also an, wie stark der Euro gegenüber dem Schweizer Franken angestiegen ist). Da es zuvor keine Anzeichen einer solchen Intervention gegeben hat und dieser „Alleingang“ auch ungewöhnlich ist, reagierten die Devisenhändler natürlich auch extrem überrascht.
 
Kein gutes Signal
 
Das Problem bei dieser Aktion ist, dass damit nun unter Umständen ein Dominostein angestoßen wurde, der eine ganze Lawine nach sich ziehen kann. Gerade Japan wird angesichts der schlechten Wirtschaftslage ein hohes Interesse an einem schwächeren Yen haben und hat schließlich auch genug Erfahrung auf dem Gebiet.
Doch im Prinzip ist es ein generelles Problem: In Zeiten der Wirtschaftskrise werden auch andere Staaten die Chancen nutzen wollen, die eine schwächere Währung für ihre Wirtschaft bewirkt. Es ist somit durchaus mit einem Abwertungswettlauf zu rechnen. Hier stehen sicherlich auch der Euro und der Dollar im Fokus. Nur, wenn alle das Gleiche wollen, funktioniert es nicht mehr. Es besteht sogar die Gefahr, dass ein solcher Wettlauf die Weltwirtschaftskrise deutlich verschärfen wird. Es ist ähnlich wie beim Protektionismus, der auch immer nur dann gut funktioniert, wenn die anderen Länder nicht ebenfalls auf die Idee kommen, solche Maßnahmen zu beschließen.
 
Hoffen auf G20-Treffen
 
Es steht also zu hoffen, dass die G20 bei ihrem Treffen am 1. und 2. April auch solche Themen ansprechen. Ein Abwertungswettlauf wird keinem etwas nützen. Eine Einigung bei diesem Treffen wäre sinnvoll, immerhin vereinigen die zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer 77 % des Bruttonationaleinkommens auf sich und 62 % der Weltbevölkerung leben in diesen Ländern (das hängt damit zusammen, dass die bevölkerungsreichen Staaten China (mittlerweile hinter den USA, Japan und Deutschland Platz 4 beim Bruttonationaleinkommen) und Indien ebenfalls dabei sind). Man kann also auf dieses Treffen sehr gespannt sein.
 
DAX scheitert erneut am Widerstand
 
Und heute noch kurz zum Markt:
 
 
Der DAX ist nun an dieser wichtigen Widerstandszone zwischen 4.067 Punkten und 4.000 Punkten abgeprallt.  Die heutige Kerze ist eine mögliche Umkehrkerze. Gleichzeitig bildet sich mit den letzten Tiefs nun ein Abwärtstrend aus. Immer noch ist es durchaus möglich, dass der DAX an die obere Linie dieses Trends läuft und somit um den Verfall herum bei 4.000 Punkten oder 4.200 Punkte notiert. Das aber würde für eine eher seitwärts gerichtete Bewegung bis zur oberen Linie des Abwärtstrends in der nächsten Woche sprechen. Man könnte somit Folgendes festhalten:
 
Bleibt der DAX bis zum Verfallstag in dem Abwärtstrend, wäre das eher bearish zu beurteilen.
 
Kommt es im Zusammenhang mit dem Verfallstag oder kurz danach zu einem Trendbruch, wird es deutlich bullisher.
 
Sollte der Markt bis zum Verfallstag die 4.000 Punkte-Marke nicht halten können und weiter abrutschen, muss man mit einer Zunahme der Abwärtsdynamik und Kursen um die 3.100 Punkte rechnen.
 
Es ist nach wie vor eine sehr, sehr angespannte Situation. Auch wenn Einzelwerte in den letzten Tagen große Gewinne zu machen scheinen, so geben die meisten Charts noch keine klaren bullishen Signale. Tatsächlich sind diese Gewinne also noch nichts weiter als Erholungsbewegungen nach sehr starken Abverkäufen.
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens
 
US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens

Das Handelsbilanzdefizit der USA ist auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2002 gefallen und beträgt nach vorläufigen Berechnungen nur noch 36,03 Mrd. Dollar, nach 39,90 Mrd. Dollar zuvor. Analysten hatten mit 37,30 Mrd. Dollar gerechnet.

Die Exporte gingen um 5,7% auf 124,91 Mrd. Dollar nach zuvor 132,52 Mrd. zurück. Die Importe sanken um 6,7% auf 160,94 Mrd. Dollar nach 172,42 Mrd. Dollar zuvor.

 

Eigentlich müsste ein sinkendes Handelbilanzdefizit den Dollar stärken, doch der Dollar zeigte sich heute davon mehr oder weniger unbeeindruckt.

Der Verbraucherstimmungsindex der Universität Michigan ist im März nach den Ergebnissen der ersten Umfrage auf 56,6 gestiegen, nach 56,3 Punkten zuvor. Analysten hatten dagegen mit einem Indexrückgang auf 55,0 Punkte gerechnet. Der Index für die Erwartungen stieg auf 53,0, nach 50,5 Punkten zuvor, der Index für die Einschätzung der aktuellen Lage sank jedoch auf 62,3 nach 65,5 Punkten zuvor.

 

Man kann hier zwar eine Stabilisierung erkennen, aber auf niedrigem Niveau. Es fehlt einfach eine deutlichere Aufwärtsbewegung, die in den nächsten Monaten kommen muss. Ohne die Verbraucher wird die US-Wirtschaft nicht auf die Beine kommen.

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