O tempora o mores

 
 
O tempora o mores (Oh Zeiten, oh Sitten)
von Jochen Steffens
 
Und heute rauscht der DAX wiederum  5 % in die Tiefe. Ein Grund dafür ist, dass sich die gestrige Nachricht, China werde das bisherige Konjunkturprogramm in Höhe von 470 Mrd. Dollar deutlich erhöhen, als reine Spekulation herausgestellt hat. Der chinesische Premier Wen Jiabao hat nicht wie erwartet vor dem Volkskongress neue Konjunkturmaßnahmen angekündigt. Die gestrige Euphorie war damit eindeutig verfrüht. Es ist sowieso alles andere als sicher, dass China den Wegfall des US-Konsums kompensieren könnte.
 
Zudem wird nun auf die neuesten US-Arbeitsmarktdaten spekuliert, die morgen veröffentlicht werden, und hier wird natürlich nichts Gutes erwartet. Es ist das alte Spiel: Vor den erwartet schlechten Daten fallen die Kurse, da die Spekulanten auf fallende Kurse setzen. Werden daraufhin wie erwartet schlechte Daten veröffentlicht, stabilisieren sich die Kurse nach den ersten Kurskapriolen vergleichsweise schnell. Im weiteren Verlauf kommt es oft genug sogar zu einer kleinen Intradayrally.
 
Das hängt damit zusammen, dass eben die Anleger, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, ihre Gewinne mitnehmen (es sei denn die Zahlen sind viel schlechter als erwartet oder neue belastende Nachrichten kommen hinzu). Gerade Börsenneulinge wundern sich in solchen Fällen gerne und fragen sich, warum die Kurse nach derart schlechten Nachrichten scheinbar überraschenderweise ansteigen. Aber das Spiel ist eben schon vorher gelaufen...
 
Das niedrigste Niveau seit der Euro-Einführung
 
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat unterdessen heute den Leitzins um 50 Basispunkte auf 1,5 Prozent gesenkt. Das ist das niedrigste Niveau seit der Euro-Einführung im Jahr 1999.
Auch die Wachstums- und Inflationsprognose wurden nach unten angepasst. Für 2009 erwartet die EZB nun ein Schrumpfen der Wirtschaft um 3,2 bis 2,2 Prozent. Bisher war sie von einem Minus zwischen  1 bis 0 Prozent ausgegangen. Für das Jahr 2010 rechnet die Notenbank jetzt statt einem Wachstum von 0,5 bis 1,5 % nur noch mit Werten zwischen minus 0,7 und plus 0,7 Prozent.
 
Keine Deflation in der EU?
 
Für uns interessant ist die Inflationserwartung: Die EZB erwartet eine Inflation in Höhe von 0,1 bis 0,7 Prozent. Für 2010 gehen sie sogar wieder von höheren Zahlen im Bereich von 0,6 bis 1,4 Prozent aus. Die Frage eines Journalisten an EZB Präsident Jean-Claude Trichet auf der Pressekonferenz, ob die EZB Deflationsgefahren sehe, verneinte dieser rigoros.
 
Hierfür gibt es meines Erachtens zwei Gründe: Erstens, die Situation in Europa ist zurzeit noch bei weitem nicht so dramatisch, wie die Situation in den USA. Insoweit hat Trichet natürlich Recht. Doch Folgendes muss beachtet werden: Wie immer reagieren unsere Volkswirtschaften zeitversetzt auf Probleme in den USA. Allein wenn Sie sich die Charts der europäischen Indizes in dem Wissen anschauen, dass diese die wirtschaftliche Entwicklung um bis zu ein Jahr vorweg nehmen, können Sie sich ausmalen, was noch auf Europa zukommt. Insofern müssen wir demnach abwarten, was von den aktuellen Schätzungen Ende des Jahres übrig bleiben wird. Ich erwarte, dass diese nochmals nach unten korrigiert werden, wenn die Märkte sich nicht bald fangen.
 
Der Einfluss Osteuropas
 
Insbesondere wird unterschätzt, welche Auswirkung die Krise in Ost-Europa noch auf West-Europa haben kann. So war heute in der FTD-Online die Headline zu lesen: „Der Markt fürchtet eine Pleite Österreichs.“ Nicht Italien, Spanien oder Griechenland, nein Österreich. Das sagt eigentlich alles, denn gerade Österreich hatte massiv auf Osteuropa gesetzt und wird nun von der dortigen Krise eingeholt.
 
Keine Deflationsängste schüren
 
Der zweite Grund ist natürlich, dass die Regierungen und Notenbanken weltweit versuchen werden, so lange wie möglich eine Inflationserwartung aufrecht zu erhalten. Wie ich bereits in der letzten Woche dargestellt habe, geht es um den psychologischen Faktor einer Deflation. Warten wir also ab, was am Ende des Jahres von den Prognosen übrigbleibt.
 
Nasdaq100 kämpft
 

Derweil kämpft der Nasdaq100 mit der breiteren der hier vorgestellten Seitwärtsbewegungen. Und dieser Kampf sieht zumindest noch nicht sehr überzeugend aus. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass hier auch noch einmal das Tief bei 1018 getestet wird.

Dann allerdings haben alle anderen Indizes klare Bearsignale bestätigt. Ob der Nasdaq100 dann auch noch als letzter der hier beobachteten Indizes seine November-Tiefs nach unten bricht, wird unter anderem davon abhängen, wie die Arbeitsmarktdaten morgen tatsächlich ausfallen.     
 
Viele Grüße
 
Jochen Steffens

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US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens
 
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist im Februar saisonbereinigt um 31.000 auf 639.000 gefallen. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, jedoch nur mit 12.000.
 
 
Auch wenn die Erwartungen übertroffen wurden, die Zahlen bewegen sich immer noch in einem Extrem-Bereich. Und somit konnten auch diese besseren Zahlen nicht die Sorge vor einem katastrophalen Arbeitsmakrbericht beseitigen. Wenn man sich allerdings ansieht, was hier alles schon eingepreist wird, kann es eigentlich doch nur eine positive Überraschung geben. Positiv bedeutet dabei, dass die sehr schlechten Zahlen lediglich etwas weniger schlecht ausfallen als befürchtet. Erwartet wird ein Arbeitsplatzabbau um 650.000 Stellen, nach 598.000 zuvor.
 
Die Industrieaufträge sind im Januar um 1,9 % gefallen. Erwartet wurde ein Rückgang im Bereich 2,1 bis 3,5 %, nach 4,9 % zuvor. Auch hier bessere Zahlen als erwartet.

Was wir jetzt im Auge behalten müssen ist Folgendes: Wir sehen weiterhin bei einigen Konjunkturdaten eine Stabilisierung. Gerne zum Schluss eines starken Abverkaufs an den Märkten stabilisieren sich die Konjunkturdaten, während die Kurse noch sehr dynamisch weiter fallen (Ausverkauf). Es kann also sein, dass wir gerade so eine Situation sehen. Aber das nur als zarte Möglichkeit, die sich erst noch bestätigen muss.  

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