Erstantraege steigen auf den hoechsten Stand seit 26 Jahren

 
  
Erstanträge steigen auf den höchsten Stand seit 26 Jahren
von Jochen Steffens
 
Na, was denn nun, macht der Nasdaq100 das Gap jetzt schon zu oder nicht?
 
 
 
Seit nunmehr vier Handelstagen beschäftigt sich der Index mit diesem Gap, das ich Ihnen vorgestellt hatte (im Chart das grüne Rechteck). Gleichzeitig bleibt der Nasdaq100 unter dieser oberen Abwärtstrendlinie des seit Oktober existenten Abwärtstrendkanals. Es spitzt sich sozusagen zu, eine Entscheidung wird fällig: Trendbruch oder Gapschluss.
 
So spannend das auf den ersten Blick auch aussehen mag, so irrelevant sind die Kursbewegungen der letzten Tage für den größeren Rahmen. Faktisch läuft es planlos seitwärts. Enttäuschend war, dass nach dem Überwinden der 1.200er Marke keine Aufwärtsdynamik entstanden ist. Das könnte allerdings auch an diesem Gap liegen, welches die Kurse nach unten zieht.
 
Ein nachhaltiges Überwinden der 1.250er Marke wäre neben dem Trendbruch ein erster kleiner bullisher Hinweis. Doch insgesamt sieht es so langsam immer mehr danach aus, also ob der Markt sich auf dem aktuellen Niveau sehr wohl fühlt. Gerade im Zusammenhang mit dem Verfallstag könnte das bedeuten, dass bis dahin nicht mehr viel in den Indizes passiert.
 
Hilfen für US-Autobauer
 
Eine Möglichkeit für stärkere Kursbewegungen wäre, wenn nun auch noch der US-Senat den Hilfen für die US-Autobauer zustimmen würde. Nach meinen Informationen ist aber noch nicht klar, wann der Senat abstimmen wird.
 
Das Repräsentantenhaus hatte hingegen bereits gestern dem 14 Mrd. Dollar schweren Hilfspaket für die drei großen Autobauer General Motors, Ford und Chrysler zugestimmt.
 
Die Zustimmung im Senat ist zurzeit unsicher, da wieder einmal eine Gruppe von republikanischen Senatoren das Gesetz blockieren will und die Demokraten in dieser Kammer nur über eine hauchdünne Mehrheit verfügen. Diese Unsicherheit belastet natürlich die Märkte.
 
Schlechte Nachrichten weiter von geringem Interesse
 
Weniger beeindruckt zeigen sich die Märkte weiterhin von schlechten Nachrichten. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind mit 573.000 auf den höchsten Stand seit 26 Jahren gestiegen. Allerdings ist es ein bekanntes Phänomen, dass die Erstanträge nach Thanksgiving deutlich ansteigen. Doch trotz dieses Phänomens ist es ein beachtlicher Wert, der als Anzeiger für die schwierige wirtschaftliche Situation in den USA gewertet werden muss.

 
 
Eine weitere Zahl ist in diesem Zusammenhang noch interessant: In der letzten Novemberwoche haben 4,4 Millionen Menschen in den USA Arbeitslosenunterstützung erhalten. Das ist ein Zuwachs von 338.000 gegenüber der Vorwoche. Und das wiederum ist der stärkste Anstieg seit 34 Jahren!
 
Doch die amerikanischen Indizes ignorieren diese Flut von neuen Negativrekorden und notieren im Plus. So langsam wird immer deutlicher, dass schlechte Nachrichten nicht mehr abverkauft werden. Das ist prinzipiell ein bullishes Zeichen. Zu bedenken ist jedoch, dass diese Entwicklung natürlich auch mit der erwarteten Zinssitzung der Fed und dem Verfallstag zusammen hängen könnte. Es wird also interessant, ob auch im Januar schlechte Nachrichten nicht mehr zu starken Kursverlusten führen werden.

Viele Grüße
 
Ihr

Jochen Steffens
 
US-Wirtschaftsdaten
von Jochen Steffens
 
Das US-Handelsbilanzdefizit ist nach dem Rückgang im September im Oktober überraschend auf 57,19 Mrd. Dollar (vorläufige Berechnung) angestiegen, nach revidiert 56,56 Mrd. Dollar zuvor. Analysten hatten mit einem weiteren Rückgang auf 52,80 Mrd. Dollar gerechnet.
 
 
 
Die Exporte sind im Oktober um 2,2% auf 151,73 Mrd. Dollar zurückgegangen, die Importe um 1,3% auf 208,92 Mrd. Dollar.
 
Zwar sanken die Ölpreise im Oktober deutlich, gleichzeitig wurde jedoch mehr Öl importiert, so dass dieser Effekt offenbar  teilweise kompensiert wurde.
 
Die Exportpreise sind im November insgesamt um 3,2 % gefallen nach minus 2,0 % zuvor. Die Importpreise sind im November um 6,7 % gesunken, nach einem Minus von 5,4 %.
 
Auch hier zeigen sich Effekte, die sich deflationär auswirken.

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