Fehlende Impulse vor dem Verfallstag


Fehlende Impulse vor dem Verfallstag



Fehlende Impulse vor dem Verfallstag
von Jochen Steffens

Der DAX zeigte sich heute höchst unentschlossen, im Prinzip fehlten die richtigen Impulse. Zudem nähert sich nun der Verfallstag. Häufig kommt es mittlerweile bereits am Donnerstag zu stärkeren Kursschwankungen, da am Donnerstag viele der Optionsscheine auslaufen.  Am Freitag kann es dann zu den bekannten impulsiven Kursbewegungen unter hohen Umsätzen kommen, insbesondere um die Mittagszeit herum - in Einzelaktien allerdings auch zum Handelsschluss. Das Idealziel für den Verfall aus Sicht der Stillhalter wäre die 6.400er Marke. Diese Marke scheint aber zu bullish zu sein.

Zu starker Gegenwind

 Die Versuche, diese Marke anzulaufen, scheiterten in den vergangenen Tagen immer wieder an dem doch eher bearishen Umfeld. Demnach wird es einen Kampf um die jeweiligen Marken darunter geben. Da die 6.000er Marke als psychologisch wichtige Marke eine hohe Relevanz hat, bleibt sie bei diesem Verfall im Spiel. Allerdings sieht es mittlerweile so aus, als werde diese Marke vor dem Verfall nicht mehr nach unten gebrochen. Würde das geschehen, müssten die Stillhalter weiter absichern, so dass die Abwärtsbewegung durch die Absicherung zusätzliche Dynamik bekommen würde. In diesem Fall müssten wir also damit rechnen, dass die Kurse sehr schnell auf 5.600 Punkte durchgereicht werden. Aber ich denke, es wird alles getan, um dieses Szenario bis Freitag zu verhindern. Was danach geschieht, das ist eine andere Frage.

Fazit

Das Fazit aus diesen Gedanken ist demnach: Wir werden am Freitag wahrscheinlich zu Kursen zwischen 6.000 und 6.200 Punkten abrechnen.

Der Bund-Future konnte sich nur kurz erholen

Charttechnisch hat sich im DAX nicht viel verändert. Aber im Bund-Future gibt es eine interessante Entwicklung: Der Bund-Future hatte in den vergangen beiden Handelstagen seine vorherige Abwärtsbewegung beendet und gestern eine dynamische Aufwärtsbewegung gestartet. Doch heute kam es zu einer ebensolchen Abwärtsbewegung, bei der sogar das gestrige Tief nach unten verletzt wurde:

 

Somit war die Gegenbewegung lediglich eine Flagge in der aktuellen Abwärtsbewegung. Da diese häufig in der Mitte auftreten, ergibt sich daraus ein Kursziel von 140,79 Euro. Auch wenn wir natürlich gerade theoretisch eine Top-Bildung miterleben könnten, handelt es sich bei dem Kursrückgang seit Anfang Juni bisher lediglich um eine normale Konsolidierung in einem Aufwärtstrend. Kritischer wird es erst, wenn die obere Begrenzung der alten Seitwärtsbewegung bei 138 Euro erneut nach unten gebrochen wird.

Hinweis auf Aufwärtstrend?

Normalerweise würde ein Top beim Bund-Future ein Hinweis darauf darstellen, dass das Bedürfnis der Anleger nach Absicherung sinkt und Geld vom Anleihemarkt zurück in den Aktienmarkt fließt. Dies wäre ein Hinweis auf einen starken Aufwärtstrend an den Börsen.

Allerdings haben wir es nicht mit einer normalen Situation zu tun. Der Bund-Future befindet sich aufgrund der Krise in Europa in irrationalen Bereichen, so dass diese Interpretation im Moment zumindest in mit erhöhter Vorsicht zu genießen wäre. Aber, um keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen: Noch handelt es sich lediglich um eine normale Konsolidierung in einem Aufwärtstrend – so irrational dieser auch sein mag.

Viele Grüße

Jochen Steffens

 




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