US-Arbeitsmarkt wirft seine Schatten voraus


Der US-Arbeitsmarkt wirft seine Schatten voraus
US-Konjunkturdaten



Der US-Arbeitsmarkt wirft seine Schatten voraus
von Jochen Steffens

Der aus Sicht der Börsianer wichtigste Tag in dieser Woche ist der Freitag. Nicht nur, weil endlich das Wochenende vor der Tür steht, nein, am Freitag wird der US-Arbeitsmarkt veröffentlicht. Und diese Zahlen werden überaus interessant und wichtig für den weiteren Verlauf. Werfen wir daher zunächst einen Blick auf die vergangene Entwicklung der neu geschaffenen Stellen in den USA außerhalb der Landwirtschaft:

Wir haben in den vergangenen Monaten durchweg positive Werte gesehen. Doch wenn Sie die aktuelle Situation mit der nach der Krise der Jahre 2000-2003 vergleichen, fällt auf, dass hier mehr geschehen muss. Im Prinzip sollten wir gerade im Weihnachtsgeschäft Werte von mehr als  150.000 neu geschaffenen Stellen sehen.

Hinzu gesellt sich der Eindruck, dass wir seit Anfang des Jahres mit einer durchschnittlich fallenden Entwicklung zu tun haben.

Insgesamt belegt dieser Chart die immer noch schlechte Gesamtsituation des US-Arbeitsmarkts.

ADP-Daten überraschen positiv

Aber die vom privaten Dienstleister ADP errechneten Arbeitsmarktdaten, die immer am Mittwoch vor dem offiziellen US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht werden, weisen auf einen stärkeren Anstieg hin.

 

Hier kam es zu einem Anstieg auf 206.000 neu geschaffene Stellen und das wäre beachtlich. Allerdings habe ich hier bereits mehrfach belegt, dass die ADP-Daten nur auf mittel- bis langfristige Sicht mit dem offiziellen US-Arbeitsmarktbericht korrelieren. Aus einem Wert alleine kann man keine Rückschlüsse auf die Veröffentlichung am Freitag schließen.

Mögliche Überraschung?

Analysten rechnen damit, dass nach dem offiziellen US-Arbeitsmarktbericht 120.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen wurden, nach 80.000 Stellen im Vormonat. Die Experten zeigen sich somit bereits optimistischer. Sollte ähnlich wie im ADP-Bericht die 200.000er Marke geknackt werden, könnte es zu einer stärkeren Intraday-Rally kommen.

Erstanträge enttäuschen

Ein weiterer Faktor für die Beurteilung der Arbeitsmarktsituation und damit auch für die Entwicklung der Börse bis morgen sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die heute um 14.30 Uhr veröffentlicht wurden.

Hier kam es allerdings zu einer Enttäuschung: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen um 6.000 auf 402.000 und damit wieder über die magische 400.000er Marke. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 390.000 Anträgen gerechnet, nach 396.000 zuvor.

 

Immer noch können sich die Erstanträge nicht von dieser 400.000er Marke nach unten lösen. Und damit steigt auch das Risiko leicht an, dass der US-Arbeitsmarktbericht morgen vielleicht doch nicht positiv überrascht. Die Börse blickt also gespannt auf ihren nächsten großen Termin: Freitag, 14.30 Uhr (MEZ).

Bis dahin

Ihr

Jochen Steffens




US-Konjunkturdaten
von Jochen Steffens

Der ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes stieg auf 52,7 Punkte. Analysten hatten einen Stand von 52,0 erwartet, nach 50,8 Punkten im Vormonat.

Mit der heutigen Veröffentlichung scheint zunächst die Abwärtsbewegung seit Anfang/Mitte des Jahres beendet worden zu sein. Der ISM-Index hat es noch so gerade geschafft, nicht unter die 50er Marke zu fallen. Werte unter 50 deuten eine Kontraktion des verarbeitenden Gewerbes an.




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