Thanksgiving und Black Friday


Thanksgiving und Black Friday



Thanksgiving und Black Friday
von Jochen Steffens

Heute wird in den USA Thanksgiving gefeiert, eine Form des Erntedankfestes. Wir kennen dieses Fest aus amerikanischen Filmen in Verbindung mit dem klassischen Truthahnbraten. Da es ein staatlicher Feiertag ist, haben auch die US-Börsen geschlossen. Für die Börse ist auch der darauf folgende Freitag, Black Friday genannt, von größerer Bedeutung. Viele Arbeitnehmer in den USA nehmen sich an diesem Freitag (Brückentag) frei und nutzen die Zeit für Weihnachsteinkäufe. Die Geschäfte wiederum locken die Käufer mit zum Teil hohen Rabatten.

Erste Hinweise auf das Weihnachtsgeschäft

Da die Börsianer immer wieder Möglichkeiten suchen, die Zukunft voraus zu sagen, werden anhand des Einzelhandelsumsatzes an diesem Tag Prognosen für den weiteren Verlauf des Weihnachtsgeschäfts erstellt. Mittlerweile werden aber auch die Umsätze der Internet-Einzelhändler am folgenden Montag und andere damit im Zusammenhang stehende Daten in diese Analysen einbezogen. Diese Analysen waren in der Vergangenheit auch vergleichsweise zuverlässig.

Die Bedeutung eines Indikators schwindet

In den vergangenen Jahren sank leider die Zuverlässigkeit dieser Analysen, da auch in den USA eine zunehmende Tendenz zu erkennen ist, die Weihnachtseinkäufe nach hinten zu verschieben und viele Käufe erst in direkter zeitlicher Nähe zum Fest zu tätigen. Gleichzeitig verlagert sich der Weihnachtseinkauf immer mehr ins Internet. Da Internetkäufe auch gut von zu Hause oder dem Büro aus getätigt werden können, verliert auch dadurch der Black Friday an Bedeutung.

Trotzdem werden die Verkaufszahlen des US-Einzelhandels zunächst einmal die Kurse in den kommenden Tagen beeinflussen.

Und damit zum DAX

Der DAX hat sich für die negative Variante entschieden. Damit rücken nun die neutralen / bearishen Szenarien in den Vordergrund:

Wie für diesen Fall beschrieben, steigt nun die Wahrscheinlichkeit, dass der DAX die 5.000er Marke erneut testet. Aufgrund der psychologischen Relevanz und der Eindeutigkeit der Marke rechne ich damit, dass dieser Test nicht genau vollzogen wird. Also entweder dreht der DAX deutlich oberhalb (das wäre ein bullishes Zeichen) oder, und das halte ich für wahrscheinlicher, es kommt zu einem False-Break (Fehlausbruch) unter diese Marke. Dieser False Break sollte dann auch etwas deutlicher als beim vergangenen Test dieser Marke ausfallen.

Kommen die erwarteten Käufe im Bereich der 5.000er Marke?

Nach wie vor rechne ich damit, dass die 5.000er Marke zunächst halten sollte. Sie wissen, ein Chartverlauf hat einen gewissen Hang zur Symmetrie. Sollte die 5.000er Marke halten, tritt das oben im Chart beschriebene idealtypische Szenario in den Vordergrund (siehe rot gestrichelte Linien).

Wenn jedoch die 5.000er Marke nachhaltig und dynamisch nach unten gebrochen wird, wird das Gesamtbild dramatisch bearisher.  Dann sind in der mittelfristig noch tendenziell bullishen Variante Kurse bis runter auf die 4.000er Marke wahrscheinlich (abc-Konsolidierung) oder in der bearishen Variante noch viel tiefere Kurse.

Politik und Börse

Wie so oft in den vergangenen Monaten wird es von der weiteren Entwicklung in der EU-Schuldenkrise und damit von den Entscheidungen und Aussagen der Politiker abhängen. Wie konnte es nur dazu kommen, dass die Märkte derart abhängig von der Politik geworden sind?

Viele Grüße

Jochen Steffens




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