Erholt sich der US-Arbeitsmarkt nachhaltig?


Erholt sich der US-Arbeitsmarkt nachhaltig?



Erholt sich der US-Arbeitsmarkt nachhaltig?
von Jochen Steffens

Wir sehen eine interessante Entwicklung auf dem US-Arbeitsmarkt: Seit Wochen fallen die Zahlen der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, diesmal  sogar um 5.000 auf 388.000. Das ist der tiefste Stand seit April diesen Jahres. Analysten hatten hingegen mit einem Anstieg auf 395.000 Anträgen gerechnet. Auch der aussagekräftigere Vierwochendurchschnitt fällt um 4.000 auf 393.000 und bleibt damit unter der 400.000er Marke.

 

Deutlich erkennt man, dass sich der Vierwochendurchschnitt (grüne Linie) seit Anfang September nach unten bewegt. Das ist durchaus ein positives Signal. Doch darf in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, dass das US-Weihnachtsgeschäft hier einen erheblichen Einfluss hat. Wir sehen oft bis in den Januar hinein sinkende Zahlen bei den Erstanträgen.

Inwieweit die aktuelle Entwicklung demnach nachhaltig ist, bleibt also offen. Da wir zurzeit auch in anderen Bereichen eine Verbesserung bei den US-Konjunkturzahlen erkennen, besteht aber zumindest ein gewisses Maß an Hoffnung.

US-Baubeginne sinken weniger stark als erwartet

Und wenn wir schon bei den Konjunkturzahlen sind: Die Zahl der US-Baubeginne ist im Oktober leicht um 0,3 Prozent auf 628.000 gesunken. Aber auch hier haben die Analysten mit einem stärkeren Rückgang auf 610.000 gerechnet. Allerdings wurde der Vormonatswert deutlich von 658.000 auf 630.000 korrigiert. Angesichts des einbrechenden Winters sind die Zahlen schwierig zu bewerten. Hier hilft ein Vergleich zum Vorjahr: Gegenüber 2010 steigen die Baubeginne um 16,5 %!

Baugenehmigungen ziehen an

Erfreulicher ist, dass die Baugenehmigungen im Oktober um 10,9 Prozent auf 653.000 gestiegen sind. Die Baugenehmigungen laufen den Baubeginnen logischerweise voraus. Und diese Zahl übertrifft die Erwartung der Volkswirte von 600.000 bei weitem.

Philly-Fed versalzt die Suppe

Auch hier also positive Zahlen – es hätte also alles so schön sein können, und der Markt fing auch an, sich zu erholen, wenn nicht um 16.00 Uhr der Philadelphia Fed Index enttäuscht hätte. Dieser fiel von 8,7 Punkten im Oktober auf 3,6 Zähler im November. Hier hatten Analysten mit einem weiteren Anstieg auf 10,0 Punkte gerechnet.

 

Trotzdem fällt im langfristigen Verlauf auf, dass die aktuelle Krise aus Sicht des wichtigen wirtschaftlichen Frühindikators weit weniger dramatisch bewertet wird, als die Finanzkrise 2008/2009. Sehr schnell sind die Werte wieder in Plus geklettert.. und so erklärt sich auch die Stärke der US-Indizes in den vergangenen Wochen. Doch wie geht es weiter?

Der Nasdaq100 scheitert an dem 2.420er Widerstand

 

Im ersten Anlauf hat es der Nasdaq100 nicht geschafft, die wichtige 2.420er Marke und damit die Jahreshochs zu überwinden. Offenbar reicht dafür die Zuversicht der US-Bullen nicht aus. Stattdessen bildet sich eine kleine Topformation. Mit dem heutigen Bruch der 2.290 Punkten wurde diese kleine Topformation bestätigt. Hier hatte der Nasdaq100 in den vergangenen Wochen immer wieder gedreht. 

Die 2.420er Marke macht dem Nasdaq100 schon seit Anfang des Jahres das Leben schwer. Sollte er noch einmal nachhaltig daran scheitern, besteht die Gefahr, dass die Bullen die Hoffnung verlieren. Zwar war mit einer Konsolidierung unterhalb dieser Marke zu rechnen, aber hier muss bald etwas passieren, sonst könnten die Kurse auch noch sehr viel weiter fallen! Das Gesamtbild hat sich mit dem heutigen Kursverlauf deutlich verschlechtert.

Im Moment müssen die Bullen also hoffen, dass vielleicht eine kleine Weihnachtsrally das Ruder noch rumreißt.

Viele Grüße

Jochen Steffens




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