Lassen Sie sich nicht einlullen!

 

Lassen Sie sich nicht einlullen!

von Torsten Ewert


Verehrte Leserinnen und Leser,

haben Sie es inzwischen auch satt, dieses ständige Rätselraten bei jeder konjunkturellen Wasserstandsmeldung? Fällt Amerika nun zurück in die Rezession oder nicht? Wenn ja, wird es nur ein „Double-Dip“ oder eine ausgewachsene Depression? Oder kommt doch eine Inflation? Und dann der Arbeitsmarkt, die Schulden, der Konsum und wieder der Arbeitsmarkt...

Die erfolgreiche Stockstreet-Zermürbungsstrategie

Gut, wir von Stockstreet haben dieses Thema in den vergangenen Wochen ebenfalls ausführlich und von allen Seiten sowie mit diversen Akzenten beleuchtet. Und offensichtlich haben wir Sie damit erfolgreich zermürbt. Langsam regt sich nämlich zaghafter Widerstand in Ihren E-Mails an uns...

Eine der Begleiterscheinungen, die ich an der Arbeit als Börsenbriefschreiber zu schätzen gelernt habe, ist die E-Mail-Korrespondenz mit meinen Lesern. Ich weiß, dass Kollegen anderer Publikationen diese eher als lästig empfinden. Das bestätigen mir immer wieder Leser, die sich von meinen Antworten angenehm überrascht zeigen.

Für mich (und auch für die anderen Redakteure bei Stockstreet) sind Ihre Reaktionen jedoch ein wichtiges Stimmungsbild, das ich anderweitig nicht in dieser Form erhielte (vor der nun einsetzenden E-Mail-Flut wurde ich gewarnt...).

Ein Anleger-Stimmungsbild der anderen Art

Und wenn Sie und ich uns schon genervt fühlen von diesem Thema, dann geht es den anderen Börsianern ganz genauso. Und sie werden nach neuen Gesichtspunkten Ausschau halten – selbst wenn es nur darum geht, auf andere Gedanken zu kommen...

Da derzeit an den Aktienmärkten scheinbar kein Blumentopf zu gewinnen ist, geraten also weitere Anlageklassen in den Fokus. Beliebt sind derzeit offenbar Anleihen. Diesseits und jenseits des Atlantiks haben die Rentenkurse seit Anfang August nochmals einen kräftigen Sprung nach oben gemacht:

Dass die Fed auf ihrer jüngsten Sitzung zudem einen weiteren Aufkauf von US-Staatsanleihen ankündigte, wirkte wie ein Turbo auf diese Rally.

Wohin fließt denn nun das viele Geld?

Dabei spricht eigentlich nichts für Festverzinsliche. Die Zinsen sind unter die Wahrnehmungsschwelle gesunken. Selbst die sehr moderaten offiziellen Inflationsraten von rund 1 % führen teilweise zu negativen Realzinsen (= Rendite einer Anleihe minus Inflationsrate). Inzwischen gelten selbst ehemals „sichere“ Schuldner wie Großbritannien, aber auch Japan und die USA, als potenzielle Wackelkandidaten. Eigentlich müssten also die Investoren noch einen ordentlichen Risikoaufschlag für das Ausfallrisiko verlangen. Stattdessen gehen Staatsanleihen derzeit weg wie warme Semmeln, und das zu absoluten Mini-Renditen...

Doch wenn am Anleihenmarkt auch nichts zu holen ist, wo dann? Irgendwo muss das viele Geld doch hin? Schön, einige Rohstoffpreise sind inzwischen kräftig gestiegen, teilweise wegen der Naturkatastrophen in Europa und Asien. Doch der Rohstoffmarkt ist vergleichsweise eng.

Also doch Aktien? Schließlich schlossen die Märkte gestern – pünktlich zum Beginn des „Crash-Monats“ September (keine Sorge, auch dieses Thema lasse ich heute aus...) – deutlich fester: Die US-Märkte gewannen knapp 3 %. Über den Auslöser (ISM-Index) lasen Sie im gestrigen „Steffens Daily“.

Überraschende Ergebnisse beim Aktien-Scanning!

Wenn es der US-Wirtschaft offensichtlich doch nicht so schlecht geht, dann müssten doch auch die Börsenkurse das irgendwie vorwegnehmen. Im Rahmen meines neuen Börsendienstes „Aktien-Perlen“ setze ich mich seit einiger Zeit mit diversen Branchen auseinander, deren Unternehmen als „Perlen“ in Betracht kommen.

Bei meinem Scanning taucht immer wieder eine Branche auf, die nach diversen Kriterien – Wachstum, Bewertung, Kursentwicklung – ganz vorne landet: der IT-Sektor. Das ist nicht ganz so verwunderlich, wie es auf den ersten Blick scheint. Trotz des Krisengeredes der vergangenen Monate überzeugten nämlich die Zahlen aus dem Investitionsgüterbereich fast durchgängig.

Und damit ergeben sich eine Reihe spannender Fragen, z.B.:

  1. Warum investieren die Unternehmen so stark, wenn die Zukunft der Wirtschaft doch angeblich so düster ist?

  2. Warum kaufen Investoren offenbar verstärkt die Aktien von Technologieunternehmen, wenn diese in einer Rezession erfahrungsgemäß doch am stärksten leiden würden?

  3. Ergibt sich aus aktuellen Favoriten der High-Tech-Branche irgendein Hinweis auf einen bevorstehenden Trend – an der Börse wie in der Technik?

Antizykliker, aufgewacht und aufgepasst!

Bereits in unserem Jahresausblick 2010 skizzierten wir einige mögliche technische Entwicklungen, die in den kommenden Jahren eventuell bedeutsam werden. Inzwischen finden sich also erste konkrete Anhaltspunkte. Ich bin überzeugt, dass die Anleger bald einige faustdicke Überraschungen in dieser Hinsicht erleben werden.

Wenn Sie also das ewige Rezessionsgerede ermüdet, dann lassen Sie sich nicht einfach einlullen. Im Gegenteil, schütteln Sie diese Müdigkeit ab und halten Sie hellwach Ausschau nach den Alternativen. Und hierbei empfiehlt es sich vor allem die Gebiete sorgfältig zu prüfen, die derzeit völlig unbeliebt bzw. – wie die Technologiebranche – in einer erneuten Rezession besonders stark leiden würden (zum Beispiel der Immobilien- und Kreditsektor; erstaunlicherweise finden sich sogar hier einige Überflieger...).

Ich weiß, das klingt leichter, als es ist. Aber was ist schon leicht an den Börsen? Antizyklisches Denken und Handeln lässt sich jedoch bei vielen Gelegenheiten üben, dazu müssen Sie nicht auf den nächsten großen Crash warten. Also fangen Sie gleich heute an...


Mit besten Grüßen

Torsten Ewert


PS: Leser meiner „Aktien-Perlen“ werden von dieser um sich greifenden Ermattung profitieren. Denn genau darum geht es in diesem neuen Börsendienst: frühzeitig auf bevorstehende Trends aufzuspringen. Und das geht am besten, wenn die Masse die Augen verschließt, sei es vor Langeweile oder Entsetzen.
Übrigens, heute erschien die erste Empfehlung der „Aktien-Perlen“. Zu finden im Online-Archiv – auch für Probeabonnenten! Also klicken Sie hier und sichern Sie sich 30 Tage kostenlos meinen neuen Börsendienst für die unentdeckten Chancen weltweit!

Hier gibt es weitere Infos...
 

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