Schuldenstreit und Charts
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Schuldenstreit und Charts
von Torsten Ewert
Verehrte Leserinnen und Leser,
die Erwartungen der Märkte wurden erfüllt: Im Streit um die Schuldengrenze der USA zeichnet sich eine Einigung ab. Morgen wissen wir, ob es diese auch durch den Kongress schafft.
Zu früh gefreut
Die europäischen Börsen haben das heute Morgen schon ein wenig gefeiert, aber ehrlich gesagt, erschien mir die Freude doch etwas verhalten. Inzwischen geben die Kurse auch schon wieder deutlich nach.
Ursache sind – trotz bisher überwiegend sehr guter Quartalsergebnisse der Unternehmen - erneut aufflammende Konjunkturbefürchtungen. (So fiel der ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes für Juli in den USA mit 50,9 statt der erwarteten 55,3 Punkte sehr schwach aus).
Im aktuellen Target-Trend-Chart für den DAX, den Jochen Steffens an dieser Stelle zuletzt am 12. Juli besprochen hatte, rückt nun der Entscheidungszeitpunkt ebenfalls näher:
Das Alpha-Target bei 8.460 ist nun sicher kaum noch zu erreichen. Dafür bliebe nur noch ca. eine Woche Zeit (siehe senkrechte Linie). Aber gut, es war von vornherein sehr ambitioniert.
Das Alpha-Target: Ambitioniert, aber noch im Spiel!
Zunächst ist das Alpha-Target aber noch nicht gänzlich vom Tisch. Es kommt durchaus gelegentlich zu erstaunlichen Sprüngen in Richtung wichtiger Targets (Spikes). Dazu der folgende Chart, der in einem realen Trade im Premium-Trader von Jochen Steffens und Michael Jansen zustande kam:
Auch hier war noch wenige Tage vor dem Spike nicht an das Erreichen des Targets zu denken. Dennoch schoss der Kurs plötzlich unvermittelt nach oben und traf es exakt! Nach unten geschieht das übrigens genauso, z.B. in Crashs...
Zugegeben, bei einer einzelnen Aktie ist das deutlich leichter, denn hier bewegt sich der Kurs in der Regel schneller als bei einem großen Index, der ja aus sehr vielen Werten besteht, die sich gleichzeitig bewegen müssen. Dennoch: Ein aktiviertes Target hat stets eine Wirkung, auch wenn es nicht genau erreicht wird – es fungiert gleichsam als Magnet. Und so kann es auch im DAX noch zu einer dynamischen Bewegung nach oben kommen...
Und das sind die aktuellen Alternativen zum Alpha-Target
Und wenn wir das beachten, fallen uns auch schnell mögliche Alternativen ins Auge (siehe folgender Chart):
Seit einer geraumen Weile bildet der DAX eine Konsolidierungsformation in Form eines absteigenden Dreiecks aus. (Heute Morgen hätte es auch noch ein symmetrisches sein können...).
Das Schöne an der Target-Trend-Methode ist aber nun, dass Sie über solche, häufig schwammigen Formationsgrenzen hinaus, exakte Kursniveaus haben, an denen die Entscheidung fällt. Auf der Oberseite ist es die 7.437-Punkte-Marke, die Jochen Steffens ebenfalls mehrfach als entscheidend für die Aktivierung des Alpha-Targets charakterisierte. Auf der Unterseite ist es die schon erwähnte Mittellinie des Rechtecks unterhalb von 7.000 Punkten. Diese Entscheidungsmarken habe ich hier mal mit einem blauen und roten Streifen hervorgehoben.
Die Bullen dürfen sich keine Fehler erlauben
Zumindest theoretisch wird bei einem Überwinden des Niveaus von 7.437 Punkten zunächst das Alpha-Target aktiviert, das dann den Kurs eben sehr dynamisch anziehen kann. In diesem Fall liefe der DAX voraussichtlich sehr schnell bis nahe an die 8.000er Marke heran.
Ein späterer Bruch dieses Niveaus macht das Alpha-Target hinfällig und bringt die Alternative auf der Oberseite, das blaue Target bei 7.917 Punkten, ins Spiel. Allerdings sollte dieses nur eine Zwischenstation darstellen und der Kurs dann durch dieses Target hindurch bis zu Oberkannte des obersten blauen Rechtecks bei 8.400 Punkten laufen.
Auf der Unterseite sehen Sie mit dem roten Target bei 6.483 Punkten ebenfalls eine Alternative. Diese würde mit einem Bruch der grünen Trendlinie bereits wahrscheinlicher und endgültig unterhalb von 6.960 aktiviert. Vom Zeitablauf wäre es sogar möglich, dass zunächst das blaue Target und dann das rote angelaufen wird. Damit wäre das Chartbild aber erheblich eingetrübt.
Gelingt den Bullen der Ausbruch in Richtung des blauen Targets, muss ein nachfolgender Rückfall also spätestens am gelben Target wieder nach oben drehen. Die dritte Variante, dass der DAX weiterhin seitwärts zum gelben Target zuckelt, ist wohl in der gegenwärtigen Situation die unwahrscheinlichste...
Trader finden immer Chancen mit der Target-Trend-Methode
Tradern bleibt bis zur Entscheidung nur der schmaler werdende Bereich zwischen den Dreiecksbegrenzungen, was aber durchaus ausreichend ist, denn speziell für den Intraday-Bereich wurde diese Methode ja entwickelt...
Mit besten Grüßen
Ihr Torsten Ewert
PS: Wenn Sie mehr über die Target-Trend-Methode und ihren täglichen Einsatz in der Tradings-Praxis wissen wollen, dann kommen Sie zu meinem Seminar! Details dazu erfahren Sie hier.
